Die Inquisition und die indianische Bevölkerung in den spanischen Kolonien


Seminararbeit, 1996

14 Seiten, Note: sehr gut


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INHALTSVERZEICHNIS

EINLEITUNG

1) ZUM FORSCHUNGSSTAND

2) DIE INQUISITION FÜR INDIANER UNTER BESONDERER BERÜCKSICHTIGUNG NEU-SPANIENS (MEXIKOS)
2.1. Politische und soziale Rahmenbedingungen Die Konquista und ihre Folgen
2.2. Ideologische und praktische Probleme der Christianisierung
2.3. Heiliges Offizium und Provisorato - Die institutionelle Entwicklung der Inquisition

3) DIE INQUISITION IN YUCATAN IM JAHRE
3.1. Zur historisch-geographischen Einordnung
3.2 Die Spanier in Yucatan - Interessenkonflikte
3.3. Der Sommer 1562 in Yucatan

SCHLUSSBEMERKUNGEN

BIBLIOGRAPHIE

EINLEITUNG

Die Beschäftigung mit dem Verhältnis zwischen der Inquisition und der indianischen Bevölkerung in den spanischen Kolonien ist m.E. aus zwei Gründen von Interesse: Zum einen, um zu zeigen, wie versucht wurde, einen frühneuzeitlichen bürokratischen Mechanismus sozialer Kontrolle und Diszipli- nierung, der sich in seinem Herkunftsland im Sinne seiner Aufgabenstellung durchaus bewährt hatte, unter den völlig andersartigen kulturellen Verhältnissen in der Neuen Welt zu installieren, ob diese Übertragung gelang und welche Modifikationen eventuell im Verlaufe dieses Prozesses vorgenom- men wurden, um die Funktion des Apparates zu gewährleisten. Gleichermaßen interessant ist es zu untersuchen, welche Wirkungen die „spanische“ Inquisition auf die Betroffenen, also die indianische Bevölkerung hatte, nicht zuletzt, um ein größeres Verständnis der heutigen gesellschaftlichen Interak- tion ihrer Nachkommen zu erlangen, die immer noch wesentlich von der Geschichte 500jähriger eu- ropäischer Kolonialherrschaft bzw. Dominanz (einschließlich der Inquisitionsgeschichte) geprägt ist.

Das Ziel dieser Arbeit ist ein allgemeiner Überblick über die Thematik, um damit möglicherweise einen Einstieg in die nähere Beschäftigung mit ihr zu geben. In dem vorgegebenen Rahmen muß ein solcher Überblick natürlich fragmentarisch bleiben, zumal, wenn versucht wird, eine möglichst breite Palette von Aspekten aufzuzeigen. Die gewählte Gliederung entspricht dieser Absicht: Nach dem Versuch einer kurzen Darstellung des gegenwärtigen Forschungsstandes, beschäftigt sich das 2. Ka- pitel mit allgemeinen Rahmenbedingungen und Entwicklungen der Inquisition für Indianer im Vizekö- nigreich Neu-Spanien, während im 3. Kapitel an Hand eines konkreten Beispiels mögliche Hinter- gründe und Verlauf eines Inquisitionsprozesses gegen Indianer erläutert werden. Hinweise auf aktuel- le Forschungsdebatten und -kontroversen finden sich in jedem Kapitel, um anzudeuten, in welche Richtungen weitere Arbeiten gehen könnten. Einschränkend sei noch angemerkt, daß die Arbeit sich auf das 16. Jahrhundert konzentriert, den Zeitraum, in dem sich die typische koloniale Form der In- quisition herausbildete.

Die Auswahl der verwendeten Literatur entsprang nicht in jedem Fall systematischen Gesichtspunk- ten, wobei allerdings die Bedeutung der Arbeiten Richard E. Greenleafs zum Thema, insbesondere über die Quellenlage und methodologische Aspekte der Quellenauswertung, unstrittig sein dürfte. Gleiches gilt für den Text von Diego de Landa, der für das 3. Kapitel verwendet wurde - eine Be- schäftigung mit ihm ist für jede Arbeit über die frühe Kolonialgeschichte Yucatans nahezu unvermeid- lich. Zurückgegriffen wurde auch auf das Nachwort des Herausgebers der deutschen Übersetzung dieses Textes, Carlos Rincón, das sich mit dem Problem kultureller Fremdheit beschäftigt. Bei Per- ry/Cruz (1991) handelt es sich um eine Sammlung von z.T. kontroversen Aufsätzen, in denen die Rolle der Inquisition im Prozeß des Aufeinandertreffens verschiedener Kulturen behandelt wird; aus diesem Band fanden neben der Einleitung der Herausgeberinnen, die ersten beiden (Klor de Alva, Moreno de los Arcos) und der letzte Beitrag (dieser wiederum von Greenleaf) Verwendung, die sich speziell mit der Situation in Mexiko beschäftigen. Clendinnen (1987) ist eine Untersuchung über die Eroberungsgeschichte Yucatans, an der insbesondere die neue Interpretation der Inquisitionsprozes- se von 1562 interessant für den Gegenstand dieser Arbeit ist.

Um mögliche Ungenauigkeiten bei der Übersetzung zu kompensieren, werden die verwendeten Zitate aus den englischen Texten jeweils in Fußnoten vollständig im Original wiedergegeben.

1) ZUM FORSCHUNGSSTAND

(1) Am Ende des 19. Jahrhunderts veröffentlichte ein mexikanischer Protestant namens Carrión eine Sammlung von Aufsätzen über berühmte Indianer, darunter das Porträt eines Fray Martín Durán, der angeblich im 16. Jahrhundert von der Inquisition wegen Häresie zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt wurde. Joaquín García Icazbalceta - ein mexikanischer Historiker - wies nach, daß diese Biographie eine Fälschung war, deren Ziel darin bestand, zu zeigen, daß es damals schon prolutherische Indianer gegeben hätte. Wichtig im Sinne des Gegenstandes dieser Arbeit ist eines der grundlegenden Argumente Icazbalcetas, mit dem er die Fälschung nachweisen konnte: Indianer fielen nicht unter die Inquisition, sondern unter die Zuständigkeit eines kirchlichen Richters (i.d.R. des Bischofs oder Erzbischofs). Diese Zuständigkeit wurde über eine spezielle Institution, den sogenannten Gerichtshof für Eingeborene [ Natives ’ Court ] wahrgenommen.

Die Folge für die Geschichtsschreibung über die Inquisition in den spanischen Kolonien war je- doch zunächst kontraproduktiv: Aus der Nichtzuständigkeit des Heiligen Offiziums für Indianer wur- de geschlußfolgert, es hätte keine Sanktionen für Glaubensabweichungen gegenüber der eingebore- nen Bevökerung gegeben. Ein Beispiel für diese weitverbreitete Annahme liefert der angesehene spa- nische Historiker Guillermo Céspedes del Castillo (1983) in dem Band seiner Historia de Espa ñ a, der sich mit den Kolonien beschäftigt: ... wurde die Inquisition 1571 in den kastilischen Kolonien eingeführt, Gott sei dank!, ohne juristische Befugnisse gegenüber den Indianern.(2) Anhänger dieser These berufen sich auf einen königlichen Erlaß zur Einrichtung der Inquisition in Mexiko von 1570, in dem Indianer ausdrücklich von ihrer Rechtsprechung ausgenommen wurden, wegen ihrer Einfalt und fehlender Befähigung und weil viele von ihnen nicht gut im Glauben unterrichtet wurden.(3)

In der Gegenwart hat sich v.a. Richard E. Greenleaf um die Aufdeckung dieses Irrtums verdient gemacht. Bei seinen Forschungen über das Heilige Offizium in Mexiko stieß er auf die von Icazbalceta erstmals beschriebene Institution, die unter verschiedenen Namen in den Quellen erscheint: Büro (od. Offizium) des Provisors für Eingeborene (kurz: Provisorato), Tribunal für den Glauben der Indianer, Säkulare Inquisition, Vikariat für Indianer, Inquisici ó n Ordinaria.(4)

Diese Institution war für Glaubensfragen der Indianer zuständig und hat eine enorme Zahl von Prozessen geführt. Es handelte sich um eine Parallelstruktur zum Heiligen Offizium, auf der Ebene der Diözesen, die sich zu einer regelrechten Bürokratie entwickelte und nach den gleichen Prinzipien und mit den gleichen Symbolen wie die „offizielle“ Inquisition vorging, mit einiger Berechtigung also als „Inquisition für (oder gegen) Indianer“ bezeichnet werden kann.

Eine Folge dieser Doppelstruktur war laut Greenleaf ein „juristisches Durcheinander“, weil es sich bei den Provisoratos um Institutionen handelte, die Glaubensabweichungen der Indianer auf eine Art und Weise verfolgten, von der sie (die Indianer) formalrechtlich ausgenommen waren. Aus dieser Situation erwuchsen offensichtlich auch zahlreiche Kompetenzstreitigkeiten mit dem Heiligen Offizium, das zwar Nachforschungen auch unter Indianern betreiben durfte, aber eben keine Rechtsprechungsbefugnis ihnen gegenüber hatte.

Daß der Apparat der Provisoratos lange Zeit nicht erkannt bzw. ignoriert wurde, hat wahr- scheinlich mit seinem dezentralen Aufbau zu tun und wohl auch damit, daß seine Existenz von der Kirche spätenstens im Zuge des Aufkommens und der Durchsetzung aufklärerischer Gesellschaftsvorstellungen bewußt versteckt wurde. Deshalb befindet sich die Forschung in diesem Bereich und die wissenschaftliche Diskussion ihrer Ergebnisse noch relativ am Anfang; die Sichtung der entsprechenden Quellen ist im Gange.

2) DIE INQUISITION FÜR INDIANER UNTER BESONDERER BERÜCK- SICHTIGUNG NEU-SPANIENS (MEXIKOS)

2.1. Politische und soziale Rahmenbedingungen - Die Konquista und ihre Folgen

Die Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus für die katholischen Könige im Jahre 1492 erfolgte in einem Augenblick, als die Rekonquista Spaniens abgeschlossen war. Die Eroberung Granadas, des letzten moslemischen Staates auf der iberischen Halbinsel, und die Vertreibung der spanischen Juden im gleichen Jahr markieren den äußeren und inneren Schlußpunkt unter diesen Prozeß. Insofern kann die Entdeckung und anschließende Eroberung Amerikas als „Glücksfall“ für die auf Expansion ausgerichtete spanische Gesellschaft dieser Zeit angesehen werden. Die Rekonquista ging praktisch nahtlos in die Konquista Amerikas über.

Innerhalb weniger Jahrzehnte gelang die Annexion eines Gebietes für die spanische Krone, das sich vom Süden der heutigen USA bis zum heutigen Chile und Argentinien erstreckte, mit Ausnahme des heutigen Brasilien (unter portugiesischer Herrschaft) und verschiedener Enklaven anderer Kolonial- mächte. Höhepunkte der Konquista waren die Eroberung des Aztekenreiches im heutigen Zentral- mexiko von 1519 - 1522 sowie die zwischen 1532 - 1537 erfolgende Eroberung des Inkastaates im Andengebiet - beides hochintegrierte Gesellschaften mit Millionenbevölkerungen (von denen ein gro- ßer Teil in ausgedehnten städtischen Zentren lebte), ausgeprägter sozialer Schichtung und komplexen kulturellen Institutionen.

Neben der relativ schnellen, mit geringen eigenen Kräften erfolgten Zerstörung dieser Staatsgebil- de durch die Spanier - die allerdings durch innere Widersprüche und Entwicklungsgrenzen beider Reiche befördert wurde - erstaunt vor allem die Tatsache, daß es in ebenfalls relativ kurzer Zeit ge- lang, die spanische Kolonialherrschaft zu etablieren und zu stabilisieren, so daß sie die folgenden ca. drei Jahrhunderte überdauerte. Administrativ wurden die Kolonien zunächst in zwei Vizekönigreiche (Neu-Spanien, Peru) und diese wiederum in Audiencias, Provinzen, Städte und Gemeinden geglie- dert. Eine wichtige Voraussetzung für die Erlangung der sozialen Kontrolle über die eroberte indiani- sche Bevölkerung sowie zur Stabilisierung der spanischen Herrschaft war zweifelsohne der von Be- ginn an betriebene Prozeß der Christianisierung, auf den im folgenden Abschnitt näher eingegangen wird. Angesichts der bekannten Entwicklung auf der iberischen Halbinsel unter den katholischen Königen und ihren Nachfolgern liegt es nahe zu vermuten, daß die Inquisition im Rahmen des Christi- anisierungsprozesses bzw. seiner Überwachung in den Kolonien eine bedeutende Rolle spielte.

Die Folgen der Konquista können hier nur kurz angerissen werden: Die Beute und die Tributzah- lungen aus den eroberten Gebieten bildeten die wesentliche wirtschaftliche Grundlage für Spaniens Aufstieg zur frühneuzeitlichen Weltmacht im 16. Jahrhundert; erinnert sei hier nur an die sogenannten Silberflotten die alljährlich die - insbesondere in Zentralmexiko und im zentralen Andenraum von der unterworfenen indianischen Bevölkerung in Zwangsarbeit geförderten - Bodenschätze in einem bis dahin nicht gekannten Umfang und Wert nach Spanien transportierten. Die indianische Bevölkerung verlor im Gefolge der Konquista und der Zerschlagung ihrer überregionalen kulturellen Institutionen jede politische Selbständigkeit jenseits der lokalen Ebene. Lediglich in den Gemeinden (Rep ú blicas de Indios) behielt sie eine gewisse Autonomie unter Führung ihrer traditionellen Eliten (Kaziken), die damit in das System der Kolonialherrschaft eingebunden wurden. Des weiteren führte die Konquista (und die darauffolgenden Jahre bis zum Ende des 16. Jahrhunderts) zu Bevölkerungsverlusten unter den Indianern durch Zwangsarbeit, Hunger und Krankheiten, für die die Bezeichnung „demographi- sche Katastrophe“ angemessen erscheint. Für Zentralmexiko geht z.B. eine vorsichtige Schätzung von Woodrow Borah und Sherburne F. Cook von einem Bevölkerungsverlust zwischen 1523 und 1605 aus, der weit über 90% liegt - in absoluten Zahlen: von 16,8 Mio auf 1,08 Mio Menschen!(5).

2.2. Ideologische und praktische Probleme der Christianisierung

(6) Die Entdeckung der Neuen Welt warf ein großes theologisches Problem auf: Das Neue Testament sagt, daß die Apostel Jesu in alle Welt gingen, um den Glauben zu verbreiten. Durch die Entdeckung Amerikas tauchte auf einmal ein ganzer Kontinent aus dem Nichts auf, dessen Millionen Einwohner niemals mit dem Christentum in Berührung gekommen waren. Dieser Umstand forderte eine Erklä- rung.

So gab es etwa die These (und zwar bis ins 19. Jahrhundert hinein), daß ein „verlorener Apostel“ (St. Thomas) in Amerika gepredigt hatte. Zu ihrer Untermauerung wurde auch auf indianische My- then zurückgegriffen, z.B. auf den in Mesoamerika weit verbreiteten Mythos über den Kulturheroen Quetzalcoatl, dessen überlieferte Gutherzigkeit Anknüpfungspunkte an das christliche Ideal der Nächstenliebe bot. Die Konsequenz dieser These wäre aber gewesen, daß der gesamte Kontinent später wieder vom Glauben abgefallen war, da es zur Zeit der Konquista ganz offensichtlich keine Christen in der Neuen Welt gab! Eine solche Schlußfolgerung war unter politischem Aspekt höchst unpraktisch; die gesamte indianische Bevölkerung hätte demnach notwendig als glaubensabtrünnig behandelt werden müssen, d.h. auf die durch die Inquisition im Mutterland praktizierte Art und Wei- se, bspw. gegenüber den Conversos und Moriscos. Ein solches Vorgehen war weder möglich bei der vorgefundenen Millionenbevölkerung, noch erwünscht - nicht zuletzt wegen des Interesses an der ökonomischen Ausbeutung der Ressourcen ebendieser Bevölkerung.

Die offizielle Erklärung ging daher in eine andere Richtung: Die Existenz Amerikas war demnach ein göttliches Mysterium und seine Einwohner (Gentiles) galten als vom Teufel irregeführte Götzen- anbeter, die keine Kenntnis vom Christentum hatten und deshalb evangelisiert werden mußten. Die Überzeugung von der Notwendigkeit zur Evangelisierung speiste sich wohl vor allem aus der herr- schenden Ideologie eines christlichen Sendungsbewußtseins bei den Spaniern, die auch ein wesentli- cher Antrieb für die Rekonquista gewesen war, weniger aus der Überlegung, den Glauben als In- strument der Sozialdisziplinierung zu nutzen, unabhängig davon, daß er dann tatsächlich einen we- sentlichen Anteil an genau dieser Funktion im Rahmen des Kolonialsystems übernahm. Das die Indi- aner „Götzenanbeter“ waren, diente als eine der grundsätzlichen Rechtfertigungen - in der spanischen Historiographie teilweise noch immer „rechtmäßiger Anspruch“ genannt - zur Eroberung der Neuen Welt.

Die Anerkennung einer eigenen Religion der Indianer bedeutete aber, daß sie eigentlich nicht unter die kirchliche Rechtsprechung fielen, bzw. deren Zuständigkeit (auch für die gerade konvertierten Indianer) bestritten wurde. Vertreter dieser Auffassung war bspw. der als „Freund der Indianer“ apostrophierte Dominikanermönch Bartolomé de las Casas, während auf der anderen Seite z.B. der Franziskaner Diego de Landa offensichtlich von der Notwendigkeit eines Glaubensgerichtes für Indi- aner in Form der Inquisition überzeugt war, wie im 3. Kapitel versucht wird darzustellen. Überlagert wurde dieser Konflikt durch eine zusätzliche Kontroverse darüber, ob man den Indianern eine menschliche Natur zubilligen könne. Dies wurde u.a. von dem Gelehrten Juan Ginés de Sepúlveda verneint, der darüber im Jahre 1550 vor dem Hof in Valladolid eine Disputation mit las Casas führte.(7)

Das Ergebnis dieser Auseinandersetzungen innerhalb der spanischen Elite war ein Kompromiß, der die Interessen der beteiligten Kräfte weitgehend berücksichtigte (natürlich auf Kosten der indiani- schen Bevölkerung): Die katholische Kirche konnte, indem den Indianern eine missionswürdige Seele zuerkannt wurde, ihren Einfluß in den Kolonien maximal entfalten. Zugleich hinderte das weder die Konquistadoren noch die spanische Krone an der fortgesetzten brutalen Ausbeutung der Eroberten (für deren Beendigung bzw. Milderung ja gerade las Casas eingetreten war). Auf kirchenrechtlichem Gebiet fand dieser Kompromiß seinen formalen Ausdruck in der schon erwähnten Ausnahme der Indianer von der Zuständigkeit der „offiziellen“ Inquisition bei gleichzeitiger Einrichtung der funktions- gleichen Institution der Provisoratos.

Die praktischen Probleme, die bei der Christianisierung auftraten, waren größer als erwartet: Die Spanier verfügten über keinerlei Kenntnisse bezüglich der indianischen Religionen, im Gegensatz zu den ihnen bekannten (Judentum, Islam), mit denen es schon einen jahrhundertelangen Prozeß der Auseinandersetzung gegeben hatte und mit denen das Christentum immerhin den auf gemeinsame Wurzeln zurückgehenden Monotheismus teilte. Hierin unterschieden sich die neuweltlichen Religionen grundsätzlich von den europäisch-mediterranen, verfügten sie doch in der Regel über ein ausgedehn- tes Pantheon. Unverständlich mußte den Spaniern auch die gesamte Kosmologie der Indianer, ihre Auffassungen über Raum und Zeit, die Rolle des Menschen in ihnen sein. In diese z.T. äußerst kom- plexen indianischen Weltbilder sollte nun der christliche Glaube als wesentliches Element der Organi- sation einer kolonialen Gesellschaft installiert werden. J. Jorge Klor de Alva beschreibt die Schwie- rigkeiten, die das mit sich brachte mit Bezug auf Neu-Spanien (Mexiko) wie folgt: Man kann sich kaum ein schwierigeres Projekt vorstellen: politischer und religiöser Widerstand, demogra- phische Verhältnisse, Sprachbarrieren, kulturelle Fremdheit und ausgedehnte geographische Räume standen dem im Wege und die Spanier hatten wenig Präzedenzfälle, denen sie folgen konnten. Weder die Konfrontation mit Häretikern, Glaubensabtrünningen oder Nicht- Christen zu Hause, noch ihre Erfahrungen mit den segmentären Stammes- und Häuptling- tums- [Chiefdom-] Gesellschaften im karibischen Raum, hatten sie auf die Begegnung mit den Stadtstaatgesellschaften Neu-Spaniens vorbereitet. In Zentralmexiko unterschieden sich die kulturellen, Regulations- und Sicherheitsinteressen deutlich von denen in Spanien; dort [in Spanien, d. Verf.] gab es nicht nur eine Auswahl von effektiven Mechanismen sozialer Kontrol- le, die in der Neuen Welt nicht einfachübernommen werden konnten, sondern die ethnische Vielfalt auf der iberischen Halbinsel tendierte eher zu einem Zustand staatsbürgerlicher Ein- heitlichkeit, als die politische Stabilität und kulturelle Lebensfähigkeit der Gesellschaft her- auszufordern, wie es in Mexiko regelm äß ig der Fall war. (8)

Über die Ergebnisse der Christianisierung der indianischen Bevölkerung gibt es unterschiedliche Auf- fassungen. Unübersehbar ist das Element des Synkretismus in ihrer heutigen Religion, d.h. der Ver- schmelzung von christlichen Formen und Inhalten mit solchen aus den ursprünglichen indianischen Religionen. Die aktuelle Debatte über die Bewertung dessen ist zugleich ein Streit über den Erfolg oder das Scheitern der Christianisierung. Die beiden gegensätzlichen Positionen können hier nur an- gerissen werden. Die eine besagt, daß das Christentum in seiner synkretistischen Form ein Kompro- miß aller Kulturen im kolonialen Mexiko war und zugleich Mechanismus der Akkulteration und so- zialen Kontrolle Spaniens. Die gegensätzliche These vertritt die Auffassung, der Einfluß der christli- chen Religion sei minimal geblieben; statt dessen hätten die vorkolonialen Inhalte in christlichen For- men überlebt und die heutige Religion der indigenen Bevölkerung sei demzufolge Ausdruck eines jahrhundertelangen passiven Widerstandes.(9) Im Sinne des Gegenstandes dieser Arbeit besteht ein Interesse an der Problematik, weil mit ihr die Auseinandersetzung über den Erfolg der Inquisition als Herrschaftsmechanismus zusammenhängt, die im folgenden Abschnitt eine Rolle spielt.

2.3. Heiliges Offizium und Provisorato - Die institutionelle Entwicklung der Inquisition

(10) Die Grundlage der Arbeit der Inquisition in der Neuen Welt war eine päpstliche Bulle von 1522 (Exponi nobis, span. Omn í moda), in der die spanischen Prälaten zur Einrichtung einer „weltlichen Kirche“ in den neuen Gebieten autorisiert wurden, wo es keinen Bischof gab bzw. dieser mehr als 2 Tagesreisen entfernt seinen Sitz hatte. Darin eingeschlossen war das bischöfliche Recht, über alle Erscheinungen von Häresie zu richten.

In der Zeit der unmittelbaren Konquista lag die Überwachung der Glaubensreinheit zunächst in den Händen der Mönchsorden (insbesondere der Franziskaner, aber auch der Dominikaner), später - mit der Einrichtung von Diözesen - im Aufgabenbereich der Bischöfe. Greenleaf nennt diese Phase, die er zwischen 1522 und 1571 datiert, „Primitive Inquisition“. Gemeint ist offenbar, daß es noch keinen bürokratisch organisierten Apparat der Inquisition gab, wie er sich zu dieser Zeit in Spanien selbst entwickelte.

Der erste Prozeß dieser „primitiven Inquisition“ fand schon 1522 gegen einen indianischen Führer in Tlaxcala statt; die Anklage lautete auf Konkubinat. Im Jahre 1539 fand ein Prozeß gegen Don Carlos Ometochtzin, den indianischen Anführer des früheren Stadtstaates Texcoco, statt, den der erste Erzbischof Mexikos, Juan de Zumárraga, führte, und der für den Delinquenten in einer inquisiti- onstypischen öffentlichen Zeremonie auf dem Scheiterhaufen endete. Dieser aufsehenerregende Pro- zeß führte zu einer Intervention der spanischen Krone, die Zumárraga einen Verweis wegen seines Vorgehens erteilte, was zweifellos die Kräfte innerhalb der spanischen Elite stärkte, die für die Nicht- zuständigkeit der Inquisition gegenüber den Indianern eintraten.(11) Trotzdem wurden auch in den folgenden Jahren Inquisitions-Prozesse gegen Indianer geführt, darunter die wegen ihres Massencha- rakters spektakulären in Yucatan, die im nächsten Kapitel behandelt werden.

Im Jahre 1571 erfolgte die Einrichtung eines Tribunals des Heiligen Offiziums der Inquisition für Neu-Spanien, mit der bereits erwähnten Regelung, die Indianer betreffend. Die „offizielle“ Inquisition verfolgte deshalb nur Glaubensdelikte der anderen ethnischen Gruppen innerhalb der Kolonialgesell- schaft, darunter bezeichnenderweise in besonderem Maße Juden bzw. Krypto-Juden. Auf die Ent- wicklung dieser Institution kann hier nicht näher eingegangen werden, erwähnt sei nur, daß Greenleaf sie in zwei weitere Phasen unterteilt, und zwar von 1571 bis 1700 sowie unter der Bourbonendynas- tie von 1700 bis 1820.

Die für Glaubensangelegenheiten der Indianer zuständige Form der Inquisition (die Provisoratos in den Diözesen) begann sich wahrscheinlich schon vor der offiziellen Trennung aus der Praxis in der Phase der „primitiven Inquisition“ heraus zu entwickeln und erhielt durch den königlichen Erlaß quasi ihre formale Berechtigung. Allerdings scheint es kein Dokument zu geben, in dem ihre Einrichtung ausdrücklich angeordnet wird. Aktivitäten der Provisoratos lassen sich, regional unterschiedlich, bis 1819 nachweisen.

An dieser Stelle soll die kurze Darstellung einer Kontroverse über die möglichen Gründe der organi- satorischen Trennung der Inquisition in den spanischen Kolonien und über die Bewertung dieser Tat- sache folgen(12): Klor de Alva kommt zu dem Schluß, daß die Inquisition als Herrschaftsinstrument gegenüber der indianischen Bevölkerung versagt hatte (was seinen formalrechtlichen Ausdruck in dem königlichen Erlaß von 1570 fand) und durch andere, effektivere Herrschaftstechniken, insbe- sondere die von ihm so genannte Bußdisziplin [ penitential discipline ], die sich v.a. über die Institution der Beichte vermittelte, ersetzt wurde.

Moreno de los Arcos dagegen bezeichnet die Inquisition in ihrer, sich den Verhältnissen in der Neuen Welt anpassenden Form, als wichtiges Instrument der juristischen und kirchlichen Kontrolle über die Indianer. Unterstützt wird er in dieser Auffassung von Greenleaf, der auf Grund der äußerst unterschiedlichen Situation in den einzelnen Regionen Neu-Spaniens die Notwendigkeit der Dezent- ralisierung des Inquisitionsapparates konstatiert, die auch von der spanischen Kolonialmacht erkannt wurde, ohne daß damit eine wesentliche Veränderung der Aufgabenstellung dieser Institution ver- bunden war. Mit Bezug auf den königlichen Erlaß zur Einrichtung des Heiligen Offiziums in Mexiko schreibt er: Zur gleichen Zeit entzog der König dem Tribunal die Rechtsprechungüber die In- dianer mit der Ü berlegung, daßdie Bischöfe besser mit den Ü bertretungen der Eingeborenen vertraut waren. Die Funktion der Inquisition wurde einem General-Vikar oder -Provisorü- bertragen und das mexikanische Provisorato entwickelte sich zu einer ausgedehnten Bürokra- tie zur Disziplinierung der Indianer. (13)

Kennzeichnend für beide Thesen ist, daß sie den humanistischen Auffassungen innerhalb der spanischen Elite, wie sie von las Casas vertreten wurden, nur einen geringen Einfluß auf die von ihnen unterschiedlich interpretierte Entwicklung zubilligen. Im Mittelpunkt der, wie auch immer zu bewertenden, Aktionen der Kolonialmacht bezüglich der Inquisition standen vielmehr unmittelbar mit der Herrschaftsstabilisierung im Zusammenhang stehende Interessen.

3) DIE INQUISITION IN YUCATAN IM JAHRE 1562

3.1. Zur historisch-geographischen Einordnung

Yucatan ist eine große Halbinsel die fast genau in Süd-Nord-Richtung aus der mittelamerikanischen Landbrücke herausragt und somit einen Teil der Grenze zwischen dem Golf von Mexiko und dem Karibischen Meer bildet. Es handelt sich um ein tropisches Tiefland mit überwiegend feucht-heißem Klima und im Jahresrhythmus schwankender Niederschlagsverteilung.

Die Bevölkerung der Halbinsel gehörte zur Zeit der Konquista (und gehört noch heute überwie- gend) der Maya-Sprachgruppe an. Die Maya waren Träger einer alten mesoamerikanischen Kultur, die ökonomisch auf einer intensiven Landwirtschaft (v.a. Mais, Baumwolle, Kakao) und ausgedehn- tem Fernhandel beruhte und die eine komplexe Kosmologie, ein auf genauen astronomischen Beo- bachtungen beruhendes Kalendersystem, die entwickelste altamerikanische Schrift sowie - zumindest in ihrer klassischen Periode - eine imposante Architektur hervorgebracht hatte. Als die Spanier nach Yucatan kamen, lebte die Maya-Bevölkerung in ca. 20 voneinander unabhängigen und teilweise mit- einander verfeindeten Staatsgebilden (Provinzen), z.T. in städtischen Siedlungen.

Die Eroberung Yucatans war, im Gegensatz zur raschen Niederwerfung des Aztekenreiches in Zentralmexiko, ein relativ langfristiger Prozeß. Die Spanier benötigten etwa 20 Jahre und mehrere militärische Expeditionen, um die Kontrolle über die Halbinsel zu erlangen, und diese wurde durch einen großen Aufstand von 1546/47 noch einmal nachdrücklich in Frage gestellt. Erst danach kann man von der Etablierung der spanischen Kolonialherrschaft sprechen, wobei zu beachten ist, daß es während der gesamten Kolonialzeit große Gebiete tropischen Urwaldes gab, die sich der spanischen Kontrolle entzogen und als Rückzugsterritorien für einen erheblichen Teil der Maya-Bevölkerung dienten, in die immer wieder Fluchtbewegungen vor allzu großen Belastungen durch die spanische Herrschaft erfolgten.

3.2. Die Spanier in Yucatan - Interessenkonflikte

(14) Nach Abschluß der Konquista wurde Yucatan als Provinz administrativ einem Gouverneur [ alcalde mayor ] unterstellt, z.Z. der nachfolgend geschilderten Ereignisse war dies Don Diego Quijada. Kennzeichnend für die demographische Situation war der äußerst kleine spanische Bevölkerungsan- teil, der sich zudem noch in wenigen Städten konzentrierte. Geschuldet war diese, im Vergleich zu anderen Regionen, geringe Präsenz der Kolonialherren v.a. zwei Faktoren: Zum einem den, für Eu- ropäer, sehr belastenden klimatischen Bedingungen; zum anderen, wesentlicheren, aber der Tatsa- che, daß Yucatan kaum über ausbeutbare Bodenschätze verfügt und damit die Aussichten auf schnellen Reichtum für eine größere Zahl von Eroberern nicht gegeben waren. Die einzige nutzbare Ressource der Halbinsel war die, vorwiegend in der Landwirtschaft eingesetzte, Arbeitskraft der einheimischen Bevölkerung. Das grundlegende sozial-ökonomische System war, wie überall im spa- nischen Kolonialreich, die Encomienda. Für Yucatan bedeutete dies, daß ein „verdienter“ Spanier die Aufsicht über eine bestimmte Gruppe von Einheimischen erhielt, mit der ideologischen Begrün- dung, sie im Christentum zu unterweisen. Dafür war es dem Encomendero gestattet, einen Teil der Tribute (größtenteils in Form landwirtschaftlicher Produkte), die er bei „seinen“ Indianern im Auftrag der Krone einsammelte, für sich zu behalten sowie in gewissem Umfang ihre Zwangsarbeitsdienste (entweder in seinem Haushalt oder auf seinen eigenen Feldern) in Anspruch zu nehmen. Es ist anzu- nehmen, daß das Hauptinteresse der Encomenderos nicht so sehr in der Glaubensunterweisung ihrer „Schützlinge“, als vielmehr in der Ausbeutung ihrer Arbeitskraft lag. Der Erhalt dieser Quelle ihres Wohlstandes gebot daher, den Indianern wenigstens einen minimalen Schutz vor allzugroßen Zumu- tungen, von welcher Seite auch immer, zu gewähren.

Die geistliche Macht in Yucatan wurde im Jahre 1562 durch den Franziskaner-Orden repräsen- tiert. Eine relativ kleine Anzahl von Mönchen unterhielt 12 Klöster und besuchte regelmäßig die indi- anischen Ortschaften, um den gerade erst übernommenen christlichen Glauben ihrer Bewohner zu festigen, mehr als 200 Dörfer hatten schon ihre eigene Kirche, ihre Schule und von den Missionaren ausgebildete (indianische) Schulmeister.(15) Provinzial des Ordens, und damit höchste geistliche Autorität in Yucatan, war Fray Diego de Landa.(16) Für die Franziskaner gab es zu dieser Zeit min- destens zwei Felder divergierender Interessen mit anderen Sektoren der Kolonialelite: Da war zu- nächst ein schon länger schwelender Konflikt mit den Encomenderos, denen die Mönche, aus den oben angedeuteten Gründen sicher nicht ganz zu unrecht, vorwerfen konnten, nicht sehr eifrig an der Festigung des Glaubens unter den Indianern zu wirken. Möglich ist, daß sie daraus die Schlußfolge- rung zogen, die einzige kompetente Kraft in diesem Bereich zu sein und jede Einflußnahme von welt- licher Seite als Einmischung in ihre ureigensten Angelegenheiten ansahen.(17) Ein zweites Span- nungsfeld war innerkirchlicher Art. Für die Provinzen Yucatan und Tabasco war vor kurzem eine Diözese eingerichtet worden und der neue Bischof, Francisco de Toral, sollte demnächst in Yucatan eintreffen. Es scheint, daß die Franziskaner ungeachtet der bevorstehenden offiziellen Übergabe der kirchlichen Macht aus den Händen des Ordens in die des Bischofsamtes, ihren traditionellen Einfluß in größtmöglichem Umfang sichern wollten.(18) Daher erscheint es auch plausibel, daß sie entweder ein Interesse daran hatten, die von ihnen betreuten Gemeinden frei von jeder Glaubensabweichung zu präsentieren oder - in noch stärkerer Interpretation - zu verdeutlichen, daß sie willens und in der Lage waren, gegen jegliche Form von Häresie mit aller Härte vorzugehen.

In dieser Situation stießen im Mai 1562 zwei junge Indianer bei der Jagd auf eine Grube, in der sie Idole (Götzenbilder) und menschliche Schädel fanden. Mit der Meldung ihres Fundes an den örtlichen Franziskaner setzten sie einen Prozeß in Gang, dessen eigentliche Ursache wahrscheinlich nicht so sehr die tatsächliche Verbreitung alter religiöser Praktiken unter den Maya, sondern vielmehr innerspanische Interessenkonflikte waren, die nunmehr auf Kosten der indianischen Bevölkerung ausgetragen wurden. In seinem weiteren Verlauf entwickelte dieser Prozeß eine Eigendynamik, die wiederum erst durch die vorläufige Lösung der genannten Konflikte zugunsten des Bischofs und der Encomenderos (und bezeichnenderweise nicht durch ein Aufbegehren der bedrängten Indianer) gestoppt wurde.

3.3. Der Sommer 1562 in Yucatan

Unmittelbar nach der Meldung des Fundes wurden etwa 40 Indianer, die in der Nähe des Fundortes wohnten, verhaftet, ins Klostergefängnis gesteckt und befragt. Sie gestanden freiwillig, daß sie die Götzen angebetet hatten, um Regen, gute Ernten und reiche Jagdbeute zu bekommen und das außer ihnen noch viele andere Leute aus der Gegend gleiches taten. Die Freiwilligkeit, mit der die Aussagen gemacht wurden, verweist auf das im Abschnitt 2.2. angerissene Problem, vor dem die katholischen Missionare standen: Der christliche Gott - der offensichtlich große Kräfte hatte, da die Spanier unter seiner Fahne den Sieg über die Maya errangen - wurde zwar in den Götterhimmel aufgenommen (wahrscheinlich sogar an herausragender Stelle), ohne jedoch der einzige Gott zu werden: Für spe- zielle „Aufgaben“ waren nach wie vor die entsprechenden alten Götter „zuständig“, die deshalb wei- terhin angebetet wurden - die Idee des Monotheismus war den Maya völlig fremd.

Die Franziskaner waren umso bestürzter über diese Geständnisse, als es sich um das Kerngebiet ihrer nunmehr 17-jährigen Missionstätigkeit handelte. Der örtliche Franziskanerchef reagierte mit außergewöhnlicher Härte: die gefangenen Indianer wurden gefoltert (mittels des „Flaschenzuges“ an den Armen aufgehängt, ausgepeitscht, mit heißem Wachs beträufelt), um weitere Geständnisse aus ihnen herauszupressen. Zu diesem Zeitpunkt handelte es sich um eine völlig illegale Aktion, da die Inquisitionsgerichtsbarkeit ausschließlich bei Diego de Landa, als höchstem Geistlichen der Provinz lag.

Dieser zog seine Untergebenen jedoch nicht zur Verantwortung, sondern schaltete sich selbst in das Geschehen ein. Mit der Zusage von Unterstützung seitens des Gouverneurs sowie autorisiert durch die päpstliche Omn í moda setzte er ein formelles Inquisitionsgericht ein. In den folgenden 3 Monaten wurden 4500 (!) Indianer wegen Götzenanbetung verhört und gefoltert, 158 starben dabei, 13 nahmen sich das Leben (von 18 weiteren, die verschwanden, nimmt man dasselbe an), bedeu- tend mehr behielten bleibende Schäden an den Schultermuskeln und Händen. Spanische Zeugen (i.d.R. Encomenderos, die zu Hilfsdiensten bei den Verhören herangezogen wurden) berichteten später, daß die Indianer unter der Folter immer größere Zahlen von Götzenbildern nannten, die sie angeblich besaßen. Unter den Idolen, die abgeliefert wurden, befanden sich augenscheinlich sowohl uralte, zerstörte Stücke, die man in den längst verlassenen Maya-Städten finden kann als auch solche die offensichtlich gerade neu hergestellt wurden, um den Abgabeforderungen der Mönche nachzu- kommen.(19)

Die Inquisition gipfelte in einem auto de f é am 12.Juli 1562, zu dem auch der Gouverneur Quija- da anwesend war. Die knappe Schilderung der Ereignisse durch Landa zeigt alle Elemente, die für einen Inquisitionsprozeß in Spanien kennzeichnend waren und verweist m.E. auf die Bedeutung, die diesem Herrschaftsinstrument beigemessen wurde: Als diese Leute in der Religion unterrichtet und die jungen Männer mit Nutzen belehrt waren, wie wir gesagt haben, wurden sie von den Priestern verführt, die sie in ihrem Götzendienst hatten, und auch von den Häuptlingen, so daßsie abermals Götzen anbeteten und Opfer brachten, die nicht nur aus Räucherwerk, son- dern auch aus Menschenblut bestanden; hierüber stellten die Mönche eine kirchliche Untersu- chung an und baten den Oberrichter [Quijada, d. Verf.] um Hilfe, sie setzten viele gefangen und führten Prozesse gegen sie durch; und es wurde ein Autodaf é abgehalten, bei dem sie viele auf Schaugerüste stellten, ihnen die B üß ermütze aufsetzten, sie auspeitschten, sie kahlschoren und einigen für eine gewisse Zeit das B üß erhemd anzogen; andere, die vom Teufel ge täuscht wurden, erhängten sich aus Trübsinn, und gemeinsam zeigten alle große Reue und den Willen, gute Christen zu werden. (20) An anderer Stelle fügt Landa hinzu: Wir fanden bei ihnen eine große Anzahl von Büchern mit diesen Buchstaben, und weil sie nichts enthielten, was von Aberglauben und den Täuschungen des Teufels frei wäre, verbrannten wir sie alle, was die Indios zutiefst bedauerten und beklagten. (21)

Das auto de f é war der Höhepunkt, aber noch nicht das Ende des franziskanischen TerrorRegimes(22), im Sommer 1562 in Yucatan. Landa sandte Mönche in eine andere Stadt, um auch dort Gerüchten über Götzenanbeterei nachzugehen. Bei ihrer Ankunft flohen die Menschen und wollten nur mit ihnen sprechen, wenn ihr Encomendero anwesend war. In einem Ort erhängten sich zwei Personen, als das Kommen der Mönche angekündigt wurde. Bei dieser Untersuchung begnügten sich die Inquisitoren nicht mehr mit dem Aufhängen an den Armen, sondern wendeten die Wasserfolter an, bei der mindestens ein Mann starb.

Im August tauchten erstmals Aussagen über Menschenopfer auf, die die Maya in den letzten Jahren heimlich dargebracht haben sollten, zudem unter Mißbrauch christlicher Symbole; die Zahl der Opfer (angeblich aus anderen Ortschaften geraubte Kinder) wurde in Landas persönlichen Aufzeichnungen immer größer und die Einzelheiten immer bizarrer. In der Provinzhauptstadt Mérida saßen wegen dieser vorgeblichen Verbrechen mehrere indianische Anführer im Gefängnis; sie erwartete ein neues auto de f é und es war anzunehmen, daß es für einige von ihnen, wegen der Schwere der ihnen vorgeworfenen Taten, mit dem Tod auf dem Scheiterhaufen enden würde.

Inzwischen befürchteten die Encomenderos, daß die Situation außer Kontrolle geraten und zu einer gewaltsamen Erhebung der Indianer, ähnlich der von 1546/47 führen könnte. Zudem fehlte die Arbeitskraft der eingesperrten Indianer auf den Feldern und selbst diejenigen, die frei kamen, waren zum großen Teil nicht sofort arbeitsfähig. Vorstellungen der spanischen Siedler bei Landa, die ihn zum Abbruch des Massenterrors und zur Fortführung der Untersuchung auf einem geringeren Niveau bewegen sollten, wurden schroff zurückgewiesen. Eine offene Konfrontation mit dem Vertreter der geistlichen Macht in Yucatan wagten sie nicht. Unterstützung von seiten Quijadas als höchstem welt- lichen Beamten war nicht zu erwarten, nachdem er durch seine Teilnahme an dem auto de f é vom 12. Juli das Vorgehen der Franziskaner ausdrücklich gebilligt hatte, möglicherweise gegen seine eigentlichen Intentionen. Deshalb wandten sich die Encomenderos heimlich an den anreisenden Bischof Toral mit der Bitte, er solle seinen Untergebenen Zügel anlegen. Mit seinem Eintreffen änderte sich die Situation tatsächlich sehr rasch. Nach anfänglichem Widerstreben der Mönche wurde die Inquisition im September 1562 beendet, die gefangenen Indianer freigelassen. Toral setzte statt dessen eine Untersuchung über die Legalität von Landas Aktionen an. Diese zog eine Anklage vor dem Westindienrat, dem höchsten Gremium der spanischen Kolonialadministration, nach sich, von der Landa schließlich 1569 freigesprochen wurde. 1573 kehrte Landa, als Nachfolger des verstorbenen Toral auf dem Bischofssitz (!), nach Yucatan zurück.

Die Inquisition des Jahres 1562 in Yucatan war in ihrem Umfang und ihrer Intensität wohl einmalig in der spanischen Kolonialgeschichte und doch lassen sich gerade an Hand dieses Beispiels einige verallgemeinernde Schlußfolgerungen ziehen:

1. Die Rehabilitierung (und schließlich sogar Beförderung) Landas zeigt, daß die Inquisition grundsätzlich als geeignetes Mittel angesehen wurde, um die spanische Kolonialherrschaft zu stabili- sieren. Der Erlaß von 1570, der dem Heiligen Offizium die Rechtsprechung über Indianer verbot, ist m.E. deshalb nicht Ausdruck einer negativen Bewertung der yucatekischen Vorkommnisse, wie es offensichtlich Clendinnen sieht(23). Das Gegenteil scheint der Fall zu sein: Die Etablierung der Pro- visoratos, als inquisitionsgleichem Apparat für Indianer auf der Ebene der Diözesen, könnte ein Re- sultat der Auffassung sein, daß Inquisitionsprozesse in Verantwortung der regionalen Kirchenadmi- nistration nach dem Muster Yucatans durchaus nützlich zur Disziplinierung der indianischen Bevölke- rung waren.

2. Die erwähnte Einmaligkeit der Ereignisse bedeutet ebenfalls nicht zwangsläufig ein Verwerfen oder Scheitern des Herrschaftsinstrumentes Inquisition. Vielmehr scheint die Erfahrung der spanischen Kolonialelite aus Yucatan gewesen zu sein, daß für interne Konflikte, im Interesse des Erhalts der gemeinsamen Macht, Kompromißlösungen gefunden werden müßten, d.h. das von allen gewollte Vorgehen der Inquisition zur Disziplinierung der Indianer sollte die Interessen anderer Kräfte innerhalb dieser Elite möglichst wenig tangieren.

3. Es ist fast schon erschreckend festzustellen, wie groß die disziplinierende Wirkung der Inquisition auf die Indianer tatsächlich war. Trotz der ausufernden Gewalt der Franziskaner kam es zu keinen entsprechenden Gegenaktionen der Opfer. Inwieweit die Befürchtungen der spanischen Siedler über einen möglichen Aufstand berechtigt waren, läßt sich heute nicht mehr feststellen, aber die Tatsache, daß Landa später unbehelligt das Bischofsamt unter den Betroffenen ausüben konnte, spricht eher dafür, daß es bei ihnen zu dieser Zeit keine relevanten Kräfte gegeben hat, die den offenen Widerstand gegen die unheimliche Macht der Inquisition wagten.

SCHLUSSBEMERKUNGEN

Natürlich konnten die eingangs genannten Problemstellungen hier nicht erschöpfend behandelt (ge- schweige denn endgültig geklärt) werden. Dennoch scheint sich aus dem Dargelegten -insbesondere den Forschungen Greenleafs u.a. über die Provisoratos - die Erkenntnis zu ergeben, daß der soziale Kontroll- und Disziplinierungsmechanismus Inquisition im Rahmen der spanischen Kolonialherrschaft eine bedeutende Rolle gespielt hat. Zu diesem Zweck wurde er in seiner organisatorischen Form den im Vergleich zu Spanien deutlich anderen kulturellen Bedingungen in der Neuen Welt angepaßt, ohne dadurch größere Veränderungen seines Inhaltes zu erfahren. In diesem Sinne ist die in 2.3. erwähnte These Klor de Alvas über das Scheitern der Inquisition in der Neuen Welt wahrscheinlich zu absolut, was nicht bedeutet, daß seine Auffassungen über die Bedeutung der Beichte für die Disziplinierung der indianischen Bevölkerung hinfällig wären.

Für den zweiten Komplex - die Frage nach der Wirkung, die die Inquisition unter der indianischen Bevölkerung hatte - konnten nur indirekte Belege (insbesondere in 3.3.) erbracht werden. Dieser Bereich bleibt schwierig zu erforschen, weil praktisch keine Quellen aus der Sicht der Betroffenen existieren, Schlußfolgerungen daher nur aus den von der Inquisition selbst produzierten Dokumenten sowie aus Berichten von Zeugen, die i.d.R. selbst der Kolonialelite angehörten, gezogen werden können.

Abschließend sei bemerkt, daß die Beschäftigung mit der Geschichte der Inquisition in den spanischen Kolonien nicht zuletzt eine gute Möglichkeit ist, der oftmals euro-zentristischen Sicht hiesiger Geschichtswissenschaft zu entgehen.

BIBLIOGRAPHIE

Woodrow Borah / Sherburne F.Cook, New Demographic Research on the Sixteenth Century in Mexico, Presented at XIth International Congress of Historical Sciences, Stockholm, 1960

Inga Clendinnen, Ambivalent Conquests: Maya and Spaniard in Yucatan, 1517 - 1570, Cambridge University Press, Cambridge (Mass.) 1987

Richard E. Greenleaf, The Mexican Inquisition and the Indian Sources for the Ethnohistorian, in: The Americas 34, Januar, Nummer 3 1978

Historiography of the Mexican Inquisition: Evolution of Interpretations and Methodologies, in: Mary Elizabeth Perry / Anne J. Cruz (Hg.), Cultural Encounters: The Impact of the Inquisition in Spain and the New World, University of California Press, Berkeley Los Angeles Oxford 1991

J.Jorge Klor de Alva, Colonizing Souls: The Failure of the Indian Inquisition and the Rise of Penintential Discipline, in: Mary Elizabeth Perry / Anne J. Cruz (Hg.), Cultural Encounters: The Impact of the Inquisition in Spain and the New World, University of California Press, Berkeley Los Angeles Oxford 1991

Diego de Landa, Bericht aus Yucatán, Übersetzung aus dem Spanischen von Ulrich Kunzmann, Reclam-Verlag, Leipzig 1990 (1566)

Roberto Moreno de los Arcos, New Spain’s Inquisition for Indians from the Sixteenth to the Ni- neteenth Century, in: Mary Elizabeth Perry / Anne J. Cruz (Hg.), Cultural En- counters: The Impact of the Inquisition in Spain and the New World, Universi- ty of California Press, Berkeley Los Angeles Oxford 1991

Mary Elizabeth Perry / Anne J. Cruz, Introduction, in: Diess. (HGG.), Cultural Encounters: The Impact of the Inquisition in Spain and the New World, University of California Press, Berkeley Los Angeles Oxford 1991

Carlos Rincón, Nachwort, in: Landa, Diego de, Bericht aus Yucatán, Reclam-Verlag, Leipzig

[...]


Fußnoten

1 In diesem Kapitel folge ich im wesentlichen der Darstellung von Moreno de los Arcos und Greenleaf, 1991.

2 Moreno de los Arcos, 1991, S.23. Das Zitat von Guillermo Céspedes del Castillo ist entnommen dem Band 6 seiner Historia de Espa ñ a, Am é rica hisp á nica (1492 - 1898), herausgegeben von Manuel Tuñón de Lara (Barcelona: Editorial Labor, 1983) und wird von Moreno de los Arcos wie folgt wiedergegeben: „As if something were lacking to intensify the change, the Inquisition was established in the Castilian colonies in 1571, without, thank God, jurisdiction over the Indians.“

3 Clendinnen, 1987, S.109. Das Zitat lautet bei Clendinnen: „In 1570, when the Holy Office of the Inquisition was established in the Indies, Indians were specifically excluded from its jurisdiction ‘because of their simplicity and lack of capacity, and because many of them have not been well instructed in the Faith’.“

4 Moreno de los Arcos, 1991, S. 23; Greenleaf, 1978, S. 316 und 1991, S. 261

5 Borah/Cook, 1960

6 Dieser Abschnitt folgt im wesentlichen der Darstellung von Moreno de los Arcos, 1991

7 Rincón, 1990, S. 223

8 Klor de Alva, 1991, S. 10. Das Zitat lautet im Original: „It is hard to imagine a more difficult project: political and religious resistance, demographic ratios, language barriers, cultural distances, and extensive geographic spaces stood in the way, and the Spaniards had few precedents they could follow with confidence. Neither the confron- tation with heretics, apostates, or non-Christians back home, nor their experiences with the far less socially in- tegrated tribal and chiefdom communities in the circum-Caribbean area, prepared the Spaniards for the encounter with the city-state polities of New Spain. In Central Mexico cultural, regulatory, and security concerns contrasted

sharply with those faced in Spain; there, not only did a variety of effective mechanisms of social control exist that could not be duplicated in the New World, but the problems of ethnic diversity in the peninsula tended primarily to affect civic unity rather than to challenge political stability or cultural viability, as was frequently the case in Mexico.“

9 Greenleaf, 1978, S. 336

10 Dieser Abschnitt folgt im wesentlichen der Darstellung von Greenleaf, 1978 und 1991

11 Klor de Alva, 1991, S. 3

12 Perry/Cruz, 1991, S. xi

13 Greenleaf, 1978, S. 316. Das Originalzitat lautet: „At the same time, however, the king witheld from the Tribunal

jurisdiction over Indians, insisting that bishops deal directly with native transgressions. This function was vested in a Provisor or Vicar General’s Office and the Mexican Provisorato contrived an entire bureaucracy to discipline Indians.“

14 Dieser Abschnitt sowie 3.3. folgen im wesentlichen der Darstellung und Interpretation von Clendinnen, 1987, es gibt jedoch eine Reihe (zumeist älterer) Arbeiten zu dieser Thematik (u.a. Scholes und Adams, 1933 sowie Scholes und Roys, 1938), die zu anderen Auffassungen, insbesondere über die Verbreitung alter religiöser Praktiken unter den Maya der frühen Kolonialzeit - deren Darstellung in den Quellen Clendinnen für übertrieben hält - kommen (siehe dazu Greenleaf, 1991, S. 263)

15 Clendinnen, 1987, S. 72

16 Die Person Diego de Landas ist für den Historiker von größter Ambivalenz: Einerseits hat er sich durch sein nachfolgend geschildertes Wirken aktiv an der Zerstörung der autochtonen Kultur der Maya beteiligt und die Vernichtung unersetzlicher Quellen ihrer vorkolonialen Geschichte veranlaßt; andererseits ist sein „Bericht aus Yucatan“ (Relaci ó n de las cosas de Yucat á n), den er im wesentlichen zur Rechtfertigung seines Vorgehens von 1562 geschrieben hat, selbst eine erstrangige Quelle über die Maya-Gesellschaft der unmittelbaren vorkolonialen Zeit, wie über die frühe koloniale Gesellschaft. Zudem war sein (mißlungener) Versuch, ein Alphabet auf der

Grundlage der alten Maya-Schriftzeichen zu erstellen in unserem Jahrhundert der Schlüssel zur Entzifferung der überlieferten Maya-Inschriften, nachdem man ihren Charakter als Silbenschrift erkannt hatte.

17 Landa, 1990, S. 40ff.

18 Ebd., S. 44

19 Selbstverständlich müssen auch diese Aussagen in einer Untersuchung, die sich mit der Rechtmäßigkeit von Landas Vorgehen beschäftigte, unter dem Aspekt betrachtet werden, von welchen Interessen sie bestimmt waren.

20 Landa, 1990, S. 43f.

21 Ebd., S. 135

22 Bei aller gebotenen Zurückhaltung scheint mir diese Bewertung der Ereignisse, in Übereinstimmung mit Clendinnen, doch angemessen.

23 Clendinnen, 1987, S. 109

14 von 14 Seiten

Details

Titel
Die Inquisition und die indianische Bevölkerung in den spanischen Kolonien
Note
sehr gut
Autor
Jahr
1996
Seiten
14
Katalognummer
V97300
Dateigröße
377 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Inquisition, Bevölkerung, Kolonien
Arbeit zitieren
Wolfgang Rose (Autor), 1996, Die Inquisition und die indianische Bevölkerung in den spanischen Kolonien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/97300

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