Clara Schumann in Düsseldorf


Referat / Aufsatz (Schule), 2000

5 Seiten, Note: 1- 2


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Clara Schumann - Eine Biographie

Clara Schumann wurde als Wunderkind der Klavierkünste bezeichnet. Schon mit vier Jahre saß sie mit ihrem Vater, einem erfolgreichen Klavierpädagogen aus Leipzig, stundenlang an dem Klavier und übte anfangs noch leichte Stücke. Diese Begeisterung, die Clara schon von klein auf für die Musik zeigte, zog sich durch ihr ganzes Leben und prägte auch ihre Zeit in Düsseldorf.

Im Jahre 1847 bekam ihr Mann Robert Schumann, selbst Dirigent und Komponist, das Angebot die Leitung des Düsseldorfer Musikvereins zu übernehmen. Nach einigem Überlegen war der Umzug mit den fünf Kindern der Schumanns nach Düsseldorf beschlossene Sache. Sie wurden aus Leipzig mit einer musikalischen Feier verabschiedet. Bei ihrer Ankunft in Düsseldorf wurden sie sehr freundlich vom Konzertdirektorium empfangen. Es waren keine Probleme in Sicht. Robert war mit dem ersten Zusammentreffen mit ,,seinem" Orchester sehr zufrieden.

Die ersten Probleme zeigten sich jedoch schon bald. Clara und Robert stammten aus Sachsen. Der rheinländische Humor war ihnen fremd. Sie hatten kein Verständnis für diese Art des Lebens und besonders Clara litt unter den meist derben Scherzen. Sie hatte wenig Sinn für Humor, wie einige ihrer Mitmenschen immer wieder feststellten. Sie schienen nicht in diese Stadt zu passen, viel zu Ernst war ihre Kunstauffassung. Diese Situation hätte man verhindern können, wenn es vor der Übernahme ein Treffen zwischen den beiden Parteien gegeben hätte. Dann hätte man nämlich schon früher feststellen können, das es Probleme dieser Art geben könnte.

Robert Schumann betrat sein neues Amt jedoch schon als kranker Mensch, doch zu diesem Zeitpunkt war das noch nicht bekannt. Clara hatte sich an seine Merkwürdigkeiten im Laufe der Jahre gewöhnt und hätte sie nie für eine Nervenkrankheit gehalten. Sie hielt es für die Folgen von Überarbeitung und nervlichen Stresses.

In diesen Jahren war Clara stark belastet. Die älteste Tochter Marie war neun Jahre alt und der jüngste Sohn nur knapp ein Jahr. 1851 kam Eugenie in Düsseldorf zur Welt. Alle Kinder brauchten ihre Mutter und gleichzeitig musste sie sich um den veränderten Haushalt kümmern. Die Dienstboten waren nicht so hilfsbereit wie die Dresdener oder Leipziger. Clara empfand es als unverschämt, dass sie es ,,als große Gnade ansehen musste, wenn die Dienstboten einem etwas machten".

Trotz der Schwierigkeiten vernachlässigte Clara ihr Klavierspiel nicht. Es gab Musikabende im Haus der Schumanns. Außerdem musste sie schon im Oktober unter Roberts Direktion im Abonnementskonzert Mendelssohns >g-Moll-Konzert< spielen. Da sie auswendig spielte hatte sie großen Erfolg.

Das Allerwichtigste war für sie jedoch Robert seine Ruhe zu verschaffen, was sich jedoch als sehr schwierig erwies, da die erste Wohnung in Düsseldorf an einer vielbefahrenen Straße lag. Robert wurde von Tag zu Tag gereizter und arbeitete fast gar nicht mehr, natürlich ist es klar, dass ein gereizter Mensch kein geeigneter Orchesterleiter sein konnte. Anfangs war das Direktorium stolz darauf, einen Komponisten wie Robert Schumann gewonnen zu haben und auch Schumann genoss seine Position. Er konnte Werke spielen, die ihm am Herzen lagen. Zusätzlich gründete er ein Singkränzchen und ein Quartettkränzchen, an denen sich Clara beteiligte. Doch nach einiger Zeit lösten sie sich wieder auf, da sich das Interesse und Können der Mitwirkenden in Grenzen hielt.

Obwohl es all diese Probleme gab, waren die Düsseldorfer Jahre zunächst nicht die schlechtesten Jahre. Es bildete sich ein Kreis hervorragenderer Kenner um die Schumanns.

Clara wurde geliebt und verehrt, während Robert verstanden wurde. Später, während der Zeit am Rhein, komponierte Robert auch wieder viele Stücke, da es ihm gesundheitlich besser ging, als in Dresden. Clara nahm zu dieser Zeit viele Schülerinnen aus der Düsseldorfer Umgebung auf. Im Juli 1851 zogen die Schumanns in eine neue ruhiger gelegene Wohnung. Am Ende des Monats unternahmen Clara und Robert eine Erholungsreise zu der Stadt in der Robert aufwuchs. Nach Heidelberg. Doch da die Stimmung so gut war und es Robert gesundheitlich immer besser ging, setzten sie die Reise bis Genf fort. Besonders Clara genoss diese Zeit, da es ihr als Kind vergönnt war sich viel in der Natur aufzuhalten. Genauso schön empfand Clara die Konzertreise nach Holland, die nach schweren Auseinandersetzungen mit dem Düsseldorfer Musikdirektorium statt fand. Robert gefiel Claras Spiel auf dieser Reise besonders gut, was in Clara ein tiefe Zufriedenheit hervorrief. Denn auch über dieses Thema hatte es kritische Momente, nicht ohne tiefe Bedrückung gegeben. Holland tröstete die Schumanns über ihre Düsseldorfer Krise hinweg. Während Roberts Abwesenheit vertrat ihn Julius Tausch. Das Publikum erhielt die Gelegenheit Schumann mit Tausch zu vergleichen und kam zu dem Schluss, das Schumann als Dirigent fehlte.

Beim Rheinischen Musikfest 1853 musizierte Schumann mit Joseph Joachim, der von da an

zum festen Freundeskreis der beiden gehörte.

Am 30. September 1853 klingelte ein 20jähriger Künstler an der Wohnungstüre der Schumanns. Es handelte sich um den Komponisten Johannes Brahms, der wie ein Sohn von Schumanns aufgenommen wurde. Er musizierte mit Clara, ging mit Robert spazieren und spielte und tobte mit den Kindern. Am 02. Oktober stellte er seine Kompositionen dem Schumannschen Freunden vor.

Im Februar 1854 festigte sich die Freundschaft zwischen Schumanns, Brahms und Joachim weiter. Clara spielte im Abonnementskonzert des Hannoverschen Hoforchesters das >Es- Dur- Konzert< von Beethoven. Robert war unwahrscheinlich fröhlich und gesprächig! Das sollte sich in den folgenden Wochen ändern. Am 11. Februar traten bei Robert erneut Gehöraffektionen auf, wie sie schon früher öfters sporadisch auftraten. Am Freitag, dem 11. Februar hörte er Engelsstimmen, die in Dämonenstimmen wechselten. Diese Stimmen warfen ihm vor, er sei ein Sünder, der in die Hölle gehört. Clara saß während dieser Phantasien hilflos an Roberts Bett.

Sonntag, den 19. Februar verbrachte Robert im Bett. Er traf die ersten Anordnungen über sein Geld und seine Kompositionen, dann nahm er immer wieder Abschied. Abends sagte er, er müsse in eine Irrenanstalt, da er sonst nicht wisse, was er als nächstes tun würde. Sein Wunsch wurde ihm erfüllt, doch schon am 26. Februar floh er und stürzte sich von einer Brücke in den Rhein. Ein Fischer rettet ihn. Clara wurde von diesem Vorfall nicht unterrichtet. Sie erwartete in dieser Zeit das achte Kind.

Am 04. März wurde Schumann in eine private Heilanstalt in Bonn eingewiesen.

Clara durfte ihn nicht besuchen um jede Aufregung zu vermeiden. Nach zwei Tagen begann die tapfere und resolute Clara wieder mit dem Unterrichten. Brahms und Joachim kamen so bald wie möglich nach Düsseldorf. Brahms blieb dort, während Joachim zurück nach Hannover musste um seinen Verpflichtungen als Hofkapellmeister nachzukommen. Während dieser Zeit entwickelte sich eine ungewöhnlich Freundschaft zwischen Brahms und Clara. Mit ihm konnte Clara über Robert sprechen.

Die Nachrichten aus Bonn wechselten. Am meisten litt Clara darunter, dass Robert nie nach ihr fragte. Wenige Tage nach Roberts 44. Geburtstag kam Felix, ihr jüngster Sohn, zur Welt. Nach fünf Monaten frage Robert das erste Mal nach Clara und den Kindern, von da an durfte Clara ihm schreiben.

Claras anfängliche Freude über Roberts Nachrichten wich sehr bald tiefen Schmerz, da ihr immer mehr bewusst wurde, dass sie alles allein zu entscheiden hätte. Die Konzertreisen und die Sorge um die Kinder, alles war ihr Problem. Bei all diesen Entscheidungen stand Brahms ihr bei. Ältere Leute aus Claras Umfeld konnten nicht verstehen, dass sie ihm eine Sonderstellung gewährte, die weder seinem Alter, noch seinem Verhalten zu entsprechen schien. Aus Brahms Bewunderung für Clara wurde mit der Zeit Liebe.

Clara erklärte den Kindern ihre Beziehung zu Brahms mit der Liebe zu seiner Geistesfrische, seinem reinen Herzen. Brahms liebt an Clara ihr Verständnis. Sie verstand alles, was auch ihn bewegte und griff seine innersten Gedanken auf. Clara hielt zu nächst an den üblichen Umgangsformen fest. Brahms siezte sie, während sie ihn duzte. Auch waren sie nie allein. Auf gemeinsamen Konzertreisen wurde Clara stets von einer Düsseldorfer Freundin begleitet und bei Spaziergängen nahm sie immer eine Angestellte des Hauses mit. Weihnachten 1854 verbrachte Clara mit Brahms und den Kindern in Düsseldorf. Joachim, der auch während der Feiertage bei Schumanns war, besuchte Robert und brachte einen Brief mit. Am 01. Januar 1855 wurde der kleine Felix, der im Gedenken an Roberts Freund Mendelssohn so genannt wurde, getauft und Brahms war einer seiner Paten.

Neben ihrem eigenen Kummer um Robert, beschäftigte sich Clara jetzt auch zunehmend mit den finanziellen Engpässen Brahms. Er suchte verzweifelt nach Schüler, doch das Geld war zu dieser Zeit überall knapp. Die Preise stiegen um das Doppelte. Trotzdem fuhren Brahms und Clara nach Hamburg um die Erstaufführung von Roberts >Manfred< zu sehen. Von den verschiedenen Konzertreisen, die Clara unternahm, hob sich eine, in Bad Ems, ab. Das Publikum verstand keines ihrer Stücke, was bei Clara zu einigen Tränenausbrüchen führte. Doch sie verdiente 1340 Taler, genug um die Familie durch den Sommer zu bringen und noch etwas zurückzulegen.

Am 06. August 1855 folgte ein Umzug in eine neue Düsseldorfer Wohnung in die Poststrasse 135. Brahms bekam sein eigenes Zimmer im neuen Domizil, das im Grünen lag. Im September teilte Dr. Richarz, der Anstaltsleiter aus Bonn, mit, dass mit Roberts Genesung nicht mehr zu rechnen sei.

An Claras Geburtstag überraschten die ältesten Kinder Clara mit einem Stück von Robert, das sie ihr auf dem Klavier vortrugen. Das gleiche Wiederholten sie Weihnachten. Schon zu Sylvester brach Clara nach Wien auf und später im April nach England. Die Englandreise war noch mit Robert geplant. Sie hielt sich drei Monate in Großbritannien auf und spielte 26 Konzerte, bevor sie schweran das Bett eines Sterbenden. Am 29. Juen Herzens nach Düsseldorf zurückkehrte. Am 06. Juli traf sie zu Hause ein und schon am 23. erhielt sie die Nachricht, dass Roberts Ende zu erwarten wäre. Nach zwei Jahren wurde es ihr das erste Mal gestattet, ihren Gatten zu sehen. Sie trat li 1856 starb Robert Schumann. Am 31. Juli wurde er in Bonn beigesetzt. Clara war 37 Jahre alt, als sie ihren Mann dieses Mal richtig verlor, an den Tod. Sie blieb zurück, seelisch tief niedergedrückt, dem Kampf um die Existenz ausgesetzt.

Marie war damals fünfzehn. Sie unterstütze Clara mit den Kindern. Eugenie, die 1856 erst dreieinhalb Jahre alt war, bezeichnete Marie später als ihre zweite Mutter. Die Kinder wurden nach dem Tod Roberts auf ganz Deutschland aufgeteilt. Marie und Elise lebten in einer Pension in Leipzig, während die zwölfjährige Julie erst bei ihrer Großmutter in Berlin, dann bei Friedrich Wieck in Dresen lebte. Ludwig, acht Jahre alt, und Ferdinand, sechs Jahre alt, kamen auch in eine Pension. Eugenie und Felix, die beiden jüngsten, blieben zunächst in Düsseldorf.

Clara, die 1857 Düsseldorf entgültig verließ, war stark unter Druck gesetzt, meist sogar am Rand des Tragbaren, aber sie wirkte nie erschöpft oder in Eile. So blieb sie auch bis zu ihrem Tod am 20. Mai 1896. Sie erlag an den Folgen eines Schlaganfalls.

5 von 5 Seiten

Details

Titel
Clara Schumann in Düsseldorf
Note
1- 2
Autor
Jahr
2000
Seiten
5
Katalognummer
V97418
Dateigröße
368 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Ich hoffe, es ist ganz gut geworden
Schlagworte
Schumann
Arbeit zitieren
Hannah Smith (Autor), 2000, Clara Schumann in Düsseldorf, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/97418

Kommentare

  • Gast am 14.2.2010

    Liebe Hannah!
    Seit längerem schon beschäftige ich mich mit Clara Schumann und Johannes Brahms, die ich sehr bewundere. Ich finde, daß Du einen sehr schönen Bericht über die Jahre in Düsseldorf geschrieben hast, die sehr schwer für Clara waren. Johannes Brahms war ihr damals eine große Stütze und sie blieben sich bis zum Tod eng verbunden. Als Clara starb, sagte er zu Freunden, daß heute der Mensch gestorben ist, den er am meisten geliebt hat. Schöner kann man Liebe nicht ausdrücken. Eines der besten Bücher über Clara ist meiner Meinung nach "Clara Schumann Klavier" von Dieter Kühn, das ich Dir empfehlen kann.
    Sie war eine ganz wunderbare Frau, die trotz vieler Schicksalsschläge nie verzweifelte und Trost in der Musik fand.
    Herzliche Grüße von Hannelore Kopf

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