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Die Frage nach dem "Ich" im Tagebuch von Max Frisch

Selbstreflexion /-fiktionalisierung zwischen fiktiven Texten

Titel: Die Frage nach dem "Ich" im Tagebuch von Max Frisch

Bachelorarbeit , 2019 , 25 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Sarah Eppinger (Autor:in)

Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Bildet sich das „Ich“ im Laufe des Schreibprozesses erst heraus oder reflektiert es sich bereits selbst im Geschriebenen? Dies soll in der Arbeit am Beispiel des ersten Tagebuchs von Max Frisch, welches in den Jahren 1946 bis 1949 verfasst wurde, untersucht werden.

Innerhalb der Literaturwissenschaft ist dem Tagebuch lange keine Aufmerksamkeit geschenkt worden. Sei es wegen der zunächst oberflächlich anmutenden Banalitäten des Alltags, die im Tagebuch Erwähnung finden oder sei es dem Umstand geschuldet, dass jeder Mensch in der Lage ist, ein solches Buch zu verfassen und der literarische Wert dementsprechend auf den ersten Blick gering sein mag. Jedoch hat sich das Interesse an diesem Alltagsgegenstand im Laufe der Zeit, genauer gesagt im 19. Jahrhundert, geändert: Man erkannte, dass das Tagebuch ganz neue literarische Perspektiven ermöglicht. Durch seine multimedialen Möglichkeiten ist es universell gestaltbar und erlaubt dem Leser eine scheinbare Nähe zum Autor, der sein Innerstes, seine Gedanken, Wünsche und Hoffnungen in diesem Buch festhält. Doch bei näherer Betrachtung muss vorsichtig mit dieser These umgegangen werden, da dies nicht ausnahmslos auf alle Arten von Tagebüchern zutrifft. Eben die bezeichnende Offenheit des Tagebuchs macht es schwer, normative Thesen über diese Art von Literatur aufzustellen. Dazu gehört auch die Frage nach dem Sprecher-Ich.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Einordnung des Tagebuch Max Frischs in den Kontext der Tagebuchliteratur

2.1 Überblick Tagebuchliteratur

2.1.1 Journal intime, Künstlertagebuch oder literarisches Tagebuch?

2.1.2 Privates versus öffentliches Tagebuch

3. Analyse des Tagebuchs

3.1 Einteilungskriterien und grundsätzliche Beobachtungen

3.2 Faktische Passagen

3.3 Beschreibende Passagen

3.4 Schriftsteller Passagen

3.5 Reflexive Passagen

3.6 Fiktionale Passagen

3.7 Mischformen

3.8 Auswertung

4. Das diaristische „Ich“: Selbstreflexion versus Selbstfiktionalisierung

4.1 Fiktion und Reflexion

4.1.1 Problematisierung innerhalb der Tagebuchliteratur: Autofiktion

4.1.2 Gegenüberstellung im Tagebuch von Max Frisch

4.1.3 Die Figur Marion – eine Projektion?

5. Fazit

6. Quellen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Konstruktion des Sprecher-Ichs in Max Frischs „Tagebuch 1946–1949“ und analysiert das Spannungsfeld zwischen autobiographischer Authentizität, reflexiver Selbstdarstellung und fiktionaler Selbstfiktionalisierung.

  • Klassifizierung des Werks im Kontext der allgemeinen Tagebuchliteratur
  • Formale und inhaltliche Analyse der verschiedenen Eintragsarten (faktisch, deskriptiv, reflexiv, fiktional)
  • Übertragung theoretischer Ansätze zur Autofiktion auf die diaristische Praxis
  • Untersuchung der Bedeutung fiktiver Projektionen am Beispiel der Figur Marion

Auszug aus dem Buch

3.6 Fiktionale Passagen

Obwohl es nur 17 sind (Narrationen, die mehrteilig sind, werden hierbei als eine Passage gezählt), nehmen die fiktionalen Einträge rein vom Umfang her ebenfalls einen großen Teil des Tagebuchs ein. Es sind auch die längsten Einträge: So zieht sich die Narration „Der Graf von Öderland“ zum Beispiel über sieben Szenen mit insgesamt 37 Seiten.

Auffällig ist auch, dass die Figur des Puppenspielers Marion im ersten Jahr des Tagebuchs in sieben Einträgen vorkommt, in fünf davon sogar in der Überschrift der Einträge, dann taucht im darauffolgenden Jahr noch ein Eintrag mit Marion („Marion und der Engel“) auf, danach verschwindet er allerdings gänzlich aus dem Tagebuch. Innerhalb der ersten beiden Jahre scheint Frisch den Charakter Marions im Verlauf des Tagebuchs zu entwickeln. Bereits der zweite Eintrag ist ihm gewidmet und schon der fünfte Eintrag des ersten Jahres ist ein „Nachtrag zu Marion“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die literaturwissenschaftliche Relevanz des Tagebuchs und definiert die Fragestellung nach der Entwicklung des Sprecher-Ichs bei Max Frisch.

2. Einordnung des Tagebuch Max Frischs in den Kontext der Tagebuchliteratur: Dieses Kapitel verortet das Werk durch eine Klassifizierung in die gängigen Formen wie Journal intime, Künstlertagebuch oder literarisches Tagebuch.

3. Analyse des Tagebuchs: Hier erfolgt eine formale statistische Aufschlüsselung der Eintragsarten, um die Struktur des Werks und das Verhältnis zwischen Fakt, Fiktion und Reflexion zu bestimmen.

4. Das diaristische „Ich“: Selbstreflexion versus Selbstfiktionalisierung: Dieser Teil diskutiert theoretische Forschungspositionen wie den „autobiographischen Pakt“ und „Autofiktion“ im Hinblick auf Frischs Text.

5. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Synthese, in der das Tagebuch als hybride Form zwischen Selbstkonstruktion und fiktionalem Experiment charakterisiert wird.

6. Quellen: Auflistung der verwendeten Sekundärliteratur und Quellen für das Tagebuch.

Schlüsselwörter

Tagebuchliteratur, Max Frisch, Sprecher-Ich, Selbstreflexion, Selbstfiktionalisierung, Autofiktion, autobiographischer Pakt, literarisches Tagebuch, Journal intime, Fiktionalität, Identität, Marion, Bildnis-Problematik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Max Frisch in seinem ersten Tagebuch ein „Ich“ konstruiert und inwieweit dieses mit seiner realen Person identisch ist oder durch literarische Fiktion geformt wird.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die Gattungstheorie des Tagebuchs, das Verhältnis von Autor und Sprecher-Ich sowie die Vermischung von autobiographischen Fakten und fiktiven Erzählungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Klärung der Frage, ob das Sprecher-Ich als authentische Abbildung des Autors oder als ein sich im Schreibprozess erst entwickelndes, fiktionales Konstrukt zu verstehen ist.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Es wird eine formale Analyse der Textstrukturen durchgeführt, kombiniert mit einer theoretischen Reflexion basierend auf Forschungspositionen zur Autofiktion und zum autobiographischen Pakt.

Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil gliedert sich in eine statistische Bestandsaufnahme der verschiedenen Passagen-Typen (faktisch, deskriptiv, reflexiv, fiktional) und eine anschließende interpretative Vertiefung der diaristischen Identität.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Untersuchung?

Die wesentlichen Begriffe sind die „Bildnis-Problematik“, „Autofiktion“, „Selbstfiktionalisierung“ sowie die „Hybridität“ der Tagebuchform.

Welche Bedeutung hat die Figur „Marion“ für die Arbeit?

Marion dient als wichtiges Fallbeispiel für eine fiktive Projektion, an der exemplarisch diskutiert wird, ob Frisch sein eigenes Ich auf diese Figur überträgt oder sie lediglich als literarisches Modell zur Veranschaulichung der Bildnis-Problematik nutzt.

Wie bewertet die Autorin das Verhältnis von Fiktion und Autobiographie bei Frisch?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass das Tagebuch eine „Entweder-Oder“-Entscheidung zwischen Authentizität und Fiktion überwindet und beide Ebenen als sich gegenseitig ergänzende Elemente einer sukzessiven Ich-Entwicklung betrachtet.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Frage nach dem "Ich" im Tagebuch von Max Frisch
Untertitel
Selbstreflexion /-fiktionalisierung zwischen fiktiven Texten
Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen
Note
1,3
Autor
Sarah Eppinger (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
25
Katalognummer
V967936
ISBN (eBook)
9783346316486
ISBN (Buch)
9783346316493
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Max Frisch Sprecher-Ich Selbstfiktionalisierung Tagebuch Tagebuchliteratur Komparatistik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sarah Eppinger (Autor:in), 2019, Die Frage nach dem "Ich" im Tagebuch von Max Frisch, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/967936
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  25  Seiten
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