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Vom weiten Weg ins Heilige Land. Eine kritische Analyse spätmittelalterlicher Reiseberichte über den Alltag auf Pilgerschiffen

Titel: Vom weiten Weg ins Heilige Land. Eine kritische Analyse spätmittelalterlicher Reiseberichte über den Alltag auf Pilgerschiffen

Bachelorarbeit , 2019 , 46 Seiten , Note: 15/20

Autor:in: Kim Monteiro De Jesus (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Bachelorarbeit setzt sich mit Pilgerberichten auseinander und konzentriert sich hauptsächlich auf den gelebten Alltag der Reisenden im Kontext eines besonderen Transportmittels: den Pilgerschiffen. Im Mittelalter gab es diverse Methoden, um eine Pilgerreise zu bewältigen. Die einfachste und kostengünstigste war es, zu Fuß zu gehen. Für einige weit entfernte Pilgerziele wie Jerusalem musste ein großer Teil der Reise allerdings auf dem Schiff gemeistert werden.

Diese Arbeit soll die Lebensbedingungen und Erfahrung der Reisenden an Bord solcher Pilgerschiffe beschreiben. Dazu werden einige Reiseberichte von bekannten Pilgern aus dem Mittelalter analysiert. Die Reiseberichte von Hans Tucher (1428-1491), Bernhard von Breydenbach (1440-1497), Felix Fabri (1441-1502), Konrad Grünemberg (1442-1494), Arnold von Harff (1471-1505) und eines wohl aus Bayern stammenden unbekannten Niederadligen werden in dieser Arbeit eine zentrale Rolle spielen. Diese Bachelorarbeit setzt sich mit diesen sechs Pilgern auseinander, da sie alle im 15. Jahrhundert geboren sind und somit alle mehr oder weniger zur gleichen Zeit gereist sind. Ebenso kommen diese sechs Pilgern aus unterschiedlichen sozialen Stämmen. Unter diesen sechs befinden sich Niederadlige, ein Kaufmann, ein Mönch und Ritter.

Die meisten der erhaltenen Reiseberichte geben nur sehr wenig über die Lebensbedingungen und Schwierigkeiten preis, mit denen sich die Pilger an Bord der Pilgerschiffe konfrontiert sahen. Die Themen, denen man in diesen Berichten am häufigsten begegnet, handeln von den heiligen Orten oder den Grabstätten verschiedener Heiliger, die man unterwegs besichtigen sollte. Nur äußerst selten wird über die Reisevorbereitung, die Überfahrt und das Leben an Bord geschrieben.

Man kann davon ausgehen, dass die Verfasser dieser Berichte es nicht für wichtig gehalten haben, auf diese Aspekte einzugehen. Die Bedingungen, Schwierigkeiten und Gefahren, denen die Pilger während der Reise begegnen konnten, waren für die damaligen Pilger dennoch genauso relevant wie die Besichtigung der heiligen Stätten. Immerhin war es wichtig, sich auf jede Etappe und auf jede mögliche Bedrohung, der man als Pilger an Bord eines Schiffes oder allgemein während einer Pilgerreise begegnen konnte, vorbereiten zu können.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Fragestellung

Das Evagotorium des Bruders Felix Fabri

Hans VI. Tucher

“Peregrinatio in terram sanctam” von Bernard von Breydenbach

Konrad Grünembergs Pilgerreise ins Heilige Land 1488

Der Unbekannte Niederadlige aus Bayern

Der Ritter Arnold von Harff

Auswertung

Zielsetzung & Themen

Diese Bachelorarbeit verfolgt das Ziel, den alltäglichen Lebensbedingungen und Erfahrungen von Reisenden an Bord spätmittelalterlicher Pilgerschiffe nachzugehen. Ausgehend von der Forschungsfrage, wie sich der Alltag auf solchen Schiffen gestaltete und welche Herausforderungen und Aspekte die Schifffahrt prägten, analysiert die Arbeit sechs ausgewählte, repräsentative Reiseberichte des 15. Jahrhunderts, um eine vergleichende Darstellung dieser mobilen Welt zu ermöglichen.

  • Analyse der Lebens- und Schlafbedingungen an Bord
  • Untersuchung von Hygiene, Verpflegung und körperlicher Versorgung
  • Behandlung von Ängsten, Gefahren und dem Aberglauben der Reisenden
  • Rolle und Bedeutung der Schiffsbesatzung und des Patrons
  • Vergleich der sozialen Hintergründe und Motivationen der Pilger

Auszug aus dem Buch

Das Evagotorium des Bruders Felix Fabri

Der Dominikanermönch Felix Fabri (1437/38 – 1502) gilt als eine der wichtigsten Quellen seiner Zeit. Laut A. Graboïs ist der Dominikaner „la figure la plus orginale de cette génération de pèlerins“,23 dies bedeutet, dass er Felix Fabri als die interessante Figur der damaligen Pilgergeneration ansieht. Fabri wurde in der Schweiz in Zürich geboren und lebte später in Ulm, wo er schlussendlich auch verstorben ist. „A Dominican monk, Felix Fabri of Ulm (Germany), made two pilgrimages to the Holy Land, the first in 1480 and the second in 1483. He later cheerfully set them down at great length and in painstaking detail in a book which he playfully called the Evagatorium Fratris Felicis Fabri.“24

Für seine lange Reise, zahlte der Ulmer Mönch insgesamt 23 Dukaten (Florentiner Gulden).25 Der Ulmer Mönch wurde hauptsächlich durch seinen Evagatorium bekannt, in dem er seine zwei Pilgerreisen ins Heilige Land festhielt. Wie bereits erwähnt, reiste Fabri zweimal ins Heilige Land, das erste Mal reiste er mit dem Johanniter-Ritter Georg von Stein am 14. April 1480 ab und kehrte am 16. November desselben Jahres wieder zurück. Doch die erste Reiste bezeichnet er selbst als eine nicht gelungene: Er ist der Meinung, dass diese Reise zu kurz war und er vor der Abreise mehr Wissen über die heiligen Stätten hatte als nach seinem Besuch der Heiligen Stadt. „In meinem Herzen ganz unruwig (...) und laß alle die Bücher, die von Jerusalem und von dem heiligen lant sagten und je mer ich laß jhe unruwiger ich wart.“26

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Dieses Kapitel verortet das Phänomen der spätmittelalterlichen Pilgerreise historisch und erläutert die religiöse sowie gesellschaftliche Bedeutung der Wallfahrt ins Heilige Land.

Fragestellung: Hier wird der Fokus der Arbeit auf den Alltag an Bord von Pilgerschiffen definiert und die methodische Herangehensweise der Analyse dargelegt.

Das Evagotorium des Bruders Felix Fabri: Der Bericht von Felix Fabri wird als eine der detailliertesten Quellen eingeführt, wobei besonders seine Beobachtungen zu Lebensbedingungen, Ängsten und dem Alltag auf der Galeere beleuchtet werden.

Hans VI. Tucher: Dieses Kapitel analysiert das Tagebuch des Nürnberger Kaufmanns, welches als praktischer Leitfaden für Pilger diente und wichtige Hinweise zur Reisevorbereitung und -organisation liefert.

“Peregrinatio in terram sanctam” von Bernard von Breydenbach: Hier werden die Reiseeindrücke und praktischen Ratschläge des Mainzer Beamten untersucht, mit besonderem Blick auf seine Sicht auf die Heiligen Stätten und die Schiffsfahrt.

Konrad Grünembergs Pilgerreise ins Heilige Land 1488: Die Untersuchung des Reiseberichts zeigt Grünembergs detaillierte Schilderungen des Alltags sowie seine deutliche Kritik an den hygienischen Zuständen unter Deck auf.

Der Unbekannte Niederadlige aus Bayern: Dieser Bericht eines Anonymus bietet durch die Beschreibung eines "privaten" Schlafplatzes eine abweichende Perspektive auf den Komfort an Bord.

Der Ritter Arnold von Harff: Das Kapitel betrachtet die ungewöhnliche Reise des rheinischen Edelmanns, der sich als Kaufmann tarnte, um Vorteile zu genießen, und dessen Bericht besonders für Sprachwissenschaftler von Bedeutung ist.

Auswertung: Im abschließenden Teil werden die Ergebnisse der Einzelanalysen zusammengeführt und in einer vergleichenden Betrachtung hinsichtlich der Alltagsaspekte der Pilgerreisen synthetisiert.

Schlüsselwörter

Pilgerreise, Mittelalter, Heiliges Land, Pilgerschiff, Reisebericht, Alltag, Felix Fabri, Hans Tucher, Hygiene, Schifffahrt, Frömmigkeit, Galeere, Reisevorbereitung, Seefahrt, Jerusalem

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht den gelebten Alltag und die Lebensbedingungen von Pilgern während der Überfahrt auf Schiffen ins Heilige Land im späten Mittelalter.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Lebensbedingungen an Bord, wie Hygiene, Verpflegung, Schlafplatz, sowie der Umgang mit Gefahren, Ängsten und dem Aberglauben.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, durch eine vergleichende Analyse von Reiseberichten ein detailliertes Bild der realen Reiseerfahrungen zu zeichnen, die in der Forschung oft zugunsten der besuchten Orte vernachlässigt werden.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Die Arbeit verwendet eine vergleichende Analyse, bei der die Erkenntnisse aus sechs verschiedenen Pilgerberichten zusammengefasst und miteinander in Beziehung gesetzt werden.

Welche Aspekte stehen im Hauptteil im Mittelpunkt?

Der Hauptteil analysiert die individuellen Reiseberichte von Pilgern wie Felix Fabri, Hans Tucher und Arnold von Harff hinsichtlich ihrer spezifischen Beobachtungen zum Bordleben.

Welche Keywords charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Pilgerreise, Mittelalter, Galeere, Reisebericht, Lebensbedingungen, Hygiene und Alltag an Bord.

Warum spielt Felix Fabri eine so zentrale Rolle?

Fabri liefert die detailliertesten Beschreibungen aller untersuchten Aspekte und dient daher als methodische Vorlage für die Kategoreinbildung der vergleichenden Analyse.

Wie unterscheidet sich Arnold von Harff von anderen Pilgern?

Er reiste getarnt als Kaufmann, um Privilegien zu nutzen, und beschrieb weniger die eigenen Entbehrungen als vielmehr den luxuriösen Bereich des Kapitäns.

Ende der Leseprobe aus 46 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Vom weiten Weg ins Heilige Land. Eine kritische Analyse spätmittelalterlicher Reiseberichte über den Alltag auf Pilgerschiffen
Hochschule
Université du Luxembourg
Note
15/20
Autor
Kim Monteiro De Jesus (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
46
Katalognummer
V967363
ISBN (eBook)
9783346315021
ISBN (Buch)
9783346315038
Sprache
Deutsch
Schlagworte
heilige land eine analyse reiseberichte alltag pilgerschiffen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Kim Monteiro De Jesus (Autor:in), 2019, Vom weiten Weg ins Heilige Land. Eine kritische Analyse spätmittelalterlicher Reiseberichte über den Alltag auf Pilgerschiffen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/967363
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Leseprobe aus  46  Seiten
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