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Feministische Sprachkritik

Title: Feministische Sprachkritik

Term Paper (Advanced seminar) , 2000 , 37 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Sarah Gastreich (Author)

German Studies - Linguistics
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Einleitung:

Vor mehr als zwanzig Jahren entstand ein neues Forschungsgebiet innerhalb der Sprachwissenschaft: die feministische Linguistik beziehungsweise die feministische Sprachwissenschaft. Mit meiner vorliegenden Arbeit versuche ich herauszufinden, inwieweit die Forderungen der Feministinnen zu Änderungen in der Sprache geführt haben.
Die Arbeit behandelt die Themenbereiche, die in der Geschichte der feministischen Linguistik vorwiegend diskutiert worden sind.
Im folgenden Kapitel stelle ich zunächst komprimiert die Vorläufer und die Entstehung der feministischen Sprachwissenschaft dar und beginne dann, deutlich zu machen, wie eng die Sprache mit unserer Gesellschaft verbunden ist. Ferner zeige ich den Unterschied zwischen
Sprachwandel und Sprachplanung auf und verdeutliche an Beispielen, wie sich ein Bedeutungswandel vollziehen kann. Diesen erwähne ich in meiner Hausarbeit an verschiedenen Ausführungen.
Im darauffolgenden Kapitel beschäftige ich mich mit dem generischen Maskulinum. Hierbei monieren die Feministinnen, es bestehe ein zu enger Zusammenhang zwischen dem Genus (grammatisches Geschlecht) und dem Sexus (biologisches Geschlecht). Ihrer Meinung nach leite sich die semantische Herkunft eindeutig aus dem Maskulinum ab. Die feministischen Sprachkritikerinnen fühlen sie benachteiligt und fordern ein symmetrisches Pendant oder zumindest eine Form, die Frauen deutlich mit einbezieht. So folgen Lösungsvorschläge für
ein geschlechtergerechtes Deutsch. Das vierte Kapitel erörtert den sexistischen Sprachgebrauch. Dabei stehen die Geschlechts-rollenstereotypen im Vordergrund, die vor allem in Grammatiken, Wörter- und Schulbüchern dazu beitragen, die einstigen typischen Rollen von Frauen und Männern zu tradieren. Weiterhin prangern die Feministinnen die fehlenden weiblichen Berufsbezeichnungen an. Es gäbe überwiegend maskuline Berufsbezeichnungen und äußerst wenig feminine Entsprechungen.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Entstehung der feministischen Sprachwissenschaft:

2 Sprachwandel und Sprachplanung:

2.1 Gesellschaft und Sprache - Sprache und Gesellschaft

3 Das generische Maskulinum:

3.1. Lösungsvorschläge für ein geschlechtergerechtes Deutsch:

3.1.1 Die Beidbenennung:

3.1.2 Die Neutralisation:

3.1.3 Das generische Femininum:

4 Sexistischer Sprachgebrauch:

4.1 Geschlechtsrollenstereotypen in Grammatiken, Wörter- und Schulbüchern:

4.2 Richtlinien und Empfehlungen zur sprachlichen Gleichbehandlung:

4.3 Sexistische Anredeformen im Sprachgebrauch:

4.3.1 Aus Fräulein wird Frau?

4.4 Attributive Geschlechtsspezifikation:

5 Feminine Berufsbezeichnungen:

5.1 Die Movierung auf –in:

5.1.1 Arzt im Praktikum:

5.2 Geschlechtsspezifikation durch Lexeme und Suffixe:

5.3 Neutrale Berufsbezeichnungen

5.4 Die Folgen des Paragraphen 611 b BGB für Stellenausschreibungen:

6 Personenbezogene Pronomen:

6.1 Jedermann - jederfrau:

6.2 Jemand - jefraud, niemand - niefraud:

7 Rechtssprache:

7.1 Berufs- und Funktionsbezeichnungen:

7.2 Juristische Personenbezeichnungen:

8 Gegenläufige Tendenzen:

8.1 Neutrale Oberbegriffe:

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit die Forderungen der feministischen Sprachwissenschaft zu tatsächlichen Veränderungen im Sprachsystem und im allgemeinen Sprachgebrauch geführt haben. Im Fokus steht die historische Entwicklung der Sprachkritik sowie die Analyse von Lösungsansätzen für eine geschlechtergerechte Sprache.

  • Geschichte und Entstehung der feministischen Linguistik
  • Kritik am generischen Maskulinum und alternative Lösungsmodelle
  • Sexistischer Sprachgebrauch in Bildungsmedien und Rechtssprache
  • Die Entwicklung und Etablierung femininer Berufsbezeichnungen
  • Die Rolle von Pronomen und Anredeformen im gesellschaftlichen Wandel

Auszug aus dem Buch

3 Das generische Maskulinum:

Im Deutschen unterscheidet man zwischen dem Genus, der formalgrammmatischen Kategorie (Maskulinum, Femininum, Neutrum) und der außersprachlichen Gruppe Sexus, die auf das biologische Geschlecht hinweist. Ein Zusammenhang zwischen Genus und Sexus wird heute als willkürlich angenommen – ein Zusammenhang besteht nur bei Tierbezeichnungen, Berufsbezeichnungen und Personenbezeichnungen. Frauen und Männer können aber auch mit neutralen Wörtern bezeichnet werden, die einem der drei Genera angehören.

Weiterhin existieren noch andere Gruppen von Personenbezeichnungen, bei denen das grammatische Geschlecht nicht mit dem natürlichen kongruiert; das natürliche Geschlecht aber ist lexeminhärent festgelegt. In diesem Bereich zeigen sich bezüglich der Genera auffällige Asymmetrien, die außer der femininen und maskulinen Form gelten. Erwachsene Männer werden kaum mit sächlichem Genus benannt und auch selten mit weiblichem – hauptsächlich bezeichnet man sie mit maskulinen Substantiven.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Entstehung der feministischen Sprachwissenschaft: Das Kapitel beleuchtet den historischen Ursprung des Forschungsfeldes, welches eng mit der Frauenbewegung und dem Streben nach gesellschaftlicher Gleichstellung verknüpft ist.

2 Sprachwandel und Sprachplanung: Hier wird der Unterschied zwischen natürlichem Sprachwandel und bewusster Sprachplanung erläutert, wobei Sprache als Spiegelbild gesellschaftlicher Entwicklungen dargestellt wird.

3 Das generische Maskulinum: Dieser Abschnitt analysiert die Kritik am generischen Maskulinum und stellt verschiedene Lösungsansätze für ein geschlechtergerechtes Deutsch vor.

4 Sexistischer Sprachgebrauch: Das Kapitel erörtert Geschlechtsrollenstereotypen in Medien sowie in Lehrmaterialien und kritisiert sexistische Anredeformen.

5 Feminine Berufsbezeichnungen: Fokus liegt hier auf der Entwicklung weiblicher Berufsformen, der Movierung mittels des Suffixes -in und rechtlichen Rahmenbedingungen wie dem Paragraphen 611 b BGB.

6 Personenbezogene Pronomen: Untersucht wird die Kritik an Pronomen wie "man" oder "jedermann" sowie Versuche der Etablierung femininer Pendants.

7 Rechtssprache: Dieses Kapitel untersucht, warum die Rechtssprache als Fachsprache an maskulinen Formen festhält und welche Herausforderungen bei der Feminisierung juristischer Texte bestehen.

8 Gegenläufige Tendenzen: Hier werden kritische Gegenstimmen zur feministischen Sprachreform und die Forderung nach neutralen Oberbegriffen diskutiert.

Schlüsselwörter

Feministische Sprachwissenschaft, Sprachwandel, Sprachplanung, generisches Maskulinum, Beidbenennung, Binnen-I, Sexistischer Sprachgebrauch, Berufsbezeichnungen, Movierung, Rechtssprache, Geschlechtsrollenstereotypen, Personenbezogene Pronomen, Gleichbehandlung, Sprachsystem, Sprachgebrauch.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die feministische Sprachkritik und deren Einfluss auf die deutsche Sprache, insbesondere im Hinblick auf die Sichtbarkeit von Frauen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den Schwerpunkten gehören das generische Maskulinum, der geschlechtergerechte Sprachgebrauch, feminine Berufsbezeichnungen sowie die geschlechtsspezifische Kritik in der Rechtssprache.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist herauszufinden, inwieweit die Forderungen feministischer Linguistinnen tatsächlich zu einer nachhaltigen Änderung des Sprachsystems und des Sprachgebrauchs geführt haben.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse sprachwissenschaftlicher Literatur sowie der Untersuchung von Fallbeispielen aus Medien, Rechtstexten und Verwaltungsvorschriften.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Entstehungsgeschichte, sprachlichen Lösungsansätzen wie Beidbenennung, Kritik an Stereotypen und die Auswirkungen rechtlicher Regelungen auf Berufsbezeichnungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Feministische Sprachwissenschaft, generisches Maskulinum, Sprachwandel, Berufsbezeichnungen und geschlechtergerechte Sprache.

Wie bewertet die Autorin die Forderung nach dem "Binnen-I"?

Die Autorin sieht im Binnen-I eine beliebte und ökonomische Lösung, räumt jedoch ein, dass es in der Rechtssprache auf Kritik stößt und die mündliche Verwendung zu Schwierigkeiten führen kann.

Was ist das sogenannte "Titanicprinzip" in der feministischen Sprachkritik?

Es bezeichnet die Forderung, bei der Anrede von Frauen und Männern stets die weibliche Form zuerst zu nennen, um die traditionelle Voranstellung maskuliner Formen zu brechen.

Excerpt out of 37 pages  - scroll top

Details

Title
Feministische Sprachkritik
College
University of Dusseldorf "Heinrich Heine"  (Germanistische Sprachwissenschaft)
Course
Bedeutungswandel
Grade
1,3
Author
Sarah Gastreich (Author)
Publication Year
2000
Pages
37
Catalog Number
V969
ISBN (eBook)
9783638105996
Language
German
Tags
Feminismus Sprachkritik Bedeutungswandel generisches Maskulinum
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sarah Gastreich (Author), 2000, Feministische Sprachkritik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/969
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