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Russland unter Putins Kapitalismus. Von der (neo-)liberalen Marktwirtschaft bis hin zum autoritären Staatskapitalismus

Titel: Russland unter Putins Kapitalismus. Von der (neo-)liberalen Marktwirtschaft bis hin zum autoritären Staatskapitalismus

Akademische Arbeit , 2018 , 17 Seiten , Note: 1

Autor:in: Josef Muehlbauer (Autor:in)

Politik - Region: Russland
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Auf der theoretischen Grundlage der, von Immanuel Wallerstein geprägten, Weltsystemanalyse und der vergleichenden Kapitalismusforschung soll die Frage beantwortet werden, wie die polit-ökonomische Konfiguration in Russland unter Putin zu charakterisieren ist. Damit beschränkt sich diese Arbeit auf die Ära Putins, erwähnt jedoch peripher den historischen Ablauf des russischen Transformationsprozesses. Eine Frage die sich damit verbinden lässt, hier aber nur angeschnitten werden kann lautet: Inwieweit unterscheidet sich Putins System vom westlich geprägten Kapitalismus? Oder anders formuliert: Besteht zwischen den beiden Systemen ein ideologischer Widerspruch oder eher ein patriarchal-kapitalistisches Konkurrenzverhältnis um Hegemonie? Zuerst werden die einzelnen Begriffe die relevant sind für die Beantwortung der Forschungsfrage näher erläutert und definiert.

Die letzten Jahre waren aus geopolitischer Sicht äußerst turbulent. Sanktionen und Gegensanktionen, militärische Aufrüstung, die Konflikte in der Ukraine, in Syrien und im Jemen, diplomatische Krisen und nicht zuletzt der Aufschwung der Rechtspopulist_innen weltweit, kennzeichnen die politischen Verhältnisse. Feindbilder werden geschaffen und Schuldige gesucht. Völkerrechtliche Kriege, die umstrittene Annexion der Krim seitens Russland und gegenhegemoniale Integrationsprojekte bestimmen das geostrategische Schachbrett. Viele sehen, ähnlich der Imperialismustheorie von Lenin
oder Rosa Luxemburg, die Ursache von Krieg und Elend im Kapitalismus. In Bezug auf Putin wird das Kind allzu oft mit dem Bad ausgeschüttet. Denn hierbei ufert Kapitalismuskritik häufig in eine "schleichende" bzw. offene Sympathie für Putin aus.

Auf folgende Widersprüchlichkeit soll hingewiesen werden: Links-affine, rechtspopulistische, kapitalismuskritische, diverse "alternative Medien" und Verschwörungstheoretiker_innen plädieren oftmals für eine Verbesserung der Beziehung zwischen „dem Westen“ und Russland. Aus Sicht der Friedens- und Konfliktforschung kann man hierbei nur zustimmen. Inkonsistent wird es aber, sobald Putin als ideologischer Gegenspieler des westlich geprägten Kapitalismus angesehen wird.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Fragestellung und methodologische Vorgehensweise

2. Begriffsbestimmungen

2.1 Neoliberalismus

2.2 Weltsystemanaylse

2.3 Staatskapitalismus

3. Russlands Transformationsprozess im historischen Kontext

4. Putins Kapitalismus

4.1 Liberale Marktwirtschaft und illiberale Demokratie

4.2 Kremels autoritärer Staatskapitalismus

5. Conclusio

5.1 Ausblicke

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die politisch-ökonomische Konfiguration Russlands unter der Herrschaft von Wladimir Putin. Ziel ist es, das System jenseits gängiger Stereotype und polarisierender Narrative differenziert einzuordnen und zu analysieren, wie autoritäre Tendenzen mit marktwirtschaftlichen Strukturen verschmelzen.

  • Charakterisierung des russischen Kapitalismusmodells unter Putin
  • Analyse des Transformationsprozesses seit dem Ende der Sowjetunion
  • Untersuchung der Rolle des Staates und seiner Elite ("Silowiki")
  • Diskussion des Begriffs "Sowjet-Style Neoliberalismus"
  • Vergleichende Perspektive auf globale wirtschaftspolitische Abhängigkeiten

Auszug aus dem Buch

4.2 Kremels autoritärer Staatskapitalismus

Mit der Verhaftung des reichsten russischen Oligarchen, namens Mikhail Khodorkovsky zeigte Putin in seiner zweiten Amtsperiode wohin die politische Reise führen soll. Der Fall Yukos ist (laut Aslund 2007) der mit Abstand wichtigste politische Akt seiner zweiten Amtszeit. Es handelt sich um die mit Abstand höchsten Schiedssprüche in der Geschichte der Investitionsschiedsgerichtsbarkeit. Yukos war einer der größten Erdöl- und Gaskonzerne der Welt und wurde nach der Verhaftung des Eigentümers, nämlich des schon erwähnten reichsten russischen Oligarchen Khodorkovsky, vom staatlichen Ölkonzern Rosneft „beschlagnahmt“.

Russland wurde vor Gericht (in Den Haag) von der New Yorker Anwaltskanzlei Cleary Gottlieb Stehen & Hamilton und von der Kanzlei Baker Botts vertreten (Stutzer 2014). Das Resultat, ein für Putin unerwünschtes: Drangsalierung der Yokos-Führungskräfte, indirekte Enteignung und mehrfache Drohungen (Entzug von Lizenzen). Putin ließ jedoch nicht locker und dies setzte ein Exempel für künftige Oligarchen die wirtschaftliche Reformen und politisch oppositionelle Gedanken durchsetzen möchten.

Und mit der Ernennung von Mikhail Fradkov zum Premierminister wurde der endgültige Sieg der siloviki (des Sicherheitsapparats: FSB, KGB,…) über den (liberalen) Oligarchen markiert (Aslund 2007: 244). Obwohl die liberalen Alexei Kudrin und German Gref als Minister weiter tätig sein durften und obwohl der „St. Petersburger liberale“ Dmitri Medvedev 2005 zum Stellvertretenden Ministerpräsidenten Russland ernannt wurde, gerieten wirtschaftliche Reformen und das liberale Denken immer mehr in den Hintergrund (Aslund 2007: 244ff).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung skizziert das geopolitische Umfeld und begründet die Notwendigkeit einer differenzierten Analyse von Putins Politik abseits ideologisch aufgeladener Stereotype.

2. Begriffsbestimmungen: Dieses Kapitel definiert zentrale theoretische Konzepte wie Neoliberalismus, Weltsystemanalyse und Staatskapitalismus, die als analytisches Fundament der Arbeit dienen.

3. Russlands Transformationsprozess im historischen Kontext: Hier wird die Entwicklung Russlands von der sowjetischen Planwirtschaft über die turbulente Transformationsphase der 1990er Jahre bis hin zum Aufstieg des Unternehmertums beleuchtet.

4. Putins Kapitalismus: Dieses Hauptkapitel analysiert die Verschiebung von einer liberalen Ausrichtung in der ersten Amtsperiode hin zu einem autoritären Staatskapitalismus und der damit verbundenen Elitenkonsolidierung.

5. Conclusio: Die Conclusio fasst die Ergebnisse zusammen und ordnet Putins Herrschaftssystem als einen „Sowjet-Style Neoliberalismus“ ein, der durch staatliche Privilegierung und Autoritarismus geprägt ist.

Schlüsselwörter

Russland, Wladimir Putin, Kapitalismus, Staatskapitalismus, Neoliberalismus, Weltsystemanalyse, Transformationsprozess, Oligarchen, Silowiki, Machtpolitik, Geopolitik, Sozialpolitik, Elite, Extraktivismus, Sowjet-Style Neoliberalismus

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die wirtschaftspolitische Konfiguration Russlands in der Ära Putin und untersucht, wie sich die Marktordnung in Wechselwirkung mit autoritären politischen Strukturen entwickelt hat.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind der russische Transformationsprozess seit 1991, die Rolle der Oligarchen und Staatskonzerne, sowie die Rhetorik Putins im Kontext der internationalen Weltsystemanalyse.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit stellt die Frage, wie die politisch-ökonomische Konfiguration Russlands unter Putin charakterisiert werden kann und inwieweit sie sich vom westlich geprägten Kapitalismus unterscheidet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autor verwendet die theoretische Grundlage der Weltsystemanalyse von Immanuel Wallerstein in Verbindung mit der vergleichenden Kapitalismusforschung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der historischen Entwicklung des russischen Marktes, dem Wandel der Eliten sowie den konkreten ökonomischen Weichenstellungen während Putins verschiedener Amtszeiten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Staatskapitalismus, Sowjet-Style Neoliberalismus, Silowiki und der Transformationsprozess.

Welche Rolle spielte der Fall Yukos in der Arbeit?

Der Fall Yukos wird als entscheidender Wendepunkt markiert, der den Sieg des Sicherheitsapparats (Silowiki) über liberale Oligarchen und den Übergang zu einem autoritären Staatskapitalismus verdeutlicht.

Warum wird Putin als „Held der Stunde“ bezeichnet?

Die Arbeit erläutert, dass Putin seine Rhetorik auf die Stabilität nach den sozialen Verwerfungen der 1990er Jahre aufbaut und sich durch die Überwindung dieser Krisen als „Stabilisator“ legitimiert.

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Details

Titel
Russland unter Putins Kapitalismus. Von der (neo-)liberalen Marktwirtschaft bis hin zum autoritären Staatskapitalismus
Hochschule
Universität Wien  (Institut für Politikwissenschaft)
Veranstaltung
(BAK15) Osteuropastudien (2018S)
Note
1
Autor
Josef Muehlbauer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
17
Katalognummer
V963049
ISBN (eBook)
9783346316127
ISBN (Buch)
9783346316134
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Putin Russland Kapitalismus Neoliberalismus
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Josef Muehlbauer (Autor:in), 2018, Russland unter Putins Kapitalismus. Von der (neo-)liberalen Marktwirtschaft bis hin zum autoritären Staatskapitalismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/963049
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Leseprobe aus  17  Seiten
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