Tradition, Moderne und Individuum in "Anthony Giddens: Leben in einer posttraditionalen Gesellschaft"


Seminararbeit, 2000

11 Seiten, Note: 2


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Inhaltsverzeichnis

0 Einleitung

I Von der Tradition zur Moderne
I.1 Tradition
I.2 Aufklärung
I.3 Moderne

II Das Individuum

III Chancen und Risiken

IV Schlußbemerkung

Bibliographie

0 Einleitung

Im Rahmen unseres Seminars über Lebensstile haben wir den Themenblock Individualisierung und Pluralisierung behandelt. In meiner Hausarbeit beziehe ich mich auf den Text Leben in einer posttraditionalen Gesellschaft von Anthony Giddens aus dem Buch Reflexive Modernisierung. Dazu möchte ich hier darstellen, welche Veränderungen Giddens zwischen traditionaler und posttraditionaler Gesellschaft wahrnimmt und welche Auswirkungen diese auf das Individuum haben.

I Von der Tradition zur Moderne

Giddens' Ansicht nach ist unsere heutige Gesellschaft nur vor dem Hintergrund der früheren Gesellschaftsform zu sehen. Um die heutige Gesellschaft zu beschreiben, greift Giddens auf die Vergangenheit, d.h. auf die traditionale Gesellschaft zurück. Als erstes stelle ich deshalb dar, wie Giddens die traditionale Gesellschaft beschreibt, dann wie er den Übergang durch die Aufklärung versteht, die zur heutigen posttraditionalen Gesellschaft führt. Als dritten Unterpunkt in diesem Kapitel werden die wichtigsten Aspekte der Moderne besprochen.

I.1 Tradition

Tradition wird auch als "Kitt vormoderner Sozialordnungen"1 bezeichnet. Ihr wichtigster Bestandteil ist die Wiederholung. Dadurch schafft sie Orientierung an der Vergangenheit, die Vergangenheit übt Einfluß auf die Gegenwart aus, und die Zukunft muß nicht völlig neu gestaltet werden. Durch Wiederholung bleibt die Zukunft ständig mit der Vergangenheit (und die Vergangenheit ständig mit der Zukunft) verbunden. Dadurch war in vormodernen Gesellschaften ein klar umrissener Handlungshorizont vorgegeben. Giddens vergleicht die Tradition mit dem Gedächtnis: Tradition ist ein Medium f ü r die Organisation kollektiven Ged ä chtnisses 2 , das die Vergangenheit bewahrt. Die Erinnerung an vergangene Ereignisse verleiht unserer Erfahrung Kontinuität, Authentizität und Identität.

Tradition trennt die Menschen in diejenige ein, die dazugehören und die "anderen", diejenigen, die nicht dazugehören. Sie ist für "Insider", in ihr bildet sich persönliche und kollektive Identität. Ein enger Zusammenhang zwischen Traditionen und Identität führte stets zu eindeutig bestimmbaren Kategorien von Freund und Feind, wobei der Bekannte tendentiell als Freund, der Unbekannte tendentiell als Feind zu sehen ist. Das Unbekannte gehörte zum kulturell definierten Raum der Außenwelt, während Bekanntheit ein Schlüssel für primäres Vertrauen darstellt. Bekanntheit und Vertrauen wird über Rituale vermittelt und die täglichen Routinen durch Normen stabil gehalten. Ist die Integrität von Traditionen bedroht, so wird dies oft auch als Bedrohung der Integrität des Selbst erfahren. Der formelhafte Wahrheitsbegriff traditionaler Gesellschaften ist der "rationalen Überlegung" diametral entgegengesetzt.

Für Giddens ist ein Hauptaspekt traditionaler Gesellschaften, wodurch sie sich maßgeblich von heutigen unterscheiden, daß sie eng an ihre Umgebung, dem Ort, und den lokalen gesellschaftlichen Instanzen und Institutionen gebunden, d.h. kontextgebunden, sind. Traditionale Gesellschaften, bzw. traditionales Verhalten, ist in lokale Zusammenhänge eingebettet und auf feste Zentren bezogen. Dadurch bilden Traditionen ein Mittel für die Organisation von Raum und Zeit. Kultureller Pluralismus bestand früher dadurch, daß verschiedene traditionale Gesellschaften eine Vielfalt von Sitten und Gebräuchen bildeten. Doch, anders als heute, hatte jede von ihnen ihren eigenen Raum innerhalb dessen Bekanntheit vorherrschte. Die einzelnen Sitten und Gebräuche durchmischten sich nicht, wie es die heutige Form des Pluralismus ist. Tradition ist eine Weise, Konfrontation zwischen unterschiedlichen Werten und Lebensformen zu vermeiden.

Als entscheidenden Anstoß zur Moderne erkennt Giddens die Aufklärung.

I.2 Aufklärung

Das Aufklärungsdenken ist, wie die abendländische Kultur überhaupt, aus einem religiösen Kontext hervorgegangen, der die Leistung der Gnade Gottes betonte. Die Aufklärung jedoch forderte Diesseitsbezogenheit. An Stelle der Gewißheit des göttlichen Gesetzes trat die Gewißheit unserer Sinne, d.h. der empirischen Beobachtung. Die Vorsehung Gottes wurde durch die Vorsehung des Fortschritts (Vernunft) abgelöst. Der Aufklärungsgedanke geht davon aus, daß mehr Wissen zu größerer Beherrschbarkeit führt. "Wissenschaft und ganz allgemein 'Vernunft' sollte die angeblich gedankenlos hingenommenen Vorschriften von Tradition und Sitte ersetzen."3 Beherrschung wurde für viele der Schlüssel zum Glück. Ausgangspunkt des Aufklärungsgedankens ist der methodische, radikale Zweifel, woraus die Wissenschaften hervorgegangen sind.

Giddens zeigt hier, wie auch bei der Tradition, eine Parallele zwischen den gesellschaftlichen und den psychischen Prozessen auf (überträgt also die Makro- auf die Mikroebene): "Die gebieterische Herrschaft des Unbewußten konnte durch diesen Wandel aufgelöst und durch ein an der Wirklichkeit orientiertes Selbstbewußtsein ersetzt werden, entsprechend Freuds berühmten Satz: Wo Es war, soll Ich werden"4. Die durch die Aufklärung eingeleiteten Prozesse sind für das Verständnis der heutigen Zeit von Belang und werden deshalb hier diskutiert, weil die Gefühlskultur der Moderne sich im wesentlichen aus der Philosophie der Aufklärung herleitet.

I.3 Moderne

Zu Grunde liegt die Tatsache, daß die Moderne die Tradition zerstört. Nationalstaat und das kapitalistische Unternehmen (auch institutionelle Reflexivität, vgl. Punkt 3) sind Machtansammlungen, die zum Hauptfeind der Tradition wurden. Im Zusammenhang damit kam es zur Entwurzelung lokaler Handlungszusammenhänge (vgl. Punkt 2) und zu weltweiter Globalisierung.

Die Globalisierung, die als Stichwort zu sehen ist, wenn Giddens über die Moderne spricht, war zunächst von der Expansion des Westens und seinen Institutionen bestimmt. Inzwischen jedoch kann man den Westen nicht mehr als einseitige Macht des Imperialismus' bezeichnen; man kann keine "Richtung" des (Globalisierungs-) Imperialismus mehr feststellen, denn er hat überall seine Spuren. Die posttraditionale Gesellschaft ist die erste globale Gesellschaft. Sie ist erst möglich geworden durch die technischen Neuerungen, zB. durch die Verschriftlichung, durch die genaue Meß- und Bestimmbarkeit der Zeit und des Raumes, durch höhere Mobilität und durch die elektronische Kommunikation, die alle Teile der Welt zeitgleich miteinander verbindet. Diese (u.v.a.) Entwicklungsschritte fanden zu unterschiedlichen Zeitpunkten statt, haben sich gegenseitig bedingt und potenzieren sich nun.

In Konsequenzen der Moderne beschreibt Giddens "drei Ursachen für die Dynamik der Moderne"5, wobei er betont, daß jede von ihnen mit den anderen in Zusammenhang steht. Als erstes nennt er:

1) "Die Trennung von Raum und Zeit. Hierbei handelt es sich um die Bedingung der raumzeitlichen Abstandsvergrößerung unbegrenzter Reichweite."

Globalisierung, genauso wie Tradition, bezieht sich auf die Organisation der Zeit und des Raums. Dabei verhält es sich bei der Globalisierung umgekehrt zur traditionellen Gesellschaft. Die traditionale Gesellschaft war an bestimmte Orte gebunden, d.h. kontextgebunden. Globalisierung dagegen bedeutet Kontextungebundenheit und "Handeln auf Distanz". Das Abwesende beherrscht das Anwesende, dadurch findet eine Restrukturierung des Raums statt.

2) "Die Entstehung von Entbettungsmechanismen. Durch diese Mechanismen wird das gesellschaftliche Tun aus örtlich begrenzten Zusammenhängen 'herausgehoben', wobei soziale Beziehungen über große Raum-Zeit-Abstände hinweg umorganisiert werden."

Auch dieser Punkt ist ein wesentlicher Faktor der Globalisierungstendenz, die alle posttraditionalen Gesellschaften kennzeichnet. Kultureller Pluralismus äußert sich nicht mehr in der Form getrennter, auf der Macht der Tradition beruhener einzelner Zentren, sondern entsteht durch Durchmischung verschiedener Traditionen. Durch diese Grenzauflösung zwischen einzelnen Traditionen wird die Integration in ein lokales (traditionales) System geschwächt, d.h. die Macht der Tradition wird geschwächt, was auch eine Identitätsschwächung des Individuums zur Folge hat.

Globalisierung als raum-zeitliche Organisation bedeutet "Handeln auf Distanz". Unsere Interaktions- und Bezugspartner sind oft abwesend oder abwesende abstrakte Systeme. Lokale Handlungen werden von Ereignissen und Institutionen an weitentfernten Orten beeinflußt oder determiniert. Alle Bezüge werden mehr und mehr kontextungebunden. Die räumlich entfernten abstrakten Beziehungen können mit den intimsten Seiten des Lebens verknüpft sein oder diese unbemerkt beherrschen.

Das kapitalistische Unternehmen zerstört die traditionellen Zusammenhänge und breitet sich auf alle Gegenden aus. Die Verbindung mit bestimmten Orten wird dabei durchschnitten. Die Expansion des Kapitalismus' ist immer dezentrierter und allumfassender geworden und erzeugt nahezu weltweite Interdependenz.

3) "Die reflexive Aneignung des Wissens. Die Erzeugung systematischen Wissens über das soziale Leben wird zu einem integralen Bestandteil der Reproduktion des Systems, wodurch das Leben der Gesellschaft fortgerissen wird von den Gewißheiten der Tradition."

Unter Reflexivität versteht Giddens folgendes: Wir haben eine gesellschaftliche Situation, in der immer mehr Wissen produziert wird ("Informationsgesellschaft"). Da weitgehend der religiöse Glaube durch den Wissenschaftsglauben abgelöst wurde (siehe Abschnitt I.2), glauben die Menschen, durch mehr Wissen mehr Sicherheit zu bekommen, doch die teilweise gegensätzlichen Informationen verwirren sie auch oft. Neue Informationen müssen ständig verarbeitet und das persönliche Weltbild neu darauf ausgerichtet werden. Daß alles erforscht, über alles nachgedacht (einschließlich dem Denken, dem Nachdenken und dem sozialem Leben), alles diskutiert, untersucht und veröffentlicht wird, meint der Begriff Reflexivität.

Auch Traditionen müssen sich innerhalb der Moderne erklären und rechtfertigen, sie überleben nur soweit, wie sie sich diskursiv zu rechtfertigen vermögen im offenen Dialog mit anderen Traditionen, die Dinge in ganz anderen Formen angehen.

Auf der persönlichen Ebene werden Aussagen wie: Das ist nunmal so; oder: Darüber will ich nicht diskutieren; nicht mehr akzeptiert. Jeder ist potentiell dazu aufgefordert, sein Verhalten zu rechtfertigen und Gründe dafür anzugeben. Dadurch beginnen Machtunterschiede, sich aufzulösen. Was für das Gebiet der persönlichen Beziehungen und des alltäglichen Lebens gilt, gilt auch für die globale Ordnung und alle dazwischenliegenden Ebenen. (Hier sieht Giddens wieder einen Zusammenhang zwischen der Mikroebene und der Makroebene.) In der "dialogischen Demokratie", d.h. der Anerkennung der Authentizität des andern und der Bereitschaft, dessen Ansichten und Ideen in einem wechselseitigen Prozeß anzuhören, sieht Giddens die Chance der Moderne. "Demokratie der Gefühle" auf persönlicher Ebene entspricht einem Potential an Demokratie auf globaler Ordnungsebene.

Giddens' Meinung nach sind wir nicht über die Moderne hinausgegangen (leben also nicht in der Postmoderne), sondern durchleben gerade eine Phase ihrer Radikalisierung. Moderne ist zum weltweiten Alltags-Experiment geworden. Giddens bezeichnet unsere Zeit als ein gefährliches Abenteuer, an dem jeder teilhat, ob er will oder nicht. Alle Menschen sind darin verstrickt, gleichzeitig Akteure und Ausgelieferte. Was diese Situation für Auswirkungen auf das Individuum hat, werde ich im folgenden Abschnitt beschreiben.

II Das Individuum

In posttraditionalen Kontexten hat man keine andere Wahl als seine Einordnung in die Gesellschaft selber zu wählen. Einem jeden stellt sich die Grundfrage des Individualismus': Wer bist Du und was willst Du? Diese Frage beinhaltet die Frage nach der eigenen Identität und die nach der Einstellung zur Gesellschaft.6 Fast jeder Aspekt des Alltagslebens kann bzw. muß gewählt werden, denn er wird nicht mehr durch (traditionell) bestehende Zusammenhänge vorgegeben. Für aktives Wählen jedoch ist Autonomie die Voraussetzung.

Giddens wendet dagegen ein, daß das Individuum unter emotionalem Einfluß der Vergangenheit steht und ein undurchsichtiges Schicksal ausagiert. Die Wahlfreiheit der Person ist duch ihre unbewußten Gefühle, die durch ihr bisheriges Leben unbemerkt "einprogrammiert" wurden, stark eingeschränkt. Was gewesen ist und was wir kennen, scheint für uns der "Lauf der Dinge" zu sein, die Wirklichkeit selber, von der wir uns nicht lösen können. Die Tatsache, daß es andere Optionen geben könnte, kommt uns gar nicht in den Sinn, weil wir nicht bemerken, daß wir uns in einem System befinden, das wir verinnerlicht haben. "Wiederholung gibt uns die "Möglichkeit", in der einzigen uns bekannten Welt zu bleiben, und verhindert, daß wir mit "fremden" Welten oder Lebensformen konfrontiert werden.

Was Freud "emotionalen Wiederholungstrieb" nennt, bezeichnet Giddens als Zwangshandeln. Darin sieht er eine Gefahr der Moderne. "Zwangshandeln im weitesten Sinn bedeutet die Unfähigkeit, sich von der Vergangenheit zu lösen. "Ein Zwangshandeln, das eine ganze Gesellschaft charakterisiert, ist tatsächlich so etwas wie Tradition ohne Traditionalismus: Wiederholung, die die Autonomie des einzelnen eher behindert als fördert."7.

"Seit Freud wird das Dilemma der Moderne darin gesehen, die 'Programmierung' durch unsere frühesten Erfahrungen zu überwinden."8 Diese Zwanghaftigkeit bildet die Kehrseite der "kognitiven Revolution" der Moderne.

Giddens nennt zwei Gründe für den Mangel an Entscheidungsfreiheit über die eigenen Handlungen. Als ersten Grund führt er an, daß der Alltag aus Routinen besteht. Denn selbst Routinen, die nur Gewohnheiten darstellen, werden nicht in Frage gestellt. Sie werden unbewußt und man kann nicht mehr über sie reflektieren. Dadurch lassen sie einem keine Wahlmöglichkeit. Als zweiten Grund nennt er, daß es zB. einige Wahlmöglichkeiten gibt, die durch Faktoren eingegrenzt sind, auf die das Individuum keinen Einfluß hat. (Als Beispiel führt Giddens an, daß man nur zwischen den Produkten wählen kann, zB. einem Eiswürfelbecher, die von anderen produziert werden.) Hier wiederum trifft er eine Unterscheidung zwischen wählen und entscheiden: Die Mächtigen treffen Entscheidungen, die andern können nur noch auswählen.

Man agiert, entscheidet, fühlt und denkt, wie in traditionellen Gesellschaften auch, auf der Grundlage von Wiederholung, doch jetzt hat sie ihre Verbindung zur 'Wahrheit' der Tradition verloren. Die Zerstörung lokaler Traditionen führt zur Aushöhlung traditionaler Handlungszusammenhänge. Dem Individuum bleiben die Ursprünge seines Handelns und seiner Identität verborgen und die Beziehung zu sich selbst (den Gefühlen, der Moral, dem Bewußtsein, d.h. dem ganzen Lebensprozeß) ist verhindert; auch die Beziehung zu andern geht das Individuum eher zwanghaft als freiwillig ein.9 "In vormodernen Gesellschaften sind Tradition und die Alltagsroutinen eng miteinander verknüpft. In der posttraditionellen Gesellschaft dagegen wird die Routine leer (...)"10

Giddens meint, die heutige gesellschaftliche Umwelt stellt an das Individuum ständig die Aufgabe, sich zu entscheiden. Das Individuum jedoch ist aufgrund seines psychologischen Verhaftetseins an die Vergangenheit und an Routinen, was zu seiner Unfähigkeit führt, sich etwas anderes vorzustellen, nicht wirklich imstande dazu. D.h. es soll autonom sein, kann es aber nicht. Das Individuum ist psychisch nicht wirklich auf unsere Zeit eingestellt, sondern bedient sich der Mechanismen der traditionalen Gesellschaft.

III Chancen und Risiken

Ganz pauschal meint Giddens, wir leben "in einer Art End-Zeit"11 und die Welt als ganze ist in einer Übergangsphase. Wir bewegen uns auf einen neuen besorgniserregenden Erfahrungsbereich zu. Jeder muß daran teilnehmen, ob er will oder nicht. Dabei ist er gleichzeitig Akteur und Ausgelieferter.

Als Gefahren oder Unannehmlichkeiten der traditionellen Gesellschaft zählt Giddens Verhaltenszwänge und formelhafte Wahrheiten auf. Von diesen erhofft er sich, daß sie von der "Möglichkeit, authentische Formen menschlichen Lebens zu entwickeln"12, abgelöst werden.

Als Gefahren der Moderne sieht er an erster Stelle die schon dargestellte Zwanghaftigkeit, die die Kehrseite der "kognitiven Revolution" der Moderne bildet. Außerdem zählt er durch radikalen Zweifel genährte Ängste, soziale Verunsicherung und die Unterschiede zwischen Arm und Reich als weitere Gefahrenquellen auf. Dagegen setzt er die Perspektive für ein neues politisches Engagement, der "dialogischen Demokratie" und der "Demokratie des Gefühls" im persönlichen Leben wie in der globalen Ordnung.

IV Schlußbemerkung

Abschließend kann gesagt werden, daß Anthony Giddens weder ein "Scharzmaler" ist noch eine "rosa Brille" trägt, sondern sowohl im Hinblick auf die traditionale Gesellschaft wie auch auf die heutige positive Aspekte und Gefahren sich die Waage halten. Die Integrität und Identität des Individuums ist aufgrund oben genannter Verhältnisse gefährdet, doch Giddens baut auf die Perspektive der diskursiven Demokratie.

Bibliographie:

Anthony Giddens: Leben in einer posttraditionalen Gesellschaft. In: Beck, U.; Giddens, A.; Lash, S.. Reflexive Modernisierung. Frankfurt a. M.: Suhrkamp, 1996.

Giddens, A.: Konsequenzen der Moderne. Frankfurt a. M.: Suhrkamp, 1995.

[...]


vgl. Reflexive Modernisierung, S 122

1 vgl. Anthony Giddens: Leben in einer posttraditionalen Gesellschaft. In: Beck, U.; Giddens, A.; Lash, S.. Reflexive Modernisierung. Frankfurt a. M.: Suhrkamp, 1996, S. 122.

2 vgl. ebd., S. 125.

vgl. Reflexive Modernisierung, S 122

3 vgl. ebd., S. 131.

4 vgl. ebd., S. 132.

vgl. Reflexive Modernisierung, S 122

5 vgl. Giddens, A.: Konsequenzen der Moderne. Frankfurt a. M.: Suhrkamp, 1995. S. 72

vgl. Reflexive Modernisierung, S 122

6 Anthony Giddens: Leben in einer posttraditionalen Gesellschaft. In: Beck, U.; Giddens, A.; Lash, S.. Reflexive Modernisierung. Frankfurt a. M.: Suhrkamp, 1996,S. 141.

vgl. Reflexive Modernisierung, S 122

7 vgl. ebd., S. 135.

8 vgl. ebd., S. 130.

vgl. Reflexive Modernisierung, S 122

9 vgl. ebd., S 136.

10 vgl. ebd., S. 137.

11 vgl. ebd., S. 113.

vgl. Reflexive Modernisierung, S 122

12 vgl. ebd., S. 194.

11 von 11 Seiten

Details

Titel
Tradition, Moderne und Individuum in "Anthony Giddens: Leben in einer posttraditionalen Gesellschaft"
Hochschule
Universität Stuttgart
Veranstaltung
Seminar: Sozialstrukturanalyse moderner Gesellschaften - Lebensstile
Note
2
Autor
Jahr
2000
Seiten
11
Katalognummer
V97174
Dateigröße
348 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
War eigentlich als Gruppenprojekt geplant, sollte deshalb im Rahmen von Beck, Beck-Gernsheim betrachtet werden.
Schlagworte
Tradition, Moderne, Individuum, Anthony, Giddens, Leben, Gesellschaft, Seminar, Sozialstrukturanalyse, Gesellschaften, Lebensstile
Arbeit zitieren
Ester Hoehle (Autor), 2000, Tradition, Moderne und Individuum in "Anthony Giddens: Leben in einer posttraditionalen Gesellschaft", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/97174

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