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Darstellungen geistiger Behinderungen in der Kinder- und Jugendliteratur der 70er-Jahre und der Gegenwart

Vergleich anhand Härtlings "Das war der Hirbel" und Steinhöfels "Rico, Oskar und die Tieferschatten"

Titel: Darstellungen geistiger Behinderungen in der Kinder- und Jugendliteratur der 70er-Jahre und der Gegenwart

Bachelorarbeit , 2020 , 39 Seiten , Note: 1.5

Autor:in: Marlon Roth (Autor:in)

Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Arbeit soll der Blick auf die Darstellung geistiger Behinderung in der Kinder- und Jugendliteratur gelegt werden, die in dieser Form der Literatur noch vernachlässigt zu sein scheint. Dabei stellt sich die Frage, wie geistige Behinderung in der Kinder- und Jugendliteratur in der Vergangenheit und der Gegenwart dargestellt wird. Aus diesem Grund soll in der vorliegenden Arbeit folgende Forschungsfrage beantwortet werden: Sind Veränderungen in der Darstellungsweise und der Intention erkennbar und wie sehr entsprechen sie jener gesellschaftlichen Einstellung?

Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, werden zwei zeitlich weit auseinanderliegende Werke der Kinder- und Jugendliteratur miteinander verglichen. Zum einen das 1973 erschienene Werk von Peter Härtling mit dem Titel „Das war der Hirbel“ und zum anderen das von Andreas Steinhöfel im Jahr 2008 veröffentliche „Rico, Oskar und die Tieferschatten“. In beiden Büchern wird das Leben eines Jungen mit einer geistigen Behinderung thematisiert. Auch gelten beide als innovative Werke ihrer Zeit.
„Das war der Hirbel“ erzählt die Geschichte des neunjährigen Hirbels, der sein Leben als ein Kind mit einer geistigen Behinderung in unterschiedlichen Pflegefamilien, Kliniken und Heimen fristen musste. Die Erzählung beschreibt einen dieser Heimaufenthalte in zwölf Einzelgeschichten, die von seinem Leben selbst berichten, aber auch von seinen Streichen gegenüber dem Hausmeister des Heims.
In „Rico, Oskar und die Tieferschatten“ werden die Erlebnisse des zehnjährigen Fredericos, kurz Rico, in einer Tagebuch ähnlichen Geschichte in ebenfalls zwölf Kapiteln erzählt. Das Werk thematisiert das detektivische Aufspüren des Kindesentführers ‚Mister 2000‘ und die Rettung des hochbegabten Jungen namens Oskar durch den Hauptprotagonisten mit geistiger Behinderung.
Beide Bücher basieren damit auf derselben Grundlage, dem kindlichen Protagonisten mit geistiger Behinderung, sind jedoch in sehr unterschiedlichen Jahrzehnten verfasst worden und eignen sich daher für eine vergleichende Untersuchung. [...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsdefinierung

2.1 Der Terminus „geistige Behinderung“

2.2 Die Termini „Stereotyp“ und „Vorurteil“

3. Behinderung in der Gesellschaft

3.1 Umgang mit Behinderung nach 1945

3.2 Einstellungen gegenüber Kindern mit Behinderung

3.2.1 1970er Jahre

3.2.2 1990er Jahre

4. Darstellung von Behinderungen in der Kinder- und Jugendliteratur

4.1 Thematisierung von Behinderungen in der Kinder- und Jugendliteratur

4.2 Häufige Darstellungsmerkmale von Protagonisten mit Behinderung und ihre Intentionen

5. Analyse zweier zeitversetzter Werke

5.1 Darstellung der Protagonisten mit geistiger Behinderung

5.1.1 Hirbel

5.1.2 Rico

5.1.3 Vergleich

5.2 Darstellung der direkten Bezugspersonen/ des familiären Umfeldes

5.2.1 Hirbel

5.2.2 Rico

5.2.3 Vergleich

5.3 Darstellung der Gesellschaft

5.3.1 Hirbel

5.3.2 Rico

5.3.3 Vergleich

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Wandel in der Darstellung von Kindern mit geistiger Behinderung in der Kinder- und Jugendliteratur anhand eines Vergleichs zwischen Peter Härtlings „Das war der Hirbel“ (1973) und Andreas Steinhöfels „Rico, Oskar und die Tieferschatten“ (2008), um zu analysieren, inwiefern literarische Darstellungsweisen gesellschaftliche Einstellungen und deren Wandel widerspiegeln.

  • Historische Entwicklung des Umgangs mit Menschen mit geistiger Behinderung in Deutschland.
  • Analyse und Vergleich der Protagonisten und deren Charakterisierung.
  • Untersuchung der Darstellung des familiären und sozialen Umfeldes sowie der Bezugspersonen.
  • Analyse gesellschaftlicher Einstellungen, Vorurteile und Stereotype in der Literatur.
  • Herausarbeitung der aufklärenden und gesellschaftskritischen Funktion der untersuchten Werke.

Auszug aus dem Buch

Protagonisten mit Behinderungen werden geheilt

Viele problemorientierten Kinder- und Jugendbücher enden mit einem ‚Happyend‘, in dem der Protagonist mit Behinderung von seiner Behinderung geheilt wird. „Der Behinderte wird zum Nichtbehinderten, der Leser darf aufatmen“ (Backofen 1987, zitiert nach Reese 2006, S. 136). Bei dieser ‚Wunderheilung‘ bleiben die Ursachen dieser Befreiung von der Schädigung ungeklärt und auch „Psychosoziale Elemente bleiben in Geschichten, die sich dieses Strickmusters bedienen, weitestgehend ausgeklammert“ (Nickel 1999a, S. 46).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik ein, stellt die Forschungsfrage nach den Veränderungen in der literarischen Darstellung geistiger Behinderung und stellt die beiden Vergleichswerke vor.

2. Begriffsdefinierung: In diesem Kapitel werden die zentralen Begriffe „geistige Behinderung“, „Stereotyp“ und „Vorurteil“ definiert und theoretisch abgegrenzt.

3. Behinderung in der Gesellschaft: Dieses Kapitel beleuchtet den historischen Wandel des gesellschaftlichen Umgangs mit Behinderung in Deutschland sowie die Einstellungen gegenüber Kindern mit geistiger Behinderung in den 1970er und 1990er Jahren.

4. Darstellung von Behinderungen in der Kinder- und Jugendliteratur: Hier wird der theoretische Rahmen für die literarische Darstellung von Behinderungen gelegt, einschließlich der Thematisierung von Behinderungsformen und häufiger Darstellungsmerkmale.

5. Analyse zweier zeitversetzter Werke: Dieser Hauptteil vergleicht Hirbel und Rico in Bezug auf die Darstellung der Protagonisten, ihres sozialen Umfeldes und der Gesellschaft.

6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und beantwortet die Forschungsfrage hinsichtlich der Unterschiede in der Darstellung geistiger Behinderung über die Jahrzehnte hinweg.

Schlüsselwörter

Geistige Behinderung, Kinder- und Jugendliteratur, Inklusion, Gesellschaftskritik, Vorurteile, Stereotype, Literaturanalyse, Hirbel, Rico, Tieferschatten, Soziale Teilhabe, Behinderungsbilder, Historischer Wandel, Pädagogik, Belletristik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert, wie geistige Behinderung in der Kinder- und Jugendliteratur dargestellt wird und ob sich dabei im zeitlichen Verlauf Veränderungen zeigen, die mit dem gesellschaftlichen Wandel korrespondieren.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themenfelder umfassen die literarische Repräsentation von Protagonisten mit geistiger Behinderung, die Bedeutung des sozialen Umfelds sowie die Spiegelung gesellschaftlicher Einstellungsstudien in den Büchern.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es zu klären, ob und wie sich die Darstellungsweisen und die Intentionen der Autoren über die Jahrzehnte verändert haben und ob diese Veränderungen gesellschaftlichen Einstellungen entsprechen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine vergleichende Literaturanalyse von zwei Werken unter Einbeziehung theoretischer Begriffe und existierender Einstellungsstudien zu Behinderungen.

Welche Inhalte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung, einen historischen Überblick über den gesellschaftlichen Umgang mit Behinderung in Deutschland sowie die detaillierte vergleichende Analyse der beiden Romane.

Welche Keywords charakterisieren diese Arbeit am besten?

Die wichtigsten Schlagworte sind Geistige Behinderung, Kinder- und Jugendliteratur, Stereotype, Vorurteile, gesellschaftlicher Wandel, Inklusion und Literarische Analyse.

Warum wurde der Begriff „tiefbegabt“ im Zusammenhang mit Rico thematisiert?

Der Autor Steinhöfel verwendet diesen Neologismus, um die geistige Behinderung des Protagonisten zu beschreiben, ohne die stigmatisierende Wirkung traditioneller Begriffe zu nutzen, und um Ricos eigene Begabungen in den Vordergrund zu rücken.

Wie unterscheidet sich die Rolle der Gesellschaft bei Hirbel und Rico?

Während bei Hirbel das soziale Umfeld oft als antagonistisch und ausgrenzend dargestellt wird, ist das Umfeld bei Rico deutlich vielschichtiger, wobei Rico selbst die vermeintliche Freundlichkeit der Menschen kritisch hinterfragt.

Was bedeutet die „Duldungskultur“, auf die sich der Autor bezieht?

Die Duldungskultur beschreibt den Zustand, in dem behinderte Menschen zwar oberflächlich akzeptiert werden, jedoch kein echtes Interesse an ihrer Person besteht, was Rico besonders schmerzlich in seinem Alltag erfährt.

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Details

Titel
Darstellungen geistiger Behinderungen in der Kinder- und Jugendliteratur der 70er-Jahre und der Gegenwart
Untertitel
Vergleich anhand Härtlings "Das war der Hirbel" und Steinhöfels "Rico, Oskar und die Tieferschatten"
Hochschule
Universität Bielefeld
Veranstaltung
Abschlussmodul
Note
1.5
Autor
Marlon Roth (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
39
Katalognummer
V962810
ISBN (eBook)
9783346314307
ISBN (Buch)
9783346314314
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kinderliteratur Jugendliteratur Behinderung Menschen Buchvergleich Härtling Hirbel Steinhöfel rico oskar tieferschatten KJL Vergleich Literaturvergleich 1970 2008 behindert Kind erziehungswissenschaft sonderpädagogik grundschullehramt Kinder- und Jugendliteratur Kinderbuch Jugendbuch ausgrenzung anderssein andersartigkeit norm lernbehinderung geistige geistige behinderung problemorientiert stereotyp vorurteil klischee stereotype vorurteile mobbing
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Marlon Roth (Autor:in), 2020, Darstellungen geistiger Behinderungen in der Kinder- und Jugendliteratur der 70er-Jahre und der Gegenwart, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/962810
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Leseprobe aus  39  Seiten
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