Thema Gewalt Schwerpunkt: Erklärungsansätze / Theorien


Seminararbeit, 2000

26 Seiten, Note: gut bestanden


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Inhaltsverzeichnis

1 Problembeschreibung, Fragestellung und Vorgehen
1.1 Einleitung
1.2 Fragestellung
1.3 Zielsetzung und Vorgehensweise

2 Was sind Gewalt und Aggression Definitionen: Selbstbehauptung, Aggression und Gewalt
2.1 Selbstbehauptung
2.2 Aggression
2.2.1 Positive Aggression
2.2.2 Negative Aggression
2.2.3 Aggressionshemmung
2.3 Gewalt
2.4 Erscheinungsformen von Gewalt
2.5 Angriffsmuster

3 Soziologischer Theorieansatz Theorien sind...
3.1 Typen von Gewalt
3.2 Strukturelle Gewalt / Soziale Ungerechtigkeit Die Erscheinungsformen struktureller Gewalt

4 Entwicklungspsychologische Theorieansätze
4.1 Instinkttheorie
4.2 Aggressions- und Frustrationstheorie
4.3 Theorien des sozialen Lernens / Lernen am Modell

5 Persönliche Stellungnahme
5.1 Was habe ich gelernt?
5.2 Wie kann ich Gewalt und Aggression gegenübertreten?

Literatur- und Abbildungsverzeichnis

Literatur- und Zeitschriftenverzeichnis Abbildungsverzeichnis

1 Problembeschreibung, Fragestellung und Vorgehen

1.1 Einleitung

Wir leben in einer Welt voller Gewalt. Überall umgibt uns Aggression, und wir alle haben schon eigene Erfahrungen mit körperlichen und seelischen Angriffen gemacht. Die Massenmedien vermitteln uns tagtäglich Gewalt aus aller Welt: Kriege, Vergewaltigungen, Missbrauch und Gewalt in Familien (sozialer Nahraum), Rechtsradikalismus und jede erdenkliche Art von Raubüberfällen bis hin zu Mord. Menschen in helfenden Berufen sind Aggressivität und körperlicher Gewalt seitens der Klienten oft ausgesetzt. Welches Ausmass dieses Problem hat, wird an der steigenden Zahl tödlicher Angriffe auf Menschen in solchen Berufen deutlich. Wir kennen alle die Fälle, in denen Lehrer erschossen wurden oder wild in Klassenzimmern herumgeballert wurde. Jeder vorsätzliche Versuch, Schaden anzurichten, ist Aggression. In der Praxis haben wir es mit der Frage zu tun, ob eine Handlung vorsätzlich oder unbeabsichtigt ausgeführt wurde. Mit Gewalt und Aggression wird man leider in den helfenden Berufen unvermeidlich konfrontiert. Seit ungefähr einem halben Jahr hat die Bereitschaft zu aggressiv motiviertem Verhalten im Jugendtreff Sissach, wo ich mit Jugendlichen (Mädchen und Jungen) arbeite, zugenommen. Gewaltsame Übergriffe von Jugendgruppierungen wie Nazi- oder Banden Kurdischer Jugendlichen verunsicherten die Treffbesucher und - besucherinnen so sehr, dass ich es auch schon zu Polizeieinsätzen kommen lassen musste. Dies führte allerdings zu Drohgebärden der Jugendlichen gegenüber meiner Person, was mich verunsicherte. Diese Verunsicherung übertrug sich auch auf die anderen Jugendlichen.

Solche Erfahrungen zeigten mir, dass man ohne Zugang zu Interventionsinstrumenten schwierigen Situationen ohnmächtig ausgesetzt sein kann. Ich erkannte somit die negativen Folgen, die bei fehlenden Interventionsmöglichkeiten entstehen können. Bei mangelndem Verständnis für die Gründe der Entstehung von Aggression und Gewalt sind gravierende Folgen oft nicht zu vermeiden. Daher gehe ich im Kapitel 5.1 auf die Interventionsposition von Animatoren /Animatorinnen ein.

Kennt man die Gründe zur Entstehung von Aggression und Gewalt aus der Theorie, besitzt man eine Grundlage für den differenzierteren Umgang mit schwierigen Situationen, wie z.B. beim Setting der Konfliktschlichtung.

Ein erster Schritt zu professionellerem Handeln ist, den Begriff "Gewalt" mit all

seinen verschiedenen Facetten einigermassen verstehen zu lernen. Meine Arbeit soll deshalb vor allem eine Art Auslegeordnung und Ausdifferenzierung dieses Begriffs darstellen.

Aus diesem Grunde werde ich anhand der ausgewählten Literatur und Theorien folgende Fragen bearbeiten:

1.2 Fragestellung

- Was ist Aggression / Gewalt und wie werden diese Begriffe definiert?
- Wie entsteht Gewalt, wie kommt es zu solchen Angriffen? ·
- Gibt es positive Aggression?
- Welche erklärenden Theorien gibt es?
- Was können Animatorinnen und Animatoren in der offenen Jugendarbeit tun, um

möglichst vielen Jugendlichen bei Problemen mit Gewalt zu helfen? Bei einem Thema, wo das Interesse gross ist und dringend Lösungen benötigt werden, wäre es falsch zu glauben, es gebe nur eine Wahrheit, die alle Probleme löse. Nicht alle Fragen lassen sich beantworten.

1.3 Zielsetzung und Vorgehensweise

Ziel dieser schriftlichen Arbeit ist es, verschiedene Antworten auf die oben genannten Fragen zu formulieren. Ich habe dabei versucht psychologische, pädagogische und soziale Aspekte zu berücksichtigen.

Möglichkeiten zur Veränderung Ich werde Erklärungswissen zusammentragen und Konzepte beschreiben, die eine Fachperson im Umgang mit gewalttätigen Klienten und Klientinnen benützen kann. Ich konzentriere mich dabei mehrheitlich auf theoretische Ansätze. Meine Arbeit versteht sich nicht als Rezeptkatalog für den Umgang mit gewalttätigen Menschen. Es werden hin und wieder Vorschläge gestreift, aber sie sind nicht das Hauptziel dieser Arbeit. Die Leserin, der Leser sollen erkennen, dass Gewalt und die damit verbundenen Gefühle immer nach dem gleichen Muster (vgl. Gewaltkreislauf in Kap.2.5) ablaufen, und dass dieser Kreislauf durchbrechbar ist. Wir können ihnändern!

2 Was sind Gewalt und Aggression

Definitionen: Selbstbehauptung, Aggression und Gewalt Welche Begrifflichkeiten sind erkenntnisleitend? Will man Gewalt erklären, ist es von zentraler Bedeutung, zunächst die Unterschiede und Grenzen zwischen der Selbstbehauptung, Aggression und Gewalt hervorzuheben, da wir es im Alltagsverständnis mit Begriffsvermischungen zu tun haben. Diese sind hinderlich, wenn man sich entscheidet, differenzierter mit diesen drei Verhaltensweisen zu arbeiten. Sie alle enthalten die Konfrontation. Die Motivation für diese Konfrontation und ihre Ausdrucksform ist bei den drei Verhaltensweisen unterschiedlich und darum erklärungsbedürftig.

2.1 Selbstbehauptung

Der Überlebenswille, die Selbstbehauptung «Assertion», darf nicht mit Aggression gleich gesetzt werden. Selbstbehauptung heisst, auf seinen Rechten und Meinungen zu bestehen. Dies bedeutet, von anderen die Anerkennung der Tatsache einzufordern, dass jede Person das Recht hat, selber zu entscheiden, wie sie denkt, fühlt und handelt. Sich durchsetzen können ist für viele Menschen wichtig. Selbstbehauptung ist ihr Werkzeug, mit welchem sie ihre Individualität und Identität aufbauen und erhalten können, wo diese in Frage gestellt werden. Viel Aufwand in helfenden Berufen wäre nicht nötig, könnten sich Klienten beispielsweise auf dem Stellenmarkt oder generell während ihrer Sozialisierung besser behaupten.

Selbstbehauptung stellt aber oftmals auch ein Problem dar, weil Menschen ihre Rechte nur durch aggressives oder infragestellendes Verhalten geltend machen können. Es fehlt ihnen an geeigneteren Ressourcen. Um sich ohne Aggression erfolgreich behaupten zu können, bedarf es eines grossen Geschicks. Sich dieses Geschick anzueignen und umzusetzen sollte das Ziel aller sein, die in sozialen Berufen arbeiten.

2.2 Aggression

Das lateinische Wort «aggressio» bedeutet Angriff, Verhaltensweise, bei der ein Lebewesen ein anderes bedroht oder angreift (Microsoft® Encarta® 98 Enzyklopädie [Software]. 1993-1997). Diese einfache und weitgefasste Definition darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Begriff «Aggression» den Sozialwissenschaftlern immer noch Kopfzerbrechen und Unbehagen bereitet. Dies ist an den vielen komplizierten und verschachtelten Definitionen in Fachbüchern und Lexika nicht zu übersehen

(Godenzi, 1993, S.28). Die Spannbreite reicht von einem grollenden Gesichtsausdruck bis hin zum atomaren Krieg. Darum scheint es mir wichtig hier anzuführen, dass Verhaltenswissenschaftler den Begriff Aggression erweiterten, weil es nicht nur um die Folgen einer Handlung, sondern vor allem auch um deren Absicht geht. Trotzdem hat sich ein Minimalkonsens durchgesetzt: Aggression ist ein Verhalten, welches mit der Absicht ausgeführt wird, jemandem zu schaden (Berkowitz, 1962; Kaufmann, 1970; Baron, 1977, zit. in Godenzi, 1993, S.29). Das heisst, wenn die verletzte Person den beabsichtigten Angriff wünscht, wie dies bei Sadomaso-Praktikern und Praktikerinnen vorkommt, handelt es sich nicht um Aggression. Diese Definition war einigen Verhaltenswissenschaftlern zu eng gefasst, da sie konstruktive, positive Aggression ausschliesst (Lempert & Oelemann,1995, S.19). Aber: «Positiv dürfe eine aggressive Interaktion allerdings nur dann gewertet werden, wenn sie auf dem Einverständnis aller beteiligten Akteure stattfinde» (Siann, 1985, in Godenzi, 1993, S.29).

2.2.1 Positive Aggression

Lempert und Oelemann (1995) sind Leiter der Beratungsstelle MÄNNER GEGEN MÄNNER-GEWALT®, Hamburg und versuchen, Gewalt von Aggression abzugrenzen, um ihren positiv gewerteten Aggressionsbegriff zu erläutern: «Im allgemeinen wird Aggression von Gewalt nicht ... unterschieden. Auch in der Wissenschaft betrachtet man Aggression gewöhnlich als Vorstufe von Gewalt oder umgekehrt als Ergänzung der Aggression, also in unmittelbaren Zusammenhang Wir rechnen Aggression nicht zur Gewalt, vielmehr sehen wir sie als eine mögliche Verhaltensform an, um sich durchzusetzen, zu behaupten und abzugrenzen. [Ursprünglich] besagt Aggressivität »herangehen an«. Insofern kann ein aggressives Verhalten durchaus bedrängend und »gewaltig« wirken, doch beinhaltet und intendiert es keine körperliche Verletzung auf der Basis unserer praktischen Arbeit, stellen wir fest, dass die meisten Männer, die zu uns kommen, nicht aggressiv sein können, ... sie sind aggressionsgehemmt, ihnen fällt es schwer, sich abzugrenzen, durchzusetzen und zu behaupten» (S.19).

2.2.2 Negative Aggression

Negative Aggression schliesst jede psychische oder gefühlsmässige Form von Demütigung, Drohung und Einschüchterung ein und liegt der Gewaltanwendung zugrunde (Geen & Donnerstein, 1983 in Godenzi, 1993, S.28). Bei Menschen kann Aggression gegen sich selbst (Autoaggression, siehe unten) oder gegen andere Menschen und Dinge gerichtet sein. Minderwertigkeitsgefühle, Frustration, Stress, Enttäuschung oder politische Propaganda fördern aggressives Verhalten. Aggression kann ins Unbewusste verdrängt werden. Dort ist sie weiter wirksam, indem sie das folgende Verhalten eines Menschen beeinflusst. Die ursprüngliche Aggression richtet sich somit nicht mehr gegen den Auslöser, sondern verlagert sich. Ein späteres Ventil muss gefunden werden (Ehefrau, schlechte Laune, Fremdenhass, etc.). Autoaggression ist ursprünglich eine gegen die Umwelt gerichtete Aggression, die sich durch Verdrängung (entstanden durch seelische Störung) gegen die eigene Person richtet und im Suizid enden kann.

Die einzelnen Psychoanalytiker und Verhaltensforscher erklären die Ursachen von aggressivem Verhalten auf unterschiedliche Art und Weise:

Sigmund Freud und Konrad Lorenz gehen von einem angeborenen Aggressionsinstinkt oder Trieb aus (vgl.4.1). Dieser kann als Selbsterhaltungstrieb angesehen werden. Unbestritten ist die Tatsache, dass die Weiterentwicklung und Erhaltung des Menschen ohne aggressives Verhalten nicht möglich gewesen wäre.

Im Gegensatz dazu sieht Alfred Adler Aggression als ein Ausspielen von Macht, um z.B. Rangordnungen herzustellen (ist bei mir im Treff zu beobachten). Adler begründet in seiner Analyse der individuellen Entwicklung Aggression dadurch, dass Minderwertigkeitsgefühle kompensiert werden müssen. Dies sei die motivierende Kraft im menschlichen Leben.

Albert Bandura und Piaget (1975) gehen vom Lernen am Modell aus. Bandura besagt mit seiner Theorie, dass die Erfahrungen, die ein Mensch während seines Lebens gemacht hat, sein Aggressionsverhalten beeinflussen. Er versucht, anhand von empirischen Experimenten und Beobachtungen zu beweisen, dass aggressives Verhalten von Umwelteinflüssen abhängig ist.

Lerntheoretiker sprechen von einem erlernten Verhaltenspotential, welches sich der Mensch in der frühkindlichen Lebensphase (Sozialisation) aneignet. Entsprechend dieser Theorie, welche in Kapitel 4.2 erläutert wird, sind diese Ressourcen jederzeit beliebig abrufbar.

Lempert und Oelemann sehen die Aggression als willentlichen Akt. Sie gehen davon aus, dass Aggressoren genau wissen, was sie tun und sich bewusst dafür entscheiden. Sie versuchen damit, den Erwartungen ihrer Umwelt zu genügen, um ihr Prestige aufzuwerten.

Wie bei Adler dient Aggression somit dem Erlangen von Einfluss, Kontrolle und Macht.

Dem steht die behavioristische Theorie gegenüber, die besagt, dass Aggression ein Reflex ist, welcher durch innere oder äussere Reize ausgelöst wird. Die Frage ist nun, ob Menschen immer rational oder im Affekt (stark emotional) reagieren.

Trotz der verschiedenen Meinungen gibt es Gemeinsamkeiten. Erstens erkennen auch Lerntheoretiker, dass Kurzschlusshandlungen wie sie z.B. Jähzornige in extremen Fällen anwenden, nicht mehr rational steuerbar sind. Weiter ist klar, dass situationsbedingte Einflüsse Aggression motivieren können. Schliesslich wird Aggression einstimmig definiert als absichtlicher Versuch, jemandem zu schaden (Berkovitz, 1981, in Godenzi, 1993, S. 30).

Aggressionsstudien befassen sich meist mit Fällen der körperlichen Art. Seit den frühen Sechziger Jahren wird Aggression in drei Gegensätzen klassifiziert (Buss, 1961, in Godenzi, 1993, S. 31):

1. physisch/verbal,
2. aktiv/passiv,
3. direkt/indirekt

Im ersten Fall wird der körperlichen Gewalt mehr Beachtung geschenkt. In meiner Arbeit mit Jugendlichen sind dieser auffälligen Form gravierende Folgen zuzuschreiben. Obwohl die weniger beachteten, vielfältigen verbalen und emotionalen Formen wie z.B. psychischer Terror oder Liebesentzug schädigende Langzeitfolgen seelischer Art haben können. Auch bei der zweiten Gegenüberstellung "aktiv/passiv" wird wieder ersterem mehr Beachtung geschenkt. Ein aktiver Aggressor ist augenfälliger als ein passiver, welcher jemanden in seine Abhängigkeit oder soziale Isolation führen will.

Im dritten Fall "direkt/indirekt" kann man diese Ausdrucksform am Beispiel Mobbing veranschaulichen. Der Chef kann einem direkt künden oder durch falsche Aussagen über den Angestellten diesen durch Dritte soweit bringen, dass er von sich aus kündigt.

Im Wissen, gewisse Facetten von Aggression unberücksichtigt gelassen zu haben, möchte ich abschliessend festhalten, dass Aggression jeder Gewaltanwendung zugrunde liegt.

2.2.3 Aggressionshemmung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Der übliche Begriff Aggression enthält laut Siegrist (1999) auch die Aggression als Gefühl, wie Wut oder Ärger, die man richtigerweise als aggressive Gefühle bezeichnen kann. Das heisst aber nicht unbedingt, - und das ist hier ausschlaggebend -, dass diese Gefühle automatisch zu aggressivem Handeln (Gewalt) führen müssen. Dazwischen steht nämlich (siehe Abb.1) die Aggressionshemmung (nicht zu verwechseln mit aggressionsgehemmt), sie umfasst die Fähigkeit, aggressive Gefühle zu spüren (nicht zu unterdrücken) und diese zu beherrschen. Je grösser diese Fähigkeit ist, desto mehr aggressive Gefühle können vorhanden sein, bevor es zu einem schädigenden Wutausbruch kommt. Innerhalb diesem "Schutzwall" ist es erlaubt, "nicht erlaubte" Gefühle zu fühlen.

Allerdings gibt es Faktoren, die Aggressionshemmungen verhindern: gewalttätige Vorbilder (in der eigenen Biographie), starke Ermüdung bis hin zu Burnout,

Resignations- oder Frustrationsgefühlen, Schmerzen, seelische Gebrechen, Alkohol- und Suchtmittelmissbrauch. (Siegrist, 1999, S. 12-13).

2.3 Gewalt

Gewalt ist, was Opfer schafft. Das heisst, wir haben es dann mit Gewalt zu tun, wenn eine Person zum Opfer wird. Gewalt ist als Handlung zu definieren, in der vorsätzlich (bei Bewusstsein) versucht wird, jemanden körperlich oder psychisch zu schädigen. Die Gewalteinwirkung kann das Opfer vorübergehend oder dauernd daran hindern, seinen Wünschen oder Bedürfnissen entsprechend zu leben. Gewalt wird daher oft aus der Optik der Geschädigten definiert. Gewaltdefinitionen sollten aber auch empirisch messbar und einigermassen objektiv verfasst werden. Ähnlich wie bei der

Aggressionsdefinition wird auch hier der Moment der Intention (Absicht) fokussiert. Will man Gewalt differenziert betrachten, sollte man sich primär auf die Absicht und nicht auf die Folgen konzentrieren. Entgegen der geläufigen alltagsgebräuchlichen Reduktion und Gleichstellung von Gewalt (siehe Abb. 2) als physische Aggression scheint es mir wichtig, die verschiedenen Erscheinungsformen von Gewalt aufzuzählen. Dabei unterscheidet man zwischen personaler (manifester) und struktureller Gewalt, auf die ich in Kapitel 3.2 zurückkommen werde.

Abb. 2 "was verstehen sie unter Gewalt?" Befragung von 1006 Schülern und Schülerinnen 1992 (Quelle: s. Abbildungsverzeichnis)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.4 Erscheinungsformen von Gewalt

Gemäss den Forschungen von Siegrist (1999) können wir mindestens unter sechs häufig auftretenden Formen unterscheiden (S.12):

- Vernachlässigung: Eine angemessene Dienstleistung (Aufmerksamkeit) wird dem Opfer (Objekt) absichtlich oder unabsichtlich vorenthalten.

- Körperliche Misshandlung: Deren Spuren sind sichtbar und erregen oft viel

Aufsehen, obwohl sie Indiz für höchste Überforderung (z.B. Unmöglichkeit einer verbalen Konfliktlösung) ist. Im gewalttätigen Verhalten mancher Jugendbanden sehen deren jüngere Mitglieder Vorbilder für ihren eigenen Umgang mit Gewalt. · Psychologische Ausprägungsformen: Explizite Gewaltandrohung (bedrohen, beleidigen), ausgeprägte Überwachung des Handlungsraums, krankhafte Eifersucht, verbale Degradierung, Isolierung (abwerten) werden oft nicht als Gewalthandlung verstanden, obwohl diese tiefe Narben hinterlassen können.

- Materielle Ausbeutung: Der Besitz einer abhängigen Person wird zeitweise oder dauernd von einer unberechtigten Person benutzt.

- Missachtung von Rechten: Die allgemeinen Menschenrechte werden missachtet . · Selbstschädigung: Diese Gewaltform (oben beschrieben) wird vom nahen Umfeld nicht wahrgenommen oder verhindert.

2.5 Angriffsmuster

Angriffsphasen /Gewaltkreislauf

Verschiedenste Situationsuntersuchungen von Breakwell (1998) über

Gewaltanwendung konnten bestätigen, dass ein Gewaltakt Teil einer Abfolge

bestimmter Phasen ist, der Angriffsphasen. Es sind dies: Auslösung, Eskalation, Krise, Erholung, Depression nach der Krise. (S. 55-60)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3 Die typischen Angriffsphasen (Quelle: s. Abbildungsverzeichnis)

A) Auslösung

Die Auslösephase ist der Punkt, an dem eine Person anzeigt, dass sie sich von ihrem normalen Handeln wegbewegt (verbal oder nonverbal). Beispiele: Weigerung sich zu setzen, ungeduldiges Unterbrechen, bevor Sätze beendet werden, Vermeidung des Augenkontaktes usw. Je weniger detailliert man eine Person kennt, desto leichter werden ev. Frühwarnzeichen eines möglichen Angriffs oder Zornesausbruchs übersehen. Die Auslöser können entstehen durch Mangel an Privatsphäre, Drogen, Erhalt schlechter Nachrichten, bestimmte Wörter ("Du Hurensohn") etc. Während einer solchen angespannten Situation sind die möglichen Auslöser zahlreich. Es ist, als ob man durch ein Minenfeld gehen würde.

B) Eskalation

Diese Phase führt direkt zu gewalttätigem Verhalten. Daher ist es wichtig, in der Eskalationsphase so früh wie möglich zu intervenieren. Dies geschieht beispielsweise, indem man die betroffene Person aus der unmittelbaren Umgebung entfernt (Time- out-Technik). In dieser Phase können eigene Handlungen des Betreuers oder der Betreuerin wie Mimik, Gestik und Körperhaltung fehlgedeutet werden. Herablassendes und arrogantes sich Überordnen beschleunigen die Eskalation.

C) Krise

Die betroffene Person erregt sich körperlich, gefühlsmässig und psychisch, dabei verringert sich die Kontrolle über aggressive Impulse (Aggressionshemmung). Dies wird beispielsweise erkennbar am Umwerfen von Stühlen oder Zerschlagen von Geschirr. In dieser Phase ist Intervention wenig wirksam. Der Aggressor oder die Aggressorin kann nicht mehr rational reagieren. Verbales Argumentieren wird den Täter oder die Täterin noch mehr provozieren. In dieser Phase sollte man sich um die eigene Sicherheit und die der anderen Personen kümmern. Die Möglichkeiten, die einem noch offenstehen, sind: Flucht, selber körperlichen Zwang ausüben, Hilfe suchen oder Grenzen setzen. Für den Täter oder die Täterin ist in diesem Moment jeder Angriff gerechtfertigt und unvermeidlich. Das Bewusstsein setzt nach den ersten Schlägen aus und es kommt zu einem Kontrollverlust, einem Blackout. Während des Moments der Gewalttat tritt für den Aggressor oder die Aggressorin eine Entlastung ein, weil das unangenehme Gefühl von Ohnmacht und Hilflosigkeit überwunden wurde.

D) Erholung

Nach dem Gewaltakt kehrt die Person mehr oder weniger zu ihrem normalen Grundverhalten zurück. Aber der hohe Grad an psychischer und physischer Erregung kann sich über eine Zeitspanne von mehreren Stunden nach dem Zwischenfall aufrechterhalten. Interventionen zu diesem Zeitpunkt führen zu Wiederholungen, da auf dem Weg nicht noch mal die Auslöse- und Eskalationsphase durchlaufen werden muss.

E) Depression nach der Krise

Nach dem Erwachen kommt es zu einer Phase von Schuldgefühlen, Reue und Entschuldigungen. Die Krise ist vorüber. Jetzt können Interventionen helfen, den Zwischenfall zu verstehen um daraus zu lernen und möglicherweise dessen Wiederholung vermeiden. Erst in dieser Phase wird dem Aggressor oder der Aggressorin bewusst, dass er oder sie Gewalt ausgeübt hat. Er oder sie will die Verantwortung abschieben. Burkhard und Oelemann (1995) meinen: Warum-Fragen sind immer dazu da, Verantwortung abzudelegieren und haben den grossen Nachteil, dass ihre Beantwortung oft nicht zu Veränderung führt.

Der Suche nach den Ursachen und der Schuldabwehr schliesst sich eine

Schweigephase an. Es wird so getan, als sei nichts gewesen. Wird diese Phase des

Schweigens nicht durchbrochen, schliesst sich der Kreis und der Gewaltkreislauf beginnt wieder von vorne.

Die Phasen werden, über viele Jahre betrachtet, immer schneller durchlaufen, und die Brutalität der Gewalt nimmt zu. Die Angriffsphasen sind ein nützliches Instrument, um eine Prognose der Entwicklung gewaltsamer Übergriffe und ein besseres Verständnis für daraus folgende Reaktionen zu erhalten.

3 Soziologischer Theorieansatz

Theorien sind...

Theoretische Ansätze können dazu dienen, Zusammenhänge zu erhellen oder Einsicht in soziale Abläufe zu gewinnen. Jede Theorie kann ein Geschehen rückwirkend erklären. Der Erklärungswert einer Theorie hängt davon ab, wie genau sie die Bedingungen angibt, die soziologische oder psychologische Erscheinungen bestimmen. Letztlich steht und fällt der Wert einer Theorie damit, welche wirksamen Verfahren, die sich aus ihr herausschälen lassen, soziologische oder psychologische Veränderungen auslösen können. Die Theorien haben ihren prognostischen Wert unter Beweis zu stellen . Theorien dienen primär der Erklärung, Beschreibung und dem Verstehen, um evtl. Lösungsansätze zu formulieren ( Godenzi, 1993, S. 51).

3.1 Typen von Gewalt

Im Folgenden wird anhand der Darstellung Typologie der Gewalt nach Galtung (1975) eine Auslegeordnung des Begriffs ,,Gewalt" präsentiert.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4 Typologie der Gewalt nach J. Galtung (Quelle: s. Abb.verz.)

A) Die erste Unterscheidung muss zwischen intendierter (absichtlicher) und nicht intendierter (unabsichtlicher) Gewalt gemacht werden. Diese Unterscheidung ist dann relevant, wenn die Schuldfrage ausgemacht werden soll. Die Frage lautet: Werden Absichten oder Konsequenzen bestraft? Solange das Bemühen der sich streitenden Parteien allein darin besteht, keine Schuld zu haben, um nicht zum Sündenbock zu werden, wird eine Veränderung der Konfliktbereitschaft verhindert und nicht die Gewalt. Die Schuldfrage macht handlungsunfähig. Veränderungsmöglichkeiten gewinnt erst, wer für sein Handeln Verantwortung übernimmt.

B) Zweitens besteht die Unterscheidung zwischen zwei Arten von Gewalt, der manifesten und der latenten. Manifeste Gewalt (personale oder strukturelle) ist sichtbar oder spürbar; latente jedoch ist noch nicht präsent, kann aber in labilen Situationen leicht zum Vorschein kommen. Im Folgenden versuche ich, diesen Zusammenhang zwischen latent und manifest anhand eines Beispiels zu veranschaulichen: Fremdenhass ist latente Gewalt, solange er nur in dem Kopf der Menschen bleibt. Zündet nun jemand ein Heim für Asylbewerber- und bewerberinnen an, so ist dies manifeste Gewalt.

C) Gewalt wird unterteilt in personale und strukturelle Gewalt. Gibt es Akteure, sprechen wir von personaler oder direkter Gewalt. Die Gewalt ohne erkennbaren Akteur wird von Johann Galtung als strukturelle oder indirekte Gewalt definiert. Während im ersten Fall auf konkrete Personen als Akteure oder Akteurinnen zurückzuschliessen ist, d.h. es besteht eine direkte Täter-Opfer-Beziehung, ist dies im zweiten Fall unmöglich: Es tritt niemand in Erscheinung, der jemanden anderen direkt schädigen könnte. Die Gewalt ist im System in Form von gesellschaftlichen Strukturen eingebaut und äussert sich in ungleichen Machtverhältnissen, folglich in ungleichen Lebenschancen. Die Ressourcen sind ungleich verteilt; beispielhaft hierfür stehen die Ungleichheit der Bildungschancen und die damit zusammenhängende Einkommensverteilung. Strukturelle Gewalt wird auch als soziale Ungerechtigkeit bezeichnet.

D) Die meistgenannte Unterscheidung ist jene zwischen physischer und psychischer Gewalt: Zufügen von körperlichen Schmerzen bzw. Gehirnwäsche, Indoktrination, Drohung, Verminderung der geistigen Möglichkeiten. Physische und psychische Gewalt können personal oder strukturell sein.

E) Die letzte Unterscheidung umfasst objektbezogenes und objektloses gewalttätiges

Verhalten. Die Verletzung oder Zerstörung von Personen und Gegenständen (Vandalismus) ist objektbezogen. Die Androhung von solchem, durch Deutlichmachen des Zerstörungspotentials, ist objektlos.

3.2 Strukturelle Gewalt / Soziale Ungerechtigkeit

Es gibt viele Typen von Gewalt, darum kommt es darauf an, aussagekräftige Theorien von Dimensionen der Gewalt aufzuzeigen, die das Denken und Handeln auf das Wesentliche in der Arbeit hinlenken.

Galtung (1975) stellt fest: «Gewalt liegt dann vor, wenn Menschen so beeinflusst werden, dass ihre aktuelle somatische (körperliche) und geistige Verwirklichung geringer ist als ihre potentielle Verwirklichung» (S.9). Gewalt wird gemäss Johann Galtung definiert als die Ursache für den Unterschied zwischen Potentiellem und Aktuellem, zwischen dem, was hätte sein können und dem, was ist. Gewalt ist das, was den Abstand zwischen dem Potentiellen und dem Aktuellen vergrössert oder die Verringerung dieses Abstands erschwert. Mit anderen Worten, wenn das Potentielle

möglich wäre und das Aktuelle vermeidbar, dann liegt Gewalt vor. Ist das Aktuelle nicht vermeidbar, auch wenn es wenig ist, liegt keine Gewalt vor. «Strukturelle Gewalt ist nicht sichtbar, aber spürbar - sie ist im Grunde statisch ... » (Galtung, 1975, S.16). Personale Gewalt steht für Veränderung, strukturelle Gewalt (Sachzwänge) ist geräuschlos und wird in einer dynamischen Gesellschaft offenkundig. Verantwortlich für diese Situation können einzelne Personen, Eltern, aber auch Institutionen oder ein ganzes Gesellschaftssystem sein. Die strukturelle Gewalt fand Eingang in generelle Gewaltdefinitionen, da man der Auffassung ist, dass die Grundstrukturen unserer Gesellschaft gewalttätig sind.

Der Friedensforscher J. Galtung: «Man könnte sagen, dass alle Fälle von struktureller Gewalt bei genauer Überprüfung in ihrer Vorgeschichte auf personale Gewalt zurückzuführen sind» (S. 24).

Bei der personalen Gewalt liegt der Schwerpunkt auf der aktuellen physischen Verwirklichung. Personale Gewalt beinhaltet, anderen körperlichen Schaden zuzufügen, und es sind Personen, die diese Aufgabe ausführen. Der strukturellen Gewalt liegen Ungleichheiten zu Grunde, vor allem die Verteilung der Macht. Zum Menschen gehört es, dass Menschen sich untereinander einstufen, dies verführt öfter zu Machtmissbrauch, daher wird es immer eine ungleiche Machtverteilung geben. Dieses Phänomen der Rangordnung ist besonders gut unter Männern zu beobachten. Am Beispiel der Macht ist strukturelle Gewalt messbar.

Die Erscheinungsformen struktureller Gewalt Unsere Medien haben mehr Übung darin, über direkte Gewalt (sensationelle) zu berichten, anstatt strukturelle Gewalt (geräuschlose) anzuprangern. Dabei wurde mir klar, dass die Menschenleben, die täglich verlorengehen, infolge sozialer Ungleichheiten zerstört werden und deren Tod in einem gerechteren Gesellschaftssystem vermeidbar wäre. Die Opfer der direkten Gewalt gehen in die Nachrichten ein, diejenigen der strukturellen Gewalt in die Statistiken. Es gibt noch andere Formen der strukturellen Gewalt als jene der Ungleichheit: Die klassischen Menschenrechte werden zu Recht kritisiert, weil z.B. das Recht der freien Meinungsäusserung sehr leicht zu einem Vorrecht weniger in einer Gesellschaft von Analphabeten werden kann. Trotzdem sollte das Ziel heissen, allen Menschen zu dieser Freiheit zu verhelfen, um die Gleichheit - im weitesten Sinne die Selbstverwirklichung - sowie Frieden zu gewährleisten. Damit erhält der von Johann

Galtung geprägte Satz: «Frieden ist Abwesenheit von Gewalt» (S. 8) seine Gültigkeit.

Um einen aktuellen Bezug aufzugreifen:

«Die Macht des PC besteht darin, dass er Privatpersonen ermöglicht hat, was vorher nur für Firmen erreichbar war Man sollte wirklich keine Depressionen wegen dieser Technologien bekommen. Im Allgemeinen entspringen diese Ängste nur der Angst vor Änderung. Der PC wird schliesslich zum wichtigsten Lern- und Kommunikationsmittel unserer Gesellschaft werden» (Gates, zit. in Schindler, 1995, S. 2).

Wissen ist bekanntlich Macht, und der PC (Internet) ist die Schnittstelle zu einem unglaublich grossen Informationenmeer. Was ist aber mit den vielen Menschen, die in Ländern leben, wo die Telekommunikation und ihre Infrastruktur nicht wie bei uns vorhanden ist oder nicht gegeben wird?

Der PC bietet uns beste Möglichkeiten, den Wissensvorsprung gegenüber der 3.Welt weiter strukturell gewalttätig auszubauen, indem man ihnen den Zugang zu den Ressourcen wie Wissen unter dem 'Deckmantel' der technischen Revolution verwehrt!

4 Entwicklungspsychologische Theorieansätze

4.1 Instinkttheorie

Hier wird angenommen, dass Aggression ein Bedürfnis wie Schlafen und Essen ist. Sie wird nicht erlernt, sondern biologisch vorbestimmt und ist unvermeidlich. Wird Aggression unterdrückt, so steigert dies das Verlangen nach ihr und sie wird schliesslich hervorbrechen. Will man dieser Theorie glauben, reagieren wir alle aggressiv und gewalttätig. Wir unterscheiden uns lediglich in der Art, wie wir in den Situationen reagieren, in denen wir Aggression freisetzen. Zudem unterscheiden wir uns im Ausmass, in dem wir unsere aggressiven Impulse in Aktivitäten lenken, die gesellschaftlich akzeptiert sind, beispielsweise in Sportwettkämpfe. Die psychoanalytische Aggressionstheorie von Freud gehört in diese Kategorie. Man nimmt an, dass sich der Aggressionstrieb entwickelt hat, um der Gattung Mensch das Überleben zu sichern (Selbstschutz, Ernährungsbeschaffung oder ganz früher der Streit um das Feuer). Diese Überlebensstrategien stützen sich hauptsächlich auf Wettbewerb bzw. Aggression.

Entwicklungspsychologischer Exkurs: Freud selbst hat in seinen frühen Arbeiten Aggression noch in Abhängigkeit zur psychosexuellen Entwicklung gesehen, wonach vor allem in der Analphase die Lust an Zerstörung und Dominanz ihren Höhepunkt haben soll. In der folgendenödipalen Phase wenden sich die destruktiven Wünsche gegen den Vater bzw. die Mutter. Später verband Freud Aggression weniger mit der Libido (Geschlechtstrieb), sondern stellte sie in den Dienst des Ego im Sinne eines Selbsterhaltungstriebes. Erst in seiner letzten Schöpfungsphase stellte er der Libido einen Todestrieb gegenüber, eine instinktive Kraft des Organismus. Kann dieser Impuls nicht gegen aussen gelebt werden, kehrt er sich gegen das Individuum selbst (Godenzi, 1993, S.67).

Die Instinkttheorie wurde vom Lerntheoretiker Bandura kritisiert, da eine solche Erklärung wenig praktischen Nutzen hat, weil sie wenig Vorhersagekraft besitzt. Mit ihr ist es nicht möglich, Aggression oder Gewalt vorherzusagen, in welcher Form sie auftritt und wie sie kontrollierbar wäre. Es gelingt ihr nicht, realistische Beispiele und Gründe für einen Angriff zu nennen, der nur durch die Instinkttheorie erklärt werden könnte. Denn wenn konkrete Zwischenfälle differenziert werden sollen, wird deutlich, dass noch andere Erklärungsmodelle berücksichtigt werden müssen.

4.2 Aggressions- und Frustrationstheorie

Aggression ist häufig eine Folge von Frustration. In verschiedenen Untersuchungen ließ sich beobachten, dass unter bestimmten Umständen auf eine Frustration mit Aggression reagiert wurde. Diese Tatsache veranlasste Dollard und seine Mitarbeiter (1939) zur Aufstellung der Aggressions- und Frustrationstheorie, die besagt, dass Aggression immer eine Folge von Frustration ist und das Auftreten von aggressivem Verhalten immer die Existenz von Frustration voraussetzt (Bierhoff 1998, S.8). Das heisst demnach, wenn eine Person ihr gestecktes Ziel nicht erreicht, egal aus welchen Gründen, entsteht Frustration. Es muss allerdings nicht immer zur Aggression kommen. Man nimmt an, dass darauf folgende Sanktionen in Form von Strafen, wie sie das Gesetz vorschreibt, aggressive Tendenzen hemmen können. Aber - und das scheint mir, gestützt auf meine persönlichen Erfahrungen mit Aggression wichtig - Strafen, die selbst gewalttätige Elemente beinhalten, erzeugen Gegengewalt, dies war auch der ausschlaggebende Punkt, warum ich mich für dieses Titelblatt entschieden habe. Ausserdem werden Gewalttäter und Gewalttäterinnen ihre Aggressionen wiederholt anwenden, wenn sie die Erfahrung gemacht haben, dass Aggression sich auszahlt. Sie werden durch dieses sich lohnende, ans Ziel bringende Verhaltensmuster zu Wiederholungstätern. Dazu kommt noch, dass ihre späteren Handlungen an Intensität zunehmen werden. Es sei denn, er/sie tun etwas dagegen!

Kritiker dieser Hypothese weisen darauf hin, dass statt Aggression auch Depression die Folge von Frustration (s. Reiztheorie unten) sein kann sowie auch, dass sich aggressives Verhalten durch einen Lernvorgang (s. soziales Lernen 4.3) (z.B. Verstärkung) erklären lässt.

Theorie der Aversiven Reize

Reize entstammen der Außenwelt (Aussenreize) oder dem eigenen Organismus (Innenreize). Der Reiz muss eine bestimmte Stärke besitzen, um eine Reaktion auszulösen.

Die Reizschwelle ist nicht gleichbleibend. Sie hängt immer von verschiedenen inneren und äußeren Umständen ab. Bei unangenehmen Reizen (Aversion) erhöht sich die negative Erregung einer Person, und ihr Adrenalinspiegel steigt. Wir Menschen versuchen mit allen Mitteln, Erregungen zu vermeiden.

Dieses Vermeidungsverhalten kann sich unter bestimmten Umständen in Form von Fluchtmechanismen, Depression oder in Aggression äussern, ausgelöst durch Assoziationen, die von Waffen, Symbolen (Hakenkreuzen), Lärm, Hitze, Schmerz oder Gewaltdarstellungen in den Medien ausgehen können.

4.3 Theorien des sozialen Lernens / Lernen am Modell Zwei Arten des Lernens sollen beteiligt sein:

Beobachtendes Lernen

Bandura (1969) ist überzeugt, dass viele aggressive Verhaltensweisen durch das Beobachten Anderer gelernt werden. Dieses beobachtende Lernen wird auch soziales Lernen genannt. Die Fähigkeit, durch Beobachtung zu lernen ermöglicht, Verhaltensmuster zu erwerben, ohne sie langwierig und mühsam durch mehrmaliges Scheitern aufbauen zu müssen. Man nimmt an, dass durch das beobachtende Lernen auch ein Sozialisierungsprozess stattfindet: Kinder, die eine gewaltsame Handlung beobachten, werden diese in einem analogen (vergleichbaren) Setting, in einer ähnlicher Weise anwenden.

Gemäss der Theorie von Bandura ist Aggression vermeidbar; Aggression und Gewalt sind Verhaltensweisen wie andere auch und daher lernbar. Und was man sich aneignet, kann man sich bekanntlich wieder abgewöhnen.

Von elementaren Reflexen (z.B. Atmen) abgesehen, sind Menschen nicht mit angeborenen Verhaltensressourcen ausgestattet. Wir müssen die neuen Reaktionsmuster durch unmittelbare Erfahrungen oder durch Beobachten erlernen. Biologische und genetische Faktoren beeinflussen diesen Prozess. Das Schwergewicht legt Bandura auf die Fähigkeit des Menschen zum symbolischen (stellvertretenden) Lernen aus dem Miterleben der Erfahrungen anderer. Bandura sieht die Menschen nicht als passiv fremdgesteuerte Marionetten äusserer Umwelteinflüsse. Das Handeln der Menschen wird vielmehr als aktiver Prozess gesehen, bei dem Motivationen, emotionale Empfindungen und Denkprozesse eine entscheidende Rolle spielen. Daraus ergibt sich ein positiveres Menschenbild.

Bei der Lerntheorie werden die Menschen weder durch innere Kräfte angetrieben, noch von Umwelteinflüssen vorwärtsgestossen. Vielmehr entsteht das Handeln aus einer Wechselwirkung von bestimmenden Einflüssen seitens der Person und seiner Umwelt.

Aus diesen Gründen ist es zu verstehen, dass Bandura sich teilweise kämpferisch gegen die bisherigen psychologischen Lehren - wie die von Freud - abgrenzt.

Instrumentelles Lernen

Verhalten wird in Familien, Peergroups und verschiedenen anderen Settings gelernt. Modelliert (gefestigt) werden die gelernten Verhaltensmuster durch externe, stellvertretende und selbstbelohnende Verstärkungsarten (Empowerment). Positives Verhalten oder aggressives Handeln kann gemäss Breakwell durch Belohnung verstärkt (instrumentalisiert) werden. Solche Belohnungen können finanzieller, sozialer (z.B. Statusgewinn), oder psychologischer (emotionale Befriedigung) Art sein.

Ein Beispiel von Gewaltausübung, das durch instrumentelles Lernen erklärt werden kann:

Wenn Eltern ihre Tochter dafür Loben, dass sie sich in einem Streit um eine Puppe behaupten konnte, wird sie in der Folge in ähnlichen Situationen mit grösserer Wahrscheinlichkeit Gewalt anwenden.

O'Leary (1988) entwickelte ein Modell sozialen Lernens für die Gewalt (siehe Abbildung 5). Fünf Faktoren sollen für den Gewaltausbruch bzw. -einsatz ausschlaggebend sein. (1) Die Gewalt in der Herkunftsfamilie (Beobachtung und eigene Misshandlungserfahrung). (2) Aggressivität als individuelle Eigenschaft

(persönlicher Konfliktlösungsstil und eigene Geschichte als gewaltsausübendes Individuum). (3) Belastungsfaktoren (Stress) (4) Suchtmittel (5) Unzufriedenheit.

Die aufgeführten Bedingungen sind miteinander verknüpft. Keine allein bewirkt

Gewalt, erst in der kumulierenden Wechselwirkung erhöht sich die

Wahrscheinlichkeit, dass das gelernte Verhalten aktiviert und eingesetzt wird. O'Leary beschränkte sich auf diese fünf Faktoren, obschon er sich der hiermit vollzogenen Vereinfachung einer komplexen Wirklichkeit bewusst war.

Abb. 5 Lerntheoretisches Gewaltmodell (Quelle: s. Abbildungsverzeichnis)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Kritik

Die Kritik an der sozialen Lerntheorie richtet sich gegen das Missachten der Vielfalt menschlichen Seins. Würde Lernen so einfach vor sich gehen, müsste es auch möglich sein, zerstörerische Tendenzen wieder leicht umzulernen. Die Theorie lässt wenig Raum für spontanes, nicht antizipierbares, unlogisches Verhalten. (A. Godenzi 1993, S.78ff.)

Vorteile

Einer der Vorteile der Theorie des sozialen Lernens ist, dass sie kulturelle und subkulturelle Unterschiede und Formen der ausgeübten Gewalt erklären kann. Anthropologische Untersuchungen zeigen, dass gewisse Kulturen Leistung nach

persönlicher Erfüllung bemessen und nicht nach der Beherrschung Anderer oder der Macht über sie. Es gibt grosse Unterschiede in der Art, in der Männer und Frauen ihre Aggression ausdrücken. Dies ist auf die Art und Weise der geschlechtsspezifischen Sozialisation in allen Kulturen zurückzuführen.

Diese Art der Erklärung der Aggression ist für Praktiker aus den helfenden Berufen von Nutzen, weil sie Zwischenfälle besser voraussagen können. Aber nur, wenn man die Normen, die Häufigkeit und die Zielgruppe der Aggression in der Subkultur der Klienten kennt. Das bedeutet, dass die Verhaltensweise einzelner Menschen in bezug auf ihren sozialen Hintergrund untersucht werden kann. Diese Kenntnisse in Soziokultur sind für den Prozess der Vorhersage von Zwischenfällen und die Entwicklung von Bewältigungsstrategien enorm wichtig.

5 Persönliche Stellungnahme

5.1 Was habe ich gelernt?

Gewalt erzeugt meistens Gegengewalt. Jede ausgelöste Gewalt hat einen Grund. Ich fragte mich, ob ich als soziokultureller Animator in einem Jugendtreff überhaupt handeln kann, wenn ich in bezug auf Handlungskompetenz in Gewaltsituationen nicht genügend ausgebildet bin und gegenüber aktivem Handeln, das eine Bereitschaft voraussetzt auf Konflikte einzugehen, eine Verweigerungshaltung (wegschauen) einnehme. Es gibt viele Menschen, die zu aggressionsgehemmt sind. Vielleicht durften oder dürfen sie keine aggressiven Gefühle zeigen oder ausleben, weil es schwierig scheint, diese zuzulassen, weil dann die Kontrolle verloren gehen könnte. Sie weichen jedem Konflikt aus, passen sich an, aber sie leben nicht gut damit. Denn meine Erkenntnis ist, dass sich unausgelebte Aggression gleich wie Energie verhält, die nicht weggeht sondern sich nur verlagert und in einer anderen Form agiert. Will ich der Gewalt gegenübertreten, so muss ich Gewalt verstehen, sie kennen, wissen wie sie entsteht, um die versteckten und teilweise perversen und perfiden Ausdrucksformen von Gewalt zu erkennen. Um nicht wie in meinem Beispiel aus der Praxis Gewalt zu fördern.

Zu viele Tabus schlummern noch immer tief in unserer Gesellschaft, zwar tauchen da und dort wieder Meldungen über sexualisierte Gewalt in Familien auf. Doch sind dies nur die Spitzen der Eisberge. Ich habe die Erkenntnis gewonnen, dass wenige Gewalt in Familien als Gewalt verstehen(siehe Abbildung 2), dabei wurde mir klar, wie viel

Unbehagen und Ohnmacht gegenüber Gewalt besteht!

Heute versuchen immer wieder verschiedenste Leute in Institutionen, Projekte zu lancieren (Prävention in Schulen, verschiedene Sorgen-Telephone, Seminare, Selbsthilfegruppen z.B. Verein Manne Büro Luzern, etc.) um diesem Missstand entgegen zu wirken. Solange aber Aggressivität nur als etwas Negatives angesehen wird, wird die Gewalt in der Bevölkerung bleiben und vielleicht sogar steigen. Aggression kann durchaus auch konstruktiv und förderlich sein: die Energie, die ich aufbringe, um etwas anzupacken (lat. agieren), etwas zu verändern, meinen Standpunkt zu vertreten, nein zu sagen.

Wenn man den Statistiken glauben kann, werden knapp über 90% aller Gewalttaten von Männern aus geübt. Oder wie es ein Jugendlicher formulierte: lieber gewalttätig als unmännlich Dies hat mit der strukturellen Gewalt im Lebenslauf und der geschlechtsspezifischen Sozialisation zu tun. Damit komme ich zum Schluss, dass Jugendtreffs mit ihren Leitern und Leiterinnen Orte sein sollen, wo sich Jugendliche mit ihnen auseinandersetzen dürfen, man sich aneinander messen kann, sich streiten darf. Weil sie dort eine Konfliktbereitschaft erwartet mit dem Ziel voneinander zu lernen, wie man mit Aggressionen positiv umgehen kann, ohne das jemand oder etwas dabei zu Schaden kommt. Das heisst: sie erkennt, zulässt, kanalisieren lernt , und nicht dramatisiert.

5.2 Wie kann ich Gewalt und Aggression gegenübertreten?

Wir müssen Gewalt und Aggression verstehen und erklären können, damit wir fähig werden, einen Handlungsraum für rivalisierende Jugendliche und Konfliktparteien zu gestalten.

Vor nicht all zu langer Zeit war ich mit einem verhaltensauffälligen Jugendlichen aus dem Jugendtreff in einen Konflikt geraten von dem ich denke, er könne einiges dazu beitragen um Gewalt besser zu verstehen und um passender intervenieren zu können. Dieses Beispiel aus meiner Praxis möchte ich hier erwähnen, um den Handlungsspielraum aufzuzeigen:

Nach den Herbstferien darf aus heiztechnischen Gründen eine von zwei Zugangstüren zum Jugendtreff nicht mehr benützt werden. Dafür habe ich extra ein Hinweisschild erstellt, mit allen nötigen Informationen. Beim Befestigen des Schildes kam der Spruch vom Jungen: «Dieses Verbotsschild bleibe sowieso nicht lange hängen».

Meine Reaktion lies nicht lange auf sich warten und ich sprach eine nicht ganz ernst gemeinte Drohung aus: Wenn er dieses Schild abreissen würde, so werde ich ihm auch etwas abreissen. Zwei Minuten später war das Schild wirklich weg und ich hatte zwei Möglichkeiten: Ich weiche dem Konflikt (der Provokation) aus oder ich drücke meinen Groll sofort gegenüber dem besagten Jugendlichen aus. Ich war gereizt. Darauf hin konfrontierte ich den Jugendlichen sofort. Dieser wehrte sich mit allen Mitteln und es kam zur Eskalation: Er stritt alles ab und warf mir vor, ich beschuldige immer nur ihn. Danach wurde er respektlos, ausfällig, frech und schliesslich stiess er mich weg (Gewaltakt). Ich lies mich von seinen Drohgebärden und Einschüchterungsversuchen nicht beeindrucken und drohte ihm (Gewaltakt) meinerseits mit Hausverbot, im Wissen, dass dies bei ihm schwer durchzusetzen sein würde. Er war eine der Leader-Figuren unter den Jugendlichen. Meine Absicht war es, einen Verantwortlichen und Schuldigen für den Konflikt zuhaben, um ein deutliches Zeichen zu setzten. Spätestens hier hätte ich merken sollen, dass es hierbei nur noch darum ging meine Macht und Glaubwürdigkeit in der Rolle als Treffleiter gegenüber ihm und den Andern zu verteidigen. Ganz nach dem Motto: hier hat es nur für einen Chef platz und der bin ich! Wir wussten beide, dass dies jetzt notfalls bedeuten würde, die Polizei zu alarmieren. Dies warf er mir dann auch als Schwäche vor und lief daraufhin davon. Ich war mir im Klaren darüber, dass damit der Konflikt nicht gelöst war und ein Teil der treibenden Kraft (Aggression) sich nach draussen verlagern würde.

Dies hätte nicht sein müssen, vorher hätte eigentlich die Aggressionshemmung einsetzen sollen, die Fähigkeit aggressive Gefühle zu spüren und diese zu beherrschen. Anstelle der impulsiven Reaktion, hätte ich mir und ihm Zeit lassen müssen, um auf innere oder äussere Reize reagieren zu können. Ich denke, dass das Reflektieren des eigenen Handeln eine gute Methode ist, um zu intervenieren.

Später meldete sich der Jugendliche, der das Schild entfernt hatte bei mir und gestand seine Tat. Ich erkannte dann meinen Fehler der falschen Vermutung. Im Anschluss entschuldigte ich mich für meinen Fehler, was dann der erste Schritt zur Versöhnung war. Entschuldigen unter Männern ist schwierig aber es entspannt ungemein, wenn "Mann" es tut.

Literatur- und Abbildungsverzeichnis

Literatur- und Zeitschriftenverzeichnis

Bandura, A. (1979). Sozial-kognitive Lerntheorie: Stuttgart Bierhoff, H.W. (1998). Aggression und Gewalt: Stuttgart

Böhnisch, L. (1992). Sozialpädagogik des Kindes- und Jugendalters: Weinheim bei München

Böhnisch, L. (1997). Sozialpädagogik der Lebensalter: Weinheim bei München Breakwell, G.M. (1998). Aggression bewältigen: Bern

Galtung, J. (1975). Strukturelle Gewalt: Reinbek bei Hamburg Godenzi, A. (1993) . Gewalt im sozialen Nahraum: Basel

Lempert, J. & Oelemann, B. (1995) . "...dann habe ich zugeschlagen": Hamburg

Schindler, W. (1995). Mensch am Computer. Gemeinschaftswerk Evangelischer

Publizistik. Auf Internet abrufbar: http://www.epv.de/joseftalmacindex.html

Siegrist, A. (1999). Aggression und Gewalt in der Betagtenpflege. Bulletin der

Gesundheitsförderung des Kantons Basel-Landschaft Mehr vom Leben, 1999 (2), 12- 13.

Fuchs, R. Aggression. Microsoft® Encarta® 98 Enzyklopädie [Software]. 1993-1997. Redmond: Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. Auf Internet abrufbar: http://www.microsoft.ch

Müller, H.W. Gewalt. Microsoft® Encarta® 98 Enzyklopädie [Software]. 1993-1997. Redmond: Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. Auf Internet abrufbar: http://www.microsoft.ch

Kurzgeschichte:

Hohler, F. (1993). Der Schlag. In H. Werthmüller (Hrsg.), TZT-Impulse, (17) (S. 32- 33). (1993). Meilen/Schweiz: Si TZT Verlag.

Abbildungsverzeichnis

Das Titelbild zum Thema Gewalt stammt aus "Wahrscheinlich guckt wieder kein Schwein" von F.K. Waechter, 1978, Zürich

Abbildung 1: Aggressionshemmung

Anmerkung. In Anlehnung an: Aggression und Gewalt in der Betagtenpflege (S.13) von A. Siegrist in Bulletin der Gesundheitsförderung des Kantons Basel-Landschaft, Mehr vom Leben,1999 (2), Liestal

Abbildung 2:"was verstehen sie unter Gewalt?"

Anmerkung. Aus Befragung von 1006 Schülern und Schülerinnen (S.175, Abbildung 9-1) von W. Frindte in H. Bierhoff, Aggression und Gewalt, 1998, Stuttgart

Abbildung 3: Die typischen Angriffsphasen Anmerkung. Aus Angriffsphase n (S.56, Abbildung 1) von G.M. Breakwell in G.M. Breakwell, Aggression bewältigen, 1998, Bern

Abbildung 4: Typologie der Gewalt

Anmerkung. Aus Eine Typologie der Gewalt (S.15, Schaubild 1) von J. Galtung in J. Galtung, Strukturelle Gewalt, 1975, Reinbek bei Hamburg

Abbildung 5: Lerntheoretisches Gewaltmodell Anmerkung. In Anlehnung an: Soziale Lerntheorie (S.79, Abbildung 4) von (Quelle: O'Leary, 1988, S. 38) in A. Godenzi, Gewalt im sozialen Nahraum, 1993, Basel

26 von 26 Seiten

Details

Titel
Thema Gewalt Schwerpunkt: Erklärungsansätze / Theorien
Note
gut bestanden
Autor
Jahr
2000
Seiten
26
Katalognummer
V96447
ISBN (eBook)
9783638091237
Dateigröße
580 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Thema, Gewalt, Schwerpunkt, Erklärungsansätze, Theorien
Arbeit zitieren
michele salvatore (Autor:in), 2000, Thema Gewalt Schwerpunkt: Erklärungsansätze / Theorien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/96447

Kommentare

  • Gast am 17.3.2001

    gewalt.

    danke, war mir eine hilfe

Im eBook lesen
Titel: Thema Gewalt Schwerpunkt: Erklärungsansätze / Theorien



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