168 Zoologie- Vordiplom-Prüfungsfragen


Skript, 2000

27 Seiten


Gratis online lesen

I ÖKOLOGIE UND VERHALTEN

1. Worin unterscheiden sich Reflex und Erbkoordination?

Der Reflex bedarf stets einen Außenreiz, die Erbkoordination nicht.

2. Was kennzeichnet spontanes Verhalten?

Das Fehlen einer zeitlichen Korrelation zwischen Reizeingang und zugehörigem Verhalten

3. Was ist eine Taxis?

Reizabhängige Korrekturhandlung zu einer Instinkthandlung, d.h. Ausrichtung bezogen auf den Reiz. (Bei einer Fortbewegung stellt allein die Richtungskomponente eine Taxis dar. Taxis mit Erbkoordation gekoppelt => Instinkthandlung.)

4. Was ist ein bedingter Reflex?

Auslösung eines Verhaltens durch einen Außenreiz als Folge von dessen zeitlicher Verknüpfung mit einem unbedingten Reiz. ( Bsp. Pawlow: Hund: unbedingter Reiz = Futter; gleichzeitig Glocke => Speichelfluß)

5. Beweis für zentrale Koordination des Verhaltens

Natürlicher Bewegungsablauf trotz Desafferentierung (= Durchtrennung sensorischer Nervenbahnen) oder Natürlicher Bewegungsablauf von Embryonen (Knochenfische, Schildkröten), ehe Reflexbögen geschlossen sind, d.h. vor dem Einwachsen sensibler Fasern in die Effektoren. ("Efferenz vor Afferenz")

6. Was ist eine circadiane Rhythmik und wie weist man sie nach?

Rhythmik mit einer Schwingungsdauer von etwa einem Tag.

Tiere werden unter konstanten Bedingungen unter Ausschluß tagesperiodischer Zeitgeber gehalten. (cicalunar: 28 d, circannual: 1 a)

7. Wie weist man die Funktion eines Verhaltens nach?

Z.B. indem man prüft, ob die Veränderung der Wirkung eines Verhaltens auf die Umwelt seines Trägers dessen Fitneß verändert.

8. Wodurch endet eine Handlung?

a) durch Erschöpfen der der Handlung zugrunde liegenden Bereitschaft (Motivation)

b) durch Wahrnehmung die Handlung abschaltender Reize

9. Was sagt die Reizsummenregel aus ?

Reaktionsstärke wird bestimmt durch additives oder multiplikatives Zusammenwirken mehrerer Schlüsselreize.

10. Was versteht man unter dem Prinzip der doppelten Quantifikation ?

Tatsache, daß Reizstärke und Antwortbereitschaft gemeinsam bestimmen und getrennt zu quantifizieren sind. (Erweiterung der Reizsummenregel)

11. Worauf beruht das Vorkommen übernormaler Schlüsselreize? Definiere Schlüsselreiz und Auslösemechanismus (AM)!

Schlüsselreiz: Signal oder Signalkombination, auf die ein angeborener Auslösemechanismus anspricht.

AM: Ausführung eines Verhaltens erst bei Eingang bestimmter, meist einfacher Schlüsselreize. ( AAM: erwiesenermaßen angeborener AM, EAAM: durch Erwerb modifizierter AAM)

Übernormale Schlüsselreize: AM nach oben offen! je größer der Reiz, um so leichter spricht der AAM an. ( die natürliche Selektion verhindert das Vorkommen von unsinnig "großen" Reizen.)

12. Was versteht man unter einer Lerndisposition?

Bestimmte wahrnehmbare Reize werden wirksamer gelernt als andere, trotz gleicher Verstärkungsbedingungen.

13. Was wird bei der Prägung auf den Artgenossen während der elterlichen Brutpflege im geprägten Tier verändert?

Die den Elter kennzeichnenden Merkmale (Schlüsselreize) werden mit den Brutpflege auslösenden Handlungen des geprägten Tieres verknüpft.

14. Wichtige Kriterien für Prägung!

- nur innerhalb einer zeitlich begrenzten sensiblen Periode möglich
- irreversibel, bleibt zeitlebens bestehen
- Merkmale des Prägungsobjektes überindividuell, d.h. Prägung auf die Art!
- geprägt wird auf eine Reaktion, keine Reizsituation

(bleibt eine Prägung während der sensiblen Phase mangels Gelegenheit aus => Verhaltensstörungen)

15. Was ist ein Altruist?

Ein einem Artgenossen unter Einbuße an Individualfitness helfendes Tier oder

Ein einem Artgenossen unter Fitnesskosten helfendes Tier oder

Ein einem Artgenossen unter Erhöhung der eigenen inklusiven Fitneß helfendes Tier

16. Nach der Theorie der intersexuellen Selektion züchten Weibchen durch ihre

Partnerwahl männlichen Schmuck heraus. Welcher Vorgang bringt diesen Prozeß zum Stillstand?

Die natürliche Selektion (z.B. Feinddruck, energetische Grenzen)

17. Was versteht man unter der indirekten Fitnesskomponente der inklusiven Fitneß?

Die Summe der über alle kollateralen Verwandten erzielten Fitnessäquivalente (Inklusive Fitneß: Summe aller Fitnessäquivalente bzw. die Summe aller direkt oder indirekt erzeugten Nachkommen unter deren Gewichtung mit den für sie geltenden Wright´schen Verwandtschaftskoeffizienten r (Genfrequenz in der nächsten Generation))

18. Was drückt der Verwandtschaftskoeffizient r aus?

Die Wahrscheinlichkeit dafür, daß ein Genotyp in einem Teil des Genoms mit einem anderen Genotyp aufgrund von Blutsverwandtschaft übereinstimmt

19. Welchen Vorteil bietet eine auf Verhaltensmechanismen beruhende präzygotische Artisolation?

Potentielle Bastardeltern verschwenden keine Gameten, die einer artreichen effizienten Fortpflanzung verloren gehen würden

20. Wieviele Inzestmöglichkeiten einer Familie aus Eltern und Kindern Könnern tabutisiert sein?

Eine bis drei (Vater*Tochter, Mutter*Sohn, Bruder*Schwester)

21. Welche Beweise gibt es für genetische Unterschiede im Verhalten von Individuen einer Art?

- die Existenz von Verhaltensmutanten
- Verhalten läßt sich durch künstliche Selektion verändern

22. Sind Verhaltensweisen monogen oder polygen bedingt?

Es gibt beides!

23. Was versteht man unter dem Toleranzbereich einer Art?

Der Toleranzbereich gibt denjenigen Wertebereich eines Umweltfaktors wieder, in dem die betreffende Art zunehmen kann

24. Wodurch geht die log-Phase des Populationswachstums in ein gedämpftes Wachstum über?

Dadurch, daß die (begrenzte) Tragekapazität K des Lebensraumes erreicht wird

25. Was ist zwischenartliche Konkurrenz?

Die Senkung der Fitneß von Individuen einer Art durch eine oder mehrere andere Arten, z.B. durch Wegnahme fitnessbedeutsamer Ressourcen

26. Was ist innerartliche Konkurrenz?

Die Senkung der Fitneß eines Individuums infolge der Wegnahme fitnessbedeutsamer (begrenzter) Ressourcen durch ein Individuum der selben Art

27. Warum ist innerartliche Konkurrenz schärfer als zwischenartige?

Weil verschiedene Arten unterschiedliche ökologischen Nischen realisieren, Artgenossen aber dieselbe => Artgenossen stimmen in ihren Ansprüchen vollständig überein, d.h. Konkurrenz bezüglich aller fitnessbedeutsamer Ressourcen.

28. Was versteht man unter Konkurrenz-Ausschluß-Prinzip?

Zwei Arten mit gleicher Nische können nicht koexistieren

29. Welche beiden demographischen Größen bestimmen die Wachstumsrate r einer Population?

Geburten- und Sterberate (r= b-m, r = Malthusparameter oder Pro-Kopf-Wachstumsrate)

30. Nenne ein Beispiel für einen Isolationsmechanismus in der Artentstehung! Z.B. geographische Trennung

31. Was ist ein Kommensale?

Ein artfremder Mitbewohner, der den Eigner der Wohnung oder dessen bewohnten Körper nicht schadet

32. Wodurch sind Räuber-Beute-Systeme stabilisiert?

a) durch die Heterogenität des Lebensraumes, die einemTeil der Beutepopulation stets ein Überleben ermöglicht
b) durch das Vorhandensein einer Alternativbeute, die dem Räuber ermöglicht, auch dann zu überleben, wenn die Dichte einer anderen Beuteart dies nicht zuließe

33. Warum sind Verbraucher an der Spitze der Nahrungspyramide seltener als Primärproduzenten?

Weil von der untersten Trophieebene der Primärproduzenten nur etwa 1/10 der

Energie an die nächst höhere Trophieebene der Primärkonsumenten fließt, welche dann wiederum nur etwa 1/10 der Energie an die nächst höhere Trophieebene weitergibt u.s.w.

Aus energetischen Gründen sind mehr als 4-5 Trophieebenen sehr selten! ⇨ nur etwa 10^(-5) der von den Primärproduzenten erzeugten Energie erreicht die Spitze der Nahrungspyramide

34. Nennen Sie die logistische Wachstumsfunktion dN/dt, und erklären Sie mit ihrer Hilfe, weshalb mit wachsender Populationsgröße N das Wachstum der Population immer kleiner wird!

dN/dt = r*N*(K-N)/K, (K-N) wird mit zunehmendem N kleiner und daher auch dN/dt

35. Definieren Sie Artendiversität oder Artenreichtum D und Artenmannigfaltigkeit eines Ökosystems!

D = - åpi log pi

Die Artenmannigkeit ist S

36. Erläutern Sie den Unterschied zwischen Toleranz- und Resistenzbereich einer Art für einen Umweltfaktor

Toleranzbereich: Bereich in dem eine Population noch wachsen kann Resistenzbereich: Bereich den Individuen überleben können

37. Erklären Sie an einem Bsp. den Unterschied zwischen proximaten und ultimaten Faktoren

proximat: Auslöser einer physiologischen Reaktion (Tageslänge- Vogelflug) ultimat: Faktor, an den eine Anpassung existiert (Nahrungsmangel- Vogelzug)

38. Nennen Sie 5 ökologisch relevante Prozesse, die durch den Faktor Licht beeinflußt werden

- Primärproduktion
- circadiane Aktivitätsrhythmen
- Synchronisation der Fortpflanzung
- Jahreszyklen
- Vertikalwanderung des Planktons

II SPEZIELLE ZOOLOGIE

1. Welche Merkmale dienen als Indiz für die Monophylie der Tiere (Metazoa)?

- diploide Organismen mit gametischem Kernphasenwechsel
- Spermienaufbau: apikales Akrosomvesikel, zentraler Kern, basale Mitochondrien und Geißel
- Oogenese: Entstehung von 3 Polkörpern
- Epithelien mit Desmosomen

2. Nennen Sie 4 Lebensstadien im GW der Scyphozoa in der richtigen Reihenfolge

Polyp - Strobila - Ephyra - Meduse - Zygote - Planula

3. Wo gibt es bei den Metazoa Kragengeißelzellen? 2 Beispiele

- Protonephridien
- Nematocyten
- Choanoderm der Porifera

4. Erläutern Sie den funktionellen Unterschied zwischen Proto- und Metanephridien

Proto.: Ultrafiltration an der Basallamina der Terminalzelle, lokalisiert im Blastocöl

Meta.: Aufnahme von Flüssigkeit aus dem Cölom, Ultrafiltration zwischen Blutgefäß und Cölom

5. Bei welchen großen Gruppen der Metazoa treten folgende Organe als Neuheiten (Apomorphien) auf?

Protonephridien: Bilateria Metanephridien: Cölomata Radula: Mollusca

Nesselkapseln: Cnidaria Ostienherz: Arthropoda

Kiemenspalten im Vorderdarm: Deuterostomia

6. Welcher ontogenetische Prozeß verlängert die Trochophoren der Annelida zur Wurmgestalt?

Teloblastische Sprossung

7. Zählen Sie 4 Strukturen auf, die bei Anneliden segmental angelegt sein können

- Cölom
- Metanephridien
- Muskulatur
- Blutgefäße
- Parapodien
- Gonaden
- Ganglien

8. In welcher erdgeschichtlichen Epoche fand die erste Radiation der Arthropoda statt?

Im Kambrium

9. Skizzieren Sie einen Stammbaum für 4 umfassende Taxa der Arthropoda

a) Mandibulata: (Crustacea (Tracheata: (Myriapoda, Insecta))) oder

b) (((Myriapoda + Insecta) Crustacea) Chelicerata)

10. Welche Fossilien weisen die Asymmetrie des Körperbaus auf, der für die Vorfahren der Wirbeltiere typisch ist?

fossile Echinodermen oder Calcichordata oder Carpoidea

11. Die Vertebraten haben einen durch die Segmentierungsvorgänge Myomerie und

Branchiomerie gegliederte Körperachse. Was versteht man unter Myomerie, was unter Branchiomerie?

Myomerie: bezeichnet die segmentale Abfolge der aus Somiten entstehenden Muskulatur der Körperachse Branchiomerie: bezeichnet die Abfolge der Kiemenbögen

12. Welche Sinnesorgane haben Sie bei Branchiostoma lanceolatum beobachten können, und wo waren sie lokalisiert?

Pigmentbecherocellen / Lichtsinneszellen im Neuralrohr

13. Gilt das Lebendgebären als besonderes Merkmal der Säuger? Begründen Sie die Antwort!

Nein, denn Monotremata legen (typisch amniotische) Eier

14. Stellen Sie sich vor, Sie sollten die Extremität eines landlebenden Tetrapoden konstruieren. Welche biologischen Materialien (Gewebetypen oder Zelltypen oder Strukturen) würden Sie einsetzen und wie würden Sie den Einsatz begründen?

1. Tragende Elemente: => Knochen / Hartsubstanzen dienen der Versteifung
2. Feste Verbindung / Gürtel zum Achsenskelett: => Kraftübertragung auf den Körper
3. Gelenke: => zur Beweglichkeit
4. Muskeln: => um die Knochen zu bewegen
5. Sehnen: => um den Muskelansatz an den Knochen zu gewährleisten
6. Nerven: => um die Bewegung zu steuern
7. Gefäße: => um Weich- und Hartsubstanz mit Nährstoffen und Sauerstoff zu versorgen und um Abfallprodukte abzuführen
8. Haut: => als Hülle und Schutz und für die Sensorik

15. Die Klade der Primaten teilt sich in die Platyrhini (Breitnasen- ) und die

Catarhini (Schmalnasenaffen). Wo leben heute 1. die Breitnasen-, 2. wo die Schmalnasenaffen und 3. zu welcher Klade gehören die Menschenaffen und der Mensch?
1. in der Neuen Welt (Amerika)
2. in der Alten Welt (Afrika und Asien)
3. zu den catarhinen Primaten

16. Im Verlauf der weiteren Evolution der Schmalnasenaffen entstanden 2 Typen von Molaren, von denen der eine Typ die Tieraffen kennzeichnet, während der andere typisch ist für die Hominoidea und in den extinkten und rezenten Großaffen, den Vormenschen und dem Menschen vorkommt. Woran erkennt man die Molaren der Hominoidea?

Am Dryopithecus- Muster (5-y) => 5 Höcker mit Furchen.

(Tieraffen besitzen bilophodonte Molaren mit 4 Höckern verbunden durch 2 Leisten)

17. Welche Muskeln bilden die Flugmuskulatur der Vögel? Welchen Anteil des Bewegungsablaufes führen sie aus?

1. M. pectoralis = Flügelsenker
2. M. supracoracoideus = Flügelheber

18. Aus welchen Kammern besteht das Herz von Säugern, und welche Blutgefäße sind mit ihm direkt verbunden?

- rechtes und linkes Atrium
- rechter und linker Ventrikel
- V. cava communis
- V. pulmonalis
- A. pulmonalis
- Aorta

19. Aus welchen Anteilen wird die Rumpfmuskulatur von Urodelen, z.B. Necturus maculosus, gebildet, und durch welches Strukturelement werden sie voneinander getrennt?

- epaxonische Muskulatur dorsal
- hypaxonische Muskulatur ventral
- horizontales Myoseptum

20. Bei Vögeln und Säugern kommt es zu einer Umgestaltung der beiden ersten

Halswirbel. Wie werden diese bezeichnet, was ist der Grund für die Umgestaltung, und durch welchen ontogenetischen Prozeß entstehen die beiden Wirbelformen?
1. Atlas und Axis
2. verbesserte Beweglichkeit des Kopfes mit seinen Sinnesorganen
3. durch Verschmelzung des Centrums des Atlas mit dem Axis

21. Nennen Sie je 2 Beispiele primär und sekundär flügelloser Insektenordnungen

primär flügellos: - Protura
- Collembola sekundär flügellos: - Mallophaga
- Siphonaptera (Flöhe)
- Anoplura (Läuse)

22. Bei welcher Säugetierordnung kommen Stiftzähne vor und wo befinden sie sich?

bei den Lagomorpha, hinter den Nagezähnen im Oberkiefer liegend

23. Was versteht man unter anamorpher bzw. epimorpher Entwicklung bei Arthropoden?

anamorph: Tiere entwickeln die volle Segmentzahl erst im Laufe der Postembryonalentwicklung epimorph: Tiere besitzen bereits zum Schlüpfzeitpunkt die volle Segmentzahl

24. Wodurch unterscheidet man die Prosobranchia von den Pulmonata?

Prosobranchia: 1 Paar Tentakeln (Fühler)

Pulmonata: 2 Paar Tentakeln (Fühler)

25. 1. Welches der folgenden Taxa ist nicht monophyletisch? Tetrapoda, Pisces, Echinodermata, Cnidaria

2. Begründen Sie, wann eine Gruppe als paraphyletisch (nichtmonophyletisch bezeichnet werden kann.

1. Pisces
2. Ein Teil der Nachkommen des letzten gemeinsamen Vorfahren ist nicht in der Gruppe enthalten

26. Die Cnidaria besitzen nur wenige "Organe". Welche Zelltypen übernehmen die folgenden Funktionen?

1. Bewegung: Epithelmuskelzellen
2. Regeneration: interstitielle Zellen
3. extrazelluläre Verdauung: Drüsenzellen
4. Atmung (Gasaustausch): alle Epithelzellen

27. Nennen Sie 2 Tiergruppen der Bilateria und die dazugehörigen Wimperlarven

- Annelida: Trochophora
- Mollusca: Veliger (und/oder Trochophora)
- Echinodermata: Dipleurula
- Phoronida: Actinotrocha
- Enteropheusta: Tornaria

28. Welche Endsilben sind charakteristisch für die Benennung von 1. Familien und 2. für Unterfamilien?

1. - idae

2. . inae

29. Welche nomenklatorische Bedeutung haben die einzelnen Bestandteile des folgenden Namens "Sorex minutus Linne 1758 "?

Sorex: Genus (Gattung)

minutus: Art (Species)

Linne: Autor (Erstbeschreiber)

1758: Jahr der Veröffentlichung der Erstbeschreibung

30. Leberegel sind wirtschaftlich wichtige Parasiten. Nennen Sie für das Beispiel

Fasciola (großer Leberegel) die Lebensstadien, die in den folgenden Lebensräumen vorkommen:

- Wasser (Teich, Sumpf): Miracidium

- Lungenschne>- Landpflanzen: Metacercarie

- Gallengänge (Rind, Schaf): Adultus

31. a) In welchem Lebensraum findet man Cladoceren (Wasserflöhe)?

b) Wovon ernähren sie sich?
c) Womit fangen sie die Nahrung?
d) Unter welchen Bedingungen entstehen Latenzeier (Dauereier)?
a) (überwiegend) Süßwasser
b) Plankton
c) Borsten der Thoraxbeine
d) Verschlechterung der Umweltbedingungen

32. Bei den Pterygota gibt es verschiedene Formen der Metamorphose. Welche ist die urtümliche Entwicklungsweise der Insekten?

direkt, Jungtiere leben terrestrisch

33. a) Welche Zahntypen finden sich im vollständigen Säugetiergebiß? A: Milchgebiß, B: bleibendes Gebiß?

b) Stellen Sie die Zahnformel für das vollständige Gebiß eines ursprünglichen Säugetieres auf und nennen Sie ein Beispiel!

a) A: Incisivi; Canini; Praemolares

B: Incisivi; Canini; Praemolares; Molares

b) 3143 = 44 ; Talpa europaea

34. Aus welchen Schichten ist im typischen Fall die Molluscenschale aufgebaut?

- Periostracum
- Prismenschicht
- Perlmuttschicht

35. Welche Tagmata unterscheidet man bei den erwachsenen Individuen der Insekten, Tausendfüßler, höheren Krebse (Malacostraca) und Spinnen?

- Insekten: Caput, Thorax, Abdomen
- Tausendfüßler: Kopf, Rumpf
- höhere Krebse: Cephalothorax, Peraeon, Pleon
- Spinnen: Prosoma, Opisthosoma

36. An welcher Stelle befindet sich bei Hydromedusen das Velum? Welche Funktion erfüllt es?

- am Schirmrand

- düsenartige Verengung der Glockenhöhle zur Erhöhung der Schwimmgeschwindigkeit

37. Nennen Sie 2 Unterklassen der Clitellata und 3 Merkmale, in denen sich Vertreter der 2 Unterklassen unterscheiden

- Oligochaeta
- Hirudinea : - Blutsauger
- Saugnäpfe
- sekundäre Ringelung
- Ersatz Cölom durch Bindegewebe

38. Ordnen Sie Lumbricus in das System der Metazoa ein. Nennen Sie 5 Taxa!

Bilateria:-> Articulata -> Annelida -> Clitellata-> Oligochaeta

39. Worin unterscheidet man äußerlich Männchen und Weibchen von Carcinus maenas?

M.: 3.-5. Abdominal-Segmentverschmolzen oder Abdominal-Segment verschmolzen oder schlankes Abdomen

W.: Gegensatz

40. Benennen Sie die Mundwerkzeuge der Schabe. Welche sind paarig, welche unpaarig vorhanden?

- Labrum : unpaarig
- Mandibel : paarig
- Hypopharynx : unpaarig
- Maxille : paarig
- Labium : unpaarig

41. Welche wesentliche Funktion haben Vitellocyten für die Bildung der Schale der Eier von Plattwürmern?

Lieferung der Proteine für den Bau der Eierschale

42. Welchen Typ von Nieren haben Plattwürmer? (Skizzieren Sie den Aufbau)

Protonephridien (Terminalzelle, Reuse, Cilien, Kanalzelle)

43. Beschreiben Sie bei Helix promatia den Männlichen Genitalapparat. Nennen Sie 5 Abschnitte

- Zwitterdrüse
- Zwittergang
- Eisamenleiter
- Samenleiter
- Vas deferens
- Flagellum
- Penis

44. Wie nehmen pflanzenfressende Schnecken ihre Nahrung auf? Beschreiben Sie Aufbau und Funktion der Mundwerkzeuge

Pflanzenteile werden mit Hilfe der Radula abgeschabt. Sie befindet sich auf der Zunge, besteht aus einer biegsamen Membran und aufsitzenden Zähnen und arbeitet wie ein Schaufelbagger

45. Die Schädel der landlebenden Vertebraten- Taxa unterscheiden sich klar im

Vorkommen, der Anzahl und der Position von Schläfenfenstern. Nennen Sie 3 Schädeltypen und jeweils eine bzw. Ordnung der Vertebraten als Vertreter für jeden Schädeltyp
- anapside : Schildkröten
- diapside: Reptilien (außer Schildkröten)
- synapside: Säugetiere

46. Welche Merkmale kennzeichnen die Chordaten? Nennen Sie 5!

- bilateralsymmetrisch
- metamere Gliederung aus Branchiomerie und Myomerie
- Chorda dorsalis zur Achsenversteifung
- dorsales Neuralrohr
- Kiemenspalten in der Leibeswand

47. Nennen Sie 5 apomorphe Merkmale der Säugetiere

- Haare/Fell
- lebendgebärend (außer Monotremata)
- Ernährung der Jungen durch Milch
- heterodontes Gebiß
- diphyodontes Gebiß (mit 2 Zahngenerationen)
- sekundäres Kiefergelenk
- 3 Gehörknöchelchen
- synapsider Schädel

48. Welches der 3 Cölomsysteme dient bei Seesternen der Fortbewegung?

Ambulakralsystem, Teil des Mesocoels (=Hydrocoel)

49. Wie unterscheiden sich die Schuppen der Fische von denen der Reptilien?

- Fische : Knochenschuppen
- Reptilien : Hornschuppen

50. Wie kann man bei Spinnen die Geschlechter unterscheiden? Nennen Sie 1 auffälliges äußeres Merkmal

- zum Kopulationsapparat umgestaltete, große Pedipalpen der Männchen
- Epigyne vor der Geschlechtsöffnung beim Weibchen

51. Welche 3 Konstruktionstypen der Schwämme können unterschieden werden, welcher ist besonders einfach, welcher komplex gebaut?

- Ascon - Typ
- Sycon - Typ
- Leucon - Typ

einfach: Ascon

komplex: Leucon

52. Def. Sie die folgenden Begriffe, die Strukturen oder Organellen von Einzellern bezeichnen:

a) Kontraktile Vakuole: osmoregulatorisches Organell
b) Cytosom: Zellmund
c) Ektoplasma: periphere Zone des Cytoplasmas in amöboiden Zellen, das meist rigider als das sog. Endoplasma ist.
d) Pseudopodium: temporärer Zellfortsatz, der der Bewegung (z.B. bei Amöben) oder der Nahrungsaufnahme dient.
e) Uroid: meist gefaltetes oder runzliges physiologisches Hinterende einer Amöbenzelle
f) Axopodium: pseudopodialer Zellfortsatz mit einem inneren Stützskelett aus Mikrotubuli (z.B. bei Heliozoen)

53. a) Nennen Sie 3 Zelltypen oder Gewebe der Metazoa, bei denen Cilien vorkommen

b) Nennen Sie 2 große Tiergruppen ("Stämme"), bei denen ein festes Endoskelett vorkommt

a) - Epithelien der Cnidaria, Plathelminthes
- Exkretionsorgane
- Darm von Cnidaria
- Darm von Vertebrata
- Spermatocyten

b) - Echinodermata

- Vertebrata

54. Vergleichen Sie in Gedanken den Lebenszyklus von Hydra - Arten mit dem anderer Hydro- oder Scyphozoa. Welches Lebensstadium fehlt?

Meduse

55. Nennen Sie je eine Tiergruppe, in deren Lebenzyklus folgende Phänomene auftreten:

a) Parthenogenese: Leberegel
b) Knospung: Cnidaria
c) Metagenese: Cnidaria
d) Heterogonie: Leberegel
e) Sprossung von Proglottiden: Bandwürmer

56. Beschreiben Sie den Lebenszyklus eines Spulwurms (Ascaris), nennen Sie 5 Lebensphasen

Ei im Freien - Ei im Darm - Larve im Blut - Larve in der Lunge - Adultus im Darm

57. Zählen Sie die Bestandteile des Genitalapparates des Regenwurmes auf und beschreiben Sie kurz deren Aufgabe
1. Testes: Produktion von Spermien
2. Samenblase: Speicherung von Spermien
3. Samentrichter: Ausleitung der Spermien
4. Receptaculum seminis: Speichern von Fremdsperma
5. Ovar: Produktion von Oocyten
6. Eileiter: Ausleitung der Oocyten
7. Clitellum: Sekretion des Kokkons

58. Nennen Sie 4 große Tiergruppen (Klasse, Stämme), bei denen Strickleiter-Nervensysteme vorkommen
- Annelida
- Crustacea
- Insecta
- Chelicerata

59. In welcher Weise sind bei Arthropoden im Vergleich zu Anneliden die folgenden Eigenarten modifiziert?
a) Kreislaufsystem: offen
b) Dorsalgefäß: Ostienherz
c) ZNS: Komplexgehirn
d) Metanephridien: Nephridium mit Sacculus
e) Parapodien: Laufbeine

60. Welches könnte die funktionelle Ursache der sekundären Radiärsymmetrie der Echinodermen sein?

Sessile, mikrophage Lebensweise

61. Was drücken die folgenden Flossenformeln des Flußbarsches aus?

R1 13 - 16 / 0: Rückenflosse vorderer Teil 13-16 Hartstrahlen/ keine Weichstrahlen R2 1 / 13 - 15: Rückenflosse hinterer Teil 1 Hartstrahl/ 13-15 Weichstrahlen A 2 / 7 - 10: Afterflosse 2 Hartstrahlen/ 7-10 Weichstrahlen

62. Welche Organe sind bei folgenden Insekten als Fangorgane ausgebildet?
a) Gottesanbeterin: Vorderbeine
b) Libellenlarve: Labium als Fangmaske
c) Wasserskorpion: Vorderbeine

63. Wie kann man innerhalb der Myriapoda Chilopoda von Diplopoda unterscheiden? Nennen Sie 2 Merkmalspaare
- Chilopoda: - 3 Paar Mundwerkzeuge
- Rumpfsegmente mit je 1 Beinpaar
- Diplopoda: - 2 Paar Mundwerkzeuge
- Diplosegmente mit je 2 Beinpaaren

64. a) Welches Keimblatt bildet das Parenchym der Plattwürmer?

b) Gehöhren die Spalträume, die im Schnitt durch das Parenchym der P. zu sehen sind, zu einem Cölom oder zu einem Protonephridialssystem?

a) Mesoderm

b) Protonephridialsystem

65. Wie ist das Parapodium bei den 2 Klassen der Anneliden ausgebildet?

Polygochaeten: - bei beweglichen Formen gut ausgebildet

- bei sessilen Formen reduziert

Oligochaeten: bei Clitellata nur noch Borstenbüschel

66. Welchen morphologischen Unterschied weisen Vorder- und Enddarm der

Schabe gegenüber dem Mitteldarm auf und wo münden die Malpighischen Gefäße?

- Kutikula - Auskleidung

- Grenze Mitteldarm - Enddarm

67. Wie läßt sich nachweisen, daß die Echinodermata von bilateralsymmetrischen Vorfahren abstammen?

- Larve ist bilateralsymmetrisch

- Zugehörigkeit zu den Deuterostomia

68. Beschreiben Sie Lage und Aufgabe der Mitteldarmdrüse einer Schnecke (Helix promatia)

Die MDD umhüllt den Darm, ihre Ausführungsgänge münden in den Blindsack.

Funktion: 1. Absonderung verdauender Sekrete (Enzymen, die Fette Kohlenhydrate und in geringem Maße auch Hemizellulose verdauen)

2. Resorption und Phagozytose gelöster Stoffe

3. Speicherung von Reservestoffen

69. Welche wesentlichen Merkmale unterscheiden die als abgeleitet angesehenen Polypen von Hydra von anderen Hydroiden, z.B. Obelia? Nennen Sie 5 Unterschiede
- Polyp solitär, keine Stockbildung
- direkte Entwicklung aus dem Ei
- keine Arbeitsteilung, ohne Medusengeneration
- Periderm fehlt
- Tentakel hohl

70. Innerhalb der Ordnung der rezenten Primaten finden wir die großen und die kleinen Menschenaffen. Leider sind alle in ihrem Bestand extrem gefährdet.

1. Welche Gattungen bzw. Spezies kennen Sie?

2. Aus welchen Gründen sind sie gefährdet?

1. - Gorilla (3 Subspezies)

- Schimpanse (2 Spezies, eine mit 2 Subspezies)

- Orang Utan 2 (Sub-)Spezies

2. - Gefährdung durch Zerstörung ihres Lebensraumes Regenwald hauptsächlich durch den Menschen (wirtschaftliche Nutzung des Waldes)
- Jagd
- Trophäenhandel
- alle Großaffen extreme k-Srategen => bekommen wenige Kinder, die sehr lange von der Mutter versorgt werden müssen

71. Die Gattung Australopithecus gilt als Vorläufer der Gattung Homo

1. Welche Arten der Gattung Australopithecus kennen Sie

2. Zu we lcher Spezies gehört das berühmte Skelett "LUCY"

3. Wann (in Millionen Jahren) haben die Australopithecus gelebt?

1. - A. ramidus (inzw. Ardipithecus ramidus)
- A. afarensis
- A. africanus
- A. robustus
- A. boisei

2. A. arafensis

3. vor 3-4 MioJ., die robusten Spezies waren bis 2MioJ. vertreten

72. Nennen Sie die 3 Unterstämme der Chordata
- Urchordata = Tunicata
- Cephalochordata
- Vertebrata

73. Vertebraten besitzen Schädel. Welche 2 großen Abschnitte des Craniums werden unter dem Sammelbegriff "Schädel" zusammengefaßt?

- Neurocranium (um das Gehirn)

- Viscerocranium (Kiefer, Kiemenbogenderivate)

74. Benennen Sie mind. 3 Bildungen der Epidermis, die der Regulation der Körpertemperatur dienen
- Haare
- Federn
- Schweißdrüsen

75. Welche Skelettelemente bilden den Grundtyp der Hinterextremität eines Landwirbeltieres?
- Femur
- Tibia
- Fibula
- Tarsalia
- Metatarsalia
- Phalangen

76. Welche Merkmale des Bauplans führen zur Einordnung von Branchiostoma in A) die Acrania und B) die Cephalochordata?

A) schädellos

B) Chorda reicht bis in das Rostrum

77. Welche Kiefernknochen des Dorsches sind zahntragend?
- Vomer
- Prämaxille im Oberkiefer
- Dentale im Unterkiefer

78. Welche Skelettelemente sind an der Bildung des sek. Gaumendaches bei Säugern beteiligt?
- Vomer
- Prämaxillare
- Maxillare
- Palatinum

79. Welche Skelettelemente bilden dem Schultergürtel der Vögel? Bezeichnen Sie Deckund Ersatzknochen
- Deckknochen: - Scapula
- Procoracoid
- Ersatzknochen: - Clavicula + Interclavicula (=Furcula)

80. Wie unterscheidet sich bei Necturus der Transport von Geschlechtsprodukten bei männlichen und weiblichen Tieren?

M.: 1. vom Hoden => 2. Ductuli efferentes => 3. pars genitalis der Niere =>

4. Wolff´scher Gang => 5. Kloake

W.: 1. vom Ovar => 2. Ostium tubae => 3. Oviduct (Müller´scher Gang) => 4. Kloake

81. Welche 4 Regionen lassen sich im Neurocranium abgrenzen?
- Ethmoidal- (Nasen-) Region
- Sphenoidal- (Gesichts-) Region
- otische (Ohr-)Region
- Occipital- (Hinterhaupts-) Region

82. Landlebende Tetrapoden sind einst aus Fischen entstanden und die ersten

"Amphibien" waren von der Lebensweise her Fische mit Füßen.

Wenn Sie eine Fischflosse und einen Tetrapodenfuß betrachten, was ist dann die evolutionäre Neuheit in der Tetrapodenextremität?

Läßt diese sich zu Abschnitten der Fischflosse homologisieren?

- Hand / Autopod

- nein! (entsteht aus der Extremitätenknospe, die der Fischflosse fehlt)

83. Welche Muskeln bilden die Rumpfmuskulatur eines generalisierten Urodelen? (Skizze)
- dorsal: - M. dorsalis trunci
- lateral: - M. obliquus externus
- M. obliquus internus
- M. transversus
- ventral: - M. rectus abdominis

84. Auf welchem Weg infiziert man sich mit a) Cestoden, b) Ascaris?

a) Essen von finnigem Fleisch

b) orale Aufnahme von Eiern

85. Definieren Sie "Gastrovaskularsystem" Welche Aufgaben hat es?

- Darmtrakt ohne After
- dient der Verdauung und Stoffverteilung

86. Bei welchen Taxa der Cnidaria gibt es eine Metagenese? Nennen Sie 2 Taxa

- Hydrozoa
- Scyphozoa

87. Welche Zelltypen der Porifera übernehmen folgende Funktionen?

a) Strudeln von Wasser und Nahrung: Choanocyten
b) Bedeckung des Körpers: Pinacocyten
c) Regeneration: Archaeocyten
d) Bildung von Skelettnadeln: Skleroblasten

88. Nennen Sie 4 charakteristische Merkmale (Apomorphien) der Deuterostomia

- Sekundärer Mund
- Dorsales ZNS (oder "Kragenmark")
- Kiemendarm
- langes Metasoma
- Enterocoelie
- Stomochord (oder Chorda)

89. Was ist ein Hydroskelett?

System aus druckfester Wandung und flüssigkeitsgefülltem Hohlraum

90. Die Arthropoda stammen von den Anneliden ähnlichen Vorfahren ab. Nennen Sie 4 Merkmale, die diese Aussage belegen (Apomorphien der Articulata)

- Segmentale Gliederung (Cölommetamerie)
- Strickleiternervensystem
- Segmentale Metanephridien
- Dorsales Röhrenherz
- Paarige segmentale Extremitäten
- Teloblastische Sprossung

91. Welche Tiergruppe steht phylogenetisch zwischen den Anneliden und den Euarthropoden?

Onchyophora (oder Proarthropoda)

92. Ordnen Sie die Scorpiones in das System der Bilateria ein (Nennen Sie 4 übergeordnete Taxa)

Eubilateria: Cölomata: Articulata: Arthropoda: Euarthropoda: Chelicerata: Arachnida

93. Zu welchen Tiergruppen gehören die folgenden Larven:
a) Nauplius: Crustacea
b) Trochophora: Annelida oder Mollusca
c) Veliger: Mollusca
d) Dipleurula: Echinodermata

94. Nennen Sie 2 Unterschiede zwischen Neunaugen (Cyclostomata) und Knochenfischen (Osteichtyes): Merkmalspaare nennen
- Neunaugen: - kieferlos
- unpaarer Flossensaum
- Knochenfisch: - mit Kiefer
- paarige und unpaarige Flossen

95. Wie unterscheiden sich Schwanzlurche von Froschlurchen in der Entwicklung? (1 Merkmalspaar)

Froschlurche: Hinterbeine entwickeln sich zuerst

Schwanzlurche: Vorderbeine entwickeln sich zuerst

96. Wo liegen die Zirporgane bei:
a) Laubheuschrecken: an der Basis der Vorderflügel
b) Feldheuschrecken: an der Innenseite der Hinterschenkel und Vorderflügel
c) Singzikaden: im Abdominaltergit

97. a) Wie heißt das Organell, an dem die Entladung der Cniden ausgelöst wird?

b) Welche Nesselkapseln kommen bei Hydra vor?

a) Cnidocil

b) - Penetranten

- Glutinanten

- Volventen

98. Worin unterscheidet sich der Samen, der bei Lumbricus in den Samenblasen oder dem Receptaculum seminis befindet?

Samenblase: reife und unreife eigene Samen

Receptaculum seminis: reife fremde Samen des Geschlechtspartners

99. Welche Exkretionsorgane besitzen die Crustacea und Insecta und wo münden sie?

Crustacea: Nephridien an Antennen und Maxillen

Insecta: Malpighische Gefäße am Übergang Mittel- Enddarm

100. Aus welchen Elementen ist das Laufbein der Schabe zusammengesetzt?
- Coxa
- Trochanter
- Femur
- Tibia
- Tarsus

101. Wo encystieren sich die Cercarien von a) Fasciola und b) Dicrocoelium um in einen Endwirt zu gelangen?

a) auf der Vegetation
b) in einer Ameise

102. Was verstehen Sie bei den Gastropoden unter Streptoneurie?

Das NS wird wie alle Organe von der Torsion des Eingeweidesackes betroffen.

Dabei wandert das Parietalganglion der rechten Seite über den Darm nach links, das der linken Seite unter den Darm nach rechts

=> Überkreuzung der Pleuroviszeralkonnektive = Streptoneurie

103. Was verstehen Sie unter einem a) thecodonten, b) diphyodonten und c) einem heterodonten Gebiß und d) Tiere welcher Klasse besitzen ein solches?
a) thecodont: Befestigung der Zähne in Zahngruben und Verankerung im Kiefergelenk
b) diphyodont: Entstehung von 2 Zahngenerationen im Verlauf des Lebens
c) heterodont: "arbeitsteiliges" Gebiß aus verschiedenen Zahntypen (Canini, Incisivi, Praemolares, Molares)

104. Nennen Sie 5 Ordnungen innerhalb der Klasse der Theria (eigentliche Säugetiere)

- Rodentia
- Primaten
- Carnivora
- Lagomorpha
- Insectivora
- Marsupialia
- Sirenia
- Artiodactyla

105. Die Dinosaurier sind ausgestorben. Wann in der erdgeschichtlichen Zeit (Angabe in MioJ.) kam es zu dieser Aussterbewelle und warum?

- vor 65 MioJ.: Kreide-Tertiär

- Meteoriteneinschlag (in heutiger Karibik)

106. Ein Teil des ursprünglich 4. Kiemenbogens der ancestralen Fische, das Hyomandibulare, hat im Verlauf der Evolution seine Funktion als Kiemenbogen verloren.

1. Welche Funktion hat es bei den rezenten Fischen?

2. Zu welcher Struktur wird es bei den Tetrapoden abgewandelt?

3. Welche spezifische Funktion erfüllt es bei den Tetrapoden?

1. unterstützt den Unterkiefer in seiner Bewegung und dessen Gelenkfläche am Schädel

2. wird zur Columella/ Steigbügel, einem Gehörknöchelchen

3. dient der Schallübertragung an das Innenohr

107. Was versteht man unter Mimikry? (Nennen und def. Sie eine der 3 Formen) Was versteht man unter Mimese?

Mimikry: - Nacharmung in Form und Färbung von Tieren, die dem Freßfeind gefährlich werden können oder ihm nicht schmecken (Freßfeindtäuscher) oder

- Tarnung, z.B. in der Vegetation so, daß Beute getäuscht wird

Mimese: Tier will nicht auffallen - Industriemelanismus

108. 1. Zu welcher anderen Epidermisausbildung sind Federn homolog?

2. Welche Federtypen werden unterschieden?

1. zu Reptilienschuppen

2. - Dunenfedern

- Fadenfedern

- Konturenfedern

109. Welcher Flossentyp gilt als phylogenetischer Ursprung der Tetrapodenextremität?

Crossopterygium; Flossentyp der Crossopterygier

110. Welche Skelettelemente bilden das Kiefergelenk a) der Amphibien und b) der Säuger? Benennen Sie Deck- und Ersatzknochen

Welche Funktion erfüllen die Ersatzknochen des Kiefergelenkes beim Säuger?

Amphibien: Ersatzknochen: - Quadratum

- Articulare

Säuger: Deckknochen: - Squamosum

- Dentale

Quadratum und Articulare werden zu Gehörknöchelchen Incus und Malleus

111. Aus welchen Knochen besteht das Dach des Neurocraniums von Knochenfischen? Nennen Sie 5

- Nasale
- Frontale
- Parietale
- Supraoccipitale
- Exoccipitale
- Ethmoidale
- Lacrimale
- Sphenoticum
- Pteroticum

112. Nennen Sie mind. 2 neotene Merkmale von Necturus maculosus

- Flossensaum am Schwanz
- schwache Gliedmaßen
- Kiemen und Kiemenspalten
- lidlose Augen
- Seitenlinienorgan

113. Benennen Sie mind. 5 Abschnitte des Verdauungstraktes der Ratte

- Ösophagus
- Magen
- Pylorus
- Duodenum
- Jejunum
- Coecum
- Colon
- Rectum
- After

114. 1. Welche Sinnespolster finden sich im Labyrinthorgan des Haies?

2. Welches ist die Ausgangsstruktur für die Evolution der Cochlea?

1. je eines in den Ampullen der 3 Bogengänge: - Macula utricula
- Macula sacculi
- Macula lagenae

2. Macula lagenae

115. Mit welchen Strukturen nehmen die Schwämme ihre Nahrung auf?

Kragengeißelzellen

116. Welches der 3 Cölomsysteme der Seesterne enthält die Gonaden

Genitalsinus; Teil des aboralen Metacoels

117. Worin besteht der Unterschied zwischen einem Spaltbein und einer Schere bei den Krebsen? (Skizze!)
- Spaltbein: - Protopodit (Coxa, Basis)
- Exopodit
- Endopodit
- Schere: - Propodus
- Dactylus

118. Welche 3 Präadaptionen ermöglichten die Evolution der Amphibien und bei welcher Tiergruppe innerhalb der Knochenfische findet man diese Präadaption ?
- Choanen
- Lungen
- fleischige Extremitäten
- Rhipidistia innerhalb der Crossopterygier

119. Wie ist die Lagebeziehung einzelner Wirbel zu den Muskelsegmenten, durch welchen Prozeß kommt sie zustande?

- intersegmental
- durch Verschmelzung zweier benachbarter Hälften von aufeinander folgenden Sklerotomen

120. Welche funktionelle Bezeichnung tragen Muskeln, die a) ein Gelenk beugen, b) ein Gelenk strecken, c) eine Extremität von der Körperachse weg bewegen, d) eine Extremität zur Körperachse hin bewegen, e) ein Lumen verengen, f) ein Lumen erweitern?

a) Flexoren
b) Extensoren
c) Abduktoren
d) Adduktoren
e) Konstriktoren
f) Dilatoren

121. Was verstehen Sie unter Neotenie, z.B. beim Furchenmolch Necturus?

Das Tier wird geschlechtsreif unter Beibehaltung larvaler Merkmale, z.B. den äußeren Kiemen

122. Während der Keimesentwicklung kommt es zunächst zur Festlegung von

Dorsal-Ventral und Anterior-Posterior-Achse und schließlich zur Differenzierung von Gewebetypen und Organanlagen. Die Diff. der Zygote ist programmiert und wird mit Hilfe von Entwichklungskontrollgen-Kaskaden realisiert. Es werden 3 Klassen von Entwicklungskontrollgenen unterschieden. Nennen Sie 2 dieser Klassen und beschreiben Sie deren spezifische Funktion.

- Maternale RNA´s /Maternaleffektgene: - polarisieren die Eizelle
- legen die Achsen und räumlichen Koordinaten des Embryos fest
- Segmentierungsgene: legen die Anzahl und Polarität der Körpersegmente fest
- Homebox-Gene: bestimmen die Identität und Reihenfolge der Segmente

123. Was versteht man unter einer sekundären Leibeshöhle und welches Kriterium definiert diesen Hohlraum?

Coelomraum, der durch mesodermales Epithel/Gewebe ausgekleidet ist

124. Induktionsvorgänge spielen eine wichtige Rolle bei der Ontogenese und der Bildung von Organen im tierischen Embryo. Nennen Sie ein Beispiel für einen Induktionsvorgang!

Chorda dorsalis (Chordamesoderm) induziert darüberliegendes Ektoderm zu Neuroektoderm und somit zur Bildung des Nervensystems

125. Geben Sie die Definition der Art auf phaenetischer Basis

Zu einer Art werden diejenigen Individuen gerechnet, die in allen wesentlichen, meist strukturellen Merkmalen untereinander und mit ihren Nachkommen übereinstimmen

126. Was ist ein Monophyllum?

Gruppe von Arten, die von 1 gemeinsamen Vorfahren stammt und alle Abkömmlinge enthält

127. Details der Anatomie von Placozoa wurden erst 1966 und 1971 bekannt. Wie unterscheidet sich der Bauplan von dem einer Blastula? (2 Merkmale nennen)

1. - dorsoventral abgeflacht

- Zwischenschicht zellulär

- kein Blastoporus

2. - unterscheidbare Epidermiszonen

128. Welche Aufgabe hat das Cölom der Annelida bei der Fortbewegung?

- Stabilisierung der Metamere während der Peristaltik

- Volumenkonstanz der Metamere

129. Welche Merkmale der Arthropoda kommen schon bei den Onchyophora vor? Nennen Sie 5
- offener Kreislauf
- Ostienherz
- Laufbeine
- Gonade nicht segmental angeordnet
- Chitin
- Häutung
- Nephridium mit Sacculus
- keine Wimperlarven
- Mixocöl

130. Alle Lebewesen entstehen aus einem Ei, genauer gesagt aus einer

befruchteten Zygote. Die Eier können nach der Dottermenge klassifiziert werden, welche ja auch die Art der Furchung beeinflußt. Nennen Sie 2 Eitypen, die Art der Furchung und jeweils 1 Taxon (Tierklasse), bei dem man dieses Furchungsmuster findet.

-> centrolecithal: - Dotter im Zentrum

- oberflächliche Furchung

- Insekten

-> isolecithal: - wenig Dotter

- holoblastische Furchung

- Säuger, Echinodermaten, viele Anneliden

-> mesolecithal: - mäßig Dotter

- holoblastische Furchung

- Amphibien, einige Mollusken

-> telolecithal: - viel Dotter

- meroblastische / inkomplette Furchung

- Vögel, Reptilien, Fische

27 von 27 Seiten

Details

Titel
168 Zoologie- Vordiplom-Prüfungsfragen
Autor
Jahr
2000
Seiten
27
Katalognummer
V96764
Dateigröße
400 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Vordiplom Zoologie an der RUB
Schlagworte
Zoologie-, Vordiplom-Prüfungsfragen
Arbeit zitieren
Silke Tappiser (Autor), 2000, 168 Zoologie- Vordiplom-Prüfungsfragen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/96764

Kommentare

  • Gast am 5.4.2001

    Studium Biologie.

    Hallöchen Silke!
    Speziell zu Deinem Eintrag habe ich keine Fragen, aber da ich in naher Zukunft auch Biologie studieren möchte, wäre ich sehr glücklich, wenn Du mir sagen könntest, wie es sich an der Uni Bochum so lernt! Ansonsten bin ich auch für jedliche anderen Infos zum Studium dankbar!

Im eBook lesen
Titel: 168 Zoologie- Vordiplom-Prüfungsfragen



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden