Die vorliegende Arbeit stellt einleitend das Thema Wissensmanagement dar. Insbesondere werden in diesem – ersten – Teil der Arbeit die Begriffe Daten, Information und Wissen voneinander abgegrenzt, was vor dem Hintergrund einer techniklastigen Betrachtung des Themas Wissensmanagement dringend erforderlich scheint. In diesem Zusammenhang muss geklärt werden, ob Wissen einer EDV-technischen Verarbeitung zugeführt werden kann. Im Vordergrund stehen hier Fragestellungen wie: Ist Wissen speicherbar? Ist Wissen übertragbar?
Anschließend wird mit dem Phasenmodell des Wissensmanagement nach Probst exemplarisch ein Modell herausgegriffen und ausführlich dargestellt. Probst bezeichnet sein Modell als „Bausteine des Wissensmanagement“ und sieht es als Vorschlag an die Praxis, das Thema Wissensmanagement im Unternehmen aufzugreifen.
Der Schwerpunkt der Arbeit liegt anschließend in der Untersuchung verschiedener Technologien hinsichtlich ihrer Eignung ein Wissensmanagement, wie es Probst darstellt, zu unterstützen. Untersuchte Technologien in diesem Zusammenhang sind Internet/Intranet, Data Warehouse, Dokumentenmanagement-Systeme, CSCW und Groupware-Systeme und Workflowmanagement-Systeme. Jede Technologie wird jeweils dargestellt und anschließend wird der Versuch unternommen, sie den Bausteinen des Wissensmanagements zuzuordnen.
Dies geschieht vor dem Hintergrund, dass einige Technologien nicht immer klar voneinander abzugrenzen sind und teilweise ineinander übergehen, was eine klare Betrachtung einzelner technologischer Ansätze bzw. Systeme erschwert. Ziel der Arbeit ist es, dennoch eine Zuordnung Technologie – Wissensmanagement- Bausteine zu finden.
Zum Abschluß soll mit Lotus Notes exemplarisch eine Softwarelösung herausgegriffen werden, in der mehrere der betrachteten Technologien zu einem Gesamtsystem vereint sind und das in der Praxis häufig in Bezug zu einer technikorientierten Wissensmanagement-Unterstützung eingeführt wird.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen des Wissensmanagements
2.1 Wissen
2.2 Wissensarten
2.2.1 Implizites und explizites Wissen
2.2.2 Individuelles und kollektives Wissen
2.3 Wissen als Produktions- und Wettbewerbsfaktor
2.4 Wissensmanagement
2.4.1 Entstehung
2.4.2 Begriffsdefinition
2.4.3 Wissensmanagement versus Informationsmanagement
2.4.4 Ziele eines Wissensmanagement
2.5 Ansätze des Wissensmanagements
2.5.1 Humanorientierter Ansatz des Wissensmanagements
2.5.2 Technologischer Ansatz des Wissensmanagements
2.5.3 Integrativer Ansatz eines Wissensmanagements
3 Phasenmodell des Wissensmanagements nach Probst
3.1 Wissensziele
3.1.1 Normative Wissensziele
3.1.2 Strategische Wissensziele
3.1.3 Operative Wissensziele
3.2 Wissensidentifikation
3.3 Wissenserwerb
3.4 Wissensentwicklung
3.5 Wissens(ver)teilung
3.6 Wissensnutzung
3.7 Wissensbewahrung
3.8 Wissensbewertung
4 Technologische Unterstützung des Wissensmanagements
4.1 Internet und Intranet
4.1.1 Grundlagen
4.1.1.1 Entwicklung
4.1.1.2 Kommunikationsprotokoll TCP/IP
4.1.1.3 DNS und Rechnernamen
4.1.2 Abgrenzung Internet und Intranet
4.1.3 Dienste
4.1.3.1 Electronic Mail
4.1.3.2 World Wide Web
4.1.3.3 Newsgroups
4.1.3.4 File Transfer Protocol
4.1.4 Informationsrecherche im Internet
4.1.5 Wissensmanagement-Unterstützung
4.2 Data Warehouse
4.2.1 Begriff
4.2.2 Architektur eines Data Warehouses
4.2.2.1 Datenschnittstelle und Transformationsprogramme
4.2.2.2 Datenbank, Metadaten und Archivierungssysteme
4.2.2.3 Benutzerschnittstelle
4.2.2.3.1 Data Access
4.2.2.3.2 Online Analytical Processing
4.2.2.3.3 Data Mining
4.2.3 Organisationsformen
4.2.4 Web Warehousing
4.2.5 Wissensmanagement-Unterstützung
4.3 Dokumentenmanagement-Systeme
4.3.1 Grundlagen
4.3.2 Dokumentenerfassung und -erstellung
4.3.3 Organisation und Speicherung
4.3.3.1 Komprimierung
4.3.3.2 Attributierung
4.3.3.3 Speicherung
4.3.4 Retrieval und Bereitstellung
4.3.5 Ausgabe
4.3.6 Dokumentenverwaltung
4.3.7 Wissensmanagement-Unterstützung
4.4 CSCW und Groupware-Systeme
4.4.1 Grundlagen
4.4.2 Systemklasse Kommunikation
4.4.2.1 E-Mail-Syteme
4.4.2.2 Konferenz-Systeme
4.4.3 Systemklasse gemeinsame Informationsräume
4.4.3.1 Bulletin-Board-Systeme
4.4.3.2 Verteilte Hypertext-Systeme
4.4.3.3 Verteilte Datenbanken
4.4.4 Systemklasse Workflow Management
4.4.5 Systemklasse Workgroup Computing
4.4.5.1 Planungssysteme
4.4.5.2 Gruppeneditoren
4.4.5.3 Entscheidungs- und Sitzungsunterstützungssysteme
4.4.6 Wissensmanagement-Unterstützung
4.5 Workflowmanagementsysteme
4.5.1 Workflow
4.5.2 Organisationsmodellierung
4.5.3 Definition von Vorgangstypen
4.5.4 Ausführung der Vorgänge
4.5.5 Ausführung einer Aktivität
4.5.6 Vorgangsmanagement
4.5.7 Architekturkonzept der Workflow-Management-Coalition
4.5.7.1 Workflow Enactment Service
4.5.7.2 Process Definition Tools
4.5.7.3 Workflow Client Applications
4.5.7.4 Invoked Applications
4.5.8 Wissensmanagement-Unterstützung
5 Lotus Notes als Werkzeug für ein Wissensmanagement
5.1 Grundlagen von Lotus Notes
5.1.1 Verteilte Datenbank
5.1.2 Internet / Intranetfunktionalität
5.1.3 Elektronische Kommunikation
5.1.4 Newsgroups
5.1.5 Information Retrieval
5.1.6 Workflow
5.1.7 Sicherheitskonzept
5.1.8 Erweiterungsfähigkeit
5.2 Lotus Notes und Wissensmanagement-Unterstützung
6 Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit verfolgt das Ziel, basierend auf dem Phasenmodell des Wissensmanagements nach Probst, den Einsatz verschiedener Informationstechnologien zu analysieren und deren Eignung zur Unterstützung wissensmanagementrelevanter Prozesse in Unternehmen zu bewerten.
- Grundlagen von Wissen, Wissensarten und Wissensmanagement im Unternehmen
- Analyse des Probst'schen Phasenmodells ("Bausteine des Wissensmanagements")
- Eignung von Technologien (Internet/Intranet, Data Warehouse, Dokumentenmanagement) für das Wissensmanagement
- Untersuchung von Groupware-Systemen und Workflowmanagement als unterstützende Werkzeuge
- Praktische Untersuchung von Lotus Notes/Domino als integrierte Softwarelösung für Wissensmanagement
Auszug aus dem Buch
4.2.2.3.2 Online Analytical Processing
Online Analytical Processing (OLAP) bezeichnet die dynamische, mehrdimensionale Analyse von Daten mit dem Ziel, neue oder unerwartete Beziehungen zwischen den Daten zu erkennen. In diesem Analyseansatz findet im Gegensatz zum Data Access eine Anpassung des Datenmodells an die Analyse statt. Der Begriff OLAP wurde 1993 von CODD et al. durch die Formulierung von zwölf Regeln, denen ein OLAP-System entsprechen sollte, geprägt. CODD stützte seinen Ansatz dabei auf der Annahme einer mangelnden Funktionalität des relationalen Datenmodells im Hinblick auf Datenanalyse, -synthese und -konsolidierung. Diese Unzulänglichkeiten resultierten in der Idee, die operative von der analytischen Welt zu trennen. Im Data Warehouse-Konzept wird eine eigene Datenbasis geschaffen, deren Aufbau und Funktionsweise den Analyseanforderungen hinsichtlich der Mehrdimensionalität des Datenraumes entspricht. Dadurch entsteht ein sog. Hyperwürfel, der mehr als drei Dimensionen besitzen kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung begründet die Relevanz des Wissensmanagements in modernen Unternehmen und skizziert das methodische Vorgehen der Arbeit, einschließlich der Modellwahl nach Probst.
2 Grundlagen des Wissensmanagements: Dieses Kapitel definiert den Wissensbegriff über eine Begriffshierarchie, unterscheidet verschiedene Wissensarten und beleuchtet Ansätze zum Management dieser Unternehmensressource.
3 Phasenmodell des Wissensmanagements nach Probst: Hier werden die „Bausteine des Wissensmanagements“ nach Probst als zentrales Analysemodell für den Managementprozess detailliert vorgestellt und strukturiert.
4 Technologische Unterstützung des Wissensmanagements: Dieser Hauptteil analysiert Internet/Intranet, Data Warehouse, Dokumentenmanagement, CSCW/Groupware und Workflow-Systeme hinsichtlich ihrer Eignung zur Unterstützung der Probst'schen Bausteine.
5 Lotus Notes als Werkzeug für ein Wissensmanagement: Das Kapitel untersucht exemplarisch an Lotus Notes, wie verschiedene der zuvor betrachteten Technologien in einer integrierten Softwareplattform für das Wissensmanagement kombiniert werden können.
6 Zusammenfassung und Ausblick: Der Abschluss fasst die Ergebnisse der Technologieanalyse zusammen und betont die Notwendigkeit, neben technischen Systemen auch die organisatorischen Aspekte ganzheitlich zu berücksichtigen.
Schlüsselwörter
Wissensmanagement, Wissensbausteine, Phasenmodell, Probst, Informationstechnologie, Intranet, Data Warehouse, Dokumentenmanagement, Groupware, Workflowmanagement, Lotus Notes, Unternehmensressource, Wissensspeicher, Organisationslernen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, inwiefern moderne Informationstechnologien geeignet sind, Prozesse des Wissensmanagements in Unternehmen effektiv zu unterstützen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die theoretischen Grundlagen des Wissensmanagements, das Phasenmodell von Probst sowie die Analyse spezifischer IT-Systeme wie Data Warehouses, Dokumentenmanagement und Groupware.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, eine systematische Zuordnung zwischen verschiedenen Basistechnologien und den spezifischen Phasen bzw. Bausteinen des Wissensmanagements nach Probst herzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und -synthese, um existierende Wissensmanagement-Konzepte mit technologischen Lösungsansätzen abzugleichen und diese kritisch zu bewerten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Untersuchung von Basistechnologien wie Internet/Intranet, Data Warehouse, Dokumentenmanagement, Groupware und Workflowmanagementsystemen im Kontext des Wissensmanagements.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Wissensmanagement, Bausteine, Probst, Basistechnologien und IT-gestützte Kooperation charakterisiert.
Wie unterscheidet sich Wissensmanagement vom Informationsmanagement?
Während das Informationsmanagement primär die effiziente Bereitstellung von Informationen zur Unterstützung operativer Prozesse fokussiert, stellt das Wissensmanagement den Menschen und sein subjektives, prozessgebundenes Wissen als strategischen Wettbewerbsfaktor in den Mittelpunkt.
Warum wird im Kontext des Wissensmanagements von einer „Todesspirale“ gesprochen?
Der Begriff beschreibt ein Szenario, bei dem aufgrund mangelnder Investitionen in die Benutzerfreundlichkeit eines Wissenssystems die Datenqualität sinkt, was zu schwindendem Vertrauen und letztlich zur Nichtnutzung des Systems führt.
- Quote paper
- Holger Himmel (Author), 2001, Basistechnologien zur Unterstützung des Wissensmanagements, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/9702