Westgoten in Spanien (6.Jhd.). Frauengräber mit gotischer Tracht (Trachtensembles, Typen, Chronologie, Romanisierung)


Hausarbeit (Hauptseminar), 1992
19 Seiten, Note: sehr gut

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Gliederung:

1. Einleitung und historischer Hintergrund

2. Forschungsgeschichte

3. Das Gräberfeld von Duratón

4. Inventarisierung und Typologie des Fundstoffes 4.1 Inventar und Typologie der Frauengräber 4.1.1 Typologie der Fibeln 4.1.2 Typologie der Gürtelschnallen 4.1.3 Die Trachtgruppen der Frauengräber 4.2 Zur Akkulturation der Westgoten in Spanien 4.3 Inventar und Typologie der Männergräber

5. Der Belegungsbeginn von Duratón, eine Hypothese von Herrn König

6 Die Kombinationsstatistik

7. Zusammenfassung und absolute Chronologie

8. Abbildungsverzeichnis

9. Literaturverzeichnis

1. Einleitung und historischer Hintergrund

In den Jahren von 494-506 erfolgt die Eroberung großer Teile der Iberischen Halbinsel durch die Westgoten. In mehreren Wellen wandern die Westgoten in Spanien ein und siedeln sich in Innerspanien an, wie die großen Reihengräberfelder in Segovia, Madrid und Burgos zeigen. (Abb.:1) Die Chronik von Zaragoza berichtet in den Jahren von 494 und 497, daß sich Westgoten in Spanien niedergelassen haben. Das Jahr 507 stellt einen Höhepunkt in der Wanderbewegung dar, da die Westgoten in der Schlacht von Vouillé den Franken unterliegen und nach Spanien flüchten.

Gesalech (507-511), ein unehelicher Sohn Alarichs II. (484-507), der daraufhin zum König erhoben wird, kann die Franken nicht an der weiteren Eroberung westgotischer Gebiete in Gallien hindern, so daß nur noch Septimanien westgotisch bleibt. (Abb.:2) Durch den Eingriff der Ostgoten wird Gesalech vertrieben und Theoderich der Große (511-526) übernimmt die Herrschaft im Westgotenreich. Die Verwaltung des Westgotenreiches führen Beauftragte Theoderichs (Ibba, Luivirit, Ampelius) durch. Nach dem Tod Theoderichs d.Gr. wird 526 der Enkel Theoderichs Amalarich (526-531) von den Westgoten zum König erhoben.

Bei erneuten Auseinandersetzungen mit den Franken erleiden die Westgoten bei Narbonne (531) eine Niederlage, Amalarich floh nach Barcelona, wo er ein gewaltsames Ende fand. Damit kommt die Wanderbewegung der Westgoten von Gallien nach Spanien zum Ende und der Ostgote Theudis (531-548), ein ehemaliger Waffenträger Theoderichs d.Gr., wird darauf zum König erhoben. Seine Regierungszeit ist geprägt von Auseinandersetzungen mit den Franken, die er erfolgreich abwehren kann. Im Süden braute sich derweil eine neue Gefahr zusammen: 533 hatte der oströmische Kaiser Justinian das Vandalenreich angegriffen und erobert und besaß nun Stützpunkte an der afrikanischen Küste. Die Versuche Theudis die Festung und Hafenstadt Ceuta den Oströmern zu entreissen scheiterten letztlich. Im Jahr 548 fiel Theudis einem Attentat zum Opfer.

Sein Nachfolger Theudegisel (548-49) erlitt nach einjähriger Regierungszeit das gleiche Schicksal. Agila I. (549-551) scheitert an einem Aufstand in Sevilla, der von Athanagild geleitet wird. Athanagild ging ein Bündnis mit den Oströmern ein und diese besetzten 552 die Südküste Spaniens. Nach der Ermordung Agilas I. in Mérida (552) wurde Athanagild (ca.552-568) König der Westgoten. 1 ) Durch eine geschickte Heiratspolitik sicherte sich Athanagild den Frieden mit den Franken, um sich ganz der oströmischen Invasion widmen zu können. Es gelang ihm Sevilla zurückzuerobern aber sein Angriff auf Córdoba scheiterte. Die oströmischen Eroberungen lassen sich nur schwer rekonstruieren. Mit Sicherheit war die Küste von Cartagena bis Malaga oströmisch, dazu die Städte Medina Sidonia und Gigonza, sowie Córdoba. 2 ) Bei Athanagilds Tod (568) befand sich das westgotische Reich daher in einer gefährlichen Lage.

Sein Nachfolger Liuva I. (567-571/72) machte seinen Bruder Leovigild zum Mitregenten (568) über Spanien, während er selber über Septimanien herrschte. Leovigild (568-586) gelingt es, die Situation des Reiches, zu stabilisieren. Seine Erfolge gegen die Oströmer, die Sueven, die Sappi und die Kantabrer brachten die gesamte Iberische Halbinsel, bis auf schmale Küstenstreifen, unter seine Herrschaft. Weitere wesentliche Punkte der Politik Leovigilds waren die Aufhebung des Verbots der Mischehe zwischen Goten und Romanen (580), wodurch er die Einheit des Volkes herzustellen beabsichtigte. Diese Heiraten waren trotz des Verbotes in der Oberschicht längst üblich (z.B. Theudis mit einer Romanin). Hierdurch unterstützte er den Romanisierungsprozeß der eingewanderten Goten, der im 6.Jhd. schon weit fortschreiten konnte. Ein weiteres Ziel Leovigilds, bei dem er weniger erfolgreich war, galt der religiösen Einheit der Bevölkerung unter dem arianischen Glauben der Westgoten.

Kennzeichnend für diesen Konflikt ist der Aufstand seines Sohnes Hermenegild, der 579 zum katholischen Glauben übertrat und der sich in Sevilla gegen seinen Vater erhob. Trotz eines Bündnisses mit Ost-rom wurde Hermenegild von seinem Vater besiegt und 585 in Tarragona getötet. 580 trat in Toledo ein arianisches Konzil zusammen und ver-handelte das Übertreten der Katholiken zum arianischen Glauben. Obwohl Leovigild die Katholiken mit Belohnung und Strafen (Verbannung) unter Druck setzte, konnte er den Widerstand der Kirche nicht brechen. Durch den Tod Leovigilds (586) endeten die Verfolgungen. Sein Sohn Reccared (586-601) erreichte die religiöse Einheit schließlich, indem er 587 zum katholischen Glauben übertrat und 589 wurde auf dem Reichskonzil von Toledo die konfessionelle Einigung der Bevölkerung, unter dem katholischen Glauben, hergestellt. Durch dieses Reichskonzil fielen entscheidende Hindernisse, die Goten und Romanen getrennt hatten. Eine voll-ständige Verschmelzung der beiden ethnischen Gruppen war die Folge.

2. Forschungsgeschichte

Die Geschichte der Erforschung des Westgotischen Reiches auf der Iberischen Halbinsel ist durch die Arbeit einiger weniger Wissenschaftler geprägt. An erster Stelle stehen der Deutsche Hans Zeiss und der Spanier J.Martinez Santa Olalla. Zeiss hat sich in den 30er Jahren ausführlich mit dem westgotischen Fundstoff in Spanien, den er an den Originalen studierte, beschäftigt. Obwohl damals nur ein Bruchteil der großen westgotischen Nekropolen, zu denen auch Duratón zählt, ausgegraben war, ist Zeiss Werk "Die Grabfunde aus dem spanischen Westgotenreich" noch heute in den typologischen und chronologischen Ansätzen gültig. 3 )

Seit den 70er Jahren erlebte die Erforschung der Westgoten in Spanien einen Aufschwung einen Aufschwung, der besonders von deutschen Wissenschaftlern getragen wurde. Wolfgang Hübner und sein Schüler Gerd König aus Freiburg publizierten in mehreren Aufsätzen Beiträge zur frühmittelalterlichen Chronologie in Spanien, die von der Forschung kontrovers diskutiert wurden. 4 ) Grundlage dieser Diskussion bildeten die Auswertungen des Gräberfeldes von Duratón, das in den Jahren 1942 und 1943 ausgegraben wurde und das 1971 abschließend publiziert werden konnte. Die Belegungschronologie, die Gerd König im Rahmen seiner Magisterarbeit ermittelte 5 ) und die Phaseneinteilung von V.Bierbrauer zeigen völlig verschiedene Auffassungen vom Belegungsablauf der Nekropole. 6 ) Während der Ausarbeitung dieses Referates hat sich gezeigt, daß die von Herrn Prof. Bierbrauer vertretene Belegungsabfolge des Gräberfeldes bestätigt werden muß.

Jüngste Arbeiten über das westgotische Spanien stammen von Gisela Ripoll und Pedro de Palol. 7 ) Im Besonderen hat sich Frau Ripoll mit der Chronologie des Fundstoffes eingehend beschäftigt und damit die Forschung auf den heutigen Stand gebracht. 8 )

3. Das Gräberfeld von Duratón

Der meiner Arbeit zugrunde liegende Fundstoff stammt sämtlich aus den rund 660 Bestattungen des Gräberfeldes von Duratón, welches sich auf der kastilischen Hochebene befindet. Die Nekropole ist auf Grund der Belegungsdauer und der Qualität und Quantität der Funde als aus-reichend repräsentativ für die westgotischen Hinterlassenschaften auf der Iberischen Halbinsel einzustufen. Sie ist überdies die einzige größere westgotische Nekropole von der zumindest teilweise ein Belegungsplan existiert. Hieraus ergibt sich die Möglichkeit einer horizontalstratigraphischen Untersuchung des Gräberfeldes, welche ich nicht außer acht lassen möchte. Daher werde ich einer Kombinationsstatistik zunächst eine Belegungschronologie vorangehen lassen.

Das Gräberfeld von Duratón liegt in der Provinz Segovia etwa 50 Km nordöstlich von der Stadt Segovia entfernt direkt an einem Nebenfluß des Duero. Wie auf der Abbildung zu sehen ist, befinden sich im Umkreis von ca. 30 bis 40 Km weitere wichtige westgotische Gräberfelder, wie zum Beispiel Castiltierra, Estebanvela, Espirdo und Siguero. Die Verbreitungskarte der westgotischen Gräberfelder in Spanien zeigt einen Schwerpunkt der Verbreitung in der Mitte der nördlichen Hälfte der iberischen Halbinsel. Duratón liegt innerhalb des zentralen Teils dieser Verbreitung. (Abb.: 3)

Duratón I. wurde in den Jahren 1942 und 1943 von Molinero Perez ausgegraben. Bis zum Jahr 1948 wurden dann insgesamt 666 Gräber in Duratón untersucht. Im Jahr 1948 erschien der erste Teil der Veröffentlichung des Gräberfeldes, Duratón I. Dieser Teil des Gräberfeldes umfaßt 291 Gräber mit wenigstens 346 Bestattungen. 9 ) In einer zusammen-fassenden Publikation erschien 1971 auch der zweite Teil, der bis 1948 ergrabenen Bestattungen, Duratón II. 10 ) Leider liegt von dem zweiten Teil nur ein unnummerierter Gräberfeldplan vor, den G.König in seiner Magisterarbeit abbildet.[11] ) (Abb.: 4) Es existieren von diesem Teil nur kurze Beschreibungen der Funde mit Grabnummer, aber keine Grabbeschreibungen. Auf einer Fläche von ca 20 x 30 m liegen die Gräber von Duratón dicht beisammen. An keiner Stelle der Grabungsgrenze ist der Rand des Gräberfeldes ergraben worden. (Abb.: 5)

Fast alle Gräber sind West-Ost orientiert bzw. Nordwest-Südost. Der Kopf lag regelhaft im Westen. Nur im südöstlichen Teil befindet sich eine Anzahl von Gräbern mit der Orientierung Süd-Nord, wobei der Kopf mal im Süden, mal im Norden des Grabes zur Ruhe gebettet wurde.

Quer durch den Friedhof ziehen sich Gebäudereste, die von den Gräbern überschnitten werden. Im nördlichen Teil sind Reste einer Apsis erhalten. Viele Gräber sind durch Nachbestattungen gestört worden. Meist sind aber die Beigaben aus dem vorherigen Grab im Grab erhalten geblieben. Sarkophage und Gräber mit Grabbauten aus Steinplatten kommen in Duratón selten vor. 12 )

Die meisten Bestattungen in Duratón sind Erdgräber oder Gräber mit einer Steinsetzung. In beiden fanden sich häufig Holzspuren und Eisennägel, was darauf schließen läßt, daß man Särge verwendete.

4. Inventarisierung und Typologie des Fundstoffes

Voraussetzung für meine Untersuchung ist die Trennung der Inventare nach Männer- und Frauengräbern anhand des Fundmaterials, da für Duratón anthropologische Untersuchungen der Gräber fehlen. West- gotische Frauengräber sind regelhaft mit einer Gürtelschnalle und einem Fibelpaar ausgestattet. Diese typisch gotische Frauentracht ist in den Gräbern von der Krim bis Spanien verbreitet. 13 ) Außerdem habe ich die Gräber, die ausschließlich Schmuck enthielten zu den Frauengräbern zu gezählt. Da keine anthropologischen Untersuchungen vorliegen ist dies der einzige Weg, auch wenn er Unsicherheiten birgt, weil gotische Männergräber nicht mit "typischen" Beigaben wie etwa Waffen ausgestattet wurden.

4.1 Inventar und Typologie der Frauengräber

Nun möchte ich zuerst die Fibeln, wie sie von mir typisiert wurden mit ihrer Beschreibung und ihrer Kartierung im Gräberfeld vorlegen. Daran schließt sich die Typologie der Gürtelschnallen an, die wie die Fibeln vorgestellt werden. Dabei diskutiere ich auch ihre Verge-sellschaftung mit den typisierten Fibeln. Anschließend erfolgt die Belegungschronologische Untersuchung der Männergräber, die im Großen und Ganzen durch Gegenstände, die zum Gürtel gehören definiert wurden. Dazu gehören Gürtelschnallen ohne Beschläg, Ortbänder und Gürtelhaften, aber auch Eisenmesser und Fingerringe etc.

4.1.1 Typologie der Fibeln

Blechfibeln mit Palmette und aufgenieteten Zierblechen

Die erste Gruppe bilden die Blechfibeln mit Palmettenzier und aufgenieteten Zierblechen. Sie sind aus Silber oder Bronze herge-stellt. Zumeist sind die Stücke gegossen. Die Kopfplatte ist ungefähr rechteckig mit abgerundeter Oberkante und trägt manchmal eine vogelförmige Applike. Die Fußplatte ist zu beiden Seiten leicht abgedacht.

Dieser Fibeltyp stammt aus Südosteuropa und ist entlang der Donau und dem schwarzen Meer weit verbreitet gewesen. Dort datiert dieser Typ in die erste Hälfte bis in die Mitte des 5. JH. An wichtigen Fundorten sind Laa an der Thaya, Smolín, Szabadbattyán und Levice zu nennen. 14 ) Abbildung 6 zeigt sämtliche in Duratón I. und II. vorkommenden Fibeln dieses Typs, Abbildung 7 zeigt die Kartierung der acht Paare von Duratón I. (Abb.: 6 und 7) Die Kartierung verdeutlicht einen Schwerpunkt im nordwestlichen Teil des Gräberfeldes.

Gegossene Bügelfibeln mit Palmettimitation (Abb.: 8, oben)

Nah zugehörig zur eben besprochenen Gruppe sind die gegossenen Bügelfibeln mit Palmettimitation. Die Spitzenknöpfe und die seitlichen Zierbleche wurden mitgegossen. Dabei wurden die Zier-bleche oft nur durch eingekerbte Linien angedeutet. Mal fehlen die Palmetten ganz oder sind durch Kreisaugen ersetzt worden. 15 ) Bei der Kartierung dieses Fibeltyps ist auffällig, daß sie sich zwar mit dem Verbreitungsgebiet der Blechfibeln decken, aber nur randlich vorkommen. Sie liegen östlich und südwestlich vom Verbreitungsgebiet der Blechfibeln.

Gegossene Bügelfibeln (Abb.: 10)

Den Blech- und Bügelfibeln mit Palmette steht eine Gruppe einfacherer Bügelfibeln gegenüber. Diese gegossenen Bügelfibeln sind entweder unverziert oder tragen einfache gepunzte Muster, wie z.B. Kreisaugen. Die Muster können spärlich, in Gruppen angeordnet oder über die ganze Fibel verteilt sein. Die Kopfplatte ist halbrund bis dreieckig und trägt drei bis fünf Köpfe. 16 )

H.Zeiss deutet diesen Fibeltyp als einen, der selbstständig in einheimischen Werkstätten Spaniens hergestellt wurde und aus den Blechfibeln heraus entwickelt hat. Die seitlichen Knöpfe an der Fuß-platte sind für Zeiss kennzeichnend für diese Entwicklung. 17 )

Die Kartierung der Variante dieses Fibeltyps mit drei Knöpfen an der Kopfplatte zeigt einen Schwerpunkt im nördlichen Teil der Nekropole. Im Gegensatz zu den Blechfibeln streuen diese Fibeln aber weiter in den 14) J.Tejral, Zur Chronologie der frühen Völkerwanderungszeit im mittleren Donauraum. Arch. Austriaca 72, 1988, S.223-304. Bes. S.269-286. und H.Zeiss, a.a.O. S.12-13 u. S.97-102.

östlichen Teil hinein. Die Verbreitung der Variante mit den fünf Knöpfen an der Kopfplatte zeigt einen Schwerpunkt im nördlichen und einen weiteren im östlichen Teil des Gräberfeldes, wo sie sich eher randlich befinden. (Abb.: 11)

Bronzegegossene Bügelfibeln mit Kerbschnitt (Abb.: 8, unten)

Die gegossenen kerbschnittverzierten Bügelfibeln aus Bronze sind der folgende Fibeltyp. Die Fußplatte ist in der oberen Hälfte ver-breitert und trägt dort meist seitliche Knöpfe oder Vogelköpfe. Die Kopfplatte trägt ebenfalls fünf oder sie ben Knöpfe oder Vogelköpfe. Charakteristisch für die spanischen Kerbschnittfibeln ist nach H.Zeiss ein treppenartiges Muster, das sowohl die Fuß- als auch die Kopfplatte bedeckt. 18 ) Weitere Verzierungselemente sind Glaseinsätze auf den Knöpfen, ein kleines Kreuz auf der Fußplatte und oft angedeutete Palmetten auf Kopf- und Fußplatte. Zu diesem spanischen Typ gehören die Fibeln aus Grab 418, 501 und 394. Mustergleich sind die Fibeln aus den Gräbern 418 und 501. In den westgotischen Nekropolen von Estebanvela und Herrera de Pisuerga ist diese Fibelart ebenfalls weit verbreitet.

Eine Parallele zu französischen Funden zeigt die Fibel aus Grab 143. Sie kann mit dem Typ Champlieu nach Kühn verglichen werden, der von Kühn zu spät angesetzt wird. 19 ) An der Kopfplatte befinden sich vier Vogelköpfe, die dem zentralen Kopf zugewandt sind. Kopf- und Fußplatte sind mit Kreisen verziert. Die rhombische Fußplatte trägt im Zentrum eine Raute und schließt mit einem runden Tierkopf ab. Da dieser Typ in Nordfrankreich weit verbreitet ist, nahm Kühn eine Herkunft dieses Typs von dort an. In Duratón I. kommen nur in zwei Gräbern Bügelfibeln mit Kerbschnitt vor, sie liegen im nördlichen Teil der Nekropole. (Abb.: 12)

-Mediterrane Fibeltypen

Bei den mediterranen Fibeltypen Duratóns handelt es sich um Armbrustfibeln des Typs Duratón und Estagel (Abb.: 13), und um Scheiben-, Kreuz-, und Tierfibeln (Abb.: 14). Bei den Scheibenfibeln müssen verschiedene Formen unterschieden werden. Die meisten Scheibenfibeln sind mit einer gepreßten Platte verziert. Zahlenmäßig geringer sind die Scheibenfibeln mit Zellverzierung. Die Kreuzfibel aus Grab 284 ist ebenfalls zellverziert. Die rechteckigen zellverzierten Scheibenfibeln aus Grab 294 stellen eine Sonderform dar. Verschiedene, die ihre Verzierung verloren haben sind nicht mehr zuordbar. Diese mediterranen Fibeln wurden von der romanischen Bevölkerung im 6. und 7. Jh. in der typischen Einfibeltracht auf der Brust getragen.

In Duraton ist ihr Vorkommen zumeist paarweise und vergesellschaftet mit einer Gürtelschnalle mit rechteckigem Beschläg, d.h. sie sind gewissermaßen "gotisiert" getragen worden. 20 ) Die Kartierung der Typen dieser Fibeln zeigt, daß sie sich ihr Schwerpunkt in Duratón I. in der Mitte befindet. Weiters liegen sie im östlichen und südlichen Teil des Gräberfeldes. Dieses Ver-breitungsbild kann deutlich von dem der Bügelfibeln unterschieden werden. (Abb.: 15)

4.1.2 Typologie der Gürtelschnallen

Gürtelschnalle mit unverziertem Beschläg (Abb.: 16, oben)

Die Gürtelschnallen mit unverziertem Beschläg und geradem Dorn haben eine unverzierte eiserne Schnalle. Die Schnalle aus Grab 46 trägt eine unverzierte Kupferplatte, die mit Nägeln auf den eisernen Beschläg geheftet wurde. Die Gürtelschnallen aus den Gräbern 134 und 228 fallen durch ihre verzierten Schnallen auf. Die Schnalle aus Grab 134 ist mit Strichlinien verziert und hat einen Tierkopfdorn. Die Schnalle aus Grab 228 besitzt einen verzierten Schnallenbügel und Dorn. Vermutlich haben diese Gürtelschnallen die Verzierung auf dem Beschläg mit der Zeit verloren. 21 ) Alle Gürtelschnallen dieses Typs sind in Duratón I. mit Fibelpaaren und Schmuck vergesellschaftet. In drei Fällen sind dies gegossene Bügelfibeln aus Bronze mit drei Knöpfen an der Kopfplatte.

Mit einem getriebenem Scheibenfibelpaar ist die Schnalle aus Grab 76 vergesellschaftet. In Duratón II. kommt dieser Schnallentyp eben-falls häufig gemeinsam mit getriebenen Scheibenfibeln vor. Die Schnalle aus Grab 553 ist mit einer Blechfibel vergesellschaftet, die noch in donauländischer Tradition steht. In Grab 331 ist der Gürtelschnallentyp mit einem Fibelpaar mit festem Nadelhalter und gleichbreitem Bügel und Fuß vergesellschaftet.

Diese Vergesellschaftung belegt, daß dieser Gürtelschnallentyp sowohl mit Bügelfibeln als auch mit mediterranen Fibeln vorkommt.

(Abb.: 17, Kartierung der Schnallen) und (Abb.: 18, Inventare der Gräber mit Gürtelschnallen mit unverziertem Beschläg) Im Nordteil der Nekropole Duratón I. sind die Schnallen nicht vertreten. Wenn man die Stücke aus Grab 134 und 228, wegen der verzierten Schnallen beiseite läßt, bleibt die Schnalle beschränkt auf den südwestlichen Teil des Gräberfeldes.

Cabochons verzierte Gürtelschnallen (Abb.: 16, unten)

Der Beschläg dieser Gürtelschnalle hat einen eisernen Kern auf dem eine Gold-, Silber- oder Kupferplatte befestigt ist. Diese Platte ist mit mugeligen Glassteinen (Cabochons) aus Glaspaste verziert. Die Anzahl der Steine schwankt von einem ovalen zentralen Stein, über fünf, sieben bis zu neun Steinen. Die Ecksteine sind in der Regel oval und diagonal ausgerichtet. Die unverzierte Schnalle ist aus Eisen oder Bronze. 22 ) Die Gürtelschnalle mit Silberplatte aus Grab 229 ist eine Sonderform, da sie eine runde Zellverzierung in der V.Bierbrauer, Frühgeschichtliche Akkulturationsprozesse in den germanischen Staaten am Mittelmeer (Westgoten, Ostgoten, Langobarden) aus der Sicht des Archäologen. Atti del 6° Congresso Internationale di Studi sull'alto Medioevo, 1980, S.89-105. Bes. S.94

Mitte trägt. Die Ecken sind mit mugeligen Glassteinen geschmückt. Die Schnalle aus Grab 147 ist mit einer Kupferplatte versehen, die mit kleinen Kreisaugen verziert ist. In der Mitte befindet sich ein Glasstein und in den Ecken dreieckige Zellver-zierungen. Acht Gräber mit diesem Typ von Gürtelschnallen stammen aus Duratón I. (Abb.: 19, Kartierung; Abb.: 20, Vergesellschaftung Duraton I.) Vier Gräber (79, 176, 179, 190) mit Gürtelschnallen dieses Typs enthalten Blechfibeln aus Silber, versilberter Bronze und Bronze, die eine Verbindung zur donauländischen Tradition erkennen lassen. Zwei Gräber enthalten gegossene Bügelfibelpaare und nur ein Grab eine Fibel mediterraner Form. Ein deutliches Gewicht liegt also auf der Vergesellschaftung mit Bügelfibeln. Die Gräber sind mit Schmuck reichhaltig ausgestattet, wie Finger-, Arm- und Ohrringen, sowie Glas- und Bernsteinperlen.

Neben dem Bügelfibelpaar enthalten vier Gräber eine zusätzliche Fibel. Diese sind getriebene oder zellverzierte Scheibenfibeln und eine Blechfibel. 23 ) In Duratón II. ist der Typ ebenfalls häufig mit Blechund Bügelfibeln vergesellschaftet. Nur in Grab 344 sind zwei Eisenfibeln enthalten. (Abb.: 21, Vergesellschaftung Duratón II.) Im nördlichen und mittleren Gräberfeldareal ist diese Gürtelschnalle verbreitet. Im Vergleich zur Verbreitung unverzierter Schnallen wird im nördlichen Gräberfeldareal ein Schwerpunkt der Verbreitung der Gürtelschnalle mit Cabochons deutlich. Durch die Vergesellschaftung mit Blechfibeln sind die drei Gräber 176, 179 und 190 zusätzlich eng verbunden.

Gürtelschnallen mit verzierter Platte auf dem Beschläg (Abb.: 22)

Die Beschlagplatte dieser Gürtelschnalle besitzt einen eisernen Kern. Sie ist mit einer getriebenem oder gegossenen Kupfer- oder Silberplatte beschlagen. In der Regel ist die Verzierung auf einem zentral gelegenen, eingeschriebenem Rechteck aufgebaut. 24 ) Ausnahmen stellen die beiden Schnallen aus Grab 551 und 153 dar. Sie haben zusätzlich verzierte Steine in den Ecken, die an die mugeligen Steine der Cabochons verzierten Schnallen erinnern. Außerdem trägt die Schnalle aus Grab 153 eine zentrale Zellverzierung. Es gibt unverzierte Schnallen mit geradem Dorn und mit Strichgruppen verzierte Schnallen, die meist einen Tierkopfdorn besitzen.

(Abb.: 23, Kartierung; 24, Vergesellschaftung) Eine Schnalle aus Grab 86 mit vollständig verziertem Schnallenbügel ist mit einer Schnalle aus Grab 228 mit unverziertem Beschläg zu vergleichen. Rund die Hälfte der Gräber aus Duratón I. und II., die diesen Gürtel-schnallentyp aufweisen, sind mit Blechfibeln mit Palmette und aufge-setztem Zierblech schwerpunktmäßig vergesellschaftet.

In drei Gräbern finden sich gegossene Bügelfibeln und lediglich in einem ein Scheibenfibelpaar, bei dem die Verzierung nicht erhalten ist. Erstmals tritt in Grab 568 eine Vergesellschaftung mit einem kerbschnittverzierten Bügelfibelpaar auf. Diese Fibeln haben sechs Vogelköpfe an der Kopfplatte und in Kerbschnitt nachgeahmte Palmetten an Kopf- und Fußplatte. Auch bei diesen Gürtelschnallen ist neben 23) J.Werner, "A.Molinero-Perez, La necrópolis visígoda de Duratón (Segovia)". 1944-50, Germania 28, S.279-281. Bes. S.279. 24) A.Molinero-Perez, wie Anm. 10, S.120-123. dem regelhaft auftretenden Fibelpaar oft Schmuck vergesellschaftet, wie Polyederohrringe, Arm- und Fingerringe.

Die Verbreitung des Gürtelschnallentyps mit verzierter Platte teilt sich, wie die der Schnallen mit Cabochon, in eine nördliche und eine südwestliche Gruppe auf. In der nördlichen Gruppe liegen zwei mustergleiche Stücke aus Gräbern 166 und 178. Der Schwerpunkt der Verbreitung liegt im Norden.

Gürtelschnallen mit Zellverzierung (Abb. 25)

Die zellverzierten Gürtelschnallen tragen Einlagen aus Glas, Glaspaste und Knochen. Mit Lehm und Gips sind die Einlagen in den Zellen befestigt. 25 ) Stilistisch kennzeichnend für die folgende Gruppe von vollständig zellverzierten Gürtelschnallen sind vor allem betonte Diagonalen aus kleinen Kreisen, die auf beiden Seiten von einer Linie eingefaßt werden. Der Mittelpunkt ist rechteckig und oft von Halbkreisen umgeben. Der Schnallenbügel ist stets mit feinen Strichlinien verziert und mit einem Tierkopfdorn ausgestattet.

Eine Schnalle aus Grab 226 (Duratón I.) ist mit einer aus Grab 417 (Duratón II.) mustergleich. Weder in Duratón I. noch in Duratón II. sind diese Schnallen mit Blechfibeln mit Palmette vergesellschaftet. Nur in zwei Gräbern sind gegossene Bügelfibeln ohne Palmette vorhanden. Ein zellverziertes Kreuzfibelpaar findet sich in Grab 284 und in Grab 226 befand sich eine Vogelfibel. Blech- und mediterrane Fibelformen sind im Zusammenhang mit diesem Gürtel-schnallentyp selten.

Für diese Gürtelschnallengruppe ist die Vergesellschaftung mit kerbschnittverzierten Fibeln charakteristisch. In Grab 143 befindet sich das Fibelpaar der Gruppe Champlieu nach H.Kühn. Grab 418 und 501 haben mustergleiche kerbschnittverzierte Fibeln aufzuweisen. Die Fibel aus Grab 394, das ebenfalls eine vollständig zellverzierte Gürtelschnalle enthält ist eng an die vorangehenden Fibeln anzuschließen. Diese Schnalle läßt sich in Details mit den Gürtelschnallen mit Diagonale vergleichen, die Gesamtanlage der Verzierung ist aber grundsätzlich verschieden. Eine ebenso enge Verbindung läßt sich zwischen den Fibeln aus Grab 368 und 192 her-stellen. Die Kopfplatte ist mit fünf Pfeilartigen Köpfen und einer liegenden Spirale verziert. Die Fußplatte trägt sechs runde Knöpfe und eine Vierpaßspirale in der Mitte. Die Gürtelschnalle aus Grab 192 gehört nicht eindeutig der Gruppe mit Diagonale an, da es einen zentralen verzierten Buckel besitzt und gewellte Zellstege.

Die Schnalle stellt in Duratón ein Sonderstück dar, das aber über das mustergleiche Fibelpaar mit den Gürtelschnallen mit Diagonale in Verbindung gebracht werden kann. (Abb. 26, Kartierung) Die Abbild- ungen 27, 28 und 29 zeigen die Vergesellschaftungen der zellver-zierten Gürtelschnallen. Die Gürtelschnallen mit Diagonale sind auf den nördlichen Teil des Gräberfeldes beschränkt. Dort kommen sie im westlichen und im östlichen Teil vor. Grab 226 und 284 schließen sich durch mediterrane Fibeln zusammen. Neben den zellverzierten Gürtelschnallen mit Diagonale sind zwei Einzelstücke in Duraton I.

4.1.3 Die Trachtgruppen der Frauengräber

Herr Prof. Bierbrauer befaßte sich 1975 in seinem Buch "Die ostgot-ischen Grab- und Schatzfunde aus Italien" und 1980 in dem Aufsatz "Frühgeschichtliche Akkulturationsprozesse in den germanischen Staaten am Mittelmeer (Westgoten, Ostgoten, Langobarden) aus der Sicht des Archäologen" mit der gotischen Tracht und ihrer Entwick-lung. Für Duratón unterschied er drei Trachtgruppen der Frauen-gräber. Hierbei kommt es entscheidend auf die Vergesellschaftung der Gürtelschnallen und Fibeln an. Die drei Gruppen nach Bierbrauer sind zum einen die Gräber mit einem Bügelfibelpaar und Gürtelschnalle mit rechteckigem Beschläg, zum zweiten die Gräber mit mediterranen Fibelformen und Gürtelschnalle und zum dritten die Gräber ohne Fibel und Gürtelschnalle, nur mit Schmuck.

Gräber mit Bügelfibelpaar und Gürtelschnalle, Trachttyp 1

Die typische Tracht der Goten mit zwei Bügelfibeln auf der Schulter und der großen Gürtelschnalle mit rechteckigem Beschläg ist mit 18 Gräbern in Duratón I. vertreten. Archäologisch gesichert ist diese traditionell gotische Tracht in Südrußland und Rumänien schon im 4. Jh., auf der Krim im 5. bis zum frühen 7. Jh. 26 ) Im westgotischen Spanien ist die Tracht in der ersten Hälfte des 6. Jh. zu finden. 27 )

In der Kombinationsstatistik ist die Vergesellschaftung der Fibeln und Gürtelschnallen erkennbar. Es ist deutlich, daß sich Bügelfibeln mit allen Typen der Gürtelschnallen zusammen finden. Die Blechfibeln bilden eine Ausnahme da sie, bis auf einen Fall, nie mit Gürtelschnallen mit unverziertem Beschläg zusammentreffen. In Duratón II. enthält nur Grab 552 ein Blechfibelpaar zusammen mit einer Schnalle mit unverziertem Beschläg.

Die Kartierung zum Trachttyp 1 zeigt (Abb.: 30) einen Verbreitungsschwerpunkt im Norden der Nekropole. Im Nordosten und Süden des Gräberfeldes findet sich kein Vertreter dieses Trachttyps. Dieses Bild spiegelten auch schon die Kartierungen der Blechfibeln mit Palmette und der gegossenen Bügelfibeln. Bei den Blechfibeln mit Palmette befand sich im Norden ebenfalls eine auffällige Konzentration. Die gegossenen Bügelfibeln streuen in der Kartierung zwar etwas weiter östlich als die Blechfibeln ver-stärken aber ebenso das Bild eines nördlichen Schwerpunkts.

Gräber mit mediterranem Fibelpaar, Trachttyp 2

Diese Fibeln sind, wie bereits erwähnt, ein Bestandteil der romanischen Bevölkerung im 6. und 7. Jh. Die Romanen trugen sie allerdings stets einzeln auf der Brust.

In Duratón sind diese Fibeln paarweise aufgefunden worden.

Scheiben,-, Kreuz-, und Vogelfibeln und Fibeln mit gleichbreitem Fuß ersetzen paarweise das traditionelle Bügelfibelpaar der gotischen Tracht. Nur viermal kommen sie ohne Gürtelschnalle vor. Bei den in situ geborgenen Exemplaren der ungestörten Gräber 75 und 86 lagen sie nicht im Schulterbereich, sondern auf der Brust des/der Verstorbenen. Dies weist auf einen Funktionswandel in der Tracht hin. Die Gräber mit einem Scheibenfibelpaar zeigen dasselbe Gürtelschnal-lenspektrum, wie die Gräber mit einem Bügelfibelpaar. Im nördlichen Teil der Nekropole befinden sich die Gräber mit mediterranem Fibelpaar und noch weiter nördlich die mediterranen einzelnen Fibeln, ohne Gürtelschnalle (Abb.: 32) Eine Schwerpunktverlagerung gegenüber dem Trachttyp 1 nach Süden ist erkennbar. Die Verbreitung des Trachtyps 2 zieht sich von Ost nach West durch das Zentrum der Nekropole Duratón I. 28 ) Abbildung 31 zeigt die Verbreitung der einzelnen Bügelfibeln im Gräberfeld.

Gräber nur mit Schmuck, Trachttyp 3

Diese Gräber enthalten keine Fibeln noch Gürtelschnallen sondern lediglich Schmuck, wie Fingerringe, Perlen und Ohrringe. Abbildung 34 zeigt die verschiedenen Schmucktypen. Ihre Kartierung im Gräber-feld zeigt wiederum eine randliche Lage zu Trachttyp 2. (Abb.: 33) Auch werden Areale im Süden und Nordosten der Nekropole von diesen Gräbern belegt, die von den vorangegangenen Grabgruppen der Tracht-typen 1 und 2 nicht berührt werden. Die Gräber der Trachtgruppe 3 setzen die Kreisförmige Ausdehnung der Belegung der Nekropole fort. 29 ) Die Belegungsabfolge der Frauengräber aus Duratón I. ver-läuft in einer kreisförmigen Ausdehnung um ein nördliches Zentrum herum. Diese Bewegung läßt sich im Rahmen der Trachtentwicklung in drei Phasen aufteilen.

4.2 Zur Akkulturation der Westgoten in Spanien

Die Entwicklung der westgotischen Frauentracht erklärt Herr Prof. Bierbrauer mit dem Romanisierungsprozeß, dem die Westgoten - wie auch im geschichtlichen Exkurs deutlich wird - seit ihrer Ankunft in Spanien unterworfen waren. Diese Entwicklung führt in der Konsequenz zur allmählichen Übernahme der romanischen Beigabensitte. Die Trachtentwicklung führt zur Auflösung der typisch gotischen Tracht. (V. Bierbrauer, 1980, S.92-96 und 1975, S.80-83) Dieser Prozeß beginnt damit, daß ethnisch fremde, also romanische, Trachtelemente in die Trachtanordnung übernommen werden. Darauf geht die ursprüng-lich strenge Trachtordnung verloren und löst sich auf. So kommen schließlich nur noch sehr persönliche Schmuckstücke, wie Finger- oder Ohrringe mit ins Grab. Die eigentliche Beigabensitte beginnt so zu enden. Diese Gräber sind auch ethnisch nicht mehr zuordbar. Es kann sich um romanisierte Goten oder um Romanen handeln. Dieser Prozeß fand, wie Herr Prof. Bierbrauer aufzeigen konnte, in den anderen germanischen Staaten am Mittelmeer seine Entsprechung. 30 )

4.3 Inventar und Typologie der Männergräber

Da in den Gräbern von Duratón die Waffenbeigabe nicht geübt wurde, ist es nicht leicht die Männergräber zu identifizieren. Sortiert man die Gräber, die wir vorher durch Gürtelschnalle und Fibel als Frauengräber definiert haben aus, bleibt eine Gruppe von Gräbern übrig, die im großen und ganzen Gürtelbestandteile enthält.

Gürtelschnallen ohne Beschläg, Gürtelhaften, Ortbänder und Eisen-messer gehören, neben sporadisch auftretenden Schmuckstücken, wie Fingerringen und einigen wenigen Perlen, zum Inventar dieser Gräber. Wie die Frauengräber untersuchte ich die Männergräber durch eine Kartierung auf dem Belegungsplan. Für relativchronologische Ansätze ergeben sich aber weit weniger Anhaltspunkte, als bei den Frauengräbern. Die Ursache hierfür liegt in der Beigabenarmut der Männer-gräber.

Gräber mit Gürtelschnalle mit schildförmigem Dorn ohne

Beschläg

In der Mehrzahl enthalten die Männergräber eine einfache Schnalle ohne Beschläg. Neben den bronzenen Gürtelschnallen mit kolben-förmigem oder geradem Dorn und den ovalen Eisenschnallen bilden die Bronzeschnallen mit schildförmigem Dorn ein wichtiges Bestandteil der Männerinventare. Mit letzteren sind Gürtelhaften verschiedener Typen, Eisenmesser, Ortbänder, Fingerringe und eine Fibel mit festem Nadelhalter aus Grab 10 vergesellschaftet. (Abb.: 35, 36, 37)

Der schildförmige Dorn läßt sich in drei Varianten gliedern. Die Dorne aus den Gräbern 130, 141, 191, 197 und 212 (Abb.: 36) sind im Verhältnis zum Bügel schmal und ragen hinten über den Bügel hinaus. Die Dorne der zweiten Gruppe sind breiter, die Einkerbungen am Schild sind prägnanter, aber der Dorn ragt noch über den Bügel hinaus. (Abb.: 36)

Bei der dritten Gruppe füllt der Dorn fast die gesamte Fläche innerhalb des Bügels aus. Er ist massiver und ragt auch nicht mehr über den Bügel hinaus. Für Duratón II. (Abb.: 37) ergibt sich das gleiche Bild der drei Varianten. Die Schilddornschnallen aus Duratón sind mit den Schnallen aus den fränkischen Gräberfeldern (Lavoye, Krefeld-Gellep, Herouvillette) vergleichbar. Prof. M.Martin konnte an den fränkischen Stücken eine typologische Entwicklung feststel-len. 31 ) Nach Prof. Martin haben sich die Schilddornschnallen in der zweiten Hälfte des 5. Jh., aus spätrömischen Schnallendornen, herausgebildet. Die Franken übernahmen sie offenbar im frühen 6. Jh. Die Schnallen mit schmalem Dorn, der hinten über den Bügel hinaus-steht sind im nördlichen Teil des Gräberfeldes zu einer Gruppe angeordnet verbreitet. (Abb.: 38) Die Schnallen mit breitem Dorn bilden ebenfalls eine Gruppe, die sich südwestlich daran anschließt.

Die Schnallen mit massivem Dorn liegen in den Arealen der Nekropole, die wir schon bei den Frauengräbern als die jüngsten ansprechen mußten. Diese Verbreitung zeigt die gleiche räumliche Erscheinung, wie bei den Frauengräbern. Diese geschlechtsspezifischen Belegungs-chronologien stützen sich daher gegenseitig.

Gräber mit Gürtelschnallen mit starrem Beschläg

Schnalle und Beschlägplatte sind bei diesen Gürtelschnallen aus einem Stück gegossen. (Abb.: 39) Die Beschlägplatte kann glatt- oder durchbrochen sein. Die Schnallenöffnung ist annähernd rechteckig. Dahinter befindet sich ein Loch für den Dorn, der oft schildförmig oder gerade ist und lose eingehängt wurde. 32 ) Die glatten Beschläg-platten aus Duratón sind meist zungenförmig mit konkav einspring-enden Seiten und rundem oder dreieckigem Abschluß. Sie sind oft mit Kreisaugen oder einfachen Linien verziert. Die Gräber 182, 400 und 591 zeigen durch ihre Vergesellschaftung mit gegossenen Bügelfibeln und Schmuck, daß dieser Gürtelschnallentyp nicht auf die Männer-gräber beschränkt vorkommt. Nach G.Fingerlin stellt die Zeit um 600 den Höhepunkt dieser Schnallen dar. Nach 650 kommen die Schnallen nicht mehr vor. 33 ) Die Kartierung dieser Gürtelschnallen zeigt ihre Verbreitung über das Gräberfeld ohne klaren Schwerpunkt. Sie finden sich in den jüngsten Arealen aber auch nördlich, wo der ältere Teil des Gräberfeldes vermutet werden darf. (Abb.: 40) Dieses läßt einen Gebrauch über einen längeren Zeitraum vermuten.

Gräber mit byzantinischer Gürtelschnalle

Drei byzantinische Schnallen sind aus Duratón bekannt. (Abb.: 41) Die Vergesellschaftung der Funde mit einem Fingerring und einem Krug mit kleeblattförmigem Ausguß lassen keine geschlechtsspezifische Aussage bezüglich der Träger der Schnallen zu. Die Schnallen gehören zum Typ Trapezunt mit leierförmiger Beschlägplatte aus der Mitte und 2. Hälfte des 7. Jh. 34 ) Die byzantinische Schnalle von Duratón I. befindet sich im südöstlichen Areal des Gräberfeldes, das von allen kartierten Typen bisher fundleer geblieben war. Die Nord-Süd orient-ierten Gräber werden in Spanien nicht vor dem 7. Jh. angelegt. 35 )

Trotz der Beigabenarmut ließ sich auch bei den Männergräbern ein belegungschronologischer Ansatz verwirklichen, der den der Frauen-gräber zu stützen vermag. Wie bei den Gürtelschnallen mit schild- förmigem Dorn zu sehen ist, läßt sich sogar eine parallele Entwicklung zu den Frauengräbern aufzeigen. Gürtelschnallen mit starrem Beschläg und byzantinische Schnallen gehören zu den jüngsten Typen, die jedoch kaum noch eine geschlechtsspezifische Einordnung ihrer Träger gestatten. Sie wurden vermutlich von Mann und Frau getragen.

5. Der Belegungsbeginn von Duratón, eine Hypothese von Herrn König

Im Jahr 1986 publizierte G,König einen kurzen zusammenfassenden Artikel über das Gräberfeld von Duratón. 36 ) Seine darin aufgestellte Hypothese über den Beginn der Belegung ist unhaltbar. Er geht davon aus, daß bereits vor den westgotischen Bestattungen ein römisches Gräberfeld in Duratón gewesen ist. Dazu benutzt er einen kleinen Trick. Er spiegelt einfach die Mauer, (Abb.:41, unten) die sich durch Duratón I. zieht, an einem Eingang in der Mauer und rekonstruiert auf diese Weise, ohne jeden Nachweis, eine spätantike Doppelapsidenanlage. Die so gespiegelte Apsis kommt dadurch, oh Wunder der Geometrie, unter die Apsis der Kirche aus dem 11. Jh. zu liegen. Weder der Kirchenraum noch die Fläche um die Kirche wurden jemals ausgegraben, so daß jeder Beweis für die Richtigkeit dieser Hypothese fehlen.

Von dieser Annahme jedoch ausgehend konstruiert er einen fiktiven Betraum, den er dann flugs in das 4.Jh datiert. Zitat: "Die ersten Verstorbenen wurden vermutlich in Sarkophagen in und um diesen Betraum beigesetzt, die im 6. Jh. von den Westgoten wieder-verwendet wurden." Dieser Betraum, für den jeder Nachweis fehlt, stellt für König das Zentrum des romanischen Gräberfeldes dar, das sich - von der Kirche ausgehend - nach Norden und Osten ausbreiten soll. Mit Hilfe der Schilddornschnallen, den Ohrringen mit doppelkonischer Perle, den durchbrochenen Schnallen mit starrem Beschläg und der byzantinischen Schnalle, will König die Belegungsabfolge des romani-schen Gräberfeldteils mit dem westgotischen parallelisieren. Als Beleg für die Richtigkeit seiner Annahme zeigt er folgende Kartierung (Abb.: 41, unten): mit offenen Signaturen sind die westgotischen Funde, mit geschlossenen die romanischen Funde kartiert.

Grundsätzlich ist zu beanstanden, daß man nicht, wie an dem Beispiel der Schnallen mit starrem durchbrochenen Beschläg und den Ohrringen getan, mit zwei verschiedenen Signaturen den gleichen Typ kartieren kann. Unfaßlich erscheint die Tatsache, daß diesen Signaturen auch noch eine ethnische Bedeutung verliehen wird. Laut König werden also diese Ohrringe und Schnallen mal von Romanen, dann von Westgoten getragen. Wie definiert denn Herr König auf diese Weise ethnische Zugehörigkeit, wenn doch alle das gleiche tragen? Ganz nebenbei ist die Kartierung auch noch grob falsch, da im nord-östlichen Teil des Gräberfeldes acht Fundpunkte von Schilddorn-schnallen nicht kartiert sind. Anhand der Kartierung (Abb.: 38) von mir kann man das leicht überprüfen. Durch ihre offenkundige Un-richtigkeit stützt die Kartierung von König nicht seine Hypothese, sondern bestätigt die Zweifel. Die Linie, die angeblich die romanischen und westgotischen Gräberfeldareale voneinander trennen soll, ist zufällig.

6. Die Kombinationstatistik

Die relativchronologische Untersuchung des Fundstoffes aufgrund des Vergesellschaftungsprinzips (Abb.: 43, Ausschnitt) ergibt insgesamt fünf Typengruppen. Die Abbildung zeigt die Vergesellschaftung von Inventaren der Gruppen I - III, die noch durch die typisch gotische Beigabensitte der Zweifibeltracht mit Gürtelschnalle gekennzeichnet sind. Die Gruppen IV - V zeigen den Romanisierungsprozeß der west- gotischen Bevölkerung deutlich. (Abb.: 44) Abbildung 44 zeigt das von Frau G.Ripoll erarbeitete Stufenschema der westgotischen Frauen-tracht, wobei ich ihre Gruppe "II" nochmals teilte und die Stücke, gekennzeichnet mit einem "A", einer Gruppe "I" zuordnen möchte. Frau Ripoll unterließ dies aufgrund der schlechten Datenbasis west-gotischen Fundstoffs in Gallien, weil sie nicht sicher war in ihrer Gruppe "II" auch wirklich die Einwanderergeneration der Westgoten in Spanien getroffen zu haben. Sie kommt zu ihrem Ergebnis aufgrund einer typologischen Untersuchung der Beschlägzier der Gürtel-schnallen der typisch gotischen Inventare, dem sie die Gürtel-schnallen mit starrem Beschläg und die byzantinischen Schnallen nachordnet. Die Arbeitsschritte von Frau Ripoll werden in den Abbildungen 45-47 deutlich. 37 ) (Abb.: 45, 46, 47) Das Ergebnis zeigt eine feinere Stufeneinteilung, als die Belegungschronologie.

7. Zusammenfassung und absolute Chronologie

Da ein Münzspektrum für die westgotischen Gräber in Spanien fehlt sind Beginn und Ende der Belegung von Duraton nicht sicher feststellbar. Die Phasen nach Ripoll sind jedoch mehr als ein bloßer Anhaltspunkt. In Duratón fanden sich zwei Gräber mit Münzbeigabe. (Abb.: 48) Das Grab 526 meiner Stufe I erhält durch die Beigabe einer Anastasius (491-518 n.Chr.) Münze einen terminus post quem von 518. Zu der Gürtelschnalle aus diesem Grab gibt es ein Vergleichsstück aus dem westgotischen Gräberfeld von Estagel in Südfrankreich.

Die zweite Münze stammt aus dem gestörten Grab 294. Es handelt sich um eine Goldmünze des Theoderich (511-526 n.Chr.) des ersten Viertels des 6. Jh. Leider ist durch die Störung nicht gesichert welche Funde mit der Münze vergesellschaftet waren. Eine Abschließende Untersuchung zur Chronologie der Nekropole wird man erst vornehmen können, wenn der Gräberfeldplan von Duratón II. ver-öffentlicht wird.

Wichtig ist, daß die Beziehungen der Westgoten in Frau Ripolls Phase II zu Septimanien recht eng sind. In Gallien gibt es werkstattgleiche Stücke zu einigen Gürtelschnallen aus Duratón. Wichtige Fundorte sind Vicq, Lunel-Viel und Plaissan. Die Gürtelschnalle aus Grab 445 ist mit einer aus Lunel-Viel vergleich-bar. Die Schnalle aus Grab 526 findet Verwandtschaft in Plaissan. Frau Ripoll vermutet in Septimanien Werkstätten, die solche Schnallen herstellten und die dann nach Spanien gelangten.

Nach Frau Ripoll ist der Bruch zwischen den Inventaren ihrer Phasen III und IV im verstärkten romanischen Einfluß zu sehen, der sich durch ein vollständig neues Formengut auszeichnet. Waren die Gruppen II und III (nach Ripoll) noch stark miteinander verzahnt, findet sich nunmehr eine klare Trennung. Im jüngsten Gräberfeldareal liegt die byzantinische Gürtelschnalle zusammen mit den beigabenlosen Nord-Süd Bestattungen.

8. Abbildungsverzeichnis

1) Schlunk/Hauschild, Hispania Antiqua. Die Denkmäler der frühchristlichen und westgotischen Zeit. 1978, S.32 "Der Siedlungs-raum der Westgoten".

2) D. Claude, Adel, Kirche und Königtum im Westgotenreich. 1971, S.211, "Die Könige der Westgoten". Hier "Segalech" statt Gesalech.

3) P.de Palol/G.Ripoll, Die Goten. Geschichte und Kunst in Westeuropa. 1988, S.236 "Westgotische Nekropolen auf der Iberischen Halbinsel", nach P.de Palol, 1966

4) Der Gesamtplan des Gräberfeldes von Duratón mit dem münzdatierten Gräbern. Schwarzumrandet = Duratón I. Aus: G.König, 1977.

5) Gesamtplan von Duratón I. Molinero-Perez, 1948

6) Typentafel der Blechfibeln mit Palmette und aufgenieteten Zierblechen.

7) Kartierung der Blechfibeln mit Palmette und aufgenieteten Zierblechen, Duratón I. 8, oben) Typentafel der gegossenen Bügelfibeln mit Palmettimitation 8, unten) Typentafel der bronzegegossenen Bügelfibeln mit Kerb-schnitt

9) Kartierung der gegossenen Bügelfibeln mit Palmettimitation 10) Typentafel der gegossenen Bügelfibeln

11) Kartierung der gegossenen Bügelfibeln

12) Kartierung der bronzegegossenen Bügelfibeln mit Kerbschnitt 13) Typentafel zu den Armbrustfibeln Typ Estagel und Duratón 14) Typentafel der mediterranen Fibeln

15) Kartierung der mediterranen Fibeln

16, oben) Typentafel Gürtelschnallen mit unverziertem Beschläg

16, unten) Gürtelschnallen mit Cabochon-Beschläg

17) Kartierung der Gürtelschnallen mit unverziertem Beschläg

18) Inventare mit Gürtelschnallen mit unverziertem Beschläg

19) Kartierung Cabochons verzierter Gürtelschnallen

20) Vergesellschaftung Cabochons verzierter Gürtelschnallen

21) Vergesellschaftung Cabochons verzierter Gürtelschnallen aus Duratón II. 22) Typentafel der Gürtelschnallen mit verzierter Platte auf dem Beschläg 23) Kartierung der Gürtelschnallen mit verzierter Platte auf dem Beschläg

24) Vergesellschaftung der Gürtelschnallen mit verzierter Platte auf dem Beschläg, Duratón I. und II. 25) Typentafel zellverzierte Gürtelschnallen

26) Kartierung zellverzierte Gürtelschnallen

27) Vergesellschaftung zellverzierte Gürtelschnallen, Duratón I.

28) Vergesellschaftung zellverzierte Gürtelschnallen mit Diagonale, Duratón I. 29) Vergesellschaftung zellverzierte Gürtelschnallen mit Diagonale, Duratón II. 30) Kartierung zu Trachttyp 1, Bügelfibelpaar mit Schnalle

31) Kartierung zu Trachttyp 2, einzelne Bügelfibel

32) Kartierung zu Trachttyp 2, mediterrane Bügelfibel

33) Kartierung zu Trachttyp 3, Frauengräber nur mit Schmuck 34) Typentafel Frauengräber nur mit Schmuck

35) Männergräber mit Schnallen ohne Beschläg

36) Männergräber mit Schnallen mit schildförmigem Dorn, Duratón I. 37) Männergräber mit Schnallen mit schildförmigem Dorn, Duratón II. 38) Kartierung Schnallen mit schildförmigem Dorn

39) Vergesellschaftung der Schnallen mit starrem Beschläg 40) Kartierung der Schnallen mit starrem Beschläg

41 oben rechts) Byzantinische Gürtelschnallen, Fingerring

41 oben links) Krug mit kleeblattförmigem Ausguß

41 unten) Deutungsversuch der Gebäudegrundrisse

42) Kartierung byzantinische Gürtelschnallen und Nord-Süd Gräber 43) Tabelle, Ausschnitt der Kombinationsstatistik

44) Stufenschema nach Ripoll

45) Beschlägzier westgotischer Gürtelschnallen in Spanien 46) Westgotische Fibeltypen in Spanien, wie 45 nach Ripoll 47) Korrespondenzanalyse nach Ripoll

48) Inventar münzführender Gräber von Duratón

9. Literaturverzeichnis

V.Bierbrauer, Frühgeschichtliche Akkulturationsprozesse in der germanischen Staaten am Mittelmeer (Westgoten, Ostgoten, Langobarden) aus der Sicht des Archäologen. Atti del 6° Congresso Internationale di Studi sull'alto Medioevo, 1980.

V.Bierbrauer, Ostgotische Grab- und Schatzfunde. 1975. S.71-80 D.Claude, Geschichte der Westgoten. 1970, S.54-59. D.Claude, Adel, Kirche und Königtum im Westgotenreich. 1971

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J.Werner, Byzantinische Gürtelschnallen des 6. und 7. Jahrhunderts aus der Sammlung Diergardt. Kölner Jahrb. 1955, S.36-43

H.Zeiss, Die Grabfunde aus dem spanischen Westgotenreich. 1934

[...]


1 D.Claude, Geschichte der Westgoten. 1970, S.54-59.

2 D.Claude, a.a.O. S.59

3 H.Zeiss, Die Grabfunde aus dem spanischen Westgotenreich. 1934.

4 W.Hübner, Schildförmige Gürtelhaften der Merowingerzeit in Spanien und Mitteleuropa. 1963; Zur Chronologie der westgotischen Grabfunde in Spanien. 1970; und: Probleme der westgotenzeitlichen Nekropolen Spaniens. 1973.

5 G.König, Zur Gliederung der Archäologie Hispaniens vom 5.-7. Jhd. unpubl. Magisterarbeit, 1977.

6 V.Bierbrauer, Frühgeschichtliche Akkulturationsprozesse in der germanischen Staaten am Mittelmeer (Westgoten, Ostgoten, Langobarden) aus der Sicht des Archäologen. 1980.

7 G.Ripoll/P.de Palol, Die Goten. Geschichte und Kunst in Westeuropa. 1990.

8 G.Ripoll, Reflexiones sobre la arqueología funeraria, artesanos y producción artística de la Hispana visígoda. und: Problemes de Chronologie et de Typologie á propos du mobilier funeraire Hispano-Wisigothique.

9 A.Molinero-Perez, La necropolis visígoda de Duratón (Segovia). 1948

10 A.Molinero-Perez, Aportaciones de las excavaciones y hallazgos casuales (1941-1959) al museo arqueológico de Segovia. Excavaciones de Arqueología en Espana, 1971. unnummerierter Gräberfeldplan vor, den G.König in seiner Magisterarbeit abbildet.

11 G,Koenig, wie Anm. 5.

12 G.Koenig, Duratón. In: Hoops Reallexikon Bd.6, 1986, S. 284-294.

13 M.Santa-Olalla, Zur Tragweise der Bügelfibeln bei den Westgoten. Germania 17, 1933, S.47-50. und V.Bierbrauer, Ostgotische Grab- und Schatzfunde. 1975. S.71-80

14 J.Tejral, Zur Chronologie der frühen Völkerwanderungszeit im mittleren Donauraum. Arch. Austriaca 72, 1988, S.223-304. Bes. S.269-286. und H.Zeiss, a.a.O. S.12-13 u. S.97-102.

15 H.Zeiss, a.a.O. S.13-14.

16 H.Zeiss, a.a.O. S.14-15.

17 H.Zeiss, a.a.O. S.100 u. S.103-104.

18 H.Zeiss, a.a.O. S.15-17 u. S.102-103.

19 H.Kühn, Die germanischen Bügelfibeln der Völkerwanderungszeit in der Rheinprovinz. 1940. Bes. S.227-232.

20 H.Zeiss, a.a.O. S.20-21 und S.105 und V.Bierbrauer, Frühgeschichtliche Akkulturationsprozesse in den germanischen Staaten am Mittelmeer (Westgoten, Ostgoten, Langobarden) aus der Sicht des Archäologen. Atti del 6° Congresso Internationale di Studi sull'alto Medioevo, 1980, S.89-105. Bes. S.94

21 H.Zeiss, a.a.O. S.27.

22 A.Molinero-Perez, wie Anm. 10, S.120

23 J.Werner, "A.Molinero-Perez, La necrópolis visígoda de Duratón (Segovia)". 1944-50, Germania 28, S.279-281. Bes. S.279.

24 A.Molinero-Perez, wie Anm. 10, S.120-123.

25 A.Molinero-Perez, wie Anm. 10, S.120-123 und H.Zeiss, a.a.O. S.29-30 und S.106-111 vorhanden. Beide zellverzierten Gürtelschnallen haben einen recht-eckigen zentralen Stein, von dem aus das Muster sternförmig aufge-baut ist.

26 V.Bierbrauer, wie Anm. 13, S.72

27 H.Zeiss, a.a.O. S.81 und G.Ripoll wie Anm. 8, S.350-355

28 V.Bierbrauer, wie Anm. 6, S.94-96

29 V.Bierbrauer, wie Anm. 6, Abb. 3 und 4

30 V.Bierbrauer, wie Anm. 6, S.97-105

31 M.Martin, Bemerkungen zur chronologischen Gliederung der frühen Merowingerzeit. Germania 67, 1989, S.121-141. Bes. S.135

32 H.Zeiss, a.a.O. S.26-27.

33 G.Fingerlin, Eine Schnalle mediterraner Form aus dem Reihengräberfeld Güttingen, Ldkr. Konstanz. Bad. Fundber. 23, 1967, S.159-176.

34 J.Werner, Byzantinische Gürtelschnallen des 6. und 7. Jahrhunderts aus der Sammlung Diergardt. Kölner Jahrb. 1955, S.36-43. und V.Bierbrauer, wie Anm.6, S.75.

35 V.Bierbrauer, wie Anm. 6, S.94.

36 G.König, wie Anm. 12, S.284-294.

37 G.Ripoll, Materiales funerarios de la Hispania visígoda, Cronología y Tipología. in: Gallo-Romains, Wisigoths et Francs en Aquitaine, Septimanie et Espagne. Actes des VIIe Journées internationales d'Archéologie mérovingienne. Edités par P.Périn, Toulouse, 1985. S.111-123

19 von 19 Seiten

Details

Titel
Westgoten in Spanien (6.Jhd.). Frauengräber mit gotischer Tracht (Trachtensembles, Typen, Chronologie, Romanisierung)
Veranstaltung
Hauptseminar: Siedelgebiete und Völkerwanderungen in der Frühgeschichte (1.Jhd. vor -7.Jhd. n.Chr.)
Note
sehr gut
Autor
Jahr
1992
Seiten
19
Katalognummer
V96510
Dateigröße
383 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die westgotische Einwanderergeneration lässt sich, aufgrund der spezifischen Beigabensitte, anhand der Frauengräber ermitteln.
Schlagworte
Westgoten, Spanien, Frauengräber, Tracht, Typen, Chronologie, Romanisierung), Hauptseminar, Siedelgebiete, Völkerwanderungen, Frühgeschichte
Arbeit zitieren
Hans Scheibler (Autor), 1992, Westgoten in Spanien (6.Jhd.). Frauengräber mit gotischer Tracht (Trachtensembles, Typen, Chronologie, Romanisierung), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/96510

Kommentare

  • Gast am 9.11.2003

    einfach super der text...genau das was ich gesucht habe..danke

  • Gast am 21.7.2004

    über die Form.

    Unabhängig vom Inhalt des Textes ist eine Materialarbeit (speziell diese) ohne die angegebenen Abbildungen nutzlos!!
    Ohne Kentnisse des Materials ist ein Verständnis ohne Typenabbildungen und Kartierungen unmöglich bzw nicht nachvollziehbar.

    wäre eine Nachbesserung möglich?

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