Rom - die ewige Stadt! Nicht nur das antike Rom als die Hauptstadt des großen römischen Reiches ist interessant, in gleichem Maße ist das "katholische" Rom von hohem Interesse.
Die angenommene Existenz der Gräber ihrer wohl wichtigsten Märtyrer, nämlich Petrus und Paulus, hat die Kirche an Rom gebunden. Der von Jesus selbst eingesetzte Petrus sollte als "Vicarius Christi" die Gemeinde von Jerusalem leiten. Aus verschiedenen Gründen ging Petrus später nach Rom.
Die bereits sehr früh beginnende Verehrung des angenommenen Apostelgrabes, der spätere Bau des Tropaion Petri und verschiedene Überlieferungen legen Zeugnis für den Glauben an die Existenz des Grabes Petri ab.
Von diesem Zeugnis beeindruckt, war ich bereits mehrmals in der Stadt Rom. Die Orte des Wirkens, Sterbens und die angenommenen Gräber der beiden Apostelfürsten, habe ich bereits persönlich in Augenschein nehmen können und habe dort mehrmals an qualifizierten Führungen teilgenommen. Aus diesem Grund bestand bereits ein gewisses Maß an Vorwissen, das zur Erstellung dieser Arbeit sehr hilfreich war.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
1. Einleitung
1.1 Petrus in Rom
1.2 Tod des Petrus im Circus des Caligula (Nero)
1.3 Grablegung Petri
2. Alt St. Peter und St. Peter „auf“ dem Hügel Vaticanus
2.1 Konstantinische Basilika (Alt – St. Peter)
2.2 Dom St. Peter
3. Grabmal Petri unter der Confessio in St. Peter
3.1 Ausgrabungen unter St. Peter
3.2 Weitere Thesen
3.21 Zeugnisse des petrinischen Grabes in San Sebastian (ad catacumbus)
3.22 Frühmittelalterliche Überlieferung
3.3 Zusammenfassung der Ergebnisse und Thesen
4. Zusammenschau
5. Literaturliste
5.1 Bildnachweis
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die historischen und archäologischen Quellen zur Entwicklung des päpstlichen Primates, mit besonderem Fokus auf die Ergebnisse der Ausgrabungen unter dem Petersdom. Ziel ist es, die wissenschaftliche Evidenz für das Grab des Apostels Petrus in Rom zu prüfen und die damit verbundenen Überlieferungen kritisch einzuordnen.
- Die Rolle des Petrus in der frühen christlichen Gemeinde und seine Verbindung zu Rom.
- Die archäologischen Befunde unter dem heutigen Petersdom und die Identifikation des Apostelgrabes.
- Die Bedeutung der konstantinischen Basilika für die Verehrung des Petrusgrabes.
- Kritische Auseinandersetzung mit alternativen Thesen zum Sterbeort und zur Grablegung Petri.
Auszug aus dem Buch
3.1 Ausgrabungen unter St. Peter
Papst Pius XII. setzte 1939 eine eigene Kommission von Fachleuten ein, die Untersuchungen anstellen sollten, gerade dieses Mysterium zu lichten. Die Ausgrabungen hatten wohl den von aller katholischer Welt vermuteten und erwarteten Erfolg. Gerade diese Wissenschaftler ‚fanden’ das Petrusgrab, wie immer angenommen, unter der Confessio des Petersdomes.
Die Ausgrabungen wurden von der Höhe der Sakramentskapelle bis zum Papstaltar unternommen; gerade ca. 70 m. Der Zugang zu den Ausgrabungen erfolgt von der Südseite der Kirche. Zunächst durchquert man drei Nebenräume der Grotten, die von Resten der alten Basilika ausgefüllt sind, bis man auf die Außenmauern des Konstantinbaues stößt. Ein paar weitere Stufen hinunter und man befindet sich in der Nekropole, in einer Stadt der Toten. Diese war vermutlich eine der größten Roms.
Anhand von Mosaiken und ähnlichen Bildern lässt sich ablesen, dass hier Heiden und Christen gleichermaßen bestattet wurden. So findet man z. B. neben heidnischen Symbolen und Zeichen in dem Mausoleum der Valerier in einer Nische zwei merkwürdige Köpfe, die in späterer Zeit wohl mit Kohlen – vielleicht um 300 – an die Wand gemalt wurden und vermutlich Christus und Petrus darstellen sollen. Dieses geht – falls die Deutung richtig ist – aus den lateinischen Worten hervor, die daneben gekritzelt wurden: „Petrus, bitte für die heiligen christlichen Menschen, die bei diesem Leib begraben liegen“. Diese Worte bezeugen, dass der Schreiber davon überzeugt war, sehr nahe am Grab Petri zu sein.
Zusammenfassung der Kapitel
Vorwort: Der Autor erläutert seine persönliche Faszination für das „katholische“ Rom und seine Motivation, das historische Zeugnis um die Apostelgräber zu erforschen.
1. Einleitung: Dieses Kapitel behandelt die biblische Vorrangstellung des Petrus und die Bedeutung seiner Person für die urchristliche Gemeinde sowie seine Ankunft in Rom.
2. Alt St. Peter und St. Peter „auf“ dem Hügel Vaticanus: Hier wird der Einfluss Konstantins des Großen auf die Errichtung der ersten Basilika über der Stätte des angenommenen Petrusgrabes beleuchtet.
3. Grabmal Petri unter der Confessio in St. Peter: Der Hauptteil analysiert die archäologischen Ausgrabungen unter dem Petersdom und bewertet verschiedene Thesen zu den Grabstätten.
4. Zusammenschau: Abschließende Betrachtung der Beweislage, die die Wahrscheinlichkeit der Authentizität des Petrusgrabes trotz wissenschaftlicher Vorbehalte als gerechtfertigt ansieht.
Schlüsselwörter
Petrus, Apostelgrab, Vatikan, Konstantinische Basilika, Archäologie, Rom, Urchristentum, Ausgrabungen, St. Peter, Märtyrer, Verehrung, Tropaion, Confessio, Geschichte, Reliquien.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der historischen und archäologischen Identifikation des Petrusgrabes unter dem Petersdom und dessen Bedeutung für das Verständnis des päpstlichen Primates.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Zentrum stehen die biblische Rolle des Petrus, die archäologischen Ausgrabungen unter St. Peter sowie die historisch-kritische Einordnung der Apostelverehrung.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist die Überprüfung der Belege für die Anwesenheit und Grablegung des Apostels Petrus in Rom basierend auf den Ausgrabungsergebnissen zwischen 1939 und 1950.
Welche wissenschaftliche Methode findet Anwendung?
Es handelt sich um eine kirchengeschichtliche Untersuchung, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und der Auswertung archäologischer Berichte basiert.
Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die Baugeschichte von St. Peter, die Durchführung der Grabungen in der vatikanischen Nekropole und die Diskussion konkurrierender Thesen zur Grablegung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Petrus, Apostelgrab, Konstantinische Basilika und vatikanische Ausgrabungen geprägt.
Welche Bedeutung kommt dem „Tropaion“ zu?
Das Tropaion ist ein zentraler Ankerpunkt der Beweisführung; es wird als ein im 2. Jahrhundert errichteter Gedenkbau interpretiert, der die exakte Stelle des petrinischen Grabes markiert.
Warum wird die These einer Grablegung in den Katakomben von San Sebastian als unwahrscheinlich eingestuft?
Der Autor führt die früh bezeugte Verehrung auf dem Hügel Vaticanus und die dortigen archäologischen Befunde als stärkere Indizien an, die eine Grablegung in San Sebastian als historisch unwahrscheinlich erscheinen lassen.
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- Ralph Regensburger (Author), 2001, Quellen zur Entwicklung des päpstlichen Primates. Ergebnisse der Ausgrabungen unter St. Peter, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/9707