Die Streitkräfte der Sowjetunion


Seminararbeit, 1999
22 Seiten, Note: sehr gut

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Inhaltsverzeichnis

A. Einleitung

B. Hauptteil
I. Das Ende der zaristischen Armee
1. Die Auflösung der Armee
2. Die Rote Garde
II. Der Aufbau der Roten Armee
1. Die Entstehungsphase
2. Bürgerkrieg
III. Die Rote Armee zwischen den Kriegen
1. Reorganisation 1922-1928
2. Aufrüstung 1928-1937
IV. Die Rote Armee bis Ende des 2. Weltkrieges
1. Rückschläge
2. Die Rote Armee im „Großen Vaterländischen Krieg“
V. Die Sowjetarmee
1. Reorganisation nach dem 2. Weltkrieg
2. Die Sowjetarmee im Warschauer Pakt
3. Struktur in den achtziger Jahren
VI. Das Ende der sowjetischen Streitkräfte

C. Schluss

Anmerkungen

Literaturverzeichnis

A. Einleitung

Der Weltmachtstatus der Sowjetunion gründete sich in erster Linie auf ihr Militärpotential.

Schon 1917 hatte der Aufbau einer schlagkräftigen Armee Vorrang vor allen anderen Faktoren und war existentiell für das Überleben des Sowjetregimes. Bei Darstellung der Entwicklung der sowjetischen Armee muss man den Wandel ihrer Ideologie, die Veränderung ihrer Aufgaben und ihre Abhängigkeit von der Politik beachten. Nur wenn man die Armee eingebettet in die sich verändernde geschichtliche Lage betrachtet, kann man ihren Aufstieg zur „mächtigsten Armee der Welt“1 verstehen.

B. Hauptteil

I. Das Ende der zaristischen Armee

1. Die Auflösung der Armee

Als die russische Armee im August 1914 in den Krieg gegen Deutschland und Österreich- Ungarn zog2, war sie „weder materialmäßig, noch politisch auf den Krieg vorbereitet.“3 Die Soldaten des stehenden Heeres galten dennoch als gut ausgebildet und ihre Moral war hoch4, wobei jedoch starke Unterschiede zwischen den drei Armeeteilen Garde, Frontheer und Kosakenverbänden bestanden.5 Der gute moralische Zustand des Heeres bei Kriegsbeginn wandelte sich bis 1917 dramatisch. Die Rüstungsindustrie und der Nachschub konnten die Armee nicht mit den notwendigen Gütern versorgen.6 Das Oberkommando ließ sich durch die westlichen Verbündeten dazu verleiten, den Angriff zu beginnen, bevor die Truppe komplett mobil gemacht war. Zudem kämpfte man seit dem Kriegseintritt des Osmanischen Reiches an drei Fronten.7 Bis zum Jahr 1916 wurde nun die Truppenstärke von 1,5 Millionen auf 15 Millionen Mann angehoben. Dies geschah durch völlig unzureichend ausgebildete Reservisten. Zudem wurden die großen Verluste an Offizieren durch übereilt beförderte Offiziersanwärter ausgeglichen.8 Durch diese Faktoren sind die Niederlagen des russischen Heeres zu Beginn des Krieges zu erklären.

Die Kriegsmüdigkeit, die sich mit weiterem Fortschreiten des Krieges breitmachte, wurde von revolutionären Agitatoren der Bolschewiki verstärkt. So kam es ab 1915 zu Soldatenrevolten in der Truppe. Auch in den Städten kam es zu Ausschreitungen, da die Versorgung durch die Kriegsbelastung und den Abzug der Arbeiter an die Front nicht mehr gesichert werden konnte.9 Diese Ausschreitungen weiteten sich zu Streiks und führten nach dem Übergang der Petrograder Garnison auf die Seite der Arbeiter zur Abdankung des Zaren. Die nun gebildete Provisorische Regierung führte den Krieg jedoch fort, ohne etwas gegen den Beschluss des Sowjets der Arbeiter- und Soldatendeputierten zur Demokratisierung und damit auch Entkräftung der Armee zu unternehmen.10 Durch diesen zweigleisigen Kurs schwächte die Regierung die Durchsetzungskraft der Armee bedeutend.11

Ab Oktober 1917 kann man davon sprechen, dass sich die russische Armee in völliger Auflösung befand. Die geschah sowohl durch die Propaganda der Bolschewiki, als auch durch die unklare Haltung der Regierung.12

2. Die Rote Garde

In den Städten waren seit den Unruhen im Februar 1917 verstärkt Arbeiterwachen zur

Sicherung der Betriebe aufgestellt worden. Das Kriegsministerium versorgte diese Verbände mit der notwendigen militärischen Ausrüstung. Die Bolschewiki nutzten die Gelegenheit, um ihrerseits eine Parteitruppe aufzustellen. Sie wollten verhindern, dass die Milizen ein Machtinstrument der Regierung werden konnten. In Moskau und Petrograd13 wurde die Aufstellung der Roten Garde unter Leitung des Parteimitglieds P. K. Sternberg beschlossen. Die Provisorische Regierung unternahm nichts um dies zu verhindern. Militärhistoriker Peter Gosztony sieht in dem Bericht Sternbergs über die Organisation der Garde Merkmale, die später bei Gründung der Roten Armee aufgenommen wurden: „(...) Außerdem müssen wir besondere Militärkader schaffen. Bei den Parteiklubs in den Bezirken müssen Schieß- und Sportzirkel organisiert und die Genossen im Waffengebrauch ausgebildet werden...“.14 Bis zum Sommer 1917 wuchs die Rote Garde auf 12 000 Mann an, blieb aber militärisch schlecht ausgerüstet und ausgebildet. Sie stellte dennoch einen großen Machtfaktor dar, da sie in Petrograd von einem Teil der Baltischen Flotte und in Moskau von lettischen Schützeneinheiten unterstützt wurde.15 Bis zum Oktober wurde die Petrograder Garde von Lew Trotzki auf 20 000 Mann aufgestockt. Zusammen mit den Kronstädter Matrosen gelang es ihr am 7. November mit Leichtigkeit die schwachen Truppen, die versuchten die Regierung zu schützen, zu überwältigen.16

II. Der Aufbau der Roten Armee

1. Die Entstehungsphase

Trotz einiger Erfolge gegen Aufstände in Südrussland und der Ukraine, erwies sich die Rote Garde als zu schwach, um bei dem Zusammenbruch der regulären Armee gegen die vorrückenden deutschen Truppen bestehen zu können.17 Da die noch ungefestigte neue Regierung die reguläre Armee, in der man ein Mittel der Gegenrevolution sah, abschaffen wollte, sollte das entstehende „Vakuum mit eigenen militärischen Kräften ausgefüllt werden.“18 Man beschloss daher am 11. Februar 1918 die Aufstellung einer neuen Armee, die den Namen Rote Arbeiter- und Bauernarmee (RKKA)19 erhielt. Im Gründungsdekret sind die zwei Hauptaufgaben dieser Armee festgehalten: „ ...eine Armee, welche in der Gegenwart die feste Stütze der Sowjetmacht ist, in allernächster Zukunft das Fundament für die Ablösung der regulären Armee durch die allgemeine Volksbewaffnung bilden und der Unterstützung der in Europa herannahenden sozialistischen Revolution dienen wird...“.20 Als offizieller Gründungstag gilt der 23. Februar, da an ihm ein Aufruf des Rats der Volkskommissare vom Vortag zur Mobilisierung der Arbeiter und Bauern umgesetzt wurde.21

Zur Organisation des Aufbaus wurde am 04. März ein Oberster Militärsowjet gebildet, dessen Vorsitz Lew Trotzki übernahm. Trotzki schaffte die Demokratisierung der Armee teilweise wieder ab. Da man nicht in der Lage war in kurzer Zeit einen eigenen Offiziersnachwuchs auszubilden, stellte Trotzki Offiziere der alten Armee als sogenannte Militärspezialisten ein. Obwohl er damit auf Widerstand aus den Reihen der Bolschewiki stieß, war dies ein entscheidender Schritt, um die Armee kampffähig zu machen. Zur Kontrolle der Militärspezialisten und zur politischen Bildung der Soldaten stellte man den Einheiten politische Kommissare zur Seite. Es kam so zu einer zweigeteilten Truppenführung. Da sich nur relativ wenige Männer für die Truppe meldeten22, wurde am 29. Mai 1918 eine allgemeine Dienstpflicht erlassen. So standen der Sowjetmacht im September 550 000 Soldaten zu Verfügung.23

Es war Trotzkis Verdienst, dass die Rote Arbeiter- und Bauernarmee als schlagkräftige Truppe in den sich ausweitenden Bürgerkrieg ging. Trotzki verzichtete weitgehend auf ideologische Aspekte und richtete die Armee nach realistischen Notwendigkeiten einer modernen Truppe aus.24 In dieser Zeit begann die RKKA langsam die Traditionen der zaristischen Armee wiederaufzunehmen.25

2. Bürgerkrieg

Zu Beginn des Bürgerkrieges Ende 1917 verfügte die Rote Bauern- und Arbeiterarmee über 300 000 Mann, die jedoch teils unzureichend ausgebildet oder kriegsmüde waren. Auch die Versorgung mit Waffen und Munition war schlecht.26 Die Führung der Truppen wurde durch das Nebeneinander von Offizieren und Kommissaren erschwert, da sich die Militärspezialisten oft nicht durchsetzen konnten.27 Einige Einheiten kämpften einen Partisanenkampf und waren durch das Oberkommando nicht zu kontrollieren.28 Die Gegner der RKKA waren im Süden eine Armee aus Don-Kosaken sowie eine Freiwilligenarmee der Weißen, im Osten die Tschechoslowakische Legion29 und im Norden finnische Freiheitskämpfer.30 Zur Verminderung des Druckes auf die Armee schloss das Sowjetregime am 3. März Frieden mit dem Deutschen Reich. Um die Front aufrecht zu erhalten, später auch aus ideologischen Gründen, intervenierten nun zahlreiche ausländische Mächte und unterstützen die Weißen Verbände.31

Die kritische Lage der Roten Arbeiter- und Bauernarmee wandte sich langsam im Sommer 1919. Dabei hatte die unermüdliche Aufbauarbeit Trotzkis entscheidenden Anteil.32 Zuerst wechselte man im Frühjahr 1919 die Führung der Armee aus33, gleichzeitig erhöhte man die Zahl der Truppen auf 1 Million. Mit der Aufstellung größerer Kavallerieverbände ab dem Sommer 1919 war man in der Lage in den Bewegungsschlachten gegen die Weißen Truppen entscheidende Siege zu erringen.34 Dabei spielte die Tatsache, dass die Weißen Kommandeure niemals zu einer einheitlichen Kriegsführung fanden, eine große Rolle.35 Nachdem die Weißen Truppen geschlagen waren begann ein Krieg gegen das im Versailler-Vertrag wiedererschaffene Polen, das Ansprüche auf Teile der Ukraine stellte. Dieser Krieg, der für die Rote Armee die erste Auseinandersetzung auf ausländischem Boden darstellte, wurde zur „Wiedergeburt der russischen Armee“.36 Durch die nationale Stimmung traten viele Freiwillige in die Armee ein. Man verstärkte nun die Anwerbung von Unteroffizieren und Offizieren, die in der zaristischen Armee gedient hatten. Die Polen konnten den russischen Vormarsch zwar vor Warschau stoppen, dennoch standen, nach Zerschlagung einer neuaufgestellten Weißen-Armee37 auf der Krim, die Bolschewiki als Sieger im Bürgerkrieg fest.

Der Bürgerkrieg hatte für die Organisation der Roten Armee Auswirkungen, die sich als prägend für ihre weitere Geschichte erwiesen. Am Anfang des Krieges war die Armee noch als ideologisches Instrument vorgesehen. Sie sollte auf dem Grundsatz der Gleichheit gegründet sein. Im Laufe des Krieges wurde jedoch deutlich, dass eine solche Armee den Anspruch einer kämpfenden Truppe nicht leisten konnte. Deshalb wurden nach und nach die demokratischen Regelungen wieder abgeschafft. Die Armee bekam, wie der Militärexperte Michael Garder es ausdrückt „Merkmale einer klassischen Armee.“38 Man verarbeitete nun sowohl unverzichtbare Elemente herkömmlicher Armeen, als auch die Erfahrungen des Bürgerkrieges. Die Militärspezialisten setzten sich im Laufe des Krieges gegen die Kommissare durch, aus ihrem ursprünglich aus der Not entstandenen Einsatz wurde ein Dauerzustand.39 Ab Sommer 1919 führte man vereinzelt wieder Dienstgrade ein, gegen Ende des Bürgerkrieges begann man mit der Verleihung von Orden.40

Ein negativer Aspekt der Führung der Roten Truppen war der Einsatz von Polizeiverbänden im Rücken der Armee, die rücksichtslos gegen Deserteure und andere Auflösungserscheinungen vorgingen.41

Insgesamt verlor die RKKA im Bürgerkrieg 2,2 Millionen Mann.42

III. Die Roten Armee zwischen den Kriegen

1. Reorganisation 1922-1928

Nach Beendigung des Bürgerkrieges lag die Stärke der Roten Armee bei 5,5 Millionen Mann. Da diese Truppen nun nicht mehr benötigt wurden begann man mit ihrer Demobilisierung. Bis zum September 1923 wurde die Stärke auf 500 000 Mann reduziert.43 Der Sowjetunion bot sich in der nun anbrechenden Friedensphase die Chance die im Bürgerkrieg hastig aufgebaute Armee grundlegend zu reformieren. Der technische Fortschritt, den die anderen europäischen Armeen im 1. Weltkrieg gemacht hatten, sollte nachgeholt werden.44 Die Durchführung dieser Aufgabe übernahm ab 1924 Michail Frunse45, nach dessen Tod, im September 1925, Kliment Woroschilow. Trotzki wurde langsam aus der Verantwortung für die Armee entfernt.

Zuerst teilte Frunse das Land in acht Militärbezirke auf46, dann begann man mit der Aufstellung von stehenden Kaderverbänden47 und von Territorialverbänden, die im Kriegsfall mit Reservisten aus den jeweiligen Regionen aufgefüllt werden sollten. Die Kavallerieeinheiten wurden wegen der großen Bedeutung, die sie im Bürgerkrieg gehabt hatten, weiter ausgebaut.48 Im September 1925 erließ man ein Wehrgesetz, das die allgemeine Wehrpflicht für die arbeitende Klasse beinhaltete. Diese Beschränkung der Wehrpflicht auf Arbeiter und Bauern hatte jedoch zum Nachteil, dass gebildete Schichten keinen Zugang zu den Offiziersrängen bekamen.49 Die Trennung zwischen politischem Kommissar und militärischen Kommandeur wurde teilweise aufgehoben.50

Ab 1924 kam es zu einer geheimen Zusammenarbeit mit der deutschen Reichswehr. Die deutsche Truppe wurde in der Sowjetunion an den ihnen verbotenen Waffen ausgebildet, sowjetische Offiziere wurden im Gegenzug in Deutschland militärwissenschaftlich geschult.51 Seit 1925 lag die Rote Armee in einer Friedensstruktur vor52, es gab jedoch noch starke Probleme mit der Beschaffung der notwendigen Ausrüstung.53

2. Aufrüstung 1928-1937

In den folgenden Jahren wurde die Rote Armee weiter aufgerüstet. Generalstabschef Tuchatschewsky hatte dabei entscheidenden Anteil.54

1928 wurde die Armee in Land-, See-, und Luftstreitkräfte aufgeteilt. Durch die einsetzende Kollektivierung erlitt die Kriegsbereitschaft der Roten Armee jedoch starke Einbußen. Besonders Kavallerie und Transportwesen litten an dem Mangel an Pferden.55 Um die Kampfkraft wiederherzustellen und um den Anschluss an die Armeen Europas zu halten wurde nun eine verstärkte Motorisierung beschlossen. Daraus folgte die Entstehung der Panzertruppe sowie der beschleunigte Aufbau der Luftwaffe. 1934 wurde ein Armee- und Marinekommissariat eingerichtet, das den Revolutionären Kriegsrat ablöste. Die Rolle der politischen Kommissare in den Einheiten wurde nun vollständig auf eine beratende Funktion zurückgeschraubt.56

Auch die Personalstärke wurde in den dreißiger Jahren weiter angehoben. Sie wurde von 1933 bis 1938 von 800 000 auf 1,5 Millionen erhöht.57 Das Territorialprinzip wurde dabei zugunsten der Kadereinheiten abgeschwächt. Um die erforderlichen Menschen zur Rekrutierung zu Verfügung zu haben, wurden 1939 die Dienstpflicht für alle Bürger der Union eingeführt.58 Die vergrößerten Anstrengungen der Aufrüstung werden besonders deutlich an der Erhöhung des Verteidigungshaushaltes von 1,5 Milliarden auf 14,8 Milliarden Rubel in den Jahren 1933 bis 1936.59

Durch Bildung neuer Militärakademien versuchte man den Nachwuchs eigener Kader sicherzustellen.60 Ab 1935 wurden auch Dienstgrade und Rangabzeichen61, die einzelne Einheiten schon seit dem Bürgerkrieg getragen hatten, offiziell eingeführt. Höchster Dienstgrad war der vorher verpönte Rang des Marschalls.62

Die Jahre 1922 bis 1937 waren für den Aufbau der Armee die entscheidenden Jahre. Ende 1935 hatte „die Rote Armee das Niveau der meisten großen europäischen Armeen erreicht.“63 1937 war sie durch die weitere Modernisierung und Verstärkung „jeder anderen westlichen Armee überlegen.“64

Die revolutionären Vorstellungen der Anfangsjahre waren größtenteils zugunsten der Traditionen der alten Armee gewichen.65 Auch die Aufgabe der Armee als Instrument des Weltproletariats gab es seit Stalins Losung „Sozialismus in einem Land“ nicht mehr. Michel Garder schreibt: „[...] dies war nicht mehr die Armee einer Klasse, sondern die bewaffnete Macht des ganzen russischen Volkes, eine richtige Nationalarmee.“66 Diese Betonung der Nationalität beschränkte sich nicht nur auf Russland, sondern er galt für die gesamte Union. In dieser Zeit tauchte der Begriff „Sowjetpatriotismus“ auf.67

IV. Die Rote Armee bis Ende des 2. Weltkrieges

1. Rückschläge

Durch die fortschreitende Nationalisierung und auch durch die Einführung von klassischen militärischen Grundsätzen verselbständigte sich die Armee zunehmend gegenüber der Partei.68 Wahrscheinlich aus Angst die Kontrolle über den starken Machtfaktor, den die Rote Armee darstellte, zu verlieren, begann Stalin ab 1937 damit die Säuberungen auf das Militär auszudehnen.69

Im März 1937 wurde Tuchatschewsky seines Postens enthoben70 und im Juni hingerichtet. Marschall Blücher wurde im November 1938 und Jegorow im Februar 1939 beseitigt.71 Insgesamt verlor die Rote Armee 35 000 Mann, darunter die Hälfte des Offizierskorps. Besonders die höheren Offiziere waren betroffen, 90% der Generale und 80% aller Obersten fielen der Säuberung zum Opfer.72 Peter Gosztony bemerkt: „Keine Armee hat bisher je in einem Kriege so viele höhere Kommandeure verloren, wie die Rote Armee in dieser Periode des Friedens!“73 Durch diese Maßnahmen Stalins wurde die Aufbauarbeit der Armee in den dreißiger Jahren zunichte gemacht.

Die Kampfkraft wurde aber auch noch durch weitere Maßnahmen vermindert. Um den Einfluss der Partei auf das Militär zu stärken, erhöhte man wieder die Machtbefugnisse der politischen Kommissare. Lew Mechlis, der neue Leiter der Politischen Verwaltung der Roten Armee (PURRKA) bekam den Auftrag „...die ganze Rote Armee zu bolschewisieren.“74

Ein weiterer Schritt mit negativen Auswirkungen war die Auflösung der mechanisierten Verbände. Man zog aus den Erfahrungen des spanischen Bürgerkrieges den Schluss, dass Panzerverbände wertlos für die moderne Kriegsführung seien. Diesen Fehler erkannte man erst nach den deutschen Erfolgen in den Kriegen gegen Polen und Frankreich.75 Der Krieg gegen Finnland Ende 193976 zeigte deutlich die Mängel der Roten Armee.77 Daraufhin begann man mit dem neuerlichen Aufbau der Panzertruppe und der weiteren Verstärkung der Armee. Unter dem neuen Volkskommissar für Verteidigung, Marschall Timoschenko, wurde die Stärke der Armee auf 4,2 Millionen Mann im Januar 1941 angehoben. Der Generalstab wurde ausgebaut78 ; der Generalstitel wurde im Mai 1940 wiedereingeführt.

Trotz der beschleunigten Reorganisation seit 1939 ging die Rote Armee durch die Säuberungen stark geschwächt in den Krieg gegen Deutschland.79

2. Die Rote Armee im „Großen Vaterländischen Krieg“

Als die deutsche Wehrmacht am 22. Juni 1941 den Angriff auf die Sowjetunion begann, war die Rote Armee, trotz einiger Vorzeichen80, völlig unvorbereitet. Die sowjetischen Truppen standen schlecht gestaffelt81 und wurden unzureichend geführt. Schon in den ersten Kriegsmonaten betrugen die Verluste eine Million Tote und eine Million Gefangene.82 Im Dezember war die Rote Armee bis vor Leningrad und Moskau zurückgedrängt. Zur besseren Organisation der Verteidigung wurde das Hauptquartier des Oberkommandos (Stawka) umgebildet. Den Oberbefehl erhielt Marschall Timoschenko.83 Zudem gründete man das Staatliche Verteidigungskomitee (GKO) unter dem Vorsitz von Stalin.84 Ab 19. Juli übernahm Stalin das Volkskommissariat für Verteidigung, ab 8. August auch den Oberbefehl über die Streitkräfte.

Durch eine erhöhte Mobilmachung konnte die Truppenstärke stetig erhöht werden. Sie erreichte im Dezember 1941, trotz der hohen Verluste, 4,2 Millionen Mann, im Mai 1942 5,5 Millionen und steigerte sich bis Mitte 1945 auf 11,3 Millionen.85 Man warf nun auch verstärkt frische Verbände aus Sibirien, Zentralasien und dem Kaukasus an die Front.86 Um in der Phase der Niederlagen das ganze Volk mobilisieren zu können, wurde nun vollständig auf die zaristischen Traditionen zurückgegriffen. Am 7. November 1941 verwies Stalin in einer Ansprache auf dem Roten Platz auf Persönlichkeiten der russischen Vergangenheit, wie Alexander Newski, Dimitri Donskoj oder Michail Kutusow,87 die als Vorbilder der Armee dienen sollten.

Zusätzliche Schritte zur Stärkung der Kampfbereitschaft waren die erneute Abschaffung der politischen Kommissare in den Einheiten88 sowie die Einführung von Truppenfahnen und die Verleihung neuer Orden und Dienstgradabzeichen im Laufe des Jahres 1942.89

Ein weiterer wichtiger Aspekte der Verteidigungskraft der sowjetischen Armee war die Aufstellung von Partisanenverbänden90 in den von Deutschen besetzten Gebieten sowie die Militärhilfe der Alliierten.91 Wie im Bürgerkrieg wurden auch nun wieder Polizeieinheiten im Rücken der kämpfenden Truppe aufgestellt, die Auflösungserscheinungen verhindern sollten.92

Ab 1943 kann man davon sprechen, dass die Rote Armee der Wehrmacht, sowohl zahlenmäßig, als auch von der Ausrüstung überlegen war.93 Nach der Schlacht von Stalingrad, bei der wie es Peter Gosztony ausdrückt „der Aufstieg [der Sowjetunion] zur Supermacht begonnen“94 hatte und der Schlacht bei Kursk, in der die Initiative endgültig an die Rote Armee überging95, konnte nun der Gegenschlag nach Deutschland ausgeführt werden.

Insgesamt verlor die sowjetische Armee im 2. Weltkrieg 13 Millionen Soldaten96, was die schwersten Verluste eines der am Krieg beteiligten Länder ausmachte. Sie ging jedoch mit einem enormen Selbstbewusstsein aus dem Krieg hervor. Die Führung hatte an Erfahrung gewonnen.97 Durch den großenAnteil, den sie am Sieg über Deutschland hatte, nahm sie „unter den Armeen der Alliierten den ersten Platz ein.“98 Zudem konnte die Sowjetunion durch das Vorrücken der Armee ihren Einfluss auf die osteuropäischen Staaten Polen, Rumänien, Bulgarien, Tschechoslowakei, Ungarn und auch auf den Osten Deutschlands ausdehnen.99

V. Die Sowjetarmee

1. Reorganisation nach dem 2. Weltkrieg

Nach Beendigung des Krieges begann man die Rote Armee zu demobilisieren.100 Die Stärke nahm bis 1948 von 11,4 auf 2,8 Millionen ab.101 Trotz der Verringerung sollte die Kampfkraft der Streitkräfte gesteigert werden. Man sah das Kriegsende nicht als Beginn des Friedens, sondern als Übergangsphase zu einer erneuten Auseinandersetzung.102 Dies wurde durch eine Verstärkung und Modernisierung der Panzertruppe und durch die Motorisierung des Transportwesens erreicht.103

Im März 1946 wurde die Rote Armee in Sowjetarmee umbenannt. Garder sieht die Gründe hierfür in der veränderten Psychologie der Armee.104 Von den revolutionären Thesen ihrer Gründungszeit war nun nichts mehr übrig geblieben, die Armee war jetzt die auf zaristische Traditionen gegründete Streitmacht des Sowjetvolkes.105

Schon im September 1945 waren GKO und Stavka aufgelöst worden und das Volkskommissariat für Verteidigung übernahm alle militärischen Aufgaben.106 Die Truppen, die außerhalb der Sowjetunion stationiert waren erhielten ein eigenes Kommando.107 Aus den Erfahrungen des Krieges hatte man gelernt, dass die Offiziere, wegen der straffen Befehlsgewalt, teilweise nicht in der Lage waren eigenständige Entscheidungen zu treffen.

Deshalb versuchte man nun durch gezielte Schulung auf diesem Gebiet die Eigeninitiative der Befehlshaber zu verbessern.108

Insgesamt waren die Landstreitkräfte der Sowjetarmee in den Nachkriegsjahren den Streitkräften Großbritanniens und Frankreichs überlegen, denen der USA gleichwertig.109 Ab 1948 kam es, aufgrund der sich verschlechternden außenpolitischen Lage, zu einem erneuten Anstieg der Truppenstärke. Besonders die Luftwaffe wurde nun aufgerüstet, die Luftverteidigung wurde zu einer eigenen Teilstreitkraft erhoben.110 Bis 1952 war die Luftwaffe komplett auf Strahlflugzeuge umgerüstet.111

Die wichtigste Neuerung war der Aufbau der Nuklearstreitkräfte. Für westliche Beobachter ungewöhnlich schnell entwickelte die Sowjetunion eine eigene Atombombe.112 Anfangs war der Einsatz der Nuklearstreitkräfte auf Europa beschränkt. Dies änderte sich mit der Fertigstellung eines interkontinentalen Trägersystems 1957. Seit dieser Zeit kann man von der Sowjetunion als einer Weltmacht sprechen.113 Die Raketentruppen wurden ab 1960 eine eigene Teilstreitkraft. Sie wurden innerhalb kurzer Zeit der wichtigste Bestandteil der Armee.114

An der Modernisierung der Streitkräfte hatte Marschall Schukow, der seit 1955 Verteidigungsminister war, großen Anteil. Ihm gelang es den Einfluss der Partei auf die Armee zu verringern und die Armee nach „militärischen Erfordernissen“ auszurichten.115 Nach der Kubakrise im Oktober 1962 trat eine Entspannung in den Beziehungen zwischen USA und UdSSR ein. Chruschtschow stellte nun die These auf, dass ein Krieg vermeidbar sei.116 Die Mannschaftsstärke der Streitkräfte begann nun sich um 3,5 Millionen Mann einzupendeln und änderte sich bis in die achtziger Jahre nicht mehr wesentlich.117 Ab 1960 waren alle Teilstreitkräfte wieder verstärkt mit neuer Technik ausgerüstet worden. Als Chruschtschow 1964 von Breschnew abgelöst wurde, war die Sowjetarmee in einem Qualitativ hochwertigen Zustand.118

Trotz der Entspannungspolitik wurden die Streitkräfte nun weiter ausgebaut. Unter dem neuen Verteidigungsminister Andrej Gretschko119 erließ man 1967 ein neues Wehrgesetz, durch das man die Zahl der Reservisten erhöhen konnte.120 Peter Gosztony schreibt dazu: „[Es] wurde doch erkennbar, dass die Sowjets das Ziel verfolgten, bis Ende der siebziger Jahre das militärische Übergewicht in der Welt zu erringen.“121 Im Unterschied zu früheren Jahren war nun die Abschreckung und damit die Verhinderung eines Dritten Weltkrieges die Aufgabe der Sowjetarmee. Unter Breschnew erhielt auch der politische Apparat wieder größeren Einfluss auf das Militär.122

2. Die Sowjetarmee im Warschauer Pakt

Am 14. Mai 1955 gründeten Albanien123, Rumänien, Polen, Ungarn, Tschechoslowakei und die UdSSR den Warschauer Pakt.124 Im Januar 1956 trat die DDR bei.125 Die Sowjetunion übernahm die führende Rolle innerhalb des Bündnisses.126 Sämtliche Oberbefehlshaber des Warschauer Paktes waren sowjetische Marschälle, welche gleichzeitig stellvertretende Verteidigungsminister der UdSSR waren127 Zusätzlich gab es in jedem Mitgliedstaat einen Stab aus sowjetischen Generalen.128 Die Gesamtstärke des Paktes betrug ungefähr 4,5 Millionen Mann.129

Im Rahmen des Warschauer Paktes war die Sowjetarmee beteiligt an der Niederschlagung verschiedener Aufstände in den Pakt-Staaten.

Am 17. Juni 1953 wurden gepanzerte Truppen gegen Demonstranten in Ost-Berlin eingesetzt. Die Verluste der Sowjetarmee in diesem Einsatz sind nicht bekannt, mindestens 18 sowjetische Soldaten wurde jedoch wegen Befehlsverweigerung hingerichtet, da sie sich geweigert hatten auf die Demonstranten zu schießen.130

Nach einem unblutigen Einsatz in Polen 1956 griff die Sowjetarmee im gleichen Jahr mit massiven Kräften131 in einen Aufstand in Ungarn ein. Alleine beim ersten Eingreifen im Oktober verlor die Sowjetarmee an die 2000 Mann sowie 100 Panzerfahrzeuge. Die Verluste des zweiten Eingreifens im November sind unbekannt.132

Zu einer weiteren Intervention kam es, zusammen mit Ungarn, Polen, Bulgarien und der DDR, im August 1968 bei der Niederschlagung des „Prager Frühlings“ in der Tschechoslowakei. Die sowjetischen Verluste sind auch hier nicht bekannt. Sie lagen wahrscheinlich bei unter 100 Mann.133

Als Reaktion auf den Aufstand in der Tschechoslowakei machte Breschnew deutlich, dass die Sowjetunion den Alleingang eines der Ostblock-Länder nicht hinnehmen wird.134 Er war entschlossen die Sowjetarmee auch weiterhin zur Durchsetzung der militärischen und politischen Vorherrschaft der UdSSR in Osteuropa einzusetzen.135

3. Struktur in den achtziger Jahren

Die Sowjetarmee bestand aus fünf Teilstreitkräften, den Strategischen Raketentruppen, den Landstreitkräften, den Luftstreitkräften, der Luftverteidigung und der Seekriegsflotte.136 Ihre Stärke belief sich 1985 auf zwischen 3,7 und 5 Millionen Mann.137 Hinzurechnen muß man noch 570 000 Mann Grenz- und Sondertruppen, die nicht dem Verteidigungsministerium, sondern dem Innenministerium unterstellt waren.138

Die Befehlsgewalt über die Streitkräfte lag beim Obersten Sowjet, der Kriegszustand und Mobilisierung anordnen konnte. In der Realität übernahm diese Aufgabe das Politbüro des Zentralkomitees der KPdSU. Dem vom Obersten Sowjet eingesetzte Verteidigungsrat unterstanden Oberkommando und Generalstab, welcher die Befehle an die Truppe weitergab.139

Die Strategischen Raketentruppen waren das „Rückgrat der sowjetischen Streitkräfte“. Sie bestanden aus 370 000 Mann.140 Ihnen unterstanden sämtliche Raketenwaffen mit einer Reichweite über 1000 km, damit auch der Großteil der Kernwaffen. 1985 verfügten sie über 1398 Interkontinental- und 553 Mittelstreckenraketen. Da es ihre Aufgabe war einen Gegner am Einsatz seiner Nuklearwaffen zu hindern, befanden sie sich in ständiger Einsatzbereitschaft.141

Die Landstreitkräfte haben die Stärke von 1,8 Millionen Mann. Ihre Aufgabe war die Zerschlagung des Gegners, nachdem dessen Atompotential ausgeschaltet worden ist. Hautbestandteil waren Panzertruppe, Raketen- und Artillerieverbände sowie die Infanterie. Die Einsatzbereitschaft war in drei Kategorien gegliedert, die von Verfügbarkeit innerhalb 24 Stunden bis zur mehrtägigen Auffüllung von Reservistenverbänden reichte.142 Die Luftverteidigung umfasst 450 000 Mann. Sie bestanden aus 2700 Flugzeugen, Raketen und anderen Flugabwehrwaffensystemen. Zudem verfügten sie über Satelliten und Radaranlagen. Sie waren, wie die Raketentruppe, ständig in Gefechtsbereitschaft. Die Luftstreitkräfte mit 475 000 Mann hatten die Aufgabe die Raketentruppen des Gegners zu zerstören. Dazu verfügten sie über ungefähr 1000 Bomber verschiedener Reichweiten, 5900 Kampfflugzeuge, 4400 Hubschrauber sowie 1200 Transportmaschinen.143 Die Seekriegsflotte hatte einen Umfang von 433 000 Mann zuzüglich 59 000 Marineflieger, 12 000 Mann Marineinfanterie und 10 000 Mann Küstenartillerie. Sie bestand aus 2000 Schiffen und 338 U-Booten, von denen 90 nukleare Raketen tragen konnten. 158 dieser U- Boote hatten Atomantrieb. Die Seekriegsstreitkräfte teilten sich in die Baltische Flotte, Pazifikflotte, Nordmeerflotte und Schwarzmeerflotte.144

VI. Das Ende der sowjetischen Streitkräfte

Nach dem Regierungsantritt Michail Gorbatschows im März 1985 und der beginnenden Umgestaltung (russ. Perestrojka) der Politik und Wirtschaft, musste auch die Rolle der Streitkräfte überdacht werden.

Gorbatschow hatte erkannt, dass die Sowjetunion wirtschaftlich nicht mehr in der Lage war, beim Wettrüsten mitzuhalten. Man wollte nun durch Abrüstung den Verteidigungshaushalt kürzen.145 Trotz dieser Maßnahmen sollte die Armee durch weitere Modernisierung effektiver gemacht werden und so die Verteidigungsfähigkeit der UdSSR erhöht werden.146 Die Kader sollten, wenn sie nicht bereit waren diese Umgestaltung zu tragen, ausgetauscht werden. Die Partei sollte ihre Führungsrolle in Militärfragen behalten. Mit der Durchführung dieser Aufgabe wurde der neue Verteidigungsminister Dimitrij Jasow beauftragt.147 Durch die veränderte Sicherheitslage Ende der achtziger Jahre kam es zu einer Debatte über neue Militärreformen. Es wurden die Fragen einer Verringerung und Umgliederung der Streitkräfte aufgeworfen. Zudem wurde diskutiert, ob man die Wehrpflicht abschaffen sollte und die Sowjetarmee in eine Berufsarmee umwandeln soll. Auch die Dezentralisierung der militärischen Führung wurde gefordert. Teilweise hatten einzelne Republiken schon eigene Verbände aufgestellt. Das sowjetische Verteidigungsministerium wehrte jedoch alle Forderungen ab.148 Hans-Henning Schröder schreibt: „Die ‚alten‘ militärischen Eliten erwiesen sich 1990 und 1991 als unfähig, die veränderten innen- und außenpolitischen Bedingungen zu erkennen und die Streitkräfte der neuen Umwelt anzupassen.“149 Durch die aufkommende transparente Berichterstattung (Glasnost) wuchs die Kritik an der Armee.150 Besonders der Einsatz in Afghanistan151 und die Niederschlagung von Unruhen in Georgien und im Baltikum152 wurden nun kritisiert. Dies führte zu einem Prestigeverlust der Truppe und zu einer steigenden Verunsicherung der Soldaten.153 Im Laufe des Jahres 1990 lösten sich die Strukturen der Sowjetunion immer weiter auf und hinterließen „eine... zu großen Teilen funktionslose Armee und ein immer schwerer kontrollierbares Waffenarsenal.“154 Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion stellten nun alle ehemaligen Republiken eigene, nationalstaatliche Armeen auf.

Hauptsächlich übernahmen die russischen Streitkräfte die Nachfolge der Sowjetarmee. Ihnen unterstehen sämtliche Kernwaffen der ehemaligen Sowjetunion. Aufgrund der starken Haushaltskürzungen ist die russische Armee nur bedingt einsatzfähig.155 Dennoch stellt sie mit einer Stärke von 1,25 Millionen Mann und ihrem großen Waffenarsenal eine beachtliche Streitmacht dar.156

C. Schluss

Innerhalb eines halben Jahrhunderts entwickelten sich die sowjetischen Streitkräfte, trotz zahlreicher Rückschläge, von der völlig aufgelösten zaristischen Armee zu einer Macht, die den Streitkräften der Vereinigten Staaten gleichwertig, teilweise sogar überlegen waren.157 Sie war in ihrer Geschichte in zehn Kriegen und zahlreichen kleineren Konflikten eingesetzt. Aus dem ideologisch motivierten Volksheer, das die Bolschewiki 1917 gründen wollten, war bis zum Ende der UdSSR eine nach militärischen Grundsätzen geleitete national-sowjetische Armee geworden158, welche die Tradition der alten Zarenarmee mit den Elementen einer hochmodernen Streitmacht verband.

Anmerkungen

Literaturverzeichnis

Andolenko, S., Das zaristische Erbe, in: Liddell, Hart (Hrsg.), Die Rote Armee, Bonn, S. 21 - 29

Csizmas, Michel, Der Warschauer Pakt, Tatsachen und Meinungen, Bern 1972

Ely, Louis B., Überblick über die Rote Armee in ihrem Jetztzustand, in: Liddell, Hart (Hrsg.), Bonn, S. 209 - 223

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[...]


1 vgl. Gosztony, S. 418

2 Deutschland hatte am 01. August, Österreich-Ungarn am 06. August den Krieg erklärt. Ebd., S. 16

3 Ebd.

4 vgl. Andolenko, S.28

5 vgl. Garder, S. 21. Seit 1884 war die Offizierslaufbahn allen Schichten geöffnet, was jedoch nicht für Garde und höhere Stäbe galt. vgl. Gosztony, S. 17

6 vgl. Andolenko, S. 26

7 seit dem 02. November 1914. vgl. Garder, S. 28-31 u. Ritter, S. 11

8 Die genauen Zahlen sind 1 432 000 zu 15 293 000 Mann. Fähnriche wurden in sechs Wochen zu Offizieren gemacht. vgl. Gosztony, S. 17 u. Garder, S. 29

9 vgl. Gosztony, S. 18

10 der sogenannte Befehl Nr. 1, der unter anderem die Bildung von Soldatenräten in den Einheiten vorsah und die Macht der Offiziere sowie der Staatsduma einschränkte. vgl. Ritter, S. 12

11 Ebd. , S. 13

12 Obwohl wahrscheinlich nie mehr als 30 000-50 000 Anhänger der Bolschewiki in der Truppe tätig waren. vgl. Schapiro, S. 32

13 St. Petersburg wurde 1914 in Petrograd umbenannt, 1924 in Leningrad, bis es 1993 wieder den Namen St. Petersburg erhielt.

14 Zitiert nach einem Bericht Sternbergs vom 17. April 1917. vgl. Gosztony, S. 24

15 Ebd.

16 Ebd. S. 27 u. Schapiro, Die Geburt der Roten Armee, S. 33

17 vgl. Gosztony, S. 39

18 vgl. Ritter, S.19

19 russ: Rabotsche-Krestjanskaja Krasnaja Armija. Offiziell wurde sie erst ab 1936 Rote Armee (= Krasnaja Armija) genannt. Im allgemeinen Sprachgebrauch setzte sich diese Bezeichnung jedoch schon früher durch. vgl. Schröder, Geschichte und Struktur, S. 42, Fußnote 3 u. Gosztony S. 41

20 Zitiert bei Gosztony, S. 40, vgl. auch Schröder, Geschichte und Struktur, S. 42

21 vgl. Gosztony, S. 39 u. Schapiro, Die Geburt der Roten Armee, S. 34

22 Im April 1918 waren es erst 196 000 Mann. vgl. Schröder, Geschichte und Struktur, S. 42

23 Ebd.

24 vgl. Ritter, S. 119

25 vgl. Andolenko, S. 29 u. 30

26 vgl. Schröder, Geschichte und Struktur, S. 43

27 vgl. Garder, S. 51

28 vgl. Zeidler, S. 39

29 Diese Legion wurde ursprünglich gebildet, um gegen Deutschland in den 1. Weltkrieg einzugreifen. Nach dem Frieden mit Deutschland sollten sie über Wladiwostok an den westlichen Kriegsschauplatz verschifft werden. Trotzki, der diese Truppe für einen zu unberechenbaren Machtfaktor hielt, wollte sie entwaffnen, worauf sich die Legion gegen die Bolschewiki wandte. vgl. Gosztony, S. 45

30 die Gegner im Süden standen unter dem Oberbefehl Alexejews und wurden geführt durch Kornilow und Denikin. Die Feinde im Norden führte Mannerheim. Alle diese Generale waren ehemalige Offiziere der zaristischen Armee, Mannerheim sogar Gardeoffizier. vgl. Garder, S. 50. Weitere bedeutende Weiße Befehlshaber waren Admiral Koltschak, der mit seinen Truppen von Osten angriff sowie General Judenitsch, der im Nord-Osten stand. vgl. Garder, S. 52

31 es intervenierten insgesamt 14 Staaten im russischen Bürgerkrieg: USA, Großbritannien, Deutschland, Österreich-Ungarn, Frankreich, Japan, Italien Griechenland, Finnland, Polen, Rumänien, Tschechoslowakei, Serbien und Türkei. Die Bedeutung der ausländischen Unterstützung der Weißen Truppen wurde durch die sowjetische Propaganda übertrieben. Es kam, bis auf einige Ausnahmen, nicht zu direkten Kampfhandlungen zwischen Roten und ausländischen Truppen. Dennoch war die materielle und finanzielle Unterstützung relativ groß, wenn auch letztendlich nicht kriegsentscheidend. vgl. Garder, S. 54 u. 55 u. Gosztony, S. 96

32 Trotzki war nicht nur Organisator, sondern unterstützte auch durch persönlichen Einsatz bedrohte Frontabschnitte. vgl. Léderrey, S. 50

33 der Lette Vatsetis wurde durch Samvilow, dieser wenig später durch S. Kamenew ersetzt. Alle drei waren frühere Offiziere. vgl. Garder, S. 53

34 zu den Offizieren, die an den siegreichen Schlachten Anteil hatten, gehörten einige später berühmte Persönlichkeiten wie Tuchatschewsky, Budjonny, Tschapajew, Woroschilow, Schukow und Timoschenko. Als Kommissare traten hervor: Michail Frunse, Iwan Smilga, Grigorij Ordschonikidse und auch Josef Stalin, der an der, später übertrieben verherrlichten, Verteidigung der Stadt Zaryzin beteiligt war. vgl. Garder, S. 49-63, besonders S. 52 u. Gosztony, S. 51-94

35 vgl. Léderrey, S. 49

36 vgl. Weygand, S. 52

37 die sogenannte Wrangl-Armee unter dem Kommando von Peter Baron von Wrangl. vgl. Gosztony, S. 65

38 vgl. Garder, S. 59

39 Ebd., S. 60

40 vgl. Gosztony, S. 80 u. Garder, S. 60

41 vgl. Weygand, S. 56

42 davon allein 1 392 000 durch Krankheiten, Hunger und Kälte. vgl. Schröder, Geschichte und Struktur, S. 44 u. Léderrey, S. 51

43 genau 516 028 Mann. vgl. Gosztony, S. 106

44 vgl. Schröder, Geschichte und Struktur, S. 44

45 ab 1924 war Frunse Stellvertreter Trotzkis, ab Januar 1925 offiziell Volkskommissar für Militär- und Marineangelegenheiten und Vorsitzender des Revolutionären Kriegsrates der UdSSR. vgl. Garder, S. 76 u. Gosztony, S. 108

46 Es waren die Militärbezirke Moskau, Leningrad, Weißrussland, Ukraine, Nordkaukasus, Wolga, Zentralasien und Sibirien. Dazu kam noch der Bezirk Südkaukasus, in dem eine eigene Armee aufgestellt wurde. vgl. Mackintosh, S. 63

47 dazu gehörten technische Truppen, Flotte und grenznahe Verbände. vgl. Ebd., S. 44

48 vgl. Mackintosh, S. 61

49 Ebd., S. 65

50 vgl. Schröder, Geschichte und Struktur, S. 45

51 Die Deutschen durften nach dem Versailler-Vertrag die modernen Waffengattungen Panzer und Flugzeuge nicht besitzen. Die Ausbildung sowjetischer Offiziere in Deutschland wurde später von der deutschen Presse übertrieben dargestellt. vgl. Gosztony, S. 114

52 vgl. Zeidler, S. 163

53 vgl. Mackintosh, S. 63

54 vgl. Gosztony, S. 125

55 vgl. Schröder, Geschichte und Struktur, S. 45

56 vgl. Mackintosh, S. 67

57 die Stärke stieg von 885 000 Mann auf 1 513 400 Mann. vgl. Schröder, Geschichte und Struktur, S. 46

58 Das Wehrpflichtgesetz vom 1. September 1939. vgl. Moldenhauer, S. 143

59 vgl. Mackintosh, S. 68

60 vgl. Gosztony, S. 127

61 Folgende Dienststellungen wurden wiedereingeführt: Komwzwod = Zugführer, Samkomrot = stellv. Kompanieführer, Komrot = Kompanieführer, Kombat = Bataillonsführer, Kompolk = Regimentsführer, Kombrig = Brigadeführer, Komdiv = Divisionsführer, Komkor = Korpsführer, Komandarm = Armeeführer, vgl. Garder, S. 91

62 5 Offiziere wurden 1935 zum Marschall befördert: Woroschilow, Budjonny, Tuchatschewsky, Blücher und Jegorow. vgl. Mackintosh, S. 69

63 vgl. Gosztony, S. 126

64 vgl. Garder, S. 66

65 Ebd.

66 Ebd., S. 107

67 vgl. Gosztony, S. 130

68 vgl. Schapiro, Die große Säuberung, S. 72 u. 73 u. Garder, S. 108

69 Die Gründe für das Vorgehen Stalins sind nicht vollständig bekannt. Der offizielle Grund war die Aufdeckung einer Verschwörung der Offiziere, was wohl nicht zutrifft. Eine Auslegung der späteren Sowjetzeit geht davon aus, dass Mitarbeiter wie Berija Stalin zu der Säuberung des Militärs gezwungen haben. Dies ist ebenfalls unwahrscheinlich. Garder nennt noch zwei weitere mögliche Ursachen: Eine Verschwörung des NKWD sowie die Übersendung von gefälschtem Belastungsmaterial durch den deutschen Geheimdienst bzw. den SD der SS. vgl. Garder, S. 110 u. 111. Die letzte Ursache wird von Gosztony bestätigt. vgl. Gosztony, S. 141. Schapiro fügt hinzu, dass Stalin das Offizierskorps erneuern wollte. Er wollte die Veteranen der zaristischen Armee, die noch die höheren Positionen besetzten, beseitigen und durch Männer ersetzen, die nur ihm verpflichtet waren. vgl. Schapiro, Die große Säuberung, S. 77 u. 78

70 Er wurde vom Posten des Stellvertretenden Kommissars zum Befehlshaber des Militärbezirks Wolga herabgestuft. vgl. Garder, S. 109

71 vgl. Gosztony, S. 142 u. 143

72 Die genauen Zahlen: Drei von fünf Marschällen, 13 von 15 Armeebefehlshabern, 85 von 87 Korpskommandeuren, 110 von 195 Divisionskommandeuren, 220 von 406 Brigadekommandeuren dazu kommen noch alle 11 Kriegsvizekommissare, 75 von 80 Angehörigen des obersten Militärrates sowie alle militärischen Bezirkskommandeure. vgl. Schapiro, Die große Säuberung, S. 75 u. 76 u. Garder, S. 109 u. 110

73 vgl. Gosztony, S. 161

74 Mechlis Vorgänger Gamarnik hatte Selbstmord begangen, um einer Verhaftung zu entgehen. vgl. Moldenhauer, S. 137

75 vgl. Schröder, Geschichte und Struktur, S. 46 u. 47

76 genau: 30. November 1939 bis 12. März 1940. Ebd., S. 47

77 vgl. Moldenhauer, S. 147

78 Neue Ämter bekamen unter anderen Marschall Schaposchnikow als Befestiger der Westgebiete der UdSSR, Admiral Kusnezow als Leiter der Seekriegsflotte und General Schukow als Generalstabschef. vgl. Gosztony, S. 188

79 vgl. Schapiro, Die große Säuberung, S. 78

80 Dem deutschen Truppenaufmarsch sowie Berichten des Nachrichtendienstes wurden keine Beachtung geschenkt. vgl. Garder, S. 120

81 d.h. in die Breite statt in die Tiefe. Ebd.

82 Ebd., S. 122

83 am 23. Juni 1941, weitere Mitglieder waren: Schukow als Generalstabschef, Stalin als Partei- und Regierungschef, Molotow als Volkskommissar für Auswärtige Angelegenheiten, Admiral Kusnezow sowie die Marschälle Woroschilow und Budjonny. vgl. Gosztony, S. 207. Am 10. Juli umbenannt in Hauptquartier des Höchsten Kommandos. Schröder nennt als Mitglied Schaposchnikow statt Budjonny. vgl. Schröder, S. 48

84 GKO = Gosudarstvennyj Komitet Oborony. vgl. Schröder, Geschichte und Struktur, S. 48

85 vgl. Gosztony, S. 225, 232 u. 300

86 vgl. Garder, S. 127

87 Es war die Militärparade zum Jahrestag der Oktoberrevolution. vgl. Garder, S. 123 u. Gosztony, S. 218

88 Sie wurden in militärische Ränge umgewandelt. Aus Politkoms wurden Sampolits (=Politoffiziere). vgl. Gosztony, S. 238 u. Garder, S. 123

89 unter anderem wurden die bei der Zarenarmee gebrauchten und daher verhassten goldenen Abzeichen wieder eingeführt. vgl. Gosztony, S. 238 u. Garder, S. 129

90 vgl. Garder, S. 125

91 Besonders die Lieferung von Fahrzeugen erwies sich als wichtig. vgl. Gosztony, S. 242 u. 249

92 sogenannte Sperr-Einheiten. Ebd., S. 216

93 vgl. Garder, S. 133

94 vgl. Gosztony, S. 237

95 Ebd., S. 245

96 3,3 Millionen davon starben in deutscher Kriegsgefangenschaft. Ebd., S. 300 u. 306

97 vgl. Schröder, Geschichte und Struktur, S. 49

98 vgl. Garder, S. 136

99 vgl. Gosztony, S. 307

100 Sowohl die ins Zivilleben zurückkehrenden Soldaten, als auch die verbleibende Truppe wurden zum Wiederaufbau der Wirtschaft eingesetzt. vgl. Gosztony, S. 307 u. Schröder, Geschichte und Struktur, S. 50

101 genau: 11 365 000 auf 2 874 000. vgl. Schröder, Geschichte und Struktur, S. 53, Tabelle

102 vgl. Garder, S. 150

103 vgl. Ely, S. 210

104 eine offizielle Begründung gab es nicht. vgl. Gosztony, S. 310

105 vgl. Garder, S. 137 u. 139

106 ab Februar 1946 Ministerium für Verteidigung, auch hier sollten die alten revolutionären Begriffe abgeschafft werden. Vorsitzender blieb bis 1947 Stalin, danach bis 1949 Marschall Bulganin und bis 1953 Marschall Wassilewski. vgl. Gosztony, S. 310

107 Ebd.

108 vgl. Ely, S. 211

109 vgl. Schröder, Geschichte und Struktur, S. 50

110 Die Stärke stieg bis 1955 auf 5 763 000 Mann. Ebd., S. 51 u. 53

111 vgl. Gosztony, S. 315

112 1949 gelang die erste Kernexplosition, 1953 der erste Test mit einer Wasserstoffbombe. vgl. Gosztony, S. 311

113 Das Trägersystem war die SS 6. vgl. Schröder, Geschichte und Struktur, S. 51u. 52

114 Ebd. S. 52

115 Schukow hatte schon seit 1953 als stellvertretender Verteidigungsminister großen Einfluss gehabt. Er wurde im Oktober 1956, wahrscheinlich wegen seiner zu großen Popularität, durch Marschall Malinowski ersetzt. vgl. Gosztony, S. 324 bis 326 u. 341

116 vgl. Garder, S. 226

117 vgl. Schröder, Geschichte und Struktur, S. 53

118 vgl. Gosztony, S. 356

119 Nach seinem Tod 1967 folgte Dimitri Ustinow. Ebd. S. 411

120 Auch Frauen waren der Wehrpflicht unterworfen, sollten jedoch nur im Kriegsfall einberufen werden. vgl. Schröder, Geschichte und Struktur, S. 53

121 vgl. Gosztony, S. 405

122 Ebd., S. 408

123 Albanien trat 1968 aus dem Bündnis aus. Es war seit 1962 suspendiert, da es keine Raketenaufstellung der UdSSR zuließ. Ebd., S. 347

124 eigentlich: „Vertrag über Freundschaft, Zusammenarbeit und gegenseitigen Beistand“ vgl. Csizmas, S. 13 Der Warschauer Pakt wurde 1991 aufgelöst. vgl. Hoffmann/Osburg/Schützler, S. 171

125 da die Truppen der DDR im Mai 1955 nur den Status einer Volkspolizei hatten, durfte sie nicht sofort Mitglied werden. Ebd.

126 Das Oberkommando der Vereinigten Streitkräfte des Warschauer Paktes befand sich in Moskau. vgl. Csizmas, S. 4

127 Konjew 1955-1960, Gretschko 1960-1967, Jakubowski 1967-1976, Kulikow ab 1977. vgl. Gosztony, S. 330

128 Ebd.

129 vgl. Csizmas, S.132, Tabelle

130 Unter den Demonstranten gab es 19 Opfer, auch diese Zahl war wahrscheinlich höher. vgl. Gosztony, S. 332

131 allein die in Ungarn stationierten sowjetischen Truppen betrugen 50 000 Mann, dazu kamen vier weiter Divisionen, die man aus den umliegenden Ländern heranzog. Ebd. S. 335

132 Ebd., S. 336 u. 338

133 Ebd. S. 391

134 Die sogenannte Breschnew-Doktrin. vgl. Gosztony, S. 395

135 Ebd.

136 Strategische Raketentruppe, russ. Raketnye Wojskaja Strategitscheskogo Naschnatschenija; Landstreitkräfte, russ. Suchoputnye Wojska; Luftverteidigung, russ. Wojska Pritiwowoschduschnoj Oborony; Luftstreitkräfte, russ. Woenno-Woschduschnye Wojska, Seekriegsflotte, russ. Woenno-Morskoj Flot. vgl. Schröder, Geschichte und Struktur, S. 57 bis 63

137 da seit der Machtübernahme Breschnews keine offiziellen Zahlen mehr veröffentlicht wurden, beruhen die Angaben auf Schätzungen. Daher die großen Abweichungen. vgl. Schröder, Geschichte und Struktur, S. 53, Fußnote 72 u. Gosztony, S. 413

138 vgl. Schröder., Geschichte und Struktur, S. 54

139 Ebd.

140 Diese Zahl gibt Gosztony für das Jahr 1980 an; Schröder nennt für 1985 die Stärke 300 000 Mann. vgl. Gosztony, S. 413 u. Schröder, Geschichte und Struktur, S. 58

141 vgl. Schröder, Geschichte und Struktur, S. 58

142 vgl. Gosztony, S. 413 u. Schröder, Geschichte und Struktur, S. 59 bis 61

143 vgl. Gosztony, S. 414

144 Baltische Flotte, russ: Baltiskij Flot mit Zentrum in Kaliningrad, Pazifikflotte, russ. Tichokeanskij Flot in Wladiwostok, Petropawlowsk und Sowetskaja Gavan, Nordmeerflotte, russ. Severnyj Flot mit Zentrum in Seweromorsk und Schwarzmeeflotte, russ. Tschernomorskij Flot in Sewastopol. Dazu kamen Stützpunkte in Vietnam, Südjemen und Äthiopien. vgl. Schröder, Geschichte und Struktur, S. 67

145 vgl. Katzer, S. 35

146 vgl. Schröder, Militärreformdebatte, S. 2 u. Recktenwald, S. 2

147 Jasow hatte im Mai 1987 Sokolow als Verteidigungsminister abgelöst. vgl. Recktenwald, S. 2 u. 45

148 vgl. Schröder, Militärreformdebatte, S. 2

149 Ebd. S. 3

150 vgl. Katzer, S. 36

151 Im Dezember 1979 hatte die Sowjetunion mit 80 000 Mann in Afghanistan interveniert, der Rückzug war im Februar 1989 abgeschlossen. Nach Schätzungen verlor die Sowjetarmee 15 000 Mann. vgl. Gosztony, S. 417 u. Hoffmann/Osburg/Schützler, S. 126 u. 127

152 In Tiflis wurde im April 1989 eine Demonstration niedergeschlagen, es gab 20 Tote. In Wilna versuchte man die Unabhängigkeitsbestrebungen gewaltsam rückgängig zu machen, es gab 19 Tote. Durch starke Kritik an diesem Vorgehen wurde ein gleiches Eingreifen in anderen Staaten verhindert. vgl. Hoffmann/Osburg/Schützler, S. 135

153 vgl. Recktenwald, S. 47

154 vgl. Katzer, S. 37

155 Magenheimer, S. 566

156 Ebd., S. 567. Magenheimer behauptet „[...ist die russische Armee] weit davon entfernt..., eine ernstzunehmende Gefahr für die NATO und die USA zu sein “ Ebd., S. 575. Dies ist aufgrund des russischen Nuklearpotentials jedoch nicht nachvollziehbar.

157 vgl. Schröder, Geschichte und Struktur, S. 54

158 vgl. Gosztony, S. 14

22 von 22 Seiten

Details

Titel
Die Streitkräfte der Sowjetunion
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen
Veranstaltung
Proseminar Landeskunde: Russland unter der Sowjetherrschaft
Note
sehr gut
Autor
Jahr
1999
Seiten
22
Katalognummer
V96506
Dateigröße
382 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Studienelement Slavistik
Schlagworte
Streitkräfte, Sowjetunion, Proseminar, Landeskunde, Russland, Sowjetherrschaft
Arbeit zitieren
Volker Wirtgen (Autor), 1999, Die Streitkräfte der Sowjetunion, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/96506

Kommentare

  • Gast am 28.11.2005

    Polkownik.

    etwas sehr oberflächliche Arbeit, die sogar einige Fehler aufweist (siehe '68 "Prager Frühling" - die DDR war definitiv NICHT in der CS - kleine Info von einem, der dabei war...) sogar geographische Bezeichnungen sind nicht korrekt. Wenn man fast ausschließlich auf "West-Literatur" (bzw. Werke Nichtbeteiligter) verweist, kommt sowas bei raus...

  • Gast am 8.2.2006

    Glorifizierung Trotzkis.

    In der Arbeit wird Trotzki glorifiziert. Sowohl zur Frage des Aufbaus der Roten Armee, der Gewinnung von Offizieren und Generalen und der Führung militäri- scher Operationen gibt es durchaus ganz andere Auf- fassungen, vorallem von ehemaligen zaristischen Generalen, die in der Roten Armee gedient haben wie auch vom damaligen Gegner.

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