W. H. Goodenoughs Konzeption einer semantischen Komponentialanalyse am Beispiel von Verwandtschaftsbezeichnungen


Hausarbeit (Hauptseminar), 1997
35 Seiten, Note: 1

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vorinformationen
2.1. W. H. Goodenough
2.2. Truk

3. Verfahren
3.1. Datenerhebung
3.2. Darstellungsverfahren
3.2.1. Liste 6 Exkurs: Terminologie
3.2.2. Stammbaum
3.2.3. Komponentialanalyse

4. Schluß

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Merkmalsemantik stellt - neben der Prototypensemantik - eines der grundlegenden, etablierten Konzepte innerhalb der lexikalischen Se- mantik dar. Die wichtigste Methode, derer sich die Merkmalsemantik bedient, die sogenannte Komponentialanalyse, hat sich dabei aus zwei unterschiedlichen sprachwissenschaftlichen Richtungen entwickelt. Wegweisend waren zum einen die „European post-Saussureans“1 wie etwa Louis Hjelmslev und auf der anderen Seite die amerikanische Ethnologie, vor allem Ward H. Goodenough2 und Floyd G. Lounsbury3, die sich beide im Rahmen der ‘Kinship-Semantik’ mit Kompo- nentialanalyse beschäftigt haben.

Goodenough gilt allgemein als Begründer dieser Methode, seine Arbeiten werden dementsprechend als „the beginning of ‘componential analysis’ of meaning in the form in which it was subsequently appropriated in linguistics“4 bezeichnet. Er hat damit ein grundlegendes Verfahren gefunden, das sowohl in der etablierten Sprachwissenschaft als auch in der Ethnolinguistik zur Anwendung kommt.

Seine Beschreibungsmethode semantischer Inhalte wird häufig hoch gelobt, etwa als „a powerful semantic analytic procedure“5 im Range einer „standard ethnographic technique“1. Demgegenüber kommt Eugene Hunn zu einer eher kritischen Bewertung der Kompo- nentialanalyse, vor allem im Rahmen der Verwandtschaftsbezeichnun- gen: „The goal was to define each kin term as a logical conjunction (set intersection) of features. However, the componential paradigm proved inadequate for this task - and entirely inappropriate for analyzing other domains, such as color, biology, illness, emotion, and personality.“2

Meist jedoch wird Goodenoughs Ansatz - ähnlich wie der Lounsburys - recht wertneutral als eine Art linguistisches Instrumentarium für weitere Untersuchungen angesehen, das als „modern method of componential analysis“3 beispielsweise in der Universalienforschung weithin genutzt und wenig hinterfragt wird.

Ich möchte nun im Rahmen dieser Arbeit Goodenoughs Ansatz vorstellen; im wesentlichen beziehe ich mich dabei auf seinen Aufsatz aus dem Jahre 1956, in dem er seine grundlegenden Theorien umfassend dargestellt hat.

2. Vorinformationen

2.1. W. H. Goodenough

Ward Hunt Goodenough (geb. 1919) ist in erster Linie Ethnologe; als solcher hat er einige Jahre (1947 und 1964/65) bei den Truk, einer in Mikronesien beheimateten Ethnie, zugebracht und dabei deren Ver- wandtschaftssystem genauer untersucht. In den Jahren 1966 - 1970 fungierte er als Herausgeber der Zeitschrift American Anthropologist.

Obwohl Goodenoughs Arbeit zunächst hauptsächlich von einem ethnologischen Forschungsschwerpunkt geprägt ist, sind die Ergebnisse seiner Untersuchungen sowohl von ethnologischem als auch von lin- guistischem Interesse. Beide Wissenschaften haben sich immer wieder mit der Beschreibung von Verwandtschaft und Verwandtschaftsbe- zeichnungen beschäftigt. So verdeutlicht beispielsweise Ernst Wilhelm Müller die herausragende Rolle, die die Beschreibung von unterschied- lichen Verwandtschaftssystemen im Rahmen der Sozialethnologie ein- nimmt:

„In der Sozialethnologie haben die sozialen Beziehungen, die auf der Verwandtschaft beruhen, eine besondere Beachtung gefunden. Das hängt damit zusammen, daß Verwandtschaft das Idiom ist, mit dem in allen Gesellschaften ein erheblicher Teil der Sozialrelationen ausgedrückt wird.“1

Joseph Greenberg verweist gleichfalls auf den wissenschaftlichen Wert der Untersuchung von Verwandtschaftsbezeichnungen als Bindeglied zwischen Anthropologie und Linguistik:

„The study of kinship terminology thus constitutes a major link between the linguists, a highly specialized group all too prone to develop their field in an esoteric and at times even unintelligible manner in isolation from the rest of anthropology, and those more general theorists concerned with that most central of anthropolo- gical topics, the manner in which man organizes his social existence.“2

Goodenough ist sich dieser besonderen Bedeutung, die der Untersuchung der Verwandtschaftsterminologie im Spannungsfeld zwischen Linguistik und Ethnologie zukommt, durchaus bewußt. Deshalb sucht er nach einem Instrumentarium, um die Verwandtschaftsbezeichnungen verschiedener Ethnien sowohl anthropologisch als auch linguistisch angemessen beschreiben zu können.

Er bemängelt in diesem Zusammenhang allerdings den oft eth- nozentristisch geprägten Forschungsansatz früherer Arbeiten: „We have been victims of our ethnocentrism [...]“1. Hier ist die eigene Kultur häufig als eine Folie gesehen worden, vor der sich die fremde Kultur - meist ¢negativ¢ bzw. ¢weniger komplex¢ - abzuheben schien.

Demgegenüber versucht Goodenough, mit Hilfe eines objekti- vierbaren, analytisch-wissenschaftlichen Verfahrens zur Beschreibung von Verwandtschaftsbezeichnungen den Gefahren eines ethnozentristischen, also oft vorurteilsbehafteten und letztendlich die Ergebnisse verfälschenden Wissenschaftsverständnisses zu entgehen.

2.2. Truk

2 Es scheint mir angebracht, an dieser Stelle einige kurze Informationen über die geographische Lage und die politisch-geschichtliche Situation der Truk Inseln und der von Goodenough untersuchten dort lebenden Ethnie zusammenzufassen.

Die Gruppe der Truk-Inseln gehört zu den Karolinen und besteht aus zehn größeren und zahlreichen kleineren Inseln. Im Jahre 1987 lebten dort auf 118 km2 rund 36.500 Einwohner. Um die Inselgruppe der Karolinen gab es lange Streitigkeiten zwischen den Kolonialmächten Spanien, Deutschland und Japan. Im Zweiten Weltkrieg fand hier eine der heftigsten Seeschlachten zwischen Japanern und Amerikanern statt. Die Japaner hatten auf Truk ihre größte Militärbasis außerhalb Japans eingerichtet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Karolinen - und damit auch die Truk-Inseln - amerikanisches Treuhandgebiet.

3. Verfahren

3.1. Datenerhebung

Goodenough hat sich in mehreren Arbeiten mit dem Thema Verwandt- schaftsbezeichnungen beschäftigt, wobei sein Interesse sowohl der Verwandtschaftsterminologie der Truk als auch den entsprechenden Begriffen des amerikanischen Englisch galt. Von Bedeutung sind aller- dings die unterschiedlichen Erhebungstechniken, nach denen der Autor vorgegangen ist.

Bei der Auflistung der bei den Truk existierenden Verwandt- schaftstermini hat Goodenough in erster Linie Informanten befragt1. Darüber hinaus attestiert er sich selbst - zumindest bei diesem speziellen Wortschatzausschnitt - für die Sprache der Truk eine gewisse, wenn auch eher gefühlsbetonte Sachkompetenz („I had developed a subjektive feel“2 ), die ihm bei seiner Arbeit zustatten kommt. Ein wenig anders liegt der Fall bei der Beschreibung der amerikanischen Verwandt- schaftsbezeichnungen: Goodenough ist selbst Amerikaner und fungiert hier als sein eigener Informant3.

Sowohl bei der Arbeit mit Informanten als auch bei der Intro- spektion und Auswertung eigener Kenntnisse des betreffenden Wort- schatzausschnittes geht der Autor nach etablierten Befragungsmethoden vor, wie sie etwa von dem Ethnologen W. H. R. Rivers 1906 in die Ethnologie als sogenannte „genealogical method“4 eingeführt worden sind. Das durch die jeweilige Befragungstechnik erhaltene Material wird dann von Goodenough auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede hin untersucht: Er spricht sowohl von der Eruierung von „common attri- butes“5 als auch von der Aufgabe, „to contrast the set of the expression’s denotata with the sets of denotata of other expressions“6.

Die ersten Ergebnisse, zu denen Goodenough mittels dieser eta- blierten Methoden gelangt, werden von ihm im Rahmen eines ‘Verwandtschafts-Raums’ („some kind of conceptual or ideal space - call it a genealogical one“1 ) gedeutet, der in verschiedene Zellen („cells“2 ) unterteilt ist. Seine Hauptaufgabe sieht Goodenough jedoch im folgenden darin, die ganz spezifische Art und Weise der Unterteilung dieses Wortschatzausschnittes bei den Truk zu ermitteln, darzustellen und mit linguistischen Mitteln nachzuweisen. Dafür ist es nach seiner Auffassung von zentraler Bedeutung, die Verwandtschaftsbezeichnungen der Truk als ein „system of terms“3 zu begreifen.

Daß Goodenough nach systematischen Zusammenhängen sucht, zeigt sich auch an der Frage, die er seiner Arbeit gewissermaßen als Grundfrage voranstellt: „What does one have to know about A and B in Truk in order to say that A properly refers to B as semey rather than as iney, pwiiy, feefiney, mw áá ni, neyi, éé sey, or pw ú n ú wey ?“4 Das läßt sich als Frage nach dem systematischen Verhältnis zweier Entitäten innerhalb einer geordneten Struktur verstehen.

Als theoretische Grundlage seiner Ausführungen verweist Goodenough sowohl auf ethnologische als auch auf linguistische ‘Klassiker’. So beruft er sich beispielsweise auf die acht von Alfred L. Kroeber5 1909 in die ethnologische Forschung eingeführten (und später von George P. Murdock6 auf neun erweiterten) Kriterien zur Untersuchung von Verwandtschaftsbezeichnungen:

„(1) ‘the difference between persons of the same and of separate generation,’ (2) ‘the difference between lineal and collateral rela- tionship,’ (3) ‘difference of age within one generation,’ (4) ‘the sex of the relative,’ (5) ‘the sex of the speaker,’ (6) ‘the sex of the person through whom [the] relationship exists,’ (7) ‘the distinction of blood relatives from connections by marriage,’ (8) ‘the condi- tion of life of the person through whom the relationship exists.’“1

Im Rahmen der linguistischen Grundlagen, vor allem im Bereich der verwendeten Terminologie, bezieht sich Goodenough u.a. auf Charles Morris, Leonard Bloomfield, Joseph H. Greenberg und Eugene A. Nida2. Auch hier ist die Absicht deutlich erkennbar, an ein Wissen- schaftsverständnis anzuknüpfen, das den jeweiligen Forschungsgegen- stand in einem systematischen, strukturalistischen Zusammenhang be- trachtet.

3.2. Darstellungsverfahren

3.2.1. Liste

Es gibt eine Reihe grundsätzlich verschiedener Verfahren, ein Ver- wandtschaftssystem darzustellen. Die einfachste (und älteste) Methode besteht aus einer Auflistung sämtlicher relevanter Termini. Dabei wer- den die (durch Befragung oder Introspektion) gefundenen Lexeme aufgelistet und anschließend einer Gruppe von Inhalten gegenüberge- stellt.

Dieses Verfahren verwendet auch Goodenough. Dabei nutzt er die in der englisch-amerikanischen Ethnologie gebräuchlichen „primitive symbols“3: Fa (father), Br (brother), Mo (mother), Si (sister), So (son), Da (daughter), Hu (husband), Wi (wife) und Sp (spouse) sowie aus diesen Elementen zusammengesetzte Kombinationen wie FaSiSo (father’s sister’s son).

Mit Hilfe dieses Verfahrens beschreibt Goodenough beispiels- weise den Inhalt des Lexems semej, das aus den Morphemen *sama und dem „suffixed possessive pronoun“1 *ji besteht, folgendermaßen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Entsprechende Auflistungen werden auch für die übrigen 13 gefundenen Verwandtschaftslexeme der Truk angegeben.

In diesem Zusammenhang ist es vielleicht angebracht, auf ein Problem hinzuweisen, das allerdings vorwiegend in einem ethnologi- schen Forschungszusammenhang von Interesse ist: Einem Laien wird es in der Regel unproblematisch erscheinen, festzulegen, welche Personen mit Begriffen wie ‘Ehemann von ...’ bzw. ‘Ehefrau von ...’ (spouse; husband; wife) belegt werden können. Doch gerade das Phänomen der Ehe (ähnliches gilt etwa für das der Elternschaft) wird in vielen Ethnien völlig unterschiedlich beschrieben.

Goodenough bemüht sich bei seinen Untersuchungen um uni- versale und objektivierbare Kriterien zur Beschreibung dieser Phäno- mene. Er führt deshalb in die Forschung das Konzept der „rights and duties“3 ein, die eine Person in bezug auf eine andere hat, z. B. im Be- reich der Vermögensverwaltung. Aus diesem Grund kommt Goodenough auch zu einer recht umfangreichen Definition des Begriffs ‘ marriage ’:

„I would myself define marriage, then, as a transaction and resul- ting contract in which a person (male or female, corporate or in- dividual, in person or by proxy) establishes a continuing claim to the right of sexual access to a woman - this right having priority over rights of sexual access others currently have or may subse- quently acquire in relation to her (except in a similar transaction) until the contract resulting from the transaction is terminated - and in which the woman involved is eligible to bear children.“1

Eine solche Definition ermöglicht es Goodenough, die genannten ‘primitive symbols’ nicht nur für die Darstellung der Verwandtschafts- verhältnisse einer einzelnen Ethnie zu nutzen, sondern sie gleichzeitig zur Grundlage eines zu entwickelnden, allgemeingültigen semantischen Konzeptes zu machen.

Bevor nun andere Methoden der Darstellung von Verwandtschaftsverhältnissen vorgestellt werden sollen, die möglicherweise etwas übersichtlicher erscheinen und die darüber hinaus den Systemcharakter dieses Wortschatzausschnittes deutlicher zutage treten lassen könnten, möchte ich einen kurzen Exkurs zu der von Goodenough in seiner Arbeit verwendeten Terminologie einfügen.

Exkurs: Terminologie

Bei seiner Darstellung der Verwandtschaftsbezeichnungen der Truk ordnet Goodenough alle von ihm gefundenen und aufgelisteten Lexeme bestimmten Inhalten zu. Dafür bedient er sich - unter Berufung auf Charles W. Morris2 - zweier in der sprachwissenschaftlichen Forschung fest etablierter Begriffe: Zum einen benutzt er den Terminus „significatum“3, deutsch ‘Signifikat’, der sich wohl ganz grundsätzlich mit solchen Formulierungen wie ‘Bedeutung’, ‘Inhalt’, ‘Substanz’ um- schreiben läßt. Zum anderen spricht er (meist im Plural) von „denotata“4, wobei ein ‘Denotat’ sich definieren läßt als das „durch ein Zeichen bezeichnete reale Objekt in der Welt“1.

Neben diesen beiden von Morris übernommenen Termini ver- wendet Goodenough noch einen weiteren Begriff als eine Art Zwi- schengröße, nämlich den des ‘denotativen Typs’. Was mit „denotative types“2 - im Verhältnis zu Signifikaten und Denotaten - gemeint ist, läßt sich vielleicht am Beispiel der Verwandtschaftsterminologie der Truk nachvollziehen.

Das Signifikat ist der Inhalt (bzw. die Bedeutung, Substanz) bei- spielsweise des Lexems semej. Entsprechende Denotate sind die in der Welt real existierenden Objekte bzw. Personen, also Egos Vater X, sein Onkel Y, sein Onkel Z etc., wobei X, Y und Z für bei den Truk vor- kommende Eigennamen stehen sollen. Denotative Typen schließlich sind die bereits aus der Auflistung bekannten Umschreibungen wie etwa Fa, FaBr, MoBr etc.3

Goodenough verfolgt bei seiner Arbeit das Ziel, sich an Verfahren der Phonologie bzw. des sprachwissenschaftlichen Strukturalismus anzulehnen. Interessant ist in diesem Zusammenhang, daß die gesamte Ethnologie dieser Zeit sehr von den naturwissenschaftlich orientierten Methoden des Strukturalismus profitiert hat, wenn es darum ging zu ergründen, „wie soziales und geistiges Leben funktioniert und welchen Ordnungsprinzipen es gehorcht“4. Ein strukturalistisch geprägter Ethnologe wie Claude Lévi-Strauss bezieht sich dementsprechend auf Linguisten wie Jacobson, Trubetzkoj und de Saussure5.

In vergleichbarer Weise orientiert sich auch Goodenough an der Sprachwissenschaft, insbesondere an der Phonologie. Dort gibt es bestimmte Begriffshierarchien: Das Phonem ist eine abstrakte Einheit und ist durch ein jeweils charakteristisches „Merkmalbündel der distinktiven Merkmale [...] definiert“1. Ein Phon bezeichnet dagegen eine konkrete Einheit; das Allophon nimmt eine Zwischenstellung ein.

Goodenough konstruiert nun eine Parallele zwischen Phonologie und Semantik und schlägt dazu drei entsprechende Begriffe für die Semantik vor: Er nennt die abstrakten Einheiten der Semantik „sememes“2 (dt. ‘Sememe’), die konkreten Einheiten heißen bei ihm „seme“3 (‘Sem’), und für die Zwischengröße wird der Terminus ‘Allosem’ („allosemes“1 ) vorgeschlagen.

Gleichzeitig stellt Goodenough eine Beziehung her zu den von ihm bereits zuvor (in Anlehnung an Morris) eingeführten Begriffen ‘Signifikat’, ‘Denotat’ und ‘denotativer Typ’. Demnach ist das Semem gleichzusetzen mit dem Signifikat, das Sem entspricht dem Denotat, und die Alloseme bezeichnen das gleiche wie die denotativen Typen. Durch diese Gleichsetzung hat Goodenough sein vorher postuliertes Ziel erreicht: Er hat Hierarchien aufstellen können, die denen der Phonologie (bzw. der Sprachwissenschaft allgemein) nachgebildet sind, und so die strukturelle Parallele zwischen Phonologie und Semantik nachgewiesen.

3.2.2. Stammbaum

Goodenough hat in seiner Arbeit versucht, die Verwandtschaftstermi- nologie der Truk in Form einer Liste darzustellen. Es wird dabei aller- dings deutlich, daß dieses Verfahren für den heutigen Betrachter nicht sehr überzeugend wirkt: Der besondere Charakter dieses Wort- schatzausschnittes, nämlich sein systematischer Aufbau, läßt sich mei- ner Ansicht nach durch eine reine Auflistung nicht angemessen wie- dergeben.

Eine geeignetere Methode scheint mir die Darstellung der Ver- wandtschaftsterminologie in Form eines Stammbaums bzw. als soge- nanntes „Verwandtschaftsdiagramm“2 zu sein. Auch wenn Goodenough selbst dieses Darstellungsverfahren bei seiner Arbeit nicht verwendet hat, bietet diese Methode dennoch deutliche Vorteile gegenüber anderen Versuchen der Schematisierung von Verwandtschaftsbezeichnungen.

Die Darstellung von Verwandtschaftsverhältnissen und den ent- sprechenden Bezeichnungen in Form eines Stammbaums ist ein Ver- fahren, das auch für ‘Nicht-Ethnologen’ relativ leicht verständlich ist, weil es hilft, die oft ziemlich komplexen Beziehungsgeflechte im Ver- wandtschaftssystem einzelner Ethnien auf eine anschauliche Weise auf- zuzeigen. Zudem bietet ein Verwandtschaftsdiagramm eine Art univer- sell gültiges Raster von möglichen Verwandtschaftspositionen, das sich recht einfach mit den entsprechenden Lexemen des zu untersuchenden Wortschatzausschnittes ‘füllen’ läßt.

Den eigentlichen Wert einer Darstellung von Verwandtschaftsbezeichnungen in der Form eines Stammbaums sehe ich jedoch nicht in erster Linie in einem möglichen linguistischen Erkenntnisgewinn, sondern eher grundsätzlich darin, daß leichter erkennbar wird, wie eine bestimmte Ethnie das System ihrer Verwandtschaftsbezeichnungen - oft auf eine uns überraschend fremde Weise - ‘organisiert’.

Bei meinem Versuch, das Verwandtschaftssystem der Truk in Form eines Stammbaums darzustellen1, habe ich mich zum besseren Verständnis der wesentlichen Fakten auf lediglich fünf der vierzehn von Goodenough gefundenen Lexeme beschränkt: Lexem 1 ‘ semej ’, Lexem 2 ‘ jinej ’, Lexem 3 ‘ pwiij ’, Lexem 4 ‘ mwegejej ’ und Lexem 5 ‘ neji ’ 2 .

Diese Begrenzung des vorgestellten Wortschatzausschnittes soll vor allem dazu dienen, einen guten Überblick über das Verwandt- schaftssystem der Truk zu liefern. Viele der von mir nicht behandelten Lexeme werden beispielsweise nur in besonderen Situationen verwen- det. So bin ich etwa exemplarisch von der Darstellung des Verwandt- schaftssystems aus der Sicht eines männliches Ego ausgegangen. Wäre ein weibliches Ego als Grundlage gewählt worden, hätte diese Person zum Teil andere Lexeme zur Bezeichnung der gleichen Verwandt- schaftsbeziehungen benutzt.

Die Beschränkung auf lediglich fünf Lexeme läßt also bestimmte situationsabhängige Faktoren außer acht und soll eher dazu dienen, das der Bezeichnung von Verwandtschaftsverhältnissen zugrundeliegende Prinzip zu verdeutlichen, nicht etwa alle Einzelheiten und Besonderhei- ten.

In der schematischen Darstellung verwende ich die in der Eth- nologie etablierten Beschreibungssymbole, wie sie etwa im Herder Lexi- kon Ethnologie aufgeführt werden1. So bezeichnen Kreise Frauen, Dreiecke Männer; ein Gleichheitszeichen bedeutet ‘ist verheiratet mit’ (Allianz); ein Längsstrich verdeutlicht die Abstammung, also ‘ist Kind von’ bzw. ‘sind Eltern von’; Querstriche deuten ein Geschwisterver- hältnis an. Gleiche Zahlen schließlich bedeuten, daß in den entspre- chenden Fällen das gleiche Lexem zur Anwendung kommt.

Nun zur genaueren Beschreibung des Stammbaums: Wie schon oben erwähnt bin ich bei der Darstellung der Verwandtschaftstermino- logie der Truk von einem männlichen Ego (vgl. in der Abbildung 1 die Position E in der dritten Ebene) als Grundlage ausgegangen. Betrachtet man nun die oberhalb von Ego befindliche Ebene 2, so stellt man fest, daß die Eltern von Ego mit den Lexemen 1 (semej) und 2 (jinej) be- zeichnet werden. Interessant ist dabei, daß auch sämtliche anderen Verwandten auf dieser Ebene 2, also die Onkel und Tanten von Ego, unabhängig davon, ob sie blutsverwandt oder angeheiratet sind, mit denselben zwei Lexemen semej und jinej bezeichnet werden. Auf die Großeltern von Ego (Ebene 1) sowie alle weiteren Verwandten auf die- ser Ebene werden ebenfalls diese beiden Lexeme semej und jinej an- gewandt. Die Kinder von Ego (Ebene 4) werden unabhängig vom Ge- schlecht mit dem Lexem 5 (neji) benannt.

Bis hierher wirkt das Verwandtschaftssystem der Truk relativ ein- fach; auf der dritten Ebene des Stammbaums lassen sich allerdings komplexere Strukturen aufzeigen: So werden die Brüder von Ego mit dem Lexem 3 (pwiij) bezeichnet, die Schwestern mit dem Lexem 4 (mwegejej). Diese beiden Lexeme pwiij und mwegejej (3 bzw. 4) wer- den auch für die meisten anderen ‘gleichaltrigen’ Verwandten benutzt, die sich auf Ebene 3 befinden.

Von dieser Regel gibt es allerdings zwei Ausnahmen: Zum einen werden die Kinder der Schwester des Vaters von Ego (auf der rechten Seite des Stammbaums) mit den Lexemen 1 und 2 (semej und jinej) bezeichnet, also genauso wie die Eltern und Großeltern. Ein Grund dafür ist möglicherweise darin zu sehen, daß im Sozialgefüge der Truk die Mitglieder einer ganz bestimmten Gruppe von Verwandten besonders ‘wichtig’ sind. Bei dieser Gruppe handelt es sich um den matrilinearen Zweig der väterlichen Verwandtschaft.1. Selbst in den folgenden Generationen der Kinder und Kindeskinder (Ebenen 4 und 5) wird diese Personengruppe mit den einen gewissen sozialen ‘Respekt’ ausdrückenden Lexemen semej und jinej angesprochen.

In der Ethnologie werden diese mit Ego ‘gleichaltrigen’ Kinder der Vaterschwester als „cross cousins“2 bezeichnet, im Gegensatz zu den Kindern des Vaterbruders, den „parallel cousins“3. Diese Einteilung der Cousins/Cousinen von Ego in zwei Gruppen hat in vielen Ethnien Einfluß auf die Heiratsregeln, insofern als cross cousins häufig als bevorzugte potentielle Ehepartner gelten.

Bei den Truk gestaltet sich diese Unterscheidung jedoch noch etwas komplizierter: Zu den nicht besonders bevorzugten parallel cou- sins gehören ebenso wie die Vaterbruderkinder auch die Mutterschwe- sterkinder, die bei den Truk alle mit den ‘unmarkierten’ Begriffen pwiij und mwegejej (3 bzw. 4) bezeichnet werden. Die Mutterbruderkinder (auf der linken Seite des Stammbaums) jedoch werden, obwohl sie ebenfalls - im ethnologischen Sinne - zu den cross cousins gehören, keineswegs bevorzugt, sondern im Gegenteil im sozialen Sinne ‘herabgestuft’, d.h. mit den Kindern von Ego auf eine Stufe gestellt, und mit dem ‘geschlechtslosen’ Lexem 5 (neji) bezeichnet. Das wiederum könnte darauf zurückzuführen sein, daß diese Personen zu der patrilinearen Verwandtschaft der Mutter gehören, die möglicherweise als die ‘unwichtigste’ Gruppe im Verwandtschaftsgefüge der Truk gilt4.

In der Ethnologie ist es allerdings durchaus umstritten, ob es bei der Beschreibung eines Verwandtschaftssystems einer bestimmten Eth- nie überhaupt angebracht ist, zwischen sozial ‘wichtigen’ und ‘unwichtigen’ Gruppierungen von Personen zu unterscheiden. Auch ist man sich nicht sicher, ob ein solcher Statusunterschied zwischen Individuen verschiedener sozialer Gruppen sich auch im Bezeichnungssystem einer Ethnie widerspiegelt. Goodenough bezieht zu diesem Themenkomplex eindeutig Stellung, wenn er schreibt:

„It is generally assumed by anthropological students of social or- ganization today that there is close (if not perfect) congruence of the distribution of different kinds of role relationship among kinsmen with the grouping of these kinsmen into categories signified by the several kinship terms. While there is a tendency to oversimplify the nature of this relationship and to assume, perhaps, a higher degree of near congruence than actually obtains, some kind of functional relationship between social roles and the terminology of social classifcation can be regarded as axiomatic.“1

3.2.3. Komponentialanalyse

Bislang wurden zwei Methoden erläutert, wie Verwandtschaftssysteme dargestellt werden können, nämlich entweder in Form einer Auflistung oder stärker schematisch in Gestalt eines Stammbaumes. Goodenough versucht nun die Darstellung von Verwandtschaftsbeziehungen auf eine neue Art und Weise mit Hilfe der von ihm entwickelten Komponenten- analyse.

Er orientiert sich dabei - wie schon oben erwähnt - an den Ver- fahren der Phonologie. Dort werden Phoneme anhand bestimmter Pa- rameter beschrieben; Konsonanten beispielsweise nach Artikulationsort, Artikulationsart und Stimmhaftigkeit. Einem bestimmten Phonem lassen sich jeweils eine von mehreren möglichen Ausprägungen dieser drei Parameter zuordnen; so wird das Phonem /p/ als bilabial (Artikulationsort), plosiv (Artikulationsart) und stimmlos (Stimmhaftigkeit) charakterisiert. Von diesem unterscheidet sich das Phonem /b/ nur in einem Parameter, nämlich der Stimmhaftigkeit; alle anderen Merkmale sind identisch.

Ein ähnliches Verfahren wendet Goodenough nun auch zur Beschreibung von Verwandtschaftsbezeichnungen bei den Truk an. Er sucht hier ebenfalls nach bestimmten Parametern - er spricht von Kriterien („criteria“2 ) -, die die exakte Beschreibung der Bedeutung eines Lexems ermöglichen sollen.

Bei seiner Arbeit ermittelt Goodenough insgesamt neun Kriterien (A - J), die an dieser Stelle vorgestellt werden sollen. Zu diesen neun Kriterien gehören nicht nur diejenigen vier, die zur Differenzierung der bisher im Rahmen dieser Arbeit vorgestellten fünf Lexeme aus dem Bereich der engsten Familie erforderlich waren, sondern auch solche Kriterien, die von Goodenough zur Unterscheidung sämtlicher 14 bei den Truk gefundenen Verwandtschaftsbegriffe benötigt werden.

Das Kriterium A ist in erster Linie von prinzipieller Bedeutung, erweist sich aber trotz seiner vermeintlichen Selbstverständlichkeit dennoch als notwendig: Alle vorgestellten Lexeme entstammen dem Bereich der Verwandtschaft, und diese Gemeinsamkeit wird in der Sprache der Truk mit dem Begriff „ tefej3 umschrieben. Entsprechend kommt das Merkmal A allen Lexemen zu, die geeignet sind zur Bezeichnung von Personen, die mit Ego verwandt sind, d.h. die die Eigenschaft „of being tefej to ego“1 besitzen.

Ein solches absolut grundsätzliches Kriterium scheint u.a. nötig zu sein, um etwa Homonyme und Metaphern bei der Behandlung eines Wortschatzausschnittes ausschließen zu können. Ähnlich ‘grundsätzlich’ geht beispielsweise auch Bernard Pottier bei seiner semantischen Klassi- fikation von Sitzmöbeln vor, wenn er als erstes grundlegendes Unterscheidungskriterium postuliert, eine Sitzgelegenheit sei etwas, das dem Zwecke des Sich-darauf-Setzens dient: „pour s’asseoir“2.

Der Parameter B bezeichnet bei Goodenough die Zugehörigkeit einer Person zu einer bestimmten ‘Generation’, womit jedoch nicht das gleiche gemeint ist, was üblicherweise, insbesondere von ethnologischen Laien, darunter verstanden wird. Im allgemeinen ist die Vorstellung von einer Generation vor allem durch das Merkmal der relativen Gleichaltrigkeit von Verwandten gekennzeichnet: Alle Mitglieder der Großelterngeneration (also je nach Verwandtschaftssystem die Großel- tern, deren Geschwister, die jeweiligen Ehepartner etc.) sind etwa gleich alt; dasselbe gilt für die Elterngeneration, Egos eigene Generation, die Generation der Kinder von Ego und alle weiteren Generationen. Entsprechend kann von jedem Verwandten von Ego angegeben werden, ob er oder sie einer älteren, der gleichen oder einer jüngeren Generation angehört.

Auch Goodenough unterscheidet bei seinem Konzept der Generationszugehörigkeit nach diesen drei möglichen Ausprägungen: ‘B1 senior’ (also einer älteren Generation zugehörig), ‘B2 same’(gleichaltrig) und ‘B3 junior’ (jünger)1. Gemeint ist damit jedoch etwas durchaus anderes. Hier geht es nicht in erster Linie um das Merkmal des tatsächlichen (relativen) Alters einer Person, sondern um die Zugehörigkeit des oder der Verwandten zu einer ganz bestimmten Gruppe innerhalb des Sozialgefüges der Truk.

Die Lexeme 1 und 2 (semej bzw. jinej) beispielsweise bezeichnen bei den Truk Familienmitglieder, denen - im sozialen Sinne - viel Respekt entgegengebracht wird. Dabei kommt es nicht darauf an, wie alt diese Verwandten im Verhältnis zu Ego sind; sie können - wie die Eltern und Großeltern von Ego - älter, aber ebenso auch gleichaltrig oder sogar jünger als Ego sein, sofern sie einer bestimmten Abstam- mungslinie angehören und deshalb einen hohen sozialen Rang einneh- men.

Auf diese spezielle Situation bei den Truk überträgt Goodenough das Konzept der Generation in einer ganz besonderen Art und Weise: Nach seinem Verständnis ist jeder Verwandte, der eine höhere soziale Stellung einnimmt als Ego, bei den Truk ein Mitglied der ‘älteren’ Ge- neration und wird deshalb mit den Lexemen semej bzw. jinej (Kategorie B1) bezeichnet; ein Vertreter der mit den Lexemen pwiij bzw. mwegejej angesprochenen ‘Gleichaltrigen’ (Kategorie B2) genießt das gleiche Ansehen wie Ego; ein Angehöriger der ‘jüngeren’ Generation schließlich (Kategorie B3) steht im Sozialgefüge der Truk tiefer als Ego und wird mit dem Lexem neji bezeichnet, selbst wenn es sich um Mutterbruderkinder handelt, die genau so alt sind wie Ego.

Zwei weitere Kategorien setzt Goodenough nun ein, um nach dem Geschlecht einer durch ein bestimmtes Lexem bezeichneten Person zu differenzieren. So unterscheidet Kategorie C nach dem absoluten Geschlecht (C1 = männlich, C2 = weiblich), während die Kategorie E2 nach dem relativen Geschlecht trennt. Dabei bezieht sich der Wert E1 auf gleichgeschlechtliche und der Wert E2 auf gegengeschlechtliche Verwandte im Verhältnis zu Ego. Diese Unterscheidung nach dem rela- tiven Geschlecht wird bei dem Verwandtschaftssystem der Truk benötigt zur komponentiellen Beschreibung der Lexeme 3 und 4 (pwiij bzw. mwegejej). Das Kriterium F dient zur begrifflichen Trennung blutsverwandter (F1) und angeheirateter Verwandter (F2).

Die Komponente D hingegen klassifiziert das Verhältnis zwi- schen Ego und einem ‘gleichaltrigen’ gleichgeschlechtlichen Verwand- ten danach, ob das Verhältnis zu der die Verwandtschaft begründenden matrilinearen Abstammungslinie symmetrisch (D1) oder asymmetrisch (D2) ist, d.h. ob beide Verwandten zu der genannten Linie die gleiche Verbindung (blutsverwandt oder angeheiratet) aufweisen, oder ob sie sich in diesem Punkt unterscheiden. Das Verwandtschaftsverhältnis bei- spielsweise zwischen einem männlichen Ego und seinem Bruder wird über die Mutter begründet; beide haben gegenüber dieser Linie die gleiche Verbindung der Blutsverwandtschaft. Demgegenüber ist das Verhältnis zwischen Ego und dem Ehemann der Schwester zwar eben- falls über die Mutter als der verbindenden matrilinearen Linie etabliert, aber es ist ein asymmetrisches Verhältnis; denn der Ehemann der Schwester steht zu dieser Linie - im Gegensatz zu Ego als Bruder - in einem angeheirateten Verhältnis. Wenn beide Verwandten zu der genannten Linie im Verhältnis des Angeheirateten stehen (etwa Ego und ‘WiSiHu’, also der Ehemann der Schwester der Frau von Ego), dann gilt deren Beziehung ebenso als ‘symmetrisch’ (D1) wie in dem Falle des Verhältnisses der beiden blutsverwandten Brüder.

Die siebente von Goodenough gefundene Komponente G dient zur Unterscheidung danach, ob ein Familienmitglied älter (G1) oder jünger (G2) ist als Ego.

Mit Hilfe des Parameters H werden verschiedene Gruppen von Verwandten bei den Truk unterschieden; dabei geht es um die Zugehö- rigkeit eines oder einer Verwandten zu bestimmten matrilinearen Ab- stammungszweigen im Verhältnis zu Egos eigener Gruppe: „H1 member of ego’s group, H2 member of ego’s father’s group, and H3 member of neither group“1.

Das neunte und letzte Kriterium J unterscheidet unter den Angehörigen der ‘älteren’ Generation nach unmittelbaren Vorfahren von Ego in linearer Abstammung (J1) und solchen Verwandten, die nicht in linearer Verwandtschaft (J2) zu Ego stehen.2

Mit diesen neun vorgestellten Komponenten gelingt es nun Goodenough, die Lexeme zur Bezeichnung von Verwandtschaftsbezie- hungen bei den Truk semantisch zu beschreiben. Dabei kommt er als Ergebnis zu einer Art rudimentärer ‘Matrix’ der semantischen Kom- ponenten aller aufgeführten Lexeme; für die Darstellung dieser Matrix beschränkt sich Goodenough allerdings auf eine Auflistung der gefun- denen Merkmale eines Lexems. So beschreibt er beispielsweise das Lexem semej im Vergleich zu dem Lexem jinej folgendermaßen:

„semej AB1C1

jinej AB1C2“1

Hier wird der Wert dieser formalisierenden Art der Darstellung deutlich: Die beiden Lexeme semej und jinej bezeichnen jeweils Personen aus dem Bereich der Verwandtschaft (Kriterium A), und die durch die genannten Begriffe gekennzeichneten Personen gehören beide der ‘älteren’ Generation an (Kriterium B1). Die beiden Lexeme unterschei- den sich jedoch hinsichtlich des dritten Kriteriums ‘Geschlecht’: semej (C1) bezeichnet einen Mann, jinej (C2) eine Frau.

Durch diese Form der Symbolisierung gelingt Goodenough zweierlei: Zum einen werden die semantischen Übereinstimmungen und Unterschiede zwischen verschiedenen Lexemen deutlich; zum anderen gelingt es, den oft komplexen Systemcharakter innerhalb der Verwandtschaftsterminologie zu veranschaulichen. Zum wiederholten Male beruft sich der Autor dabei auf die Vorbildfunktion, die die Pho- nologie für die Entwicklung seiner Vorstellungen gehabt hat:

„Our notation for writing sememes, crude as it is in its present form, is a method for symbolizing speech forms. Such concept forms as AB2D1E1 (pwiij) are structurally analogous to morphemes. The structural phonological relationship of English pet and bet, for example, paralleles the structural conceptual relationship of AB1C1 (semej) and AB1C2 (jinej).

According to the distinction customarily drawn between ideo- graphic and phonemic writing, the written form AB1C2 is an ideogram; it stands for an ‘idea’ rather than for spoken sounds. From a functional point of view, however, any spoken word in a language is like an ideogram, because it, too, stands for an idea. The advantage of phonemic writing is that the structure of the written forms reflects the structure of the corresponding spoken forms. Our notation functions for concepts in the same way as phonemic notation for speech.“1

Goodenough hat sich - als Ethnologe - bei seiner semantischen Differenzierung der Lexeme innerhalb des Verwandtschaftssystems der Truk vor allem nach ethnologischen Kriterien gerichtet. Dafür ist nach B. N. Colby ein im wissenschaftlichen Sinne umfassendes Verständnis der in einer bestimmten Ethnie vorgefundenen Situation erforderlich: „The discovery of culturally relevant components requires some advance knowledge of what to look for.“2

Derart ‘fortgeschrittene Kenntnisse’ sind natürlich besonders dann gewährleistet, wenn ein Ethnologe sich der Betrachtung der in der eigenen Muttersprache existierenden Verwandtschaftsbezeichnungen widmet. Dies hat Goodenough - als sein eigener Informant - im Jahre 1965 unternommen und seine Analyse vorgestellt. Auch hier bedient sich der Autor ethnologisch-biologischer Parameter zur Charakte- risierung einzelner Lexeme. Dazu gehört beispielsweise die Ge- schlechtszugehörigkeit, die durch ein Lexem angezeigt wird3 oder auch die Zuordnung einer durch ein Lexem bezeichneten Person zu einer bestimmten Generation4.

Zunächst referiert Goodenough die Ergebnisse eines anderen Beschreibungsansatzes von Wallace1 aus dem Jahre 1962, demzufolge die Bezeichnungen für die Kernfamilienmitglieder zwei verschiedenen Gruppen zuzuordnen sind: Während die Begriffe father, mother, son und daughter einer gemeinsamen Gruppe angehören, finden sich brother und sister (zusammen mit aunt, uncle, nephew und niece) in einer zweiten Gruppe wieder. Nach Goodenoughs Bekunden jedoch erscheint ihm die Zuordnung von brother und sister in die zweite Gruppe subjektiv nicht nachvollziehbar und dem eigenen muttersprachlichen Empfinden zu widersprechen: „Grouping them with aunt, uncle, nephew and niece just didn’t sit right.“2

Um dieses Unbehagen zu beseitigen und die beiden Lexeme brother und sister der ersten Gruppe von Bezeichnungen (gemeinsam mit father, mother, son und daughter) zuordnen zu können, nutzt Goodenough zum ersten Mal nicht nur ethnologische Kriterien zur Dif- ferenzierung dieses Wortschatzausschnittes. Er greift statt dessen zurück auf einen im engeren Sinne linguistisch geprägten Beschreibungsansatz und beruft sich auf Besonderheiten im Bereich der Wortbildung. Dazu faßt er diejenigen Lexeme zu einer Gruppe zusammen, die mit solchen Affixen (Affixoiden) wie step-, foster- und -in-law verbunden werden können. Von diesen unterscheidet er solche Bezeichnungen, die keine derartige Erweiterung zu sich nehmen, statt dessen aber mit dem Affix great- kombiniert werden können.

Diese morphologisch-linguistische (im Gegensatz zu einer rein ethnologischen) Unterscheidung führt zu einer Einteilung der Verwandtschaftsterminologie in vier Gruppen, wie Schneider in seiner kritischen Würdigung von Goodenoughs Ansatz aus dem Jahr 1965 nachweist. Demnach existieren für Goodenough „four basics sets“3 von Lexemen zur Bezeichnung von Familienmitgliedern.

Die erste Gruppe umfaßt solche Termini, die sich nur durch die Affixe step-, foster- und -in-law modifizieren lassen; ihr gehören die Lexeme father, mother, son, daughter, brother und sister an4. Die zweite Gruppe von Verwandtschaftsbezeichnungen umfaßt die Lexeme aunt, uncle, nephew and niece sowie die Zusammensetzungen grand- mother, grandfather, grandson und granddaughter. Diese Begriffe lassen sich ausschließlich durch das Morphem great- erweitern (z.B. great-aunt, great-grandmother etc.), wobei die Zahl der daraus resul- tierenden Kombinationsformen theoretisch unbegrenzt ist (great-great- ...-grandmother etc.)1.

Die dritte Gruppe besteht lediglich aus dem Lexem cousin, das sich erweitern läßt durch „the numerical adjectives first, second, third, etc., and by the expression once removed, twice removed, etc.“.1 Die vierte Gruppe von Bezeichnungen schließlich (husband und wife) kann gar nicht weiter morphologisch modifiziert werden.

Bei einem Vergleich dieser beiden Ansätze zur semantischen Dif- ferenzierung eines Wortschatzausschnittes in zwei unterschiedlichen Sprachen und Ethnien wird ein grundsätzliches Merkmal der Kompo- nentialanalyse deutlich: Ein Wortschatzausschnitt läßt sich mit Hilfe von bestimmten ‘Kriterien’ unterteilen und gliedern; dabei ist es jedoch nicht nötig, daß diese Kriterien immer demselben wissenschaftlichen Bereich entnommen werden.

Zur Analyse des Verwandtschaftssystems der Truk hat sich Goodenough eher ethnologisch-biologischer Kriterien bedient, während er bei den Verwandtschaftstermini seiner Muttersprache auch linguisti- sche Komponenten zur Differenzierung herangezogen hat. Es gibt also wohl bei der Komponentialanalyse, wie sie Goodenough vorgestellt und praktiziert hat, nicht nur eine ganz bestimmte Beschreibungsweise eines mother, son und daughter als ‘psychologisch’ gleichwertig und deshalb einer Gruppe zugehörig betrachtet werden müssen.

Wortschatzausschnittes, die ‘richtiger’ oder ‘besser’ wäre als eine andere. Vielmehr kommt es auf die zu beschreibenden Verhältnisse an, ob in erster Linie oder ausschließlich ethnologische oder aber zusätzlich weitere, beispielsweise linguistische, Kriterien bei der Untersuchung an- gewandt werden.

4. Schluß

Bei seinem Ansatz zur Beschreibung und Klassifizierung von Verwandtschaftslexemen greift Goodenough zunächst auf etablierte Verfahren aus der Ethnologie (Auflistung der semantischen Entsprechungen, Stammbaum) zurück. Er entwickelt darüber hinaus aber mit der Komponentialanalyse ein völlig neues Instrument für die Beschreibung von bestimmten Wortschatzausschnitten.

Das Grundprinzip der Komponentialanalyse ist dabei recht ein- fach und überzeugend: Die Ganzheit eines Wortschatzausschnittes wird durch die Isolierung von semantischen Komponenten gliederbar. Zwi- schen allen Einheiten (Lexemen) können im Hinblick auf das Vorhan- densein einzelner Komponenten die Relationen der Übereinstimmung bzw. des Gegensatzes bestimmt werden. Gemeinsame Merkmale be- gründen die Zuordnung verschiedener Lexeme zu derselben Kategorie, wobei eine größtmögliche Deskriptionsökonomie angestrebt wird.

Die Merkmalsemantik wurde vor allem in den 60er und 70er Jahren von der linguistischen wissenschaftlichen Öffentlichkeit breit diskutiert. Seitdem ist sie im Vergleich zu anderen semantischen Be- schreibungsansätzen etwas in den Hintergrund getreten, kommt aber auch heute noch (wenn auch vielleicht in geringerem Maße) zur An- wendung. Die Komponentialanalyse wird dabei meist gesehen als ein sprachwissenschaftliches Instrument (z. B. im Rahmen der Universa- lienforschung), das allerdings als solches in der Regel nicht weiter hinterfragt wird.

Wenn es Kritik gibt an dieser Form der Merkmalsemantik, dann bezieht sie sich meist auf Besonderheiten einzelner Anwendungen des Beschreibungsverfahrens und weniger auf allgemeine Vorbehalte. Ich möchte hier - stellvertretend für zahlreiche weitere - auf einige Einzelkritiken näher eingehen.

D. M. Schneider beispielsweise beschäftigt sich mit dem Pro- blem, die Grenzen eines Verwandtschaftssystems eindeutig festzulegen. Er konstatiert im Rahmen der Kinship-Semantik eine gewisse „fuzziness“1, die er an einem ironisch formulierten „Famous Relative syndrome“2 verdeutlicht. Demnach ist man häufig geneigt, ‘berühmte’ Personen aus dem weitesten Verwandtschaftskreis als Familienmitglie- der zu bezeichnen, während gewöhnliche ‘Nobodys’ auf derselben Verwandtschaftsposition als „too distant to count“3 betrachtet werden.

L. E. Nogles Vorbehalte gehen in eine andere Richtung. Er weist darauf hin, daß im Rahmen der Merkmalsemantik nicht notwendiger- weise diejenigen Beschreibungskriterien gesucht werden, die auch die psychologisch ‘richtige’ Sicht der einer Ethnie angehörenden Menschen wiedergeben: Ein Anthropologe - und mehr noch ein Linguist - neigt dazu, das Verwandtschaftssystem einer Ethnie nach subjektiven, der eigenen Kultur entsprechenden Kategorien zu beschreiben. Diese Vorgehensweise kann zur Feststellung von soziologisch-strukturell an- gemessenen Kriterien führen, die sich jedoch nicht unbedingt mit den psychologisch als angemessen empfundenen Kategorien der beschrie- benen Menschen decken müssen4.

Im Gegensatz zu den beiden letztgenannten Autoren hält Eugene Hunn die ‘reine’ Merkmalsemantik Goodenoughscher Prägung innerhalb der Ethnolinguistik für inzwischen wissenschaftlich überholt1. Als wesentlich überzeugender erscheint Hunn eine Weiterentwicklung der Komponentialanalyse auf der Grundlage der Arbeiten Lounsburys. Dieser Neuansatz ist 1974 von John R. Atkins unter dem Namen GRAFIK (General Relational Algebra for Investigating Kinship) in die wissenschaftliche Diskussion eingebracht worden2.

Ganz grundsätzlich wird bei der Komponentialanalyse immer wieder kritisiert, daß sie sich nicht zur Klassifizierung des Gesamtvoka- bulars einer Sprache oder auch nur zur Analyse jedes beliebigen Wort- schatzausschnittes eigne: „CA [Komponentialanalyse] is not suitable for all parts of the vocabulary“3. Es ist dabei jedoch anzumerken, daß ver- schiedene Beschreibungsmodelle in der lexikalischen Semantik ihre ‘Stärken’ jeweils bei der Differenzierung unterschiedlicher Wort- schatzausschnitte haben: So erweist sich die Komponentialanalyse vor allem bei der Beschreibung von Artefakten als überzeugend; die Proto- typensemantik dagegen scheint ein stimmiges Instrumentarium darzu- stellen, um natürliche Arten oder z.B. Farben linguistisch adäquat von- einander zu unterscheiden. Die Wortfeldkonzeption schließlich vermag vor allem abstrakte Wortschatzausschnitte (Geist, Liebe etc.) zu unter- gliedern. Es muß also wohl nicht ein Verfahren gesucht werden, das für die semantische Analyse aller möglichen Wortschatzausschnitte einer Sprache gleichermaßen überzeugt.

Im Hinblick auf die Komponentialanalyse als einem der etablier- ten Verfahren überwiegt jedoch im allgemeinen eine positive Einschät- zung. Sie wird als wichtiges, sprachwissenschaftlich überzeugendes Werkzeug begriffen, das für verschiedene linguistische Teilgebiete einen Erkenntnisfortschritt ermöglicht: Sie kann beispielsweise durch die Schaffung einer „universal metalanguage“1 im Rahmen der Überset- zungswissenschaft und besonders im Hinblick auf die Vergleichbarkeit semantischer Felder in verschiedenen Sprachen von großem Nutzen sein2.

Grundsätzlich läßt sich wohl die auf Goodenoughs Ansatz basierende Komponentialanalyse als wenig umstrittenes, ‘gebrauchsfähiges’ Verfahren bewerten. Notwendig bleibt allerdings, daß sich die Merkmalsemantik den in der Sprachwissenschaft ebenso wie in den benachbarten Wissenschaften mittlerweile gemachten Fortschritten stellt, um auch weiterhin als leistungsfähig angesehen zu werden.

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[...]


1 Lehrer 1992, S. 284.

2 Vgl. Goodenough 1956.

3 Vgl. Lounsbury 1956.

4 Gordon 1982, S. 174.

5 Osgood 1975, S. 289.

1 Ebenda, S. 289.

2 Hunn 1992, S. 423.

3 Greenberg 1990, S. 313.

1 Müller 1992, S. 151.

2 Greenberg 1990, S. 310.

1 Goodenough 1970, S. 5.

2 Bei der Bearbeitung dieses Abschnittes beziehe ich mich auf Stahn 1987.

1 Vgl. Goodenough 1970, S. 72.

2 Goodenough 1965, S. 261.

3 Vgl. ebenda, S. 260.

4 Goodenough 1956, S. 198.

5 Goodenough 1970, S. 73.

6 Ebenda, S. 73.

1 Ebenda, S. 74.

2 Ebenda, S. 74.

3 Ebenda, S. 71; Hervorhebung von mir.

4 Ebenda, S. 71; Hervorhebung im Original.

5 Vgl. Kroeber 1909.

6 Vgl. Murdock 1949.

1 Goodenough 1970, S. 70.

2 Vgl. Goodenough 1956, S. 195 ff.

3 Wallace / Atkins 1960, S. 58.

1 Goodenough 1956, S. 199.

2 Ebenda, S. 200.

3 Goodenough 1970, S. 38.

1 Ebenda, S. 12 f.

2 Vgl. Morris 1938.

3 Goodenough 1956, S. 195.

4 Ebenda, S. 198.

1 Glück 1993, S. 126.

2 Goodenough 1956, S. 197.

3 Eine zusammenfassende und geringfügig erweiterte Darstellung seiner Terminologie liefert Goodenough in einer Fußnote des Aufsatzes von 1965 (Anm. 3, S. 286).

4 Amborn 1992, S. 337.

5 Vgl. ebenda, S. 339.

2 Goodenough 1956, S. 197.

1 Glück 1993, S. 464.

3 Ebenda, S. 207.

1 Ebenda, S. 197.

2 Herder 1981, S. 151.

1 Vgl. dazu Abb. 1 im Anhang dieser Arbeit.

2 Später werden die entsprechenden Lexeme von Goodenough geringfügig anders transkribiert (vgl. Goodenough 1970, S. 71).

1 Vgl. Herder, S. 151.

1 Diese Abstammungslinie wird im Stammbaum durch eine gestrichelte Linie angedeutet.

2 Herder 1981, S. 31.

3 Ebenda, S. 161.

4 Diese Abstammungslinie wird im Stammbaum durch eine gepunktete Linie angedeutet.

1 Goodenough 1956, S. 213.

2 Goodenough 1956, S. 205.

3 Ebenda, S. 205.

1 Ebenda, S. 205; Hervorhebung im Original.

2 Pottier 1965, S. 34.

1 Vgl. Goodenough 1956, S. 205.

2 Zu Kategorie D siehe weiter unten.

1 Goodenough 1956, S. 206.

2 An anderer Stelle verwendet Goodenough, um alternative Analyseansätze vorzuführen, noch zwei weitere Kriterien K und L; vgl. Goodenough 1956, S. 211 ff.

1 Goodenough 1956, S. 206.

1 Goodenough 1956, S. 208.

2 Colby 1966, S. 9.

3 Vgl. Goodenough 1965, S. 274.

4 Vgl. ebenda.

1 Vgl. Wallace 1962.

2 Goodenough 1965, S. 260; Hervorhebung im Original.

3 Schneider 1965, S. 290.

4 Damit hat Goodenough sein vorrangiges Ziel erreicht, nämlich eine adäquate Erklärung dafür zu finden, warum brother und sister mit den Lexemen father,

1 Goodenough weist darauf hin, daß in seinem persönlichen Dialekt bei den beiden Termini nephew und niece das unmittelbar vor diesen Begriffen stehende great- durch das Morphem grand- ersetzt wird (also great-grand-nephew); vgl. Goodenough 1965, S. 268.

1 Schneider 1965, S. 290; Hervorhebung im Original.

1 Schneider 1965, S. 289.

2 Ebenda, S. 290.

3 Ebenda, S. 290.

4 Vgl. Nogle 1974, S. 41.

1 Vgl. Hunn 1992, S. 423.

2 Vgl. Atkins 1974.

3 Lehrer 1992, S. 285.

1 Lehrer 1992, S. 285.

2 Vgl. dazu Lehrer 1992, S. 285.

35 von 35 Seiten

Details

Titel
W. H. Goodenoughs Konzeption einer semantischen Komponentialanalyse am Beispiel von Verwandtschaftsbezeichnungen
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Veranstaltung
Hauptseminar "Konkurrierende Deskriptionsansätze zur lexikalischen Semantik"
Note
1
Autor
Jahr
1997
Seiten
35
Katalognummer
V96782
Dateigröße
413 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
ohne Abbildung
Schlagworte
Goodenoughs, Konzeption, Komponentialanalyse, Beispiel, Verwandtschaftsbezeichnungen, Hauptseminar, Konkurrierende, Deskriptionsansätze, Semantik
Arbeit zitieren
Anne Oppermann (Autor), 1997, W. H. Goodenoughs Konzeption einer semantischen Komponentialanalyse am Beispiel von Verwandtschaftsbezeichnungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/96782

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