Die Stellungnahmen Luthers und Melanchthons auf die Zwölf Artikel der Bauern


Seminararbeit, 1998

18 Seiten, Note: 3.7


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INHALT :

1. Einleitung:

2. Schriftlichkeit als Medium der gesellschaftlichen Auseinandersetzung:
2.1 Die Zwölf Artikel
2.2 Martin Luther, Ermahnung zum Frieden auf die zwölf Artikel der Bauernschaft
2.3 Philipp Melanchthon, Wider die Artikel der Bauernschaft

3. Die formelle Rezension bei Luther und Melanchthon auf die Zwölf Artikel .

4. Schluss

5. Bibliographie

1. EINLEITUNG

Eine Annäherung an das Thema der Hausarbeit bietet viele Ansätze. Bei der Betrachtung des bearbeitenden Materials, ( Lohse, Schulze, Rabe, Stupperich und Buszello/Blickle/Endres ) wird die Bedeutung der Schriftlichkeitsentwicklung immer wieder veranschaulicht. Die gesamte Kultur dieser Epoche wurde im starken Maße durch den Auftrieb des Buchdruckes - und die damit gekoppelte Verbreitung von Information und Meinung - geprägt

So sei hier auf die Veränderung der Urkunde zur Akte, und die damit verbundene Wirkung auf die Wandlung der Verwaltung - insbesondere hinsichtlich des Rechtswesens -, hingewiesen.

Die Kontroversen der Zeit werden sämtlich über Schriften geführt. Ein markanter Punkt ist das Wormser Edikt von 1521, auch hier wird die Bedeutung der niedergeschriebenen Worte für die bevorstehenden Veränderungen des gesellschaftlichen Lebens deutlich. Bernhard Lohse beschreibt dies im III Kapitel seines Buches , indem er von „ Schriftverständnis als zentralen Streitgegen- stand “ spricht.1

In der Biographie über Melanchthon - ein weiterer wichtiger Gegenstand der vorliegenden Arbeit - wird beschrieben, daß Melanchthon der Bitte des Kurfürsten Ludwig von der Pfalz nach Heidelberg zu kommen, um mit den aufständischen Bauern zu verhandeln, nicht nachkäme. Wörtlich schreibt Stupperich:

„Diese Aufforderung lehnte Melanchthon ab, ging aber darauf ein, die Kontroverse schriftlich auszutragen.“2

Auch hier wird die Bedeutung der Schriftlichkeit in den politischen Auseinandersetzungen der Zeit unterstrichen.

Die Verbreitung von Meinung durch das Buch, die Flugschrift oder das Flugblatt, multipliziert durch mündliche Weitergabe, unterstützte - bei allen regionalen Unterschieden - die Bewegung, die sich gegen ihr vermeintlich vorherbestimmtes Schicksal auflehnte.3

Diese Anfänge einer „Öffentlichen Meinung“ ( die sich, bezogen auf die Gegenwart, zur „Vierten Staatsgewalt“ entwickelt hat ) - bzw. die Einflußnahme der Unterprivilegierten am gesellschaftlichen Geschehen und die daraus resultierende Dynamik der strukturellen Veränderungen in Staat und Gesellschaft - bilden den Hintergrund der vorliegenden Hausarbeit.

Die Erörterung des Themas basiert auf drei Flugschriften, die unter Punkt Zwei vorgestellt und behandelt werden :

1. Die zwölf Artikel 4 ;

die wohl verbreitetste Schrift im deutschen Bauernkrieg spiegelt die sozialen und politischen Vorstellungen der Bauern. Hauptaugenmerk wird hierbei auf die drei wichtigsten Aspekte der Revolution ( herausgefiltert aus den „Zwölf Artikeln“ ) -

I. Leibeigenschaft, Todfall und Dienste; II. Jagd und Fischerei, Holzbezug und Allmende; III. Grundherrschaft, niedere Gerichtsherrschaft und grundherrliche Dienste - gelegt.

2. Martin Luther, Ermahnung zum Frieden auf die zwölf Artikel der Bauern- schaft 5,

3 . Philipp Melanchthon, Wider die Artikel der Bauernschaft 6.

Die Stellungnahmen Luthers und Melanchthons - unter Einbeziehung ihrer Unterschiede - übernehmen die Funktion einer Veranschaulichung politischer bzw.

2.1 DIE ZWÖLF ARTIKEL

Bei der Quelle handelt es sich um eine Flugschrift, die Mitte März 1525 auf Grund- lage der Baltringer Forderungen bei Memmingen im oberschwäbischen Raum ent- stand.

Die Einleitung stammt von dem Prediger Christoph Schappeler, der Hauptteil von dem Kürschnergesellen Sebastian Lotzer; beide Autoren waren von Zwingli beeinflußt und stellten ihre Fähigkeiten in die Dienste der Bauern. Seit Anfang des Jahres 1525 hatten sich immer mehr bäuerliche Schwurgemein- schaften gebildet, deren Entwicklung sich im oberschwäbischen Raum signifikant 7

Wie oben gesagt lassen sich die Zwölf Artikel in drei Hauptgruppen einteilen:

I. Leibeigenschaft, Todfall und Dienste :

- Im dritten Artikel wird die Forderung nach Abschaffung der Leibeigenschaft, jedoch mit dem ausdrücklichen Hinweis auf Anerkennung einer Obrigkeit, gestellt.
- Die Verweigerung im elften Artikel, die mit dem Todfall verbundenen Ab- gaben in Hinkunft nicht mehr zu leisten, steht im engem Zusammenhang mit der Leibeigenschaft und ist somit eine Verstärkung des im dritten Artikel geforderten.
- Über die Dienste (Fronen) wird im sechsten und siebten Artikel der Flugschrift

Beschwerde geführt. Die Dienste sollen auf ein erträgliches Maß reduziert werden, und deren Erfüllung soll von den Bauern, sowohl selbst bestimmt, als auch von der jeweiligen Herrschaft vergütet werden.

Dieser Themenkomplex soll der Schrittmacher für die Bearbeitung der Stellung- nahmen Luthers und Melanchthons sein. Gerade hier zeigt sich der revolutionäre Charakter der bäuerlichen Forderungen. Die Forderungen nach Aufhebung der Leibeigenschaft bedeutete das Ende der bisherigen Ordnung. Die Steuerhoheit, die Wehrhoheit und die Gerichtshoheit waren in Frage gestellt. In manchen Gebieten war die entscheidende Stütze der Adligen und Geistlichen in Gefahr8. Unter Betrachtung der formellen Rezensionen Luthers und Melanchthons bezüg- lich dieser Themengruppe, soll die Bedeutung schriftlicher Auseinandersetzung verdeutlicht werden.

Die Vorstellung der noch ausstehenden zwei Hauptgruppen der Zwölf Artikel geschieht demnach nur zum Zwecke der inhaltlichen Geschlossenheit.

II. Jagd und Fischerei, Holzbezug und Allmende :

- In Artikel Vier wird freie Jagt und Fischerei gefordert.
- Artikel Fünf und Zehn bestimmen, daß die Allmende den Gemeinden bei fehlenden Kaufverträgen zurückzugeben sind. Der Holzbezug soll den Bauern
- unter Kontrolle von gewählten Gemeindeforstknechten - unentgeltlich gestattet werden.

III. Grundherrschaft, niedere Gerichtsherrschaft und grundherrliche Dienste :

- In Artikel Acht heißt es; da die Gülten zu hoch sind, sollen sie durch „ehrbare Leute“ neu eingeschätzt werden.
- Artikel Sieben drängt auf Einhaltung der Leiheverträge.
- Die Gerichtsherrschaft wird im Artikel Neun angesprochen. Die Bauern verlangen eine geregelte Bußgeldfestsetzung unter Berufung auf ältere Gerichtsordnungen.

Auch diese zwei Gruppen beschreiben den revolutionären Charakter der Zwölf Artikel, da die Durchsetzung des gedruckten, das Verhältnis zwischen Feudal-herren und gemeinen Mann, auf allen gesellschaftlichen Gebieten tiefgreifend verändert hätte. Ein Zitat von Peter Blickle soll diesen Tenor verdeutlichen :

„Mit Ausnahme des programmatischen Pfarrerartikels und des Zehntartikels sind die Gravamina Ausfluß des krisenhaften Charakters der spätmittelalterlich–frühneuzeitlichen Agrarverfassung, versteht man Agrarverfassung als das Beziehungsgefüge zwischen Berechtigungen der Feudalherren im grund-, leib – und (nieder) gerichtsherrlichen Bereich einerseits und den genossenschaftlich- gemeindlichen Rechten im Rahmen des Dorfes andererseits.“ 9

Die Flugschrift fand schnelle Verbreitung. In der kurzen Zeitspanne von zwei Monaten erschienen, zum Teil an verschiedenen Orten, 25 Drucke – das entspricht einer Gesamtauflage von ca. 25.000 Exemplaren10 -. Die Gründe hierfür liegen zum Einen in der großen Allgemeingültigkeit der aufgestellten Forderungen, denn trotz großer regionaler Unterschiede war die Flugschrift – teilweise modifiziert – in allen Aufstandsgebieten bekannt, zum Anderen wußte Sebastian Lotzer die Wirksamkeit seiner schriftstellerischen-propagandistischen Fähigkeiten im Umgang mit Flugschriften einzusetzen.

Der „Öffentliche Druck“ der Flugschrift veranlaßte letztendlich die Kurfürsten bei den Reformatoren Gutachten zu den Zwölf Artikeln in Auftrag zu geben, die im folgenden vorgestellt werden, um sie dann im nächsten Kapitel unter dem Aspekt Ihrer förmlichen Unterschiede zu den Artikeln betrachten zu können, und um sie auf ihre publizistische Wirkung hin abzuklopfen.

Die Flugschrift fand schnelle Verbreitung. In der kurzen Zeitspanne von zwei

Monaten erschienen, zum Teil an verschiedenen Orten, 25 Drucke - das entspricht einer Gesamtauflage von ca. 25.000 Exemplaren10 -. Die Gründe hierfür liegen zum Einen in der großen Allgemeingültigkeit der aufgestellten Forderungen, denn trotz großer regionaler Unterschiede war die Flugschrift - teilweise modifiziert - in allen Aufstandsgebieten bekannt, zum Anderen wußte Sebastian Lotzer die Wirksamkeit seiner schriftstellerischen-propagandistischen Fähigkeiten im Um- gang mit Flugschriften einzusetzen.

Der „Öffentliche Druck“ der Flugschrift veranlaßte letztendlich die Kurfürsten bei den Reformatoren Gutachten zu den Zwölf Artikeln in Auftrag zu geben, die im folgenden vorgestellt werden, um sie dann im nächsten Kapitel unter dem Aspekt Ihrer förmlichen Unterschiede zu den Artikeln betrachten zu können, und um sie auf ihre publizistische Wirkung hin abzuklopfen.

2.2 MARTIN LUTHER, ERMAHNUNG ZUM FRIEDEN AUF DIE ZWÖLF ARTIKEL DER BAUERNSCHAFT

Die Flugschrift wurde wahrscheinlich am 19. / 20. April in Eisleben abgefaßt und sollte in ihrer Funktion als Schiedsspruch zur Schlichtung des Aufstandes bei-tragen. Luther nimmt in der Schrift bezug auf eine anderen „zeddel“, weshalb er u.a. mit dieser Schrift antwortet. Gemeint ist die Memminger Bundesordnung vom 7. März 1525 in der sich die Aufständischen auf Luther beriefen. Dem Verfasser ging es primär darum, eine Vermischung seiner Lehre von den zwei Reichen / Regimenten – das weltliche und das göttliche 11 – zu verhindern11. Die Gefahr einer solchen Vermischung sah Martin Luther durch die Äußerungen der Bauern als gegeben an. Luther versucht, - indem er in dieser Schrift, sowohl den Fürsten und Herren, als auch den Bauern ins Gewissen redet – , eine Schlichtung nach seinen Vorstellungen herbeizuführen.

2.3 PHILIPP MELANCHTHON, WIDER DIE ARTIKEL DER BAUERNSCHAFT

Melanchthons Flugschrift - zu deren Entstehung bereits in der Einführung kurz gesprochen wurde - entstand zwischen dem 18. Mai und 5. Juni 1525 als Gut- achten für den Kurfürsten Ludwig von der Pfalz, wurde für den Druck überarbeitet, und erschien Ende August/Anfang September 1525.

Wahrscheinlich hat der hohe Bekanntheitsgrad Melanchthons dazu geführt, daß ihn die Bauernführer in der Pfalz zum Schiedsrichter benannten. Philipp Melanchthon setzt sich dezidiert mit den Zwölf Artikeln auseinander und hält ihnen biblische Thesen entgegen, da die Bauern sich vom Evangelium weisen lassen wollten. Melanchthon läßt den Widerstand gegen die Obrigkeit gelten, wenn sich dieser nicht gegen Gottes Gebot richtet12.

3. DIE FORMELLE REZENSION BEI LUTHER UND MELANCHTHON AUF DIE ZWÖLF ARTIKEL

Die große Autorität, die Luther und Melanchthon innerhalb der reformatorischen Bewegung besaßen; Ihre untrennbare Verbundenheit13 hinsichtlich Ihres gesamten Wirkens und der daraus abzuleitende gesellschaftliche Einfluß, legitimieren die Auswahl der Quellen.

Die Unterschiede in der Denkungsart Beider - Luthers war mehr der Theologie zugewandt; Melanchthons wurzelte eher im Humanismus - sind für die formelle Betrachtung der Quellen lediglich als Hintergrundinformation zu verstehen. Es sollen vielmehr die Gemeinsamkeiten der Autoren14, in Bezug auf die Ausein- andersetzung mit den Zwölf Artikeln, in den Vordergrund treten, damit die Folgen und Wirkungen von Schriftlichkeit auf die Ereignisse und Strukturen der Zeit untermauert werden können.

Der Umstand, daß die Flugschrift der Bauern im letzten Artikel die Forderungen nur in Harmonie mit Gottes Wort verwirklicht wissen wollte, ermöglichte den Reformatoren einen lückenlosen Einstieg in ihre Begutachtungen.

Wie schon erwähnt war die Forderung nach Aufhebung der Leibeigenschaft gleichbedeutend mit dem Ende der bestehenden gesellschaftlichen Ordnung. Dementsprechend behandeln beide Flugschriften die Beziehung zwischen Obrigkeit und Untertan sehr Umfangreich. Abgesehen von kurzen konkreten Statements zu den einzelnen Artikeln - bei Melanchthon intensiver als bei Luther - beschäftigen sich die Stellungnahmen ausschließlich mit diesem Verhältnis.

Luthers - in Form einer Predigt aufgebauten - Schrift versucht, durch drastische Vergleiche und deftige Wortwahl die Situation darzustellen. An die Fürsten gerichtet schreibt er :

„ Das schwerd ist euch auf dem halse, noch meynet yhr yhr sitzt so feste ym satel, man werde euch nicht mögen ausheben, solche sicherheyt und verstockte vermessenheyt wird euch den halls brechen, das werdet yhr sehen.“ 15

Den Bauern gegenüber erklärt er:

„ Denn christen die streytten nicht fur sich selbs mit dem schwerd noch mit büchsen, sondern mit dem creutz und leyden, gleych wie yhrer hertzog Christus nicht das schwerd füret, sondern am creutze hanget.“16

Luthers bildhafte Sprache, pointiert durch sein persönliches Engagement :

„ Denn ich sehe das wol, das der teuffel so er mich bis her nicht hat mögen umbbringen durch den bapst, sucht er mich durch die blutdürstigen mord propheten und rotten geyster so unter euch sind, zu vertilgen und auff fressen.“17 - stellt die Aufständischen letztendlich ins gesellschaftliche Abseits. Durch ständige Wiederholungen und Vergleiche werden die Revolutionäre jenseits aller Legitima- tionen gestellt. Sie werden als mord propheten, heyden, Türken, Juden, reuber und diebe bezeichnet.

Ebenfalls bearbeitet Melanchthons sachlicherer Text in der Hauptsache den Kon- flikt von Obrigkeit und Untertan. Deutlicher als Luther hebt Melanchtohn auf das Evangelium ab und schafft somit eine sachliche Distanz zu den Kontrahenten. Dennoch ist auch seine Wortwahl nicht zaghaft, und auch er versucht die Bauern außerhalb jeglichen Rechts zu stellen. Im Abschnitt „Von der Obrigkeit“ seiner Flugschrift heißt es einleitend :

„Und sonderlich foddert das evangelium gehorsam gegen der oberkeyt, und dieweyl der artikel so gar verachtet wurt von denen die sich evangelisch nennen, wollen wir das evangelium und gottes wort yhnen furhalten,

Daß beide Autoren die grundsätzlichen Strukturen schützten, zeigt sich ganz deutlich. Dennoch traten sie für Modifikationen bei bestimmten Konflikten ein. Melanchthon verweist in seiner Stellungnahme zum sechsten und siebten Artikel - diese Artikel führen Beschwerde über die Dienste und Fronen - auf das weltliche Gericht und rät der Obrigkeit :

„...umb fridens willen ettwas da nach zu geben, ...“21.

Martin Luther faßt in seiner Stellungnahme die Behandlung der letzten acht Artikel in 23 Zeilen zusammen. Interessant ist, daß auch Luther auf die „rechtsver- stendigen“ verweist. Sowohl hinsichtlich der Dienste und Fronen, als auch in Bezug auf die Forderungen, die mit dem Todfall beschäftigt sind, rät er, eine Einigung auf rechtlichem Wege zu suchen.

Philipp Melanchtohns Stellungnahme auf den elften Artikel (Todfall), kann als Relativierung aufgefaßt werden. Obwohl Melanchtohn sagt, man müsse „leybeygenschafft leyden“, schränkt er hinsichtlich des elften Artikels ein :

An dieser Stelle zeigt sich, welchen Einfluß die Schriften auf die beginnende Neu- zeit nahmen. Bei Betrachtung der Folgen und Wirkungen des Bauernkriegs, wird deutlich, daß die von den Autoren gewünschten Modifikationen sehr wohl zur Gel- tung gelangten.

4. SCHLUß

Die aufgezeigten Einschränkungen in Luthers und Melanchtohns Stellungnahmen auf die Zwölf Artikel der Bauern hinsichtlich der Herrschaftsordnung - und die damit verbundene Stärkung des Rechtswesens23 - weisen auf die Folgen und Wir- kungen in Staat und Gesellschaft hin. Die schriftlich geführten sozialen Auseinan- dersetzungen beeinflußten - kurz- und langfristig - sowohl die Strukturen, als auch die Ereignisse dieser Epoche. Obwohl sich die Revolutionäre nicht durchsetzen

konnten und vordergründig eine Niederlage der Bauern offensichtlich ist, zeigen die langfristigen Veränderungen in den politischen Institutionen, der Herrschafts- und Rechtsordnung des Reichs und der Territorien, der politischen Kultur, der Verhaltensformen und der kollektiven Mentalitäten24, eine klare Mitwirkung der zeitgenössischen Schriften bei der Gestaltung des entstehenden „modernen Staats- wesens“.

Gerade in Hinsicht auf die Entwicklung einer - an heutigen Maßstäben gemessenen - politischen Kultur muß der Schriftlichkeit an dieser fundamental historischen Stelle eine bedeutende Funktion zuerkannt werden.

Niedergeschrieben in Krefeld, den 27. August 1998

5. BIBLIOGRAPHIE

( a ) Quellen

Laube, Adolf :

Flugschriften der Bauernkriegszeit. Unter Leitung von Adolf Laube, Hans Werner Seifert Bearb. Von Christel Laufer u.a. hrsg. Von d. Akademie der Wissenschaften d. DDR, Zentralinstitut für Geschichte, Zentralinstitut f. Literaturgeschichte Berlin: Akad. - Verlag ... - 1975

( b ) Literatur

Bierbauer, Peter :

Methodenfragen der gegenwärtigen Bauernkriegsforschung, in: Buszello, Horst / Blickle, Peter / Endres, Rudolf (Hrsg.), Der deutsche Bauernkrieg, Paderborn: Schöningh, 3. Aufl. 1995, UNI - Taschenbücher 1275, S. 23 - 38

Blickle, Peter :

Die Revolution von 1525 / Peter Blickle. - 3., Erw. Aufl. München; Wien: Oldenbourg, 1993

Blickle, Peter :

Das Reich zu Beginn des 16. Jahrhunderts, in: Buszello, Horst / Blickle, Peter /

Endres, Rudolf (Hrsg.), Der deutsche Bauernkrieg, Paderborn: Schöningh, 3. Aufl. 1995, UNI - Taschenbücher 1275, S. 38 - 61

Blickle, Peter :

Alpenländer, in: Buszello, Horst / Blickle, Peter / Endres, Rudolf (Hrsg.), Der deutsche Bauernkrieg, Paderborn: Schöningh, 3. Aufl. 1995, UNI - Taschenbücher 1275, S. 191 - 217

Buszello, Horst :

Der deutsche Bauernkrieg von 1525 als politische Bewegung, Berlin: Colloquium, 1983

Buszello, Horst :

Deutungsmuster des Bauernkriegs in historischer Perspektive, in: Buszello, Horst / Blickle, Peter / Endres, Rudolf (Hrsg.), Der deutsche Bauernkrieg, Paderborn: Schöningh, 3. Aufl. 1995, UNI - Taschenbücher 1275, S. 11 -23

Buszello, Horst :

Oberrheinlande, in: Buszello, Horst / Blickle, Peter / Endres, Rudolf (Hrsg.), Der deutsche Bauernkrieg, Paderborn: Schöningh, 3. Aufl. 1995, UNI - Taschenbücher 1275, S. 61 -97

Buszello, Horst :

Legitimation, Verlaufsformen und Ziele, in: Buszello, Horst / Blickle, Peter /

Endres, Rudolf (Hrsg.), Der deutsche Bauernkrieg, Paderborn: Schöningh, 3. Aufl. 1995, UNI - Taschenbücher 1275, S. 281 - 322

Dirlmeier, Ulf :

Stadt und Bürgertum. Zur Steuerpolitik und zum Stadt - Land - Verhältnis, in: Buszello, Horst / Blickle, Peter / Endres, Rudolf (Hrsg.), Der deutsche Bauernkrieg, Paderborn: Schöningh, 3. Aufl. 1995, UNI - Taschenbücher 1275, S. 254 - 281

Endres, Rudolf :

Franken, in: Buszello, Horst / Blickle, Peter / Endres, Rudolf (Hrsg.), Der deutsche Bauernkrieg, Paderborn: Schöningh, 3. Aufl. 1995, UNI - Taschenbücher 1275, S. 134 - 154

Endres, Rudolf :

Thüringen, in: Buszello, Horst / Blickle, Peter / Endres, Rudolf (Hrsg.), Der deutsche Bauernkrieg, Paderborn: Schöningh, 3. Aufl. 1995, UNI - Taschenbücher 1275, S. 154 - 177

Endres, Rudolf :

Ursachen, in: Buszello, Horst / Blickle, Peter / Endres, Rudolf (Hrsg.), Der deutsche Bauernkrieg, Paderborn: Schöningh, 3. Aufl. 1995, UNI - Taschenbücher 1275, S. 217 - 254

Gabel, Helmut / Schulze, Winfried :

Folgen und Wirkungen, in: Buszello, Horst / Blickle, Peter / Endres, Rudolf (Hrsg.), Der deutsche Bauernkrieg, Paderborn: Schöningh, 3. Aufl. 1995, UNI - Taschenbücher 1275, S. 322 - 353

Lohse, Bernhard :

Martin Luther, Eine Einführung in sein Leben und sein Werk Beck´sche Elementarbücher München: Beck, 1981

Pauk, Wilhelm :

Luther und Melanchthon, in: Vatja, Vilmos (Hrsg.), Luther und Melanchthon: Referate und Berichte des Zweiten Internationalen Kongresses für Lutherforschung, Göttingen 1961, S. 11 - 31

Rabe, Horst :

Reich und Glaubensspaltung, Deutschland 1500 - 1600 Lizensausgabe für die Büchergilde Gutenberg, Beck´sche Verlagsbuchhandlung, München 1989

Schulze, Winfried :

Deutsche Geschichte im 16. Jahrhundert, Moderne Deutsche Geschichte Band 1 Edition Suhrkamp 1268

Suhrkamp Verlag Frankfurt am Main 1987

Stupperich, Robert :

Philipp Melanchthon, Gelehrter und Politiker Göttingen; Zürich: Muster - Schmidt, 1996 ( Persönlichkeit und Geschichte; Bd. 151 )

Struck, Wolf - Heino :

Mittelrhein, in: Buszello, Horst / Blickle, Peter / Endres, Rudolf (Hrsg.), Der deutsche Bauernkrieg, Paderborn: Schöningh, 3. Aufl. 1995, UNI - Taschenbücher 1275, S. 177 - 191

Ulbrich, Claudia :

Oberschwaben und Württemberg, in: Buszello, Horst / Blickle, Peter / Endres, Rudolf (Hrsg.), Der deutsche Bauernkrieg, Paderborn: Schöningh, 3. Aufl. 1995, UNI - Taschenbücher 1275, S. 97 - 134

[...]


1 Bernhard Lohse, Martin Luther, Eine Einführung in sein Leben und Werk, München : Beck, 1981, S. 53

2 Robert Stupperich, Philipp Melanchtohn, Gelehrter und Politiker; Göttingen 1996, S. 68

3 Peter Blickle , Das Reich zu Beginn des 16. Jahrhunderts, in: Buszello, Horst / Blickle, Peter / Endres, Rudolf, Der deutsche Bauernkrieg, Paderborn 1995, S. 53

4 Laube, Adolf, Flugschriften der Bauernzeit, Berlin 1975, S. 26

5 Ebd., S. 203

6 Ebd., S. 223

7 Peter Blickle, Die Revolution von 1525, Oldenbourg 1993, S. 24

8 Ebd., S. 28

9 Ebd., S. 27

10 Ebd., S. 24

11 Lohse, Luther Einführung, S. 64 - 66

12 Stupperich, Melanchthon, S. 68 - 69

13 Prof. Dr. Wilhelm Pauk, Luther und Melanchthon, in: Vatja, Vilmos (Hrsg.), Luther und Melanchthon : Referate und Berichte des Zweiten Internationalen Kongresses für Lutherforschung, Göttingen 1961, S. 11 - 31

14 Ebd., S. 22

15 Laube, Flugschriften, S. 204

16 Ebd., S. 213 - 214

17 Ebd., S. 214

18 sehr

19 Ebd., S. 225

20 Ebd., S. 234

21 Ebd., S. 235

22 Ebd., S. 236

23 Vgl. S. 3

24 Helmut Gabel, Winfried Schulze, Folgen und Wirkungen, in: Buszello / Blickle / Endres (Hrsg.), Der deutsche Bauernkrieg, S. 325

18 von 18 Seiten

Details

Titel
Die Stellungnahmen Luthers und Melanchthons auf die Zwölf Artikel der Bauern
Hochschule
FernUniversität Hagen
Veranstaltung
Alteuropäische Schriftlichkeit
Note
3.7
Autor
Jahr
1998
Seiten
18
Katalognummer
V96952
Dateigröße
369 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Stellungnahmen, Luthers, Melanchthons, Zwölf, Artikel, Bauern, Alteuropäische, Schriftlichkeit
Arbeit zitieren
Harald Paul (Autor), 1998, Die Stellungnahmen Luthers und Melanchthons auf die Zwölf Artikel der Bauern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/96952

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