Die Reproduktion sozialer Macht


Seminararbeit, 1998

24 Seiten, Note: 1,7


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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Pierre Bourdieu
2.1. Lebenslauf
2.2. Gesellschaftlicher Kontext

3. Erläuterung der wichtigsten Theorien
3.1. Kurze Einführung
3.2. Kapital
3.2.1. Dasökonomische Kapital
3.2.2. Das kulturelle Kapital
3.2.2.1.Das kulturelle Kapital in objektiviertem Zustand
3.2.2.2. Das kulturelle Kapital in inkorporiertem Zustand
3.2.2.3.Das institutionalisierte kulturelle Kapital
3.2.3. Das soziale Kapital
3.2.4. Das symbolische Kapital
3.3. Der soziale Raum
3.4. Habitus
3.4.1. Literarische Bedeutung des Habitus
3.4.2. Was ist der Habitus?
3.4.3. Der Klassenhabitus

5. Die Reproduktion sozialer Macht

4.1. Grundlagen
4.1.1. Soziale Macht
4.1.2. Was heißt Reproduktion?
4.2. Die Reproduktion sozialer Macht und die Reproduktionsstrategien
4.2.1. Einführung
4.2.2. Der Wandel der Reproduktionsmodi der Unternehmer
4.2.3. Reproduktion in absteigenden Klassen
4.2.3.1. Allgemeines
4.2.3.2. Reproduktion im Handel, Handwerk und Kleinunternehmen
4.2.3.3. Reproduktion bei den Bauern
4.3. Abschließendes

5. Anhang

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Das Thema dieser Hausarbeit ist die `Reproduktion sozialer Macht'. Hierbei spielen die Reproduktionsstrategien eine besondere Rolle. Auf die Reproduktionsstrategie `Bildung' wird genauer eingegangen. Dabei wird anhand von drei unterschiedlichen Klassen, denen allerdings gemeinsam ist, daß sie materiellen Besitz zu vererben haben, versucht werden darzustellen, wieso die Bildung die direkte Vererbung als wichtigste Reproduktionsstrategie überholt hat.

Da die Reproduktion sozialer Macht hauptsächlich von dem französischen Soziologen Pierre Bourdieu behandelt wird, wird dieser zuerst vorgestellt werden. Des weiteren einige seiner theoretischen Werkzeuge, ohne die sich dies Thema nicht bearbeiten ließe.

2. Pierre Bourdieu

2.1. Lebenslauf

Pierre Bourdieu wurde am 01. August 1930 in der bäuerlichen Pyrenäenregion Béarn geboren.. Er studierte an der Faculté des Lettres und an der École Normale Superior in Paris. 1954 erhielt er die Agrégation in Philosophie. Danach arbeitete er als Philosophielehrer und fuhr dann 1958 nach Algier um dort an der Faculté des Lettres zu arbeiten. Hier entstanden seine ersten Arbeiten. Diese sind hauptsächlich ethnologischer Art. Er untersuchte bei den Kabylen, einem Berberstamm im Norden Algeriens, die Verwandtschaftsverhältnisse, die Rituale beim Gabentausch, die Zeiterfahrung, die symbolischen Machtverhältnisse u.ä. .

Wieder in Paris, Anfang der sechziger Jahre, machte er seine ersten soziologischen Untersuchungen über das französische Bildungssystem ,,und dessen Rolle bei der Reproduktion gesellschaftlicher Klassenverhältnisse".(Schwingel, M.: 1995, S.8) Mittlerweile umfaßt sein Werk ungefähr dreißig Bücher, über 200 Aufsätze und etliche Interviews. Hierbei ist neben der Größe v.a. die Vielfalt der von ihm bearbeiteten Themen beeindruckend. So beschäftigte er sich, wie schon genannt, mit dem französischen

Bildungssystem, der Kunst und der Kunstrezeption, einer selbstreflexiven Soziologie, und mit so unterschiedlichen Themen, wie Sprach-, Politik-, Religions-, Rechts-, und Kunstsoziologie, die Soziologie der Bürokratie, der Geschlechter- und Generationenverhältnisse, des Sports, der Mode, der Meinungsforschung u.v.a.m.(Vgl. Schwingel, M.: 1995 7ff.) Der Frage, der er allerdings immer wieder nachgeht, ist die Frage nach der Produktion gesellschaftlicher Strukturen und das Verhältnis von objektiver Struktur und dem Handeln und Wollen der Subjekte. (Vgl. Krais, B. 1981 S. 11)

Entsprechend der Größe und Vielfalt seines Werkes ist auch seine Bedeutung und seine internationale Anerkennung groß:

,, Star Socologist Pierre Bourdieu ... is the single most cited living Socologist in the world, according to the Social Science Citation Index, and his influence has been felt on a range of disciplines He has contributed to advances in many fields throughout the course of his career, including literature, education, political science and art."( Free, L , 1996)

Des weiteren zeichnete ihn das Centre National de la Recherche Scientifique für sein Gesamtwerk mit der Medaille d'or aus.

Pierre Bourdieu ist Professor am Lehrstuhl für Soziologie am Collège de France in Paris und außerdem Vorsitzender des Zentrums für europäische Soziologie.

2.2. Gesellschaftlicher Kontext

,,Selbst hinsichtlich der unscheinbarsten Dinge des täglichen Lebens bilden wir keine einheitliche Substanz heraus, die für alle die gleiche ist, so daß jeder nur davon Kenntnis zu nehmen braucht wie von einem Frachtbrief oder einem Testament: unser Persönlichkeit innerhalb der Gesellschaft ist eine geistige Schöpfung der andern." (Proust, M., 1981, S.29)

Es ist deswegen wichtig etwas über den gesellschaftlichen Kontext zu erfahren, da man so einen tieferen Einblick in das Werk eines Autors bekommt und vor voreiligen Urteilen und Mißverständnissen besser gefeit ist. Man könnte auch sagen, es ist wichtig den Habitus eines Autors, oder hier der Habitus der französischen Intellektuellen, kennenzulernen (siehe auch 3.3.3.).

Da Pierre Bourdieu ein französischer Soziologe ist, muß an dieser Stelle etwas über die Besonderheiten der französischen Soziologie gesagt werden, da es einige Unterschiede zur Deutschen gibt.

Das Erste, was hier zu nennen wäre ist der übermächtige Einfluß Durkheims auf die französische Soziologie (siehe auch Anhang).

Charakteristisch ist die starke Konkurrenz zu Philosophie, die in Frankreich eine übergeordnete Stellung im Vergleich zu Soziologie einnimmt. Diese starke Konkurrenz, auch als ,,Frontstellung" (Vgl. Schwingel, 1995, S. 23) beschrieben, wird auch dadurch deutlich, daß sich die Philosophen immer wieder in soziologische Fragestellungen einmischten (z.B. Bergson, Focault), d.h. für sich beanspruchten, eine Erklärung von Gesellschaft geben zu können. Im Gegenzug haben Soziologen (z.B. Durkheim, Bourdieu) philosophische Fragestellungen der Soziologie und ihrer empirischer Methoden zugänglich gemacht.(Vgl.

Schwingel, 1995, S.21ff.) Vor dem Hintergrund dieses Konkurrenzkampfes entschied sich

Bourdieu dann auch ,,die Philosophie um der Sozialwissenschaften willen aufzugeben."(Bourdieu,1988, S. 29)

Des weiteren ist, im Vergleich zu Deutschland, die starke Nähe zur Ethnologie und zur Geschichte zu nennen, ein stärkerer empirischer Bezug, selbst bei stark theoretischen Werken und ein anderes Verständnis von Epistemologie, welche die Wissenschaften auch historisch untersucht, was einen großen Einfluß auf Bourdieu hatte. Außerdem ist noch der Einfluß von Marx zu nennen, der groß ist, da so gut wie kein französischer Soziologe oder Philosoph sich nicht positiv oder negativ mit ihm auseinandersetzt. (Vgl. Schwingel, 1995, S. 24ff.) Bourdieu, speziell, war noch dem Einfluß des Strukturalismus (siehe auch Anhang) sehr stark ausgesetzt. Zum einen da dieser in den sechziger Jahren eine sehr starke Stellung hatte und die Vormachtstellung der Philosophie kurzzeitig brechen konnte, zum anderen da Bourdieu mit ethnologischen Studien anfing, und auf diesem Gebiet Claude Lévi-Strauss als Strukturalist der bedeutendste Mann war. So bezeichnet sich Bourdieu heute wie auch früher als Strukuralist.

Außerdem ist in diesem Zusammenhang noch die politische Arbeit Bourdieus zu erwähnen. Bourdieu ist ein politisch sehr aktiver Mensch, was sich beispielsweise in einer Beratertätigkeit bei der Gewerkschaft C.F.D.T. , oder bei einer Zusammenarbeit mit dem ehemaligen französischen Präsidenten Mitterand, als es um das Bildungssystem ging, belegen läßt. Des weiteren ist er Mitinitiator des internationalen Schriftstellerparlamentes in Straßburg. Auch gibt er etliche Interviews in verschiedenen Tages- und Wochenzeitungen über politische Themen wie die Arbeitslosigkeit oder den Euro.

3. Erläuterung der wichtigsten Theorien

3.1. Kurze Einführung

Bourdieu hat eine Reihe von theoretischen Modellen entwickelt, von denen im folgenden diejenigen, die für diese Arbeit am relevantesten sind, erörtert werden sollen. So wird z.B. die ,,Theorie der Praxis" nicht erläutert werden, um den Rahmen dieser Arbeit nicht zu sprengen, und da sie auch in diesem Zusammenhang nicht unabdingbar ist. Dennoch muß noch darauf hingewiesen werden, daß die verschiedenen Theoriekomponenten Bourdieus voneinander abhängig sind und sich auch wechselseitig definieren, d.h. sie müssen auch immer zusammengedacht werden.

3.2. Kapital

Der Begriff des Kapitals ist für die Arbeiten Bourdieus von zentraler Bedeutung. Im Unterschied zum alltäglichen Sprachgebrauch, der ja mit dem Begriff Kapital ausschließlich ökonomisches Kapital meint, unterscheidet Bourdieu im wesentlichen zwischen vier Arten von Kapital. Als Erklärung dieser Ausdehnung des Kapitalbegriffes auf andere Felder schreibt er:

,,Dieser wirtschaftswissenschaftliche Kapitalbegriff reduziert die Gesamtheit der gesellschaftlichen Austauschverhältnisse auf den bloßen Warenaustausch, der objektiv und subjektiv auf Profitmaximierung ausgerichtet und vom (ökonomischen) Eigennutz geleitet ist. Damit erklärt die Wirtschaftstheorie implizit alle anderen Formen sozialen Austausches zu nicht-ökonomischen, uneigennützigen Beziehungen."(Bourdieu, 1992, S.50f.)

Die Liste der verschiedenen Kapitalsorten ließe sich noch beinahe beliebig differenzieren, so wird bspw. noch zwischen juristischem, politischen oder religiösem Kapital unterschieden. Die vier hier vorgestellten sind aber diejenigen von zentraler Bedeutung.

3.2.1. Dasökonomische Kapital

Hierzu ist eigentlich nicht mehr viel zu sagen, da jeder mit diesem Begriff etwas anfangen kann und weiß, was damit gemeint ist. Dieser unterscheidet sich dann im wesentlichen auch nicht von der Alltagssprache. So rechnet Bourdieu zum ökonomischen Kapital folglich den materiellen Reichtum in seinen unterschiedlichen Ausprägungen. Allgemeiner setzt er voraus, daß das ökonomische Kapital ,,mehr oder weniger direkt in Geld umtauschbar und durch das Eigentumsrecht institutionalisiert ist." (Schwingel, 1995, S.83)

3.2.2. Das kulturelle Kapital

Das kulturelle Kapital stellt sich etwas schwieriger und differenzierter dar. Hier werden drei verschieden Zustände unterschieden.

3.2.2.1. Das kulturelle Kapital in objektiviertem Zustand

Dies meint Bücher, Gemälde, Kunstwerke aber auch Maschinen und technische Instrumente. Kulturelles Kapital in objektiviertem Zustand bedeutet folglich feste, greifbare Gegenstände (= objektiviertem Zustand), die aufgrund einer (unserer) Kultur geschaffen worden sind, oder die Zeugnis über eine (unsere) Kultur abgeben.

Dieses Kapital läßt sich nicht so leicht vom Ökonomischen trennen, da alle (diese) Gegenstände einen Preis haben und somit in Geld umtauschbar sind. Anhand der anderen zwei Arten wird aber die Eigenständigkeit des kulturellen Kapitalbegriffes deutlich.

3.2.2.2. Das kulturelle Kapital in inkorporiertem Zustand

Übersetzt man den lateinischen Begriff inkorporiert ins Deutsche, so erhält man das Wort ,,einverleibt", was die Bedeutung gut trifft. Es sind folglich ,,sämtliche kulturellen Fähigkeiten, Fertigkeiten und Wissensformen, die man durch >>Bildung<< -...- erwerben kann."(Schwingel, 1995, S.84) Diese Bildung ist in einem sehr allgemeinen Sinne gemeint, da hierunter jedes Wissen fällt, daß man einmal gelernt hat, wobei der Wissensvermittler keine Rolle spielt.

Hierunter fällt also sowohl der Autodidakt, der sich beispielsweise selbst das Wissen eines Studienganges aneignet, als auch das Wissen, bei Rot nicht über die Straße zu gehen. Das entscheidende Merkmal dieses Kapitals ist die Körpergebundenheit. Es wurde mit Zeitaufwand gelernt den jedes Individuum selbst investieren mußte, ohne daß die Möglichkeit bestand, jemand anderes mit dieser Aufgabe zu beauftragen.

Ein interessanter Gedankengang ist noch, daß ohne dieses inkorporierte Kulturkapital das objektivierte Kulturkapital auf seinen reinen Materialwert reduziert werden würde, da folglich niemand mehr in der Lage wäre ein Buch zu lesen, oder eine Maschine zu bedienen.(Vgl. Schwingel, 1995, S.85) Man könnte dieses Kapital als notwendige Bedingung für zumindest alle anderen kulturellen Kapitalarten ansehen.

3.2.2.3. Das institutionalisierte kulturelle Kapital

Damit ist die Vergabe eines Bildungstitels durch eine Institution gemeint. Es handelt sich um ein legitimes kulturelles Kapital, da es ein staatlich anerkanntes und geprüftes Wissen ist. Es unterscheidet sich v.a. vom inkorporiertem kulturellen Kapital durch seine Legitimität und seine höhere Transformierbarkeit in ökonomisches Kapital.

Als Beispiel wäre hier der Student zu nennen, der am Ende seines erfolgreichen Studiums die Legitimation in Form eines Titels erhält, anhand dessen seine Berufs- und Gehaltschancen steigen.

3.2.3. Das soziale Kapital

,,Das Sozialkapital ist die Gesamtheit der aktuellen und potentiellen Ressourcen, die mit dem Besitz eines dauerhaften Netzes von mehr oder wenigen institutionalisierten Beziehungen gegenseitigen Kennens oder Anerkennens verbunden sind; oder, anders ausgedrückt, es handelt sich dabei um Ressourcen, die auf der Zugehörigkeit zu einer Gruppe beruhen." (Kreckel, 1983, S.190f.)

Da das soziale Kapital auch über die Zughörigkeit zu einer Gruppe definiert wird, ist es abhängig von ökonomischem, kulturellem und auch symbolischem Kapital, da ohne eine bestimmte Kapitalmenge der Zutritt zu gewissen (v.a. exclusiven) Gruppen verwehrt bleibt. Beim Aufbau und der Reproduktion von Sozialkapital ist des weiteren eine ständige Beziehungsarbeit vonnöten, die meist über Zeit und/oder Geld geleistet wird. D.h. es wird beispielsweise erst ökonomisches Kapital in Sozialkapital umgewandelt, in der Hoffnung die gewonnenen Beziehungen auch zum Vervielfachen des Einsatzes nutzen zu können.(Vgl. Kreckel, 1983, S: 193f)

Mit einer wachsenden Zahl von Gruppenmitgliedern wächst die Notwendigkeit das soziale Kapital auf eine Person, einen Delegierten, zu bündeln. Dieser verfügt dann das gesamte soziale Kapital einer Gruppe und vertritt dieses nach außen.(vgl. Kreckel, 1983, S. 194f')

3.2.4. Das symbolische Kapital

Das symbolische Kapital wird ,,als wahrgenommene und als legitim anerkannte Form der drei vorgenannten Kapitalien (gemeinhin als Prestige, Renommee, usw. bezeichnet)", (Bourdieu, 1985, S.11) verstanden. So ist z.B. das institutionalisierte kulturelle Kapital eine Ausprägung des symbolischen Kapitals, da ein Hochschultitel für ein gewisses Prestige und soziales Ansehen sorgt. Ein Beispiel für die Umwandlung von ökonomischem Kapital in symbolisches Kapital ist, wenn ein vermögender Mensch mit einer großen Spende an eine gemeinnützige Stiftung Anerkennung und Wertschätzung auf sich zieht. Fernseh- und Sportstars besitzen ebenfalls viel symbolisches Kapital.

Abschließend ist hierzu noch zu sagen, daß diese vier Kapitalarten keineswegs in sich geschlossen sind, sondern alle, wie schon angeklungen, ineinander umwandelbar sind. Bourdieu spricht hier vom Wechselkurs zwischen den Kapitalsorten, welcher ein freier, d.h. veränderbarer Kurs ist. (Vgl. Bourdieu 1998, S.51)

3.3. Der soziale Raum

Ein weiteres wichtiges Theoriekonstrukt Bourdieus ist der soziale Raum, der stark mit den Begriffen `soziales Feld' und `Klassen' zusammenhängt, die hier gemeinsam verdeutlicht werden sollen.

Der soziale Raum wird nach den verschiedenen Sorten von Macht und Kapital konstruiert. Er ist dabei in verschiedene Felder aufgeteilt, wobei jedes Feld seine eigene Logik und Hierarchie besitzt. Allerdings ist zu beachten, daß die ökonomische Kapitalsorte, wie auch die eher ökonomischen Felder eine tendenzielle Dominanz besitzen. Die Struktur des sozialen

Raumes ist durch die Art der Verteilung der unterschiedlichen Kapitalarten festgelegt (Vgl. Bourdieu, 1985, S.11 u. S.27).

Der soziale Raum läßt sich meiner Ansicht nach am einfachsten durch folgende Abbildungen verständlich machen:

Abb. 1: Der soziale Raum

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Erklärung der Abbildung 1:

Dieser soziale Raum ist hier zur Vereinfachung in vier angenommene Felder aufgeteilt. Die etwas seltsam anmutende Beschriftung der Felder soll verdeutlichen, daß die Felder willkürlich und je nach der zu untersuchenden Gruppe festgelegt werden. Die Pfeile geben die Richtung der Achsen eines jeden Feldes an. Die horizontalen Achsen die Höhe des Gesamtkapitals, das ein einzelner Akteur zur Verfügung hat, die vertikalen Achsen den Anteil des einzelnen Kapitals in diesem Feld, bezogen auf das Gesamtvolumen. Somit läßt sich jede Position eines Akteurs in diesem Raum festlegen.

In diese Positionierung muß jetzt noch das relative Gewicht der einzelnen Kapitalarten miteinbezogen werden. So hat beispielsweise im Politikfeld das symbolische Kapital ein relativ höheres Gewicht als das ökonomische, während im `Studentenfeld' das kulturelle Kapital ein höheres Gewicht hat als das Ökonomische usw. Diese relative Gewichtung der einzelnen Kapitalsorten ist wichtig, um die Position eines Akteurs richtig einschätzen zu können.

Diese Gewichtung der einzelnen Kapitalsorten ist nicht statisch, sondern befindet sich in einem ständigen Fluß. In jedem Feld findet ein Kampf statt, um die Bedeutung und relative

Gewichtung der einzelnen Kapitalsorten. Denn von dieser Definition der Bedeutung hängt die eigene Position entscheidend ab.

Als Beispiel wäre hier das Unternehmerfeld zu nennen. Dort gab es in den letzten Jahrzehnten eine starke Verschiebung. So hat das ökonomische Kapital mehr und mehr an relativem Gewicht verloren, während das kulturelle Kapital hinzugewonnen hat. ( Vgl. Bourdieu, 1981, S.24)

Zur Verdeutlichung eines Feldes nun Abbildung zwei:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Das Feld der Unternehmer und des gehobenen Managements

Das hier gewählte Beispiel des Feldes der Unternehmer und des gehobenen Managements ist nun in die vier Kapitalarten unterteilt und wird durch diese strukturiert. Die Darstellung des symbolischen Kapitals auf diese Weise, quasi gleich und gleichberechtigt neben den anderen Kapitalsorten ist diskussionswürdig, da es sich ja um eine ,,als wahrgenommene und als legitim anerkannte Form der drei vorgenannten Kapitalien"

(Bourdieu, 1985, S.11) handelt. Es wären also auch andere Darstellungen denkbar, indem man ein Feld beispielsweise durch die drei `eigentlichen' Kapitalsorten strukturiert, und das symbolische Kapital als eine Art Unterbau wirken läßt oder es in die jeweilige Kapitalsorte gleich miteinbezieht. Aus Übersichtlichkeitsgründen, und da diese Abbildung lediglich zeigen soll, das ein soziales Feld strukturiert ist, und daß sich dadurch die absolute Position ablesen läßt, genügt m.E. obige Darstellung.

Es wurde angenommen, daß das kulturelle Kapital innerhalb dieses Feldes das höchste Gewicht besitzt, während den anderen ungefähr das gleiche Gewicht zukommt. Nun kann man die Position eines Akteurs gut festlegen, was hier durch die Punkte geschehen ist. Eine andere Annahme ist, daß A aufgrund einfacheren Zugangs zum Familienbetrieb (durch direktes Einsetzen des Sohnes), weniger kulturelles Kapital besitzt als B, der wahrscheinlich über einen höheren Bildungstitel verfügt. A verfügt allerdings aufgrund des Firmenbesitzes über mehr ökonomisches Kapital als B. Beim symbolischen Kapital wurde davon ausgegangen, daß die Allgemeinheit einem Firmenbesitzer mehr Prestige und Ansehen zukommen läßt als einem Manager. B verfügt wahrscheinlich über mehr soziales Kapital, da er durch seinen Hochschulbesuch, mit eventuellen Auslandserfahrungen, Kontakte zu anderen nachrückenden Spitzenkräften knüpfen konnte, und außerdem beruflich wahrscheinlich eher mit Leuten aus Politik und anderen Unternehmen zusammenkommt.

Verbindet man nun diese einzelnen Positionen miteinander, so erhält man einen Fläche um das Zentrum des Feldes. Je kleiner der Flächeninhalt dieser Fläche ist, desto höher ist die absolute Position des Akteurs in dem jeweiligen Feld.

Zu Klassen schreibt Pierre Bourdieu nun, daß

,,ausgehend von den Stellungen im Raum lassen sich Klassen im Sinne der Logik herauspräparieren, das heißt Ensembles von Akteuren mit ähnlichen Stellungen, und die ähnlichen Konditionen und ähnlichen Konditionierungen unterworfen, aller Voraussicht nach ähnliche Dispositionen und Interessen aufweisen, folglich auch ähnliche Praktiken und politisch-ideologische Positionen."(Bourdieu, 1985, S.12)

Das heißt also nun, daß diejenigen Personen, die zumindest in einem Feld ähnliche Positionen aufweisen, sich am wahrscheinlichsten aufgrund verschiedener Ähnlichkeiten zu einer Klasse zusammenschließen können und werden. Dies schließt allerdings nicht aus, daß sich die Personen, deren Positionen im Raum weit voneinander entfernt sind, nicht zu einer Klasse oder besser zu einer organisierten Interessengemeinschaft zusammenschließen können.

Ein weiterer wichtiger Moment des Klassen- und Positionsbegriffes ist in diesem Modell, daß sich jede Klasse und Position durch ihre Beziehungen zu den anderen Klassen und Positionen definiert. So hat es für Person X, bildlich gesprochen, keine Bedeutung, wenn sie fünf Positionen hochsteigt dies alle anderen aber auch tun. Oder wenn sie ihr kulturelles Kapital verdoppelt und dies jeder macht. Ihre relative (und das ist die entscheidende) Position ist dieselbe geblieben.

Damit ist der soziale Raum ,,ein System objektiver Relationen"(Bourdieu, 1985, S.15)

3.3. Habitus

3.3.1. Literarische Bedeutung des Habitus

Die Theorie des Habitus ist deswegen wichtig, da sie in allen Arbeiten Bourdieus auftaucht. Der Begriff Habitus wird von vielen Philosophen und Soziologen, wie Hegel, Weber, Durkheim und Mauss verwendet. Dabei hat er eine vielschichtige Bedeutung, so läßt er sich mit Anlage, Haltung, Erscheinungsbild, Gewohnheit, Lebensweise übersetzen. Doch die zentrale Stellung, die der Habitus bei Bourdieu erreicht, ist einmalig. Im Folgenden soll nun versucht werden, eine Beschreibung des Habitus zu erreichen, für den es ähnlich dem sozialen Raum und vielen anderen Theoriewerkzeugen Bourdieus keine konkrete Definition gibt, sowie seine Bedeutung für den Klassenbegriff klarzumachen.

3.3.2. Was ist der Habitus?

Die Habitustheorie geht davon aus, daß jede Person gesellschaftlich geprägt ist. Diese Prägung betrifft die Wahrnehmung, das Denken und die Handlung, die nach diesem Sinne schematisiert sind (Dispositionsschema). Die Schemata geben den Akteuren einen sozialen Sinn, der als Orientierungssinn zu verstehen ist, der hilft sich im sozialen Raum und in den einzelnen Feldern zurechtzufinden.

Sie steht also in hartem Widerspruch zu den Lehren vom freien, frei bestimmten und frei handelnden Menschen, wie sie z.B. Sartre vertritt. So sagt Bourdieu auch, daß wir in dreiviertel unserer Handlungen Automaten sind (Vgl. Bourdieu, 1982, S.278).

,,Der Begriff Habitus bezeichnet im Grunde eine recht simple Sache: wer den Habitus einer Person kennt, der spürt oder weiß intuitiv, welches Verhalten dieser Person versperrt ist, Wer z.B. über einen kleinbürgerlichen Habitus verfügt, der hat eben auch, wie Marx einmal sagt: Grenzen seines Hirns, die er nicht überschreiten kann. Deshalb sind für ihn bestimmt Dinge einfach undenkbar, unmöglich, gibt es Sachen, die ihn aufbringen oder schockieren. Aber innerhalb dieser seiner Grenzen ist er durchaus erfinderisch, sind seine Reaktionen keineswegs immer voraussehbar."(Bourdieu, 1989, S. 26f.)

So werden durch den Habitus, der die gesellschaftlichen Strukturen verinnerlicht und in Denk- Erwartungs- und Handlungsstrukturen transformiert hat, die Grenzen der Praktiken festgelegt, während innerhalb dieser Grenzen ein Spielraum für Variationen bereitgestellt wird.

Damit wird der Habitus ein wichtiges Instrument, um soziale Reproduktion zu erklären.

Denn der Habitus wird faktisch von Kindesbeinen an durch die Sozialisation vermittelt, d.h. er ist stark abhängig von der sozialen Position und den allgemeinen Lebensbedingungen der Familie. Durch die Inkorporation des Habitus wird dieser zu etwas völlig Selbstverständlichem und `Natürlichem'. Die im Habitus inkorporierten Strukturen werden so zur zweiten Natur des Menschen. (vgl. Schwingel, 1995 S.62)

,,Dadurch manifestiert sich im Habitus ... , die Liebe zum Schicksal, welche, da sie die gesellschaftliche Not(wendigkeit) zur Tugend macht, die Anerkennung der herrschenden Ordnung zum Ausdruck bringt (Schwingel, 1995, S.62).

Doch der Habitus ist auch ein Produkt der Geschichte, da er bedingt durch die weitere soziale Mobilität seines Akteurs in ständigen Wandel begriffen ist, weil ständig neue Erfahrungen hinzukommen, die das Dispositionsschema verändern (können), wobei den ,,ursprünglichen Erfahrungen" ein ,,besonderes Gewicht" zukommt (Bourdieu, 1987, S.113). Dies ist auch bedingt durch seinen z.T. unbewußten Charakter. So sind einige Elemente des Habitus recht schnell und leicht zu verändern (z.B. Tischmanieren), während andere (z.B. während der Sozialisation vermittelte Denkstrukturen) schwieriger sind.

Andere Elemente des Habitus sind beispielsweise die Art zu reden, wie man sich gibt, die Art des Hobbys, welche Art von Unterhaltung man vorzieht, ob Theater oder Fernsehen, die Art sich anzuziehen, u.v.a.m.

Der Habitus kann aufgrund dieser z.T. offensichtlichen Elemente auch als Erkennungsmerkmal für die einzelnen Klassen benutzt werden.

3.3.3. Der Klassenhabitus

Wie an den Elementen des Habitus versucht worden ist zu verdeutlichen, kann ein Habitus nicht nur Individuen, sondern auch Familien oder ganzen Klassen zugeschrieben werden, da sein Dispositionsschema im wesentlichen von der Position im sozialen Raum abhängt. Denn wenn die Wahrnehmungs-, Denk- und Handlungsschemata von der Sozialstruktur und von der sozialen Positionierung der Familie festgelegt werden, so ist klar, daß ein Kleinbürger ganz andere Dispostionsstrukturen verinnerlicht hat als ein Bauer, als ein Intellektueller etc. Deshalb kann der Habitus auch auf eine Gruppe oder Klasse von Akteuren angewendet werden, die eine ähnliche Position im sozialen Raum einnehmen, aufgrund dessen ähnliche gesellschaftliche Erfahrungen gemacht haben und deswegen ähnliche Dispositionsschemata und folglich einen ähnlichen Habitus besitzen.

Selbstverständlich kann der Habitus als Instrument für die Reproduktion sozialer Macht auch für gesamte Klassen betrachtet werden. So kann z.B. der Satz: ,,Der ist nichts für dich, der ist was besseres", den ein Elternteil zu seiner Tochter sagt, die mit einem Jungen aus den `gehobenen Kreisen' ausgehen will, durchaus als Teil eines habituellen Denkschemas aufgefaßt werden.

4. Die Reproduktion sozialer Macht

4.1. Grundlagen

Im folgenden sollen die zentralen Begriffe `Reproduktion' und `soziale Macht' beschrieben werden. Es erschien mir verständlicher zuerst die `soziale Macht' zu erläutern.

4.1.1. soziale Macht

Soziale Macht oder einfacher Macht wird in Bourdieus Arbeiten nie explizit definiert oder beschrieben. Man könnte sich soziale Macht als ein eigenständiges und übergeordnetes Feld, indem insbesondere der Kampf um die Definitionsmacht ausgetragen wird, vorstellen. Hiervon hängt die Bedeutung der einzelnen Felder, der einzelnen Kapitalsorten und die jeweilige Position im sozialen Raum ab.

Da es im folgenden vorrangig um die Reproduktionsstrategien - und deren Wandel - der besitzenden Klassen geht, soll es in diesem Zusammenhang aber genügen, soziale Macht als Kombination von Gesamtkapital und sozialer Position zu definieren. Je höher die Position und das Gesamtkapital, desto höher ist die soziale Macht.

4.1.2. Was heißt Reproduktion?

Reproduktion wird allgemein übersetzt mit ,,Nachbildung", ,,Vervielfältigung", ,,Fortpflanzung".(Wahrig, 1991, S. 656)

Das Lexikon zur Soziologie findet den Begriff der Wiederherstellung als Übersetzung, was den Sinn in diesem Zusammenhang gut trifft. Allerdings fällt auf, daß er in den soziologischen Lexika, beinahe ausschließlich in ökonomischem Zusammenhang erläutert wird. So wird beispielsweise geschrieben:

,,Reproduktion,.., bezeichnet allgemein die Tatsache, daß jede Gesellschaft im Zuge der Produktion von Gegenständen zur Bedürfnisbefriedigung auch die Ausgangsbedingungen dieser Produktion wiederherstellen muß. Die Wiederherstellung der Ausgangsbedingungen der Produktion beziehen sich einmal auf die R. des Verschleißes der Produktionsmittel, zum anderen auf die R. der Arbeitskraft."(Lexikon zur Soziologie, 1994, S.557)

Um die Arbeitskraft zu reproduzieren, bedarf es allerdings einer Klasse, die sich und ihren sozialen Status durch Fortpflanzung, und die gesellschaftlichen Einflüsse nachbildet und wiederherstellt.

Was meint nun Pierre Bourdieu, wenn er von (sozialer) Reproduktion bzw. den Reproduktionsstrategien spricht? Beate Krais schreibt hierzu: ,,.. die Strategien, mittels deren Individuen in einer sich wandelnden Gesellschaft ihre Position in der Sozialstruktur zu behaupten oder zu verbessern suchen, wobei sie zugleich die Sozialstruktur reproduzieren."(Beate Krais, 1981, S.7) Und dies sei hier gemeint, nämlich die Art und Weise mit der soziale Akteure ihre Position im sozialen Raum verbessern oder verteidigen. Da dabei die Bildung und das Bildungssystem ein Hauptfaktor für die Positionsverteilung sind, liegt im weiteren darauf das Hauptaugenmerk, während andere Reproduktionsinstrumente, wie z.B. das Erbrecht und der Arbeitsmarkt, eher vernachlässigt werden.( Vgl. Bourdieu, 1981 S.23f)

Die Basis dieser Reproduktionsstrategien, die bei der Reproduktion sozialer Macht eine Rolle spielen, ist hier die französische Klassengesellschaft. Sie lassen sich aber auf jede Klassengesellschaft übertragen, die durch ungleich verteilten Besitz und durch ungleich verteilte Mittel um an Besitz zu kommen geprägt ist.

4.2. Die Reproduktion sozialer Macht und die Reproduktionsstrategien

4.2.1.Einführung

Die drei Kapitalarten gelten als Werkzeuge, um seine Position im sozialen Raum verändern oder erhalten zu können. Diese Werkzeuge können so kombiniert werden, um einen optimalen Nutzen und damit die bestmögliche Position erreichen zu können. Allerdings muß ein gewisser Kapitalgrundstock, oder ein Wissen wie diese Werkzeuge zu benutzen sind, vorhanden sein, was bei den besitzlosen Klassen nie im gleichen Umfang wie bei den Besitzenden vorhanden ist. Deswegen wirkt der relativ freie Zugang zu Bildungstiteln der sozialen Ungleichheit auch nicht entgegen, da die besitzenden Klassen in diesem Sinne mehr und bessere Kombinationsmöglichkeiten haben.

Dies läßt sich dadurch verdeutlichen, daß Kinder höherer Klassen wahrscheinlicher eine Hochschule besuchen werden, als Kinder niederer Klassen. So war z.B. 1966 die Wahrscheinlichkeit eines Hochschulbesuchs bei den Bauernkindern bei 8,0%, bei den Selbständigen in Industrie und Handel bei 23,2% und bei den Führungskadern bei 58,7%.(Vgl. Bourdieu, 1971, S.282)

Für die Reproduktion oder Verbesserung seiner sozialen Position gibt es verschiedene Strategien. Diese reichen von den Verhaltensweisen im Umgang mit Geld, mit Macht und Einfluß, mit Bildung, mit der Zeit und der Zukunft bis zu Heirats- und Fortpflanzungsverhalten.(Vgl. Krais, 1981, S.7) Hervorzuheben wäre hier die Einstellung zur Zukunft, da diese die anderen Verhaltensweisen beeinflussen kann, je nachdem wie man selbst seine Zukunft oder die seiner Klasse einschätzt. (siehe hierzu auch Kapitel 4.2.3.1.). Eine ebenfalls herausragende Stellung haben heute die Bildung und der Bildungstitel erhalten.

,,Es sind Auseinandersetzungen um die Definition der sozialen Welt.

Bildungszertifikate, Titel, Berufsbezeichnungen unterstellen Rangordnungen, die den sozialen Raum strukturieren. Sie sind damit von strategischer Bedeutung für die individuellen und kollektiven Anstrengungen um die Sicherung der sozialen Position."(Krais, 1981, S.7)

Des weiteren stehen diese Bildungstitel für die individuellen Ansprüche und Rechte für den Zugang zu höheren Positionen. Man könnte also auch sagen, daß diese Bildungstitel die Verbindungsstelle zwischen Bildungssystem und ökonomischen System sind. (Vgl. Krais, 1981, S.10).

So verwundert es auch nicht, wenn 1990 100% der französischen Wirtschaftsführungskräften die allgemeine Hochschulreife besaßen. In Deutschland sieht das Bild ähnlich aus, hier nur besaßen 5% keine Hochschulreife.( Vgl. Bröcker, 1991, S.93)

Abschließend ist noch etwas über den Habitus und seine Bedeutung für die soziale Mobilität zu sagen. Der Habitus, der von der individuellen sozialen Lage bestimmt wird, legt die

Strategien der sozialen Reproduktion fest und objektiviert diese. Da innerhalb einer Klasse die Personen über einen ähnlichen Habitus und somit auch über ähnliche Reproduktionsstrategien verfügen, sind die individuellen Aufstiege eher selten. Diese bewegen sich meist im Rahmen des Aufstiegs der gesamten Klassen.

Welche Reproduktionsstrategien wenden nun die besitzenden Klassen - hier definiert als Unternehmer, Einzelhändler und Handwerker, Bauern, also diejenigen, die direkt ökonomisches Kapital zu vererben haben, - an?

4.2.2. Der Wandel des Reproduktionsmodus der Unternehmer

Dieser Wandel drückt sich darin aus, daß die Auswahl für die hohen Positionen, wie schon angesprochen, immer mehr auf Bildungstitel beruhen, und nicht wie davor auf direkte Vererbung durch die Familie.

Der Grund für die stark gestiegene Bedeutung von Bildungstiteln liegt in dem Wandel des Unternehmensbereichs, d.h. vom früher eher typischen Familienunternehmen, hin zu Gesellschaften, begleitet von einer Trennung von Eigentümer und Leiter des Unternehmens und einer wachsenden Bürokratisierung. Durch das Größenwachstum der Unternehmen hat sich zum einen die Zahl der hochbezahlten Führungskräfte erhöht, und zum anderen die Art der Bezüge vom Kapitalgewinn zum Gehalt verändert. Bourdieu geht nun davon aus, daß ,,die Führungskräfte, die ihr Gehalt vom Unternehmerprofit abzweigen können .. durch ihr gruppenspezifisches Eigeninteresse motiviert sind, für ein weiteres Wachstum des Unternehmens und damit seines Verwaltungsapparats (und also wieder der Zahl der Führungskräfte) zu sorgen."(Bourdieu, 1981, S.37)

Doch nicht nur die Größe der Unternehmen hat sich erhöht, sondern auch die Beziehungen der Unternehmen mit anderen Bereichen, z.B. dem Staat oder anderen Unternehmen sind stärker geworden (Stichwort Globalisierung). Für die Knotenpunkte an den Beziehungsnetzen werden Leute mit neueren (damit sind hier die juristischen, politischen und wirtschaftlichen Abschlüsse gemeint, die allem Anschein nach einen Bedeutungszuwachs gegenüber den technisch-naturwissenschaftlichen und den altsprachlich-humanistischen Abschlüssen, erfahren haben) Bildungstiteln bevorzugt rekrutiert.

Diese Strukturveränderungen führten auch dazu, daß Familienvermögen in Teilen als

Bildungskapital vererbt wird, z.B. in der Form, daß man seinen Kinder ein Hochschulstudium oder den Besuch einer Eliteschule finanziell ermöglicht. Es wird hier also zuerst einmal ökonomisches Kapital in kulturelles Kapital transformiert, da es selbst dem Besitzer eines Familienunternehmens als nahezu unmöglich erscheint seinen Kindern die Leitung des

Unternehmens ohne Bildungsabschluß zu ermöglichen. In diesem Zusammenhang paßt ein sozialkritischer Satz Bourdieus recht gut:

,,Wer aus den Klassenfraktionen ohne eigenen Kapitalbesitz kommt, ..., für den zahlt sich im Gehalt einzig und allein das Bildungskapital aus,...Daher bemißt sich ... das Gehalt tendenziell nach dem Bildungstitel selbst, ... und [der] somit den Tauschwert für die Umwandlung in ökonomisches Kapital bestimmt. Ganz anders ist die Lage, wenn sein Inhaber zusätzlich noch ökonomisches und /oder soziales Kapital besitzt, ...: Hier ist das Gehalt in seiner Höhe relativ unabhängig vom Bildungstitel des Betreffenden, ..., denn es ist tendenziell nichts anderes als eine verschleierte Form der Profitabschöpfung."(Bourdieu, 1981, S.49f.)

Die Wandlungen im Unternehmensbereich führten zu einer Änderung der

Reproduktionsstrategie der führenden sozialen Klasse, aber nicht zu einer Neuverteilung der Karten im Kampf um die besten Plätze. Mit anderen Worten, das Bildungssystem hat hier einen stabilisierenden Effekt und führt nicht zur Verringerung der sozialen Ungleichheit. Es ist zwar allgemein richtig, daß die unabhängige Instanz Bildungswesen die direkte familiäre Reproduktion ersetzt, aber da die herrschende Klasse durch direkt vererbtes Bildungskapital und auf Beziehungen beruhendes soziales Kapital dennoch Vorteile besitzt, die sich statistisch betrachtet auch auszahlen, auch wenn einige Familienmitglieder, die an der Schule scheitern, `geopfert' werden müssen.

4.2.3. Reproduktion in absteigenden Klassen

4.2.3.1. Allgemeines

Wie oben schon angedeutet spielt der Umgang mit Zukunft eine wichtige Rolle in der Wahl der Reproduktionsstrategien. Es gibt im Groben zwei Faktoren, welche die Ansicht über die Zukunft beeinflussen: a) wie man subjektiv die Zukunftschancen seiner Position und Klasse einschätzt und b) wie man die Chance bewertet unter den gegebenen Bedingungen die gewünschte Position erreichen zu können. V.a. die Taxierung der Zukunftschancen wird durch Wirtschaftsprognosen u.ä., erheblich beeinflußt. Werden die eigenen Zukunftsaussichten eher negativ eingeschätzt, so wird versucht werden seine Reproduktionsstrategie zu wechseln und eher auf Umwandlung zu setzen. Das kann dann soweit führen, daß es nicht mehr als das erstrebenswerte Ziel erscheint die soziale Position zu reproduzieren, sondern man weicht womöglich auf andere Felder aus.

,,Die Erziehungs- und Bildungsentscheidungen für die Kinder (und insbesondere die Berufswahl) haben den Charakter einer Spekulation, ähnlich der Anlage eines Wertpapiervermögens, und zwar einer langfristigen Spekulation, die alle Zukunftshoffnungen- und -einschätzungen der Klasse zum Ausdruck bringen kann."(Bourdieu, 1981, S.60)

Über die Bedeutung der Wirtschaftprognosen für die objektiven Chancen einer Klasse schreibt Bourdieu : So kann also ,,Die Prognose ... als rationale Form der Prophezeiung selbst das Eintreten der prophezeiten Zukunft fördern. Ohne jeden Zweifel dienen die Wirtschaftsinformationen -...- objektiv den Interessen der Herrschenden, indem sie vermittels der Dialektik von objektivem und Subjektivem dazu beitragen, daß das veröffentlichte auch wahr wird. Demoraliserung ist nichts anderes als eine self-fulfilling prophecy." (Bourdieu, 1981, S.61)

Eine sich im Niedergang befindliche Klasse hat prinzipiell zwei Möglichkeiten. Sie kann sich zum einen auflösen, ihre wirtschaftliche Selbstaufgabe zelebrieren oder sie kann sich mobilisieren und durch gemeinsame Bemühungen, z.B. durch sinnvolles Umwandeln der eigenen Struktur, versuchen, dem prophezeiten Schicksal zu entgehen.

,,Was Flucht und Mobilisierung letztlich scheidet, ist die Frage, ob die Gruppe die symbolischen Instrumente besitzt oder nicht, mit deren Hilfe sie der Krise Herr werden kann,"(Bourdieu, 1981, S.61)

Eine Gruppe die eher den Weg der Flucht gewählt hat, ist die der Bauern, eher den der Mobilisierung gewählt haben die Kleinunternehmer, der Einzelhandel, und die Handwerker.

4.2.3.2. Reproduktionsstrategien der Kleinunternehmer im Handel und Handwerk

Die Krise dieser Kleinunternehmen wurde durch den Strukturwandel der Unternehmen herbeigeführt. So leidet der Einzelhandel ebenso am Aufkommen der Supermärkte wie das traditionelle Handwerk. Trotzdem blieb die Klassengröße zwischen 1950 und 1968 relativ stabil. Setzt man die Gesamtheit der Unternehmer im Handel und Gewerbe 1950 gleich 100 so blieben 1968 noch 86 übrig.(Vgl. Bourdieu, 1981, Tab.7, S.55) Folglich wußte diese Gruppe sich selbst zu helfen, indem sie einen Strukturwandel innerhalb der Berufsgruppe vollzog. Bourdieu schreibt hierzu:

,,Folglich ist die Selbstbehauptung der Gruppe in diesem Fall Ergebnis einer Arbeit dieser Gruppe an sich selbst oder wiederum einer Umwandlung, und zwar handelt es sich um eine Umwandlung an Ort und Stelle..."(Bourdieu, 1981, S.56)

Diese Berufsgruppe glich den Rückgang, der v.a. die Lebensmittel- und Modebranche betraf, durch Zuwächse in anderen Bereichen, wie der Sport-, Freizeit-, Kultur- oder Hausratsbranche aus. Entsprechendes gilt für die Handwerker, die das traditionelle Handwerk mehr und mehr durch das Kunst- und Luxuswarenhandwerk ersetzen.

Durch die eingetretene Spezialisierung und Besetzung von Nischen gab es auch hier einen Bedeutungszuwachs des kulturellen Kapitals. Denn man benötigt durchaus mehr Bildung um einen Buchladen zu führen, als man beispielsweise benötigt, um Waschmittel zu verkaufen. Und beim Kunst- und Luxuswarenhandwerk, das seine Kundschaft hauptsächlich in den oberen Schichten sucht, ist das Auftreten des Handwerkers, die Einrichtung seines Ladens und damit sein Habitus mindestens ebenso wichtig wie Qualität und Preis der Ware. Bourdieu gibt diesem neuen Typus von Handwerk und Handel die Bedeutung einer ,,Auffangstellung für die im Bildungswesen eliminierten Sprößlinge der herrschenden Klasse."(Bourdieu, 1981, S.58)

Es hat also den Anschein, ,,als begünstigten die Marktexpansion bei den Gütern symbolischer Art ... diejenigen Selbständigenbetriebe, die vor allem auf kulturellen Kapitalbesitz gegründet sind, während die hauptsächlich auf ökonomischem Kapital beruhenden Selbständigenbetriebe ins Hintertreffen geraten, weil sie für die .. Binnenkonkurrenz viel anfälliger sind."(Bourdieu, 1981, S.57)

Diese Gruppen haben es trotz aller Schwierigkeiten geschafft ihre Position im sozialen Raum zu reproduzieren. Sie haben auf die veränderte Situation mit einer varierten Reproduktionsstrategie, z.B. mit dem erhöhtem Einsatz von kulturellem Kapital reagiert. Ganz anders hingegen die Bauern.

4.2.3.3. Die Reproduktion bei den Bauern

Die bäuerliche Klasse leidet objektiv unter einer ständigen Verringerung der Klassengröße. ,,Eben weil sie ihre Klassenzukunft - das heißt das vom städtischen Bürgertum entworfene Bild ihrer Zukunft und ihnen zugedachte Schicksal - verinnerlicht haben, kommen die Bauern zu Handlungen, die ihre Reproduktion als Klasse tendenziell bedrohen."(Bourdieu, 1981, S.62)

Diese Handlungen sind Landflucht, Sekundarschulerziehung und die Verheiratung der Töchter mit den Städtern. Gerade an den Heiratspraktiken kann man sich schön die Unsicherheit und Zukunftsangst, die diese besitzende Klasse verinnerlicht hat, verständlich machen. So heiraten die Söhne Bauerntöchter , während die Frauen einen Städter bevorzugen. Dies hat natürlich zur Folge, daß viele Frauen in die Städte abwandern und die Männer als Junggesellen sitzenbleiben. Daraus ergeben sich in erster Linie biologische Reproduktionsprobleme.

So trägt diese Klasse zu der Abwertung, die sie von außen erfahren hat, noch selbst bei und verstärkt diese.

Diese Entwicklung wird vom Bildungssystem noch verstärkt und beschleunigt. Denn durch die Schule lernen die Kinder andere Werte kennen, nehmen am städtischen Leben teil, haben die Chance auf einen Arbeitsplatz und damit auf frühere Unabhängigkeit. Die Frauen lernen dort ihren möglichen zukünftigen Ehepartner kennen, den sie dann heiraten und zu dem sie in die Stadt ziehen. Den Männern, die nach der Schulerziehung wieder auf den Hof kommen, fällt natürlich die Umstellung auf die bäuerliche Zeiteinteilung und den Lebensrhythmus, so wie auf die bäuerlichen Werte, schwer.

Die Frage, warum die Bauern ihre Kinder überhaupt auf eine höhere Schule schicken, wenn sie solche negativen Auswirkungen auf die (soziale) Reproduktion hat, läßt sich ebenso mit dem innerlichen Zwiespalt begründen, aus dem auch das Heiratsverhalten resultiert. Bourdieu vertritt nun die These, daß diese Entwicklung auch wirtschaftspolitisch gesteuert war, indem die Verbreitung des Schulbesuchs, auch in stark ländlichen Regionen, dazu beigetragen hat, ,,den Aufstand der Entwurzelten zu verhüten, indem es den objektiven Bankrott in eine Impulsfigur und die Proletarisierung in einen Aufstieg verwandelt hat und den Jugendlichen, denen die traditionellen Tätigkeiten nun versperrt waren, zwar keine Arbeit oder Beschäftigungsgarantie, aber wenigstens eine zeitweilige Beschäftigung verschafft hat."(Bourdieu, 1981, S.68)

Tatsache ist jedenfalls, daß die Verringerung der Anzahl der Bauern, von 1950 = 100 zu 1968 = 62, (Vgl. Bourdieu, 1981, Tab.7, S.55) zu einem Konzentrationsprozeß geführt hat, der mit einer steigenden Höhe der Betriebsgröße verbunden war, so daß man heutzutage eigentlich nicht mehr vom Bauern spricht, sondern vom Besitzer eines landwirtschaftlichen Industriebetriebes. Diese Klasse hat sich faktisch aufgelöst. Auch wenn m.E. aktuell einige Anzeichen darauf hinweisen, z.B. vermehrte Nachfrage nach Öko- und Bioprodukten und eine leicht positive Veränderung der allgemeinen Meinung, daß hier wieder eine gegenläufige Entwicklung begonnen hat.

4.3. Abschließendes

Auffallend ist die durch alle Klassen durchgehende gewachsene Bedeutung des kulturellen Kapitals und damit auch der Bildungstitel. Auch die Familien, die wirtschaftlichen Besitz zu vererben haben und die Vererbung früher als wichtigste Reproduktionsstrategie genutzt haben, haben als Bedingung für die herrschenden Positionen, den Bildungstitel. Dadurch daß die Leute aus den Klassen, die früher so gut wie nie einen Bildungstitel angestrebt haben, das höhere Bildungssystem heute öfter nutzen, entsteht für diejenigen Klassen, die früher schon Bildungstitel besessen haben, ein Zwang, einen noch höheren Abschluß zu machen. ,,Damit wird der Bildungsmarkt zu einem Hauptschlachtfeld im Klassenkampf"(Bourdieu, 1981, S.68), was zwangsläufig zu einer Titelinflation führt.

Aus dieser Entwicklung heraus ist jede Klasse, sofern sie sich reproduzieren will, gezwungen, ihr kulturelles Kapital zu erhöhen und gegebenenfalls ökonomisches dafür einzutauschen. Als wichtig scheint mir noch zu erwähnen, daß selbst wenn sich die Bedeutung und die Verteilung der einzelnen Kapitalarten und auch die Reproduktionsmechanismen ändern, dies nicht zwangsläufig bedeuten muß und wohl auch in den seltensten Fällen bedeutet, daß sich etwas an der beherrschenden oder beherrschten Position seiner selbst oder seiner Gruppe ändert, sofern man diese Entwicklung nicht verschläft.

5. Anhang

Èmile Durkheim: Zu den Ähnlichkeiten Bourdieus mit Durkheim, vor allem in seinem Ansatz schreibt Hans-Peter Müller: ,,Ähnlich wie Durkheim läßt sich Bourdieu auf alle virulenten theoretischen und erkenntnistheoretischen Dilemmata ein: Subjektphilosophie versus Philosophie ohne Subjekt, Individualismus versus Kollektivismus, Subjektivismus versus Objektivismus etc. Und gleich Durkheim engagiert sich Bourdieu in allen diesen Debatten, um die unversöhnlichen und doch komplementären Positionen mit soziologischen Mitteln konstruktiv zu überwinden. Ähnlich wie Durkheim schneidet Bourdieu dabei die gegnerischen Positionen so pointiert zu, daß die Urheber ihre eigene Schöpfung - es sei denn als Karikatur - wohl kaum wiedererkennen könnten, Ebenso wie Durkheim schließlich sucht sich Bourdieu die bewahrenswerten Einsichten heraus und weist die unhaltbaren Annahmen zurück, um eine soziologische Synthese zu gewinnen

Doch die Parallelen der beiden französischen Soziologen reichen über die formalen Eigenarten ihrer Argumentationslogik hinaus ..."(Müller, 1992, S.242f.)

Strukturalismus: ,,Dieser Ausdruck bezeichnet eine weit gefächerte und schwer abgrenzbare

Strömung in den Sozialwissenschaften, die sich während der 60er Jahre hauptsächlich, um nicht zu sagen: ausschließlich in Frankreich entwickelt hat."(Boudon/Bourricaud, 1984, S.558)

Entstanden ist der Strukturalismus in der Linguistik. Dort versuchte er v.a. zu zeigen, daß die elementaren Laute der Sprache ein zusammenhängendes System bilden, d.h. es wird versucht die `Struktur' der Sprache zu untersuchen.

Diese neue strukturalistische Methode war eine Gegenbewegung zur früher üblichen beschreibenden Methode. Dieses Analyseverfahren haben dann die anderen

Sozialwissenschaften für sich nutzbar zu machen versucht, was v.a. in der Ethnologie, die früher ebenfalls hauptsächlich deskriptiv arbeitete, für Veränderungen gesorgt hat.

In den Fächern Soziologie und Ökonomie hatte die strukturelle Betrachtungsweise allerdings eine lange Tradition, ohne daß es bewußt war. In der strukturalistischen Soziologie geht es um die Untersuchung der Struktur des Systems, das die Institutionen einer Gesellschaft bilden.(Vgl. Boudon/Bourricaud, 1984, S.558ff.9

6. Literaturverzeichnis

- Boudon; Bourricaud : Soziologische Stichwörter, 2.Auflage, Opladen 1984.

- Bourdieu, P.; Passeron, J-C., Die Illusion der Chancengleichheit, 1.Auflage, Stuttgart 1971.

- Bourdieu, P.; Boltanski, L.; de Saint Martin, M.; Maladier, P., Titel und Stelle. Über die Reproduktion sozialer Macht, Frankfurt am Main 1981.

- Bourdieu, P., Die feinen Unterschiede. Kritik der gesellschaftlichen Urteilskraft, Frankfurt am Main 1982.

- Bourdieu, P., Sozialer Raum und >Klassen<. Lecon sur la lecon. Zwei Vorlesungen, Frankfurt am Main 1985.

- Bourdieu, P., Sozialer Sinn. Kritik der theoretischen Vernunft, Frankfurt am Main 1987.

- Bourdieu, P., Homo academicus, Frankfurt am Main 1988.

- Bourdieu, P. Satz und Gegensatz. Über die Verantwortung der Intellektuellen, Berlin 1989.

- Bourdieu, P., Die verborgenen Mechanismen der Macht, Hamburg 1992.

- Bourdieu, P., Praktische Vernunft, Zur Theorie des Handelns, Frankfurt a. M. 1998.

- Bröcker, H., Managementkarrieren in Europa, Stuttgart 1991.

- Freed, L., Star Sociologist Pierre Bourdieu speaks to Eager Ears, In: The Daily Californian 1996.

- Krais, B., Einleitung, In: Bourdieu a.a.O., 1981.

- Kreckel, R. (Hrsg.), Soziale Welt: Sonderband; 2, Göttingen 1983.

- Lexikon zur Soziologie, Stichwort: Reproduktion, 3.Auflage, Opladen 1994.

- Müller, H.-P., Sozialstruktur und Lebensstile, 1.Auflage, Frankfurt am Main 1992.

- Proust, M., In Swanns Welt, Frankfurt am Main 1981.

- Schwingel, M., Bourdieu zur Einführung, Hamburg 1995.

- Wahrig Fremdwörterlexikon, Stichwort: Reproduktion, 3.Auflage, Gütersloh 1991

24 von 24 Seiten

Details

Titel
Die Reproduktion sozialer Macht
Hochschule
Universität Trier
Veranstaltung
Proseminar: "Arbeit, Organisation und soziale Mobilität"
Note
1,7
Autor
Jahr
1998
Seiten
24
Katalognummer
V96446
Dateigröße
516 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Reproduktion, Macht, Proseminar, Arbeit, Organisation, Mobilität
Arbeit zitieren
Markus Hohnecker (Autor), 1998, Die Reproduktion sozialer Macht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/96446

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