Gregor I., der Große


Referat / Aufsatz (Schule), 1993

4 Seiten, Note: sehr gut


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Gregor I., der Große

Geboren wurde Gregor um 540 n.Chr. in Rom als Sohn des reichen und angesehenen Senators Gordanius und seiner frommen Frau Sylvia. Er wurde bereits als Knabe und junger MAnn in den Wissenschaften und der Staatskunst unterwiesen und betrieb Ambrosius-, Hieronymus- und Augustinusstudien. Mit 30 Jahren war er bereits Stadtpräfekt von Rom. Das ist insofern verwunderlich, als daß man einem so jungen Mann das höchste Zivilamt der Stadt übertrug, als "Barbarenhorden" ganz Italien überrannten. Er fühlte sich jedoch stark angewidert von all dem Prunk in der obersten sozialen Schicht Roms angesichts der großen Not unter der Bevölkerung und entschloß sich daher kurz darauf dem weltlichen Leben zu entsagen. Zu diesem Zeitpunkt erbte er dann auch das elterliche Vermögen. Die Art, wie er damit umging, zeigte bereits seine neue Gesinnung, nachdem die Armen einen ordentlichen Teil seines Vermögens geerbt hatten, stiftete er den Benediktinern 6 Klöster auf seinen sizilianischen Gütern, sowie 1 Kloster in der elterlichen Villa in Rom (Andreaskloster). Im Jahr 575 n.Chr. trat er dann selbst in den Benediktinerorden als Mönch ein, wurde jedoch schon 577 n.Chr. zum Archidiakon ernannt. Um 580 n.Chr. wurde er von Papst Pelagius II. als päpstlicher Gesandter an den Hof von Byzanz geschickt. Dort beteiligte er sich nicht am ausschweifenden Leben, sondern behielt, mit einigen Gleichgesinten zusammen den strengen mönchischen Lebenswandel bei, bis er schließlich 585 vom Papst nach Rom zurnckgerufen wurde. Dort angekommen wurde er päpstlicher Berater. Diese Stellung behielt er bis zum Tode Pelagius II. bei, der der Pest während einer Überschwemmung Roms durch den Tiber im Jahre 590 erlag. Kurz darauf wählten ihn die Mönche von St.Andreas zum neuen Abt des Klosters und noch einmal wenig später wählten ihn Klerus und Volk zum neuen Papst, was ihm gar nicht recht war. Gregor dachte, wenn er sich mit so vielen weltlichen Dingen beschäftigte, sei sein Seelenheil in Gefahr. Also bat er den Stadtpräfekten Germanus, seine Freunde, sowie den Kaiser von Byzanz darum seine Wahl nicht zu bestätigen, jedoch ohne Erfolg. Am 3. September 590 n.Chr. wurde Gregor zum Papst geweiht. Sofort leitete er Maßnahmen gegen die Not der Bevölkerung in Rom ein und trat in Friedensverhandlungen mit den Langobarden, die die bis zu diesem Zeitpunkt immer wieder angegriffen und geplündert hatten. Als ersten außenpolitischen Erfolg konnte Gregor den Friedensschluß mit den Langobarden verbuchen, der trotz der massiven Störversuche des byzantinischen Statthalters zustande kam. Aber auch innenpolitisch kam Gregor gut voran: er konnte die Erträge der Kirchengüter steigern und so die Versorgung der vielen Armen und der Flüchtlicnge sichern. Durch die sorgsame Verwaltung der Kirchengüter und eine sparsame Haushaltsfnhrung konnte Gregor sogar einen Fond einrichten, aus dem er Notleidenden Geld zukommen ließ, bzw. Lebensmittel für die Armen finanzieren konnte. Damit übernahm die Kirche Aufgaben, die eigentlich der kaiserlichen Zivilverwaltung oblagen. 593 n.Chr. erschien der Langobardenkönig Agilulf mit seinem Heer vor den Toren der Satdt und Gregor konnte die Belagerung der Stadt nur durch das Versprechen einer jährlichen Tributzahlung von 500 Pfund Gold verhindern. Gegen diese Bemühungen Gregors stellten sich der Exarch(Statthalter) von Italien, Romanus, sowie der Kaiser selbst. Der Kaiser schalt ihn einen einfältigen Menschen, der von den Langobarden betrogen werde. Über diese Behandlung empörte sich Grgor nun seinerseits in einem Schreiben, indem er sehr klar zum Ausdruck brachte, daß er dem Kaiser nicht traue und daß er ihm, Gregor, nichts zu sagen hätte. Andererseits stand er ebenfalls mit dem Langobardenkönig Agilulf sowie seiner Gattin Theudelinda, einer katholischen Herzogstochter aus Baiern, in Verbindung. Mit Theudelindas Hilfe konnte Gregor Agilulf (590 - 616) dazu bewegen, der katholischen Kirche Schutz zu gewähren. Gegen Ende der Amtszeit Gregors ließ Agilulf seinen Sohn Adaloald sogar katholisch taufen. So bereitete er den Ausgleich zwischen Langobarden und Romanen vor. Später stand er auch noch mit der fränkischen Königin Brunhild, die nicht nur eine tüchtige Regentin und zielstrebige Machtpolitikerin, sondern auch eine Frau von unerhörter Rachsucht und Grausamkeit war, im Briefwechsel und machte ihr viele Komplimente ihre Regierung betreffend. Das wurde ihm von der Nachwelt oft übel genommen. Er wollte jedoch einige Mißstände in der fränkischen Reichskirche beseitigen und eine engere Verbindung zu dieser knüpfen. Und da er mit einer Bußpredigt bei Brunhild nicht weit gekommen wäre und selbst über keine große Macht oder die Unbefangenheit des reinen Geistlichen verfügte, wählte er diesen Weg. Diesem Unternehmen war jedoch kein Erfolg bechieden. Ganz anders jedoch einer Aktion, der er seinen Hauptruhm verdanken sollte: die Bekehrung der Angelsachsen in Britannien. 596 entsandte Gregor den Abt Augustinus aus dem Andreaskloster in Rom mit einer Schar von Missionaren nach Britannien. König Ethelbert(560 - 616), der mit einer Nichte Brunhilds verheiratet war, trat bald zum Christentum über. Trotz dieses guten Anfangs gab es schon bald Rückschläge. Gregor war der erste Papst, der erkannte, wie wichtig die Gewinnung der germanischen Völker für die Kirche sein konnte und es auch war. Deshalb setzte er sich auch energisch für die Missionierung der noch heidnischen germanischen Stämme ein. Ein Beweis dafür, daß er nicht einfach nur seinen Machtbereich mittels der Missioniereung ausweiten wollte, ist die Tatsache, daß er die neue angelsächsische Kirche nicht direkt Rom, sondern der unabhängigen fränkischen Reichskirche unterstellte. Aber auch andere Völker wurden zumindest mit Gregors Hilfe christianisiert, so z.B. die Westgoten in Spanien. Dort bewegte Gregors Freund Leander von Sevilla den westgotischen König und damit auch das ganze Volk dazu, zum christlichen Glauben überzutreten. Gestorben ist Gregor am 12. März 604 n.Chr., nachdem er bereits lange Zeit krank gewesen war.

Über 800 Briefe sind von Gregor erhalten. Sie allein zeichnen schon ein überwätigendes Bild von der Liebe, Regsamkeit und Regierungsweisheit dieses Mannes. Zeitlebens hatte er, wie alle Menschen seiner Zeit, das Weltende und die Rückkehr Christi erwartet. Er hat jedoch gezeigt, daß dieser Glaube kein Hindernis für ein tätiges Leben ist. Seine Regierungszeit widerlegt die Meinung, daß der religiöse Mensch unfähig sei, die Dinge dieser Welt zu meistern. Nicht viele Großen haben so die Welt geprägt und die Geschichte bestimmt, wie dieser Mann, der einmal von sich selbst gesagt hat, daß seine schönste und glücklichste Zeit die war, als er noch ein unbekannter Mönch war. Zwei Jahrhunderte nach seinem Tod wurde er von Gregor IV. aus der Vorhalle der Petersbasilika in das innere der Basilika umgebettet. Die Grabinschrift lautete: "Konsul Gottes".

Quellen:

1) Meyers illustrierte Weltgeschichte in 20 Bänden (Band 9)
2) Hans Hümmeler, "Helden und Heilige", Haus Mickelsberg Verlag
3) Bertelsmann Volkslexikon, Bertelsmann Verlag
4) Der Brockhaus in einem Band
5) Neues großes Lexikon in Farbe in 2 Bänden (Band 1)

Erklärung:

Ich versichere hiermit, alleiniger Urheber dieses Textes zu sein und alle Quellen nach bestem Gewissen korrekt angegeben zu haben.

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Details

Titel
Gregor I., der Große
Note
sehr gut
Autor
Jahr
1993
Seiten
4
Katalognummer
V97067
ISBN (eBook)
9783638097420
Dateigröße
353 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Kurzreferat, 3 Seiten.
Schlagworte
Gregor, Große
Arbeit zitieren
Christopher Schmidt (Autor:in), 1993, Gregor I., der Große, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/97067

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