Villen des Veneto, Die Villa GODI


Seminararbeit, 2000

18 Seiten, Note: n/a


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Vorwort

Die Villen des Veneto sind in ihrer Zahl und Gestaltung wohl einzigartig - nicht nur für ihre Zeit, sondern auch noch für Jahrhunderte gültig in ihrer Struktur und Darstellung.

Sie sind der neu entstandene Architekturtypus der Renaissance1, der durch die Bewegung von der Stadt auf das Land geboren wurde. Die Villa ist der Ausdruck der Herrschaft und der Macht all derer, die im Veneto ihre neuen herrschaftlichen Zeichen setzten.

Betrachtet man die Vielfalt und Möglichkeiten der Darstellung, so kommt einem so mancher Zweifel an der Wirksamkeit des Satzes: "Aus der Geschichte lernen...". Nicht nur für die unmittelbare Zeit, sondern für die folgenden Generationen stellt die Baukunst des 16 Jh. eine Form dar, der es heute noch nachzueifern gilt.

Nicht nur das sich die Baumeister der Renaissance mit ihrer Zeit auseinandersetzten, vielmehr Ihre Fähigkeit sich über ihren Beruf hinaus mit der Philosophie und Kunst zu befassen, zeigt in welcher Dimension man die Bauwerke vergangener Generationen betrachten muß.

Im Veneto mit seinen berühmten Städten, wie Venedig, Verona, Vicenza und Padua zogen der Geist und die Kunst der Italienischen Renaissance erst relativ spät in die Gemüter seiner Bevölkerung ein. Während in Florenz der neue Stil bereits zu erstarren anfing, baute man im Veneto, dem Born der Künste, wie Shakespeare seinen Lucentio in der "Widerspenstigen Zähmung" sagen ließ, noch die filigranen Paläste der Spätgotik. Erst im 16. Jahrhundert fand die Region in Andrea Palladio, den ihr kongenialen Architekten.

Am Beispiel der Villa Godi soll hier versucht werden, die geschichtliche Bedeutung des Villenbaus in der italienischen Renaissance zu zeigen.

Der Hintergrund

Das Leben Palladios fiel in eine Zeit, in der das Veneto bzw. Venedig nicht in größere Kriege verwickelt war. Die Auseinandersetzungen zwischen den vielen Kleinstaaten auf der italienischen Halbinsel betrafen die Seemacht Venedig im 16. Jahrhundert weniger. Der letzte Konflikt war vor der Geburt Andrea del la Gondolas - die Cambrai-Kriege, von denen Palladio noch indirekt profitieren sollte. In dieser Zeit begann auch der Handel von venezianischen Kaufleuten mit den kurz zuvor entdeckten Südamerika. Venedig erfuhr unter anderem dadurch großen Reichtum und es bildete sich eine wohlhabende Oberschicht. Diese Oberschicht nannte sich selbst ,,Intelligenza" - und nicht ohne Grund. Zur Intelligenza zählte, wer nicht mehr selbst arbeiten mußte, sondern durch die Erträge seiner erarbeiteten, ererbten oder sonstwie erlangten Ländereien leben konnte. Zum Zeitvertrieb dieser Leute gehörte das Studium. Man versuchte sich als Philosoph, Literat, Dichter, Mathematiker oder sonstiger Theoretiker. Am angesehensten war man, wenn man sich auf vielen theoretischen Gebieten auskannte. Zur Demonstration der Macht gehörte natürlich auch ein gutes Gespür für die Kunst. So kam es gerade in der Renaissance dazu, daß Adlige die Kunst und begabte Künstler förderten. Bekanntestes Beispiel dafür ist wohl Lorenzo de Medici, der unter anderem Michelangelo als Mäzen zur Seite stand.

Neben der Bildhauerei und der Malerei stellte aber auch die Architektur einen Bereich dar, mit dem man sich zu repräsentieren hatte. Das galt natürlich nicht nur für die Intelligenza, sondern auch für viele höhere Beamte und Kaufleute im Umland Venedigs. Auch Vicenza bildete sich eine Oberschicht, die sich gerne repräsentieren wollte und die zum Teil noch an den Cambrai-Kriegen insofern litt, als ihre Stadtpaläste häufig einer Renovierung bedurften und dazu ein Architekt beauftragt werden sollte.

Haustyp

Venedig hatte sich am Ende des 15. Jh. eine große Machtposition in Europa geschaffen und galt als unumstrittene Führungsmacht im Mittelmeerraum.

Doch was als Supermacht herrschte, mußte bald erkennen, daß Machtergreifung und die Verteidigung desselben zwei völlig verschiedene Dinge sind und nur mit entsprechendem Know How zu erhalten ist.

Der Verlust der Seehandelsmacht und die damit verbundene soziale Krise brachten Venedig in den 30igern und 40iger Jahren des 16.Jhd. in wirtschaftliche Not und zwang die Nobilitäten zu einem Umdenken. Die schon im 15.Jhd. begonnene Landnahme in Veneto2 - auf der

Terraferma - wurde jetzt verstärkt betrieben - die "Conquista del Veneto". Durch das durch Handel und Gewerbe erstarkte Bürgertum mußte eine neue wirtschaftliche Grundlage geschaffen werden, die dadurch ihren Ausdruck fand.

Sicher hatte Venedig alles zu seiner Machterhaltung getan, jedoch die wenig effektive Verwaltung und das zentralistische System der Dogen3 mit ihren Intrigen und Bürokratie sollten keinen dauerhaften Erfolg ermöglichen.

So konnten die Patrizier ihre neue Macht auf dem Lande besser entfalten als in Venedig - verstärkt noch durch die philosophischen Einflüsse der Zeit.

Die Villa als Ausdruck der Macht

Durch die Landnahme der venezianischen Patrizier und Adligen im Gebiet der Terraferma4, mußten Zeichen im Sinne der Macht gesetzt werden, die der Stellung und der Bedeutsamkeit der Familien gerecht wurden. So enstand eine neue, von antiken Vorbildern beeinflußte Form des Hausbaus - die Villa.

Sie stellt im Gegensatz zu den Palazzi5 in den Städten, die herrschaftlich entwickelte Form des Landhauses dar - wirtschaftliches Zentrum der Landbesitzer und damit auch Ausdruck der Macht.

All dieser Anspruch an Macht und Vorherrschaft zeigt sich schon in der Wahl des Bauplatzes. Er ist immer die erste Stelle, der - auf einem Hügel oder einer Anhöhe gelegene Bau - die der Betrachter schon von weitem erkennen kann und damit unumstrittener Bezugspunkt zur Umgebung. Die damit verbundene Dokumentation als "point de vue"6 kennzeichnet ihn auch gleichsam als Ort der höheren Erbauung, der Reinheit, der Erhabenheit über das Niedere, die gemeine Existenz des Menschen.

Der von der Umgebung privilegierte Villensitz garantiert von vornherein die Beteiligung an "höheren" Werten und Erkenntnissen, an Dingen die über den lebenserhaltenden Maßnahmen stehen. Mit ihrer exponierten Lage scheint die Villa ihre Umgebung zu beherrschen und die Landschaft ringsum wird von ihr beherrscht. Diese Wechselwirkung ist eines der kennzeichneten Merkmale einer Villa, die sonst "nur" dem Hausherren als Aufenthaltsort diente. Die hygienischen, klimatischen und ästhetischen Vorzüge eines solchen Bauplatzes werden in der Regel als quasi "Hauptargumentation" herangezogen um den eigentlichen Zweck einer Villa einen mehr sozialen Anstrich zu verleihen.

Doch nicht nur dem Anzeigen von Reichtum und Macht ist die Villa Zeichen.

Sie ist auch das Ausdrucksmittel eine Lebenshaltung die im 16.Jhd. wesentlichen Einfluß auf die Herrschenden und begüterten Patrizier genommen hatte: Die Villa als Ausdruck des sozio

- ökonomischen Lebens auf dem Lande.

Schon immer wußte man, das das Leben auf dem Lande viel gesünder und kontemplativer7 war, nicht zuletzt durch die philosophischen Schriften Petrarkas8 - der das Leben auf dem Lande zur Idealform erkor und durch die Verbreitung seiner Schriften wesentlich zur Erkenntnis derselben beitrug.

Die Oberschicht hatte oder erwarb damals Land außerhalb der Städte. Um sich um diese Ländereien zu kümmern, mußte man sie schließlich besuchen. Aber wie sollte man dort wohnen? Ein Haus im Stil eines Stadtpalastes war nicht funktional und außerdem vielen zu kostspielig. Es mußte eine Lösung gefunden werden, die gleichzeitig mehrere Bedingungen erfüllen mußte. Das Gebäude sollte repräsentativ sein, der Erholung und dem Studium dienen, als Verwaltungssitz für das Gut geeignet sein und nicht zuviel Geld kosten.

Die Villa als Idealform des Landlebens, die sich in ihrer Gestaltung und Nutzung dem Zeitgeist anlehnte und zur Idealvorstellung vom "neuen" Leben - außerhalb der Städte wurde. Die Argumente der Hygiene, der ästhetischen Qualität und der Erhabenheit gehören zum soziologischen Überbau einer Villa, die nicht nur Herrschaft darstellt, sondern über die neue Erwerbsform hinaus als Garant des Klassenprivilegs materialistisch definiert ist.

Die Villa als Gebäudetypus

Wird in der heutigen Zeit jedes Gebäude das nach "mehr" aussieht als Villa bezeichnet, so ist damit nicht der Gebäudetyp als solcher gemeint - vielmehr die Art der Darstellung. Die Villa als architektonisches Bauwerk in der Renaissance ist untrennbar mit der Landschaft und den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Vorbedingungen verknüpft. Dadurch wurde ein individueller Typ von Bauwerk geschaffen, der in antiker Vorzeit als "villa rustica", also als einzelnes Gebäude in Verbindung mit seiner Funktion gesehen werden muß.

Mit der e.g. antiken Bezeichnung wurde i.d.R. ein Erholungshaus für den begüterten Städter bezeichnet.

In der Renaissance entwickelte sich diese Form des Hausbaus auf dem Lande als eine wirtschaftliche und repräsentative Zentrale des Landbesitzers.

Die Bauform der Villa unterliegt dabei vorgegebenen und entwickelten Mustern, in der sie zu ihrer vollendeten Form gebracht wird.

Allen Villenbauten ist der Anschluß von wirtschaftlich genutzten Nebengebäuden gemein. Sie sind der umschließende Teil dessen, was man heute noch als Villa bezeichnet - nicht das Hauptgebäude allein. Eine andere Form ist im Zusammenhang mit dem Landbesitz nicht denkbar - stellt doch die Villa die Grundlage der wirtschaftlichen Tätigkeiten dar. Der Italienische Baumeister ANDREA PALLADIO 9 beschrieb in seinen "I Quattro Libri dell` Architettura"10 die "Villa" als den eigentlichen Landbesitz, während das Gebäude als "Fabrica di Villa" bezeichnet wird.

Damit wird klar, das das Haus in seiner Bedeutung mehreren Zielen gerecht werden mußte: der Lagerung von Produkten der Landwirtschaft, der Unterbringung von Material und Ausrüstung sowie Haustieren u.a.m.

Jedoch auch der Stellung des Landbesitzers gemäß sollte die Villa als Stätte der Kultur und Erholung dienen. GABOR HAJNOCZI schreibt dazu in seinem Buch11 über Palladio:"Das

Hervortreten des wirtschaftlichen Charakters verdrängt also nicht den Anspruch auf Erfrischung, das heißt das Ausschalten aus den städtischen Leben, und verdrängte natürlich auch die Repräsentation nicht. Diese vom Auftraggeber, dem Adligen, an das Gebäude gestellten Ansprüche konnten nur befriedigt werden, in dem das Gebäude aus Teilen verschiedener Funktion auf ein einheitliches Schema gegründet wurde." Z.E. Um all diesen Zwecken dienen zu können, bedurfte es der genauen Planung und konzentrierten Bauweise.

Grundlage für diese war der antike Entwurf, den Palladio in Rom studiert hatte und der hier in Form von einfachsten geometrischen Figuren zu Grundlage des gesamten Hauses wird. Grundeinteilung in der Horizontalen ist die Dreischichtung in Rustica12, "Piano Nobile"13 und dem Obergeschoß.

Dies ist eine heute noch geniale und zugleich kostengünstige Form den Bau als ganzes all seinen Anwendungen zu unterwerfen ohne dabei den repräsentativen Aspekt in den Hintergrund treten zu lassen.

Diente doch die Rustica vorwiegend zu Lagerzwecken und zur Aufnahme von wirtschaftlich Notwendigem. Auf diese Weise vermied man teure Erdbauarbeiten in Form eines Kellers. Zugleich waren alle Räume leicht zu erreichen und das Gebäude kam schnell auf eine Bauhöhe - nicht zuletzt begründet durch die Tatsache, das viele Villen im Veneto auf einer der beiden Hügelketten liegen, deren schwerer, teils felsiger Boden kein Kellerbau zuließ. Auch war Kellerbau aus der Hausbautradition Venedigs nicht oder nicht gut genug bekannt - lagerte man doch alles in speziellen Erdgruben oder dafür vorgesehenen kleineren Häusern,meist abseits der Hauses.

Gleichzeitig ergibt die Rustica eine massive Umfangung des Gebäudes - Zeichen der Abwehr und der Schutzfunktion.

Das "piano nobile" war dagegen ganz auf die repräsentativen Bedürfnisse des Besitzers zugeschnitten. Aus einem Quadrat entwickelt sich die Form der Räume nach innen, mit einem Mittelraum - der sala 14 - und den darum gruppierten Räumen.

Die sala diente vor allem dem Empfang wichtiger Gäste und dem Aufenthalt zu festlichen Anlässen. Hier bestimmt die Größe des Raumes die Proportionen der anderen Räume. Gleichsam beginnt damit ein Rhythmus im inneren des Hauses, der sich in den angrenzenden Gebäuden fortsetzt.

Bei der Villa - vor allem aber denen von PALLADIO - ergibt sich eine Grundplanung. Der Kern des Gebäudes ist ein geschlossener Block mit Flügelbauten. Diese verlaufen entweder senkrecht zur Gebäudeachse, im rechten Winkel oder im Bogen.

Der Grundriß ist in den meisten Fällen ein Quadrat oder dem Quadrat ähnliches Rechteck. Der Hauptsaal führt vertikal zur Hauptachse durch das Gebäude und stellt somit die Verbindung zwischen den Gebäudeteilen dar. Er wird im Inneren durch prunkvolle Dekorationen den anderen Räumen vorangestellt und an der Außenfassade durch einen antikisierten Portikus15 betont.

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Die Villa GODI

"In Lonedo, im Vicentinischen, befindet sich der folgende Bau des Herrn Girolamo de´Godi. Er liegt auf einem Hügel mit herrlicher Aussicht und an einem vorbeifließenden Fluß, der derFischerei dient."

Mit diesen Worten beginnt Palladio die Beschreibung der Villa Godi in seine Büchern der Architektur.

Es ist eines der frühsten Werke Palladios und wurde noch vor seiner ersten Romreise geplant und etwa gegen 1540 fertiggestellt. Sie ist daher nicht als die "typische" Palladio - Villa zu erkennen.

Palladio setzt sich mit diesem Bauwerk mit der Architektur seiner Zeit auseinander, beeinflußt durch die humanistischen Studien seines Gönners und Mäzens TRISSINO 16.

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Die Villa ist ein einfacher Bau ohne Säulen und Dekor. Der Kubus der Villa besteht aus drei Teilen - einem Mittelrisalit17 und zwei Seitenrisaliten mit glatten, gefensterten Fassaden. Der mittlere Teil springt entschieden zurück und macht einer Freitreppe platz, die zu einer Terrasse18 mit anschließender Arkadenloggia führt.

Die beiden Seitenrisalite sind deutlich massiger als der Mittelteil - achsensymmetrisch sowohl in der Fassadenrichtung als auch in der Tiefe des Gebäudes. Das sonst übliche Maßverhältnis von Risalit und Mittelteil wird hier ins Gegenteil verkehrt. Der Eindruck der Übermächtigkeit der beiden Seitenrisalite liegt aber nicht nur in den tatsächlichen Maßverhältnissen begründet, sondern auch im Aufbau der Fassade.

Entgegen den Plänen Palladios, die man in seinem Architekturtraktat findet, ist das Erdgeschoß in der gleichen Höhe wie das Obergeschoß gebaut. Findet man in den "I Quattro Libri dell` Architettura" noch eine wesentlich niedrigere Rustica, so muß bei der Durchführung des Bauwerks so manche Änderung erfolgt sein. Die einheitliche glatte Struktur der Fassade war so nicht geplant. Palladio setzte in seinen Zeichnungen das Obergeschoß deutlicher durch einen Sims nach unten ab.

Auch die Lage der Fenster und deren Anzahl unterscheidet sich von den Plänen.

Der tatsächlich ausgeführte Bau erscheint gegenüber der Zeichnung als leicht modifiziert: Die Durchfensterung der Risalite ist - nach den Plänen Palladio´s - durch einen regelmäßigen Dreierrhythmus bestimmt. Auch der eingezogene Mittelteil überragt die beiden Seitenkompartimente19.

Das Bauwerk in der tatsächlich gebauten Form hat an den Seitenrisaliten je vier Fenster im Erdgeschoß und im Obergeschoß - alle von gleicher Lage und Größe. Der Rhythmus der Fenster beginnt an der äußeren Seite mit einem Einzelfenster; es folgen zwei nebeneinanderliegende Fenster und zum Mittelrisalit hin ein nochmals einzelnes Fenster. Somit entsteht ein 1-2-1 Rhythmus, der, gegenüber den Mittelrisalit, eine Auflockerung der Fassade nach außen hin bewirkt.

Im zweiten Obergeschoß befindet sich ein Mezzanin20 - deutlich sichtbar durch die wesentlich kleinere Fensterung; jedoch den Rhythmus der Fassade beibehaltend.

Alle Fenster sind rechteckig, ohne große Verzierungen - lediglich mit einer aus Stein efertigten Außenzarge versehen. Im Erdgeschoß kommt noch eine Besonderheit hinzu:

zwischen den äußeren Fenstern der Seitenrisalite und den mittleren Zweiergruppen sind in der Fassade je ein Bogen angedeutet.

Das Mittelrisalit hat in der Rustica und im piano nobile hohe bogenförmige Durchgänge, die im Obergeschoß eine Loggia21 bilden, die zum Hauptraum des Hauses führt.

Im Erdgeschoß bilden die beiden Bogendurchgänge links und rechts der Freitreppe den Zugang zu den Wirtschaftsräumen. Durch die Bogenreihe im Erdgeschoß und im Obergeschoß sowie der Rücksprung des Mittelrisalites erscheint dieser Teil der Villa als dichter, geschlossener. Dadurch ergibt sich vor der Loggia, links und rechts der Freitreppe, ein terrassenartiger Platz, der von einer auf kleinen Säulen getragenen Brüstung begrenzt wird.

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Über allem befinden sich auf dem Dach der Hauptfassade vier großformatige Schornsteine, die im Gegenrhythmus der Fassade angeordnet sind, d.h. in den jeweils nicht mit Fenstern versehenden Teilen optisch eine "Verlängerung" der Fassadenteile bewirken. Das Dach ist flach; gedeckt mit halbrunden Ziegeln im System von "Mönch und Nonne".

Die Rückseite stellt folgerichtig die Meinung Palladio´s dar, wonach dem Gebäude nichts weggenommen werden darf, ohne eine Ausgleich zu geben.

So ist es nicht verwunderlich, daß an der Gartenseite der Mittelteil über die beiden Seitenkuben hinaus in das Grundstück ragt.

Das in den nunmehrigen Vorsprung eingearbeitete Fenstermotiv - auch "Serlio Motiv"; später "Palladio - Motiv" genannte - kennzeichnet die Rückfassade als eigenständigen Teil des Gebäudes. Diese waren jedoch in der ersten Planung nicht vorgesehen - erst bei Umbauarbeiten im Jahre 1550, im Zuge der Freskierung, wurde das Motiv eingefügt. Lediglich die Fenster des Mezzanins bleiben in ihren Maßen und ihrer Anordnung, um das Gebäude herumgeführt, erhalten, wenn auch nicht mehr im selben Rhythmus. Die Fenster sind sparsamer verteilt, gleichmäßig in die Maßstruktur der Fassade integriert. Im Mittelteil führt eine Tür im Erdgeschoß zu einer bogenförmigen Terrasse.

Zu beiden Seiten der Villa schließen sich kleinere Gebäude an. Sie sind unmittelbar mit den Ecken der Seitenrisalite verbunden, aber in ihren Maßen und der Struktur ihres Aufbaus dem Hauptgebäude unterstellt. So sind sie als unmittelbarer Bestandteil als Wirtschaftsgebäude gekennzeichnet. Ihre Ausdehnung und Bauweise ist dem Stil der Anlage angepaßt. Drei Bögen bilden den unteren Teil der Fassade als Arkadengang aus - gleichsam eine Wiederaufnahme des Motivs am Ende der Freitreppe über der Rustica des Haupthauses. Sie sind 1 1/2geschossig ausgebildet - das Erdgeschoß in voller Höhe, das zweite als Mezzanin in den gleichen Maßen in der Höhe wie die des Haupthauses. Sie unterliegen somit den gleichen Proportionen.

Beide Nebengebäude sind noch einmal hinter dem Haupthaus zurückgesetzt und bilden auf der Gartenseite ein, an der Längsseite offenes Rechteck, ausgebildeten Hof. Der Zugang zum Mezzanin der Seitengebäude erfolgt über Außentreppen in Richtung des Hofes. Die Fenster sind auch dem Maßwerk der Villa unterworfen - in ihren Proportionen jedoch der Größe des Gebäudes angepaßt. Somit entsteht nicht der Eindruck, das die Gebäude eine Art "Notlösung" darstellen; vielmehr als Teil des Ganzen zu betrachten sind. Nutzen brachten dies vor allem in der Unterbringung des Gesindes22 und - im Mezzanin - die Lagerung von Produkten der Landwirtschaft.

Wirkt das äußere Erscheinungsbild er Villa eher schlicht - um so reicher und imposanter ist dagegen ihre innere Gestaltung.

Die Villa Godi ist die erste ihrer Art, die innen, im piano nobile, gänzlich mit Fresken23 ausgemalt wurde. Ihre Qualität und Thematik sind wegweisend für viele andere Bauten im Veneto.

In ihren neun Räumen des Piano Nobile haben drei Maler des 16.Jhd. ihre Werke angebracht: Gualtiero Padovano, Gianbattista Zelotti und Battista del Moro.

Die Räume gehen zu je vier zu jeder der Längsseiten des Hauptraumes ab, und ineinander über. Die Raumteilung ist in der Längsachse bestimmt, so das jeder Raum in etwa die Gleichen Ausmaße hat - mit Ausnahme der Sala. Dieser führt von der Front- zur Gartenseite über die Querachse einmal in ganzer Länge durch das Gebäude. An der Frontseite endet die Sala im Bereich der Loggia, die gleichwohl Teil der Sala ist - gibt sie doch den Blick auf die Landschaft vor dem Gebäude frei.

Alle Räume sind mit ihren Fresken einem bestimmten Thema zugeordnet. So zum Beispiel der Kaisersaal: die von Padovano hergestellten Fresken zeigen Darstellungen römischer Triumphzüge und der Weltwunder. Das Hauptbild z.B. den "Kolloss von Rhodos", einem Leuchtturm, der die Hafeneinfahrt von Alexandria in Ägypten bewachte.

Jedoch nicht nur der Kaisersaal wartet mit einer überschwenglichen Pracht auf. Durch alle Räume bewegt sich der Betrachter mit andächtigem Staunen.

Der Erste - Prima Sala - ist den Musen und Poeten gewidmet. Die Fresken B.del Moro´s stellen Dichter der Antike mit ihren Musen dar.

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Der Zweite - Seconda Sala - ist die Halle des Olymps. G.B. Zelotti stellt in diesen Fresken die Götter der Antike über den zerstörten Tempeln dar. Die Fresken spielen auf die Renaissance als Wiederbelebung des untergegangenen Altertums an. Damit wird in der Villa Godi zum ersten mal ein humanistisches Programm ausgebreitet, daß in der Folge immer wieder variiert werden sollte.

Sie sind Ausdruck und Bezug in dem sich die Erbauer solcher Landhäuser sehen.

Der Dritte - Terza Sala - ebenfalls mit Fresken von Zelotti und einem Panel von del Moro über dem Kamin - der Saal der Venus.

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Der Vierte - Quarta Sala - der Saal der Künste: Zelotti stell dort die Jahreszeiten dar, teils monochrom oder in einer schwarz - weißen Kombination, immer umgeben mit den antiken Vertretern, die in der Renaissance dazugerechnet wurden: Bacchus, Apollo, Mercur. In der Mitte des Raumes ein gemaltes Fenster in der die Umgebene Landschaft wiedergegeben wird.

Der Fünfte - Quinta Sala - ist die Empfangshalle, die mit Fresken von Zelotti ausgemalt ist. An der rechten Wand ein sitzender Mann, als Hintergrund eine Landschaft mit dem Überfall auf Ganymed. Gegenüber die selbe Szene mit Europa.

Ringsherum gemalte Säulen mit korinthischen Kapitellen.

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Der Sechste - Sesta Sala - die Halle der Kinder, in der Padovano an der zentralen Wand Landschaft und in einem Fenster ein sitzendes Kind dargestellt hat.

Der Siebente - Settima Sala - die Halle des Triumphs mit Malereien von Padovano und einem ovalen Fresko von Zelotti. Sie zeigen römische Triumphe der Antike. Die Figuren am Fries ähneln denen des Saales der Giganten in Padua.

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Der Achte - Ottava Sala - ist der Saal der Cäsaren. Die Darstellungen Padovanos imitieren Säulen und Balustraden mit gerahmten landschaftlichen Figuren. Über den Türen Büstendarstellungen römischer Kaiser in reichhaltigen Rahmen.

Der neunte - Nona Sala - der Saal der Opferung mit Darstellung von Nischen in den Landschaft und antike Statuen zu sehen sind.

Alle Räume dienten - neben dem Hauptsaal - vornehmlich dem Hausherren als private Gemächer.

Die Räume des Erdgeschosses waren als Wirtschaftsräume gedacht - ebenso wie das Mezzanin. Diese ist als der Lagerraum der Produkte konzipiert.

Palladio schreibt dazu: "Der Mittelbau ist für den Herren und seine Familie bestimmt,überdiesem sind die Getreidespeicher angebracht, und darunter die Keller, Weinkelterei, Küche undähnliche Orte".

Die Qualität von Palladios Bauten beweist sich auch in solchen scheinbar nebenfunktionellen Räumen: ein gut durchlüfteter Saal von nahezu edlen Proportionen ohne störende Trennungen und von nur wenigen Stützen gehalten.

Sie sorgten für eine optimale Ausnutzung des zur Verfügung stehenden Raumes und gab dem Landherren eine direkte Kontrolle über die auf dem Gut erwirtschafteten Produkte.

Vergleich mit anderen Villen

Zieht man in Größe und Zweck ähnlich Projekte aus den Jahren nach der Planung der Villa Godi zum Vergleich heran, kann man einen deutlichen Unterschied feststellen. Im Vergleich dazu die Villen Gazotti, Pisani (Bagnolo), Saraceno und Caldogno. Hier findet man viele Grundzüge der Villa Godi bei allen diesen Bauten wieder.

Sie sind zum Beispiel alle symmetrisch, haben ihre Betonung auf dem in der Mitte liegenden Eingang und sind im Vergleich zu den meisten herrschaftlichen Bauten ihrer Zeit schlicht. Die Villen betritt man durch eine von drei großen Öffnungen, die ein Rundbogen abschließt. Mit der eigenwilligen Form des Palladiomotivs an der Villa Godi - daselbst an der Gartenseite - greift Palladio diese Situation immer wieder auf, bringt sie aber in eine neue Form, die kompakter geworden ist, die Blicke des Betrachters aber noch intensiver auf sich lenkt.

Dies hat einen so großen Effekt, daß er auf andere Stilmittel verzichten kann. Deutliche Rücklagen der an das Portal grenzenden Wandflächen sind jetzt überflüssig. Ebenso wie die Verwendung von besonderen Materialien oder Formen, wie z.B. die massiven, grob behauenen Sandsteine um die Rundbögen der Villa Pisani nicht nötig sind. Ein weiterer neuer, Spannung erzeugender Effekt seiner späteren Arbeiten, ist der gesprengte Giebel, der eine große, ebene Fläche freigibt. Diese geschlossenen Teil nutzt er als Kontrast zu dem offen gestalteten Eingangsbereich. Bei den anderen Villen grenzt das durchlaufende Gesims die dreieckige Fläche aus dem Rest der Fassade aus.

Bei der Villa Poiana z.B. wurde das sonst schon relativ spärlich eingesetzte Fassadendekor entfernt oder sehr weit abstrahiert. Angedeutete Pilaster mit korintischem Kapitell24 und Fensterädikulen25 mit einem dreieckigen oder runden Giebel sucht man hier vergebens. Die Ädikulen sind auf einen breiten Rahmen zusammengeschrumpft. Die klassischen Säulen hat er verbannt (in einem Vorentwurf wurde das Seralino noch von solchen getragen) bzw. auf Quaderformen abstrahiert.

Die Raumaufteilung wurde in seinen frühen Entwürfen nach klaren Grundsätzen konzipiert.

Ziel war es, die Personen systematisch durch das Gebäude zu führen und zwar immer von den größeren Räumen in die kleineren. Daher war oft auch das Vestibül größer als die Sala und hatte keine Verbindung zu den seitlichen Suiten.

Dieses Prinzip wurde bei der Villa Godi nicht angewandt. Die folgenden Projekte An dieser Stelle wird der Vergleich schwieriger, da sich der Stil Palladios völlig geändert hat und weil die meisten seiner folgenden Villenbauten eine andere Dimension haben. Vergleichbar sind am ehesten die Villen Chiericati, Badoer und Emo. Bei diesen Gebäuden ist die Eingangssituation eine ganz andere geworden. Sie ist angelehnt an die Form des griechischen Tempels. Die Eingangssituation schafft ein Vestibül, dessen äußere Begrenzung durch vier oder sechs große Säulen nach klassischer Ordnung geschaffen wird. Es erstreckt sich über zwei Etagen. Auf diesen Säulen lastet ein mächtiger Giebel der weit entfernt ist, von jenem leichten, zurückhaltenden, gesprengten der Villa Godi. Die Fassade rechts und links des mächtigen Portals ist schlicht, noch zurückhaltender als die entsprechende an seinem früheren Werk. Sie hat an diesen Villen aber auch nicht das primäre Ziel, die Augen des Betrachters von sich abzulenken, da das riesige Portal alle Aufmerksamkeit auf sich zieht. Die Charakteristik dieser Häuser beschränkt sich auf das Portal.

Der Baumeister

Palladio - mit vollem Namen Andrea del la Gondola - ist am 30. November 1508 in Padua geboren. Er ist Sohn des Müllers Piero del la Gondola und dessen Frau Martha. 1521 beginnt seine Lehre als Steinmetz bei Bartolomeo Cavazza. Die Lehre bricht er ab und geht nach Vicenza. Dort arbeitet er in der Pedemuro-Werkstatt von Giovanni da Porlezza und Girolamo Pittoni ca. 12 Jahre lang. Seit dem Jahr 1524 ist der junge Palladio in der Zunft der Maurer und Steinmetze aufgenommen. Spätestens 1534 heiratet er die Frau eines gewissen Marcantonio mit der er fünf Kinder großzieht. Um 1538 begegnet er dem Edelmann Giangiorgio Trissino mit dem er mehrmals zu Studienzwecken nach Rom reist. Ebenso bedeutend ist die Bekanntschaft mit Daniele Barbaro etwa 1554. Im Jahr 1570 erscheint der Erstdruck von Palladios ,, I Quattro Libri dell` Architettura" und er wird zum ,, Publico Consultente Architettonico della Republica Venetia26 " ernannt. 10 Jahre später endet das Leben des viel gerühmten Architekten in seiner Wahlheimat Vicenza. Er wird dort 1580 in Santa Corona begraben.

Die erste Station zum berühmten Architekten führte Palladio in del la Gondolas Lehrwerkstatt in Vicenza. Bei seinen Lehrmeistern Giovanni da Porlezza und Girolamo Pittoni erwarb er seine guten Handwerklichen Kenntnisse. Die sogenannte Pedemuro-Werkstatt führte Steinmetz-, Skulptur- und Architekturarbeiten aus. Hier liegt wohl auch die Verbindung zwischen seiner ersten Lehre bei einem Steinmetzen in Padua und seinem späteren Beruf als Architekt.

Während der 12 Jahre arbeitete er unter anderem an Bauten für gut betuchte Vicentiner mit. Unter ihnen waren auch Mitglieder der Familien Godi, Pisani und Thiene, die später zu seinen Auftraggebern zählen sollten. In wie weit er während seiner Mitarbeit in der Werkstatt Kontakt mit diesen Leuten hatte, kann man heute nicht mehr feststellen. Aber es kommt wohl nicht von ungefähr, daß gerade eine Villa für die Familie Godi sein erstes Projekt war. Den Stil des jungen Palladio beeinflußten die beiden Lehrmeister nur bedingt. Die Pedemuro- Werkstatt war bekannt für Arbeiten nach antiken Vorbildern. Gebäude, Plastiken und andere Kunstwerke wurden kleinteilig ausgeführt, waren meist reichlich verziert und zeichneten sich auf gar keinen Fall durch Abstraktion aus, die Palladio schon in frühen Werken verfolgt haben soll. Deutlich wird dies an wenigen erhaltenen Skizzen, auf denen Palladio sich seine eigenen Gedanken zu Entwürfen seiner Werkstatt macht.

Die wohl entscheidendste Begegnung in Palladio s Leben war die mit Giangiorgio Trissino, einem vicentinischen Humanisten. Trissino beschäftigte sich, wie viele seiner adligen Standesgenossen, mit der Mathematik, der Dichtkunst, der Philosophie und nicht zuletzt der Architektur. Er war unter den Reichen seiner Stadt hoch angesehen und stellte für Palladio eine Art Mäzen dar. Dabei entstand kein Lehrer - Schüler - Verhältnis, sondern eine Freundschaft. Trissino gab dem jüngeren AndreaPalladio die Anstöße, um sich auch theoretisch mit der Architektur auseinander zu setzen. Er weckte Palladios Interesse für die zehn architekturtheoretischen Bücher Vitruvs27 , die damals jeder gelesen hatte, der sich mit der Baukunst auseinandersetzte.

Trissino betrieb zusammen mit Palladio auch Studien vor Ort. Sie machten einige Bildungsreisen in Städte wie Mantua, Verona, Bologna, Florenz. Viel bedeutender als die Studien dort sind aber die längeren archäologischen und kunsthistorischen Reisen nach Rom. Durch die finanzielle Unterstützung durch seinen reichen Freund war es Palladio möglich, die antike Baukunst in der Ewigen Stadt zu betrachten und durch dessen Einfluß begegneten ihm dort illustre Personen wie Ligorio, Vignola und Michelangelo. Er skizzierte die vielen Ruinen und erhaltenen Bauten und lernte von ihnen. Außerdem begann Andrea del la Gondola

Unterlagen, Skizzen und Pläne von damals berühmten italienischen Architekten zu kaufen oder zu kopieren. Währenddessen entwickelte er immer wieder theoretische Studien für einen gelungenen Landsitz.

Giangiorgio Trissino verhalf seinem jungen Talent aber nicht nur zu einem größeren Wissen, sonder führte ihn auch in die gehobene Gesellschaft von Vicenza und Venedig ein. Somit ist es ebenfalls möglich, daß Trissino die Verbindung zwischen den Godis und ihrem Architekten für die gleichnamige Villa herstellte. Auf jeden Fall bleibt aber festzuhalten, daß dieser Giangiorgio Trissino einer der wichtigsten Faktoren für den großen Erfolg von Palladio war. Ebenfalls in Kontakt, der durch Trissino entstand, ist der zwischen Palladio und dem Humanisten Alvise Cornaro. Über den Einfluß dieses Mannes ist wenig zu erfahren, sicher ist nur daß Theorien aus seinem Traktat in den ,, I Quattro Libri dell` Architettura" wiederfinden und, daß sich Palladio mit dem Schüler Cornaros auseinandergesetzt haben könnte. Es finden sich Ähnlichkeiten in der Raumaufteilung der Bauten jenes Giovanni Maria Falconetto (z.B. Villa di Vescovi in Luvigliano di Torreglia) und der Villen Palladio s. Eine weitere wichtige Person, die Palladio über Trissino kennen lernte war Daniele Barbaro, einem Patrizier aus Venedig, mit dem sich Palladio anfreundete. Der letzte Besuch del la Gondolas in der Ewigen Stadt machte er um 1554 (nach Trissinos Tod) mit jenem Barbaro. Mit ihm zusammen veröffentlichte er auch etwa 1556 eine Studienarbeit über das Vitruv ´sche Traktat.

Fazit

Andrea Palladio gilt heute als ein herausragender Baumeister und Architekturtheoretiker, dessen Paläste, Kirchen und Villen in und um Vicenza und Venedig noch heute faszinieren. Die auf Vitruv und der Vermessung römischer Bauten fußenden Lehrbücher Palladios (I Quattro Libri dell` Architettura) boten bis zum Ende des 18. Jahrhunderts die exakteste Kenntnis antiker Bauregeln.

Palladios Architektur ist stark an der klassischen antiken Tradition angelehnt, mischt diese aber mit venezianischer Sinnlichkeit.

Quellennachweis

1. "Italienische Villen und Paläste" Droemersche Verlagsanstalt, München/Zürich, 1959
2. Gabor Hajnoczi "Andrea Palladio", Verlag Werner Dausien, Hanau, 1979
3. Caroline Constant, "Guida a Palladio", Edition Lidiarte, Princton, NJ, 1985
4. James S. Ackerman, "Palladio", Pinguin Books, Harmontworth, Middleessex,1966
5. Wundram, Pape, Marton, "Andrea Palladio", Taschen, 1999
6. Internet: http://ville.inews.it/epallad.htm
7. Internet: http://andrea.gsd.harward.edu/palladio/bldgs97b.html#Villa
8. Internet: http://www.boglewood.com/palladio/intro.html
9. Internet: http://www.all-mart.com/palladio
10. Internet: http://ub.uni-heidelberg.de/helios/fachinfo/kunst/kunstgattung.htm
11.Internet: http://www.villagodi.com/eng/start_e.htm

Bildquellen

In der Reihenfolge ihres Erscheinens:

1. Ansicht der Villa Godi von der Straße, Paolo Marton
2. Grundriß und Ansicht der Villa Godi, aus: Die vier Bücher der Architektur, Andrea Palladio
3. Ansicht der Hauptfassade, Zentrum für Internat. Architekturstudien, Vincenza
4. Ansicht von vorn, wie 2.
5. Loggia, Paolo Marton
6. Freitreppe, Paolo Marton
7. - 15. Innenansichten aus: www.villagodi.com

16. Porträt, aus: www.boglewood.com

[...]


1 Renaissance: vom ital. frühkapital. Bürgertum ausgehende, beonders Lit. Und künstl. Bewegung des 15. Und 16.Jh. die an die röm. Antike anzuknüpfen versuchte - Wiedergeburt/Neublüte

2 Veneto: Gebiet um die Städte Mantua,Vincenza,Verona,Venedig,Treviso,Udine

3 Doge: oberstes gewähltes Staatsoberhaupt und Herrscher der Republik Venetien und Genua

4 Festlandbesitzungen der Republik Venedig

5 Palazzo: Stadthaus der Adligen

6 Aussichts- oder Blickpunkt

7 kontemplativ: geistige Erbauung

8 PETRARKA: ital. Philosoph der Renaissance

9 A. Palladio: Baumeister & Architekt, 1508-1580

10 Hauptwerk Palladios

11 G.HANJNOCZI: Andrea Palladio; VEBE.A.Seemann Buch&Kunstverlag Leipzig, 1980

12 Rustica: Mauerwerk aus roh behauenen Quadern; hier: Erd - oder Kellergeschoß der Villa

13 Stockwerk über dem Erdgeschoß, Hauptaufendhaltsetage des Hausherren

14 sala (ital.): Hauptrepräsentationsraum einer Villa oder Palazzo´s

15 Portikus: Säulengang, Säulenhalle

16 Giangiorgio Trissino, ital. Adliger und Gelehrter

17 Risalit: auf ein Bauwerk auf ganzer Höhe vorspringender Gebäudeteil

18 Plattform am Erdgeschoß eines Gebäudes

19 Kompartiment: Teil eines Gebäudes

20 Mezzanin: Halbgeschoß

21 Loggia: von Pfeilern oder Säulen getragene, halboffene Bogenhalle; nach einer Seite offener Raum im Hause

22 Gesinde: auf dem Landbesitz arbeitende Angestellte und Leibeigene

23 Fresko: Wandmalerei

24 Kapitell: oberer Abschluß einer Säule

25 Ädikula: Einlassungen von Fenstern oder Nischen mit Säulen oder Giebeln

26 Stadtbaumeister von Venedig

27 Vitruv: antiker Schriftsteller, Hauptwerk: die 10 Bücher der Architektur

18 von 18 Seiten

Details

Titel
Villen des Veneto, Die Villa GODI
Note
n/a
Autor
Jahr
2000
Seiten
18
Katalognummer
V97117
ISBN (eBook)
9783638097925
Dateigröße
1121 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Villen, Veneto, Villa, GODI
Arbeit zitieren
Robert Schulz (Autor:in), 2000, Villen des Veneto, Die Villa GODI, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/97117

Kommentare

  • Gast am 20.6.2008

    grundrisse und schnitte.

    ich benötige für eine belegarbeit in architekturgeschichte möglichst detaillierte Pläne von "sämtlichen" palladio villen.

    wenn jemand für mich wenigstens etwas hätte wäre ich sehr dankbar

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Titel: Villen des Veneto, Die Villa GODI



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