Schiller, Friedrich - Kabale und Liebe - Das Frauenbild in Schillers Drama


Referat / Aufsatz (Schule), 2000

13 Seiten, Note: gut


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Gliederung:

A Angaben zum Drama, kurze Inhaltsangabe

B Das Frauenbild in „Kabale und Liebe“
I Frau Miller
II Luise
III Lady Milford
IV Zusammentreffen der beiden Rivalinen

C Dramenschluss : Tod der Helden ; Bestrafung der Schurken

Friedrich Schiller schrieb „Kabale und Liebe“ 1782-1783 während seines Aufenthaltes in Bauerbach bei Meiningen. Als Titel des Buches wählte Schiller den Namen der Hauptfigur „Luise Millerin“, der allerdings 1784 auf Vorschlag von August Wilhelm Iffland in „Kabale und Liebe“ reißerisch umbenannt wurde. Am 13.04.1784 wurde „Kabale und Liebe“ in Frankfurt a. M. uraufgeführt, zwei Tage später in Mannheim. Friedrich Schiller starb 1805 im Alter von 46 Jahren.

„Kabale und Liebe“ zählt heute, wie schon zu seinen Lebzeiten, zu seinen besten Werken, auf das ich jetzt im Folgenden näher eingehen will.

Ferdinand von Walter, der Sohn eines einflussreichen Adligen an einem deutschen Fürstenhof, liebt Luise, die Tochter des Musikers Miller. Miller, der stolz auf seine bürgerliche Herkunft ist, und der Vater Ferdinands sind gegen diese Verbindung über die Standesgrenzen hinweg. Obwohl Ferdinand immer heftiger um sie wirbt und sie zur Flucht mit ihm ermuntert, plagen auch Luise Zweifel und sie lehnt das Angebot Ferdinands ab. Der enthusiastische Ferdinand hat dadurch Zweifel an ihrer Liebe. Um das Zusammenkommen der beiden zu hintertreiben und den Plan einer Heirat Ferdinands mit Lady Milford, einer am Fürstenhof etablierten Adligen voranzutreiben, klügeln von Walter und sein Sekretär Wurm eine Intrige aus: Luises Eltern werden - vorgeblich wegen Majestätsbeleidigung - in Haft genommen. Wurm erklärt Luise, dass sie hingerichtet werden, wenn sie dies nicht durch einen fingierten Liebesbrief an den Hofmarschall von Kalb verhindert, den Wurm ihr dann auch diktiert. Sie muss einen Eid leisten, nicht zu verraten, dass sie den Brief unter Zwang geschrieben hat. Ferdinand bekommt den Brief durch einen „Zufall“, den Wurm einfädelt, zu lesen und ist verletzt und verzweifelt. Er will sich an Luise, die er immer noch liebt, für den vermeintlichen Verrat seiner Liebe rächen. Diese will sich durch den Freitod vom Eid befreien, um sterbend Ferdinand die Wahrheit sagen zu können, doch ihr Vater kann dies noch verhindern. So muß Luise auf Ferdinands Anklagen schweigen. Erst durch die Tat Ferdinands, der Luise und sich selbst vergiftet, kann sie ihm alles beichten, da der Eid nun nicht mehr gilt. Sterbend vergibt sie Ferdinand, der - ebenfalls im Sterben liegend - seinem eigenen Vater vergibt.1

Im Folgenden will ich das Frauenbild in Schillers „Kabale und Liebe“ im wesentlichen anhand der Hauptpersonen darlegen.

Frau Miller, genannt Millerin, die Frau des Musikers Miller, ist eine einfältige, ungebildete Person. Um dies zu übergehen, tut sie sehr vornehm. (Regieanweisung : „lächelt dumm - vornehm“ S.8/27)Ein weiterer Beleg für diesen Umstand ist, dass sie Fremdwörter benutzt, die allerdings falsch sind oder falsch ausgesprochen werden: „disguschtüren“ (S.7/32), „Herr Sekertare“ (S.8/10), „Bläsier“ (S.8/12), oder „barrdu“, (S.9/9) um nur einige zu nennen. Sie fühlt sich geschmeichelt durch die Beachtung, die ihre Tochter durch einen hohen Adeligen erfährt nämlich dessen„ wunderhübsche Billetter“ (S.6/20), „prächtige[ ] Bücher“ (S.6/32) und vor allem aber die teuren „Präsenter“ (S.7/16), was ihren Mann so aufbringt, dass er sie als „infame Kupplerin“ (S.7/18f) und „alberne Gans“ (S.9/13) beschimpft und treffend charakterisiert. Sie kann ihren Stolz gegenüber dem geringeren Verehrer ihrer Tochter nicht verhehlen, wenn sie ausplaudert, dass „eben halt der liebe Gott [ihre] Tochter barrdu zur gnädigen Madam will haben“ (S.9/9f).Sie wurde von Schiller als Kontrastperson gezeichnet zu ihrem Mann Miller, der stolz auf seinen bürgerlichen Stand und Beruf ist, wohingegen sie höher hinaus will.

Luise, die Tochter von Miller, verliebt sich eben wie ein junges 16-jähriges Mädchen, im „Feuerbrand“ ihrer Gefühle, die sie in poetischer Sprache und Bildern zum Ausdruck bringt (vgl. I,3), in Ferdinand. Sie ist sicher auch beeindruckt von seinen Aufmerksamkeiten, aber sie ist sich durchaus bewusst, dass Standesschranken eine Verbindung zu Lebzeiten unmöglich machen: „Ferdinand! Ein Dolch über dir und mir! - Man trennt uns!“ (S.15/3f).Deshalb ersehnt sie sich eine Vereinigung, wenn „die Schranken der Unterschieds einstürzen“ (S.13/23), „die verhaßte[n] Hülsen des Standes“ (S.13/24f) „von uns abspringen“ (S.13/24).

Besonders die 4. Szene des 3. Aktes zeigt die inneren Schranken zwischen Luise und Ferdinand auf. Während Ferdinand, als glühender Sturm - und - Drang - Jüngling, sich aus allen Bindungen löst, vermag Luise diese nicht abzustreifen. Luise steigt hier zu höchster sittlicher Größe auf, indem sie lieber auf Ferdinand verzichtet, ehe sie „die Fugen der Bürgerwelt auseinandertreiben, und die allgemeine ewige Ordnung zugrund‘ stürzen würde“ (S.60/6,7), und entsagt zugunsten „einer Edeln und Würdigeren“ (S.60/21f), was in Ferdinand den Verdacht von Untreue hervorruft. Als sie sich dem Betrug mit dem fingierten

Liebesbrief unterwerfen muss, wird sie zur Furie, wenn sie das Werben Wurms zurückweist: „Weil ich dich in der Brautnacht erdrosselte und mich dann mit Wollust aufs Rad flechten ließe“ (S.67/30ff).

Lady Milford ist eine Spielfigur in den Plänen des Präsidenten. Er hat einen verwerflichen Plan geschmiedet: Er verheiratet Lady Milford mit seinem Sohn, sie ist aber trotzdem noch zum „Gebrauch“ seines Herrn, dem Herzog, bestimmt, um diesen „im Netz [s]einer Familie“ (S.18/48) zu halten.

Für Lady Milford ist Ferdinand der Mann ihrer Liebe, der sie durch ihre Heirat mit ihm aus ihrer Abhängigkeit vom Fürsten befreien soll.

Sie ist im Zwiespalt zwischen ihrem „Ehrgeiz ..., einer Dame am Hof den Rang vor [ihr] einzuräumen“ (S.27/35ff), und ihrer Ehre, die sie dem Fürsten „verkauft“ hat, aber nicht ihr „Herz“ (S.27/29,30), wie sie ihrer Zofe gesteht. Als ein Diener ihr ein kostbares Geschenk als Hochzeitsgabe ihres Herzogs überbringt und ihr unter Tränen und voller Zorn berichtet, unter welchen Umständen diese Kostbarkeit erkauft worden ist, nämlich mit dem Verkauf von 7000 Landeskindern an den König von England, um die Aufständischen in den amerikanischen Kolonien zu bekämpfen, erkennt sie entsetzt ihre Ahnungslosigkeit (Regieanweisung: „fällt mit Entsetzten in den Sofa“), erwacht ihr Mitgefühl (Regieanweisung: „heftig bewegt“) über deren Schicksal, und sie bestimmt, dass das Diadem zu Geld gemacht werden und an notleidende Familien verteilt werden soll. Lieber trüge sie „falsche Juwelen“ als „den Fluch seines Landes in [ihren] Haaren“ (S.31/18f).

Als Ferdinand bei ihr erscheint, um ihr mitzuteilen, dass er eine Heirat mit ihr als unehrenhaft ablehne, macht sie ihm durch ihren Lebensbericht klar, dass sie zwar ihre Ehre, nicht aber ihr Herz verloren habe, und stellt ihm das Urteil über sie frei: „Jetzt verdammen Sie mich! “ (S.35/31f).In ihrem Lebensbericht entwirft sie das Bild einer edlen Mätresse, die ihren Körper eingesetzt hat, den Tyrannen zu zügeln zum Wohle der leidenden Untertanen: „[D]ein Vaterland, Walter, fühlte zum erstenmal eine Menschenhand“. (S.36/25f) Mit dieser Rechtfertigung, bei der sie jedoch ihren Ehrgeiz und ihren Willen zur Macht verschweigt, gewinnt sie die Achtung Ferdinands, der ihr dann gesteht, dass er eine andere, Luise Miller, liebe und heiraten wolle, was sie aber nicht zugestehen kann, aus einem Gefühl der Bedrohtheit ihrer Ehre und wohl auch aus Eifersucht. (vgl. S.38/36ff)

Weil die Lady nicht um die Intrige weiß, die Luise und Ferdinand getrennt hat, zitiert sie Luise zu sich, um sie kennen zu lernen und um die bürgerliche Rivalin zu beeindrucken und zu demütigen, indem sie sich in einem „sehr prächtige[n] Saal“ (Regieanweisung IV,6;S.75) aufhält, sich mit großer Dienerschaft umgibt und sich aufwendig kleidet und schmückt.

Die 7.Szene des IV. Aktes ist die zentrale Szene der Auseinandersetzung der beiden Frauen, die sich hier zum ersten Mal begegnen. Die Regieanweisung zeigt deutlich die Rollenverteilung zu Beginn der Szene: Die „schüchtern[e]“ (S.76/8), „ehrerbietig[e]“ (S.77/16) Luise steht einer herablassenden, demütigenden, einschüchternden, spöttischen Lady gegenüber. Im Verlauf dieses „Duells“ wird Luise aber sicherer, entgegnet schlagfertig, zeigt sich furchtlos, kühl analysierend, „gelassen und edel“ (S.79/12) und schließlich moralisch überlegen. Die überlegene Führung des Streitgesprächs ihrerseits zeigt sich jetzt an ihren wachsenden Redeanteilen, und sie tritt stolz auf als Vertreterin ihres bürgerlichen Standes: „Ich will nur fragen, was Lady bewegen konnte, mich für die Törin zu halten, die über ihre Herkunft errötet“(S.79/21ff), was ihre Gegnerin zu Eifersucht und einer Drohung treibt: „Wag es, an ihn zu denken...Ich bin mächtig, Unglückliche - fürchterlich - so wahr Gott lebe! Du bist verloren!“ (S. 80/26ff)„Ich kann nicht mit ihm glücklich werden - aber du sollst es auch nicht werden - Wisse das, Elende!“ (S.80/39f ; S.81/1)

Am Schluss der Szene jedoch, als Luise scheinbar selbstlos auf Ferdinand verzichtet, ist Lady Milford so beeindruckt und beschämt von der ihr gesellschaftlich Unterlegenen, dass sie nun ihrerseits zu einer heldenhaften Entsagenden wird, ihre Stellung als Mätresse aufkündigt und als arme, aber stolze „britische[ ] Fürstin“ (S.84/32) Johanna von Norfolk ihren Herzog verlässt und aus ihrem spektakulären Abgang vor versammelter Dienerschaft eine Aktion für das tyrannisierte „teutsche[ ] Volk“ (S.84/33f)) macht.

Der letzte Akt gehört jetzt wieder den Liebenden, in der beide zu tragischen Helden wachsen. Zunächst will Luise durch Selbstopferung den bindenden Eid lösen um ihre Unschuld zu beweisen, ändert aber zusammen mit ihrem Vater diesen Plan. Weil sie sich an den Eid gebunden fühlt - Ausdruck ihrer tiefen Gläubigkeit - muss sie wahrheitsgemäß bekennen, dass sie den Brief geschrieben habe („Schriebst du diesen Brief?“-„Bei Gott! Bei dem fürchterlich wahren! Ja!“ S.94/36f)), was in Ferdinand einen

Mordplan reifen lässt, der zum tragischen Untergang der Helden des Dramas führt: Im Tode klären sich die Intrigen, die Helden wachsen zu sittlicher Größe und die Schurken erfahren ihre verdiente Bestrafung.

Bibliographie:

Primärliteratur/Textgrundlage:

Friedrich Schiller : Kabale und Liebe, Stuttgart 1993

Sekundärliteratur:

Kindlers Literatur Lexikon, Band 12, München (dtv) 1974

Internetseite : http:\\www.hausaufgaben.de (Suche), Autor unbekannt, siehe Anhang F.Schiller : Kabale und Liebe mit Materialien, Stuttgart (Klett) 1979

(Bibliographie)

Anhang:

http:\\www.hausaufgaben.de (s. Bibliographie) 1

Schiller, Kabale und Liebe (Inhalt)

Inhaltsangabe über Kabale und Liebe 1. Akt: Der junge Major Ferdinand von Walter, der Sohn des Präsidenten am Hofe des Herzogs, hat mit Luise, der Tochter des sehr frommen und christlich gläubigen Musikers Miller, ein Verhältnis. Als Miller dies erfährt, erklärt er empört seiner Frau ( ungehalten ), daß die Beziehung beendigt werden muß, da seine Tochter dem Bürgertum angehört, und es zu dieser Zeit nicht möglich war über die Stände hinweg Beziehungen zu haben. Frau Miller, die von Major Walter stets Geschenke bekommt, die das Dasein der sehr armen Familie etwas aufbessern und die sie sehr erfreuen, wird von ihrem Mann dazu angehalten die Beziehung nicht zu tolerieren, da dies ein gewissenloses Wiederachten der Ordnung sei. Herr Miller will nun höchstpersönlich den Präsidenten darum bitten seinem Sohn die Beziehung zu verbieten. Aber er wird von dem Schreiber Wurm, dem Geheimsekretär des Präsidenten an seinem Vorhaben gehindert, da dieser selber in Luise verliebt ist, und sie heiraten will. Er rät dem Musiker Miller Luise selbst zu belehren. Frau Miller plaudert nun dummerweisse Wurm die starke Liebe aus worauf schließlich auch Herr Miller seinen Wiederwillen gegen den häßlichen und tückischen Geheimsekretär ausspricht, worauf dieser bitter beleidigt davoneilt. Herr Miller weißt nun seine Frau darauf hin, wie dumm es war ihn auf das Verhältnis so deutlich aufmerksam zu machen. Er hat nun auch Angst das Wurm die Mitteilung zu gefährlichen Intrigen ausnutzten wird. Deshalb will Miller seine Tochter dazu veranlassen ihrem Geliebten zu entsagen, worauf er dann von der starken Liebe seiner Tochter erschrickt, und kaum noch Möglichkeiten sieht sein Ziel zu erreichen. Sie entschließt sich ihrem Geliebte für das Diesseits zu entsagen, und will auf eine Vereinigung im Jenseits warten. Als Luise Major Walter ihren Entschluß mitteilt, da sie nicht daran glaubt, daß Major Walters Vater eine Heirat über die Standesschranken zuläßt, beschwört er seinen Willen alle Hindernisse aus dem Weg zu räumen, da seine Liebe zu ihr über alles steht. Luise zerbricht fast zwischen der Hoffnung und der Verzweiflung. Unterdessen berichtet im Schloß der Geheimsekretär Wurm dem Präsidenten von der sehr ernst zu nehmenden Beziehung seines Sohnes zu Luise. Der Präsident zweifelt noch, da er noch von einem ganz andern Plan eingenommen ist, denn er will um eine Standesehe einzugehen, aber das Verhältnis zu seiner Mätresse Lady Milfort nicht beenden will diese mit seinem Sohn Major Walter vermehlen. Diese würde seinem Sohn sehr viel Macht bringen. Der Präsident verspricht Wurm im Bezug auf die Beziehung mit Luise zu glauben, falls sein Sohn das Verhältnis mit Lady Millfort verweigere. Wurm macht den Vorschlag zum Beweis der Richtigkeit seiner Angaben, dem Sohn zum Schein eine Ehe mit einer untadeligen Adeligen anzubieten, dies lehnt aber der Präsident ab. Inzwischen gibt der Hofmeister und Zeremonienmeister von Kalb Lady Milford die Aufwartung von Major Walter bekannt, und verbreitet die Nachricht von der bevorstehenden Heirat in der ganzen Residenz. Der Präsident versucht nun seinen Sohn von dem Plan zu überzeugen, dieser aber ist nicht damit einverstanden, worauf dem Präsident unter Anwendung des Plans von Wurm klar wird, daß sein Sohn eine Bürgerliche liebt. Er erzählt ihm, daß er nur durch ein Verbrechen dahin gekommen ist wo er jetzt ist, und dies auch nur für seinen Sohn gemacht hat. Er zwingt seinem Sohn Lady Milford eine Aufwartung zu machen, oder Nachforschungen über seine Beziehungen zu machen. Major Walter hofft im laufe der Zeit durch Verachtung von Lady Milford diese von sich abbringen zu können 2. Akt: Lady Milford erwartet Major Walter. Sie erwartet ihn keineswegs überheblich und intrigengewandt sondern voller innerer Unruhe, denn wie sich herausstellt liebt sie Major Walter. Im übrigen verachtet sie den Herzog und sein Günstlingsregime und will mit dem Major als Ehemann mal später das Land verlassen. Sie erhält vom Herzog einen kostbaren Brilliantenschmuck als vorzeitiges Hochzeitsgeschenk, den sie aber nachdem sie vom Überbringer des Geschenks die Herkunft erfährt, verkaufen läßt, und den Erlös an die Einwohner einer Stadt an der Grenze verteilen läßt, da der Schmuck durch den Verkauf der Kinder als Soldaten an England gewonnen wurde (Hinweis auf den Unterricht ). Inzwischen ist Major Walter bei Lady Milford eingetroffen, und erklärt ihr, daß er nur gezwungen zu ihr kommt und die Verbindung zu ihr verabscheut. Er macht ihr klar das er mit dem Plan seines Vaters nicht einverstanden ist, und im übrigen versteht er es nicht warum die Mätresse eines Fürsten durch den Aufwand der Für ihre Vergnügungen getrieben werde, soviel Unheil über das Land bringen konnte. Lady Milford bringt ihn durch den Bericht ihrer Lebensgeschichte einen anderen Begriff von ihrem Schicksal bei, und belegt ihren edlen Character. Dennoch sagt der Major, daß ihn die Liebe an Luise fesselt, worauf Lady Milford für sich den Entschluß zieht kein Mittel Unversucht zu lassen um ihn für sich zu bekommen. Bei Milfords schimpft der Musiker währendem mit seiner Frau und bezeichnet sie als Kupplerin, er will die Dinge bereinigen, und zum Präsidenten gehen.

Er zieht sogar eine Flucht mit seiner Tochter außer Landes in Betracht. Der Major kommt nun zu Millers, um Luise von den Plänen seines Vaters zu berichten, beteuert aber dabei ihr und Herr Miller daß er gegen alle Kabalen und Gewalten die Liebe bis zum Tod beibehalten will. Der Präsident erscheint nun auch noch bei Millers, er will Luise an den Pranger stellen, dies verhindert aber Major Walter, indem er seinem Vater sagt, daß er seine Verbrechen sonst preisgeben wird. 3. Akt: Der Präsident und sein Geheimsekretär Wurm hecken einen neuen Plan aus, indem sie die Äußerungen des Musiker Miller, der um seine Tochter vor dem Pranger zu schützen deutlich seine Meinung sagte, und sich beim Herzog beschweren wollte, zum Anlaß genommen werden soll das Ehepaar Miller wegen Beleidigung des Herzogs zu verhaften. Luise soll auf daß ihre Eltern wieder frei kommen einen diktierten Liebesbrief an den Hofmarschall von Kalb schreiben, um nicht als unschuldige, sondern als loses Mädchen dazustehen. Ihr Schweigen über das Zustandekommen des Briefs soll mit einem Eid bekräftigt werden. Der Brioef wiederum soll dem Major in die Hände gespielt werden, womit man hofft blinde Eifersucht bei ihm hervorzuwerfen. Währendem der Geheimsekretär den Brief in die Wege leitet bringt der Präsident den Hofmarschall dazu den Plan zu akzeptieren. Währendem sichert der Major Luise ewige Liebe zu, und fordert sie auf mit ihm zu fliehen. Diesen Plan hält Luise aber für schlecht, da sie ihre Eltern nicht der Rache des Präsidenten aussetzen will, und bittet ihn ihr zu entsagen. Der Major versteht Luise aber nicht und denkt, daß hinter dem Szenario eine Liebesbeziehung zu einem anderen Mann steckt, worauf er sie im Zorn und voller Verzweiflung wieder verläßt. Luise wartet sehnsüchtig auf ihre Eltern, aber nach langem warten erscheint statt den Eltern der Geheimsekretär Wurm, der ihr die Inhaftierung ihrer Eltern berichtet. Er zwingt sie für die Befreiung der Eltern mit zum Herzog zu gehen, wobei, wenn sie mitgeht, sie aber ihre Unschuld verlieren wird und dem Major absagen muß. Sie muß auch noch den besagten Brief schreiben währendem ihr Wurm nochmals einen Heiratsantrag macht, den sie aber in scharfer Form ablehnt. Ferner muß sie noch schwören daß sie über die Geschehnisse absolut schweigt. 4. Akt: Bei einer Parade läßt der Hofmarschal den Brief aus seiner Tasche fallen, so daß der Major ihn finden muß. Nachdem er ihn gefunden und gelesen hat gerät er außer sich vor Wut. Er fühlt sich hintergangen, und vermeint im Hause Miller die losen Verhaltensweisen des vergnügunssüchtigen Hofes zu erleben. Das ganze Verhalten Luises erscheint ihm rückschauend in einem anderen Licht, und zwar als geplant, und als Teuschungsmanöver. Er würde Luises Treuelosigkeit gerne für unwahr halten, wenn er nicht den Brief an den Hofmarschall hätte. Als dieser zu ihm kommt, und sich seiner Beziehung mit Luise rühmt, stößt er ihn mit Verachtung zur Tür heraus. Von der Untreue Luises überzeugt, verzweifelt der Major total, und beschließt sich und Luise umzubringen. Diese Verzweiflung wird noch gesteigert als ihm der Präsident die Einwilligung zur Eheschließung mit Luise verspricht, doch der Major versteht die Intrüge seines Vaters nicht, sondern glaubt das Luise es sogar gelungen sei, auch seinen Vater zu täuschen. Lady Milford empfängt währendem verachtend Luise, und sagt ihr das sie von dem Major abgehen soll, und bietet ihr dafür eine Stelle an. Luise erzählt ihr das sie jeden Anspruch auf Erdenglück aufgegeben hat, und fragt sie, ob sie in der Welt glücklich sei. Nach und nach gibt Lady Milford sich der Seelenhoheit von Luise geschlagen, und sucht die Freundschaft mit ihr. Doch Luise sagt dem Major Walter vor ihr ab, sagt aber auch das zwischen Ihr und dem Major immer das Gespenst einer Selbstmörderin schweben wird. Die Lady ist so tief erschüttert das sie ihr Verhältnis zum Herzog löst, und außer Landes geht. Doch bevor sie aufbricht, richtet sie einen Abschiedsbrief an den Herzog, und verabschiedet sich von ihrer Dienerschaft. 5. Akt: Luise beschließt nun ihren Selbstmordplan auszuführen, und will noch einen Brief an ihren geliebten schreiben, indem steht, daß die Liebesbeziehung durch schurkische Machenschaften auseinandergerissen worden ist, und daß sie aber durch einen Schwur zu absolutem Schweigen verpflichtet ist. Als ihr Vater aber dies mitbekommt tröstet er sie mit christlichen und väterlichen Ermahnungen, und bringt sie schließlich dazu, von ihrem Plan abzusehen. Major Walter aber will sich vergewissern ob der Brief wirklich von Luise stammt, er ist von Eifersucht geblendet, und fühlt ausschließlich verletzten Stolz und Liebesschmerz. Deshalb beschließt er sich und Luise umzubringen. Er bedauert bei seinem Plan nur den Vater, den er dabei um sein ganzes Glück bringen wird. Er entschädigt Miller noch mit einigen Goldstücken für Flötenunterricht, den er früher bei ihm genommen hat, und dann aber dem Präsidenten ein Schreiben zu überbringen, was Miller gern macht, obwohl ihn Luise ängstlich versucht zurückzuhalten. Sobald er mit Luise allein ist, macht er ihr die bittersten Vorwürfe wegen ihrer vermeitlichen Untreue, und trinkt dann von einem Glas vergiftetem Orangensaft, und drängt Luise dazu auch zu trinken. Die Tatsache das Luise Gift getrunken hat löst ihre Zunge, und sie erzählt im die ganze Wahrheit. Der Major will nun in rasender Wut vor seinem Tod noch den Präsidenten töten, doch Luise, die vor ihrem Tod noch ihm und allen anderen Schuldigen vergibt hält ihn zurück. Auf den Brief, der Miller dem Präsident brachte kommt dieser mit Wurm, Miller, und einem Gefolge von Dienern herbeigeeilt, und sieht nun was für einen Ausgang seine Kabale genommen hat. Er schiebt zunächst alle Schuld auf den Geheimsekretär Wurm, doch dieser kündigt ihm voller Wut die offenbahrung seiner früheren Verbrechen an. Der völlig gebrochene Miller erlangt von seinem sterbendem Sohn vergebung, und übergibt sich daraufhin dem Gericht.

12 von 13 Seiten

Details

Titel
Schiller, Friedrich - Kabale und Liebe - Das Frauenbild in Schillers Drama
Note
gut
Autor
Jahr
2000
Seiten
13
Katalognummer
V96541
Dateigröße
349 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Gehen Sie in Ihrer Darstellung vor allem auf Luise Miller und Lady Milford ein.
Schlagworte
Schiller, Friedrich, Kabale, Liebe, Frauenbild, Schillers, Drama
Arbeit zitieren
Armin Wiedemer (Autor), 2000, Schiller, Friedrich - Kabale und Liebe - Das Frauenbild in Schillers Drama, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/96541

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