Balanced Scorecards in Banken


Hausarbeit (Hauptseminar), 2002

16 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1. Wandel der Steuerungsinstrumente vor dem Hintergrund sich ändernder Umweltbedingungen

2. Einsatz von Kennzahlensystemen als Führungsinstrument in Banken
2.1 Kennzeichnung von Kennzahlen
2.2 Bedeutung und Funktion von Kennzahlensystemen
2.3 Relevanz finanzieller Kennzahlensysteme

3. Grundlegende Kennzeichnung der Balanced Scorecard
3.1 Entstehung der Balanced Scorecard als Kennzahlensystem
3.2 Grundkonzeption der Balanced Scorecard
3.3 Implementierung der Balanced Scorecard

4. Spezielle Gestaltungsfelder der Balanced Scorecard in Banken
4.1 Balanced Scorecard vor dem Hintergrund des KonTraG und von Basel II
4.2 Relevanz einer fünften Perspektive für die Kreditwirtschaft
4.3 Datenverarbeitungsgestützte Umsetzung

5. Zukunftsperspektive für den Einsatz der Balanced Scorecard in Banken

1. Wandel der Steuerungsinstrumente vor dem Hintergrund sich ändernder Umweltbedingungen

Die schnellere Veränderung der Umweltbedingungen, eine wachsende Kundenmacht, die technologische Entwicklung sowie eine kapitalmarktbedingte Wertorientierung sind einige Faktoren, welche das unternehmerische Umfeld prägen. Traditionelle Zielsetzungen wie Profitabilität oder finanzielles Wachstum sind nicht mehr als alleinige Steuerungsgrößen relevant. Die Integration nicht-finanzieller Kennzahlen erscheint zunehmend notwendig. Ferner benötigen Unternehmen erfolgreiche Strategien, die bei erfolgreicher Umsetzung den Unternehmenswert wiederum steigern. Dies zeigt, wie wichtig es für Unternehmen ist, über geeignete Steuerungsinstrumente zu verfügen, um diesen Anforderungen gerecht zu werden

Ziel dieser Arbeit ist es, neben der Darstellung der Kennzahlensysteme in Banken und der Kennzeichnung der Balanced Scorecard, den Beitrag der Balanced Scorecard zur wertorientierten Unternehmensführung aufzuzeigen und eine Fokus auf die speziellen Gestaltungsfelder der Balanced Scorecard im Bankenbereich zu legen.

2. Einsatz von Kennzahlensystemen als Führungsinstrument in Banken

2.1 Kennzeichnung von Kennzahlen

Kennzahlen bilden heute einen zentralen Bestandteil jeder modernen Unternehmenssteuerungskonzeption. Sie geben einen quantitativ messbaren Sachverhalt wieder, um in komprimierter Form über zahlenmäßig erfassbare betriebswirtschaftliche Sachverhalte zu informieren.[1] ) Kennzahlen existieren in allen betrieblichen Teilbereichen, beispielsweise in dem Bereich des Absatzes oder der Finanzierung, und auch für Elemente, die nach anderen Gesichtpunkten gebildet werden, beispielsweise für Kundengruppen oder Lieferanten.[2] ) Sie erlauben einen schnellen Blick auf relevante betriebliche Aspekte und Fakten und führen zur Führungserleichterung durch Komplexitätsreduktion.[3] )

Neben der Informationsfunktion besitzen Kennzahlen auch eine Steuerungsfunktion: Indem sie als Ziele formuliert werden, stellen sie eine Marke dar, an der sich einzelne organisatorische Einheiten orientieren können. Hierbei ist zu beachten, dass die Kennzahlen problemadäquat und auf die jeweilige Handlungssituation bezogen definiert sein müssen.[4] ) Kennzahlen nehmen allerdings trotz Ihrer Operationalität und quantitativen Genauigkeit definitionsgemäß stets eine Komprimierung der ökonomisch relevanten Realität vor. Ihre Grenzen werden beispielsweise anhand der häufig benutzten, rentabilitätsorientierten Spitzenkennzahl „ROI“ deutlich. Dort werden Anreize geschaffen, das unternehmerische Handeln primär auf diese eine Kennzahl auszurichten und explizit andere unternehmenspolitischen Ziele, wie bspw. die Mitarbeiterzufriedenheit, auszuschließen.

Weiterhin – um nur zwei Beispiele zu nennen – sind Kennzahlen zu streng auf die Daten des Jahresabschlusses ausgerichtet und differenzieren zu wenig nach betrieblichen Subsystemen; dies reicht zur Steuerung von Unternehmensbereichen nicht aus.[5] ) Beispiele für Kennzahlen der Kreditwirtschaft sind die Anzahl der Neukundenakqisitation, der Zeitbedarf einer Kreditgewährung, das Wachstum der Verbesserungsvorschläge oder die Kreditausfallquote.

2.2 Bedeutung und Funktion von Kennzahlensystemen

Da die Aussagekraft einzelner Kennzahlen jedoch gering ist, werden in der Regel mehrere Kennzahlen ermittelt und in Form eines Kennzahlensystems dargestellt. Dieses ermöglicht eine bessere Übersichtlichkeit, führt allerdings auch zu einer Informationsverdichtung.[6] ) Hinzuweisen ist hier auf eine sinnvolle Beschränkung verhältnismäßig weniger aussagekräftiger Kennzahlen, da ein ausufernder „Kennzahlenfriedhof“ von der tatsächlichen Nutzung abschreckt.[7] )

Allerdings ist nicht jede (willkürliche) Zusammenstellung von Kennzahlen automatisch als Kennzahlensystem zu interpretieren, sondern vielmehr dann, wenn diese Kennzahlen sachlogisch miteinander verknüpft sind und in einem übergeordneten Zusammenhang dargestellt werden können.[8] ) Mit Hilfe eines Kennzahlensystems lassen sich dann die Einzelentscheidungen eines Unternehmens so koordinieren, dass die Möglichkeit einer optimalen Gesamtzielerreichung zumindest vorhanden ist.[9] )

2.3 Relevanz finanzieller Kennzahlensysteme

Das traditionelle Kennzahlensystem unterliegt jedoch einem großen Mangel: es ist rein finanzwirtschaftlich ausgelegt. Die Aussagefähigkeit reiner Finanzkennzahlen ist begrenzt, weil sie einerseits vergangenheitsorientiert sind und damit kaum zukunftsrelevante Steuerungsinformationen liefern können und andererseits detaillierte Aussagen über Ursachen bestimmter Entwicklungen nur beschränkt möglich sind.[10] )

[...]


[1] ) vgl. Weber [Balanced Scorecard] 2.

[2] ) vgl. Corsten [Handbuch] 519.

[3] ) vgl. Weber [Einführung] 232.

[4] ) vgl. Küpper [Controlling] 347 f.

[5] ) vgl. Weber [Einführung] 230 ff.

[6] ) vgl. Bausch/Kaufmann [Kennzahlensysteme] S.122, Jöhnk/Zimmermann [Balanced

Scorecard] 51 und Schnait/Wüest [Kennzahlen] S. 102.

[7] ) vgl. Reinecke/Tomczak/Geis [Handbuch] 24.

[8] ) vgl. Jöhnk/Zimmermann [Balanced Scorecard] 51.

[9] ) vgl. Bausch/Kaufmann [Kennzahlensysteme] S.122.

[10] ) vgl. Horstmann [Balanced Scorecard-Ansatz] 193 und Kaplan/Norton [Balanced

Scorecard] 20.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Balanced Scorecards in Banken
Hochschule
Universität Hohenheim  (Controlling)
Veranstaltung
Seminar im Institut Controlling
Note
2,0
Autor
Jahr
2002
Seiten
16
Katalognummer
V9727
ISBN (eBook)
9783638163514
ISBN (Buch)
9783638757225
Dateigröße
525 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Das Thema umfaßt die Besonderheiten der Balanced Scorecard als Steuerungsinstrument des Controlling im Bereich der Kreditinstitute und berücksichtigt deren Besonderheiten (z.B. eine 5. Risikoperspektive, Basel II, etc.).
Schlagworte
Controlling Balanced Scorecard Bank
Arbeit zitieren
Joachim Barth (Autor), 2002, Balanced Scorecards in Banken, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/9727

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