Generation Smartphone. Ursachen und Auswirkungen von Cybermobbing in den sozialen Medien


Bachelorarbeit, 2020

46 Seiten, Note: 2,1


Leseprobe

II. Inhaltsverzeichnis

II. Inhaltsverzeichnis

III. Abkürzungsverzeichnis

1. Problemstellung

2. Definition Generation Smartphone

3. Definition soziale Medien

4. Bevorzugte Netzwerke von Jugendlichen
4.1. WhatsApp
4.2. Instagram
4.3. Snapchat
4.4. Facebook
4.5. TikTok
4.6. YouTube
4.7. Weitere

5. Definition Mobbing und Cybermobbing
5.1. Mobbing
5.2. Cybermobbing

6. Formen von Cybermobbing

7. Soziale Medien als Austragungsort für Cybermobbing
7.1. Gründe der Jugendlichen für die Nutzung sozialer Netzwerke
7.2. Bedeutung von Online-Freundschaften

8. Ursachen für Cybermobbing

9. Motive für Cybermobbing

10. Folgen von Cybermobbing
10.1. Folgen von Cybermobbing für die Täter
10.2. Folgen von Cybermobbing für die Opfer
10.3. Suizid als Folge von Cybermobbing

11. Strafrechtliche Aspekte des Cybermobbings

12. Die Profession der Schulsozialarbeit

13. Prävention gegen Cybermobbing
13.1. Definition Prävention
13.2. Cybermobbing Prävention an Schulen
13.3. Präventionsprogramme
13.3.1. „Surf-Fair“ Programm
13.3.2. „Medienhelden“ Programm
13.3.3. Weitre Präventionsprogramme
13.3. Fazit zu Prävention

14. Interventionen gegen Cybermobbing
14.1. Definition Intervention
14.2. Interventionsmaßnahmen aus Sicht der Jugendlichen
14.3. Interventionsstrategien an Schulen
14.4. Fazit zu Interventionen

15. Fazit und Ausblick

IV Literaturverzeichnis

Zusammenfassung

Die digitale Vernetzung rückt immer weiter in den Vordergrund. Die heutigen Jugendlichen sind mit dem Smartphone aufgewachsen. Als Jugendlicher ein Smartphone zu besitzen ist zur Normalität geworden. Durch verschiedene soziale Netzwerke können Jugendliche mit der ganzen Welt kommunizieren. Für diese Kommunikation bedarf es allerdings Regeln und Netiquette, an die sich leider nicht alle halten. Verschiedene Ursachen führen dazu, dass Jugendliche Opfer oder Täter von Mobbing im Internet werden.

Das Ziel dieser Arbeit ist es herauszufinden, was Jugendliche zu Cybermobbingtäterschaft antreibt und was die Präventionsarbeit im Schulsozialdienst dazu beitragen kann, dass Cybermobbing im besten Fall gar nicht erst entstehen kann. Hierzu wird die folgende Forschungsfrage gestellt: Welche Ursachen bringen Jugendliche dazu Cybermobbingtäter zu werden; wie wirkt sich Cybermobbing auf die Geschädigten aus und welche Maßnahmen zur Bekämpfung können eingesetzt werden?

Die Forschungsfrage wurde mit Hilfe von einschlägiger Literatur beantwortet. Diese Quellen zeigten auf, dass das Phänomen Cybermobbing weltweit immer öfter auftritt und auch bereits Jugendliche davon betroffen sind. Die Gründe für Cybermobbingtäterschaft fallen sehr vielfältig aus. Opfer und Täter haben im schlimmsten Fall ein Leben lang mit den Folgen von Cybermobbing zu kämpfen.

Auf dieser Grundlage ist es empfehlenswert in Grundschulen und auch in weiterführenden Schulen Präventions- und Interventionsarbeit zu diesem Thema zu leisten und die Schüler über den richtigen Umgang mit der Kommunikation im Netz zu schulen.

Schlüsselwörter: Cybermobbing, soziale Medien, Prävention, Intervention, Schulsozialarbeit, Kommunikation

Abstract:

Digital networking is coming to the fore more and more. Today's young people have grown up with the smartphone. Owning a smartphone as a young person has become the norm. Through various social networks, young people can communicate with the whole world. For this communication, however, rules and netiquette are needed, which unfortunately not everyone adheres to. Various causes lead to young people becoming victims or perpetrators of bullying on the Internet.

The aim of this work is to find out what drives young people to cyberbullying and what the prevention work in the school social service can contribute to prevent cyberbullying from arising in the first place. The following research question is posed on this: What causes young people to become cyberbullying perpetrators; how does cyberbullying affect the victims and what measures can be taken to combat in?

The research question was answered with the help of relevant literature. These sources showed that the phenomenon of cyberbullying is becoming more and more frequent worldwide and that young people are already affected by it. The reasons for cyberbullying are very diverse. In the worst case, victims and perpetrators have to deal with the consequences of cyberbullying throughout their lives.

On this basis, it is advisable to carry out prevention and intervention work on this topic in primary schools as well as in secondary schools, and to train pupils in the correct handling of communication on the net.

Keywords: cyberbullying, social media, prevention, intervention, school social work, communication

III. Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Problemstellung

Die öffentliche Wahrnehmung von Cybermobbing hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Durch Veröffentlichung einiger tragischer Fälle hat sich sowohl eine Sensibilität entwickelt, als auch die Gründung zahlreicher Initiativen und Allianzen zur Bekämpfung von Cybermobbing. Gleichzeitig mit der zunehmenden Besorgnis der Öffentlichkeit wurde schrittweise die wissenschaftliche Debatte über Cybermobbing eingeleitet. Der entsprechende Impuls kommt nicht nur aus dem Bereich der pädagogischen und psychologischen Forschung, sondern wird auch von den Kommunikationswissenschaftlern diskutiert. Cybermobbing kann daher als Teil einer Reihe von Möglichkeiten und Gefahren angesehen werden, die sich bei der Onlinekommunikation zwischen jungen Menschen ergeben. Aktuelle Untersuchungen zur Bedeutung von Medien für das Leben junger Menschen zeigen beispielsweise, dass die Verbreitung von Computern, Laptops, Mobiltelefonen und Fernsehgeräten in deutschen Haushalten nahezu vollständig gesättigt ist (zwischen 98% und 100%). Somit kann jeder Jugendliche zwischen 12 und 19 Jahren das Internet nutzen. Cybermobbing ist daher zunächst ein Risiko, dass fast jeden Jugendlichen betreffen kann. Obwohl Cybermobbing auf die Verwendung elektronischer Kommunikationsmittel zurückzuführen ist und somit nicht in der Schule stattfindet, haben Untersuchungen gezeigt, dass Cyberkriminelle häufig aus derselben Schule wie die Opfer stammen. Somit wird das Problem in den sozialen Kontext der Schule zurücktransferiert.1

In der vorliegenden Arbeit werden zunächst einige Begrifflichkeiten erklärt und danach die bevorzugten Sozialen Netzwerke von Jugendlichen untersucht, in denen Cybermobbing stattfinden kann. Es werden sowohl die Ursachen analysiert als auch die Auswirkungen von Cybermobbing auf die Geschädigten. Auch der rechtliche Aspekt wird hinterfragt, gibt es eine strafrechtliche Verfolgung aufgrund von Mobbing im Internet?

Wie bereits erwähnt geht Cybermobbing auf den Kontext der Schule zurück, auf diesen Aspekt wird später nochmals genauer eingegangen. Da sich in der Schule die Zielgruppe befindet, ist dies somit ein wichtiger Ort für Interventionen bzw. Prävention, damit Cybermobbing im besten Fall gar nicht erst entstehen kann. Diese Präventionsmaßnahmen können u.a. von Sozialarbeitern, die in Schulen als Schulsozialarbeiter tätig sind, durchgeführt werden. Somit widmet sich auch die Profession der sozialen Arbeit diesem wichtigen Thema.

Die in der Abschlussarbeit gewählte männliche Form bezieht sich immer zugleich auf weibliche, männliche und diverse Personen.

2. Definition Generation Smartphone

Der Ausdruck Generation wird besonders in der Soziologie verwendet und beschreibt die Gesamtheit der Menschen in einer ungefähr gleichen Altersstufe.2 Der Begriff „Generation Smartphone“ wird in dieser Arbeit als Synonym für die „Generation Z“ verwendet.

Zur „Generation Z“ zählen geborene von 1998-2016. Diese Generation wurde ins Internet hineingeboren, ihre Kindheit ist verbunden mit dem Internet und der Entwicklung sozialer Medien. Sie „gehen“ nicht online, nein, diese Generation lebt online.3

3. Definition soziale Medien

Der Begriff „soziale Medien“ steht für Anwendungen, die einen sozialen Austausch durch eine aktive Mitgestaltung erlauben. Die Entstehung von sozialen Medien basiert auf der Differenzierung zwischen Web 1.0 und Web 2.0. Während das Web 1.0 im Wesentlichen nur das Konsumieren von Inhalten erlaubte, beinhalten die Technologien des Web 2.0 das aktive Mitgestalten mithilfe von spezifischen Internetanwendungen.4

Online-Plattformen werden u.a. auch als "soziale Netzwerke" oder "Online-Communities" bezeichnet. Ihr Prinzip ist, dass die Nutzer sich auf der Plattform registrieren und Informationen über sich selbst speichern, z. B. Interessen, Vorlieben oder berufliche Fähigkeiten, Kontaktinformationen und Bilder können ebenso hinterlegt werden. Gemäß diesem Profil werden Beziehungen zu anderen Benutzern hergestellt, sodass sie als "Freunde" oder "Kontakte" bestätigt werden. Durch direkte Nachrichten können die Benutzer mit ihren Kontakten oder auch mit Fremden schreiben, Ideen austauschen um ihr Netzwerk zu erweitern.

Facebook ist seit vielen Jahren die bekannteste und am weitesten verbreitete Webplattform. Berichten zufolge gibt es allein in Deutschland 30 Millionen aktive Nutzer. Im Juni 2017 haben die weltweiten Nutzer die 2-Milliarden-Hürde überschritten. Es gibt auch andere, aber nicht so umfangreiche Webplattformen wie Google+ oder XING- und LinkedIn-Produkte, die sich dem professionellen Kontaktmanagement widmen.

Vor diesen Netzwerken gab es bereits viele andere Online-Plattformen: MySpace hatte Mitte der 2000er Jahre hunderte Millionen Mitglieder, insbesondere Musiker und Bands. Im deutschsprachigen Raum waren VZ-Netze (schülerVZ, studiVZ und meinVZ) sowie regional ausgerichtete Plattformen wie wer-kennt-wen.de und Lokalisten, Ende der 2000er Jahre sehr beliebt. Um 2010 mussten sie alle ihre Positionen aufgeben, da die Nutzer zu Facebook wechselten.

Eine weitere Art von sozialen Medien ist der Instant-Messaging-Dienst, das die Funktionen einer Netzwerkplattform und eines Chatsystems kombiniert. Die bekanntesten Angebote sind WhatsApp und Facebook Messenger, die beide häufig als Anwendungen auf Smartphones verwendet werden.

Wiki ist die letzte Kategorie in den sozialen Medien. Der Begriff kommt aus dem Hawaiianischen und bedeutet "schnell". Es wurde Mitte der 1990er Jahre in Softwareprogrammen verwendet, mit denen Websites problemlos mit „Wissen“ ergänzt werden können, ohne spezielle Programmierkenntnisse zu benötigen. Diese sozialen Medien sind in der Online-Enzyklopädie Wikipedia weithin bekannt, und jeder Benutzer kann seine Artikel bearbeiten und verbessern.

Die sozialen Medien erweitern somit den Handlungsspielraum der Menschen, weil sie es den Menschen ermöglichen, in Raum und Zeit zu kommunizieren. In Diskussionen über das Internet taucht oftmals die Theorie auf, dass die virtuelle Realität nichts mit dem realen Leben zu tun hat. Diese Theorie hält sich von Dauer, und das Internet bietet auch viele Möglichkeit in dieser Hinsicht (z. B. Online-Spiele) aber das Internet ist nicht nur virtuell, sondern völlig real. Alles was Menschen im Internet tun, wird einen echten Einfluss in der realen Welt haben, gerade wenn es Menschen sind die Wut, Freude oder Stolz vor dem Bildschirm teilen.5

4. Bevorzugte Netzwerke von Jugendlichen

Nachdem bereits erörtert wurde was genau unter den Begriff „Soziale Medien“ fällt und wie sich diese entwickelt haben, stellt sich nun die Frage, was die Lieblingsnetzwerkevon Jugendlichen sind.

Hierzu folgt eine Abbildung aus einer Studie der „Jugend, Information, Medien (JIM) Forschung“. Diese befragte Jugendliche im Alter von 12 bis 19 Jahren.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Aktivitäten im Internet – Schwerpunkt Kommunikation, Quelle: Feierabend & Rathgeb, 2019, S. 30

4.1. WhatsApp

WhatsApp ist ein Instant-Messenger-Dienst und soll an die englische Frage „what‘s up?“ (Was ist los?) erinnern. Im Jahr 2009 wurde dieses Netzwerk ins Leben gerufen und wurde 2014 von Facebook übernommen. Laut WhatsApp besitzt die App über 1,5 Milliarden User weltweit. Hierzulande ist es die bedeutsamste App, die Jugendliche auf Ihren Smartphones haben. Der Messenger wird zum Senden von Kurznachrichten, Fotos, Videos oder Orten verwendet. In WhatsApp ist es einerseits möglich mit Einzelpersonen zu kommunizieren, oder aber auch mit mehreren Personen gleichzeitig in Gruppen. In der App können User sehen, ob der Kontakt ihre Nachricht gelesen hat, wann jemand online ist oder online war. Nicht außer Acht zu lassen sind die fragwürdigen Datenschutzrichtlinien des Unternehmens. So hält WhatsApp seinen Dienst für Kinder unter 16 Jahren selbst für nicht geeignet und leitet bei einer Nutzung die Verantwortung an die Eltern weiter. Die App speichert alle Kontaktinformationen und leitet diese an Server in den USA weiter und auch an Facebook. Diese freiwillig geteilten Medien darf dann das Netzwerk zu kommerziellen Zwecken verwenden. Bis zu 30 Tage speichert die App alles über ihre User von Standorten, der Geräteerkennung, den Online-Status, die IP- Adresse, das Mobilfunknetz sowie alle Nachrichten und Aktivitäten auf.6

4.2. Instagram

Instagram ist ein weiterer kostenloser Online-Dienst, der seit 2010 besteht und 2012 an die Facebook-Unternehmensgruppe verkauft wurde.7 Dieses Netzwerk bietet den Usern an, audiovisuelle Mikroblogs zu erstellen. Mikroblogs sind eine Form des Bloggens, nur bestehen die Textnachrichten aus weniger als 200 Zeichen. Instagram-Nutzer können ihr eigenes Profil erstellen und beliebig viele Fotos oder Videos darauf posten. Sie können sowohl Freunden als auch Prominenten folgen, was bedeutet, dass die User es immer sehen können, wenn jemand neue Bilder veröffentlicht. Bei gefallen von Bildern oder Videos klickt der Nutzer auf einen Herz-Button. Beiträge können weitergeleitet oder kommentiert werden. Instagram hat mehr als 800 Millionen Nutzer. Statistiken vom August 2017 zeigen, dass 15 Millionen aus Deutschland stammen. Wenn die Nutzer den allgemeinen Geschäftsbedingungen von Instagram zustimmen, akzeptieren sie, dass Instagram Informationen über ihren eigenen Benutzernamen, ihr Passwort, ihre eigene E-Mail-Adresse, Profilinformationen und Benutzerinhalte (wie Fotos, Kommentare) sammelt. Die gesammelten Daten können dann bis zu einem gewissen Grad an Werbepartner weitergegeben und in jedem Land gespeichert und verarbeitet werden, in dem sich der Instagram-Hauptsitz befindet. Instagram erlaubt das Nutzen seines Dienstes erst ab 13 Jahren. Dies ist auf die neue Allgemeine Datenschutzverordnung (DSGVO) zurückzuführen, die die Verbreitung personenbezogener Daten durch Unternehmen in der gesamten EU ab dem 18. Mai 2018 regelt.8

4.3. Snapchat

Snapchat ist ein weiterer Instant-Messenger-Dienst. Gegründet wurde dieser 2011 und hat bisher alle Kaufangebote von Facebook ausgeschlagen. In diesem Netzwerk können Fotos und Videos an Einzelne oder auch an Gruppen versendet werden. 2017 verzeichnete die App 187 Millionen User weltweit, wovon 5 Millionen aus Deutschland stammen, hier wird der Dienst vor allem von jungen Menschen zwischen 14 und 29 Jahren genutzt.

Was Snapchat besonders anziehend macht ist, dass die geteilten Medien nach einem bestimmten Zeitraum nicht mehr zu sehen sind und diese sich angeblich „von selbst löschen“. Dennoch können die Bilder aus dem internen Speicher wiederhergestellt werden. Ebenso können Screenshots von den Bildern oder Textnachrichten gemacht werden, dies wird allerdings den Usern angezeigt.

Snapchat unterscheidet sich von anderen Diensten, da es keine eigenständigen Profile für die User anbietet. Dennoch ist es möglich, nach Freunden, Themen oder Unternehmen zu suchen und sich deren Beiträge anzuschauen. Besonders beliebt ist, dass es in der Kamerafunktion eine Gesichtserkennung gibt, und Benutzer somit verschiedene Filter, eine Art Maske, verwenden können.

Eine weitere Abgrenzung zu anderen Diensten ist es, dass Snapchat es schafft Einzelmomente festzuhalten. Jungen Menschen geht es weniger darum, etwas für die Ewigkeit festzuhalten, sondern den einzigartigen, persönlichen Moment zu teilen.

Wie bei den anderen Social-Media-Diensten willigt der Nutzer durch die Bestätigung der allgemeinen Geschäftsbedingungen ein, dass Snapchat bestimmte Daten sammelt wie Benutzernamen, Passwort, E-Mail-Adresse, Telefonnummer, Geburtsdatum, Profilbilder und vieles mehr. Einige dieser Daten dürfen auch an Dritte weitergegeben oder öffentlich gemacht werden.9

4.4. Facebook

Facebook wurde 2004 gegründet und ist das größte soziale Netzwerk mit weltweit 2 Milliarden aktiven Nutzern monatlich. Aus Deutschland stammen dabei 31 Millionen Nutzer. Facebook betreibt auch einen eigenen Instant-Messenger-Dienst. Im September 2017 waren es 1,3 Milliarden monatlich aktive User.

Facebook wird sowohl von Männern als auch Frauen gleichermaßen beliebt genutzt. Die Plattform wird am liebsten von den 25- bis 34-Jährigen genutzt. Facebook stellt eine Profilerstellung bereit, welches die Möglichkeit zur Selbstdarstellung bietet. Interessen, Fotos oder Videos können geteilt werden. Wenn anderen Nutzern diese Beiträge gefallen, können sie dies durch einen Mausklick auf den „Gefällt mir-Button“ zeigen. Diese Selbstdarstellung kann zu einer großen Gefahr werden. Da meist nur Positives aus dem Userleben geteilt wird, kann ein sozialer Leistungsdruck entstehen. Permanent werden andere User darauf aufmerksam gemacht, wie toll und aufregend das Leben anderer ist.

In den allgemeinen Geschäftsbedingungen von Facebook ist zu lesen, dass das Mindestalter 13 Jahre beträgt; ohne elterliche Zustimmung ist es untersagt Facebook zu verwenden. Das größte Risiko, welches User eingehen, wenn sie Facebook benutzen ist, dass Facebook die geteilten Beiträge weiterverwendet, z. B. für personalisierte Werbeanzeigen.10

4.5. TikTok

Auf Platz fünf der Kommunikationsplattformen von Jugendlichen lag 2019 die App TikTok (Siehe Abbildung 1). Laut Statista wurde die App im Apple App Store im Mai 2020 rund 523.000-mal in Deutschland heruntergeladen.11

TikTok konzentriert sich auf das Aufzeichnen, Bearbeiten und Teilen von Videos von 15 Sekunden bis 5 Minuten. Anfang August 2018 fusionierte der in Deutschland bisher als "Musical.ly" bekannte Dienst mit der chinesischen Videoplattform TikTok.

Musical.ly war besonders bei jungen Menschen in Deutschland beliebt, weil es Laien die Möglichkeit gab, kreative Musikvideos zu erstellen und zu teilen. Die App gab zahlreiche Bearbeitungsoptionen hervor und Jugendliche teilten diese gerne mit anderen Benutzern, um mehr (positives) Feedback zu erhalten. Die sogenannten "LipSync-Videos" sind bei TikTok immer noch sehr beliebt, aber auch andere viele kreative Videos.12

Leider bringt auch dieses Netzwerk Risiken mit sich, so sind die Voreinstellungen der Konten alle „öffentlich“ hinterlegt. Somit können alle Nutzer der App die Profile und die hochgeladenen Videos sehen. Erst durch eine Umstellung auf „privat“ ist die Privatsphäre sichergestellt. Eltern haben hier aber die Möglichkeit, ihr Kind über einen „begleiteten Modus“ vor einer Kontaktaufnahme von Fremden zu schützen.

Laut den Allgemeinen Geschäftsbedingungen von TikTok bedarf es bei einer Nutzung von unter 18-Jährigen die Einverständniserklärung der Eltern. Das vorgegebene Mindestalter von 13 Jahren sowie die Zustimmung der Eltern werden in der Praxis aber kaum überprüft.13 So stellte Jugendschutz.net fest, dass auch bereits Acht- bis Zwölfjährige die App TikTok nutzen. Das Gefährliche an TikTok ist, dass erwachsene User problemlos Kontakt zu Minderjährigen herstellen können. Jugendschutz.net fand Profile mit sexualisierten Usernamen, die sich auf die Suche nach freizügigen Minderjährigen machen und diese Videos in ihren „Sammlungen“ speichern.14

4.6. YouTube

Die oben dargestellte Grafik (siehe Abbildung 1) stellt die beliebtesten Aktivitäten im Internet mit dem Schwerpunkt Kommunikation auf. YouTube taucht in dieser Aufstellung nicht auf, da die Kommunikation sich bei Jugendlichen auf andere Plattformen verteilt.

Allerding steht das Netzwerk YouTube auf Platz eins der „beliebtesten Apps 2019“ in der JIM-Studie 2019.15

YouTube wurde im Jahr 2005 gegründet und wurde bereits ein Jahr danach für eine Milliarde Euro von dem Suchmaschinenbetreiber Google übernommen. Nach eigenen Angaben hat die Plattform rund zwei Milliarden Nutzer und ist somit das größte und beliebteste Netzwerk. YouTube wurde ursprünglich entwickelt, um Nutzern die Möglichkeit zu geben, ihre eigenen Videos hochzuladen und mit anderen zu teilen. In den letzten Jahren hat sich YouTube jedoch rasant zur Professionalität entwickelt. Videos der verschiedensten Genres, von Mode, Musik, Sport, Bildung usw. werden immer professioneller und können ohne technische Hindernisse und Registrierungsszenarien abgerufen werden.

Allerdings gibt es mit einer Registrierung die Möglichkeit, einzelne Videos zu kommentieren und zu bewerten, eigene Kanäle zu erstellen um Videos hochzuladen und diese zu veröffentlichen.

Laut klicksafe.de sind die Nutzungsbedienungen von YouTube kompliziert formuliert. Es gelten folgende Regeln bezüglich der Altersbeschränkungen:

„- Bis zum 18. Geburtstag: Streng genommen benötigen alle Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren für jegliche Nutzung von YouTube (also auch nur das Ansehen von Videos) die Zustimmung der Eltern.
- Bis zum 16. Geburtstag: Ein Google-Konto können Kinder unter 16 Jahren nicht selbst anlegen. Folglich können sie sich nicht bei YouTube registrieren. Ausnahme: Die Eltern haben ein Google-Konto, schalten ein Unterkonto für das Kind frei und eröffnen diesem so Zugriffsmöglichkeiten, die sie allerdings selbst verwalten/beschränken/beaufsichtigen können.
- Ab 16 Jahren: Die YouTube-Registrierung kann mit dem eigenen Google-Konto vorgenommen werden. (Allerdings ist für die Registrierung bei YouTube noch die Zustimmung der Eltern erforderlich […].)
- Ab 18 Jahren: Alle Dienste können eigenverantwortlich und ohne Zustimmung der Eltern in Anspruch genommen bzw. genutzt werden.“16

Zusammengefasst bedeutet dies, dass auch Kinder und Jugendliche YouTube benutzen dürfen, wenn diese die Zustimmung der Eltern haben und diese die Aktivitäten ihrer Kinder beaufsichtigen.17

4.7. Weitere

Zu den nicht ganz so beliebten sozialen Medien zur Kommunikation bei Jugendlichen zählen Pinterest, Twitter, Skype und Threema. Dabei ist Threema laut klicksafe.de eine gute Alternative zu WhatsApp, die abhörsicher ist und viel Wert auf Datenschutz und Sicherheit legt.18

5. Definition Mobbing und Cybermobbing

5.1. Mobbing

Der Begriff Mobbing leitet sich vom englischen „to mob“ ab und bedeutet so viel wie pöbeln, angreifen, attackieren. Erstmals wurde der Begriff zum Gebrauch in den 1950er Jahren in der Tierforschung. Dort wurde mit dem Begriff Mobbing das Wehren von kleineren, schwächeren Tieren gegenüber einem größeren, stärkeren Tier bezeichnet. „Mobbing-Verhalten“ wurde damals als ein Verteidigungsverhalten deklariert. Dies änderte sich jedoch bereits bei der ersten Berichterstattung über Mobbingverhalten bei Menschen. Der Erste Fall von Mobbing wurde in Schweden 1972 auf einem Schulhof gesichtet, dort wurde ein einzelnes Kind von einer Gruppe attackiert.19

Mobbing in der realen Welt ist unumstritten ein Phänomen, welches es seit Beginn der Institution Schule gibt.20 Mobbing wird definiert als ein mit Absicht wiederholendes Tatverhalten gegenüber dem Opfer, welches sich nicht wehren kann. Mobbing umfasst folgende Definitionskriterien: Schädigungsabsicht, wiederholend, Machtungleichgewicht. Mobbing kann auf physische Art stattfinden, z. B. treten oder beißen, auf verbaler Art z. B. beleidigen, oder auf relationale Art z. B. durch die Verbreitung von Gerüchten oder durch den Ausschluss einer Gruppe.21

5.2. Cybermobbing

Der Begriff Cybermobbing beschreibt ähnliche Verhaltensweisen wie das Mobbing. Diese Art von Mobbing wird mithilfe von Informations- und Kommunikationsgeräten wie Telefon, Mobiltelefon oder im Internet wie z. B. in Sozialen Medien ausgeführt. Die unter Mobbing fallenden Definitionskriterien (Schädigungsabsicht, wiederholend, Machtungleichgewicht) sind bei Cybermobbing allerdings umstritten. Denn wenn ein Video auf eine Online-Plattform reingestellt wird, kann es dort mehrfach und wiederholend angesehen werden obwohl der Täter hier nur „einmal“ eine Schädigungsabsicht ausgeführt hat. Wenngleich es für die Wissenschaft wichtig ist, eine einheitliche Definition von Cybermobbing zu beschreiben, konzentriert sich die Praxis auf die Opfer um eine Lösung zu finden.22

In der heutigen Zeit, in der sich die neuen Technoliegen immer schneller entwickeln und ändern, ist es wichtig, dass der Begriff Cybermobbing nicht nur auf die Informations- und Kommunikationsgeräte (Smartphone, Tablet usw.) fokussiert wird, sondern das Augenmerk speziell auf die unterschiedlichen Arten und Weisen zu legen, wie dort kommuniziert wird. Dies bezieht sich beispielsweise auf die Nachrichten in E-Mails, das Veröffentlichen von Fotos, Videos oder von Texten in den sozialen Medien.23

Jugendliche die bereits „klassisches“ Mobbing erlebt haben, haben ein erhöhtes Risiko, auch in Kontakt mit Cybermobbing zu kommen.24 Die Ursachen für Cybermobbing werden später noch genauer erläutert.

6. Formen von Cybermobbing

Wie bereits erwähnt, sollte bei Cybermobbing der Fokus nicht auf die Kommunikationsgeräte gesetzt werden, da diese sehr schnelllebig sind. Besser ist es sich auf die Verhaltensweisen zu konzentrieren. Aufgrund dessen gibt es eine Klassifizierung der verschiedenen Formen von Cybermobbing. Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Formen von Cybermobbing sich nicht ganz so schnell verändern werden, sondern eher neue Formen dazu kommen werden.25 Die folgende Tabelle stellt die unterschiedlichen Formen von Cybermobbing dar:

Tabelle 1: Formen von Cybermobbing; Eigene Darstellung in Anlehnung an Peter & Petermann, 2018, S. 23

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Cybermobbingerfahrung bei Kindern und Jugendlichen lassen sich in diese Kategorien einordnen. Diese sind durchaus wichtig und machen vor allem Sinn, wenn es darum geht, Präventions- und Interventionsprogramme einzuleiten. Daher ist eine Differenzierung notwendig, die im Einzelfall analysiert wird, um die genaue Form zu erkennen und daraufhin die Handlungsstrategien zu entwickeln, um dem Opfer zu helfen aber auch, um Täter und Zuschauer zu integrieren.26

7. Soziale Medien als Austragungsort für Cybermobbing

Es gibt drei Arten von Netzwerken in denen Cybermobbing bei Jugendlichen vorkommen kann: Soziale Medien, Instant-Messenger oder in Online-Spielen.27

[...]


1 Festl 2014, S. 20 f.

2 O.V. O.J., Duden, Generation.

3 O.V. 2019, OC&C Strategy Consultants, Eine Generation ohne Grenzen.

4 Lohaus 2018, S. 202.

5 Schmidt 2018, S. 20 f.

6 Peter & Petermann 2018, S. 62 f.

7 O.V. 2019, klicksafe, was ist Instagram?

8 Peter & Petermann 2018, S. 63 ff.

9 Peter & Petermann 2018, S. 65.

10 Peter & Petermann 2018, S. 59-62.

11 O.V. O.J.. Statista, Anzahl der Downloads von TikTok.

12 O.V. O.J., klicksafe, was ist TikTok?

13 O.V. O.J., klicksafe, Risiken bei TikTok?

14 O.V. 2020, Jugendschutz, Praxisinfo TikTok.

15 Feierabend & Rathgeb 2019, JIM-Studie S. 25-28.

16 O.V. O.J., klicksafe, Was ist YouTube?

17 O.V. O.J., klicksafe, Was ist YouTube?

18 O.V. O.J., klicksafe, mögliche Alternativen zum WhatsApp-Messenger.

19 Gockel 2004, S. 20 f.

20 Bilz, et al. 2017, S. 73.

21 Kothgassner & Felnhofer 2018, S. 182.

22 Kothgassner & Felnhofer 2018, S. 182.

23 Peter & Petermann 2018, S. 16 f.

24 Peter & Petermann 2018, S. 82.

25 Peter & Petermann 2018, S. 21.

26 Peter & Petermann 2018, S. 24.

27 Peter & Petermann 2018, S. 68.

Ende der Leseprobe aus 46 Seiten

Details

Titel
Generation Smartphone. Ursachen und Auswirkungen von Cybermobbing in den sozialen Medien
Hochschule
Internationale Fachhochschule Bad Honnef - Bonn
Note
2,1
Autor
Jahr
2020
Seiten
46
Katalognummer
V974135
ISBN (eBook)
9783346319586
ISBN (Buch)
9783346319593
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Cybermobbing, soziale Medien, Prävention, Intervention, Schulsozialarbeit, Kommunikation, cyberbullying, social media, prevention, school social work, communication
Arbeit zitieren
Julia G. (Autor:in), 2020, Generation Smartphone. Ursachen und Auswirkungen von Cybermobbing in den sozialen Medien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/974135

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