Wissensmanagement im Unternehmen. Erfahrungswissen effektiv als Ressource nutzen


Seminararbeit, 2020

22 Seiten, Note: 2,0

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Gang der Untersuchung
1.3 Zielsetzung

2 Wissensmanagement in Unternehmen
2.1 Grundlagen und Wissensbegriff
2.2 Prozess des Wissensmanagements

3 Intergenerationeller Wissenstransfer
3.1 Ziele und Potentiale intergenerationellen Wissenstransfers
3.2 Methoden und Umsetzung
3.3 Anreize des Wissenstransfers

4 Fazit
4.1 Zusammenfassung der Ergebnisse
4.2 Kritische Würdigung und Ausblick

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Die Wissensspirale nach Nonaka & Takeuchi

Abb. 2: Prozess des intergenerationellen Wissenstransfers

Abkürzungsverzeichnis

BSC Balanced Scorecard

MBTI Myers-Briggs Type Indicator

WM Wissensmanagement

1. Einleitung

1.1 Problemstellung

Wissen avanciert in hochtechnologisierten Gesellschaften wie der unseren seit Jahren zu einer wichtigen Ressource und einem Produktionsfaktor. Dieser Trend, der Wandel von Industrie- zur Wissensgesellschaft, ist darin begründet, dass Unternehmen erkannt haben, dass nicht allein Werkstoffe, Arbeit und Betriebsstoffe als Quell des Erfolges eines Un­ternehmens fungieren, sondern Innovationen. Diese entstehen gewiss nur dort, wo durch den Einsatz von Wissen das Potential entsprießt Neues zu schaffen. Wissen kristallisierte sich seit den späten 1990er Jahren als der entscheidende Produktionsfaktor in Unterneh­men heraus. Die strategische Ausrichtung von Unternehmen entwickelte sich durch die zunehmende Miteinbeziehung der Ressource Wissen von der Marked-Based View über die Resource-Based-View hin zur Knowledge-Based View, in der Wissen als erfolgsbe­stimmender Produktionsfaktor angesehen wird.1 In diesem Zuge erlangte auch das Wis­sensmanagement zunehmend an Relevanz: Wie sollte es Unternehmen ermöglicht wer­den das Wissen der Mitarbeiter effektiv aufzufangen und als Ressource zu nutzen? Ferner stellt die demographische Entwicklung Unternehmen vor Herausforderungen: Ab 2020 wird jeder dritte Beschäftigte über 50 Jahre alt sein und somit in den kommenden Jahren in den Ruhestand gehen.2 Das Wissen und die Erfahrung, die diese über Jahre angeeignet haben muss per intergenerationellem Wissenstransfer aufgefangen und an die jüngere Be­legschaft weitergegeben werden. Hierfür wird als Methode dieser theoretischen Arbeit das Literaturstudium gewählt.

1.2 Gang der Untersuchung

Die vorliegende Seminararbeit ist wie folgt aufgebaut: Der Hauptteil der Arbeit ist in zwei Bereiche aufgegliedert. Der erste Teil (Kapitel zwei) beschäftigt sich zunächst mit den Grundlagen des Wissensbegriffs sowie den Prozessen des Wissensmanagements. Im wei­teren Verlauf wird erläutert, welche Möglichkeiten zur Beurteilung erfolgreichen Wis­sensmanagements bestehen. Im zweiten Teil der Arbeit (Kapitel 3) sollen zunächst Ziele und Potentiale des intergenerationellen Wissenstransfers erklärt werden. Darauffolgend werden Methoden und deren Umsetzung um erfolgreich intergenerationellen Wissens­transfer durchzuführen aufgezeigt, bevor die Methoden im Anschluss einer Bewertung zugeführt und Anreize des Wissenstransfers bearbeitet werden. Im letzten Teil der Arbeit wird abschließend ein Fazit gezogen, sowie ein kurzer Ausblick auf die zukünftige Ent­wicklung gegeben.

1.3 Zielsetzung

Ziel dieser Seminararbeit soll es sein, darzulegen, welchen Wert das explizite aber vor allem auch das implizite Wissen der Mitarbeiter als Ressource im Unternehmen darstellt und mittels welcher Methoden und Instrumente es dem Unternehmen nutzbar gemacht werden kann. Ferner soll aufgezeigt werden welche Möglichkeiten Wissensmanagement den Herausforderungen des demographischen Wandels bietet um Wissen intergeneratio- nell zu definieren, zu verteilen und im Unternehmen zu bewahren um die Wettbewerbs­fähigkeit auf Dauer zu erhalten.

2. Wissensmanagement in Unternehmen

2.1 Grundlagen und Wissensbegriff

In der Literatur lassen sich zahlreiche Definitionen von Wissen, je nach wissenschaftli­cher Disziplin, herausarbeiten. Die Tragweite des Wissensbegriffs soll in dieser Arbeit auf das relevante Wissen im Rahmen des Wissensmanagements von Unternehmen be­grenzt werden um das Wissensverständnis nicht übermäßig auszudehnen. Wird der Wis­sensbegriff zu sehr gedehnt, so wird er ab einem Zeitpunkt ungreifbar und für eine wis­senschaftliche Betrachtung ungeeignet.3

Für die weitere Betrachtung des Wissens im Rahmen dieser Arbeit ist es notwendig Wis­sen gegenüber Daten und Informationen abzugrenzen. Daten entstehen durch eine sinn­hafte Zusammensetzung, also Kodierung von Zeichen. Sie können etwa aus Beobachtun­gen oder Messungen gewonnen werden.4 Durch die Zuschreibung eines Bedeutungskon­textes werden aus Daten Informationen. Wissen entsteht dadurch, dass unterschiedliche Informationen handlungsorientiert kombiniert werden. Im Gegensatz zu den Daten selbst ist Wissen stets subjektbezogen, da es im Denken des Menschen verankert ist und sich erst dort in einem individuellen Prozess in Handlungen manifestiert.5 Um diese Abgren­zung zu versinnbildlichen folgt ein Beispiel: .9011 stellt zunächst eine schiere Zeichen­folge dar. Ordnet man die Zeichen in eine sinnhafte Zusammensetzung an, etwa als 09.11, so entstehen Daten, in diesem Fall eine Datumsangabe. Der subjektive Erfahrungshori­zont bettet dieses Datum in einen Bedeutungskontext ein, so dass sich dieses Datum für einen Deutschen Leser etwa als Tag des Mauerfalls in Berlin am 09.11.1989 darstellt. Für ein anderes Individuum aus unterschiedlicher z.B. kultureller Prägung kann sich jedoch auch ein anderer Kontext ergeben, da die Daten bspw. für einen Amerikanischen Leser den elften Tag des neunten Monats ergeben und in seinem Bedeutungskontext womöglich den Terroranschlägen des elften Septembers 2001 in New York referieren. Wissen ent­steht also als eine Kombination unterschiedlicher Informationen, die in einem Unterneh­men bestmöglich handlungsorientiert verknüpft werden.6

Eine für das Wissensmanagement bedeutsame Unterscheidung ist die zwischen explizi­tem und implizitem Wissen, die auf Michael Polanyi zurückgeht. Explizites Wissen ist bewusst verankert und verfügbar und somit dazu geeignet, artikuliert, transformiert und schließlich archiviert zu werden. Es lässt sich zugänglich machen und ist nicht an Perso­nen gebunden. Polanyi nutzt ein Eisberg Modell um zu verdeutlichen, dass ein Indivi­duum oftmals mehr zu Wissen vermag als es fähig ist auszudrücken. Der Anteil des ex­pliziten Wissens ist somit nur die Spitze des Eisbergs.7 Implizites Wissen hingegen ist objektiv nicht erkennbar, unbewusst vorhanden und durch Erfahrungen und Intuitionen des Individuums geprägt. Auf Grund seiner personenbezogenen Natur ist es nicht doku­mentierbar und nur schwer zugänglich.8 Die Fähigkeit Fahrrad zu fahren ist ein Beispiel impliziten Wissens. Es ist kaum möglich zu vermitteln wie genau es funktioniert, da das Wissen um das Halten der Balance implizit verankert und kaum in Worte zu fassen ist.9

2.2 Prozess des Wissensmanagements

Das WM in Unternehmen verfolgt das Ziel, die Leistungsfähigkeit der Geschäftsprozesse zu verbessern, um schließlich der Erreichung der Unternehmensziele wie bspw. der Kre­ierung und Durchsetzung von Wettbewerbsvorteilen zu dienen. Um dieses Ziel zu errei­chen, umschließt WM bereichsumfassend alle Methoden, Verfahren und Werkzeuge die zu der eben beschriebenen Steigerung der Leistungsfähigkeit beitragen.10 Um diese Pro­zesse im Unternehmen darzustellen bedarf es einer Methode, die im Bereich des Wis­sensmanagements vielfältig in der Literatur vertreten sind. Die Modelle konzentrieren sich auf verschiedene Bereiche des WM, wie den Wissenserwerb oder dessen Dokumen­tation. In dieser Arbeit soll auf Grund des begrenzten Umfangs im Folgenden auf ein empirisch erprobtes Modell des WM eingegangen werden.

[...]


1 Vgl. Kaur, V., Knowledge, 2019, S. 29.

2 Vgl. Schlick, C., Mütze-Niewöhner, S., Köttendorf, N., Zukunftsorientierte Unternehmensstrategien, 2009, S. 43.

3 Vgl. Schreyögg, G., Geiger, D., Neuorientierung im Wissensmanagement, 2003, S. 5.

4 Vgl. Rehäuser, J., Krcmar, H., Wissensmanagement in Unternehmen, 1996, S. 4.

5 Vgl. North, K., Wissensorientierte Unternehmensführung, 2016, S. 36f.

6 Vgl. Probst, G., Geussen, A., Wissensziele, 1997, S. 6ff.

7 Vgl. Polanyi, M., Implizites Wissen, 1985, S. 14.

8 Vgl. Prange, C., Wissensmanagement, 2002, S.27.

9 Vgl. Polanyi, M., Implizites Wissen, 1985, S. 141.

10 Vgl. Mertins, K., Kohl, I., Orth, R., Referenzmodell für Wissensmanagement, 2016, S. 32.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Wissensmanagement im Unternehmen. Erfahrungswissen effektiv als Ressource nutzen
Hochschule
FOM Essen, Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Hochschulleitung Essen früher Fachhochschule
Veranstaltung
Wissens- & Informationsmanagement
Note
2,0
Jahr
2020
Seiten
22
Katalognummer
V963122
ISBN (eBook)
9783346312884
ISBN (Buch)
9783346312891
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wissens- & Informationsmanagement Wissensmanagement Erfahrungswissen Intangiles Wissen Wissenstransfer, Implizites Wissen Explizites Wissen
Arbeit zitieren
Anonym, 2020, Wissensmanagement im Unternehmen. Erfahrungswissen effektiv als Ressource nutzen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/963122

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