Grundgedanken der Dependenzgrammatik


Referat / Aufsatz (Schule), 2000

13 Seiten


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1. Einleitung

Die Dependenzgrammatik geht auf Lucien Tesnière1 zurück, der die Grammatik für die Syntax der französischen Sprache entwickelt hat. Tesnière war der erste, der eine Grammatiktheorie auf dem Gedanken der Abhängigkeitstheorie gründete.

Seine Kenntnisse und Erfahrungen sammelte er schon im Studium an den Universitäten Sorbonne, Leipzig und Ber- lin. In Leipzig lernte er den Fürsten Trubetzkoi kennen und gründete 1926 mit ihm den Prager Linguistenzirkel Aber schon im 1. Weltkrieg sprach Tesnière von der strukturalen Syntax. Hier waren die Voraussetzungen für die spätere Entwicklung der Dependenzgrammatik gelegt worden. In der dreijährigen Kriegsgefangenschaft in Deutschland hält er Vorlesungen über Sprachwissenschaft und veröffentlicht unterschiedliche Bücher und Aufsätze zum Thema Syntax. Doch seine Publikationen weckten kaum Interesse bei Sprachwissenschaftlern und anderen sprachwissenschaftlich Interessierten. Erst als Tesni- ère eine Dozentenstelle an der Universität Montpellier annahm, bekam er mehr Beachtung. Ab diesem Zeitpunkt beschäftigte er sich überwiegend mit der Dependenzgram- matik. Resultat seiner intensiven Forschung ist das Buch „Grundzüge der strukturalen Syntax“, das schon 1939 abgeschlossen war. Die endgültige Fertigstellung des Werkes zog sich aber länger hin, weil Tesnière 1947 schlimm erkrankte. Den Erscheinungstermin erlebte er selber nicht mehr, da er 1954 an seiner Krankheit starb. Die erste Auflage seines Buches war nach sechs Jahren vergriffen, was die Bedeutung seines Hauptwerkes unterstreicht.

Auch in Deutschland beschäftigten sich Sprachwissen- schaftler mit dem Thema der Dependenz. K. Baumgärtner und H.-J. Heringer schlugen eigene Versionen der Depen- denzgrammatik vor. Einer von Tesnières Vorteilen war jedoch der, dass er eine Vielzahl von Sprachen perfekt beherrschte und somit immer wieder bei seinen Nachfor- schungen auf andere Sprachen zurückgreifen konnte.

Durch die Erkenntnisse über die Syntax von, für ihn fremden Sprachen, hatte er einen viel größeren Forschungskreis.

Tesnière hat aber auch Kritiker. Diese Kritiker verwei- sen vor allen Dingen auf die Veröffentlichung seines Buches „Grundzüge der strukturalen Syntax“. Sie sagten, dass das Buch zu spät erschienen sei und hinter dem Stand der Forschung zurück sei. Von einigen Sprachwis- senschaftlern wurde ihm auch vorgeworfen, dass er sich zu sehr an Grammatikern des 19. Jahrhunderts orientiert hat. Dieses wird besonders auf seine Stemmatamodelle bezogen, auf die ich später noch eingehen werde. Doch allen Kritikern zum Trotz ist Lucien Tesnière immer noch die Person, die als erste mit dem Wort der Depen- denzgrammatik in Verbindung gebracht wird.

2. Strukturelle Ordnung des Satzes

Lucien Tesnière unterscheidet zwischen äußerer und in- nerer Form eines Satzes. Erstere wird von der Morpholo- gie2 und nicht von der Syntax3 behandelt. Die innere Form des Satzes wird von der Syntax behandelt und soll in dieser Arbeit noch näher betrachtet werden. Zwei Ordnungskriterien sind für die Dependenzgrammatik relevant: die strukturelle und die lineare Ordnung ei- nes Satzes. Während die lineare Ordnung die Abfolge der Wörter im Satz angibt, setzt die strukturelle Ordnung die Wörter in eine abstraktere, grammatische Beziehung.

Bei der Dependenzgrammatik ist das Verb das zentrale Wort des Satzes. Alle Wörter in einem Satz werden in der Abhängigkeit des Verbs betrachtet. Das Verb regiert (als Prädikat des Satzes) die übrigen Satzglieder, es ist das für Anzahl und Art der Ergänzungen verantwort- liche Element im Satz, das heißt: alle notwendigen Satzglieder sind in Form, Funktion und Position vom Verb bestimmt.

3.Valenztheorie

Wie schon zu Beginn des Textes geschrieben, geht die Dependenzgrammatik auf die sogenannte Abhängigkeits- grammatik zurück. Das es zu dieser Entwicklung gekommen ist, hat mit der Valenztheorie oder auch Valenzgramma- tik zu tun.

Angefangen hat alles mit der Selektion. Selektion meint, dass die Forderung besteht, einige Wörter, die in ein und demselben Satz stehen, anderen Wörtern oder Wortgruppen mit unterschiedlichen Eigenschaften ver- bindlich zuzuordnen oder sie so zusammenzustellen, dass sie einen vernünftigen Satz ergeben. Würden also Wörter in einem Satz fehlen beziehungsweise Wortgruppen un- vollständig sein, so gäbe es keinen vernünftigen Satz. Das syntaktische Gebilde wäre also nicht komplett. Ein Beispiel wäre dieses Gebilde: „könnte das Auto dort kaufen“

Bei diesem Gebilde kann man vielleicht verstehen, was die Person damit meint, aber man hat das ungute Gefühl, dass etwas fehlt. Das Gebilde ist unvollständig. In diesem Fall fehlt das Subjekt. Also ist die Verständ- lichkeit des Satzes hier vom Subjekt abhängig.

In den 50er Jahren, noch vor der Veröffentlichung des Hauptwerkes4 von Tesnière, wurde der Begriff der Selek- tion dann aufgenommen und es vergrößerte sich das Inte- resse an der Valenz- beziehungsweise Dependenzgramma- tik. Das Selektionsprinzip wurde als Grundgedanke die- ser Grammatiken verwendet. (vgl. Lin- ke/Nussbaumer/Portmann 1996, S.112)

Das Wort Valenz kommt aus der Chemie. Übersetzt ins Deutsche heißt Valenz Wertigkeit und meint in der Che- mie die Neigung zweier Elemente sich zu einem Molekül zu verbinden. Zum Beispiel hat das Natriumatom die Wer- tigkeit „eins“ und das Chloratom hat auch die Wertig- keit „eins“. Schließen sich diese beiden Atome zusam- men, ergibt es ein Natriumchloridmolekül. Diese chemi- sche Grundregel kann man auch auf die deutsche Gramma- tik übertragen.

Das Wort „trinkst“ hat, in dem Satz: „ Du trinkst Milch.“, zum Beispiel die Wertigkeit „zwei“ und wird mit den Wörtern „du“ und „Milch“ zu einem Satz verbun- den. Die Wörter „du“ und „Milch“ sind Aktanten. Das deutsche Wort für Aktanten heißt Ergänzungen. Das Sub- jekt „du“ ist die erste Ergänzung und das Objekt „Milch“ ist die zweite Ergänzung. Hierbei kann man er- kennen, dass das Verb die zentrale Position in einem Satz einnimmt. Die anderen Elemente im Satz sind direkt oder indirekt vom Verb abhängig.

4. Stemma und Konnexion

Wenn man jetzt einmal die strukturale Ordnung des Sat- zes als eine graphische Darstellung zeichnet, was Stem- ma heißt, und aus übergeordneten Knoten besteht, dann steht das Verb als oberster Knoten da. Von diesem o- bersten Knoten hängen alle notwendigen Satzteile ab. Die einzelnen Elemente eines Satzes (hier: Kaffee, du, trinkst) werden als Kerne oder lateinisch Nuclei be- zeichnet. Das Fachwort für die innere Beziehung der einzelnen Elemente heißt Konnexion. Die Konnexion ist eine Dependenzrelation. Als das Wort, von dem alle an- deren -direkt oder indirekt- abhängen, wird das finite Verb, auch Nexus genannt, gesetzt. Der Nexus ist der oberste Knoten im Stemma. Das finite Verb ist nichts anderes als ein konjugiertes Verb.

Konnexion kann man aber auch als eine Art Organisation des Satzes verstehen. Ohne die Organisation ist ein Satz eine schlichte Verkettung von Wörtern. „Der Unter- schied zwischen einer schlichten Verkettung von Wörtern und einem Satz ist die Möglichkeit, ihn zu verstehen. Und jedes Verstehen geht von einer bestimmten Organisa- tion des Satzes aus.“ (vgl. Heringer/Strecker/Wimmer 1980, S.124)

Die Konnexion spielt auch eine große Rolle bei der Darstellung des Stemmas.

Bei dem Satz: „Du trinkst Milch“ würde das Stemma wie folgt aussehen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Wörter „du“ und „Milch“ werden dem Verb direkt un- tergeordnet. Sie werden deswegen auch als Dependentien bezeichnet. Also ist „du“ ein Dependens und auch „Milch“. Bei den Dependentien muß man dann noch unter- scheiden zwischen den Aktanten, den notwendigen Ergän- zungen und den freien, nicht unbedingt notwendigen Er- gänzungen, den Circonstanten. Tesnière bezeichnet ad- verbielle Bestimmungen des Ortes, der Zeit und der Art und Weise als Circonstanten. Es sind solche Wörter, die man in einem Satz weglassen kann, ohne das er dabei un- verständlich wird. (vgl. Götze 1979, S.17)

Ein Beispiel für die Struktur des oben genannten Satzes mit Circonstanten sähe so aus:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Das Wort „und“ spielt hierbei eine besondere Rolle. Die Konjunktion „und“ wird als Junktiv bezeichnet. Eine Junktion charakterisiert die Nebenordnung zweier oder mehrerer, gleichartiger Wörter im Satz. „Junktion ist ein Typ syntaktischer Relation, die unabhängig von der Valenz der Zentralknoten besteht und keinen Einfluß auf sie hat.“ (vgl.Weber 1992, S.55)

Die dritte Stemmazeichnung soll zeigen, daß ein Aktant gleichzeitig Dependens, das heißt ein von einem Element abhängiges, und Regens, ein einem anderen Element über- geordnetes Element sein kann.(vgl. Volmert 1999, S.138/139)

Heute schenkt er seinem Sohn sehr teure Konzertkarten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die gestrichelte Linie soll die semantisch5 - syntaktische Beziehung, die zwischen den beiden Wörtern herrscht, zeigen. (er ⃗ seinem; sie ⃗ ihrem)

5.Notwendigkeit von Aktanten

Nun stellt sich die Frage nach der Notwendigkeit von Aktanten und der daraus resultierenden Unterscheidung zwischen freien Angaben, den Circonstanten, und den notwendigen Ergänzungen, den Aktanten.

Diese Unterscheidung ist in der deutschen Sprache sehr schwierig. Man kann es anhand der adverbiellen Bestimmung deutlich machen.

Der Satz: „Sie wohnt in Berlin.“ ist ohne Ortsangabe sinnlos, weil das Wort „wohnen“ nicht ohne adverbielle Ergänzung stehen kann. Hingegen ist der Satz: „Du guckst im Wohnzimmer Fernsehen.“ auch ohne Ortsangabe verständlich. Hierbei kann man sehen, wie schwierig die Unterscheidung zwischen Aktant und Circonstant ist.

Eine Theorie zur Unterscheidung von Aktanten und Cir- constanten hat Lucien Tesnière entwickelt. Bei dieser Theorie geht Tesnière von „vollen“ Wörtern (mots pleins) und von „leeren“ Wörtern (mots vides) aus. Die vollen Wörter üben eine semantische Funktion aus. Die leeren Wörter sind für Tesnière lediglich grammatische Mittel um den Satz besser verständlich zu machen. Leere Wörter sind zum Beispiel: und, dass, in, die zur Ver- knüpfung von Sätzen und zur Überführung von Satzteilen in andere Satzteile dienen.

Genauer heißt dieses, dass Tesnière Verb, Substantiv, Adjektiv und Adverb zu den vollen Wörtern zählt. Bei den leeren Wörtern unterscheidet er zwischen Junktive und Translative. Junktive sind Bindewörter, wie „und“, „oder“, „aber“. Diese Wörter, wie oben schon beschrie- ben, erfüllen grammatische Funktionen. Bei den Transla- tiven „von“ und „in“ geht es darum, dass sie eine Wort- gruppe aus einer grammatischen Kategorie in eine andere transformieren.

An einem Beispielsatz sähe das so aus:

Franz ⃗ der Hut von Franz.

Hier wird das Substantiv Franz in die Gruppe von Franz transformiert, die den Wert eines Adjektivs hat. Man kann also schon sehen, dass es in der Sprache wich- tig ist, dass es Circonstanten und Aktanten gibt.

6. Die Wertigkeit der Verben in der deutschen Syntax

Da die Dependenzgrammatik von Tesnière nur für die französische Syntax entwickelt wurde, gab es einige Probleme bei der Übertragung auf die deutsche Syntax. Die Bezeichnung der einzelnen Elemente im deutschen Satz mit Regens, Dependens, Circonstant und Aktant ist, wie oben schon beschrieben, schwierig. Ein weiterer Grund für die Schwierigkeit bei der Unterscheidung ist der, dass es in der deutschen Sprache nicht nur einwer- tige Verben gibt.

Somit bin ich jetzt wieder bei dem Wort der Valenz angelangt. Die Verbklassen der unterschiedlichen Wertigkeit werden wie folgt bezeichnet: es gibt die avalenten Verben, die monovalenten Verben, die bivalenten Verben und die trivalenten Verben.

Die avalenten Verben sind die nullwertigen Verben. In der Fachsprache werden sie auch als unipersonelle Verben bezeichnet, weil vor dem Verb ein „unpersönliches“ „es“ steht. Zum Beispiel: „Es schneit.“ , „Es regnet.“ (vgl. Volmert 1999, S.141) Die avalenten Verben haben also keinen einzigen Aktanten. „Es schneit.“ ist sozusagen ein Naturschauspiel und man kann es deswegen auch nicht von einem Aktanten abhängig machen.

„Es schneit“ bezeichnet einfach ein in der Natur sich abspielendes Geschehen; wir können uns keinen Aktanten als Urheber dieses Geschehens vorstellen.“ (vgl. Tesni- ère 1980, S.162) Als zweites stehen die monovalenten Verben, das heißt die einwertigen Verben auf der Liste. Die monovalenten Verben stehen mit einer Ergänzung. Dieser eine Aktant ist das Subjekt, wie zum Beispiel:

„Wir schlafen.“

Die bivalenten Verben sind die zweiwertigen Verben. Sie stehen mit zwei Ergänzungen. Der erste Aktant ist ein Subjekt und der zweite Aktant ist ein Objekt. „Du trinkst Milch“. Die trivalenten Verben sind die drei- wertigen Verben und stehen somit auch mit drei Aktanten da. Der erste Aktant ist das Subjekt und der zweite und dritte Aktant ist jeweils ein Objekt. „Du gibst ihm die Milch“

Die bivalenten Verben werden auch als transitive oder zielende Verben bezeichnet. Die transitiven Verben ste- hen immer mit einem Akkusativobjekt. Hierbei kann man sehen, dass „zwischen den Wortarten und den Satzglie- dern ebenso ein geregelter Zusammenhang besteht, wie zwischen den Sätzen und Positionen der Satzglieder. Die Verben sind notwendige Elemente aller Sätze und sowohl für die Zahl, als auch für die Art der übrigen Satz- glieder verantwortlich. Ihre Position im Satz bestimmt die Satzart, und auch die syntaktische Organisation des Satzes ist vom Verb abhängig(...) “ (vgl. Volmert 1999, S.141) Im Gegensatz zu den transitiven Verben stehen die intransitiven, nicht zielenden Verben, die mit Ge- nitiv-, Dativ oder Präpositionalobjekten stehen. Dane- ben gibt es noch die absoluten Verben, wie in den Bei- spielsätzen: „Sie trinkt. Die Sonne geht unter.“ Als Untergruppe dieser absoluten Verben werden die soge- nannten „Wetterverben“ bezeichnet; (es regnet, es ha- gelt etc. s.o.)

Die Bedeutung der trivalenten Verben ist für alle, die eine fremde Sprache lernen wollen, sehr groß. Die mono- valenten Verben, die nur einen Aktanten haben, funktio- nieren in einer Fremdsprache zu hundert Prozent genau- so, wie bei der Muttersprache. Bei den bivalenten Ver- ben nimmt die Wahrscheinlichkeit, dass sie wie in der Muttersprache verwendet werden, um fünfzig Prozent ab, da die beiden Aktanten vertauscht werden können. Das Hauptaugenmerk muß deshalb auf die trivalenten Verben gelenkt werden, da sie nur noch zu siebzehn Prozent gleich funktionieren, wie in der Muttersprache. Daraus resultieren dann auch die meisten Fehler beim Erwerben einer Fremdsprache.

Bei trivalenten Verben handelt es sich meistens um die Verben des Sagens und die des Gebens. (vgl. Tesnière 1980, S.176) Zu den Verben des Sagens gehören zum Bei- spiel: ansprechen, erzählen, berichten, schwören, klar- machen, ankündigen, übermitteln, etc. Zu den Verben des Gebens gehören: verleihen, aufzwingen, zuweisen, aus- liefern, schicken, etc. (vgl. Tesnière 1980 S.177)

Eine weitere Gruppe ist die Gruppe der reflexiven, rückbezüglichen Verben. Diese Verben stehen immer mit einem Reflexivpronomen. Zum Beispiel: „Sie liebt sich. Er kann sich nicht helfen.“ Die unechten reflexiven Verben stehen dann mit einem anderen Objekt an der Stelle des Reflexivpronoms: „Sie kämmt sich. Sie kämmt ihre langen blonden Haare.(vgl. Volmert 1999, S.141)

Eine andere Kategorie bei den reflexiven Verben sind die reziproken Verben. Dabei stehen die Personen, die in einem Satz vorkommen in einem Wechselverhältnis zu- einander. Dieses Wechselverhältnis wird durch das Re- flexivpronomen zum Ausdruck gebracht: „Sie sehen sich an. Sie verlieben sich.“ (vgl. Volmert 1999, S.142)

7. Schluss

Wie man erkennen konnte, ist das Verb in der deutschen und auch ausländischen Sprache einer der wichtigsten Satzbestandteile.

Die Strukturbeschreibung des Satzes, wie es Tesnière durchführt, eignet sich sehr gut, um die Rolle lexika- lischer Einheiten im Satz zu veranschaulichen. Die De- pendenzgrammatik dient dazu, die Satzstrukturen in den einzelnen Sprachen besser zu verstehen. Wie oben schon beschrieben, darf man die Dependenzgrammatik auch beim Erlernen ausländischer Sprachen nicht außer Acht las- sen. Bei vielen ausländischen Sprachen ist die Satz- struktur anders als im Deutschen. Die Dependenzgramma- tik dient dazu, die Unterschiede klar zu machen und verständlich darzulegen.

Gerade die Theorie, dass man die Dependenzgrammatik auf fast alle natürliche Sprachen übertragen kann, ist für viele Sprachwissenschaftler ein wichtiger Bestandteil der Theorie nach Tesnière. Das universale Modell ist für viele die größte Leistung, die er in seiner Laufbahn als Sprachwissenschaftler erbracht hat.

Ein weiterer anerkennender Punkt ist der, dass er einen großen Unterschied zwischen den früheren und seinen eigenen Syntaxtheorien herausgearbeitet hat. Tesnière hat dass weiter vertieft, was frühere Sprachwissenschaftler nur ansatzweise in ihren Forschungen herausgefunden haben. Zu diesen Vertiefungen gehört schließlich auch die Erforschung der Dependenzgrammatik.

8.Kommentar

Wie der Titel der Hausarbeit schon sagt, ist in dieser Hausarbeit versucht worden, die Grundzüge der Dependenzgrammatik darzustellen.

Wenn man alle Spezialfälle und Besonderheiten der Dependenzgrammatik berücksichtigt hätte, wäre eine nähere Betrachtung der einzelnen Fälle nötig gewesen. Dieses würde auch eine längere Ausarbeitung erfordern.

Literaturverzeichnis

GÖTZE, Lutz: Valenzstrukturen deutscher Verben und Adjektive. Eine didaktische Darstellung für das Fach Deutsch als Fremdsprache. Heutiges Deutsch Band 3. Reihe III : Linguistisch didaktische Untersuchungen des Goethe Instituts Mün- chen: Max Huber Verlag 1979.

LINKE, Angelika; Nussbaumer, Markus; Portmann, Paul R.: Studienbuch Linguistik. 3., unveränderte Aufl. Tübingen: Niemeyer 1996 (=Reihe Germanistische Linguistik ;121: Kollegbuch)

HERINGER, Hans Jürgen; Strecker, Bruno; Wimmer, Rainer: Syntax. Fragen- Lösungen-Alternativen. München: Wilhelm Fink Verlag 1980 (=UTB 251)

SCHMIDT, Paul; Cola Minis (Hg.); Arend Quak (Hg.): Gebrauchstheorie der Bedeu- tung und Valenztheorie. Untersuchungen zum Problem der Hypostasierung von Bedeutungen. Amsterdam: Rodopi 1985 (=Amsterdamer Publikationen zur Spra- che und Literatur ; 59).

THIELEMANN, Werner; Welke, Klaus (Hrsg.): Valenztheorie-Werden und Wirkung. Wilhelm Bondzio zum 65. Geburtstag Münster: Nodus Publikationen 1994.

TESNIÈRE, Lucien: Grundzüge der strukturalen Syntax. Herausgegeben und übersetzt von Ulrich Engel Stutgart: Klett-Cotta 1980.

VOLMERT, Johannes (Hrsg.): Grundkurs Sprachwissenschaft. Eine Einführung in die Sprachwissenschaft für Lehramtsstudiengänge. 3., korrigierte Aufl. München: Wilhelm Fink Verlag 1999 (=UTB für Wissenschaft: Uni-Taschenbücher; 1879).

WEBER, Heinz J. : Dependenzgrammatik: Ein Arbeitsbuch. Tübingen: Gunter Narr Verlag 1992 (= Narr Studienbücher).

[...]


1 Geboren 1893; Gestorben 1954

2 Die Lehre von den Bausteinen der Wörter

3 Strukturen in Sätzen

4 „Grundzüge der strukturalen Syntax“

5 Nomen: Semantik: Bedeutungsstrukturen der Wörter

13 von 13 Seiten

Details

Titel
Grundgedanken der Dependenzgrammatik
Autor
Jahr
2000
Seiten
13
Katalognummer
V96846
Dateigröße
346 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Grundgedanken, Dependenzgrammatik
Arbeit zitieren
Nico Büssing (Autor), 2000, Grundgedanken der Dependenzgrammatik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/96846

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