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Musical-Tourismus im ökonomischen und kulturellen Zusammenhang: Wie sieht die Gegenwart aus und wo geht die Reise noch hin ?

Title: Musical-Tourismus im ökonomischen und kulturellen Zusammenhang: Wie sieht die Gegenwart aus und wo geht die Reise noch hin ?

Term Paper , 1999 , 18 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Simone Schroth (Author)

Cultural Studies - Basics and Definitions
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Es ist noch gar nicht lange her, da führten die Musicals ein Schattendasein in der deutschen Kulturlandschaft. Nur sehr gelegentlich kamen sie im ein oder anderen Stadttheater zur Aufführung. Das änderte sich am 18. April 1986, als die Unternehmensgruppe Stella, ein privatwirtschaftliches Unternehmen, mit der Produktion des Broadway-Erfolgsmusicals Cats in Hamburg erstmals das Thema Ensuite-Musical angegangen ist.
Hinzu kam am 12. Juni 1988 Andrew Lloyd Webbers Starlight Express, der ebenfalls als Stella-Inszenierung seitdem in Bochum zu sehen ist und bis dato über 7,5 Millionen Gäste in die Stadt an der Ruhr gelockt hat.
Heute hat der Musicalzirkus noch größere Ausmaße angenommen: Zu den acht Stella-Produktionen (Cats, Starlight Express, Das Phantom der Oper, Miss Saigon, Die Schöne und das Biest, Les Misérables, Joseph and the amazing technicolor dreamcoat, Der Glöckner von Notre Dame) gesellen sich noch zahlreiche weitere sogenannte Sitdown-Productions, also Produktionen mit jahrelanger Laufzeit in festen Häusern. Dazu gehören etwa das seit 1994 in Hamburg präsentierte Stück Buddy Holly Story und die erst vor kurzem angelaufene Produktion Jekyll & Hyde, die im Musical Theater Bremen gezeigt wird. Und auch in Nordrhein-Westfalen werden zahlreiche Musicals aufgeführt. Neben den Stella-Produktionen Les Misérables (Musical Theater Duisburg), Joseph and the amazing technicolor dreamcoat (Colosseum Essen) und Starlight Express (Starlighthalle Bochum), war es drei Jahre lang vor allem das vom Düsseldorfer Capitol Theater inszenierte Erfolgsstück Grease, welches die Besucher nach Nordrhein-Westfalen lockte. Am 25. Februar 1999 wurde Grease schließlich von Jonathan Larsons Rent abgelöst, das derzeit durch Deutschland tourt und voraussichtlich im Jahre 2000 in die Rheinmetropole zurückkehrt. Erfolgversprechend ist auch die Aufführung von Saturday Night Fever, die ebenfalls vom Capitol Theater inszeniert wurde und seit dem 11. September 1999 im Kölner Musical Dome zu sehen ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I) Einleitung: Musicals in den 80er- und 90er - Jahren– eine Boombranche entsteht

II) Hauptteil

II.1) Pauschal oder individuell – Viele Wege führen zu Musicals

II.1.1) Anruf genügt: Kartenverkauf direkt an den Privatkunden

II.1.2) ,Neckermann macht`s möglich`: Kartenverkauf über Reisebüros und Reiseveranstalter

II.1.3) Hauptsache pauschal: Bustouren zu den Musical-Events

II.1.4) Mit Musical-Packages zur besseren Auslastung: Ticketverkauf in Hotels

II.1.5) Das Musical als Rahmenprogramm für Kongresse: Tickets, die Firmen und Verbände erwerben

II.2) ,,Ein Standort wird durch ,,Cats“ erst schön“ – Die wirtschaftlichen Auswirkungen einer Sitdown-Production auf eine Region

II.2.1) Das falsche Stück am falschen Ort: Sunset Boulevard in Niedernhausen

II.2.2) Werbung für noch mehr Städtetourismus: Die Musicals in Hamburg

II.2.3) Erfolgreicher Strukturwandel dank Starlight Express: Bochum - einst Kulturwüste, heute Musical-Hochburg

II.2.4) Der Funke springt nicht über: Musicals in Duisburg und Essen können sich nicht durchsetzen

II.2.5) In der Landeshauptstadt ,,Greaselt`s“: Zwei junge Produzenten machen Düsseldorf zur Musical-Stadt – und das mit Erfolg

II.3) Musical-Reisen als Teil des ,,Post-Tourismus“ – Sind Urban Entertainment Center die Zukunft ?

II.3.1) Freizeitparks und Shopping Malls: Vorbilder für die Urban Entertainment Center

II.3.2) Das Stella Erlebnis-Center in Stuttgart - und was sonst noch so geplant ist

III) Resümee: Die Zukunft des Musicals: Hochkultur oder Konsum pur?

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit analysiert die Entwicklung und wirtschaftliche Bedeutung von Musical-Produktionen in Deutschland, insbesondere im Kontext von sogenannten Sitdown-Produktionen. Ziel ist es, die Auswirkungen dieser Events auf die touristische Attraktivität und den Strukturwandel einzelner Standorte zu untersuchen sowie kritisch zu hinterfragen, ob der Trend zu gigantischen Urban Entertainment Centern langfristig die kulturelle Qualität des Genres gefährdet.

  • Vertriebswege und Kundenstrukturen von Musical-Reisen
  • Wirtschaftliche Impulswirkungen von Musical-Standorten
  • Fallstudien zum Erfolg bzw. Misserfolg von Produktionen in verschiedenen Städten
  • Zukünftige Rolle von Urban Entertainment Centern im Kulturtourismus
  • Kritische Diskussion zur Kommerzialisierung von Kulturangeboten

Auszug aus dem Buch

II.2.1) Das falsche Stück am falschen Ort: Sunset Boulevard in Niedernhausen

Die spektakuläre Pleite von Sunset Boulevard im Rhein-Main-Theater in Niedernhausen verdeutlicht am ehesten, welche Auswirkungen ein falsches Stück am falschen Ort haben kann. Hätte die Webber-Firma Really Useful Group das Musical woanders aufgeführt, etwa im nur wenige Kilometer entfernten Frankfurt, wäre es nicht zu einem derartigen Flop geworden. Statt Sunset Boulevard in einer Großstadt aufzuführen – die englischsprachige Version ist im Adelphi Theater in London zu sehen – wurde es in die hessische Provinz verbannt. Dabei reichte es eben nicht aus, ein feudales Hotel mit Gastronomie ans Ende der Welt zu bauen. Was fehlte, war das Flair einer Metropole, das auch im Stück selbst, welches von den Leiden einer alternden, aber immer noch glamourösen Hollywood-Diva erzählt, ein wichtiges Element darstellt.

Das Stück lief insgesamt 3 Jahre - von 1995 bis 1998 - in Niedernhausen, bevor es vor gut einem Jahr in Konkurs ging.

Zusammenfassung der Kapitel

I) Einleitung: Musicals in den 80er- und 90er - Jahren– eine Boombranche entsteht: Das Kapitel beschreibt den historischen Aufstieg des Musicals in Deutschland, maßgeblich geprägt durch die Unternehmensgruppe Stella, und den Wandel des Genres von einer Nischenerscheinung zur populären touristischen Attraktion.

II) Hauptteil: Der Hauptteil gliedert sich in drei Schwerpunkte, die den Ticketvertrieb, die regionalwirtschaftlichen Effekte von Sitdown-Produktionen und den Trend zu Urban Entertainment Centern detailliert beleuchten.

III) Resümee: Die Zukunft des Musicals: Hochkultur oder Konsum pur?: Das Fazit hinterfragt kritisch die zunehmende Kommerzialisierung und "McDonaldisierung" von Kultur und warnt vor einer drohenden Sättigung durch den inflationären Bau gigantischer Erlebniszentren.

Schlüsselwörter

Musical-Tourismus, Sitdown-Production, Stella AG, Urban Entertainment Center, Standortmarketing, Strukturwandel, Kulturwirtschaft, Erlebnisökonomie, Starlight Express, Grease, Kommerzialisierung, Freizeitkonsum, Tourismusmarketing, Regionalentwicklung, Event-Marketing

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der wirtschaftlichen und touristischen Bedeutung von Musical-Produktionen in Deutschland und deren Einfluss auf die Stadtentwicklung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen der Vertrieb von Musical-Reisen, die wirtschaftlichen Auswirkungen von Musical-Theatern auf ihren Standort sowie die Zukunftsprognosen für das Genre im Rahmen von Urban Entertainment Centern.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die Erfolgsfaktoren für Musical-Standorte zu identifizieren und die Gefahren einer zu starken Kommerzialisierung im Zuge der Erlebnisökonomie kritisch zu hinterfragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Analyse von Sekundärstatistiken, Pressemeldungen, Branchenberichten und persönlichen Einschätzungen zu ökonomischen Kennzahlen und Marktbedingungen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Es werden verschiedene Vertriebskanäle (Direktverkauf, Reisebüros, Bustouristik), diverse Standort-Fallbeispiele (Hamburg, Bochum, Niedernhausen, Essen, Duisburg, Düsseldorf) sowie aktuelle Trends der Unterhaltungsindustrie untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Musical-Tourismus, Standortmarketing, Urban Entertainment Center, Kulturwirtschaft und Erlebnisökonomie definieren.

Warum wird das Projekt "Sunset Boulevard" in Niedernhausen als gescheitert betrachtet?

Das Scheitern wird primär auf den "falschen Ort" zurückgeführt, da das Flair der Metropole, das für die Handlung des Stücks essenziell ist, in der hessischen Provinz nicht repliziert werden konnte.

Wie unterscheidet sich die Situation in Bochum von anderen Standorten?

In Bochum gelang durch "Starlight Express" ein erfolgreicher Strukturwandel, da das Musical als Identifikationsmerkmal in einer ansonsten strukturschwachen, industriell geprägten Region etabliert wurde, was zu einer Verdoppelung der Übernachtungszahlen führte.

Welche Rolle spielt Thomas Krauth für die Musical-Stadt Düsseldorf?

Als privater Produzent leistete er mit dem "Capitol Theater" und der Inszenierung von "Grease" einen maßgeblichen Beitrag zur touristischen Wertschöpfung in Düsseldorf, völlig unabhängig vom Branchenriesen Stella AG.

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Details

Title
Musical-Tourismus im ökonomischen und kulturellen Zusammenhang: Wie sieht die Gegenwart aus und wo geht die Reise noch hin ?
College
University of Dusseldorf "Heinrich Heine"  (Institut für Neuere Germanistik)
Course
Musicals in Deutschland
Grade
sehr gut
Author
Simone Schroth (Author)
Publication Year
1999
Pages
18
Catalog Number
V9645
ISBN (eBook)
9783638162906
Language
German
Tags
Musical Musicals Tourismus Musical-Tourismus Stella Grease Starlight Express Sunset Boulevard Cats Phantom der Oper Urban Entertainment Center
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Simone Schroth (Author), 1999, Musical-Tourismus im ökonomischen und kulturellen Zusammenhang: Wie sieht die Gegenwart aus und wo geht die Reise noch hin ?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/9645
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