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Zerebrale Lateralisierung und Hemisphärenforschung

Title: Zerebrale Lateralisierung und Hemisphärenforschung

Term Paper , 1998 , 13 Pages , Grade: 1

Autor:in: M.A. Péter Szász (Author)

Psychology - Clinical Psychology, Psychopathology, Prevention
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Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit Studien und Erkenntnissen der Gehirn- und Hemisphärenforschung. Den Schwerpunkt bildet hierbei der Versuch, mögliche Einsichten für die Experimentelle Ästhetik zu gewinnen und aufzuzeigen, welche Vorgänge im Gehirn den Menschen in die Lage versetzen, ein ästhetisches Urteil zu fällen.
In den frühen sechziger Jahren machte Roger Sperry eine für die Hemisphärenforschung ausschlaggebende Entdeckung. Der spätere Nobelpreisträger untersuchte in Zusammenarbeit mit Kollegen und Studierenden ungewöhnliche Verhaltensmerkmale von Epilepsie-Patienten, bei denen mittels operativen Eingriffs der die beiden Gehirnhälften (Hemisphären) durch ca. 200 Millionen Nervenfasern verbindende Hirnbalken (corpus callosum) vollständig durchtrennt wurde. Diese Kommissurotomie genannte Operation wurde überwiegend mit großem medizinischen Erfolg durchgeführt, um die Intensität epileptischer Anfälle zu mindern. Infolge dieser Behandlung war bei den Kommissurotomie-Patienten jeglicher Informationsfluß zwischen linker und rechter Hemisphäre unterbrochen, woraus in alltäglichen Routinesituationen aber meist keine Beeinträchtigungen entstanden. Allerdings konnte nun interessanterweise Folgendes beobachtet werden: Die Operierten waren nicht in der Lage, einen Gegenstand, den man ihnen in die linke Hand (rechte Hemisphäre) gab, ohne daß sie ihn sehen konnten, verbal zu benennen oder auch nur zu beschreiben. Nichtsdestotrotz hatten sie eine Vorstellung davon, um was für ein Objekt es sich handelte, da sie problemlos ein Äquivalent für ihre Empfindung auf einer Bildertafel erkennen und darauf zeigen konnten. Andererseits waren die gleichen Probanden sehr wohl in der Lage, einen ihnen in gleicher Weise in die rechte Hand (linke Hemisphäre) gegeben Gegenstand zu benennen.1
Diese und weitere Untersuchungen der Split-brain-Forschung bestätigten zusammen mit Studien an Patienten mit einseitigen Hirnläsionen die Vorstellung, daß beide Hemisphären unabhängig voneinander fähig sind wahrzunehmen, zu denken und das Verhalten zu regulieren, wobei aber jede auf ihre eigene und besondere Weise funktioniert und auf bestimmten Gebieten der Informationsverarbeitung oder Problemlösung der jeweils anderen Gehirnhälfte überlegen ist.
Dies soll im Folgenden weiter ausgeführt werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Kurzer Überblick über Aufbau und Funktionsweise des Gehirns

III. Ausgewählte Experimente zur zerebralen Lateralisierung

IV. „Spezialgebiete“ der Hemisphären

V. Zusammenfassung und Bezug zur Experimentellen Ästhetik

VI. Literatur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Erkenntnisse der Gehirn- und Hemisphärenforschung, um fundierte Einsichten für die experimentelle Ästhetik zu gewinnen und die neuronalen Grundlagen ästhetischer Urteilsprozesse zu beleuchten.

  • Grundlagen der zerebralen Lateralisierung und Split-Brain-Forschung
  • Funktionsweise und Aufgabenteilung der linken und rechten Gehirnhälfte
  • Wissenschaftliche Experimente zur visuellen Wahrnehmung und ästhetischen Bewertung
  • Interaktion der Hemisphären bei kognitiven und emotionalen Prozessen
  • Bedeutung der bilateralen Integration für kreative Fähigkeiten und das Empfinden des Schönen

Auszug aus dem Buch

„Spezialgebiete“ der Hemisphären

Laut herrschender Meinung in der heutigen Psychologie ist Wahrnehmung niemals eine objektive, ungefilterte oder „naturgetreue“ Abbildung der Wirklichkeit. Levy sagt dazu: „...psychologists have known and emphasized for years that there is no such thing as passive sensory experience, much less complex perceptions. The mind constructs its world of the senses, as much as it constructs its conceptions and ideas, and the construction is active, intelligent, and rule governed.“

Nun zeigen die Ergebnisse der Split-brain-Forschung, der Untersuchungen einseitig hirnverletzter respektive –operierter (Hemisphärektomie) Patienten als auch Studien an Gesunden mit intakten Hirnfunktionen, daß linker und rechter Hemisphäre offenbar unterschiedliche Konzepte zur Daten- und Problembearbeitung zugrunde liegen. Davon ausgehend sind Theorien entwickelt worden, die spezialisierte oder dominante Denk- und Arbeitsstile beider Hemisphären beschreiben, wodurch es allerdings oft zu idealtypischen und schematischen Zuordnungen einander polar gegenüberstehender Funktionsbereiche gekommen ist.

Diese Funktionen wurden zudem vielfach als voneinander unabhängig betrachtet, so daß die Vorstellung entstand, spezifische Tätigkeiten und Aufgaben würden vorrangig nur eine Hemisphäre beanspruchen und die jeweils andere in einem bewußtlosigkeitsähnlichen Zustand dahindämmern lassen. Fest steht aber, daß zwar jede auf ihre Weise, jedoch immer beide Hemisphären an kognitiven Aktivitäten auf hohem Niveau beteiligt sind und sich in ihrer spezifischen Einzelwirkung aufeinander abstimmen.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Arbeit führt in die Fragestellung ein, wie die zerebrale Hemisphärenforschung dazu beitragen kann, die neuronalen Vorgänge hinter ästhetischen Urteilen zu verstehen.

II. Kurzer Überblick über Aufbau und Funktionsweise des Gehirns: Es werden die biologischen Grundlagen der Gehirnstruktur und die kontralaterale Steuerung von Wahrnehmung und Motorik erläutert.

III. Ausgewählte Experimente zur zerebralen Lateralisierung: Dieses Kapitel stellt methodische Ansätze wie den Einsatz des Tachistoskops vor, um die spezifischen Verarbeitungsweisen der linken und rechten Hemisphäre experimentell zu trennen.

IV. „Spezialgebiete“ der Hemisphären: Hier wird die funktionale Arbeitsteilung analysiert, wobei die analytische Stärke der linken gegen die intuitive/räumliche Stärke der rechten Gehirnhälfte gegenübergestellt wird.

V. Zusammenfassung und Bezug zur Experimentellen Ästhetik: Das Fazit integriert die Erkenntnisse und zeigt auf, dass ästhetisches Empfinden ein komplexes Zusammenspiel beider Hemisphären und deren Ausgleich zwischen innerer und äußerer Asymmetrie darstellt.

VI. Literatur: Auflistung der verwendeten Fachquellen zur Hemisphärenforschung und Ästhetik.

Schlüsselwörter

Zerebrale Lateralisierung, Hemisphärenforschung, Experimentelle Ästhetik, Split-Brain-Forschung, Corpus Callosum, Visuelle Wahrnehmung, Ästhetische Bewertung, Kognition, Bilaterale Integration, Neuropsychologie, Hirnfunktionen, Wahrnehmungsasymmetrie, Kreativität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die funktionale Arbeitsteilung des menschlichen Gehirns und setzt diese in Beziehung zur experimentellen Ästhetik, um zu verstehen, wie das Gehirn Schönheit und ästhetische Qualität bewertet.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die zerebrale Lateralisierung, die Rolle des Corpus Callosum, verschiedene wissenschaftliche Experimente zur hemisphärischen Spezialisierung sowie die neuronalen Bedingungen für ästhetische Wahrnehmung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, durch die Analyse neurobiologischer Erkenntnisse aufzuzeigen, welche Vorgänge im Gehirn den Menschen befähigen, ein ästhetisches Urteil zu fällen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf die Auswertung und Synthese existierender neuropsychologischer Studien und Experimente, insbesondere der Split-Brain-Forschung und tachistoskopischer Untersuchungen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt den anatomischen Aufbau des Gehirns, spezifische Experimente zur lateralisierten Informationsverarbeitung sowie die daraus abgeleiteten Theorien über die komplementäre Arbeitsweise der beiden Hemisphären.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Zerebrale Lateralisierung, Hemisphärenforschung, Ästhetische Bewertung, Split-Brain und Bilaterale Integration charakterisieren.

Inwiefern beeinflusst das Alter die Lateralisierung?

Die Arbeit führt aus, dass eine „Aufweichung“ oder Umkehrung der Lateralisierung im frühen Kindesalter noch möglich ist, während die Ausprägung nach der Pubertät zwar weitestgehend abgeschlossen, aber nicht völlig irreversibel ist.

Warum ist die „Bilaterale Verteilung“ für Künstler wichtig?

Es wird vermutet, dass eine kreative Begabung eng mit einer überlegenen Fähigkeit zur Kommunikation zwischen den Hemisphären zusammenhängt, was ein flexibleres und ganzheitlicheres Denken ermöglicht.

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Details

Title
Zerebrale Lateralisierung und Hemisphärenforschung
College
University of Göttingen  (Institut für Wirtschafts- und Sozialpsychologie)
Grade
1
Author
M.A. Péter Szász (Author)
Publication Year
1998
Pages
13
Catalog Number
V9733
ISBN (eBook)
9783638163569
Language
German
Tags
Zerebrale Lateralisierung Hemisphärenforschung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Péter Szász (Author), 1998, Zerebrale Lateralisierung und Hemisphärenforschung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/9733
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