Byzanz - Kaisertum zwischen Europa und Asien


Referat / Aufsatz (Schule), 1999

3 Seiten, Note: 1


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BYZANZ

Kaisertum zwischen Europa und Asien

Die Geschichte von Byzanz: (später Konstantinopel, heute Istanbul)

Byzanz wurde um 660 v. Chr. als griechische Kolonie Byzantion am Bosporus an der Stelle des heutigen Istanbul gegründet. Dank seines ausgezeichneten Hafens, des Goldenen Horns, seiner strategisch günstigen Lage zwischen dem Schwarzen Meer und dem Mittelmeer sowie seiner reichen Fischgründe entwickelte sich Byzanz rasch zu einem bedeutenden Umschlagplatz; seinen Wohlstand verdankte Byzanz nicht zuletzt dem Getreidehandel vom Schwarzen Meer nach Griechenland, besonders nach Athen; die Wirtschaft blühte.

Zerstörung, Wiederaufbau und Kriege:

Im frühen 5. Jahrhundert v. Chr. zerstörten die Perser Byzanz; 479 v. Chr. wurde die Stadt von den Spartanern wieder aufgebaut. In den darauf Jahren folgte ein reger Wechsel in der Herrschaft zwischen den Spartanern und den Athener. Es gab es auch kurze Zeiträume, in denen Byzanz unabhängig war. Seit etwa 200 v. Chr. war Byzanz Bundesgenosse Roms und unterstützte die Römer 191 bis 188 v. Chr. im Krieg gegen den syrischen König Antiochos III. Als Gegenleistung dafür und für die byzantinische Hilfe während der Mithridatischen Kriege (88-65 v. Chr.) erkannte Rom Byzanz als verbündete freie Stadt an. Dann allerdings fiel Byzanz doch unter die Herrschaft des Römischen Reiches und musste an Rom Tribut entrichten. 196 n. Chr. wurde Byzanz zerstört, wieder aufgebaut und 258 n. Chr. von den Goten geplündert. Aufgrund der günstigen Lage der Stadt und der wachsenden Bedeutung des östlichen Teils des Römischen Reiches erhob Konstantin der Große Byzanz zur Reichshauptstadt und ließ es ab 324 n. Chr. zum „Neuen Rom“ ausbauen, und zwar weitgehend, besonders was Verfassung und Verwaltung anbelangte, nach dem Vorbild des alten Rom. Es entstand eine neue Hauptstadt unter dem Namen Constantinopolis (Konstantinopel). Ab 395 n. Chr. war Konstantinopel dann Hauptstadt des Oströmischen bzw. des Byzantinischen Reiches.

Das Byzantinische Reich erstreckte sich zur Zeit seiner größten Ausdehnung über Italien, die Balkanhalbinsel, die Levante, Ägypten, beinahe die ganze nordafrikanische Küste und Südspanien. Das Byzantinische Reich verstand sich selbst als „Römerreich“(Romania), obwohl das Griechische die dominierende Sprache war und nur eine Minderheit seiner Bewohner sich mit Recht als Römer bezeichnen konnte. Die Byzantinischen Kaiser orientierten sich an den Traditionen und Institutionen des Römischen Reiches; außerdem beeinflussten Hellenismus und vor allem das Christentum Staatswesen, Sozialordnung und Kultur. Grundlage der Verfassung des Reiches war die Autokratie, die unumschränkte Herrschaft des Kaisers.

Die Blütezeit:

Der Beginn des Byzantinischen Reiches kann nicht genau festgelegt werden, da es keine genauen zeitlichen Anhaltspunkte gibt; einzige fixe Daten sind die Jahre 330 n. Chr. (Verlegung der Hauptstadt im Ostteil des Römischen Reiches nach Konstantinopel), 395 n. Chr.(endgültige Teilung des Römischen Reiches) und 476 n. Chr. (Untergang des Weströmischen Reiches). Durch die Anerkennung und Förderung des Christentums schuf Konstantin der Große eine der wichtigsten Grundlagen für das byzantinische Staatswesen. Im Jahr 380 n. Chr. wurde das Christentum die Staatsreligion. Weiters widersetzten sie sich erfolgreich gegen die Perser, die Hunnen, die Germanen, die Goten und gegen die Awaren. Kaiser Justinian I. konnte für kurze Zeit das Römische Reich in seiner alten Größe wieder herstellen. Zwischen 534 und 565 n. Chr. eroberten Justinians Feldherren Belisar und Narses Nordafrika von den Wandalen, Italien von den Ostgoten und das südöstliche Spanien von den Westgoten zurück. Zugleich ließ Justinian die unterworfenen Völker missionieren und entfaltete eine rege Bautätigkeit, bei der unter anderem die Hagia Sophia in Konstantinopel entstand. Weiters war Kaiser Justinian I. auch dafür verantwortlich, dass ein einheitliches Rechtssystem geschaffen wurde, dass unter den Namen Corpus Juris Civilis bekannt war. Der wichtigste Teil, der Codex Justinianus, wurde in den meisten europäischen Ländern zur Grundlage des Rechtes.

Der beginnende Verfall:

Zu Beginn des 7. Jahrhunderts stießen die Awaren und die Perser bis nach Konstantinopel vor. Weiters ging Jerusalem und Alexandria an die Perser und Südspanien an die Westgoten verloren. Diese Verluste führten zu schweren inneren Krisen. Durch Kaiser Herakleios (582 - 602) wurden einige Provinzen wieder zurückerobert, aber es fielen auch Palestina, Mesopotamien, Syrien und Ägypten an die Araber. Dennoch hatte Herakleios durch eine umfassende Verwaltungs- und Heeresreform das Byzantinische Reich vor einer vollständigen Niederlage bewahrt. Im Laufe des 8. Jahrhunderts vertiefte sich die Kluft zwischen Byzanz und dem römischen Papsttum. Doch die machtpolitische Annäherung des Papsttums an das Frankenreich und die Kaiserkrönung Karls des Großen (im Jahre 800) verschärften den Gegensatz zwischen Byzanz, das sich als einzig legitimer Rechtsnachfolger des Römischen Reiches betrachtete. Zu Beginn des 9. Jahrhunderts hatte sich das Byzantinische Reich wieder soweit erholt, dass es die Angriffe der Araber und der Bulgaren auf den Kern des Reiches zumindest abwehren konnte. Unter der Makedonischen Dynastie, die 867 n. Chr. von Kaiser Basileios I. begründet worden war und die bis 1059 n. Chr. bestand, erreichte das Byzantinische Reich den Höhepunkt seiner Macht. Von 960 - 985 n. Chr. wurde Kreta, Zypern und der Osten Kleinasiens zurückerobert, man konnte bereits bis nach Jerusalem vordringen und schließlich wurde auch noch Bulgarien eingenommen. Trotz dieser Erfolge war der Untergang nicht mehr aufzuhalten gewesen, denn 1071 n. Chr. errangen die Seldschuken in Kleinasien bei Manzikert den entscheidenden Sieg über die Byzantiner; man verlor Bari, die letzte Bastion in Italien und einzige Verbindung zum Westen; 1054 n. Chr. erfolgte der Bruch zwischen römischer und griechischer Kirche. Trotz der Spannungen zwischen Ost und West kam der Papst der Bitte von Kaiser Alexios I. Komnenos, um Unterstützung gegen die Seldschuken nach. 1096 n. Chr. brachen nach dem Kreuzzugsaufruf Papst Urbans II. Tausende zum 1. Kreuzzug (1096-1099) über Konstantinopel und Kleinasien ins Heilige Land auf. Doch das Byzantinische Reich profitierte nur anfangs davon, indem es Teile Kleinasiens zurückgewinnen konnte; auf lange Sicht jedoch beschleunigten unter anderem die Kreuzritter als seine Rivalen seinen Niedergang.

Der entgültige Niedergang des ehemaligen Großreiches:

1204 n. Chr. eroberten die Kreuzritter Konstantinopel und sie errichteten das Lateinische Kaiserreich. Zu Beginn des 14. Jahrhunderts eroberten die Osmanen Kleinasien, seit 1354 n. Chr. griffen sie auf das europäische Festland über und eroberten fast die gesamte Balkanhalbinsel. Das Byzantinische Reich war finanziell und militärisch zerrüttet und die erhoffte Hilfe aus dem Westen blieb aus. Die Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen 1453 n. Chr. besiegelte seinen Untergang.

© by Harald Messner

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Details

Titel
Byzanz - Kaisertum zwischen Europa und Asien
Note
1
Autor
Jahr
1999
Seiten
3
Katalognummer
V97311
Dateigröße
331 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Byzanz, Kaisertum, Europa, Asien
Arbeit zitieren
Harald Messner (Autor), 1999, Byzanz - Kaisertum zwischen Europa und Asien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/97311

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