In der Arbeit soll Chrétiens "Erec et Enide" sprachwissenschaftlich analysiert werden, wobei anfangs erst einmal Probleme der Übersetzung und phonologische Auffälligkeiten bei der Transkription des entsprechenden Textabschnitts ins Zentrum des Interesses rücken werden. Dazu gehören Vokale, Konsonanten und Nasale. Es soll der Frage nachgegangen werden, was konkret im Neufranzösischen übrigbleibt. Die sprachwissenschaftliche Untersuchung beschränkt sich jedoch auf eine kurze Textpassage, in der die Morphosyntax mit der Stammabstufung der Nomen und Verben und dem Artikelsystem mit dem bestimmten als auch unbestimmten Artikel untersucht werden sollen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Probleme bei der Übersetzung
3 Phonologische Auffälligkeiten bei der Transkription des Textabschnitts
3.1 Die Transkription
3.2 Vokale, Konsonanten und Nasale – Was bleibt im Neufranzösischen übrig?
4 Sprachwissenschaftlicher Kommentar
4.1 Die historische Entwicklung zum Altfranzösischen im Allgemeinen
4.2 Morphosyntaktische Phänomene
4.2.1 Das (Zwei)kasussystem
4.2.2 Die Stammabstufung
4.2.3 Das Artikelsystem
5 Fazit mit Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, einen ausgewählten Textabschnitt aus Chrétien de Troyes’ „Erec et Enide“ einer detaillierten sprachwissenschaftlichen Analyse zu unterziehen, um dabei insbesondere die morphosyntaktischen Strukturen und phonologischen Entwicklungen vom Altfranzösischen zum Neufranzösischen zu beleuchten.
- Phonologische Analyse von Vokalen, Konsonanten und Nasalen
- Untersuchung der historischen Entwicklung des Altfranzösischen
- Morphosyntaktische Analyse der Stammabstufung bei Nomen und Verben
- Systematik und Entstehung der altfranzösischen Artikel
- Analyse der Übersetzungsproblematik literarischer Texte
Auszug aus dem Buch
3.2 Vokale, Konsonanten und Nasale – Was bleibt im Neufranzösischen übrig?
In diesem Kapitel werden Vokale, Konsonanten und Nasale genauer untersucht. Ernst Ulrich Große stellt in Bezug auf die Nasale fest (vgl. Große 1975: 31), dass im Altfranzösischen sämtliche Vokale vor m und n nasaliert werden, also dem folgenden Nasallaut partiell angeglichen werden. Dabei entstehen Laute, die es im Neufranzösischen nicht mehr gibt: Ĩ. Hier soll auch anhand von anderen Beispielen der Frage nachgegangen werden, was im Neufranzösischen noch übrig bleibt.
Zum Verhältnis von Lautung (Aussprache) und Graphie ist zu bemerken, dass zwischen beiden eine gewisse Diskrepanz vorherrscht. Im Altfranzösischen liegt die Betonung bei den Wörtern. Über Reime findet man die Aussprache heraus. Gerade die phonetische Realisation ist zeitlich gesehen älter, denn sie ist schon in früheren Sprachstufen anzutreffen. Für die mittelalterlichen Autoren stellte sich das Problem, auf der Basis des lateinischen Alphabets dem altfranzösischen Lautstand schriftlich Ausdruck zu geben, wobei sie auf keine volkssprachliche Schreibtradition zurückgreifen konnten. Dies erklärt die Vielfalt der Schreibungen für einzelne Laute und Wörter, zumal die „dialektale Zersplitterung“ (Wolf/ Hupka 1981: 35) erschwerend hinzukam.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Epoche des Altfranzösischen ein, stellt den Versroman „Erec et Enide“ vor und definiert den Rahmen der sprachwissenschaftlichen Analyse.
2 Probleme bei der Übersetzung: Dieses Kapitel präsentiert den zu untersuchenden Originaltext und erörtert die Herausforderungen der Übersetzung unter Berücksichtigung hermeneutischer Ansätze.
3 Phonologische Auffälligkeiten bei der Transkription des Textabschnitts: Hier erfolgt eine phonologische Transkription des Textausschnitts sowie eine Untersuchung der Entwicklung von Vokalen und Nasalen.
4 Sprachwissenschaftlicher Kommentar: Dieses Kapitel bietet einen historischen Abriss zum Altfranzösischen und eine detaillierte Analyse der Morphosyntax, inklusive Kasussystem, Stammabstufung und Artikelsystem.
5 Fazit mit Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel resümiert die Ergebnisse der Analyse und diskutiert die Bedeutung der stammabstufenden Formen als zentrales Charakteristikum des Altfranzösischen.
Schlüsselwörter
Altfranzösisch, Erec et Enide, Morphosyntax, Stammabstufung, Zweikasussystem, Vulgärlatein, Sprachgeschichte, Artikelsystem, Phonologie, Nasalierung, Übersetzungswissenschaft, Pro-Drop-Sprache, Chrétien de Troyes, historische Linguistik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert sprachwissenschaftlich einen Abschnitt aus Chrétien de Troyes’ Werk „Erec et Enide“ hinsichtlich phonologischer und morphosyntaktischer Phänomene.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Untersuchung konzentriert sich auf die historische Entwicklung des Altfranzösischen, das Zweikasussystem, die Stammabstufung bei Verben und Nomen sowie das Entstehen des Artikelsystems.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich sprachliche Elemente vom Altfranzösischen bis zum Neufranzösischen entwickelt haben und welche Reste oder Veränderungen in der Morphologie bestehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin kombiniert eine textnahe Übersetzung mit einer historisch-deskriptiven sprachwissenschaftlichen Analyse unter Einbeziehung linguistischer Standardwerke.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine phonologische Untersuchung, einen historischen Kontext und eine detaillierte morphosyntaktische Analyse, inklusive der Deklination und des Gebrauchs von Artikeln.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Altfranzösisch, Stammabstufung, Zweikasussystem, Sprachwandel und historische Morphologie.
Warum ist das Altfranzösische laut der Arbeit eine Pro-Drop-Sprache?
Die Arbeit stellt fest, dass das Altfranzösische Subjektpronomina auslassen kann (Nullsubjektsprache), da die Verbendung die Person und den Numerus hinreichend markiert.
Welche Rolle spielt die Stammabstufung für Verben?
Die Stammabstufung bei Verben entstand durch wechselnde Betonungsverhältnisse (haupttonig vs. nebentonig), die im Laufe der Entwicklung zu lautgeschichtlichen Veränderungen führte.
Wie unterscheidet sich der Artikelgebrauch im Altfranzösischen?
Der Artikel entwickelte sich aus Demonstrativpronomen; im Altfranzösischen ist er oft noch stark mit einer Hinweisfunktion verknüpft und wird bei Abstrakta oder Eigennamen meist weggelassen.
- Arbeit zitieren
- Elisabeth Monika Hartmann (Autor:in), 2017, "Erec et Enide" von Chrétiens de Troyes. Phonologische und sprachwissenschaftliche Auffälligkeiten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/963461