Diese Arbeit beschäftigt sich mit einer Messwiederholung zur "Conflict Food Intervention". Dabei wird gezielt nach vorhandenen Effekten in den Teilkompetenzen Wissen, Fähigkeit und Erfahrung geforscht. Ebenso wird untersucht, ob sich eine Veränderung des Konfliktstils hin zum hypothetischen Urteil manifestiert hat. Anhand der Ergebnisse aus vorangegangenen Pilotprojekten wird mit einem kleinen bis mittleren Effekt in der Facette des theoretischen Wissens und der Fähigkeit zur Anwendung gerechnet.
Wie bereits in der Intervention wird die Erhebung mithilfe des IMKK und dem Online-Panel Consumer Fieldwork stattfinden. Das Online-Panel konnte die Stichprobe der Intervention anhand erfasster IDs fast vollständig replizieren, was zu einer Stichprobe von n = 280 führte. Es ergab sich ein mittlerer Effekt in der Teilkompetenz Wissen und jeweils kleine Effekte in den Teilkompetenzen Fähigkeit-Anwendung. Szenario und Erfahrung. Zudem zeigte sich ein kleiner Effekt in der Erfahrungs-Subdimension 'hypothetisches Urteil'. Folglich konnte ein Langzeiteffekt der Steigerung der Konfliktkompetenz durch die "Conflict Food Intervention" festgestellt werden.
Dritter Weltkrieg, Iran-USA Konflikt – Kaum etwas dominiert die Medien im Januar 2020 wie diese Nachricht. Jedoch sind Konflikte in Mythen, Erzählungen und Niederschriften aller Kulturen beschrieben und machen sie damit so alt wie die Menschheit selbst. Konflikte leben aus Spannungen polarer Gegensätze. Leben und Tod, Liebe und Hass, Frieden und Krieg. Solche polaren Gegensätze lassen die Gesellschaft in ihrer Einstellung und Erwartung auseinanderdriften. Es entstehen unvereinbare Existenzen, die unvermeidlich Einfluss auf die Bevölkerung haben.
Inhaltsverzeichnis
1. Abstract
2. Einleitung
3. Theorie
3.1 Theoretischer Hintergrund
3.1.1 Der normative Kern sozialer Konflikte
3.1.2 Das Mediationskonzept nach Montada und Kals (2013)
3.1.3 Das Präventionsprogramm Conflict Food (Maes & Jaudas, in prep.)
3.1.4 Die Follow-Up Untersuchung
3.2 Fragestellungen
3.3 Hypothesen
4. Methodik
4.1 Untersuchungsdesign
4.2. Operationalisierung
4.2.1 UV: Conflict Food Intervention
4.2.2 Gruppe und Messwiederholungsfaktor Zeit
4.2.3 AV: IMKK-V2
4.2.4 Gütekriterien des IMKK-V2
4.2.5 Drittvariablen
4.3 Stichprobe und Erhebung
4.4 Auswertungsverfahren und Auswertungsvorbereitung
5. Ergebnisse
6. Diskussion
6.1 Inhaltliche Diskussion der Ergebnisse
6.2 Darlegung der Störvariablen
6.3 Ausblick auf weitere Forschung und alltägliche Implikationen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die langfristige Wirksamkeit des online-basierten Präventionsprogramms "Conflict Food" zur Vermittlung mediationsspezifischer Konfliktkompetenzen. Im Rahmen einer Follow-Up-Studie wird analysiert, ob die durch das Programm induzierten Kompetenzsteigerungen über einen längeren Zeitraum stabil bleiben und ob eine Veränderung des individuellen Konfliktstils feststellbar ist.
- Wirksamkeitsprüfung des Präventionsprogramms Conflict Food mittels Follow-Up-Design
- Anwendung des Mediationskonzepts nach Montada und Kals (2013) im digitalen Format
- Einsatz des edutainment-basierten Dual-Coding-Ansatzes zur Kompetenzvermittlung
- Analyse der Facetten theoretisches Wissen, Problemlösung und Erfahrung
- Untersuchung von Langzeiteffekten auf die Konfliktkompetenz
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Der normative Kern sozialer Konflikte
Konflikte setzen sich trotz sozialer Unerwünschtheit und dem Bedürfnis nach Frieden als Realität fest. Im folgenden Teil werden der Konfliktbegriff und die Substanz sozialer Konflikte erläutert.
Peter Fiedler und Thomas Haar geben Einblicke in die Psychologie des Konflikts (Fiedler & Haar, 2005). Dabei gehen sie nicht von universalen Eigenschaften der Menschheit und daraus resultierendem Fehlverhalten aus. Sie beabsichtigen die Formulierung von Gesetzmäßigkeiten, die vor allem auch die Umwelt und situative Gegebenheiten als Konfliktursache heranzieht. Konflikte sind zudem in der Lage in sehr heterogenen Gruppen ein Zusammengehörigkeitsgefühl zu erzeugen, welche sich in In- und Out-group-Bildungen äußern und schließlich zu einem Konflikt führen (Pfetsch, 2005). So kann sich das Selbstwertgefühl nach einem Sieg der eigenen Gruppe steigern. Aus Sicht der klinischen Psychologie können nach Fiedler in unbewusste Konflikte, soziale Konflikte, motivationale Konflikte, Angstkonflikte, Normkonflikte und Konfliktdialektik differenziert werden (Fiedler, 2005). Allgemein wird in der Psychologie zwischen intra- und interindividuellen Konflikten unterschieden. Erlebt ein Mensch in widersprüchliche Bedürfnisse, Wünsche, Ziele oder Gefühle, kann dies zu Spannung innerhalb der Person führen. Es entsteht ein intrapersoneller oder innerpsychischer Konflikt. Interpersonelle, beziehungsweise soziale Konflikte, bilden sich zwischen zwei oder mehreren Personen, Gruppen oder Organisationen (Schwarz, 2004).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Abstract: Eine englischsprachige Kurzzusammenfassung der Studie, die die Bestätigung der Hypothesen zur langfristigen Wirksamkeit der Konfliktkompetenzvermittlung hervorhebt.
2. Einleitung: Führt in die Relevanz der Konfliktforschung ein und stellt das Projekt Conflict Food als kostengünstige, online-basierte Lösung zur Vermittlung von Mediationskompetenzen vor.
3. Theorie: Detaillierte Darstellung des theoretischen Rahmens, einschließlich des normativen Konfliktkerns, des Mediationsmodells nach Montada und Kals sowie des edutainment-basierten Interventionsdesigns.
4. Methodik: Beschreibt das randomisierte Mixed-Between-Within-Untersuchungsdesign, die Operationalisierung mittels IMKK-V2 und die statistischen Auswertungsverfahren der Follow-Up-Studie.
5. Ergebnisse: Präsentation der empirischen Daten, die mittels t-Tests signifikante Langzeiteffekte in verschiedenen Teilkompetenzen der Konfliktbewältigung belegen.
6. Diskussion: Kritische Auseinandersetzung mit den Ergebnissen, Reflexion von Störvariablen und Erörterung zukünftiger Forschungspotenziale für digitale Meditationsansätze.
Schlüsselwörter
Konfliktkompetenz, Mediation, Conflict Food, Online-Intervention, Edutainment, Dual-Coding, Langzeiteffekt, IMKK-V2, soziale Konflikte, Präventionsprogramm, Follow-Up-Studie, Konfliktstile, Wirksamkeitsprüfung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Bachelorarbeit evaluiert die Langzeitwirkung des online-basierten Trainingsprogramms "Conflict Food" auf die Konfliktkompetenz von Personen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit verknüpft die theoretischen Konzepte der Konfliktpsychologie (nach Montada & Kals) mit modernen Methoden der Wissensvermittlung wie Edutainment und dem Dual-Coding-Ansatz.
Was ist das primäre Ziel der Studie?
Das Hauptziel besteht darin, empirisch zu prüfen, ob die durch ein Online-Training kurzfristig vermittelten Konfliktkompetenzen über einen Zeitraum von fünf Monaten stabil bleiben.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde ein randomisiertes, kontrolliertes Mixed-Between-Within-Untersuchungsdesign eingesetzt, das eine Messwiederholung bei einer Stichprobe von n = 280 Teilnehmern umfasst.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die detaillierte Beschreibung der methodischen Durchführung, die Darstellung der statistischen Ergebnisse sowie eine reflektierte Diskussion.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Konfliktkompetenz, Mediation, Online-Intervention, Langzeiteffekt, Edutainment und das Messinstrument IMKK-V2.
Was unterscheidet das Programm Conflict Food von klassischen Trainings?
Das Programm ist ein niederschwelliger, online-basierter Ansatz, der Konfliktthemen spielerisch durch Videos vermittelt, anstatt auf kostenintensive Präsenzschulungen zu setzen.
Welche Rolle spielt der Dual-Coding-Ansatz?
Der Dual-Coding-Ansatz geht davon aus, dass die kombinierte Präsentation von Bild- und Textinformationen das Langzeitgedächtnis stärker aktiviert und somit den Lernerfolg bei der Kompetenzvermittlung nachhaltig fördert.
Wie wurden die Störvariablen kontrolliert?
Durch eine große Stichprobengröße und die Randomisierung der Teilnehmer in Experimental- und Kontrollgruppen über einen Online-Panel-Anbieter konnten systematische Verzerrungen weitgehend minimiert werden.
Welches Fazit ziehen die Ergebnisse für die Praxis?
Die Studie belegt, dass digitale Ansätze zur Konfliktkompetenzvermittlung ein hohes Potenzial haben und als Grundlage für weitere Projekte im Bereich der Friedenserziehung und sozialen Kompetenzentwicklung dienen können.
- Citation du texte
- Verena Michaela Andrea Zierer (Auteur), 2020, Langzeiteffekte medialer Konfliktkompetenzvermittlung. Evaluationsstudie eines online-basierten Präventionsprogramms, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/972232