1981 erschien Alice Walkers Short Story-Sammlung You Can’t Keep A Good Woman Down mit der Geschichte ‘Advancing Luna - and Ida B. Wells’. 1984 kam die Anthologie In Search of Our Mothers’ Gardens heraus, eine Sammlung von Aufsätzen, Artikeln und Reden, darunter der Essay ‘The Civil Rights Movement: What Good Was It?’.
Obwohl die Texte verschiedenen Genres zugerechnet werden, wirken sie eng verwandt: sie scheinen stark autobiographisch zu sein, behandeln die sechziger Jahre in den USA und haben als zentrales Thema die schwarze Bürgerrechtsbewegung (Civil Rights Movement). Beide Texte befinden sich im Grenzbereich zwischen den Gattungen: die narrativen Elemente des Essays rücken ihn in die Nähe der Short Story, diese hat durch ihre metafiktionalen, reflektierenden Abschnitte Essay-Qualität. Beide Darstellungen haben jedoch vollkommen unterschiedliche Perspektiven auf die Bürgerrechtsbewegung und ihre Aktivisten. Sie unterscheiden sich in der Aufdeckung unangenehmer Wahrheiten und dem Maß an Kritik und Selbstkritik innerhalb der "black community", die dem US-amerikanischen Rassissmus den Kampf angesagt hatte.
Diese Arbeit vergleicht Essay und Short Story dahingehend, welche Selbst- und Fremdbilder vermittelt werden (sollen) und welche Mittel die Autorin Alice Walker die Konventionen der literarischen Genres zu diesem „Zweck“ einsetzt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Betrachtung
2.1. Essay: ‘The Civil Rights Movement: What Good Was It?’
2.2. Strategien Des Essays
2.3. Short Story: ‘Advancing Luna - And Ida B. Wells’
2.4. Charakteristika Der Short Story Und Vergleich Mit Dem Essay
3. Zusammenfassung Und Schlussbemerkung
4. Literatur
4.1. Primärliteratur
4.2. Sekundärliteratur
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, zwei unterschiedliche literarische Gattungen – einen Essay und eine Short Story – der Autorin Alice Walker in Bezug auf ihre Auseinandersetzung mit der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung zu vergleichen und die darin vermittelten Selbst- und Fremdbilder zu analysieren.
- Vergleich von essayistischen und narrativen Darstellungsweisen.
- Analyse der historischen und politischen Perspektiven auf die Bürgerrechtsbewegung.
- Untersuchung der moralischen Ambivalenz und der Solidaritätskonflikte.
- Rolle der Identität und der Selbstkritik in Walkers literarischem Schaffen.
Auszug aus dem Buch
2.1. ESSAY: ‘THE CIVIL RIGHTS MOVEMENT: WHAT GOOD WAS IT?’
Es handelt sich hier um einen persönlichen Essay, der das essayistische Ich zum Subjekt seiner Ausführungen macht. Das Geschlecht des essayistischen Ichs ist an keiner Stelle benannt und auch nicht eindeutig zu identifizieren. Auch die narrativen, persönlich und autobiographisch wirkenden Erfahrungsberichte könnten von einem Mann oder von einer Frau stammen. Nur die Tatsache, dass es sich um sehr persönliche und authentisch wirkende Erlebnisse handelt, verleitet dazu, ‘I’ mit Alice Walker gleichzusetzen. Trotzdem ist davon auszugehen, dass sie ihre persönlichen Erlebnisse „inszeniert“, d. h. so präsentiert und interpretiert, dass sie ihrem Anliegen dienen.
Der Titel suggeriert, dass die Civil Rights Movement der Geschichte angehört und dass man jetzt Bilanz ziehen kann (‘What Good Was It?’). Der Ansatzpunkt der Argumentationlinie ist, dass die Bewegung wirklich für einige Menschen tot ist bzw. von ihnen getötet wird: ‘it is killed by the press and made dead and buried by the white American public. [...] White liberals and deserting Civil Rights sponsors’ (Gardens, 120) sind sogar der Meinung, sie sei gescheitert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung der beiden Texte von Alice Walker und Hinführung zum zentralen Thema des Vergleichs von essayistischen und erzählerischen Perspektiven auf die Bürgerrechtsbewegung.
2. Betrachtung: Ausführliche Analyse beider Werke, beginnend mit der Untersuchung der rhetorischen Strategien im Essay und der narrativen Struktur der Short Story.
2.1. Essay: ‘The Civil Rights Movement: What Good Was It?’: Untersuchung der essayistischen Form, der Argumentationsstruktur und der politischen Intention des Textes.
2.2. Strategien Des Essays: Detaillierte Betrachtung der rhetorischen Mittel und der ideologischen Ausrichtung des Essays innerhalb der Bürgerrechtsbewegung.
2.3. Short Story: ‘Advancing Luna - And Ida B. Wells’: Analyse der komplexen, hybriden Struktur der Erzählung und der damit verbundenen ethischen Konflikte.
2.4. Charakteristika Der Short Story Und Vergleich Mit Dem Essay: Synthese des Vergleichs, bei der die unterschiedlichen Wirkungsweisen und der kritische Gehalt beider Texte gegenübergestellt werden.
3. Zusammenfassung Und Schlussbemerkung: Resümee über die Entwicklung vom politisch-programmatischen Essay hin zur kritisch-selbstreflektiven Short Story.
4. Literatur: Verzeichnis der herangezogenen Primär- und Sekundärquellen.
4.1. Primärliteratur: Auflistung der verwendeten Texte von Alice Walker.
4.2. Sekundärliteratur: Auflistung der für die Analyse verwendeten wissenschaftlichen Fachliteratur.
Schlüsselwörter
Alice Walker, Bürgerrechtsbewegung, Civil Rights Movement, Essay, Short Story, Rassensolidarität, Ida B. Wells, Martin Luther King Jr., Identität, Amerikanische Literatur, Afroamerikanische Frauenliteratur, Literaturvergleich, Empowerment, politische Rhetorik, Fiktion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit?
Die Arbeit vergleicht zwei Werke von Alice Walker, den Essay ‘The Civil Rights Movement: What Good Was It?’ und die Short Story ‘Advancing Luna - And Ida B. Wells’, um deren unterschiedliche Perspektiven auf die amerikanische Bürgerrechtsbewegung aufzuzeigen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die Rolle der Frau in der Bürgerrechtsbewegung, der Konflikt zwischen Rassen- und Geschlechtssolidarität, die Macht der Sprache sowie die literarische Darstellung historischer Prozesse.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Walker von einer eher programmatischen, essayistischen Haltung hin zu einer komplexeren, narrativen und selbstkritischen Darstellung gelangt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die rhetorische Mittel, narrative Strukturen und historisch-kulturelle Kontexte miteinander in Beziehung setzt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der rhetorischen Strategien des Essays sowie die Untersuchung der narrativen Brüche und der metafiktionalen Elemente innerhalb der Short Story.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie "Ambivalenz", "Rassensolidarität", "Autobiographisches Schreiben" und "Bürgerrechtsbewegung" charakterisiert.
Wie unterscheidet sich die Darstellung in der Short Story vom Essay?
Während der Essay ein homogenes Bild der Bürgerrechtsbewegung vermittelt und klare politische Positionen bezieht, legt die Short Story Brüche, Widersprüche und unangenehme Wahrheiten offen, die eine eindeutige Stellungnahme erschweren.
Welche Bedeutung kommt der Figur Ida B. Wells in der Short Story zu?
Ida B. Wells dient der Ich-Erzählerin als moralische Autorität und historisches Korrektiv, an dem sie ihre eigene Rolle als schwarze Autorin und Rebellin innerhalb der Bürgerrechtsbewegung misst.
- Quote paper
- Cornelia Neumann (Author), 1999, Essay versus Short Story: Ein Vergleich von zwei Alice Walker-Texten: "The Civil Rights Movement - What Good Was It?" und "Advancing Luna - and Ida B. Wells", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/9722