Chicago. Zentrum für Wirtschaft und Verkehr


Referat / Aufsatz (Schule), 2000

3 Seiten


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Chicago ist die wichtigste Verkehrsstadt der Welt: Nirgendwo sonst werden mehr Schiffe, Flugzeuge und Eisenbahnen abgefertigt.

1869 war es soweit: Die erste Eisenbahnverbindung von der Ost- zur Westküste der USA wurde eröffnet. Knotenpunkt der Strecke war Chicago und ist es noch heute. Wer von New York nach Los Angeles mit dem Zug reisen will, muß in Chicago umsteigen. Edle Waggons, die ihre Passagiere mit roten Teppichen, Barbieren und Büglern erwarten, existieren allerdings seit 20 Jahren nicht mehr. Dennoch machte die Eisenbahn die Stadt für Geschäftsleute interessant, Chicago ist heute eines der größten Handelszentren der Erde. Dazu trägt auch der Chicago Harbor bei: Der Hafen am Michigansee, durch den Sankt - Lorenz - Strom mit dem offenen Meer verbunden, ist inzwischen der größte Binnenhafen der Welt. Und auf dem O´Hare International Airport starten und landen täglich etwa 2000 Passagierflugzeuge - ein Weltrekord.

Chicago entwickelte sich kontinuierlich zum bedeutensten Knotenpunkt der Erde. Zwar vernichtete das große Feuer von 1871 die Stadt bis auf ihre Grundfeste, ebnete aber gleichzeitig den Weg für die atemberaubende neue Hochhausarchitektur.

Heute verdienen die Chicagoer ihr Geld neben dem Handel vor allem mit Kommunikationstechnologie. So sitzt der Computergigant IBM an den Ufern des Chicago River. Doch trotz multinationaler Konzerne und Handelsverbindungen in alle Welt haftet Chicago immer noch ein provinzielles Flair an. Beispiel hierfür ist die Presse, die ihre Berichterstattung so extrem wie nirgends sonst beschränkt.

Chicago ist der zweitwichtigste Wirtschaftsstandort der USA. Bekannt geworden ist die Stadt im US - Bundesstaat Illinois aber durch die Architektur der Chicagoer Schule , die riesigen Schlachthöfe und Al Capone .

Heute muß niemand mehr die Nase rümpfen, der nach Chicago reist. Die Ära der großen Schlachthöfe, die die Stadt mit ihrem Gestank peinigten, ist - dank moderner Kühltechniken - beendet. Doch die Landwirtschaft spielt in Chicago weiterhin eine wichtige Rolle. Das liegt daran, daß Chicago ein riesiges Getreideanbaugebiet, der „Corn Belt“, umsäumt. Die gigantischen Getreidesilos und - mühlen sind in Chicago nicht zu übersehen. Noch imposanter sind aber die Wolkenkratzer in der Millionenstadt am Michigansee, Chicago ist gar die Mutterstadt der Hochhäuser. Eine Architektengruppe, die sogenannte Chicagoer Schule baute bereits ausgangs des 19. Jahrhunderts die ersten „Skyscraper“. Noch heute steht in Chicago eines der höchsten Häuser der Welt, der Sears Tower (1973) mit 443 Metern Höhe und 110 Stockwerken.

Eine weitere Attraktion von enormen Ausmaßen ist die „Küste“ Chicagos. Auf annähernd 100 Kilometer erstreckt sich die Stadt im Halbkreis um das Ufer des Michigansees. Gegründet wurde die Stadt 1803, als am besagten Ufer eine militärische Befestigungsanlage entstand. Rund um dieses Fort Dearborn ließen sich wegen des fruchtbaren Bodens rasch Siedler nieder. 1870 wohnten bereits 300.000 Menschen in Chicago.

Der größte Warenumschlagplatz der USA wurde auch zur Heimatstadt vieler Gangster, besonders in Zeiten der Prohibition. Zwischen 1920 und 1933 war der Ausschank von Alkohol in den USA verboten, und Schieberbanden machten Millionen mit dem illegalen Verkauf der flüssigen Droge. Zu zweifelhaftem Ruhm gelangte dabei Al Capone, der König der Chicagoer Unterwelt.

Stichworte: - größte Stadt in Illinois (Hauptstadt: Springfield)

- größter Eisenbahnknotenpunkt der Erde
- größter Binnenhafen der Erde
- größter Passagierflughafen der Erde
- 200 Colleges, 5 Universitäten, Kunsthochschule
- Zentrum des Handels mit moderner Kunst
- Sprache: Englisch
- Religionen: Katholiken, Protestanten
- Währung: US - Dollar
- See: Michigansee
- Flüsse: Illinois (mit einem Kanal an Chicago angebunden), Chicago River

Chicago fasziniert mit einer atemberaubenden Architektur

Chicago? Die „zweite Stadt“, die „windy City“? Nicht attraktiv, zu laut, zu kriminell...

Leider hat Chicago keinen guten Ruf. Gangsterunwesen, Massenimmigration, kontinentales Klima und die Lage im Flachland des Mittelwestens haben Chicagos Image belastet. Doch dieses Negativimage muß korrigiert werden: Chicago ist eine schöne, faszinierende und besonders kulturell sehr reizvolle Stadt. Wer Chicago zum erstem Mal besucht, ist begeistert und überwältigt - so schön, so attraktiv hat sich niemand „The City that works“ vorgestellt. Hoffnungslos unterbewertet, sagt jeder, der Chicagos Pracht mit dem Image der Stadt vergleicht.

Chicago bietet eine vielseitige Palette von Attraktionen: Architektur, Musik, Museen und moderne Kunst in Chicago sind weltbekannt. Architekturfreunde lieben das bunte Stilgemisch der Häuser und Hochhäuser - neogothisch, neoromantisch, Art-Deco, modern und postmodern: Die Wolkenkratzer in Chicago sind eine großartige Sammlung gewagter und künstlerisch origineller Baustile. Wer Architektur mag, kommt in Chicago auf seine Kosten. Einmalig der schlanke, kastenförmige „Sears Tower“, das ehemals höchste Gebäude der Welt, gewaltig die Wucht des Hancock Center mit 100 Stockwerken am Michigansee. Beide „skyscrapers“ ermöglichen atemberaubende Blicke auf Skyline und See. Besonders faszinierend: Der Blick vom „Sears Tower“ auf die Wolkenkratzerparade am Michigansee. Musik- und Kunstfreunde lieben Chicago wegen der vielen Konzerte und Museen: Jazz, Blues, Rock, ethnische Musikfeste und die klassischen Konzerte des Chicago Symphony Orchestra machen Chicago zur musikalischen Weltstadt. Das Programm läuft ganzjährig: Im Winter spielt das Chicagoer Kammerorchester, im Frühling singen die Blues-Sänger im Grant

Park, im Sommer trifft sich die Jazzelite zum „Chicago Jazz Festival“ und im Herbst steigen internationale Filmfestivals und ethnische Paraden. Dazwischen tanzen, marschieren, spielen und singen die vielen Völker Chicagos - Chinesen feiern das chinesische Neujahrsfest, die Iren marschieren am St. Patrick´s Day, die Deutschen organisieren das „Berghoff Oktoberfest“, und die Italiener veranstalten „venezianische Nacht“ und die „Festa Italiana“. Ausstellungen, Feuerwerke, Paraden, Messen, Shows und Sportereignisse halten die Stadt in Atem: Buchmessen, Baseballspiele und Eßfeste wie „Taste of Chicago“ bringen Tausende von Besuchern in die Stadt.

Chicagos Museen haben Weltniveau. Im Museum of Science und Industry steht Mondgestein, ein deutsches U-Boot bringt Stimmung aus dem 2. Weltkrieg, und eine Kohlengrube aus Southern Illinois lädt ein zur Besichtigung unter Tage. Besonders attraktiv: Chicagos Art Institute, eines der wertvollsten Kunstmuseen der Welt. Hier schlägt das Herz eines jeden Kunstfreundes - El Greco und Rembrandt begeistern ebenso wie Cezanne, Seurat, Renoir, Monet und die amerikanischen Modernisten.

Chicagos Herz ist die Loop, die „Schleife“, die Innenstadt, die von der Hochbahn „El Train“ umfahren wird. Im Loop stehen avantgardistische Skulpturen und Kunstwerke. Der Loop ist ein Freilichtmuseum für moderne Kunst. Hier stehen Flamingos, „Chicagos“, „Pferde“ und „Biester“ von Alexander Calder, Joan Miro, Picasso und Jean Dubuffet. Besonders reizvoll: „Die vier Jahreszeiten“ von Marc Chagall, ein buntes Glas- und Steinmosaik auf dem First- National-Plaza. Man braucht nur durch die Innenstadt zu schlendern und man kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Für Schau- und Kauflustige bietet Chicago eine Prachtstrasse, die North Michigan Avenue, die dort Magnificent Mile genannt wird. Zwischen der Zuckerbäckerfassade des Wrigley- Gebäudes und dem Wasserturm an der nördlichen Michigan Avenue liegen Boutiquen, Shops, Warenhäuser und Edelgeschäfte, die höchstens von der Prachtstrasse in New York überboten werden: Tiffany, Cartier, Burberry, Brooks Brothers usw. Die „Mag“, wie die Chicagoer liebevoll ihre nördliche Glittermeile nennen, ist Chicagos Einkaufs- und Flanierstrasse. An der „Mag“ haben sich prominente Firmen mit markanten Bürohäusern angesiedelt: Der Tribune Tower der Chicagoer Tribune, der NBC Tower, das Chicago-Sun-Times-Gebäude und das alles überragende John Hancock Center mit den zwei spitzen Antennen. Die Michigan Avenue geht im Norden über den Lake Shore Drive, der Chicagos Strände berührt: Am Oak Street Beach herrscht im Sommer ein reges Leben. Die Strände mit den Wellen des Michigansees geben der Stadt einen Hauch von Rio; wo sonst in Amerika kommt man aus der City direkt an den Strand?

Chicago läßt sich zu Fuss erkunden. Wer die Michigan Avenue vom Grant Park über den Chicago River nach Norden wandert, fühlt, atmet und genießt eine ästhetische und faszinierende Stadt. Zwischen Lake Shore Drive, Loop und Chicago River liegt ein urbanes Wunderland, das den Besucher mit architektonischen und künstlerischen Leckerbissen verwöhnt. Apropos lecker: Chicago hat eine Vielzahl ethnischer Restaurants mit bestem chinesischen, französischen, griechischen oder deutschen Spezialitäten. Die Völker Chicagos sorgen für multikulturelle Atmosphäre. Chicago ist eine aufregende Stadt. Wer sie erwandert und bestaunt hat, wird das ungerechte Negativimage nie verstehen.

FRIEDERICH MIELKE*

* dieser Text ist ein Artikel aus einer leider nicht bekannten Zeitschrift

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Details

Titel
Chicago. Zentrum für Wirtschaft und Verkehr
Autor
Jahr
2000
Seiten
3
Katalognummer
V96766
Dateigröße
670 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Chicago
Arbeit zitieren
Kristian Poppe (Autor), 2000, Chicago. Zentrum für Wirtschaft und Verkehr, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/96766

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