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Living in Oblivion: Film als Ansammlung von Kompromissen und Enttäuschungen oder Der Kreislauf der Krise

Title: Living in Oblivion: Film als Ansammlung von Kompromissen und Enttäuschungen oder Der Kreislauf der Krise

Term Paper (Advanced seminar) , 2001 , 31 Pages , Grade: 1-2

Autor:in: Benjamin Dostal (Author)

Film Science
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Summary Excerpt Details

„Kritiker sind wie Soldaten, die in ihre eigenen Reihen schießen.“

Auf dieses Zitat von Jean- Luc Godard verweist Regisseur Tom DiCillo, als er versucht, sein Unbehagen angesichts einer anstehenden Pressevorführung seines zweiten Spielfilms Living In Oblivion zu begründen. Filmkritiker leben davon, Filme zu rezensieren, aber sie scheinen nicht zu sehen, wie schwer eine schlechte Bewertung Filme schädigen kann. DiCillo glaubt, eine negative Kritik treffe Independent Filme, wie er sie macht, härter als etwa große Unterhaltungsfilme aus Hollywood. Bei Independent Produktionen gehe es schließlich um jeden Besucher, und jeder Zuschauer, der durch einen Verriß vom Kinobesuch abgehalten wird, könnte über das Überleben unabhängiger Filmschaffender entscheiden, sowohl ökonomisch als auch künstlerisch.
Insbesondere treffe dies auf die New York Times zu, bei der eine schlechte Rezension gleichbedeutend mit dem „literally kiss of death“ wäre. So erreiche z.B. kaum ein Film, der dort schlecht bewertet wurde, eine zweite Spielwoche in New Yorker Kinos.

Ein Pessimismus, der sicher zu dem gehört, was DiCillo an anderer Stelle als „Film-maker´s frustration“ bezeichnet. Frustration darüber, daß Filme, die kaum besser oder gar schlechter sind als die eigenen, von der Presse und dem Publikum hochgejubelt, und Regisseure, die nicht besser sind als man selbst, als „Filmartists“ gefeiert werden. Zum anderen die Schwierigkeit, sich gleichzeitig für neue Filmideen zu motivieren und diese diszipliniert zu bearbeiten, wenn man spürt, daß es niemanden stören würde, wenn man morgen das Filmemachen ganz bleiben ließe. Und auch in Living In Oblivion durchlebt der im-Film-Regisseur Nick Reve eine „Filmaker´s frustration“, wenn auch in einer Art ZeitrafferVersion von nur 3, 4 Minuten. Als Nick im Auto auf seine Darsteller wartet, erzählt er dem Fahrer von seinem Alptraum und beklagt sich, „manchmal“ frage er sich, „was er in dem Geschäft überhaupt zu suchen habe.“ Das ganze sei „eine Ansammlung von Kompromissen und Enttäuschungen.“ Und er glaube nicht, daß er „der richtige Typ dafür“ sei.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. SCHRITT IN DEN SPIEGEL - DIE INSZENIERUNG DES FILEMACHENS IN LIVING IN OBLIVION

3. „ BEIM DREHEN KANN ICH KEINEN BEZIEHUNGSSTRESS GEBRAUCHEN“ - PERSÖNLICHE VERHÄLTNISSE UND PERSÖNLICHES VERHALTEN

4. „ DAS EINZIGE, WO ES TRÄUME GIBT, IN DENEN ZWERGE VORKOMMEN SIND BESCHISSENE FILME“ - FILMISCHE KREATIVE FREIHEIT UND DER ZWANG FILMISCHER KONVENTIONEN

5. THE SANCIETY OF THE FRAME - DIE INSZENIERUNG DER DUALITÄT DES VOR UND JENSEITS DER KAMERA

6. FAZIT

7. ANHANG

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die Arbeit untersucht den Spielfilm "Living in Oblivion" von Tom DiCillo unter dem Aspekt der Selbstreflexion und der filmischen Inszenierung von Produktionsprozessen. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie der Film durch die Thematisierung von Dualitäten – wie etwa zwischen Traum und Realität oder privatem Leben und beruflichem Arbeitsalltag am Set – filmische Konventionen hinterfragt und den kreativen Akt des Filmemachens darstellt.

  • Analyse der selbstreflexiven Ebenen innerhalb von "Living in Oblivion".
  • Untersuchung der persönlichen Verhältnisse am Set und deren Einfluss auf den Produktionsablauf.
  • Diskurs über filmische kreative Freiheit im Gegensatz zum Zwang tradierter Konventionen.
  • Betrachtung der Inszenierung der Dualität von Geschehnissen vor und hinter der Kamera.
  • Einordnung des Films in den Kontext des Independent Kinos und der persönlichen Erfahrungsverarbeitung des Regisseurs.

Auszug aus dem Buch

Die Inszenierung des Filmemachens in Living In Oblivion

Laut eigener Aussage hatte DiCillo eigentlich nie die Absicht einen Film über das Filmemachen zu drehen. Er sei nicht fixiert auf seine Profession und denke nicht, Leute aus dieser Branche seien per se interessante Figuren mit fesselnden Geschichten. Vielmehr seien Filmproduktionen überwiegend grau und langweilig. So bezeichnet der Regisseur Living In Oblivion als Ergebnis vieler Zufälle und als einen außerplanmäßigen „step into the mirror“.

Das Durchschreiten eines Spiegels erinnert an Motive, wie man sie aus Märchen kennt, an das Eintreten in eine fremde Welt. Bereits der Vorspann von Living In Oblivion zeigt eine Filmkamera und verweist vorweg auf die Filmwelt. So verzichtet DiCillo auf den Überraschungseffekt, dem Zuschauer beim Filmeinstieg erst zu suggerieren, er verfolge eine normale Filmszene, und diese kurz darauf als Inszenierung zu entzaubern.

Während des Vorspanns nähert sich der Zuschauer langsam, am Anfang nahezu unbemerkt, der gezeigten Kamera und mit ihr der Welt des Films. Am Ende des Vorspanns öffnet sich scheinbar aus dem Nichts eine Tür und macht den Weg frei in diese unbekannte Welt der Träume und Illusionen. Neugierig tritt man hindurch, und auf der anderen Seite findet sich eine steril wirkende, leere Straße. Die Eindrücke des Unnatürlichen werden durch die grobkörnigen Schwarzweißbilder noch zusätzlich verfremdet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die Entstehungsgeschichte des Films vor dem Hintergrund der persönlichen "Film-maker's frustration" von Regisseur Tom DiCillo und führt in die Thematik der Independent-Produktion ein.

2. SCHRITT IN DEN SPIEGEL - DIE INSZENIERUNG DES FILEMACHENS IN LIVING IN OBLIVION: Dieses Kapitel analysiert den symbolischen "Einstieg" in die Filmwelt und beschreibt, wie DiCillo durch die Inszenierung den "grauen Alltag" einer Low-Budget-Produktion porträtiert.

3. „ BEIM DREHEN KANN ICH KEINEN BEZIEHUNGSSTRESS GEBRAUCHEN“ - PERSÖNLICHE VERHÄLTNISSE UND PERSÖNLICHES VERHALTEN: Der Fokus liegt hier auf den sozialen Dynamiken, Liebesverhältnissen und beruflichen Interessenkonflikten innerhalb des Filmteams und deren Auswirkungen auf den Drehablauf.

4. „ DAS EINZIGE, WO ES TRÄUME GIBT, IN DENEN ZWERGE VORKOMMEN SIND BESCHISSENE FILME“ - FILMISCHE KREATIVE FREIHEIT UND DER ZWANG FILMISCHER KONVENTIONEN: Dieses Kapitel untersucht am Beispiel einer Traumsequenz, wie der Film mit klischeehaften Traumsymbolen bricht und gegen rigide Konventionen des Erzählkinos rebelliert.

5. THE SANCIETY OF THE FRAME - DIE INSZENIERUNG DER DUALITÄT DES VOR UND JENSEITS DER KAMERA: Hier wird die stilistische Ebene des Films analysiert, insbesondere die Verwendung von Farbe und Schwarzweiß zur Unterscheidung und Vermischung der Ebenen von Realität und Fiktion.

6. FAZIT: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und ordnet "Living in Oblivion" als ein Werk ein, das zwar reflexive Dimensionen besitzt, dessen Fokus jedoch stärker auf der Verarbeitung von Einzelerfahrungen als auf einer tiefgreifenden psychologischen Krisenanalyse liegt.

Schlüsselwörter

Living in Oblivion, Tom DiCillo, Independent Film, Filmemachen, Selbstreflexion, Regie, Produktionsgeschichte, Filmkonventionen, Low-Budget, Dualität, Traumsequenz, Set-Dynamik, Metafilm, Film-im-Film, Kreative Krise

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Spielfilm "Living in Oblivion" von Tom DiCillo als einen reflexiven Film, der den Prozess des Filmemachens selbst zum Gegenstand der Handlung macht.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Auseinandersetzung mit filmischen Konventionen, die Auswirkungen privater Beziehungen auf professionelle Produktionsabläufe sowie die künstlerische Verarbeitung von "Film-maker's frustration".

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu untersuchen, wie der Film durch die Inszenierung verschiedener Ebenen und Dualitäten filmische Standards hinterfragt und den schöpferischen Prozess reflektiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine filmwissenschaftliche Analyse, die den Film anhand inhaltlicher, struktureller und ästhetischer Merkmale untersucht und durch Exkurse zur Produktionsgeschichte sowie medienwissenschaftliche Theorien untermauert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Inszenierung des Filmemachens, die Analyse sozialer Spannungen am Set, die kritische Betrachtung filmischer Traumkonventionen sowie die formale Analyse der Ebenen von "Vor und Jenseits der Kamera".

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlüsselbegriffe sind Independent Film, Selbstreflexion, Filmemachen, Traumsequenz, Produktionskonventionen und die Dualität von Realität und Fiktion.

Welche Rolle spielt die Produktionsgeschichte für den Film?

Die Produktionsgeschichte ist essenziell, da viele der gezeigten Pannen und Spannungen auf realen Erfahrungen von Tom DiCillo bei der Entstehung seiner Projekte "Johnny Suede" und "Living in Oblivion" basieren.

Warum kritisiert der Film die Verwendung von Zwergen in Träumen?

Der Film kritisiert dies als ein klischeehaftes, filmisches Symbol, das lediglich aus "kultureller Determination" und anderen Filmen übernommen wurde, anstatt auf echter menschlicher Erfahrung zu basieren.

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Details

Title
Living in Oblivion: Film als Ansammlung von Kompromissen und Enttäuschungen oder Der Kreislauf der Krise
College
University of Marburg  (Neuere deutsche Literatur und Medien)
Course
Film im Film - Selbstreflexives Kino
Grade
1-2
Author
Benjamin Dostal (Author)
Publication Year
2001
Pages
31
Catalog Number
V9683
ISBN (eBook)
9783638163163
Language
German
Tags
FILM IM FILM REFLEXIVER FILM FILMEMACHEN SCHAUSPIELER REGISSEUR INDEPENDENTFILM Tom DiCillo Living In Oblivion
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Benjamin Dostal (Author), 2001, Living in Oblivion: Film als Ansammlung von Kompromissen und Enttäuschungen oder Der Kreislauf der Krise, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/9683
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