Welche Bedeutung hat die psychosoziale Beratung in der Sozialen Arbeit?


Hausarbeit, 2020

21 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Psychosoziale Beratung und ihre Wirkungsfaktoren
2.1 Beratungsarten
2.1.1 Personenzentrierte Beratung
2.1.2 Familienberatung mit systemischem Ansatz
2.1.3 Die Kollegiale Beratung
2.2 Beratungsbereiche
2.3 Aufbau der Beratung
2.6 Wirkungsfaktoren der Psychosozialen Beratung

3 Funktionssystemtheorie

4 Einordnung der Sozialen Arbeit
4.1 Soziale Arbeit und der Vergleich zur Beratung und Therapie
4.2 Profession der Sozialen Arbeit

5 Schluss

6 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Die vorliegende Hausarbeit setzt sich mit der Frage auseinander, welche Be­deutung der Psychosozialen Beratung innerhalb der Sozialen Arbeit zukommt. Der Begriff der Beratung wird im Allgemeinen als Information, Aufklärung und Begleitung situiert, wobei das Konzept in vielen Bereichen wie z. B. der Schuld­nerberatung oder Wohnungsberatung stattfindet. Die Beratung in der Sozialen Arbeit kennzeichnet sich außerdem durch Aspekte wie Handlungsmethoden, Haltung zum Klienten, Achtung der Menschenwürde, Gerechtigkeit, Ressour­cenorientierung und Reflexion. Der Klient befindet sich zum Zeitpunkt der Bera­tung in einer persönlichen und sozialen oder psychischen Notlage und benötigt Rat aufgrund von seiner Überforderung im Rahmen der eigenen Alltagsbewälti­gung. Die Psychosoziale Beratung findet somit unter anderem in Krankenhäu­sern sowie in der Schulsozialarbeit und der Kinder- und Jugendhilfe statt, aber auch bei Menschen mit Suchterkrankungen oder z. B. in Altenheimen (vgl. Wäl- te/Lübeck 2018, S. 25).

Die vorliegende Arbeit ist wie folgt aufgebaut: Zunächst wird die Psychosoziale Beratung mit ihren Wirkungsfaktoren im nachfolgenden Kapitel zwei erklärt, wobei anschließend im dritten Kapitel die Theoriebildung erfolgt. Im vierten Ka­pitel werden daraufhin die Zusammenhänge zwischen der psychischen Bera­tung und der Sozialen Arbeit beschrieben. Eine Zusammenfassung wird an­schließend im fünften Kapitel gegeben.

2 Die Psychosoziale Beratung und ihre Wirkungsfaktoren

Psychosozial bedeutet, dass der Mensch und die gesellschaftliche Darstellung in ein Verhältnis zu der psychischen und sozialen Befindlichkeit seiner Lebens­bedingungen und Umwelt gesetzt werden. Der Schwerpunkt der psychosozia­len Perspektive liegt auf den sozialen Belastungsformen des Individuums, in­dem durch die Außenwelt an den Klienten herangetreten wird (vgl. Kietz 2018, S. 147).

Die Grundvoraussetzungen einer erfolgreichen Beratung bestehen im Informie­ren und im Stärken sowie Fördern von Kompetenzen, wobei neue Sichtweisen im Denken und Verhalten freigesetzt und Ressourcen aktiviert werden sollten. Die Beratung stellt hierbei ein freiwilliges Unterstützungsangebot dar, das der gesetzlichen Schweigepflicht unterliegt und zeitlich begrenzt ist. Jeder Mensch kann unabhängig von Statur, Religion, Lebensform, Herkunft oder Alter die Be­ratung mit geringen bürokratischem Aufwand in Anspruch nehmen (vgl. Schödter 2013, S.112).

Durch die Beratung können Probleme gelöst und den Klienten Unterstützung angeboten werden, um Entscheidungen zu finden, Krisen oder Konflikte zu be­wältigen, Einsicht und Wissen zu gewinnen und zu erweitern und Beziehungen zu stabilisieren. Als Auslöser für die Notwendigkeit einer Beratung gelten Schwierigkeiten, die körperlichen, wirtschaftlichen, sozialen oder seelischen Ursprung haben können. Dabei können sich Wünsche, Gefühle und Gedanken an Grundbedürfnissen orientieren. Das Erleben von Körper und Seele und den sozialen Kontakten im Umfeld des Klienten muss in bio-psychosozialen Situati­onen im Kontext der situativen Gegebenheiten betrachtet werden. Hierbei soll­ten die Bedürfnisse des Klienten sowie dessen Wünsche und Ziele mit einge­bracht werden. Insgesamt werden mehrere Beratungsarten unterschieden, wo­bei die Beratung ihren Ursprung in den Professionen der Psychologie, Sozial­pädagogik und Sozialarbeit hat. (vgl. Sonntag/Klare 2014, S. 119 ff.). Einige der Beratungsarten werden im Folgenden vorgestellt.

2.1 Beratungsarten

Zu den unterschiedlichen Beratungsarten gehören unter anderem die Klienten­zentrierte Beratung, die Tiefenpsychologische Beratung, die Verhaltensbera­tung, die Familienberatung mit systemischem Ansatz, die Soziale Beratung und die Personenzentrierte Beratung. Innerhalb der Beratung von Gruppen werden wiederum z. B. die Soziale Gruppe, die Themenzentrierte Interaktion und die Psychodramatische Beratung unterschieden. In den nachfolgenden Abschnitten werden die Personenzentrierte Beratung, die Familienberatung mit systemi­schem Ansatz, die Kollegiale Beratung und die Themenzentrierte Interaktion beschrieben, wobei im Anschluss daran detaillierter auf die Psychosoziale Be­ratung eingegangen wird.

2.1.1 Personenzentrierte Beratung

Die Gesprächsführung in der Personenzentrierten Beratung ist in Bezug auf das Menschenbild und Verständnis an Carl Rogers orientiert. Die Grundhaltung kann durch die Aspekte Kongruenz, Empathie und Wertschätzung des Klienten gekennzeichnet werden. Die Gesprächs- und Fragetechniken werden nach dem Zuhören, Paraphrasieren und Verbalisieren unterschieden: Dabei wird unter ,Zuhören‘ verstanden, dass die Erzählungen der Klienten nicht unterbrochen werden und der Zuspruch anhand von Gesten erfolgt. Dadurch soll der Klient angeregt werden, eigene Gefühle und Einstellungen zu äußern. Im Paraphra­sieren sollen in erster Linie die Aussagen des Klienten wiederholt und Fragen gestellt werden, um das richtige Verstehen des Gesagten zu gewährleisten. Durch das ,Verbalisieren‘ soll der Klient schließlich Gefühle zum Ausdruck brin­gen, die hinter den vorherigen Äußerungen stehen oder der Berater versucht, die Gefühle zu benennen (vgl. Sonntag/Klare 2014, S. 121 f.).

2.1.2 Familienberatung mit systemischem Ansatz

Die Familienberatung mit systemischem Ansatz zielt darauf ab, Krankheiten im Verhalten der Familie in ihrem Beziehungsgefüge mit den sozialen Systemen zu erklären. Die Familie nimmt an den Beratungsgesprächen teil, damit die Kommunikation und die Lebenszusammenhänge verstanden sowie Lösungs­versuche in schwierigen Situationen besprochen werden können. Es geht bei dieser Beratung vorrangig darum, das Verhalten nachzuvollziehen und nicht zu ändern (vgl. Sonntag/Klare 2014, S. 125).

2.1.3 Die Kollegiale Beratung

Durch die Ressourcen der beteiligen Personen und die Erfahrungen und Fach­kenntnisse der Einzelnen kann die Interpretation hinsichtlich der Problemlösung unterstützt werden. Dabei findet eine Reflektion der beruflichen Tätigkeit und der Berufsrolle statt. Die Vorgehensweise der Kollegialen Beratung wird in die Bereiche ,Zuhören‘, ,Nachfragen‘, ,Ursachen analysieren’ und ,Lösungsvor- schläge‘ strukturiert, wobei die jeweiligen Rollen folgendermaßen verteilt sind: Ein Ratsuchender erzählt den Fall, in dem ein Berater die beratende Gruppe berät. Der Ratsuchende erzählt seinen Fall und stellt eine Frage dazu in die Gruppe. Die Gruppe hört zu und macht sich Notizen. Danach können Verständ­nis- und Informationsfragen gestellt werden, ohne dass bereits Interpretationen erfolgen. Anschließend wählt der Ratsuchende oder Berater eine Methode aus, nach der gearbeitet werden soll. Zu diesen Methoden gehören z. B. Brainstor­ming, gute Ratschläge oder das Sammeln von Ideen. Der Fallerzähler hört sich das Ergebnis der Beratung an und nimmt schließlich Stellung dazu (vgl. Tietze 2003, S. 1 ff.).

2.1.4 Themenzentrierte Interaktion in der Pädagogik

Die Themenzentrierte Interaktion stellt eine von Ruth Cohn entwickelte Methode aus der Pädagogik und Therapie dar. In diesem Konzept soll ein pädagogi­sches Verständnis mit ethischem Rahmen heilende Kräften im Menschen und in der Gesellschaft anregen. Insgesamt werden drei Gruppeninteraktionen in Faktoren unterteilt. Dabei beinhaltet das ,Ich‘ als Persönlichkeit alle beteiligten Personen mit ihrer Lebensgeschichte, ihren Bedürfnissen, Gefühlen und Inte­ressen. Das ,Wir‘ steht dagegen für die Beziehungen, die Kommunikation und Interaktionen zwischen den einzelnen ,Ich‘, während sich das ,Es‘ auf das An­liegen, beziehungsweise auf die Aufgabe. Dieses Dreieck wird von der Umge­bung, der Zeit, dem Ort sowie historischen, sozialen und technologischen Ge­gebenheiten umrahmt und bildet ein Global. Das Global kann kann anhand von unterschiedlichen Rahmenbedingungen wie z.B. der räumlichen Situation oder gesellschaftlichen Gegebenheiten bis hin zu politischen Ereignissen charakteri­siert werden. Dabei können die folgenden Aspekte als Einflussfaktoren hervor­gehoben werden:

- Zeitpensum,
- finanzielle Perspektiven,
- das politische, familiäre, berufliche Umfeld mit den dazugehörigen Hierarchien,
- Alter, Geschlecht, Schichtzugehörigkeit,
- die individuelle und universale Biographie (vgl. Galuske 2013, S. 264 ff.).

2.2 Beratungsbereiche

Beratung stellt eine Form der Kommunikation dar, die zwischen dem menschli­chen Miteinander ungeplant und intuitiv im täglichen Leben stattfindet und sich auf drei Bereiche bezieht (vgl. Sonntag/Klare 2014, S. 118):

- Alltagsberatung,
- fachkundige Beratung,
- professionelle Beratung (vgl. Stimmer/Ansen 2016, S. 40).

Die Alltagsberatung besteht hierbei aus in guter Absicht erteilten Ratschlägen, die auf subjektiven Erfahrungen beruhen. Dies ist z. B. der Fall, wenn der Nachbar einer Mutter empfiehlt, dem Kind Kamillentee zur Genesung von ei­nem Husten zu geben (vgl. ebd.).

Die fachkundige Beratung bezieht sich dagegen auf eine fachlich begründete Tätigkeit, wenn z. B. der Arzt seinen Patienten rät, zur Senkung des Blutdrucks weniger zu rauchen (vgl. ebd.).

Die professionelle Beratung spezialisiert sich im Gegensatz dazu darauf, bei unterschiedlichen Problemen und Konflikten zu beraten und zu helfen, wenn diese den Menschen bei der Bewältigung ihrer Alltagssituationen behindern. Die Institutionalisierung erfolgt dabei über staatliche kommunale, konfessionelle und privatwirtschaftlich organisierte Einrichtungen, in denen z. B. Psychologen, Pädagogen und Sozialarbeiter zur Beratung und Hilfe zur Verfügung stehen (vgl. ebd.) Die professionelle Beratung setzt zudem eine ausgewiesene Qualifi­kation und Beratungskompetenz voraus, die in zwei Bereichen benötigt wird (vgl. Sonntag/ Klare 2014, S. 119):

1. Handlungsspezifische Wissensbasis beschreibt das Fachwissen und spezielles Wissen in den jeweiligen Arbeitsfeldern.
2. Die feldunspezifische Kompetenzbasis gehört zu den Grundlagen und Fähigkeiten bei der Einschätzung der individuellen Lebenssituationen sowie den Fähigkeiten zur Reflexion und Evaluation der Arbeit (vgl. Sonntag/Klare 2014, S. 131). In diesen Bereich werden außerdem die fachlichen, sozialen, personalen und methodischen Kompetenz eingeordnet.

- Fachliche Kompetenz beinhaltet das Fachwissen und beratungsrelevante Bereiche und Berufserfahrungen, rechtliche Grundkenntnisse, soziales Grundwissen, Grundlagen im Gesundheitswesen im Arbeitsfeld, die für den Umgang mit dem Klienten von Bedeutung sind (vgl. Sonntag/Klare 2014, S. 132 f.).
- Soziale Kompetenz enthält die Grundlagen der Kommunikation, Teamfähigkeit, professionelle Nähe und Distanz, Kooperationsbereitschaft und einen wertschätzenden Umgang mit Menschen, zu dem auch ein Hineinfühlen in andere Situationen gehört (vgl. ebd.).
- Persönliche Kompetenz bezieht sich auf Aspekte wie Empathie, Selbstreflexion, Selbstmanagement, Flexibilität, Kontaktfähigkeit und Belastbarkeit des Beraters. (vgl. ebd.).
- Methodenkompetenz stellt die Fähigkeit dar, die Problemsituation zu erkennen und Ziele mit Problemlösungsprozessen auf Grundlage der jeweiligen Methoden wie Einzel- und Gruppenarbeit, Netzwerkarbeit, Care- und Case-Management und Kriseninterventionen umzusetzen. Mit den vorhandenen Kommunikations- und Moderationstechniken kann die Gesprächsführung gestaltet und dokumentiert werden (vgl. ebd.).

[...]

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Welche Bedeutung hat die psychosoziale Beratung in der Sozialen Arbeit?
Hochschule
DIPLOMA Fachhochschule Nordhessen; Zentrale
Note
1,3
Autor
Jahr
2020
Seiten
21
Katalognummer
V974050
ISBN (eBook)
9783346319005
ISBN (Buch)
9783346319012
Sprache
Deutsch
Schlagworte
welche, bedeutung, beratung, sozialen, arbeit
Arbeit zitieren
Christina Carstens (Autor), 2020, Welche Bedeutung hat die psychosoziale Beratung in der Sozialen Arbeit?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/974050

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Welche Bedeutung hat die psychosoziale Beratung in der Sozialen Arbeit?



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden