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Die "Global-Care-Chain" und ihre Auswirkungen auf die einzelnen Glieder und deren Verhältnis untereinander

Titel: Die "Global-Care-Chain" und ihre Auswirkungen auf die einzelnen Glieder und deren Verhältnis untereinander

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2019 , 18 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Lilly Lehmann (Autor:in)

Geschlechterstudien / Gender Studies
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese wissenschaftliche Arbeit will sich dem Phänomen der Global-Care-Chain widmen. Inwiefern hängt die Entstehung solcher globaler Betreuungsketten mit dem Kapitalismus und der damit einhergehenden ungleichen Ressourcenverteilung weltweit, zusammen? Welche Auswirkungen haben diese Globale Betreuungsketten auf die einzelnen Glieder und deren Verhältnis untereinander?

Im feministischen Diskurs ist die Thematik reproduktive Care-Arbeit schon lange Zeit Teil der Diskussion. Immer wieder geht es um die anhaltende Gegenüberstellung von Erwerbs-/ Lohnarbeit als produktiv und Care-Arbeit als unproduktiv, damit verbunden unter anderem Fragen nach gerechter Bezahlung und gesellschaftlicher Anerkennung.

Im Zuge der gesellschaftlichen Entwicklung haben sich auch Familienstrukturen verändert. Immer mehr Frauen verrichten nicht mehr überwiegend reproduktive Arbeit, sondern werden Teil des globalen Arbeitsmarktes. In diesem Zuge kommt es neben einem Wandel der Familienstrukturen auch zu einem Wandel der Care-Arbeit. Die zu verrichtende Care-Arbeit wird weltweit neu verteilt, überwiegend unter Frauen. Es entstehen sogenannte Globale Betreuungsketten (Global-Care-Chains). Die Care-Arbeit in Ländern des globalen Nordens wird von Frauen des globalen Südens übernommen. Die dort entstehende Lücke muss wiederum geschlossen werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsdefinitionen

2.1 Care

2.2 Transnationale Migration

3. Migration und Gender

4. Global-Care-Chain

4.1 Gründe zur Entstehung

4.2 Auswirkungen

5. Fallbeispiele

6. Handlungsbedarf

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Global-Care-Chains vor dem Hintergrund kapitalistischer Weltstrukturen und ungleicher Ressourcenverteilung. Dabei wird analysiert, wie Geschlechterrollen und transnationale Migrationsbewegungen ineinandergreifen, um eine weltweite Neuordnung der Care-Arbeit zu bewirken, und welche sozioökonomischen Auswirkungen sich daraus für die beteiligten Akteure ergeben.

  • Analyse des Zusammenhangs zwischen Kapitalismus, Migration und Care-Arbeit
  • Untersuchung von Machtverhältnissen im globalen Care-Sektor
  • Gender als zentrales Analyseinstrument für Migrationsprozesse
  • Evaluation von Fallbeispielen zu transnationalen Betreuungsarrangements
  • Diskussion über Handlungsbedarf und gesellschaftliche Anerkennung

Auszug aus dem Buch

4.1 Gründe zur Entstehung

Weltweit ist eine Feminisierung der Migration zu beobachten. In den letzten 20 Jahren hat sich der Beschäftigungssektor der Care-Arbeit in Privathaushalten als einer der größten, in Bezug auf Beschäftigungssektoren für weibliche Migrant*innen, entwickelt (Lutz 2018: 578). Helma Lutz nennt diverse Gründe für den Wachstum dieses Sektors. Staaten ziehen sich immer mehr aus der Verantwortung zurück, institutionelle Pflege zu fördern und zu manifestieren, gerade für den älteren Teil der Bevölkerung. Ein weiterer Grund ist der demografische Wandel. Die Gesellschaft wird immer älter und der Bedarf nach Pflege größer. Ohne eine aktive Involvierung des Staates in die Bereitstellung von Pflege, entsteht ein Defizit. Zudem gehen immer mehr Frauen einer Tätigkeit auf dem Arbeitsmarkt nach. Da Care-Arbeit primär Arbeit war und ist, die von Frauen, unentgeltlich, vollzogen wurde und wird, trägt diese Entwicklung ebenso zu einer Steigerung des Bedarfs nach Care-Arbeit durch Migrant*innen bei (vgl. ibid.).

Als weitere Gründe für die Entstehung von Global-Care-Chains und die zunehmende Migration von weiblichen Care-Arbeiter*innen werden immer wieder der Kapitalismus und die neoliberale Wirtschaftsweise genannt: „Der globale Kapitalismus sorgt gleichzeitig für ein Angebot an Kindermädchen aus der dritten Welt und für Nachfrage in der ersten Welt“ (Hochschild 2001: 168). Die Nachfrage entsteht im Zusammenhang damit, dass immer mehr Frauen des globalen Nordens Teil des Arbeitsmarktes sind. Frauen im globalen Süden, beziehungsweise generell wirtschaftlich „schwächeren“ Regionen, haben geringere Chancen im eigenen Land Berufstätigkeiten, mit angemessener Bezahlung, nachzugehen (vgl. Ibid.).

Oft wird in Bezug auf Globale Betreuungsketten davon gesprochen, dass diese vom globalen Süden in den globalen Norden verlaufen. Diese Annahme ist jedoch nicht immer ganz richtig, auch wenn festzustellen ist, dass der Ausgang in den meisten Fällen ein ärmeres Land ist und die Betreuungskette in einem reicheren Land endet. Oft ist auch die Land-Stadt-Wanderung zu beobachten (vgl. Hochschild 2001: 158).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der reproduktiven Care-Arbeit ein und stellt die Forschungsfrage nach den Entstehungszusammenhängen und Auswirkungen von globalen Betreuungsketten.

2. Begriffsdefinitionen: Hier werden die zentralen Termini Care und Transnationale Migration theoretisch fundiert und durch wissenschaftliche Positionen erweitert.

3. Migration und Gender: Dieses Kapitel beleuchtet, warum Gender als kritisches Analyseinstrument für die Migrationsforschung unerlässlich ist, um Machtstrukturen offenzulegen.

4. Global-Care-Chain: Es wird der Kernbegriff der Global-Care-Chain definiert und der Einfluss des Kapitalismus sowie der neoliberalen Wirtschaftsweise auf die Migration von Care-Arbeiterinnen untersucht.

5. Fallbeispiele: Anhand konkreter ethnografischer Studien werden die individuellen Erfahrungen von Care-Arbeiterinnen und die komplexe Realität transnationaler Betreuungsstrukturen analysiert.

6. Handlungsbedarf: Dieses Kapitel diskutiert mögliche Lösungsansätze und politische Forderungen, um die prekären Arbeitsbedingungen und die mangelnde gesellschaftliche Anerkennung von Care-Arbeit zu verbessern.

7. Fazit: Die Arbeit resümiert, dass eine intersektionale Betrachtung, die strukturelle Zwänge und individuelle Handlungsspielräume verbindet, notwendig ist, um die Dynamiken globaler Betreuungsketten zu verstehen.

Schlüsselwörter

Global-Care-Chain, Transnationale Migration, Care-Arbeit, Gender, Feminisierung der Migration, Kapitalismus, Soziale Ungleichheit, Reproduktive Arbeit, Intersektionalität, Weltgesellschaft, Machtverhältnisse, Pflegesektor, Arbeitsmarkt, Migrationsforschung, Globale Betreuungsketten

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit thematisiert die Entstehung und die sozialen Auswirkungen sogenannter globaler Betreuungsketten (Global-Care-Chains), in denen die Sorgearbeit für Kinder oder Ältere von Frauen aus dem globalen Süden für Familien im globalen Norden übernommen wird.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit verknüpft die Bereiche feministische Care-Theorie, Migrationssoziologie und die Analyse globaler wirtschaftlicher Machtverhältnisse, insbesondere des Kapitalismus.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, die Zusammenhänge zwischen kapitalistischer Ressourcenverteilung und der Migration weiblicher Care-Arbeitskräfte zu verstehen und zu klären, wie ungleiche Machtverhältnisse innerhalb dieser Ketten produziert werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit ist eine theoretisch-analytische Untersuchung, die existierende soziologische Forschung und Fallbeispiele aus verschiedenen Disziplinen (z.B. Sozialanthropologie) zusammenführt und kritisch bewertet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst theoretische Begriffe geklärt, danach die Verknüpfung von Migration und Gender dargelegt, gefolgt von einer tiefgehenden Analyse der Global-Care-Chains anhand von Entstehungsgründen, Fallbeispielen und dem daraus resultierenden politischen Handlungsbedarf.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Global-Care-Chains, Feminisierung der Migration, Intersektionalität und eine kritische Auseinandersetzung mit dem globalen Kapitalismus geprägt.

Inwieweit spielt der Begriff des Kapitalismus eine Rolle?

Der Kapitalismus wird als zentraler Einflussmechanismus identifiziert, der durch die Ausbeutung ökonomischer Gefälle im globalen Süden ein Angebot an Arbeitskräften schafft, während im Norden eine Nachfrage nach flexibler, kostengünstiger Sorgearbeit besteht.

Warum wird die Rolle der Frau in der Migrationsforschung besonders hervorgehoben?

Die Autorin argumentiert, dass Frauen in der klassischen Migrationsforschung lange als passiv oder "unsichtbar" wahrgenommen wurden, obwohl ihre Rolle in der Migration heute einen der wichtigsten Trends der modernen Globalisierung darstellt.

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Details

Titel
Die "Global-Care-Chain" und ihre Auswirkungen auf die einzelnen Glieder und deren Verhältnis untereinander
Hochschule
Universität Koblenz-Landau
Note
1,3
Autor
Lilly Lehmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
18
Katalognummer
V962597
ISBN (eBook)
9783346312464
ISBN (Buch)
9783346312471
Sprache
Deutsch
Schlagworte
global-care-chain auswirkungen glieder verhältnis
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Lilly Lehmann (Autor:in), 2019, Die "Global-Care-Chain" und ihre Auswirkungen auf die einzelnen Glieder und deren Verhältnis untereinander, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/962597
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Leseprobe aus  18  Seiten
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