Die Kuwaitkrise,Operation Desert Storm


Referat / Aufsatz (Schule), 2000

10 Seiten, Note: 1,5


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1.) Eine Krise entwickelt sich

Die Krise begann ursprünglich 1988, als der Krieg zwischen dem Irak und dem Iran endete. Dieser Konflikt hatte sich über acht Jahre hingezogen, in denen fast eine Million Menschen getötet worden waren. Als Iran den Waffenstillstand vorschlug, sah man sich im Irak als Sieger dieser Konfrontation über den Iran. In Wirklichkeit beendete Bagdad (Irak) den Krieg erschöpft und mächtig zugleich. Das finanzielle Desaster sprengte alle Rahmen. Am Anfang des Krieges hatte der Irak 30 Milliarden Dollar Reserven, 8 Jahre später erreichte die Verschuldung des Landes ein Maximum von 100 Milliarden Dollar. Saddam Hussein erwartete von den reichsten seiner arabischen „Brüder“, Saudi Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Kuwait, dass sie ihm bei der Rückzahlung der Schulden helfen würden, da er sie acht Jahre vor der persischen Gefahr am Golf beschützt hatte.

Doch schon am 9.August, also am Tag nach dem Waffenstillstand zwischen Irak und Iran brach Kuwait den OPEC-Vertrag(Organisation Erdöl exportierender Länder), indem sie die Erdölproduktion(vor allem im Rumeila- Feld) erhöhten. Saddam Hussein empfand dieses Vorgehen als Provokation und Verrat, denn das zusätzliche Öl ließ den Ölpreis noch weiter sinken und dadurch die Schulden des Iraks weiter steigen.

Der Irak ging aus dem Krieg hervor, als ob er dem Westen näher stände als zuvor. Seine Wirtschaft war mehr mit dem Westen als mit der Sowjetunion verflochten, und sein Waffenarsenal stammte zu gleichen Teilen aus europäischen Ländern, besonders Frankreich, sowie Moskau. Das brachte die USA auf die Idee auf den Irak zu setzen, den sie als wichtigen Macht- und Stabilitätsfaktor der Region ansahen.

Der Diktator fühlte sich nach außen hin sehr geschmeichelt von dem Vertrauen, das die USA ihm entgegenbrachte, doch als die amerikanische Presse ihn mit Hitler verglich und als den schlimmsten Diktator der heutigen Zeit betrachtete, wendete sich das Blatt. Saddam Hussein begann im Nahen Osten Stimmung gegen die USA zu machen.

Am 23. Februar kam es zum Treffen der arabischen Länder in Amman(Jordanien). Dort sagte Hussein: „Das Land, das den größten Einfluss auf die Region, den Golf und sein Erdöl ausübt, wird seine Vorherrschaft als Supermacht festigen ohne dass ihm jemand Widerstand entgegensetzten kann. Wenn die Bevölkerung der arabischen Welt nicht aufpasst, wird diese Region bald nach dem Willen der Vereinigten Staaten von Amerika beherrscht werden.“ Über diese Erklärung war Ägyptens Staatschef Mubarak, der von der USA mit 2 Milliarden Dollar jährlich unterstützt wurde, so wütend, dass es mitsamt seiner Delegation sofort abreisten wollte. Doch König Hussein gelang es Mubarak zu besänftigen und es kam zu einem Treffen von Mubarak und Saddam Hussein am

24.Februar um Probleme auszuräumen, doch ohne Erfolg. Mubarak reiste ab. Saddam Hussein wurde immer dreister. Er forderte von Saudi Arabien und der USA, dass sie ihm seine Schulden über 30 Milliarden Dollar, der er während des Krieges gegen den Iran gemacht hatte, zu erlassen und zusätzlich 30 Milliarden Dollar auszuzahlen.

Vor allem die Höhe seiner Forderungen beunruhigte die Arabische Welt, im besonderen Kuwait und Saudi-Arabien zutiefst. Der König von Jordanien war sich der kritischen Lage als erster bewusst, und versuchte zu vermitteln. Er reiste durch die betroffenen Regionen und sprach mit deren Führern. Jedoch ohne Erfolg, Verhandlungen schienen ausgeschlossen. Am 3. März traf sich König Hussein und Saddam Hussein in Bagdad. Der Diktator hatte sich 3 Ziele gesetzt:
1.) Den Streit um das ertragreiche Rumeila- Erdölfeld zu regeln.
2.) Vom Emirat Kuwait 2 Inseln zu pachten, um direkten Zugang zum Golf zu bekommen.
3.) Das Problem der während des Krieges angehäuften Schulden zu lösen.

Der jordanische Monarch machte ihm aber klar, dass sich der Emir von Kuwait weigerte ihn irgendwelche Verhandlungen einzutreten, bevor nicht der Irak die Unabhängigkeit Kuwaits anerkannte.

Damit endete auch dieses Gespräch ohne einen wirklichen Schritt zur Lösung des Problems näher gekommen zu sein.

3 Tage später rief Saddam Hussein seinen Generalstab zusammen und begann die geheime Planung des Angriffs auf Kuwait. Außerdem hielt er noch eine Rede, in der er von seiner neuen chemischen Superwaffe erzählt und Israel, dem engsten Verbündeten der USA in dieser Region, mit der Vernichtung von halb Israel droht, falls es gegen den Irak vorginge.

Die USA tat trotz Warnungen der CIA, die einen Angriff auf Kuwait für wahrscheinlich hielt, nichts dergleichen, da die offizielle Haltung der USA keine wirklichen Maßnahmen zuließ.

Am 28.Mai 1990 fand in Bagdad ein Gipfeltreffen der Arabischen Liga mit 21 arabischen Königen und Staatchefs statt. Dieser waren eigentlich gekommen um Husseins Drohung, halb Israel zu zerstören, zu unterstützen, doch das Treffen sollte eine ganz andere Wendung bekommen. Saddam Hussein attackierte die Haltung der Golfstaaten, sprach von einem regelrechten Wirtschaftskrieg gegen den Irak, und erwähnte wieder Geldforderungen von 10 Millionen Dollar.

Schon jetzt ahnten einige arabischen Politiker, dass die einzige Lösung für den in Geldnöten steckendem Diktator die Einnahme Kuwaits wäre.

Am 17.Juli begannen irakische Truppen sich auf Kuwait zu bewegen. Kuwait jedoch traf keine militärischen Maßnahmen, vertraute darauf, dass die USA die Emirate unterstützen würde, und schlug dem Irak Verhandlungen vor. Am selben Tag wurde Saddam Hussein zum Präsidenten auf Lebenszeit ernannt.

Am 24.Juli reiste Mubarak nach Bagdad um zu vermitteln. Hussein vertraute ihm an, keine Gewalt anzuwenden, solange es Gespräche mit Kuwait gäbe und er erst alle Mittel der Verhandlung ausschöpfen werde.

Am 25.Juli kam es zu einem Gespräch Husseins mit der amerikanischen Botschafterin, in der er den amerikanischen Präsidenten warnte, selbst zu einem Krieg gegen die USA bereit wäre, auch wenn er ihn verlieren würde. Am 26.Juli waren mehr als 30000 Iraker an der Grenze zu Kuwait zusammengezogen.

Am 28.Juli meldete die CIA, dass die Maßnahmen des Iraks nicht nötig wären, wenn es sich wirklich nur um ein Einschüchterungsmanöver handeln würde. Ebenfalls am 28.Juli traf Jassir Arafat, der PLO-Führer, Saddam Hussein, welcher ihn bat, nach Kuwait-City zu reisen. Er wiederholte, dass er, wenn seine Forderungen erfüllte werden würden, nicht in Kuwait einmarschieren würde. Am 29.Juli kam es zum Gespräch zwischen Arafat und dem Emir Dschabir, doch Dschabir wollte nicht über die irakischen Vorschläge sprechen. Danach kam es zum Treffen von Arafat mit dem Kronprinz, Scheich Saad al Abdullah al Sabbah, indem Arafat versuchte, den Kronprinz davon zu überzeugen, die 10 Milliarden Dollar zu zahlen. Doch der Kronprinz und Thronfolger erwiderte, dass die Entscheidung nicht in seinen Händen läge. Am 30.Juli gab die CIA die genaue Stärke der irakischen Truppen an: 100.000 Mann, 300 Panzer, 300 schwere Artilleriegeschütze; Doch in Washington herrschte noch immer Stille.

Am 31.Juli kam es zum Treffen von einer kuwaitischen und einer irakischen Delegation in Bagdad, um über das Erdölproblem zu sprechen. Doch auch dieses endete ohne Erfolg.

Plötzlich zeigte sich auch die USA besorgt über die Entwicklung der Lage und schien langsam aus ihrer Lethargie zu erwachen.

Am 1.August 22.30 erfolgte die Invasion Kuwaits. Hunderte von Panzern, begleitet von Tausenden von Lastwagen voll mit Soldaten überquerten die Grenze und nahmen in kurzer Zeit die zwei wichtigsten kuwaitischen Luftwaffenstützpunkte ein. Auch die anderen wichtigen militärischen Stützpunkte wurden von Saddams Truppen ohne wirklichen Widerstand der 25.000 kuwaitischen Soldaten eingenommen.

2.) Nach dem Überfall des Iraks

Fünfeinhalb Monate nach dem Einfall des Iraks waren die diplomatischen Möglichkeiten für eine friedliche Beilegung der Krise erschöpft. Auch ein Wirtschaftsembargo und der größte Aufmarsch amerikanischer Truppen seit dem Vietnamkrieg konnten den Irak nicht zum Einlenken bewegen. In dem Konflikt geht es hauptsächlich um 3 Dinge: a.) Kontrolle des größten Teils der Ölvorräte der Welt b.) Durchsetzung des internationalen Rechts

c.) Die Sicherheit Israels und der irakischen Nachbarstaaten

Der Konflikt hatte aber auch die Vereinten Nationen mit neuem Leben erfüllt. 12 Resolutionen setzten den Irak wirtschaftlich, diplomatisch und schließlich militärisch unter Druck. Am 6.August, 4 Tage nach dem Einfall der Iraker in Kuwait, verhängt die UNO ein Wirtschafts-, Finanz- und Militärembargo gegen den Irak. Der Rohölexport des Iraks kommt zum Erliegen.

Präsident Bush verkündet die Operation Wüstenschild: US-Truppen, Panzer und Kampfflugzeuge werden zum Schutze Saudi-Arabiens in Marsch gesetzt. Die Arabische Liga beschließt mit knapper Mehrheit die Entsendung von Friedenstruppen nach Saudi-Arabien.

Schließlich bewacht eine internationale Armada von Schiffen aus der USA, Sowjetunion, Westeuropa... mit Hilfe der Friedenstruppen der Arabischen Liga die arabische Halbinsel.

Am 15.August kommt es zum Friedensschluss zwischen Irak und Iran, nachdem Saddam Hussein alle iranischen Forderungen erfüllt hat.

Am 16.August beginnt die „Schutzschildtaktik“ des Iraks: Ausländer (zum Großteil Briten und Amerikaner) werden als Schutzschilde gegen einen amerikanischen Angriff in strategisch wichtige Einrichtungen verlegt.

Am 25.August beschließt der Un-Sicherheitsrat die Durchsetzung des Embargos gegen den Irak mit Hilfe von Gewalt zu gestatten.

Der österreichische Präsident Waldheim erreicht im Gespräch mit dem irakischen Diktator die Freilassung von Geiseln. Am 28.August wird allen als Geiseln festgehaltenen westlichen Frauen und Kindern die Ausreise gestattet. Der Irak erklärt Kuwait zur 19.Provinz des Iraks.

Am 30.August ruft Präsident Bush zur Teilung der finanziellen Lasten des Golfeinsatzes auf: Saudi-Arabien, Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate wollen 12, Japan 4 und Deutschland 3,3 Millionen Dollar zahlen. Insgesamt erhielten die USA eine Zusage von 20 Millionen Dollar.

Am 14.September dringen irakische Soldaten in die französische Botschaft in Kuwait ein und nehmen 4 Franzosen als Geisel. Daraufhin verlegen die Franzosen Truppen nach Saudi-Arabien und bereiten damit den größten militärischen Einsatz seit dem Algerien-Krieg vor.

Am 29.November ermächtigt der Sicherheitsrat der UNO die Mitgliedsstaaten alle erforderlichen Mittel einzusetzen, um den verabschiedeten Resolutionen Geltung zu verschaffen und den Weltfrieden bzw. die internationale Sicherheit in dem Gebiet wiederherzustellen, falls der Irak sich bis 16.Januar(MEZ) nicht aus Kuwait zurückzieht. Das Ultimatum hat begonnen.

Am 6.Dezember lässt Saddam Hussein die letzen 3000 Geiseln frei. Präsident Bush begrüßt diesen Schritt, sagt jedoch, dass dies keine Änderung der Haltung der USA bewirke.

Am 2. Januar beschließt der NATO-Rat die Entsendung von Kampflugzeugen in die Türkei. Nach zahlreichen erfolglosen Versuchen der USA und anderer Staaten doch noch eine friedliche Lösung zu erreichen, läuft am 16. Januar das Ultimatum ab. Der französische Präsident Mitterand meinte am gleichen Tag in einer Fernsehansprache: “Nach der Phase des Dialogs haben jetzt die Waffen das Wort“. Der militärische Kampf um Kuwait hat begonnen.

3.) Der offene Krieg

530000 irakische Soldaten stehen einer multinationalen Streitmacht von 610000 Mann gegenüber. In der Nacht zum 17.Januar beginnt die alliierte Streitkraft am Golf den Kampf zur Befreiung Kuwaits mit einem massiven Luftangriff. Doch die amerikanische Offensive verlief nicht nach Plan, denn die US-Airforce war davon ausgegangen, dass sie am ersten Tag ihres Einsatzes die irakische Luftwaffe vom Himmel fegen könnte. Doch die irakischen Piloten wichen einer Konfrontation aus. Ihre Maschinen wurden offenbar in gut getarnten Bunkern untergestellt.

Das US-Kommando war ebenfalls davon ausgegangen, dass schon beim ersten gezielten Angriff so gut wie alle Scud-B Raketen Bagdads vernichtet werden könnten. Auch diese Annahme erwies sich als falsch.

Saddam Hussein machte seine Drohungen war und feuerte Raketen auf Israel ab, um die arabischen Staaten zum Ausscheren aus der gemeinsamen Front mit den USA zu bewegen. Die Raketen richteten jedoch nur geringen Schaden an und führten zu keiner politischen Veränderung, da Israel auf Wunsch der USA nicht aktiv in den Krieg eingriff.

In der folgenden Woche flossen als Folge irakischer Sabotage und pausenloser alliierter Luftangriffe große Mengen Rohöl in den persischen Golf. Sukzessiv setzte der Irak die kuwaitischen Ölfelder in Brand und verursachte damit eine Umweltkatastrophe größten Ausmaßes.

Nach wochenlangen Bombardements militärischer Ziele und dem Fehlschlag von Vermittlungsversuchen begannen die Alliierten am 24.Februar 1991 eine Bodenoffensive gegen irakische Stellungen in Kuwait und im Südirak. Nach der Einkesselung von 500000 irakischer Soldaten im Raum Kuwait-Basra wäre es für die Alliierten eine Leichtes gewesen bis zur Hauptstadt vorzustoßen. Doch man wollte sich nicht in verlustreiche Häuserschlachten verwickeln lassen. Bereits am 27.Februar kehrten kuwaitische Truppen in die Hauptstadt ihres Landes zurück; am folgenden Tag erklärten der amerikanische Präsident und seine Verbündeten das Ende der Kampfhandlungen. Damit trat eine Waffenruhe in Kraft, der sich kurz darauf auch der Irak anschloss.

Beide Seiten erklärten sich zu Siegern. Die Bedingungen für einen offiziellen Waffenstillstand wurden bei den Vereinten Nationen in New York ausgehandelt. Mussten die Alliierten nur geringe Verluste von 130 Todesopfern hinnehmen, so werden die Verluste auf irakischer Seite auf circa 100.000 Mann geschätzt.

4.) Das Ende des Krieges und die Zeit danach

Am 28.Februar ordnete Präsident Bush an, die Operation Wüstensturm zu beenden. Ein paar Stunden zuvor erkannte der Irak alle 12 UN-Resolutionen an. Einen Tag nach der Waffenruhe, am 1. März forderte A. Bakri, ein Angehöriger einer schiitischen Oppositionsgruppe, alle Iraker auf, in ihre Heimat zurückzukehren, um gegen das Regime zu kämpfen.

Am 3.März kündigte der Emir Kuwaits, Sabbah, eine Demokratisierung seines Landes an. Am selben Tag kam es zur Einigung über einen Waffenstillstand zwischen dem Irak und den Alliierten. Bei diesen Verhandlungen übergaben die Iraker die Pläne für Land- und Seeminen und es wurde vereinbart, Kriegsgefangene und Geiseln auszutauschen. Daraufhin sollten sich dann die Alliierten von irakischem Territorium zurückziehen.

Am 5.März nahmen die Demonstrationen gegen Saddam im Süden des Landes zu. Dort sollten sogar schon bürgerkriegsähnliche Zustände herrschen. Daraufhin befahl Saddam Hussein seinen noch übrig gebliebenen Truppen, die Aufstände im Süden niederzuschlagen. Die USA erklärte, zum Leidwesen der Rebellen, sich nicht in die inneren Angelegenheiten des Iraks einzumischen. Am Tag darauf sollten rund 2 Millionen Menschen auf der Flucht vor irakischen Soldaten gewesen sein. Deshalb schlug Außenminister John Major vor, eine von der UNO geschützten Enklave im nördlichen Irak für die Kurden einzurichten. Am 12.April um 24 Uhr war der Krieg dann endgültig zu Ende. Anfang Juni legte Präsident Bush einen Plan zur Rüstungskontrolle im Nahen Osten vor. Dieser umfasste 3 Hauptpunkte:
1.) Einfrieren aller ballistischen Mittelstreckenraketen und stoppen des Verkaufs, der Erprobung und der Herstellung
2.) Der Erwerb und die Herstellung von Kernwaffen soll verboten werden und die Länder in der Region werden aufgefordert, den Atomwaffensperrvertrag zu unterzeichenen
3.) Giftgas soll verboten werden

Am 26.Juni verweigerte der Irak der UNO-Kommission den Zugang zu Atomanlagen in der Nähe von Bagdad. Die USA gab dem Irak 4 Tage Bedenkzeit. Bereits einen Tag später wurden die Anlagen besichtigt. Es wurde allerdings vermutet, dass zuvor Material beiseite geschafft wurde. Bis heute leiden rund 60000 Soldaten an den Folgen des Giftgaseinsatzes der irakischen Armee(Golfkriegs-Syndrom).

Ein Jahr nach dem Krieg war der Emir von Kuwait, nach der Befreiung Kuwaits durch die Alliierten, in das Emirat zurückgekehrt. Eine Demokratie gab es nach wie vor nicht. Die ökologische Katastrophe war nicht so groß wie befürchtet. Bis Anfang 1992 wollte man alle brennenden Ölquellen gelöscht haben. Viele Bürger des Landes hatten ihr Leben verloren, andere wurden von irakischen Soldaten schwer misshandelt.

Saddam Hussein wurde aus Kuwait vertrieben und das Militärpotential des Diktators wurde erheblich geschwächt. Der Irak musste alle seine Raketen und Massenvernichtungswaffen unter Aufsicht der UNO zerstören. Die irakische Zivilbevölkerung litt immer noch unter den Kriegsfolgen, da das Embargo immer noch nicht aufgehoben war. Saddam Hussein war weiterhin an der Macht, der Aufstand der Schiiten und Kurden wurde durch den Diktator und seiner Präsidentengarde brutal niedergeschlagen, da sich die Alliierten nicht in die inneren Angelegenheiten des Iraks einmischen wollten. Die Kurden im Norden lebten nun unter schlechteren Bedingungen als vor dem Golfkrieg.

5.) Eine kurze Charakterisierung des Iraks

Der Irak ist ein Staat in Vorderasien mit 21,7 Millionen Einwohnern. Die Hauptstadt ist Bagdad und die Amtssprache Arabisch. In sprachlicher, religiöser und sozialer Hinsicht ist die irakische Bevölkerung sehr uneinheitlich. Sie besteht aus 77% Arabern, 19% Kurden und 4% sonstige Volksgruppen. Der Staatsoberhaupt ist Saddam Hussein, der seit 1979 im Amt ist. Der Irak ist offiziell eine souveräne demokratische Volksrepublik, deren Ziel die Verwirklichung des gesamtarabischen Einheitsstaates und wird in 18 Gouvernate unterteilt. Die arabische sozialistische Baath-Partei ist die alleinregierende Partei. Die Armee bildet neben den verschiedenen Sicherheitsdiensten nach wie vor die entscheidende Stütze des Regimes. Die totale Armeestärke 1995 betrug ca. 350.000 Mann beim Heer, ca. 30 000 Mann bei der Luftwaffe und ca. 2 500 Mann bei der Marine. Nach wie vor bildet das Erdöl die wichtigste Grundlage der irakischen Volksrepublik. Mit nachgewiesenen Reserven von 100 Milliarden Barrel steht der Irak hinter Saudi-Arabien weltweit an 2.Stelle. Der Fremdenverkehr ist für den Irak relativ unbedeutend. Der aktuelle Stand des Wiederaufbaus ist im einzelnen nicht erfasst, zumindest in der Hauptstadt aber weit fortgeschritten.

Zur Geschichte:

Im 4.Jahrhundert v.Chr. wurde der Irak von den Sumerern bewohnt. Ab 539 v.Chr. gehörte der Irak zum Perserreich. Später gehörte der Irak zum Weltreich Alexanders des Großen. 633 n.Chr. eroberten die Araber das Land und machten es zur Zentralprovinz des islamischen Reiches. 1258 eroberten die Mongolen das Land, das Bewässerungssystem wurde vernachlässigt und es traten Versteppungen ein. Nachdem die Türken 153 Bagdad erobert hatten, verloren sie es jedoch kurze Zeit später an die persischen Safawiden. 1638 wurde der Irak von den Türken an das Osmanisch-Türkische Reich angegliedert.

6.) Eine kurze Charakterisierung des Emirats Kuwaits

Kuwait ist eine Stadt am persischen Golf und wird von 1,5 Millionen Einwohnern, davon ca. 60% Ausländer, bewohnt. Die Hauptstadt ist Kuwait und die Amtssprache Arabisch. Staatsoberhaupt und dominierende politische Kraft ist der von der herrschenden Familie gewählte Emir, Scheich Dschabir al Ahmed al Sabbah( seit 1977). Nachdem der Emir 1986 das Parlament aufgelöst hat, regiert er per Dekret. In Kuwait gibt es keine politische Partei. Die Gesamtstärke der Armee beträgt 20.600 Mann.

Die Bevölkerungsstruktur wird stark durch den Zustrom ausländischer Arbeitskräfte geprägt. 75% der Erwerbstätigen sind Ausländer (Palästinenser, Jordanier...). Die Urbanisierung ist eine der höchsten der Erde und beträgt 92%.

Kuwait gehört auf Grund der umfangreichen Erdölvorkommen zu den reichsten Staaten der Erde. Die Wirtschaft Kuwaits hängt stark von der Förderung und Weiterverarbeitung von Erdöl ab.

Die hohe Analphabetenquote von 30% erklärt sich durch den Einwanderungsstrom.

Zur Geschichte:

Im 16.Jahrhundert fassten die Portugiesen Fuß am Persischen Golf und errichteten bei Kuwait ein Fort. Später ließen sich Angehörige des arabischen Stammes Kutub in Kuwait nieder. Das Land wird seit 1756 von Scheichs aus der Familie Al Sabbah regiert. Ab 1820 stand Kuwait unter osmanischer Oberherrschaft. Am 23.1.1899 wurde ein Schutzvertrag mit Großbritannien unterzeichnet, um sich von der Oberherrschaft zu trennen.

7.) Saddam Hussein

Eine genaue Charakterisierung seiner Person ist schwer möglich. Er wird als „Irrer“, „Rechner“, „Taktiker“ und „Heilsbringer“ der Araber bezeichnet. In Wirklichkeit scheint er von allem etwas zu sein, denn er verkörpert geradezu die Zerrissenheit, Widersprüchlichkeit und Komplexität der modernen arabischen Welt. Selbst seine Biographie ist umstritten.

Er wurde am 28.April 1937 geboren, doch dann teilten sich die Meinungen. Die einen sagen, sein Vater verließ die Familie als Saddam 11 Jahre alt war, die Mutter heiratete und er kam zu seinem Onkel.

Eine andere Variante, von der aus ich den weitern Lebenslauf verfolge, besagt, dass er mit 9 Monaten Waise wurde und sein Onkel sich seiner annahm. Hussein wurde sehr früh beigebracht, patriotisch und allem Fremden gegenüber misstrauisch zu sein. Diese Erziehung kam aufgrund des aktiven Engagements seines Onkels in der antibritischen Oppositionsbewegung zustande. Nach dem einem erfolglosen Aufstand gegen die Briten im Irak wurde sein Onkel verhaftet und Saddam stand mit 4 Jahren wieder allein da. Erst mit 10 Jahren wurde er eingeschult und seine Schulbildung blieb eher dürftig. Das war auch der Grund, warum er von der Bagdader Militärakademie abgelehnt wurde. 1957 wurde Saddam als 20jähriger unter Mordanklage verhaftet, jedoch wurde die Bestätigung des Mordes nie erbracht. Im Gefängnis knüpfte er die ersten Beziehungen zur Baath-Partei, in die er noch während der Haft eintrat. Damit hatte er eine politische Heimat gefunden, in der er zum Killer ausgebildet wurde. 1959 plante die Baath-Partei dann einen Anschlag auf Staatschef Kassem. Saddam wurde dem 3köpfigen Mordkommando zugeteilt. Eigentlich nur als Schützenhilfe, doch als die offene Limousine kam, eröffnete er das Feuer mit seiner Maschinenpistole und tötete Fahrer, Leibwächter und die beiden anderen Attentäter. Kassem selbst wurde „nur“ schwer verletzt. An dieser Stelle teilen sich wiederum die Meinungen.

Eine Möglichkeit wäre, dass Hussein zum Ufer des Tigris floh; dort Geschosse, von denen er beim Attentat getroffen wurde, aus dem Bein entfernte; über den Tigris schwamm und als Beduine verkleidet die syrische Grenze auf einem gestohlenen Esel überschritt. Saddam wurde von den Syriern zuerst verhaftet, dann aber von Präsident Nasser, einem Feind Kassems, begnadigt. Dieser holte in auch nach Kairo, wo Hussein mit 25 ein Jurastudium, wobei das Hochschulreifezeugnis durch eine vorgehaltene Pistole ersetzt. Dieses Studium dauerte nur 2 Semester, denn 1963 hatte sich die Baath-Partei an die Macht geputscht und der zurückgekehrte Saddam übernahm die Leitung im Gefängnis. Die Zahlen der von ihm gefolterten und getöteten Menschen sind bis heute unbekannt. Jedoch nach nur 9 Monaten übernahm der mit Nasser sympathisierender Offizier Arif die Macht. Saddam wurde verhaftet. 1965 floh er aus dem Gefängnis und wurde 1966 begnadigt.

1967 traten im Irak Unruhen auf. Im Süden gab es eine Opposition der Kommunistischen Partei und im Norden eine Rebellion der Kurden. Die Arif Regierung war der Lage nicht gewachsen und nahm die Hilfe der Baath-Partei an. Wenig später wurde er von baathistischen Putschisten gestürzt. In den folgenden 10 Jahren bekleidete Saddam Hussein das Amt des Vizepräsidenten und bereitete schon seine spätere Alleinherrschaft vor. 1978 begann Hussein mit der Übernahme der alleinigen Macht durch Tausende von Todesurteilen, Verhaftungen und Folterungen. 1979 wurde er schließlich Präsident. Er lehnt gelegentliche Bäder in der Menge nicht ab, sein Gesicht schaut von vielen T-Shirts und Plakatwänden und er lässt jeden erschießen, der sich aufrührerisch verhält. 1979 ließ er den damaligen Staatspräsidenten, seinen Schwiegervater, langsam vergiften, damit er aus Gesundheitsgründen zum Rücktritt bewegt wurde. Sein Cousin wurde ermordet, da er als Verteidigungsminister zu populär wurde. Husseins Mordlust steigerte sich immer mehr. Im Februar 1996 tötete er seine beiden Schwiegersöhne. Sie waren abtrünnig geworden und hatten sich im August 1995 nach Jordanien abgesetzt. Als sie reumütig nach Hause zurückkehrten, lebten sie noch 48 Stunden. Dann stürmte ein Killerkommando das Haus und metzelte 9 Erwachsene und 3 Kinder nieder. Auch vor seinen eigenen Enkel machte der Diktator nicht halt. Als die Schwester des ermordeten Schwiegersohnes den Diktator vor den Augen seiner Garde des Verrats bezichtigte, griff dieser selbst zur Pistole und erschoss sie. Ein Leben mit Mord und Terror- das übertrug Saddam auch auf die eigenen Söhne. Sein ältester Sohn Uday steht seinem Vater um nichts nach. Er wird vom irakischen Volk aufgrund seiner Brutalität und seines Jähzornes gefürchtet. So musste der Junge zwecks Abhärtung zu Hause Foltervideos anschauen, und später mit ansehen, wie sein Vater unliebsame Kabinettsmitglieder im Keller erschoss. Als Student griff Uday dann selbst zur Waffe und erschoss einen Offizier, der ihm seine Tochter verweigerte. Eine Frau ließ er von Kopf bis Fuß mit Honig beschmieren und von ausgehungerten Dobermännern zerfleischen, nur weil sie schlecht über ihn geredet hatte. Als Uday im Streit dem Halbbruder auf einer Familienfeier ins Bein schoss, ließ Hussein 48 Lieblingsautos seines Sohnes verbrennen. Dennoch beließ er ihm weiter den Kommandeursposten seiner Leibwache, der 30.000 Mann starken paramilitärischen Elitetruppe. Erst als er erfuhr, dass sein Sohn hinter seinem Rücken die Truppe mit Hochleistungswaffen ausgerüstet hatte, wurde Saddam klar, dass sein größter Feind in der eigenen Familie sitzt. Der Diktator zog die Bremse und entzog Uday das Kommando. Uday ist seitdem Präsident des Nationalen Olympischen Komitees. Das Kommando über seine Leibwache hat nun sein jüngster Sohn Qusay. Qusay ist Herr über sämtliche Polizei-, Geheim-, und Sicherheitsdienste des Landes.

Viele sagen jedoch, dass er nie der Nachfolger seines Vaters sein wird, denn er und Uday sind nur Schachfiguren für Saddam. Es gibt zur Zeit keine Alternative für ihn und die Welt wird noch länger mit Saddam Hussein leben müssen.

8.) Quellentextangaben

Bertelsmann Universallexikon Microsoft Encarta 1997

Die Chronik des 20 Jahrhunderts

„Saddam Hussein- der neue Saladin?“ von Henner Fürtig „Der Irak-Kuwait-Krieg“ von Jürgen Hübschen

„Die Golfregion in der Weltpolitik“(Kohlhammer Taschenbücher)

10 von 10 Seiten

Details

Titel
Die Kuwaitkrise,Operation Desert Storm
Note
1,5
Autor
Jahr
2000
Seiten
10
Katalognummer
V97288
Dateigröße
348 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Ich habe dieses Thema als Spezialfrage für meine Geschichte Matura gewählt
Schlagworte
Kuwaitkrise, Operation, Desert, Storm
Arbeit zitieren
Martin Gratzer (Autor), 2000, Die Kuwaitkrise,Operation Desert Storm, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/97288

Kommentare

  • Gast am 1.4.2003

    ...golfkriegssyndrom ist eigentlich die schaedigung von soldaten durch DU-muntion... und die kriegskosten haben nur 20mio $ betragen? unwahrscheinlich, oder?

Im eBook lesen
Titel: Die Kuwaitkrise,Operation Desert Storm



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