Der Zusammenhang von Armut und Rechtsextremismus


Seminararbeit, 1999
24 Seiten, Note: 1

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Inhalt

I. Einleitung

II. Deprivation und Desintegration - die gängigen Erklärungsmodelle der Rechtsextremismusforschung

III. Heitmeyers Studie “Gewalt” – Milieuzugehörigkeit und Rechtsextremismus

IV. Kritik an Heitmeyers Thesen

V. Sozialstruktur der Wähler der Republikaner bei der Europawahl 1989

VI. Die Studie “Jugend 90” und ihre Ergebnisse

VII. Rechtsextremismus als “Wohlstandschauvinismus” und “Dominanzkultur”

VIII. Rechtsextremismus als Folge der sozialen Ungleicheit

IX. Literaturangaben

I. Einleitung

Seit den 80er Jahren ist nicht nur in der BRD, sondern in ganz Europa der Rechtsextremismus wieder auf dem Vormarsch.[1] Nicht nur die Erfolge rechtsextremer Parteien bei verschiedenen Wahlen, wie zuletzt bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, sondern insbesondere auch das steigende Ausmaß rechtsextremer und rassistischer Gewalt,[2] haben deutlich gemacht, dass der Rechtsextremismus längst nicht mehr eine gesellschaftliche Randerscheinung ist, sondern zunehmend offene Zustimmung in breiten Schichten der Gesellschaft findet.

Als gegen Ende der 80er Jahre rechtsextreme Parteien überraschend größere Wahlerfolge errangen, schien dies aus der Enttäuschung un­terprivilegierter, vornehmlich in städtischen Ballungszentren wohnender Schichten über die Politik der etablierten Parteien zu resultieren.[3]

Damit rückte die Frage nach dem Zusammenhang zwischen sozialer Lage und der Wahl rechtsextremistischer Parteien bzw. der Übernahme rechtsextremistischer Orientierungen in den Vordergrund.

Folgt man dem in den Medien, bei Politikern, aber auch bei Sozialarbeitern und –pädagogen verbreiteten Bild des typischen rechtsextremen Gewalttäters, erscheint Armut[4] als Ursache für die Entstehung von Rechtsextremismus als plausible Erklärung.

Wer kennt sie nicht, die Bilder von fehlsozialisierten, arbeitslosen Ju­gendlichen ohne Schulabschluß, ohne Zukunftschancen und Perspektiven. Arbeitslose trinkende Väter. Mütter, die fast den ganzen Tag arbeiten und sich nicht um ihre Kinder kümmern können. Anerkennung und Bestätigung gibt es nur in der Gruppe. Wohnen in trostlosen Trabantenstädten und Plattenbausiedlungen ohne Freizeitangebote. Der ganze Frust und die ganze Ohnmacht entladen sich in Ge­walt gegen Flüchtlinge und Migranten.

Die Erklärungen, wie man in solchen Verhältnissen zum Gewalttäter wird sind einfach: fehlende Vaterfigur, frühe Gewalterfahrungen im Alltag, Ohnmachtsgefühle und Frustrationen durch gesellschaftliche Entwertung. Mit Gewalt gegen noch Schwächere und deren Legitimation durch rechtsextremistische Parolen wird die eigene Ausgegrenztheit verdrängt. Durch “Kameradschaft”, die Gruppenzugehörigkeit und durch die Überbetonung der eigenen “Nation” wird das fehlende Selbstwertgefühl kompensiert. Wer arm ist, so die einfache Logik, der sei psychisch instabil, sozial ohnmächtig, anfällig dafür, anderen die Schuld zu geben und werde schnell gewalttätig und menschenverachtend.

Auch die Rechtsextremismusexperten scheinen diesem einfachen Bild recht zu geben: ”Die Verschärfung sozialer und psychischer Deprivationen im unteren Drittel unserer Wohlstandsgesellschaft hat zum entste­hen des Rechtsradikalismus beigetragen, der sehr stark eine Reaktion der unteren sozialen Schichten ist",[5] so der Direktor der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung.

Wahlerfolge von Parteien wie den Republikaner werden als eine “verzwei­felte Protestentscheidung gegen eine politische Klasse, die eine Politik gegen die Jugend betrieben”[6] habe, gedeutet oder gar zu einem “rechten Wähleraufstand im sozialdemokratischen Arbeiter- und Sozial­hilfeempfängermilieu”,[7] und einem “Aufstand der Modernisierungsopfer”[8] hochstilisiert. Dementsprechend sehen auch die staatlichen Gegenmaßnahmen aus: Staatliche Förderprogramme zur Errichtung neuer Jugendzentren, Ak­zeptierende Sozialarbeit, Bildungsmaßnahmen, Erlebnispädagogik etc.[9]

Doch dieses Bild des rechtsextremen Gewalttäters gerät ins Wanken, schaut man sich z.B. die Berufsstruktur von erfaßten Tätern mit “erwiesener oder zu vermutender rechtsextremistischer Motivation” des Bundeskriminalamtes an. Im Jahr 1992 waren 43% der rechtsextremen Täter Schüler, Studenten oder Auszubildende;[10] 31% Facharbeiter oder Handwerker und 9% Angestellte. Nur 9% waren arbeitslos und lediglich 1% waren ungelernte Arbeiter. Auch im Niedersächsischen Verfassungsschutzbericht von 1994 wird in Bezug auf eine “Analyse fremdenfeindlicher Straftäter” der Autoren Wilems, Eckert und Würtz festgestellt:

“Nach dem Ergebnis der Analyse stammen die Tatverdächtigen nicht vorwiegend aus deklassierten Randgruppen. Sie rekru­tieren sich vielmehr aus unterschiedlichen sozialen Schichten und Berufsgruppen, überwiegend allerdings aus dem Arbeiter- und kleinbürgerlichen Milieu.”[11]

Diese Zahlen lassen Zweifel aufkommen an einem einfachen Zusammenhang von der individuellen Betroffenheit von Armut und der Neigung zu Rechtsextremismus.

Im folgenden soll deshalb der Frage nach dem Zusammenhang von Armut und Rechtsextremismus nachgegangen werden. Da es derzeit keine wissenschaftliche Studie gibt, die speziell die Ver­breitung von Rechtsextremismus in der Armutsbevölkerung[12] in der BRD untersucht, wird anhand von anderen empirischen Studien und Wahlanalysen, die zumindest Auskunft über den Zusammenhang von sozialen Lagen und rechtsextremistische Orientierungen geben, der Frage nachgegangen, ob Rechtsextremismus tatsächlich vor allem bei denjenigen Verbreitung findet, die in den untersten sozialen Schichten[13] dieser Gesellschaft zu finden sind.

Zunächst wird das in der Rechtsextremismusforschung gängige Erklärungsmodell der Desintegration und Deprivation als Ursache für Rechtsextremismus dargestellt, welches – wenn auch eingeschränkt - einen Zusammenhang von prekären Lebenslagen und Rechtsextremismus herstellt.

Anhand von empirischen Ergebnissen der Studie “Gewalt”[14] von Wilhelm Heitmeyer, einem der wichtigsten Vertreter dieser Theorie, wird überprüft, ob sich ein Zusammenhang von der Zugehörigkeit zu einem bestimmten Milieu und der Neigung zu rechtsextremistischen Orientie­rungen herstellen läßt und ob es tatsächlich nur das “untere Drittel” der Gesellschaft ist, in dem Rechtsextremismus und Gewalt gedeihen.

Neben der Feststellung, daß die empirischen Ergebnisse von Heit­meyer teilweise seinen theoretischen Überlegungen entgegenstehen, werden einige kritische Bemerkungen verschiedener Wissenschaftler an Heitmeyers Theorieansatz dargestellt.

Ausgehend von der Sozialstruktur der Wähler der Republikaner bei der Europawahl 1989 und einer Studie von Leiprecht u.a., die die Verbrei­tung von rechtsextremistischen Orientierungen bei “benachteiligten” und “nicht-benachteiligten” jugendlichen Arbeitern gegenüberstellt, werden zwei weitere Erklärungsmodelle, nämlich die der “Dominanzkultur” und des “Wohlstandschauvinismus”, dargestellt. Diese gehen insbeson­dere darauf ein, daß rassistische und rechtsextreme Orientierungen nicht nur von Menschen in prekären Lebenslagen vertreten werden.

Am Ende wird die These entwickelt, daß der Zusammenhang von Armut und Rechtsextremismus nicht in einer Kausalkette im Sinne “je ärmer, desto größer die Verbreitung rechtsextremistischer Orientie­rungen” besteht. Vielmehr fördern die zunehmende Armut auf der einen Seite und der steigende Reichtum auf der anderen Seite, also die Verstärkung von Ungleichheiten, rechtsextremistische Ideologien. Und dies vor allem auch bei denen, die von Armut nicht betroffen sind.

II. Deprivation und Desintegration - die gängigen Erklärungsmodelle der Rechtsextremismusforschung

In der bundesdeutschen Rechtsextremismusforschung haben sich in den letzten Jahren zwei Begriffe herauskristallisiert, die als gängige Er­klärungsmuster der Entstehung und Ausbreitung von “Rechtsextremismus und Gewalt” in den modernen Industriestaaten herhalten: Deprivation und Desintegration.

Deprivation heißt im wörtlichen Sinne “Beraubung”. In der Soziologie ist Deprivation die “Bezeichnung für die Unterversorgung bestimmter Indi­viduen oder Gruppen einer Gesellschaft mit lebenswichtigen oder für unbedingt notwendig gehaltenen Gütern, Dienstleistungen oder auch Ein­kommen, so daß das soziale Existenzminimum unterschritten wird.”[15]

Bei Deprivation handelt es sich um eine schwierige soziale oder auch psychische Situation, die Frustrationen hervorruft. Diese Frustrationen, so wird vermutet, begünstigen Rechtsextremismus und Gewalt. Mit dem Erklärungsmuster der Deprivation wird der Rechtsextremismus demnach auf die Unzufriedenheit der Menschen mit ihrer eigenen Lage zurückgeführt. Die Unzufriedenheit muß dabei nicht unbedingt durch eine Unterversorgung mit den lebensnotwendigen Gütern/Dienstleistungen/Einkommen (absolute Deprivation) gekennzeichnet sein, sondern kann auch im Mangel im Vergleich zu anderen gesellschaftlichen Per­sonen/Gruppen (relative Deprivation) bestehen.

Desintegration, so das Lexikon zur Soziologie, ist der “Prozeß der Auflösung der internen Struktur einer sozialen Gruppe oder eines sozialen Systems”.[16] Desintegration meint den Verlust sozialer Bindungen und Be­ziehungen, aber auch den Verlust traditioneller Werte und Bezugs­punkte und damit einhergehende Isolation und Anonymität. Dieser Verlust an “sozialer Integration” führe ebenso zu Ängsten und Unsicherheiten, die durch rechtsextremistische Orientierungen und Gewalt kompensiert werden.

Die Ursache der Deprivation und der Desintegration wird in der Regel in den Modernisierungsprozessen der gesellschaftlichen Entwicklung ge­sehen. So verortet auch der Bielefelder Jugendforscher Wilhelm Heit­meyer die Ursachen für Rechtsextremismus in den “außerordentlich widersprüchlichen Modernisierungsprozessen”,[17] die gesellschaftliche Individualisierungprozesse hervorbringen. Die ”Schattenseiten” dieser gesellschaftlichen Individualisierung drücke sich zunehmlich in “sozialen beruflichen und politischen Desintegrationsprozessen” aus. Desintegration, so Heitmeyer, meine dabei aber nicht nur Ausgrenzung von Randgruppen oder die Aufspaltung in eine 2/3 Gesellschaft, sondern die Auflösung “der gesellschaftlichen Bindemittel insgesamt”. Heitmeyer sieht die Auflösungsprozesse sowohl in Beziehungen zu anderen Personen oder Lebenszusammenhängen, in der faktischen Teil­nahme an gesellschaftlichen Institutionen als auch in der Verständigung über gemeinsame Wert- und Normvorstellungen.

Heitmeyer stellt mit Hinweis auf die gesellschaftlichen Prozesse als Ursache des Rechtsextremismus fest, daß dieser kein Problem sei, das “am Rande der Gesellschaft entsteht”. Vielmehr werden die Moderni­sierungsprozesse mit ihren Desintegrationserscheinungen “zuerst offen an den sozialen Rändern sichtbar”.

III. Heitmeyers Studie “Gewalt” – Milieuzugehörigkeit und Rechtsextremismus

Heitmeyer geht in seiner neusten Studie[18] nur am Rande auf die Frage nach der sozialen Lokalisierung fremdenfeindlicher bzw. rechtsextremistischer Jugendlicher ein. In der Betrachtung der sozialen Lokalisierung verwendet Heitmeyer einen “differenzierten Milieuansatz”. Im Gegensatz zu Klassen- und Schichtungsansätzen bezieht sich der Milieuansatz nicht allein auf die soziale Lage (Einkommen und Bildung), sondern bezieht auch Wertorientierungen und Lebensstile in die Kategorisierung mit ein.

Heitmeyer unterscheidet zwischen jeweils neun Milieus in den alten und neuen Bundesländern. Die Aufteilung in Ost und West begründet er mit den Unterschiedlichkeiten der “zwei Gesellschaften”.[19] Diese “zwei Gesellschaften” werden unter anderem auch dadurch deutlich, daß Heitmeyer anhand seiner empirischen Untersuchungen feststellt, daß im Westen eher machiavellistische Einstellungen vorherrschen und im Osten autoritäre.[20] Machiavellismus meint hier Einstellungen, bei denen die “persönliche Interessensdurchsetzung dominiert und zwar ohne Rücksicht auf andere Personen”[21] während Autoritarismus gekennzeichnet ist durch Orientierung an “Personen, die Stärke zeigen oder andere Menschen beherrschen”. Sowohl Machiavellismus als auch Autoritarismus sieht Heitmeyer als Einstellungen, die zu Gewalt bzw. Rechtsextremismus führen können.

Die Diagramme auf der folgenden Seite (Abbildung 1 und 2) zeigen den prozentualen Anteil von Personen in den Milieus (aufgeteilt nach Ost und West), die im letzten Jahr[22] körperliche Gewalt gegen Fremde ausgeübt haben. Die Tabellen (Abbildung 3 und 4) zeigen die prozentuale Verteilung der Personen auf die Milieus (ebenfalls aufgeteilt nach Ost und West), die gewaltaffine Einstellungen, gewaltbereite Fremdenfeindlichkeit oder rechtsextremistisches Verhalten aufweisen und den prozentualen Anteil, den die Milieus an der insgesamten Zahl der Befragten haben.

Heitmeyer stellt fest, daß die Gewalttätigkeit gegen Fremde bei den Jugendlichen in den verschiedenen Milieus breit gestreut ist. Im We­sten ragen jene Milieus hervor, die Heitmeyer als “wachsende Milieus” im “Mainstream der gesellschaftlichen Entwicklung”,[23] also Milieus, die einen hohen prozentualen Anteil an der Gesamtbevölkerung haben, der voraussichtlich noch ansteigt. Dazu kommt, daß sich “hinter den Personen mit rechtsextremistischen Verhaltensweisen ein breiter werdendes Bereitschafts- und Affinitätspotential befindet”.[24] Dieses Potential birgt die Gefahr in sich, daß es sich wahrscheinlich leicht durch rechtsextremistische Propaganda aktivieren läßt.

[...]


[1] Zur Entwicklung des Rechtsextremismus seit Ende des II. Weltkrieges vgl. Reinhard Kühnl/Gerd Wiegel u.a.: Die extreme Rechte in Europa. Zur neueren Entwicklung in Deutschland, Österreich, Frankreich und Italien, Heilbronn 1998

[2] 1997 registrierte das Bundeskriminalamt 11.720 Straftaten mit “rechtsextremistischem oder fremdenfeindlichen Hintergrund”. 3.000 mehr als im Jahr zuvor. Angaben entnommen aus: Jürgen Elsässer: Braunbuch DVU. Eine deutsche Arbeiterpartei und ihre Freunde (Konkret Texte 17), Hamburg 1998

[3] vgl. Christoph Butterwegge: Macht Armut rechtsextrem? Über die Zusammenhänge zwischen der Gesellschaftsentwicklung, prekären Lebenslagen und rassistischen Ideologien/Gewalttaten, in: Kritisches Forum (Hrsg.), Armut und Rechtsextremismus. Beiträge zur Krise des Sozialen (Studien Bd. 1), Duisburg 1995, S. 43-53 (im folgenden zitiert unter: Macht Armut rechtsextrem?)

[4] Zum Begriff Armut vgl.: Berthold Dietz: Was ist Armut? Konzepttheoretische Hinweise zum Umgang mit Armut im Kontext von Rechtsextremismus, in: Kritisches Forum (Hrsg.), Armut und Rechtsextremismus. Beiträge zur Krise des Sozialen (Studien Bd. 1), Duisburg 1995, S. 8-24

[5] Konrad Schacht: Der Rechtsextremismus hat eine Zukunft, in: Die Neue Gesellschaft/Frankfurter Hefte 2/1991, S. 155

[6] Hajo Funke: “Republikaner”. Rassismus, Judenfeindschaft, nationaler Größenwahn, o.O. 1989, S. 31

[7] Elmar Wiesendahl: Verwirtschaftung und Verschleiß der Mitte. Zum Umgang des etablierten Politikbetriebs mit der rechtsextremistischen Herausfoderung, in: Wilhelm Heitmeyer (Hrsg.): Das Gewalt Dillema. Gesellschaftliche Reaktionen auf fremdenfeindliche Gewalt und Rechtsextremismus, Frankfurt/M. 1994, S. 128

[8] Arno Klönne: Aufstand der Modernisierungsopfer, in: Blätter für deutsche und internationale Politik 5/1989, S. 545 ff.

[9] Zur Kritik an den staatlichen Programmen gegen jugendlichen Rechtsextremismus vgl. Wolfgang Buderus: Fünf Jahre Glatzenpflege auf Staatskosten. Jugendarbeit zwischen Politik und Pädagogik – Sozialpädagogische Jugendprojekte gegen Rassismus und Gewalt seit Hoyerswerda – Konzepte, Erfahrungen, Perspektiven, Bonn 1998

[10] Daten entnommen aus: Bundesinnenministerium (Hrsg.), Verfassungsschutzbericht 1992, Bonn 1993, S. 82 f

[11] Niedersächsisches Innenministerium (Hrsg.): Niedersächsischer Verfassungsschutzbericht 1994, Hannover 1995, S. 22

[12] Zwar gehen die meisten Studien über Wähler rechtsextremer Parteien, bzw. über Personen mit rechtsextremen Orientierungen auf deren Sozialstruktur ein, bleiben aber meist undifferenziert. So wird z.B. oft nicht zwischen Facharbeitern und ungelernten Arbeitern unterschieden. Beim Einkommen wird meist nicht darauf eingegangen, ob dieses nur für den Lebensunterhalt einer Person oder einer ganzen Familie verwendet wird. Zur Verbreitung von Rechtsextremismus unter Arbeitslosen und Sozialhilfeempfängern – die am ehesten als arm bezeichnet werden können – sind in der Literatur kaum Hinweise zu finden. Zum gegenwärtigen Forschungsstand vgl. auch: Jürgen Falter/ Hans-Gerd Jaschke und Jürgen R. Winkler, Rechtsextremismus. Perspektiven der Forschung, Opladen 1996

[13] Dazu zähle ich ungelernte Arbeiter, Arbeitslose (insbesondere Dauerarbeitslose die Arbeitslosenhilfe beziehen), kinderreiche Familien mit einem niedrigen Einkommen, Sozialhilfeempfänger etc.

[14] Wilhelm Heitmeyer u.a.: Gewalt. Schattenseiten der Individualisierung bei Jugendlichen aus unterschiedlichen Milieus, München 1998, S. 367 (im folgenden zitiert als: Gewalt)

[15] Fuchs-Heinritz/Lautmann u.a. (Hrsg.): Lexikon zur Soziologie, Opladen 1994, S. 134

[16] ebd., S. 135

[17] Wilhelm Heitmeyer: Weshalb ist diese Gesellschaft angesichts von Fremdenfeindlichkeit und Gewalt so paralysiert?, in: Klaus J. Bade: Ausländer – Aussiedler – Asyl in der Bundesrepublik Deutschland (Aktuell/Kontrovers 1994), 3. neubearbeitete und aktualisierte Auflage, Hannover 1994, S. 159

[18] vgl. Heitmeyer u.a.: Gewalt ...

[19] An dieser Stelle wird darauf verzichtet, die einzelnen Milieus und ihre soziale Lage, Wertorientierungen, Einstellungen, Lebensziele und Lebensorientierungen darzustellen. Soweit einzelne Milieus im folgenden eine Rolle spielen, werden sie an entsprechender Stelle kurz vorgestellt. Ein Überblick über die Milieus und ihre Merkmale findet sich bei Heitmeyer u.a.: Gewalt ... , S. 189 ff.

[20] vgl. Heitmeyer u.a.: Gewalt ... , S. 367

[21] ebd.

[22] Befragungszeitraum war von Oktober 1992 bis Januar 1993

[23] Heitmeyer u.a.: Gewalt ..., S. 383

[24] Heitmeyer u.a., Gewalt ... , S. 383 f.

24 von 24 Seiten

Details

Titel
Der Zusammenhang von Armut und Rechtsextremismus
Hochschule
Fachhochschule Braunschweig / Wolfenbüttel; Standort Wolfenbüttel
Note
1
Autor
Jahr
1999
Seiten
24
Katalognummer
V97006
ISBN (Buch)
9783640119387
Dateigröße
643 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Zusammenhang, Armut, Rechtsextremismus, Neofaschismus, Neonazis
Arbeit zitieren
David Janzen (Autor), 1999, Der Zusammenhang von Armut und Rechtsextremismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/97006

Kommentare

  • Gast am 16.2.2001

    erfrischende arbeit.

    Ich bin 55. In meiner Studienzeit wurden nach meiner Erinnerung nicht so gute Arbeiten geschrieben. Typisch war eine Pseudo-Abwiegerei zwischen renommierten Pfuschern wie hier H. einerseits und klaren Köpfen wie B. und Huisken andererseits. Und es folgte eine Besinnungsaufsatz-Zusammenfassung.

    Kommilitone Janzen dagegen hat die Sache auf den Punkt gebracht.

    Thomas Immanuel Steinberg

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