Psychosoziale Folgen dauerhafter Erwerbslosigkeit


Seminararbeit, 1997

16 Seiten


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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Situation auf dem Arbeitsmarkt

3. Erkrankungen durch Arbeitslosigkeit

4. Gesundheitsgefährdung und erhöhte Mortalität durch Dauererwerbslosigkeit

5. Soziale Situation und gesellschaftliche Ausgrenzungstendenzen dauerhaftErwerbsloser

Literaturverzeichnis

Anhang

1. Einleitung

Un- und Angelernte, Frauen, Behinderte, unter 25-jährige, Fehlqualifizierte, Ausländer und ältere Arbeitnehmer (über 45 Jahre) sind die sogenannten ‘Problemgruppen des Arbeitsmarktes’. Betrachtet man den Arbeitsmarkt der Bundesrepublik Deutschland, sind dies die Personen, die bereits arbeitslos sind oder kaum noch damit rechnen können, in kurzer Zeit einen neuen Arbeitsplatz zu bekommen.1 Dieser Prozeß der Auslese wird aber keinesfalls stoppen, solange immer mehr Menschen aufgrund der sich ständig verschlechternden Lage auf dem Arbeitsmarkt in die Arbeitslosigkeit entlassen werden.

So entstehen zwei große Problemkreise. Der Sozialstaat steht vor dem Problem, die nötigen Gelder aufzubringen, die zur Unterstützung von immer mehr Menschen nötig sind, um soziale Leistungen wie Arbeitslosengeld- oder hilfe und Sozialhilfe auch in Zukunft gegenüber den Bedürftigen gewährleisten zu können. Die Erwerbslosen stehen vor dem Problem, daß diese Gesellschaft sie anscheinend nicht mehr benötigt und sie eher als Kostenfaktor denn als Menschen angesehen werden. Die daraus resultierenden Folgen für Erwerbs- und Dauererwerbslose werden immer gravierender. Der Druck, der auf ihnen lastet, führt einerseits zu Erkrankungen, deren Ursache im vorangegangenen Gesundheitsempfinden der Betroffenen zu suchen ist und andererseits zu überhöhter Mortalität und Suizidgefährdung. Die dadurch verursachten zusätzlichen Kosten, die der Staat aufbringen muß, werden wiederum den Erwerbslosen zugeschrieben und so wird der Problemkreis zum Teufelskreis.

Diese Hausarbeit beschreibt einleitend die Situation auf dem Arbeitsmarkt. Danach wird die Erkrankungshäufigkeit und die Art der Erkrankungen von Erwerbslosen gegenüber Beschäftigten untersucht. Unter Punkt 4 wird das Gesundheitsempfinden Erwerbsloser, sowie die Mortalität und die Suizidgefährdung näher beleuchtet. Im abschließenden Punkt 5 soll die soziale Situation und die Stigmatisierung Erwerbsloser den Zusammenhang zwischen Arbeitslosigkeit und den genannten Folgeerscheinungen klären.

Aufgrund des begrenzten Umfangs dieser Hausarbeit wird auf die Frage der selbstverschuldeten Arbeitslosigkeit und eventuell bestehende Radikalisierungstendenzen Erwerbsloser nicht eingegangen.

2. Situation auf dem Arbeitsmarkt

Das Aneinanderreihen von Zahlen und Statistiken über das Ausmaß der derzeit in Deutschland ständig steigenden Anzahl von Arbeitslosen sei hier bis auf ein paar wenige Daten ausgespart, da die meisten Medien mittlerweile täglich darüber berichten.

Das Arbeitsamt meldet für Juli 1997 eine Zahl von 4,354 Millionen registrierten arbeitslosen Männern und Frauen, darunter 1,442 Millionen Langzeitarbeitslose2 (siehe Anhang). Die Zahl der tatsächlich Arbeitsuchenden ist wesentlich höher. Sie befinden sich in Umschulungs- und Weiterförderungsmaßnahmen, in Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, viele Frauen überbrücken die Zeit nach der Schulausbildung mit einem sozialen Jahr, andere befinden sich in Rehabilitationsmaßnahmen, absolvieren ein Berufsgrundbildungsjahr, gehen in Berufsaufbauschulen oder besuchen berufsbefähigende Lehrgänge.3 1,4 Millionen, so die Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik, befinden sich in diesen Warteschleifen und drängen früher oder später auf einen völlig überlasteten Arbeitsmarkt. Die Arbeitsgruppe rechnete im Jahr 1996 mit insgesamt 7,4 Millionen fehlenden dauerhaften Arbeitsplätzen. Wegen fehlender Vermittlungschancen oder weil sie keinerlei Ansprüche auf Unterstützung haben, lassen sich über 2 Millionen arbeitswillige Menschen gar nicht erst beim Arbeitsamt registrieren (stille Reserve).4

So kommt zur Massenarbeitslosigkeit, die in der Bundesrepublik Deutschland seit Anfang der 80er Jahre besteht, heute zunehmend das Problem der Dauererwerbslosigkeit hinzu. Diese Untersuchung beschränkt sich weitgehend auf die von diesem Problem besonders betroffenen Personen. Menschen also, welche nach langjähriger Erwerbstätigkeit erwerbslos geworden sind und nun mit einer völlig veränderten Lebenssituation umgehen müssen.

3. Erkrankungen durch Arbeitslosigkeit

Arbeitslose unterliegen einem höheren Krankheitsrisiko als dauerhaft Beschäftigte. Dies weisen Studien nach, die seit der Weltwirtschaftskrise Ende der 20-er Jahre bis heute durchgeführt wurden.5 Laut einer Studie, die in der ”Schriftenreihe der Bundesanstalt für Arbeitsschutz” erschienen ist, treten bei Personen, die in ihrem Lebenslauf Arbeitslosigkeitsphasen aufweisen häufigere und längere Arbeitsunfähigkeitszeiten auf als bei durchgängig Beschäftigten.6 Der zuerst vermutete Verdacht, daß Arbeitslose generell einem geringeren Krankheitsrisiko unterliegen, löst sich auf, wenn beachtet wird, daß Arbeitslose weniger körperlichen Belastungen ausgesetzt sind, als eher psychischer Überbelastung und seelischem Druck. Gefährdungen der Arbeitswelt sollen natürlich nicht unterschätzt werden, da gerade dort häufig psychische und physische Erkrankungen ihren Ursprung haben. Jedoch addieren sich bei Arbeitslosen mehrere Faktoren zusammen, die zur Häufung von psychischen und damit somatischen Krankheiten führen. So spielt das Brachliegen von Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnissen eine große Rolle. Das Erlernte findet keine Anwendung mehr und verkümmert. Soziale Kontakte schwinden, da mit dem Ausschluß aus dem Betriebsgeschehen gemeinsame Erfahrungen im beruflichen Alltag nicht mehr gemacht werden können. Hinzu kommen oft materielle und finanzielle Schwierigkeiten. So kommt es bei Arbeitslosen weniger zu Infektionen und Krebs, also körperlichen Erkrankungen, vielmehr treten Psychosen und Neurosen auf. ”Unter Arbeitslosen kommen psychische Störungen wie z.B. Schizophrenie und Depressionen, Alkoholismus und Alkoholpsychosen sowie Selbstmorde und Selbstmordversuche überdurchschnittlich oft vor.”7 Von Herz-Kreislauf-Krankheiten, Magen-Darm-Erkrankungen, Gicht und übergewichtsbedingten Störungen sind Arbeitslose ebenfalls stärker betroffen als Beschäftigte. Gesundheitliche Probleme machen sich nicht erst mit Eintritt der Arbeitslosigkeit bemerkbar. Die Ursache für erhöhte Morbidität (Krankheitsanfälligkeit) liegt schon vorher im gesundheitlichen Empfinden von Menschen begründet. Angst vor finanziellen Schwierigkeiten, Angst vor dem wegfallenden Kontakt zu Kollegen8, Angst vor geringer Anerkennung in der Gesellschaft, usw. haben bereits Berufstätige zum festen Bestandteil ihres Denkens gemacht. Je schlechter sich die wirtschaftliche Situation für den Einzelnen darstellt, um so mehr Ängste machen sich breit und führen über diesen Weg zu gesundheitlichen Problemen. So ist z.B. durch den Zusammenbruch vieler Unternehmen in den fünf neuen Bundesländern eine Situation entstanden, die vorher fast unbekannt war. Bereits 1992 war ein Drittel der zuvor 10 Millionen Beschäftigten arbeitslos. Eine Gruppe von Forschern untersuchte die gesundheitlichen Folgen für Erwerbstätige und Erwerbslose der nun entstandenen Massenarbeitslosigkeit anhand einer Studie im Freistaat Sachsen.9 In der Studie wurden Erwerbstätige statistisch getrennt , nach Berufstätigen in Sorge und Berufstätigen ohne Sorge um ihren Arbeitsplatz. Berufstätige in und ohne Sorge und Arbeitslose nach ihren subjektiven gesundheitlichen Beschwerden befragt, berichten hauptsächlich über Einschlafstörungen, Geräuschempfindlichkeit, Herzbeschwerden und anderen negativen Erscheinungen. ” Durchgängig stärker betroffen waren die Berufstätigen in Sorgen um ihren Arbeitsplatz und Arbeitslose.”10 Beide Gruppen scheinen die gleichen Beschwerden in vergleichbarer Ausprägung zu empfinden. Befragt nach Verbesserung oder Verschlechterung des Gesundheitszustandes im Zeitraum vor 1993 zu 1993 gaben 58% der Probanden eine Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes an. Eine Zuspitzung der wirtschaftlichen Verhältnisse und sichtbare Verschlechterung der Situation auf dem Arbeitsmarkt tragen also zu erkennbaren Verschlechterung des subjektiven Gesundheitsempfindens und des objektiven Gesundheitszustandes bei. Dies wiederum führt verstärkt zu psychosomatischen Erkrankungen bei Arbeitslosen und bei Erwerbstätigen die im Bewußtsein der potentiellen Bedrohung durch Arbeitslosigkeit leben.11 Die Auswirkungen von ökonomischen Krisen und Arbeitslosigkeit verändern ebenfalls das Gesundheitsverhalten von Beschäftigten. Der Besuch beim Arzt sowie anstehende Behandlungen in Krankenhäusern und Kuraufenthalte werden so lange wie nur eben möglich verschoben, aus Angst, Krankheiten und Fehlzeiten könnten sich negativ auf ihr Beschäftigungsverhältnis auswirken.12 Auf lange Sicht lassen sich vorhandene Krankheiten aber nicht verheimlichen und deren Ausbruch erfährt lediglich eine zeitliche Verzögerung.

4. Gesundheitsgefährdung und erhöhte Mortalität durch Dauererwerbslosigkeit

Wenn es ausreicht, Menschen in Existenzängste und Unsicherheit ihre Zukunft betreffend zu versetzen, ‘nur’ aufgrund drohender Arbeitslosigkeit, welche Auswirkungen hat dann andauernde Arbeitslosigkeit auf die Psyche, den Körper und die Seele von Dauererwerbslosen?

Speziell in der Bundesrepublik belegen Studien den hohen Zusammenhang zwischen Arbeitslosigkeit und Beeinträchtigung von psychischer Gesundheit und körperlichem Wohlbefinden.13 Bei Langzeitarbeitslosen sind solche Symptome in erhöhter Ausprägung vorhanden. Einschränkend belegt die Studie von Warr und Jackson 1984, daß ca. 10 % der befragten Männer eine Verbesserung von physischen Erkrankungen wie Bronchitis und Rückenbeschwerden erfahren haben. Andere berichteten von einer Verbesserung ihrer psychischen Gesundheit.14 Die Ursachen hierfür dürften aber im Wegfall von erschwerten Arbeitsbedingungen und übermäßiger Streßbelastung liegen, die bei Ausübung der früheren Tätigkeit entstanden waren. Eine andere Möglichkeit bietet die nun vermehrt vorhandene Freizeit, deren sinnvolle Nutzung alleine oder mit der Familie zu einer Besserung der Psyche Arbeitsloser beitragen kann. Positive Erfahrungen mit Arbeitslosigkeit sind somit durchaus möglich.

Untersuchungen über die Folgen von Arbeitslosigkeit haben gezeigt, daß einAnpassungsprozeßan die Arbeitslosigkeit stattfindet.”15 So wie sich Menschen in Büro oder Werkstatt in vorhandene formelle und informelle Strukturen integrieren, passen sich Arbeitslose auf individuelle Art und Weise an ihre veränderte Lebenssituation an. Der individuellen Art der Bewältigung der Situation, die sich aus der Arbeitslosigkeit ergibt, legt Wacker 1976: “a) die affektive Befindlichkeit der Betroffenen, b) den Grad der Integration der Persönlichkeit der Betroffenen und c) das Aktivitätsniveau der Betroffenen” 16 zu Grunde.

Diese Faktoren prägen unter anderem Gesundheit und Verhalten Langzeitarbeitsloser in den jeweiligen Phasen der andauernden Arbeitslosigkeit. Es ist nicht möglich, eine allgemeingültige Aussage über das individuelle Erleben und Verhalten der Betroffenen während bestimmter Zeitpunkte der einzelnen Phasen zu machen, trotzdem hat sich ein nachvollziehbares Muster herauskristallisiert:

1. Nach einem anfänglichen Schock beruhigen sie sich sehr schnell und
2. begeben sich auf die Suche nach einer Arbeit. Sie schreiben Bewerbungen und zeigen Optimismus.
3. Stellt sich der gewünschte Erfolg nicht ein, macht sich nach einigen Monaten Pessimismus breit,
4. der dann zu Fatalismus und letztendlich zu Resignation führt.17

Zu diesen aufeinanderfolgenden Phasen zeigen sich spezifische, sowohl psychische wie auch somatische Krankheitsbilder.

In der ersten Phase überwiegt der Erholungseffekt gegenüber dem Schock, dem Frust und aufkeimender Angst. Es können gesundheitliche Besserungen eintreten, aufgrund der nicht mehr vorhandenen, den Körper und die Psyche überbeanspruchenden Berufstätigkeit. Zuversichtlich und voller Hoffnung bemühen sich die Betroffenen in den ersten Monaten um eine neue Arbeitsstelle. Die erste Phase des Optimismus schwindet, genauso wie der anfängliche Erholungseffekt, wenn die Bemühungen um einen neuen Arbeitsplatz immer wieder fehlschlagen. Das Selbstvertrauen gerät ins Wanken und Ansprüche an die gesuchte Arbeitsstelle wie auch Erwartungen hinsichtlich der Entlohnung werden reduziert. Die eigenen Fähigkeiten werden in Frage gestellt und Pessimismus macht sich breit. Eine Zunahme der Intensität schon vorhandener gesundheitlicher Beschwerden ist zu erkennen. So gaben laut der Studie von Harych und Harych die befragten Arbeitslosen im Freistaat Sachsen innerhalb des letzten Halbjahres 11,1% eine Verstärkung bei Herzbeschwerden, 16% eine Verstärkung bei Kreislaufbeschwerden und 16,4% eine sich verstärkende rasche Ermüdbarkeit an.18 Waren nach ca. einem halben Jahr alle Versuche, der Arbeitslosigkeit zu entkommen, erfolglos, dramatisiert sich die Lage in sozialer wie persönlicher Hinsicht. Sinkendes Selbstwertgefühl, familiäre Streitigkeiten, Kontaktverluste und die Zuspitzung der finanziellen und materiellen Lage tragen zusätzlich zu einer deutlichen Verschlechterung der Gesundheit Erwerbsloser bei. Erstreckt sich die Arbeitslosigkeit über ca. neun Monate bis hin zu einem Jahr, haben sich die Betroffenen mit ihrer Lage weitestgehend abgefunden und nehmen die damit verbundenen psychischen (z.B. Streß, Überforderung eigener Handlungskompetenz) sowie physischen (z.B. erhöhter Blutdruck, Magen-Darm-Erkrankung) Belastungen hin. Resignation bis zur Selbstaufgabe sowie Zustände apathischen Verhaltens kennzeichnen diese letzte Phase, in der Langzeitarbeitslose ihre Situation als unabwendbar akzeptieren. Das Risiko von physischen sowie psychischen Gesundheitsstörungen nimmt noch einmal zu.19 Eine Langzeitstudie in den USA beweist, daß Arbeitsplatz- und Einkommensverlust von großen Teilen der Bevölkerung eine Erhöhung von Einweisungen in psychiatrische Krankenhäuser zur Folge hatte.20

Bei nachweislich erhöhter Morbidität und psychischer Instabilität Erwerbsloser gegenüber Beschäftigten, stellt sich gleichzeitig die Frage nach erhöhter Mortalität (Sterblichkeitshäufigkeit) auch oder gerade in Verbindung mit Suizidversuchen und Suizid, verursacht durch dauerhafte Erwerbslosigkeit.

Ereignisse wie Krankenhausaufenthalte, Frühverrentungen und Sterbefälle treffen statistisch häufiger Erwerbslose als Beschäftigte.21 Dauererwerbslose sind noch mehr von Krankheit und frühzeitiger Mortalität betroffen. Das gehäufte Auftreten von Gesundheitsschäden, erhöhter Alkohol- und Drogenkonsum bis hin zu Alkohol- und Drogenabhängigkeit22 lassen den Schluß eines erhöhten Mortalitätsrisikos für die Betroffenen zu. Bezieht man die psychische Überbelastung der Dauererwerbslosen mit ein, wird die Übermortalität bei dieser Personengruppe durch vermehrt auftretende Suizidversuche und Suizide greifbar. Ließ sich in Deutschland zwischen 1923 und 1947 ein positiver statistischer Zusammenhang zwischen Arbeitslosigkeits- und Suizidraten feststellen, so taucht dieser Zusammenhang in der Bundesrepublik erst nach 1980 wieder auf.23 Meines Erachtens liegt dieses Phänomen daran, daß die Arbeitslosigkeit nach 1945 kriegsbedingt war und von daher weder gesellschaftlich stigmatisiert, noch als individuelle Eigenverschuldung betrachtet wurde. Erst nach 1974 wurde die wirtschaftliche Entwicklung in der BRD, nach Jahren, in denen immer nahezu Vollbeschäftigung herrschte, wieder von Krisen beeinträchtigt.24 So ist es erklärbar, daß der positive Zusammenhang zwischen Arbeitslosigkeit- und Suizidraten erst nach 1980 wieder auftauchte. In wirtschaftlichen Krisen sind ansteigende Selbstmordraten erst mit zeitlicher Verzögerung nach Eintritt der Krise festzustellen. Eine Bestätigung dafür liefert Boor 1980, der den Zusammenhang zwischen Ansteigen der Arbeitslosigkeit und gleichzeitig erhöhten Suizidraten für Kanada, Frankreich, Deutschland, Japan, Schweden und die USA nachwies.25

Es sind wiederum viele Faktoren, die Erwerbslose zu Selbstmordabsichten und Selbstmord bewegen können. Die Dauer der Erwerbslosigkeit und die anscheinend ausweglose Lage führen bei den Betroffenen z. B. zu Angstzuständen, Depressivität und Trauer. Der Verfall des Selbstwertgefühls, schwindende Autonomie und die Unfähigkeit der Bewältigung von Alltagsprobleme tragen genauso dazu bei, wie die Unzufriedenheit mit sich selbst und die Angst Erwartungen die Familie, Freunde und die Gesellschaft an sie stellen, nicht erfüllen zu können. Auch hier wirken sich finanzielle und materielle Engpässe zusätzlich negativ aus. Eine Untersuchung der schwedischen Blue-Collar-Worker, durchgeführt von Brenner und Levi im Jahre 1987, hat gezeigt, daß die Probanden einen Monat vor ihrer Entlassung hohe Streß-Scores in Verbindung mit überhöhten Kortison-Werten aufwiesen.26 Unsicherheit und Angst vor der neuen Situation dürften dafür verantwortlich gewesen sein. Die Werte normalisierten sich jedoch nach dem Eintritt der Arbeitslosigkeit. In diesem Fall konnten die Betroffenen auf das funktionierende Sozialsystem Schwedens zurückgreifen, welches den Bezug von 90% des zuvor erhaltenen Lohns gewährleistete. Die damalig niedrige Arbeitslosenquote läßt die Option zu, daß die Ehepartner oder Lebensgefährten ebenfalls über ein Einkommen verfügten. In solch einem System ist die Autonomie der Erwerbslosen nicht übermäßig eingeschränkt, und die Möglichkeit der Teilnahme am gesellschaftlichen Leben und eines relativ normalen Konsumverhaltens bleibt erhalten. Sind soziale Einrichtungen und Zuwendungen eines Staates so konzipiert, daß er dies nicht gewährleistet, so werden Erwerbslose an den Rand der Gesellschaft gedrängt und diese Isolation kann zur bereits erläuterten Übermortalität bei den Betroffenen führen.

5. Soziale Situation und gesellschaftliche Ausgrenzungstendenzen dauerhaft Erwerbsloser

Die Folgen und Probleme sich manifestierender Massen- und Langzeitarbeitslosigkeit beschränken sich nicht auf die davon direkt betroffenen Individuen, sondern haben auch Auswirkungen auf deren Familien, sowie den Freundes- und Bekanntenkreis. Des weiteren wird die hohe Arbeitslosigkeit zum gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Problem vieler Nationalstaaten. Was bei dieser Betrachtung besondere Beachtung erhalten sollte, ist daß genau diese wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und familiären Probleme sich wiederum auf die Betroffenen niederschlagen und dadurch der individuelle Umgang mit ihrer eigenen Situation immer schwieriger wird. Mit dem Verlust des vollen Einkommens und der sich stets vermindernden Höhe von Bezügen (in der BRD: anfangs Arbeitslosengeld, dann Arbeitslosenhilfe und letztendlich Sozialhilfe), gerät häufig die ganze Familie von Langzeitarbeitslosen in finanzielle und materielle Schwierigkeiten. Das durchschnittliche Arbeitslosengeld betrug in der Bundesrepublik 1988 lediglich 46% und die Arbeitslosenhilfe 37% des durchschnittlichen Nettoverdienstes eines Beschäftigten.27 Die sozialen Sicherungssysteme in Deutschland sorgen zwar dafür, daß niemand in seiner physischen Existenz durch Arbeitslosigkeit gefährdet wird, dennoch ist Arbeitslosigkeit “... zur wichtigsten Ursache von Armut geworden.”28 Es handelt sich hierbei nicht um den für z.B. ‘Dritte-Welt-Länder’ benutzten Begriff für Armut, mit dem oft Hunger und Tod verbunden sind, sondern um die sogenannte ‘Neue Armut’, die Zwangsverzicht auf gesellschaftsüblichen Konsum bis hin zu mangelhafter Ernährung beinhaltet. So werden Einzelne und ganze Familien aus der Gesellschaft ausgegrenzt und die Teilhabe am entstandenen gesellschaftlichen Reichtum und Wohlstand ist nur noch begrenzt möglich. Aber gerade produzieren und konsumieren sind zwei zentral wichtige Handlungsweisen in unserer Gesellschaft. Produzieren ist mit Arbeit oder präziser gesagt mit Erwerbsarbeit fast identisch, während konsumieren größtenteils in der Freizeit geschieht. Wird aber in so einer Gesellschaft einer Erwerbsperson die Möglichkeit zum Produzieren genommen, nimmt man ihr die Möglichkeit, ein durchschnittliches Einkommen zu erzielen und der Konsum muß stark reduziert werden. Gerade für untere Einkommensgruppen, die in Arbeitslosigkeit geraten entstehen schneller Notlagen. Ein gezwungener Wohnungswechsel bis hin zu mangelhafter Ernährung sind Folgen der finanziellen Einbußen oder der zu geringen materiellen Versorgung mit notwendigen Gütern.29 Der schon beeinträchtigte Gesundheitszustand, hervorgerufen durch die psychische Belastung der Arbeitslosigkeit, wird durch die angespannte soziale Lage der Erwerbslosen weiter verschlechtert und kann zu einer Senkung der Leistungsfähigkeit beitragen. Dies “... erschwert gleichermaßen die Rückkehr in die auf Leistungsfähigkeit bezogene Erwerbswelt.30

Ein weiteres Problem ist die mit andauernder Erwerbslosigkeit fortschreitende Ent- oder Dequalifizierung. Dazu gehört weit mehr als lediglich die speziell beruflich erworbene Kompetenz. So spielen auch die Fähigkeiten und Kenntnisse, die Menschen im Laufe ihrer Erwerbstätigkeit im Bezug auf soziale Kompetenz, Allgemeinbildung, traditionellen Arbeitstugenden und der Organisation des Alltages erworben haben, mit eine große Rolle.31 Diese Qualifikationen schwinden mit der Zeit, wenn sie im Alltag keinerlei Anwendung finden. Für Langzeitarbeitslose kommt eine weitere Komponente hinzu. Die durch den stetigen Fortschritt und Einsatz neuer Technologien notwendig gewordene, dauernde Weiterqualifizierung der Berufstätigen bleibt Erwerbslosen durch den Ausschluß aus der Arbeitswelt vorenthalten. Angebotene Weiterbildungskurse lassen es häufig an Qualität und Effizienz fehlen und die Teilnehmer werden am Markt vorbei ausgebildet.32 Positiv ist dabei aber der psychologische Effekt dieser Maßnahmen hervorzuheben, da soziale Kontakte aufgebaut werden können und Kommunikation mit den anderen Teilnehmern stattfinden kann. Eine Stärkung des Selbstvertrauens und der Abbau von Aggression und dem Gefühl der Ohnmächtigkeit ist in solchen Qualifizierungsmaßnahmen möglich.33

Das bis heute noch nicht überholte konservative Rollenverhalten in unserer Gesellschaft, in dem der Mann den Platz des Ernährers einer Familie einnimmt, bereitet gerade arbeitslos gewordenen Männern große Schwierigkeiten. Männer, welche über diesen Weg ihre Stellung als Patriarch in der Familie gesichert haben, werden unter Macht- und Autoritätsverlust leiden. Der Verlust der Ernährerrolle bringt seine hieraus stammende Autorität ins Wanken, da er nicht mehr imstande ist, die materielle Existenz der Familie zu gewährleisten.34 Die daraus resultierende Unzufriedenheit des Mannes und eine eventuell hinzukommende Verschiebung der partnerschaftlichen Machtposition, läßt Spannungen in einer Partnerschaft entstehen. Die ständige Anwesenheit des Mannes birgt zusätzlich die Gefahr einer Verschlechterung der Beziehungsqualität in sich.

Veränderungen unterliegen auch Kinder aufgrund der väterlichen Arbeitslosigkeit. Sie wirken entmutigt und resigniert, zeigen Zukunftsangst, fürchten sich vor gesellschaftlicher Ausgrenzung und neigen zu Schlafstörungen.35 Die schulischen Leistungen der Kinder von Arbeitslosen sind im Vergleich unter dem Durchschnitt der Schüler im allgemeinen. Je nach individueller Verarbeitung der Situation “Erwerbslosigkeit” durch den Vater, können sich dessen Stimmungen auf die Kinder übertragen. Da bei arbeitslosen Vätern häufiger eine negative und pessimistische Einstellung vorherrscht, ist diese Störung der familiären Harmonie Auslöser für geistiges und seelisches Ungleichgewicht bei den Kindern, welches auch zu körperlichen Erkrankungen führen kann. Selbst die nun vermehrt zur Verfügung stehende freie Zeit nutzen arbeitslose Väter nicht, um sich intensiver oder häufiger mit ihren Kindern auseinanderzusetzen.

Vielen Frauen bleibt in der Zeit der Arbeitslosigkeit die organisatorische Rolle zur Aufrechterhaltung des Haushaltes erhalten, da sie diese auch meist während ihrer Voll- und Teilzeitarbeit ausfüllen. Diese Aufgabe hilft die erdrückenden Folgen der Arbeitslosigkeit zu dämpfen und so stellte auch Brinkmann 1976 kaum überrascht fest, daß die psychosozialen Belastungen bei arbeitslosen Männern höher sind als bei arbeitslosen Frauen.36 Gleichfalls wird auch die Frau in der Rolle der Hausfrau von der Gesellschaft weitgehend akzeptiert und kann darin Anerkennung z.B. durch Freunde und Verwandte erfahren, während der Mann in der Arbeitswelt die höhere Akzeptanz genießt und sich dort Bestätigung und Anerkennung durch Kollegen oder Vorgesetzte holen kann. Frauen und Männer gleichermaßen finden in der Erwerbstätigkeit aber noch weit mehr als Mittel zur Bestätigung und manifeste Möglichkeit des Gelderwerbs für den Lebensunterhalt. Dazu gehört eine geregelte Zeiteinteilung, die wie am Beispiel der“Arbeitslosen von Marienthal” 37 aufgezeigt wurde, vom Verfall bedroht ist, wenn keine sinnvolle Nutzung der daraus gewonnene Zeit durch die Erwerbslosen selbst angestrebt wird. Des weiteren dient Erwerbstätigkeit der Aufrechterhaltung sozialer Kontakte mit Kollegen, die auf einer nicht so emotional besetzten Ebene wie die der Familie basieren. Und in fortschrittlicheren Unternehmen besteht für Erwerbstätige eventuell auch die Möglichkeit an der Teilnahme von gemeinschaftlichen Zielsetzungen, z.B. in Form von Gruppenarbeit. Die hier gefundene Selbstbestätigung und Bestätigung durch Mitarbeiter heben das Selbstwertgefühl und das Selbstbewußtsein, gleichzeitig wird das Bedürfnis nach Kommunikation befriedigt. “Berufliche Arbeit verkörpert das Erleben von Kompetenz, Selbständigkeit, Unabhängigkeit, eigener Wichtigkeit, das Gefühl etwas darzustellen und das Erfahren sozialer Eingebundenheit.38 Erwerbslose müssen diese Erfahrungen anderweitig machen, ansonsten bleibt ihnen nur der Verzicht, mit den daraus resultierenden Folgen wie, z.B. ein vermindertes Selbstwertgefühl oder der Verlust sozialer Eingebundenheit.

Schamgefühle gegenüber Freunden oder Bekannten können zur Isolation der Betroffenen und ihrer Familie führen. Aus Angst vor gesellschaftlicher Stigmatisierung probieren laut der Studie von Hentschel, Möller und Pintar 1977, 13% der Arbeitslosen ihren derzeitigen Status vor Freunden und Bekannten zu verheimlichen und 5% wollen es nicht einmal der eigenen Familie mitteilen.39 Über die Hälfte der von Brinkmann in einer Untersuchung befragten Arbeitslosen gaben an, Probleme zu haben, mit Freunden und Bekannten über ihre Arbeitslosigkeit zu reden.40 Mit andauernder Arbeitslosigkeit wollen immer mehr ihre Situation verschweigen. Aus Angst, in dieser geschwächten Position als ‘Nichtinhaber eines Arbeitsplatzes’ der Gesellschaft gegenüber zu treten und dem Risiko der gesellschaftlichen Stigmatisierung ausgesetzt zu sein, unterlassen Erwerbslose den Versuch, in die Öffentlichkeit zu gehen und meiden sogar soziale Kontakte zu ihrer vertrauten Umwelt. Ohne Unterstützung und soziale Kontakte von außen, laufen die Betroffenen jedoch Gefahr, zu vereinsamen, ihr individuelles Selbstwertgefühl zu verlieren und ihre Identität dem Verfall preiszugeben. “Von Außenstehenden wird dieser Verlust des Lebenssinns als fatalistische Lebenshaltung wahrgenommen und in aller Regel negativ bewertet - ein sich selbst verstärkender Prozeß.41 Solange kein klareres Bild über die soziale Situation von Erwerbslosen an die Öffentlichkeit gelangt und die Betroffenen sich selbst zurückziehen, wird sich an der sich stetig verschlechternden Lage der Erwerbslosen nichts ändern.

Literaturverzeichnis:

Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik: Memorandum’97 - Beschäftigungspolitik und gerechte Einkommensverteilung gegen soziale Zerstörung, Köln 1997.

Drechsler, Hanno, u.a.: Gesellschaft und Staat - Lexikon der Politik, Baden-Baden 1989.

Fichtner, Ullrich: Angriff auf die Glückskinder, Frankfurter Rundschau, 28. Juni 1997.

Glücklich, Frank: Kapitulation vor der Dauererwerbslosigkeit - Welchen Weg nimmt dieBundesrepublik?, Hamburg 1988.

Harych, Horst, u.a.: Arbeitslosigkeit und gesundheitliche Folgen in Ostdeutschland - eine Studie im Freistaat Sachsen, Dresden 1996.

Kirchler, Erich: Arbeitslosigkeit - Psychologische Skizzenüber ein anhaltendes Problem, Göttingen 1993.

Oppolzer, Alfred: Ökologie der Arbeit - Mensch und Arbeitsumwelt: Belastungen und Gestaltungserfordernisse, Hamburg 1993.

Resetka, Hans-Jürgen, u.a.: Qualifizierungsmaßnahmen und psychosoziale Befindlichkeit beiArbeitslosen, Frankfurt am Main 1996.

Schach, E., u.a.: Die Gesundheit von Arbeitslosen und Erwerbstätigen im Vergleich, Dortmund 1994.

Statistisches Bundesamt: Registrierte Arbeitslose, Stand 08.09.1997.

[...]


1 Glücklich, Frank: Kapitulation vor der Dauererwerbslosigkeit - Welchen Weg nimmt die Bundesrepublik?, Hamburg 1988, S. 45.

2 Statistisches Bundesamt, Registrierte Arbeitslose, Stand 08.09.1997. http://www.statistik-bund.de/indicators/d/am01d.htm Anm.: Langzeitarbeitslos sind diejenigen Personen, deren Arbeitslosigkeit schon über 12 Monate andauert, so die Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik ”- Memorandum’97- Beschäftigungspolitik und gerechteEinkommensverteilung gegen soziale Zerstörung, Köln 1997, S. 55.

3 Fichtner, Ullrich: Angriff auf die Glückskinder, Frankfurter Rundschau, 28. Juni 1997, S. 3.

4 Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik, S. 55.

5 Oppolzer, Alfred: Ökologie der Arbeit - Mensch und Arbeitsumwelt: Belastungen undGestaltungserfordernisse, Hamburg 1993, S. 157.

6 Schach, E., u.a.: Die Gesundheit von Arbeitslosen und Erwerbstätigen im Vergleich, Dortmund 1994, S. 3.

7 Oppolzer, S.158.

8 Der Autor verwendet der Einfachheit halber lediglich die männliche Form der Anrede.

9 Harych, Horst, Horst, u.a. : Arbeitslosigkeit und gesundheitliche Folgen in Ostdeutschland - eine Studie imFreistaat Sachsen, Dresden 1996.

10 Zit. nach: Harych, u.a. , S. 13.

11 Ebd., S. 23. Siehe dazu auch Kirchler, Erich: Arbeitslosigkeit - Psychologische Skizzen über ein anhaltendes Problem, Göttingen 1993, S. 52.

12 Kirchler, S. 52.

13 Zu diesem Ergebnis kommt Häfner 1990 in seiner Veröffentlichung: Arbeitslosigkeit: Ursache von Krankheitund Sterberisiken?, in: Resetka, Hans-Jürgen, u.a.: Qualifizierungsmaßnahmen und psychosozialeBefindlichkeit bei Arbeitslosen, Frankfurt am Main 1996, S. 31.

14 Ebd., S. 30.

15 Zit. nach: Kirchler, S. 20.

16 Zit. nach: Wacker, A: Arbeitslosigkeit, Frankfurt am Main: Europäische Verlagsanstalt, in Resetka, u.a., S. 22.

17 Ebd., S. 23. Siehe dazu auch Kirchler, S. 47.

18 Harych, u.a., S. 14.

19 Oppolzer, S. 160.

20 Schach, u.a, S. 3.

21 Ebd., S. 8.

22 Kirchler, S. 53.

23 Resetka, u.a., S. 26.

24 Drechsler, Hanno, u.a.: Gesellschaft und Staat - Lexikon der Politik, Baden-Baden 1989, S. 37.

25 Boor, M.: Relationships between unemployment rates and sucide rates in eight countries, 1962-1976. Psychological Reports, 47, 1095-1101, in Kirchler, S. 53.

26 Brenner, S. O., Levi, L.: Long-term unemployment among women in Sweden. Social Science and Medicine, 25 (2), 153-161, in Resetka, u.a., S. 30.

27 Oppolzer, S. 157.

28 Ebd., S. 157.

29 Glücklich, S. 43.

30 Zit. nach: Glücklich, S. 44.

31 Ebd., S. 44.

32 Resetka, u.a., S. 48.

33 Ebd., S. 44.

34 Kirchler, S. 57.

35 Ebd., S. 62.

36 Brinkmann, C.: Finanzielle und psycho-soziale Belastungen während der Arbeitslosigkeit. Mitteilungen aus der Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, 9, 397-413, in Kirchler, S. 71.

37 Ebd., S. 43.

38 Zit. nach: Resetka, u.a., S. 19.

39 Hentschel u.a.: Zur Lage der Arbeitslosen in Nordrhein-Westphalen, Köln, in Kirchler, S. 63.

40 Brinkmann, C., in Kirchler, S. 64.

41 Zit. nach: Glücklich, S. 43.

16 von 16 Seiten

Details

Titel
Psychosoziale Folgen dauerhafter Erwerbslosigkeit
Veranstaltung
Industrie- und Betriebssoziologie I
Autor
Jahr
1997
Seiten
16
Katalognummer
V96466
Dateigröße
362 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Arbeit beruht auf der Problematik der seit Jahrzehnten herrschenden Misere auf den Arbeitsmärkten. Dauerhafte Massenarbeitslosigkeit hinterläßt tiefe Wunden innerhalb der Bevölkerung. Am schwersten davon betroffensind mehrere gesellschaftliche Gruppen. Darunter in der Hauptsache Jugendliche, Frauen, Behinderte, Ausländer und ältere ArbeitnehmerInnen. Im Detail werden Mortalität (Sterblichkeitshäufigkeit) und Morbidität (Krankheitsanfälligkeit) näher untersucht.Es wurde damit versucht zu widerlegen, daß soetwas wie "Arbeitslos und Spaß dabei" überhaupt existiert. So finden sich auch empirische Studien in der Bearbeitung, die eine erhöhte Suizidgefahr dauerhaft Erwerbsloser nachweisen. Ich hoffe auchdiese Arbeit wird veröffentlicht und verhilft zu einer kritischeren Sichtweise im Umgang mit dem Problem Arbeitslosigkeit
Schlagworte
Psychosoziale, Folgen, Erwerbslosigkeit, Hochschule, Wirtschaft, Politik, Industrie-, Betriebssoziologie, Dozent, Jürgen, Prott, Semester
Arbeit zitieren
Michael Börzel (Autor), 1997, Psychosoziale Folgen dauerhafter Erwerbslosigkeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/96466

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