Der Unterrichtsentwurf beschäftigt sich mit dem Themenbereich des "St. Martin als christlichen Brauch". Die Schüler und Schülerinnen (SuS) wenden ihr Wissen zum Teilen an und setzen sich mit ihrer eigenen Bereitschaft zu teilen auseinander, indem sie reflektieren, was und mit wem sie teilen würden. Sie greifen auf ihr Vorwissen über Jesus als Sohn Gottes zurück, indem sie Martins Traum deuten und reflektieren, dass Martin aus seinem Glauben heraus in der Nachfolge Jesu gehandelt hat. Über den Lebensweltbezug des eigenen Teilens und den Rückbezug zur Martinslegende (Mit wem hat er geteilt? Kannte er den Bettler?) nähern sie sich den Begriffen des Nächsten und der Nächstenliebe.
Inhaltsverzeichnis
1. Einordnung der Stunde in die Unterrichtseinheit
2. Kompetenzerwartungen
2.1 Kompetenzerwartungen zur Unterrichtseinheit
2.2 Kompetenzerwartungen zur Unterrichtsstunde
2.3 Kompetenzerwartungen im Einzelnen
3. Informationen zur Lerngruppe
3.1 Rahmenbedingungen
3.2 Lernausgangslage
4. Sachanalyse
5. Didaktische Begründung
6. Methodische Begründung
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Unterrichtsstunde ist es, den Schülerinnen und Schülern das Konzept der Nächstenliebe am konkreten Beispiel des Teilens erfahrbar zu machen und sie zu befähigen, ihr eigenes Handeln als Ausdruck christlicher Nachfolge Jesu zu reflektieren.
- Vertiefung des Verständnisses für St. Martin als christliches Vorbild
- Reflexion der eigenen Bereitschaft zum Teilen im Alltag
- Verknüpfung von Martinslegende, Nächstenliebe und eigenem Handeln
- Erkennen der Rolle als „Boten Jesu“ durch gelebte Nächstenliebe
Auszug aus dem Buch
4. Sachanalyse
Laut Duden bezeichnet man mit dem Verb teilen, wenn „etwas, was man besitzt, zu einem Teil einem anderen überlassen wird“ (vgl. Duden, o.s.). Außerdem können auch immaterielle Dinge geteilt werden, indem man „gemeinschaftlich mit anderen von etwas betroffen [ist oder] an einer Sache im gleichen Maße wie ein anderer [teilhat]“ (Duden, o.s.). Martin von Tours teilte seinen Mantel mit dem Bettler, da er seine Not erkannte und ihm helfen wollte. Martin hat seinen Mantel nicht nur aus reiner Menschlichkeit geteilt, sondern auch, da er seit seiner Kindheit vom christlichen Glauben fasziniert war (vgl. Willmeroth und Göpner, S. 7). Dies wird besonders deutlich in seinem Traum. Laut der Legende träumte er von Jesus, der zu ihm sprach: „Das, was du dem Bettler getan hast, das hast du auch mir getan.“ (Gehring, S. 13).
Dies ist eine Anlehnung an die Endzeitrede aus Mt 25,40 und Jesu Worte zum Weltgericht. Es kommt zum Ausdruck, dass denjenigen das Reich Gottes offensteht, die sich, wie Jesus, aus Nächstenliebe, ohne Vorbehalt und Berechnung den Geringsten zuwenden. Jesus selbst ist betroffen, wenn dem Geringsten, hier dem Bettler, Gutes getan wird (vgl. Feldmeier, S. 319). Der Begriff der Nächstenliebe ist konfessionsübergreifend prägend für den christlichen Glauben. In Lev 18,19 werden die zehn Gebote, die das Zusammenleben zwischen den Menschen und Gott, aber auch den Menschen untereinander, regeln, konkretisiert. Dort heißt es nach der griechischen Übersetzung „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ (vgl. Roose, S. 3; vgl. Bormann, S. 55ff.). Diese Formulierung fordert nicht nur die Nächstenliebe, sondern auch die Selbstliebe.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einordnung der Stunde in die Unterrichtseinheit: Gibt einen tabellarischen Überblick über den Ablauf und die Kompetenzziele der gesamten fünfstündigen Martins-Einheit.
2. Kompetenzerwartungen: Definiert die angestrebten Lernziele für die gesamte Einheit sowie die spezifischen Lernschritte der einzelnen Unterrichtsstunde.
3. Informationen zur Lerngruppe: Beschreibt die Rahmenbedingungen und die fachlichen sowie methodischen Lernvoraussetzungen der Klasse 3a.
4. Sachanalyse: Erläutert den theologischen und begrifflichen Hintergrund zum Teilen und zur Nächstenliebe in Bezug auf die Legende des St. Martin.
5. Didaktische Begründung: Begründet die Auswahl der Inhalte und die methodische Reduktion für die Altersstufe der Grundschüler im Hinblick auf den Lehrplan.
6. Methodische Begründung: Erläutert die Wahl der Unterrichtsmethoden, wie den Stuhlkreis, und deren Funktion für den Lernprozess und die Klassengemeinschaft.
Schlüsselwörter
St. Martin, Nächstenliebe, Teilen, Religionsunterricht, Grundschule, Jesus, Nachfolge, Martinslegende, christliche Werte, soziale Verantwortung, Empathie, Handeln, Vorbild, christlicher Glaube, Tafel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Unterrichtsentwurf?
Der Entwurf beschreibt eine Religionsstunde für eine 3. Klasse, in der das Teilen am Beispiel des Heiligen St. Martin als gelebte Nächstenliebe thematisiert wird.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind das Teilen, die christliche Nächstenliebe, die Martinslegende und die Relevanz dieser biblisch geprägten Inhalte für die Lebenswelt der Kinder.
Was ist das primäre Ziel der Unterrichtsstunde?
Die Kinder sollen erkennen, dass Nächstenliebe eine konkrete Form des Teilens ist und dass sie selbst durch ihr Handeln im Alltag als Boten Jesu wirken können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Unterrichtsgestaltung basiert auf religionspädagogischen Ansätzen, die Lebensweltbezug, theologische Vertiefung durch Impulse und ritualisiertes Lernen kombinieren.
Was wird im Hauptteil der Unterrichtsstunde behandelt?
Der Hauptteil umfasst eine Einzelarbeitsphase zur Reflexion des eigenen Teilens und ein anschließendes Unterrichtsgespräch zur Deutung des Traums von St. Martin.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Dokument?
Schlüsselwörter sind St. Martin, Nächstenliebe, Teilen, Religionsunterricht, christliche Werte und soziale Verantwortung.
Warum wird das Thema in der 3. Klasse behandelt?
Der unmittelbare Lebensweltbezug durch die Martinsbräuche und die entwicklungspsychologische Phase der Kinder rechtfertigen die Behandlung in der 3. Klasse laut schuleigenem Lehrplan.
Welche Rolle spielt das Kind des Tages?
Das Kind des Tages ist Teil der rituellen Gestaltung der Stunde, um die Klassengemeinschaft zu stärken und eine wertschätzende Atmosphäre zu fördern.
- Arbeit zitieren
- Lisa Roelofs (Autor:in), 2020, Der christliche Brauch "Sankt Martin" als Handlung der Nächstenliebe in Klasse 3, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/964762