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Geschichtsschreibung im Mittelalter. Hermann von Reichenau zwischen Chronist und Autobiograph

Titel: Geschichtsschreibung im Mittelalter. Hermann von Reichenau zwischen Chronist und Autobiograph

Hausarbeit , 2020 , 12 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Alisa Loewemann (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Thema Hermann von Reichenau zwischen Chronist und Autobiograph und verfolgt die Fragestellung, inwiefern sich das Werk Hermanns von Reichenau als Autobiographie einordnen lässt bzw. welcher anderen literarischen Gattung der mittelalterlichen Geschichtsschreibung es andernfalls zugeordnet werden kann.

Um die Fragestellung zu beantworten, wird zunächst die Geschichtsschreibung des Mittelalters beleuchtet, um daraufhin die autobiographischen und chronologischen Inhalte der Chronik Hermanns von Reichenau zu betrachten und schlussfolgernd einen Versuch der Gattungszuordnung zu unternehmen.

Als eine der wichtigsten überlieferten Quellen des 11. Jahrhunderts zur Geschichte Konrads II. und Heinrichs III. zählt die Geschichtsschreibung Hermanns von Reichenau. Dabei werden in der Forschung immer wieder verschiedene Begriffe – von Weltchronik über Reichschronik oder Kirchengeschichte – für Hermanns Werk verwendet, welches außerdem unüblicherweise auch Informationen über seine eigene Person enthält.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Geschichtsschreibung im Mittelalter

3. Die Chronik Hermanns von Reichenau

3.1 Das Zusammenspiel von autobiographischen und chronologischen Inhalten

3.2 Die Gattungszuordnung der Chronik Hermanns

4. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Hausarbeit untersucht die Chronik des Hermann von Reichenau im Spannungsfeld zwischen traditioneller Geschichtsschreibung und autobiographischen Elementen, mit dem Ziel, eine literarische Gattungszuordnung des Werks vorzunehmen.

  • Mittelalterliche Geschichtsschreibung und ihre Gattungsabgrenzung
  • Strukturelle Analyse der Weltchronik des Hermann von Reichenau
  • Integration persönlicher und autobiographischer Notizen in das Geschichtswerk
  • Einfluss von Gelehrsamkeit und naturwissenschaftlichem Interesse auf die Historiographie
  • Metamorphose von der Universalgeschichte zur Reichsgeschichte

Auszug aus dem Buch

3.1 Das Zusammenspiel von autobiographischen und chronologischen Inhalten

Schon zu Beginn seiner Chronik lässt Hermann eine persönliche Information in seine Aufzeichnungen einfließen. Mit den Worten „noster Jesus Christus“ innerhalb seines ersten Eintrags, beginnt er seine Geschichtsschreibung zum einen inhaltlich bei der Geburt Jesu und markiert so den heilsgeschichtlichen Ausgangspunkt seiner Zeitrechnung, zum anderen drückt er durch das lateinische Wort noster – unser – seine Zugehörigkeit zum Christentum aus, welche sein Werk fortlaufend prägt. Hermanns Wir-Gefühl lässt sich nach Buchner in zwei Bereiche differenzieren, nämlich in einen engeren Sinn, der die Gemeinschaft seines Klosters meint und einen weiteren Sinn, der die Abgrenzungen zu anderen Völkern und Regionen illustriert. Als Beispiel für letzteres lässt sich aus dem Jahr 911 Hermanns Bemerkung zum Tod des Königs Ludwig nennen und die Bezeichnung des ostfränkischen Reichs als „unsere[…] Lande[…]“ in Abgrenzung zum westfränkischen Reich. Die Gemeinschaft seines Klosters und der damit einhergehende persönliche Bezug Hermanns zeigen die Aufzeichnungen aus dem Jahr 1048. Hier berichtet Hermann vom kaiserlichen Umritt und dass der Kaiser „unsere Reichenau [betrat] und […] am 24. April die neue Kirche des heiligen Evangelisten Markus, unseres Schutzherrn, […] weihen [ließ]. Er bekennt sich hier nicht nur ein weiteres Mal zur Christenheit, sondern verortet sich auch klar räumlich in der Reichenau und zeigt so seine Zugehörigkeit zum Kloster und zur Klostergemeinschaft. Das Interesse an der christlichen Kirche und die Inszenierung dieser in seiner Chronik als Mitte und Maß aller Dinge wird des Weiteren durch die fast lückenlose Aufzählung der Papst- sowie der Bischofstod- und nachfolge untermauert, die den selbstständigen Teil seiner Chronik prägen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung Hermanns von Reichenau als Quelle des 11. Jahrhunderts ein und formuliert die Fragestellung zur Gattungszuordnung seines Werks.

2. Geschichtsschreibung im Mittelalter: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen mittelalterlicher Historiographie, ihre fließenden Gattungsgrenzen und die verschiedenen Ausprägungen wie Weltchroniken oder Annalen.

3. Die Chronik Hermanns von Reichenau: Hier wird das Werk Hermanns detailliert vorgestellt, wobei besonders die wissenschaftliche Präzision, die astronomischen Interessen des Autors und die Quellenbasis analysiert werden.

3.1 Das Zusammenspiel von autobiographischen und chronologischen Inhalten: Dieses Kapitel untersucht, wie Hermann persönliche Zugehörigkeiten, seine Rolle als Gelehrter und familiäre Ereignisse in das chronologische Gerüst seiner Weltchronik integriert.

3.2 Die Gattungszuordnung der Chronik Hermanns: Dieser Abschnitt zieht eine Schlussfolgerung aus den vorangegangenen Analysen und verdeutlicht, dass eine eindeutige Zuordnung zu einer einzigen Gattung aufgrund der Vielschichtigkeit des Textes nicht möglich ist.

4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Chronik eher als Metamorphose von einer Universalgeschichte zu einer subjektiv geprägten Reichsgeschichte zu verstehen ist, statt als reine Autobiographie oder Weltchronik.

Schlüsselwörter

Hermann von Reichenau, Mittelalter, Geschichtsschreibung, Weltchronik, Autobiographie, Reichsgeschichte, Historiographie, Kloster Reichenau, Universalgeschichte, Annalistik, 11. Jahrhundert, Gelehrsamkeit, Mittelalterliche Geschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht die Chronik des Hermann von Reichenau, um zu klären, ob das Werk als Autobiographie, als Weltchronik oder als eine andere Form der mittelalterlichen Geschichtsschreibung klassifiziert werden kann.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Autorin?

Die zentralen Themen umfassen die Definition mittelalterlicher Historiographie, die Bedeutung des Klosters Reichenau, Hermanns naturwissenschaftliche Interessen und das Zusammenspiel von Faktenorientierung und subjektiver Selbstdarstellung.

Was ist die zentrale Forschungsfrage der Untersuchung?

Die Forschungsfrage lautet, inwiefern sich das Werk Hermanns von Reichenau als Autobiographie einordnen lässt oder welcher anderen literarischen Gattung es alternativ zugeordnet werden muss.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine Literaturanalyse, in der sie Definitionen der mittelalterlichen Historiographie mit den konkreten Inhalten der Chronik Hermanns von Reichenau vergleicht und in den wissenschaftlichen Diskurs einbettet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit analysiert?

Im Hauptteil werden zunächst die Gattungen mittelalterlicher Geschichtsschreibung theoretisch erfasst, gefolgt von einer inhaltlichen Untersuchung der Chronik Hermanns, insbesondere im Hinblick auf seine autobiographischen Notizen und sein Wir-Gefühl.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch die Begriffe Weltchronistik, autobiographisches Selbstverständnis, mittelalterliche Chronik, Universalgeschichte und die spezifische methodische Arbeitsweise Hermanns von Reichenau.

Welche Rolle spielt das Kloster Reichenau für Hermanns Geschichtsbild?

Das Kloster dient als identitätsstiftender Ankerpunkt. Hermann verortet sich räumlich und emotional in der Gemeinschaft, was sich in der Chronik durch die detaillierte Erwähnung klösterlicher Ereignisse widerspiegelt.

Warum kommt die Autorin zu dem Schluss, dass es keine eindeutige Gattungszuordnung gibt?

Die Autorin argumentiert, dass das Werk Elemente verschiedener Gattungen vereint: Es beginnt als Universalgeschichte, enthält jedoch zunehmend subjektive, autobiographische Notizen und entwickelt sich schließlich zu einer reichsgeschichtlichen Darstellung.

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Details

Titel
Geschichtsschreibung im Mittelalter. Hermann von Reichenau zwischen Chronist und Autobiograph
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Note
1,3
Autor
Alisa Loewemann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
12
Katalognummer
V972333
ISBN (eBook)
9783346318640
ISBN (Buch)
9783346318657
Sprache
Deutsch
Schlagworte
geschichtsschreibung mittelalter hermann reichenau chronist autobiograph hermann der lahme
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Alisa Loewemann (Autor:in), 2020, Geschichtsschreibung im Mittelalter. Hermann von Reichenau zwischen Chronist und Autobiograph, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/972333
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Leseprobe aus  12  Seiten
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