Die Modernisierungs- und Individualisierungstheorie der beruflichen Sozialisation

Anpassungsdruck der Individuen im Beschäftigungssystem


Seminararbeit, 2020

17 Seiten, Note: 1,1


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Gliederung

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2 Modernisierungs- und Individualisierungstheorie nach Ulrich Beck
2.1 Charakteristika der Risikogesellschaft
2.2 Reflexive Modernisierung
2.3. Individualisierung in der Risikogesellschaft

3. Folgen der Modernisierung für den Arbeitsmarkt
3.1 Vom Industrie- zum Wissenszeitalter
3.2 Situation in Deutschland

4. Folgen der Modernisierung für den Arbeitnehmer
4.1 Lebenslanges Lernen
4.2 Negativfolgen des Anpassungsdrucks

5. Diskussion und Kritische Würdigung

6. Ausblick

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 - eigene Darstellung zur Zusammensetzung der Gesellschaft in Anlehnung an Kübler (2009) und Kieser und Walgenbach (2007)

Abbildung 2 - Entwicklung der Lebenserwartung 1950 - 2060, Quelle Statistisches Bundesamt 2019 abgerufen am 29.01.2019 von statista.de

Abbildung 3 - Entwicklung der Burnout Erkrankungen in Deutschland seit 2004, Quelle AOK abgerufen am 29.01.2020 von statista.de

1. Einleitung

Modernisierung und Individualisierung sind Begriffe, die unser tägliches Leben bestimmen. In den Nachrichten bekommen wir ein Bild der Allgegenwärtigkeit von Themen wie „Digitalisierung“ und „T echnologischem Wandel“. Nahezu jeder Bürger ist unmittelbar betroffen vom technischen Fortschritt. Ein Blick in die eigene Tasche genügt meist, um sich der rasanten Entwicklung innerhalb der Kommunikationstechnologie bewusst zu werden. Es ist daher bedeutsam, der Modernisierung und Individualisierung in Deutschland eine gesamtgesellschaftliche Relevanz zuzuschreiben.1

Gesellschaften als soziale Gefüge werden durch das Handeln der in ihnen lebenden Menschen bestimmt (vgl. Kübler, 2009: 21). Aus der Gesellschaft bilden sich sowohl Organisationen als auch Institutionen heraus. Kieser und Walgenbach (2007: 6-7) definieren Organisationen als soziale Gebilde, die dauerhaft ein Ziel verfolgen und eine formale Struktur aufweisen, mit deren Hilfe die Aktivitäten der Mitglieder auf das verfolgte Ziel ausgerichtet werden. Die Institution wird nach Erlei, Leschke und Sauerland (2007: 22 ff) als ein System von Verträgen oder Regeln, jeweils inklusive ihrer Durchsetzungsmechanismen, definiert. Hierdurch kann das Verhalten von Individuen kanalisiert werden kann. Es lässt sich also zusammenfassen, dass gesellschaftliches Leben durch das Handeln der in ihr lebenden Individuen bestimmt wird. Dieses hängt von informellen oder formellen Vorgaben und Zielen ab (Institutionen) die wiederum erreicht werden, indem sich Strukturen und soziale Gebilde entwickeln, deren Aufgaben auf die gemeinsame Zielerreichung ausgerichtet sind (Organisationen).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 – eigene Darstellung zur Zusammensetzung der Gesellschaft in Anlehnung an Kübler (2009) und Kieser und Walgenbach (2007)

Modernisierung im gesellschaftlichen Kontext kann dabei auf Chancen hindeuten. Wir haben der Modernisierung den hohen Lebensstandard zu verdanken, der für die Mehrheit der deutschen Bevölkerung mittlerweile Normalität bedeutet. Busch und Land (2013: 6) zeigen anhand der sieben Konjunkturzyklen von 1950 bis 2009 die mittlerweile als „Wirtschaftswunder“ in die Geschichte eingegangene positive Entwicklung Deutschlands nach dem zweiten Weltkrieg. Dem hohen Forschungsstandard und der guten Krankenversorgung verdanken wir den Anstieg der Lebenserwartung von 66,5 Jahren im Jahr 1950 auf 80,50 Jahren im Jahr 2015 und voraussichtlich 85,60 Jahren im Jahr 2050.2

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2 - Entwicklung der Lebenserwartung 1950 - 2060, Quelle Statistisches Bundesamt 2019 abgerufen am 29.01.2019 von statista.de

Für zahlreiche Menschen geht mit der Modernisierung auch eine große Unsicherheit einher. Täglich sind die Zeitungen gefüllt mit Schlagzeilen über drohende Arbeitsplatzverluste, die in der Digitalisierung begründet liegen. Neben Einzelnen Berufsgruppen können aber auch ganze Regionen von einem Strukturwandel betroffen sein. Dies wird aktuell bei dem Braunkohleausstieg der Lausitz sehr gut erkennbar.3

Folglich entsteht der Eindruck, dass ein Beruf, der im jungen Alter gewählt wird, bereits wenige Jahre später keine Rolle mehr auf dem Arbeitsmarkt spielt. Um am Beispiel des Braunkohleausstieges zu bleiben, sollte vielmehr seitens der Individuen im Beschäftigungssystem4 eine lebenslange Anpassung an den Arbeitsmarkt erfolgen. Weiterhin wird an diesem Beispiel der institutionelle Einfluss auf die Selbstbestimmung von Individuen sehr stark erkennbar.

In seiner Modernisierungs- und Individualisierungstheorie beschrieb der Soziologe Ulrich Beck den schrittweisen Zusammenhang von Modernisierung, einer modernen Gesellschaft und der Individualisierung der Sozialisationssubjekte.

In der folgenden Arbeit soll aufbauend auf Becks Theorie der Frage nachgegangen werden, ob Modernisierung beziehungsweise eine moderne Gesellschaft mit einem steigenden Anpassungsdruck an Arbeitnehmer einhergeht. Anhand empirischer Belege soll weiterhin geprüft werden, welche Indikatoren für einen steigenden Anpassungsdruck für Arbeitnehmer sprechen könnten. Ist die Entfaltung der Persönlichkeit durch ein eventuelles Diktat des Arbeitsmarktes sogar gefährdet? Abschließend soll ein Ausblick auf aktuelle Entwicklungen und Trends, sowohl auf Arbeitnehmer- als auch Arbeitgeberseite gegeben werden, anhand derer die Relevanz der Thematik ersichtlich wird.

2. Modernisierungs- und Individualisierungstheorie nach Ulrich Beck

2.1 Charakteristika der Risikogesellschaft

Während die Soziologie in Deutschland in der Nachkriegszeit primär mit der Aufarbeitung des Nationalsozialismus beschäftigt war, veränderte sich die Gesellschaft sukzessive. „Wurden im 19. Jahrhundert ständische Privilegien und religiöse Weltbilder, so werden heute das Wissenschafts- und Technikverständnis der klassischen Industriegesellschaft entzaubert...“ (Beck, 2015: 14). Ulrich Beck erkannte den Zusammenhang zwischen Modernisierung, Globalisierung und den damit in Verbindung stehenden Nebenfolgen für die Gesellschaft und entwickelte über drei Jahrzehnte seine milieudeterministische Modernisierungs- und Individualisierungstheorie der Sozialisation.5 Beck sah die Herausbildung einer neuen, post­industriellen Gesellschaft, der sogenannten Risikogesellschaft (Beck, 2015: 12 ff). Ein zentrales Merkmal der Risikogesellschaft ist das Vorhandensein ökologischer, gesamtgesellschaftlicher Faktoren als Nebenfolge von Modernisierung (Beck, 2015: 52-53). Diese stellen ein latentes Risiko dar, dessen Prävention insbesondere für Institutionen eine immer größer werdende Bedeutung einnimmt, getreu der Weisheit: „Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen“.6 Mit der Globalisierung steigt auch die Reichweite der Risiken bis auf eine globale Ebene.7 Der Ungleichdebatte als zentraler Gegenstand der klassischen Soziologie kommt in der Risikogesellschaf daher nur eine zweitrangiger Bedeutung zu. Am Beispiel eines Reaktorunglücks als Nebenfolge von moderner Atomkraft verdeutlicht sich die These. Es sind gleichwohl Arm und Reich, Mann und Frau, homosexuelle und heterosexuelle Individuen betroffen.

2.2 Reflexive Modernisierung

Aufbauend auf seinem Gesellschaftsbegriff befasste sich Beck in den 80er und 90er Jahren insbesondere mit der Charakterisierung von Modernisierungsprozessen und den Folgen für die Sozialisationssubjekte. Innerhalb der Soziologie gab es bis dato noch keine allgemein anerkannte Definition des Modernisierungsbegriffes. Modernisierung wurde gemeinhin zwar als Paradigmenwechsel verstanden, jedoch gingen die Ansichten in Art und Weise sehr weit auseinander. Im ersten Schritt traf Beck daher folgende Grundannahmen einfacher Modernisierungssoziologie als Konsens der bisherigen Soziologie (Beck, Giddens, Lash 1996: 40-42):

1. Lebenslagen und Lebensverläufe sind in Klassen sozial organisiert
2. Die Auflösung der traditionellen Ordnung vollzieht sich als revolutionärer Prozess
3. Diese Teilsysteme geraten unter die Herrschaft der Eigengesetzlichkeiten „.das Bewegungsgesetz der einfachen Moderne ist ein vielgestaltiger Rationalisierungsprozess.“ (Beck, Giddens, Lash 1996: 42).

In der Theorie der reflexiven Modernisierung löst Beck (Beck, Giddens, Lash 1996: 45) das Konzept sozialer Klassen, auf der Basis von kulturellen Voraussetzungen, auf. Abgelöst wird dieses durch Formen der Individualisierung von sozialen Ungleichheiten. Es lässt sich nicht länger von der Stellung im Arbeitsprozess auf die Lebensform, den Lebensstil und die Lebenslage der jeweiligen Person schließen (Beck, Giddens, Lash 1996: 46). Insbesondere die Interessen der Individuen sind nicht zwangsläufig an soziale Klassen gebunden. Eine weitere Abgrenzung der reflexiven Modernisierung zur einfachen Modernisierung ist die Annahme, dass bereits aus der Differenzierung von Lösungsansätzen fundamentale Folgeprobleme entstehen können. Laut Beck liegt jeder Zielformulierung ein subjektives Verständnis zugrunde, wonach eine rein rationale Entscheidung innerhalb einer Gesellschaft nicht möglich ist. Es schwingt in jeder Strategie eine persönliche Wertung über gut oder schlecht, richtig oder falsch, nützlich oder unnütz mit. Somit kann die Differenzierung selbst zum gesellschaftlichen Problem werden, welches nicht durch weitere Differenzierung gelöst werden kann (Beck, Giddens, Lash 1996: 46 ff.). Auch lehnt Beck eine Modernisierung ausschließlich auf Basis revolutionärer Prozesse ab und führt an: „Die Größe von Problemen, z.B. die ökologische Krise, ist allein noch kein Argument für einen Systemwandel“ (Beck, Giddens, Lash 1996: 49). So kann eine Konsolidierung von staatlichen Ordnungen bzw. Institutionen auch im Zeitverlauf durch Erosion und Neubildung von Strukturen erfolgen.

Einigkeit innerhalb der modernen Lebenslaufsoziologie besteht indes darin, dass früher die Rolle von Individuen als Subjekt der Sozialisation klar definiert und Biografien vorausbestimmt waren (Kohli 1985: 1 ff., Sackmann 2007: 129 ff.). Heutzutage kommt dem Sozialisationssubjekt in der Risikogesellschaft, also innerhalb der reflexiven Modernisierung, scheinbar eher die Rolle des Trägers der Modernisierung zu. „Das Individuum muß selbst mit der Ungewißheit der globalen Welt zurechtkommen“ (Beck 2007: 67). Am Beispiel des Grundgesetzes wird erkennbar, dass die Institutionen die Selbstbestimmung und Identitätsentfaltung von Bürgerinnen und Bürgern innerhalb unserer Gesellschaft stärken und so einen Teil der Verantwortung in die Hände der Individuen legen.

2.3. Individualisierung in der Risikogesellschaft

Anhand der vorangegangenen Kapitel8 wird schnell erkennbar, dass in Becks Theorie der reflexiven Modernisierung und der Charakterisierung der Risikogesellschaft, die Individualisierung der Gesellschaft implizit einhergeht. Als Folge der häufigen Missinterpretation des Individualisierungsbegriffs innerhalb der Theorie, trennte Beck die Begriffe Individualisierung und Identität. Während Individualisierung für die Lebenslage des Sozialisationssubjektes steht und damit sowohl objektiv als auch für Dritte sichtbar ist, beschreibt die Identität das subjektive Innenwesen eines Sozialisationssubjektes und äußert sich nicht explizit nach außen (Beck 1986: 207).

Die Individualisierung äußert sich dabei innerhalb dreier Dimensionen, der Freisetzungsdimension, der Entzauberungsdimension und der Kontroll- bzw. Reintegrationsnorm. Bei der Freisetzungsdimension steht das Herauslösen der Individuen innerhalb des Modernisierungsprozesses aus historisch vorgegebenen Sozialformen, wie Klassen und Ständen, im Vordergrund. Diese Dimension kann durch revolutionäre Prozesse gekennzeichnet werden, die in der reflexiven Modernisierung jedoch keine Bedingung darstellen. Innerhalb der Entzauberungsdimension kommt es anschließend zum Verlust von altbekannten Sicherheiten, zum Beispiel Leitbildern aber auch Arbeitsplätzen. An dieser Stelle wird für die Individuen auch erstmals der Anpassungsdruck an die neuen Umstände spürbar. Der Verlust von Arbeitsplätzen kann weitreichende und irreparable Nebenfolgen mit sich bringen. Die Kontroll- bzw. Reintegrationsnorm stellt die letzte Individualisierungsdimension dar und ist durch die Konsolidierung der staatlichen Ordnung geprägt. In dieser Phase stellen sich die Weichen für zahlreiche Individuen. Insbesondere wird die Frage beantwortet, ob ein Leben unter ähnlichen Bedingungen weiterhin möglich ist oder weitreichendere Anpassungen wie Umschulungen notwendig sind, um den Lebensunterhalt künftig zu sichern. In dieser Phase wird der besonders hohe Anpassungscharakter an die Sozialisationssubjekte sehr gut deutlich (Beck 1986: 209 ff.).

3. Folgen der Modernisierung für den Arbeitsmarkt

3.1 Vom Industrie- zum Wissenszeitalter

Während in Becks Theorie schon häufiger auf die Charakteristik des Industriezeitalters eingegangen wurde, möchte ich mich im folgenden Kapitel eingehender mit dem Weg zum Informations- und Wissenszeitalter9 beschäftigen. Wie kam es zu einer Ablösung des Industriezeitalters und warum?

Der Begriff Industrie 4.0 verrät, dass es bis zum heutigen Stand bereits drei technologische Revolutionen gab. Die erste Revolution brachte den Schritt vom Manufakturzeitalter hin zur mechanischen Arbeit und hatte damit die Ablösung der landwirtschaftlichen Arbeit, die Abwanderung vom Land in die Städte und die Ablösung der Stände zur Folge. Die zweite technologische Revolution, geprägt vom Fordismus10, brachte der Gesellschaft die Fließbandarbeit und damit die Arbeitsorganisation. Dies hatte zur Folge, dass Fahrzeuge nun wesentlich erschwinglicher und erstmals Mobilität massentauglich wurde. Durch die größere Reichweite der Mobilität, erweiterten sich die Grenzen und Zielgruppen des Handels. Es entstand die Konsumgesellschaft. Der zweite Weltkrieg hatte einen entscheidenden Anteil an dem technologischen Sprung, der mit der Einführung von Mikroprozessoren und damit Computern in den 70er Jahren Einzug hielt. Diese dritte technologische Revolution führte uns ins Dienstleistungszeitalter, von dem die heutige Gesellschaft geprägt und in dem die Mehrzahl der heute lebenden Individuen sozialisiert wurde (vgl. Kretschmer, 2020).11 Mit der Jahrtausendwende lösten sich durch den Fortschritt der mobilen Telefonie endgültig regionale und nationale Grenzen der Kommunikation auf. Die vierte industrielle Revolution hatte die Kommunikation in Echtzeit über den gesamten Globus einschließlich der Verteilung sämtlicher Informationen zur Folge und begründeten damit das Informations- und Wissenszeitalter.

3.2 Situation in Deutschland

Made in Germany - steht noch immer als eine Auszeichnung für deutsche Ingenieurskunst. Es lässt sich nicht bestreiten, dass Deutschland eines der Länder war, die das Industriezeitalters und auch das Dienstleistungszeitalter am meisten geprägt hat. Verfolgt man aktuell die Medien, könnte der Eindruck gewonnen werden, Deutschland habe den Sprung ins Informations- und Wissenszeitalter verpasst. Deutsche Ingenieure wandern lieber zur Konkurrenz nach China ab, um dort an alternativen Antrieben zu arbeiten.12 Deutsche Informatiker gründen lieber in den Vereinigten Staaten Start-Ups, da in Deutschland die Anzahl der Investoren, aber auch die Höhe der Förderungen im direkten Vergleich verschwindend gering ist.13 Sabine Stengel (2020: 151 ff.) begründet die Situation in Deutschland darin, dass die Digitalisierung eine junge technische Erfindung ist, mit der wir Deutschen noch keine wirkliche Erfahrung haben.14 Außerdem gibt es nicht den einheitlichen Begriff der Digitalisierung und die öffentliche Wahrnehmung ist sehr ambivalent. Während in den Vereinigten Staaten und Großbritannien bereits seit Beginn der 80er Jahre am Internet in seiner heutigen Form entwickelt wurde15, hieß das Erfolgsrezept der Deutschen Wirtschaft in dieser Zeit noch Industrie und Fertigung (Exportweltmeister). Die Situation in Deutschland lässt sich mit einem Blick auf die demographischen Daten erklären. Der prozentuale Anteil der Jahrgänge 1930 bis 1970 an der Gesamtbevölkerung liegt bei knapp 44%.16 Das bedeutet, dass ein großer Teil unserer Gesellschaft aus Individuen besteht, die ihrer Erwerbstätigkeit in der Blütezeit der deutschen Wirtschaft nachgingen, politische Entscheider eingeschlossen. Insbesondere in deren Wahrnehmung vollzieht sich mit der Digitalisierung eine dramatische Veränderung. Angela Merkels Zitat aus dem Jahr 2013.: „Das Internet ist Neuland für uns alle“ unterstreicht diese Wahrnehmung und spaltete das gesamte Land. Nicht leugnen lässt sich dabei aber die Herausforderung für den Arbeitsmarkt, den der Strukturwandel mit sich bringt. Bornewasser und Zülch (2013: 32) sehen beispielsweise in Zeitarbeit eine Lösungsstrategie für Unternehmen, um auf die Kapazitätsschwankungen zu reagieren. Ebenso sehen sie aber auch das große Missbrauchspotential. Daten vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB) zufolge, ist im Bundesschnitt jeder vierte Arbeitsplatz von der Digitalisierung bedroht (IAB-Stellungnahme 11|2019: 10).

4. Folgen der Modernisierung für den Arbeitnehmer

4.1 Lebenslanges Lernen

Wo das vergangene Kapitel endet, beginnt die allesentscheidende Frage auf Seite der Arbeitnehmer nach einer Strategie, um den Jobverlust zu vermeiden. Wir haben festgestellt, dass die Herausforderungen an den Beruf in einer immer komplexeren Umwelt wachsen. Durch Globalisierung steht jeder Arbeitnehmer auch mit Individuen über die nationalen Grenzen hinaus im Wettbewerb. Alleine die Wichtigkeit einer Fremdsprache neben der Muttersprache zeigt, wie wertvoll Wissen als eine dem Individuum eigene Ressource ist. Die steigenden Studierendenzahlen um fast 50% innerhalb der vergangenen 20 Jahre17 und zahlreiche Reformen des Bundesausbildungsförderungsgesetz verdeutlichen, dass die Wichtigkeit von Wissen in der heutigen Gesellschaft bei den Individuen und Institutionen angekommen ist.

Wie bereits Beck in der Charakterisierung der Risikogesellschaft anführt, ist die Prävention von Risiken durch die Institutionen ein zentraler Bestandteil, um das Überleben in einer modernen Gesellschaft zu gewährleisten.18 Dort wo Institutionen versagen Risiken zu antizipieren und nicht reagieren, liegt es am selbstbestimmten Individuum dies zu tun und Maßnahmen zu ergreifen. Erst langsam beginnt das Nachrüsten von Schulen für den digital gestützten Unterricht. Mit diesen Investitionen (in die Zukunft) können die heute im Berufsleben Stehenden nicht erreicht werden. Als Lösungsansatz wird häufig das Konzept des Lebenslangen Lernens genannt. Innerhalb der Wissenschaften, insbesondere im Bereich der Erwachsenenbildung, gehen die Definitionen stark auseinander (Münk und Walther 2017: 2 ff., Dellori 2016: 21). Das Verständnis im öffentlichen Diskurs schreibt dem Lebenslangen Lernen eher die Bedeutung einer Methode des Wissenserwerbs durch alle Lebenslagen hinweg zu. Dabei besteht das Ziel vor allem in einer kontinuierlichen Handlungsfähigkeit innerhalb der modernen Gesellschaft und entsprechend der Anforderungen des Arbeitsmarktes. Einigkeit besteht darüber hinaus in der Frage, dass eine bildungsprogrammatische Lösung für Strukturwandel, Modernisierung und Globalisierung dringend gebraucht wird Fürstenberg 1995: 23). Durch die breite Debatte um das Lebenslange Lernen, ging zumindest eine Legitimation des informellen Lernens einher, welches bereits weitgehender erforscht wurde und bereits positive empirische Befunde aufweisen kann19. Nicht abschließend kann jedoch die Frage beantwortet werden, ob das Lebenslanges Lernen die Medizin für die steigende Komplexität im Berufsleben ist. Der Begriff ist schlichtweg zu weit gefasst.

4.2 Negativfolgen des Anpassungsdrucks

„Arbeit und Beruf sind nicht nur eindeutige Richtpunkte für Biografien und Lebenslauf, viele Individuen sehen in Arbeit einen wesentlichen Lebensinhalt. (Sackmann 2007: 129). Erlinghagen und Knuth (2004: 23-28) zeigten in Ihrer Forschung, dass in den Jahren 1975­1995 ca. 57 % der Arbeitnehmer noch über 5 Jahre in einem Betrieb beschäftig waren. Auf dieser Grundlage erweiterten Struck et.al (2006: 87 ff.) die Analyse um nur 5 Jahre bis ins Jahr 2000. Als Ergebnis zeigte sich ein Rückgang der Beschäftigungsdauer von über 5 Jahren in einem Betrieb um 10% auf nur noch 47%. Innerhalb kürzester Zeit war ein Anstieg der Fluktuation erkennbar.

Wenn Arbeit als identitätsstiftender Bestandteil des Lebens nun also aufgrund der Dynamik des Arbeitsmarktes an Aussagekraft verliert, können die Folgen für Individuen und die gesamte Gesellschaft sehr schwerwiegend sein. Aus Befragungen der Arbeiter im Braunkohlerevier Lausitz durch Candeias et. al. (2019: 48 ff.) geht stark die Identifizierung der gesamten Region mit der Braunkohle einher. Ein Ausstieg bedeutet den Wegfall einer festen Bezugsgröße und Wertenorm, Unsicherheit, eine mehrheitlich negative Einstellung gegenüber der aktuellen Klimapolitik und die steigende Gefahr psychischer Erkrankungen. Innerhalb der Arbeit wurden bereits die hohen Anforderungen der Modernisierung für die Individuen kontrastiert. Bildungsprogrammatische Lösungsansätze wie das Lebenslange Lernen oder die Forderung der Bundesagentur für Arbeit nach Beschäftigungsfähigkeit20 erhöhen einseitig den Druck auf Seiten der Individuen. Während in der Vergangenheit die Optimierung insbesondere durch technische Innovationen und mechanische Prozesse erfolgte, geht es in der Wissensgesellschaft eher um die Optimierung des Menschen und das optimale Management von Ressourcen auf Seiten der Arbeitnehmer (Zeitmanagement, Wissensmanagement, Lebenslanges Lernen). Dazu schreiben Bornewasser und Zülich (2013: 32) sehr treffend:

In der Produktionswirtschaft wird davon ausgegangen, dass Steigerungen des Angebots über drei Parameter gesteuert werden können: über die Zeit, die Menge und die Intensität, mit der Produktionsarbeit durch Menschen und Maschinen im soziotechnischen Verbund geleistet wird. Dabei lassen sich Maschinen leichter umstellen als Menschen: Man kann Maschinenzeiten verlängern, man kann eine weitere Maschine einschalten und man kann die Drehzahl erhöhen. Bei Menschen fällt dies schwerer: Längere Arbeitszeiten bedeuten höhere Belastungen, zahlenmäßig mehr Arbeitskräfte schaffen eventuell soziale Spannungen und eine Steigerung der individuellen Arbeitsintensität ist lediglich über einen veränderten Arbeitswillen möglich, der nur schwer zu beeinflussen ist.

Folglich ist es nicht verwunderlich, dass mit Beginn des Jahrtausends der Begriff des „Burn- Out-Syndroms“ Einzug in unserer Gesellschaft fand. Burnout als Folge chronischen Stresses, wird nach Shirom (2003) als kontinuierliche Erschöpfung der physischen, emotionalen und kognitiven Ressourcen einer Person aufgrund andauernden Stresses definiert. Dieser führt zu physischer Mattigkeit, emotionaler Erschöpfung und kognitiver Ermüdung. Wekenborg et. al. (2018) zeigen neben den Erschöpfungserscheinungen auch langfristig negative Folgen für das Herz-Kreislauf-System. Bedenklich ist daher auch die Entwicklung der in Deutschland bekannten Fälle. Aus einer Statistik der Krankenkasse AOK geht hervor, dass sich der Anteil der Burnout-Erkrankungen seit 2004 fast versechsfacht hat. (je 1.000 AOK-Mitglieder)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3 – Entwicklung der Burnout Erkrankungen in Deutschland seit 2004, Quelle AOK abgerufen am 29.01.2020 von statista.de

Betrachtet man die Negativfolgen der komplexeren Arbeitslandschaft, wird hier noch einmal deutlich wie wichtig Becks Trennung der Begriffe Individualität und Individualisierung21 ist.

Es zeigt sich anhand der empirischen Befunde, dass die komplexere Arbeitsumwelt zwangsläufig zum Anstieg der Individualisierung führt. Die Lebenslage der Arbeitnehmer in Deutschland wird zunehmend komplexer und die Anforderungen an diese höher. Es liegt also in der Eigenverantwortung der Individuen in einer modernen Gesellschaft, Risiken bezüglich der Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt zu antizipieren und sich durch Handlungsempfehlungen, wie dem Lebenslangen Lernen, möglichst von der wachsenden Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt hervorzuheben. Fraglich bleibt hierbei die Vereinbarkeit von steigender Individualisierung und der freien Entfaltung der eigenen Persönlichkeit, das heißt der Identität. Hierbei wird verdeutlicht, warum es Ulrich Beck so wichtig war die Begriffe zu trennen. Während ein Anstieg der Individualisierung belegt werden kann, kann eine damit einhergehende Zu- oder Abnahme der eigenen Persönlichkeitsentfaltung nur vermutet werden. Fehlende empirische Befunde, erschweren eine abschließende Beantwortung der Frage.

5. Diskussion und Kritische Würdigung

Ich habe in dieser Hausarbeit nach den Folgen der Modernisierung für die Individuen im Beschäftigungssystems gefragt. Auf der Grundlage von Becks Modernisierungs- und Individualisierungstheorie22, ging ich der Frage nach, ob mit Modernisierung ein höherer Anpassungsdruck der Individuen im Beschäftigungssystem einhergeht. Ich begann zunächst die historische Entwicklung zu unserer heutigen Informations- und Wissensgesellschaft zu kontrastieren. Dabei viel der Wegfall der vorherbestimmten Biografie und der zunehmenden Inkonstanz von Lebensläufen auf. Mithilfe von Sackmann (2007) zeigte ich auf, dass der Wegfall des Lebenslaufes als identitätsstiftendes Konstrukt eine Zunahme der Unsicherheit seitens der Individuen bedeutet. Mit Hilfe der Statistiken zur abnehmenden Beschäftigungsdauer in Unternehmen, der von der Digitalisierung bedrohten Arbeitsplätze und der steigenden Anzahl an Burnout Erkrankten Individuen, konnte ich einen hohen Anpassungsdruck der Individuen im Beschäftigungssystem belegen und auch auf Negativfolgen eingehen. Zusätzlich bezog ich die Studie von Candejas et. al (2019) in meine Hausarbeit ein, um die getroffen Annahmen zu Negativfolgen des Strukturwandels einer ganzen Region zu belegen. Dabei wurde zugleich die Frage nach den Indikatoren für Anpassungsdruck beantwortet (durch Digitalisierung bedrohte Arbeitsplätze, durchschnittliche Beschäftigungsdauer in Unternehmen, Anzahl Burnout).

Abschließend beantwortete ich die Frage, ob innerhalb unserer modernen Gesellschaft, die Entfaltung der Persönlichkeit von Individuen im Beschäftigungssystem gefährdet ist. Als klares Argument gegen diese Behauptung, kann die Einführung des Grundgesetzes im Jahre 1949 gesehen werden (insbesondere Art. 2 GG). Dieses stattet erstmals Individuen mit Rechten gegenüber dem Staat selbst aus. Auch das 2017 verabschiedete Gesetz zur Einführung des Rechts auf Eheschließung für Personen gleichen Geschlechts spricht dafür, dass eine Entfaltung der Persönlichkeit als hohes Gut von institutioneller Seite geschützt werden soll. Dagegen spricht, dass innerhalb des Informations- und Wissenszeitalters der Alltag, einschließlich der Erwerbsarbeit immer komplexer und unsicherer wird. Als Beispiel, ging ich innerhalb der vorliegenden Arbeit, auf die steigenden Relevanz des Lebenslangen Lernens als Sicherung der Beschäftigungsfähigkeit ein. Wann also bleibt dem Individuum im modernen Beschäftigungssystem noch Zeit, um den persönlichen Interessen nachzugehen, wenn informelles Lernen zum Alltag gehören sollte? Eine eindeutige Beantwortung dieser Frage ist im Rahmen der Hausarbeit nicht abschließend möglich.

6. Ausblick

Nachdem in der vorliegen Arbeit überwiegend auf den Einfluss der Modernisierung auf Individuen im Beschäftigungssystem eingegangen wurde, könnten weitere Arbeiten auf die Schutzmechanismen von Individuen gegen die steigende Komplexität im Alltag eingehen. Ein wahrnehmbar steigendes Gesundheitsbewusstsein (Vegetarismus, Veganismus, Yoga, Meditation) könnten Ansatzpunkte sein.

Weiterhin empfiehlt sich eine nähere Betrachtung der Arbeitgeberseite, welche einen erheblichen Einfluss auf die berufliche Sozialisation der Individuen hat. Auch hier entwickeln sich wahrnehmbare Trends, die auf eine arbeitgeberseitige Prävention von psychischen Erkrankungen von Arbeitnehmern hindeuten (Achtsamkeit, Betriebspsychologen).

Die vierte industrielle Revolution hat erst begonnen und schon sind die Folgen innerhalb der Gesellschaft stark spürbar. Während bei den vergangenen technischen Revolutionen die Maschinen effizienter und moderner wurden, sind nun wir Menschen an der Reihe uns zu optimieren. Eine wesentliche Limitation für aktuelle Forschungen ist das Fehlen von Längsschnittdaten. Am Beispiel der Dresdner Burnout Studie wird hier der bisherige Mangel an weitreichenden und Lebensphasen-begleitenden Studien erkennbar.

Umso spannender werden die kommenden Jahre und Jahrzehnte für die Sozialisationsforschung, denn mit jedem weiteren Jahr steigt die Aussagekraft der Daten.

Die Zukunft wird zeigen, welche Rolle die Individuen im Beschäftigungssystem bei dem technischen Fortschritt spielen werden. Ist uns durch höhere Produktivität die 20-Stunden- Woche und das bedingungslose Grundeinkommen vergönnt oder bleibt die 40-Stunden- Woche bestehen, allerdings nur für diejenigen, die den steigenden Anforderungen des Arbeitsmarktes entsprechen?

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Wekenborg, Magdalena Katharina; Hill, LaBarron K.; Miller, Robert; Stalder, Tobias; Thayer, Julian Francis; Sophie Penz, Marlene; Kirschbaum, Clemens (2018): Reduced self­regulation mirrors the distorting effects of burnout symptomatology on task difficulty perception during an inhibition task. In: Stress (Amsterdam, Netherlands), S. 1-9. DOI: 10.1080/10253890.2018.1479393.

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1 In der gesamten Arbeit wird Bezug auf die Bevölkerung Deutschlands genommen

2 Siehe Abbildung 1

3 Ausführliche Studie zum Kohleausstieg: Mario Candeias, Martina Greib, Christine Wörlen, Fabian Richter, Rainald Ötsch, Uwe Witt, Axel Troost, Matthias Knuth, Sophie Bose, Klaus Dörre, Jakob Köster, John Lütten, Nelson Dörre, Armin Szauer, Birgit Beese, Bernd Röttger (2019): Nach der Kohle - Alternativen für einen Strukturwandel in der Lausitz, Rosa-Luxemburg-Stiftung, Berlin, 1. Auflage, ISSN 2194-2242

4 Fortan als Arbeitnehmer bezeichnet

5 Vor allem die Wechselwirkung von gesellschaftlicher Veränderung und Individualisierung, gepaart mit dem Bild der modernen Gesellschaft als „Risikogesellschaft“ brachte Ulrich Beck sehr viel Anerkennung.

6 Murphy's law ist eine auf den US-amerikanischen Ingenieur Edward A. Murphy jr. zurückgehende Lebensweisheit, über das Fehlverhalten von Personen oder Systemen.

7 Siehe globale Ausbreitung des Corona-Virus durch moderne Luftfahrt.

8 Kapitel 2.1 zur Charakteristik der Risikogesellschaft und Kapitel 2.2 zur reflexiven Modernisierung

9 Beck spricht in seiner Theorie häufig von Post-Industriezeitalter

10 Benannt nach dem Automobilhersteller und Begründer der Fließbandarbeit Henry Ford

11 Kretschmer I. (2020) Digitalisierung aller Lebensbereiche. In: Ternès von Hattburg A. (eds) Digitalisierung als Chancengeber. Springer Gabler, Wiesbaden

12 Mehrere Ingenieure der i-Sparte von BMW - Quelle Spiegel 21.04.2016

13 Beispiele für erfolgreiche US-Amerikanische IT-Startups mit deutschen Gründern sind Oscar, Mesosphere, Datameer, Hyper, LinkedIn, GoButler, Refinery29, Shopify

14 Stengel S. (2020) The winner takes it all?. In: Ternès von Hattburg A. (eds) Digitalisierung als Chancengeber. Springer Gabler, Wiesbaden

15 Siehe Forschungen von Ray Kurzweil und Tim Berners Lee

16 Abfrage Statistisches Bundesamt (destatis.de) am 31.01.2020

17 Statistisches Bundesamt veröffentlicht 13.12.2019

18 Siehe Kapitel 2.1

19 Neuber, Nils; Breuer, Meike; Derecik, Ahmet; Golenia, Marion; Wienkamp, Florian (2010): Kompetenzerwerb im Sportverein. Empirische Studie zum informellen Lernen im Jugendalter. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften / GWV Fachverlage, Wiesbaden.

20 Entlehnung vom Englischen Employability

21 Siehe Kapitel 2.3

22 Siehe Kapitel 2.1-2.3

17 von 17 Seiten

Details

Titel
Die Modernisierungs- und Individualisierungstheorie der beruflichen Sozialisation
Untertitel
Anpassungsdruck der Individuen im Beschäftigungssystem
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Veranstaltung
Grundlagen empirischer wirtschaftspädagogischer Forschung
Note
1,1
Autor
Jahr
2020
Seiten
17
Katalognummer
V974076
ISBN (Buch)
9783346319432
Sprache
Deutsch
Schlagworte
berufliche Sozialisation, Individualisierungstheorie, Modernisierungstheorie, Risikogesellschaft, Wandel, ulrich beck
Arbeit zitieren
Daniel Richter (Autor), 2020, Die Modernisierungs- und Individualisierungstheorie der beruflichen Sozialisation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/974076

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