In der Kommunikation kommt es immer wieder zu Missverständnissen. Siebert konstatiert sogar nach Luhmann, dass Missverstehen der Normalfall ist. Dies ist darauf zurückzuführen, dass wir alle die Welt unterschiedlich wahrnehmen und uns zumeist nur ein Ausschnitt der gesamten Realität zugänglich ist.
Diese Arbeit beleuchtet zunächst die Problematik, indem die Grundlagen des Konstruktivismus sowie das darauf basierende Sichtweisenmodell vorgestellt werden. Um unter den genannten Voraussetzungen besser kommunizieren zu können, werden im zweiten Kapitel Methoden vorgestellt, die den eigenen Blickwinkel für andere Sichtweisen erweitern sollen. Das abschließende dritte Kapitel beinhaltet dazu ein praktisches Anwendungsbeispiel.
Inhaltsverzeichnis
EINLEITUNG
1 KONSTRUKTIVISMUS
1.1 GRUNDLAGEN DES KONSTRUKTIVISMUS
1.2 KONSTRUKTIVISMUS UND KOMMUNIKATION
1.3 DAS SICHTWEISENMODELL
2 KONSEQUENZEN FÜR DIE KOMMUNIKATION
2.1 ZIRKULÄRES FRAGEN
2.2 DIE WALT‐DISNEY‐STRATEGIE
2.3 METHODEN DES NLP
2.3.1 Rapport und Pacen
2.3.2 Ankern
2.3.3 Reframing
3 ANWENDUNGSBEISPIEL
3.1 PROBLEMDARSTELLUNG
3.2 REFRAMING
3.3 ÜBERPRÜFUNG DES REFRAMINGS
4 ZUSAMMENFASSUNG UND REFLEXION
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Grundlagen des Konstruktivismus sowie das darauf basierende Sichtweisenmodell darzustellen, um die Entstehung von Missverständnissen in der Kommunikation zu erklären und Methoden zur Erweiterung des eigenen Blickwinkels für eine konstruktivere Verständigung aufzuzeigen.
- Grundlegende Prinzipien des Konstruktivismus und deren Bedeutung für die Kommunikation
- Erläuterung des Sichtweisenmodells zur Verdeutlichung individueller Wahrnehmungen
- Vorstellung systemischer und NLP-basierter Methoden zur Perspektiverweiterung
- Praktische Anwendung von Reframing zur Bewältigung von Konfliktsituationen im Schulalltag
Auszug aus dem Buch
1.1 Grundlagen des Konstruktivismus
Der Konstruktivismus als inter- und transdisziplinäres Paradigma befasst sich mit der zentralen Frage, was wir sehen, wenn wir etwas sehen. Es wird konstatiert, dass unsere „Innenwelt nicht lediglich eine objektive Außenwelt widerspiegelt“ (Siebert, 2005, S. 8), sondern durch unsere spezifische Beobachterperspektive gefärbt ist, die wir nicht ablegen können. Das bedeutet, dass es keine eindeutig erfahrbare Wirklichkeit gibt, sondern diese stets vom Subjekt in dessen vorhandenen Erkenntnismöglichkeiten und geprägt von dessen Umwelt- und Vorerfahrungen konstruiert wird. Das menschliche Gehirn arbeitet dabei strukturdeterminiert, selbstorganisiert und operational geschlossen. Damit leitet der Konstruktivismus einen Paradigmenwechsel von einer normativen hin zu einer interpretativen Weltanschauung ein. (Siebert, 2005, S. 13ff) Daraus ergibt sich, dass Wirklichkeit immer an eine beobachtende Instanz gebunden ist und stets sozial situiert ist, das heißt, der Konstruktionsprozess selbst erfolgt durch Kommunikation und Interaktion (Hepp et al., 2017, S. 187).
Der Konstruktivismus speist sich genau genommen aus verschiedensten Theorien aus den Bereichen der Neurophysiologie, der Differenztheorie, der Kybernetik und der Soziologie. Neurophysiologisch betrachtet geht die Ansicht, dass das Nervensystem ein in sich geschlossenes System ohne Kontakt zur Umwelt ist und die Umwelt dieses lediglich durch „Störung“ zur Veränderung anregen kann, auf die Forschungen von Maturana und Varela zurück. Ersterer bezeichnete diese informationelle Geschlossenheit, aber energetische Offenheit der Außenwelt gegenüber als Autopoiesis.
Zusammenfassung der Kapitel
1 KONSTRUKTIVISMUS: Dieses Kapitel führt in die zentralen Begriffe des Konstruktivismus ein und erläutert dessen Bedeutung für die menschliche Wahrnehmung sowie das Sichtweisenmodell.
2 KONSEQUENZEN FÜR DIE KOMMUNIKATION: Hier werden verschiedene Methoden vorgestellt, wie zirkuläres Fragen, die Walt-Disney-Strategie und Ansätze aus dem NLP, um verschiedene Perspektiven einzunehmen und die Kommunikation zu verbessern.
3 ANWENDUNGSBEISPIEL: Anhand eines Fallbeispiels aus dem Schulalltag wird praktisch demonstriert, wie die Methode des Reframings eingesetzt werden kann, um eine problematische Situation konstruktiv neu zu bewerten.
4 ZUSAMMENFASSUNG UND REFLEXION: Das abschließende Kapitel fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und betont die Bedeutung, die eigene Wahrnehmung als subjektiv zu erkennen und andere Perspektiven zuzulassen.
Schlüsselwörter
Konstruktivismus, Kommunikation, Sichtweisenmodell, Wahrnehmung, Wirklichkeitskonstruktion, systemische Beratung, NLP, Reframing, zirkuläres Fragen, Walt-Disney-Strategie, Perspektivwechsel, Missverständnisse, soziale Interaktion, Wirklichkeit, systemische Methode.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den Grundlagen des Konstruktivismus und untersucht, wie dieses Paradigma dazu beitragen kann, Missverständnisse in der Kommunikation durch den bewussten Einsatz verschiedener Sichtweisen zu reduzieren.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die Theorie des Konstruktivismus, die soziale Konstruktion von Wirklichkeit durch Sprache sowie verschiedene lösungsorientierte Methoden zur Erweiterung des eigenen Wahrnehmungs- und Handlungshorizonts.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel der Arbeit ist es, aufzuzeigen, wie durch das Verständnis konstruktivistischer Prinzipien und die Anwendung spezifischer Kommunikationsmethoden Konflikte entschärft und die Qualität zwischenmenschlicher Interaktion verbessert werden kann.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch Literaturanalyse und illustriert die praktische Anwendung von Methoden aus dem systemischen Bereich sowie dem Neurolinguistischen Programmieren (NLP).
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil erläutert zunächst die theoretischen Grundlagen des Konstruktivismus und des Sichtweisenmodells, stellt dann konkrete Techniken wie zirkuläres Fragen oder Reframing vor und wendet diese abschließend in einem praktischen Beispiel aus dem Schulalltag an.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Konstruktivismus, Kommunikation, Sichtweisenmodell, Reframing, systemische Methoden, Wahrnehmung, Perspektivwechsel.
Wie hilft das Sichtweisenmodell dabei, Konflikte zu verstehen?
Das Modell verdeutlicht, dass jede Person aufgrund ihrer Vorerfahrungen und Erwartungen nur einen Ausschnitt der Realität wahrnimmt. Konflikte entstehen, wenn man die eigene, subjektive Sichtweise als die einzig wahre betrachtet.
Warum wird im Anwendungsbeispiel gerade die Methode des Reframings gewählt?
Reframing wurde gewählt, um der Lehrkraft zu helfen, das als negativ empfundene Verhalten der Schülerinnen und Schüler in einen anderen, positiven Rahmen zu setzen, wodurch der eigene emotionale Stress reduziert wird.
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- Bianca Lehner (Author), 2020, Konstruktivismus und Kommunikation. Das Sichtweisenmodell und seine Konsequenzen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/964667