Das Ziel dieser Arbeit ist es, die theoretischen Grundlagen eines IPO systematisch zu erläutern. Insbesondere soll das Phänomen Underpricing näher betrachtet werden. In der Arbeit sollen die Fragen beantwortet werden, wie Underpricing entsteht und warum Unternehmen bewusst geringere Emissionserlöse in Kauf nehmen. Die vorliegende Arbeit ist in drei Hauptteile gegliedert.
Sie beginnt mit den konzeptionellen Grundlagen zu einem Börsengang. Anfangs wird der Begriff IPO definiert. Des Weiteren werden Motive und Bedenken, die Unternehmen vor der Durchführung eines Börsenganges haben, näher erläutert. Im Anschluss wird die Vorgehensweise eines IPO phasenweise beschrieben. Im zweiten Hauptteil werden theoretische Grundlagen zu dem Begriff Underpricing definiert. Des Weiteren wird mit Hilfe von Erklärungsansätzen zu Informationsasymmetrien beschrieben wie Underpricing entsteht. Die Informationsasymmetrien werden einerseits zwischen Investoren untereinander und andererseits zwischen dem Emittenten und den Investoren unterteilt.
Der letzte Hauptteil ist praxisorientiert. In einer Theorie-Praxis-Reflektion wird der Börsengang des Unternehmens Visa Inc. chronologisch erläutert. Insbesondere wird auf die Kursentwicklung und das Underpricing eingegangen. Annahmen, die auf dem Theorieteil dieser Arbeit beruhen, sollen erklären wie ein Underpricing bei dem Börsengang von Visa entstanden ist.
Die Arbeit schließt mit einem Fazit ab. Dieses Fazit kombiniert die vorgestellten theoretischen Grundlagen mit dem untersuchten Börsengang in der Praxis.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Ziel und Gang der Arbeit
2 Konzeptionelle Grundlagen zum Börsengang
2.1 Begriffsverständnis
2.2 Motive und Bedenken
2.3 Phasenorientierte Ausführung
2.3.1 Konzeptionsphase
2.3.2 Durchführungsphase
2.3.3 Platzierungsphase
3 Underpricing
3.1 Begriffserklärung Underpricing
3.2 Erklärungsansätze Informationsasymmetrien
3.2.1 Informationsasymmetrien zwischen Emittenten und Investor
3.2.2 Informationsasymmetrien zwischen Investoren
4 Theorie-Praxis-Transfer am Beispiel der Visa Inc.
4.1 Unternehmensvorstellung Visa Inc.
4.2 Der Börsengang von Visa Inc.
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit systematisiert die theoretischen Grundlagen eines Initial Public Offering (IPO) und analysiert kritisch das Phänomen des Underpricing, um zu erklären, wie dieses entsteht und warum Unternehmen bewusst geringere Emissionserlöse in Kauf nehmen.
- Konzeptionelle Grundlagen und Phasen eines Börsengangs
- Motive, Bedenken und strategische Anforderungen für Emittenten
- Wissenschaftliche Erklärungsmodelle für Underpricing durch Informationsasymmetrien
- Empirischer Theorie-Praxis-Transfer am Beispiel des Visa Inc. Börsengangs
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Informationsasymmetrien zwischen Emittenten und Investor
Informationsasymmetrien zwischen Emittenten und Investoren lassen sich durch die Bookbuilding-Theorie von Benveniste und Spindt begründen. Die Vorgehensweise des Bookbuildingverfahrens ist im Kapitel 2.3.3 näher beschrieben. Ein Underpricing wird dadurch begründet, dass die potenziellen Investoren, die Teil der Roadshows sind, in ihrer Gesamtheit besser über die Unternehmensbewertung und den Erfolg am Aktienmarkt informiert sind, als der Emittent bzw. die Emissionsbank selbst. Der Emittent hat ein Interesse daran, dass er möglichst viele Informationen der potenziellen Investoren im Vorfeld aufdeckt, damit er den Emissionspreis exakt ermitteln kann. Der Preis, den Investoren am Sekundärmarkt für eine Aktie erwarten wird Reservationspreis genannt.
Das Ziel des Underwriters ist die Differenz zwischen dem Reservationspreis und dem Emissionspreis möglichst gering zu halten. Das Interesse der potenziellen Investoren liegt jedoch darin ihre Informationen möglichst geheim zu halten und so den Informationsvorsprung durch einen günstigeren Zeichnungskurs ausnutzen zu können. Deuten die Informationen der potenziellen Investoren auf eine positive Entwicklung hin, können sie am ersten Handelstag ihre Aktie für einen höheren Preis verkaufen und dadurch nach kurzer Zeit Gewinne realisieren. Um den Reservationspreis richtig einschätzen zu können, benötigt der Emittent möglichst viele Informationen der Investoren.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung von Börsengängen zur Kapitalbeschaffung ein und definiert die zentrale Forschungsfrage zum Phänomen Underpricing.
2 Konzeptionelle Grundlagen zum Börsengang: Das Kapitel erläutert die Definition, Motive sowie die drei wesentlichen Phasen der Durchführung eines Börsengangs.
3 Underpricing: Hier werden der Begriff des Underpricing definiert und theoretische Erklärungsansätze basierend auf Informationsasymmetrien zwischen den Akteuren detailliert dargelegt.
4 Theorie-Praxis-Transfer am Beispiel der Visa Inc.: Dieses Kapitel verbindet die theoretischen Grundlagen mit einer konkreten Fallstudie des Visa Inc. Börsengangs unter Berücksichtigung der Kursentwicklung.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und bewertet die Anwendung der theoretischen Modelle auf den untersuchten Börsengang der Visa Inc.
Schlüsselwörter
Börsengang, IPO, Initial Public Offering, Underpricing, Emissionserlös, Informationsasymmetrie, Bookbuilding-Verfahren, Emittent, Investor, Emissionspreis, Sekundärmarkt, Visa Inc., Finanzkrise, Börsenreife, Kapitalerhöhung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Prozess eines Börsengangs und dem dabei häufig auftretenden Phänomen des sogenannten Underpricing.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder umfassen die Phasen eines Börsengangs, die verschiedenen Motive und Kosten eines IPO sowie theoretische Erklärungsmodelle für Kursabweichungen bei Emissionen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die theoretischen Grundlagen eines IPO systematisch zu erläutern und zu begründen, warum Unternehmen bewusst ein Underpricing ihrer Aktien in Kauf nehmen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse zur Herleitung theoretischer Modelle und kombiniert diese durch einen Theorie-Praxis-Transfer mit der Analyse eines realen Börsengangs.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in konzeptionelle Grundlagen zum Börsengang, die ökonomische Definition und Erklärung von Underpricing sowie die praktische Anwendung am Beispiel der Visa Inc.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind IPO, Underpricing, Informationsasymmetrie, Emissionserlöse, Bookbuilding und Börsenreife.
Warum wird im Modell von Rock von einer Überzeichnung gesprochen?
Bei einem unterbewerteten Titel zeichnen sowohl gut als auch schlecht informierte Anleger, was zu einer Nachfrage führt, die das Angebot übersteigt, wodurch nicht alle Investoren ihre gewünschte Menge erhalten.
Welche Rolle spielte die Finanzkrise 2008 beim Börsengang von Visa?
Trotz eines als riskant eingestuften Marktumfelds gelang Visa der größte US-Börsengang der Geschichte, wobei das Underpricing unter anderem durch die Fehleinschätzung der Nachfrage aus bestimmten Ländern beeinflusst wurde.
- Quote paper
- Christoph S. (Author), 2019, Underpricing bei Börsengängen. Ablauf eines Initial Public Offering am Praxisbeispiel Visa Inc., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/972602