Vergleichende Analyse der Luftfrachtanlagen an Europäischen Hub-Flughäfen


Hausarbeit, 2017

32 Seiten, Note: 2,0

Tom Schneider (Autor:in)


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Der Luftfrachtmarkt
1.1 Definition Luftfracht
1.2 Bedeutung und Wachstum des Luftfrachtmarktes
1.2.1 Notwendigkeit der Luftfracht für den deutschen Außenhandel
1.3 Ladeeinheiten und Lademittel
1.4 Güter der Luftfracht
1.5 Akteure im Luftfrachtmarkt

2. Der Luftverkehr
2.1 Verkehrsmittel im Luftverkehr
2.1.1 Luftfrachtersatzverkehr
2.2 Hub-and-Spoke-System
2.2.1 Vorteile und Nachteile des Hubverkehrs
2.3 Der Luftfrachttransport – Vorteile und Nachteile
2.4 Internationale und privatrechtliche Institutionen

3. Standort des Luftfrachtmarktes – Der Flughafen
3.1 Infrastruktur und Funktionen des Flughafens
3.2 Die zehn größten Frachtflughäfen Europas
3.3 Der Luftfrachtumschlag
3.3.1 Luftfrachtanlagen
3.3.2 Luftfrachtprozesse
3.3.3 Luftfrachtabfertigung

4. Vergleichende Analyse der Luftfrachtanlagen an Europäischen Hub- Flughäfen
4.1 Auswahl der Hub-Flughäfen
4.2 Gegenüberstellung der europäischen Hub-Flughäfen
4.2.1 Frankfurt/Main
4.2.2 Halle/Leipzig
4.2.3 Paris/Charles de Gaulle
4.2.4 Luxemburg
4.3 Vergleichende Analyse der Luftfrachtanlagen
4.3.1 Kapazitäten der Luftfrachtanlagen
4.3.2 Bebauungsfaktor der Luftfrachtanlagen
4.3.3 Frachtaufkommen
4.3.4 Fracht pro Passagier
4.3.5 Nachtflugverbot
4.3.6 Start- und Landebahnen

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Tab. 1.1 Akteure im Luftfrachtmarkt

Tab. 2.1 Hubverkehr – Vorteile und Nachteile

Tab. 2.2 Vorteile und Nachteile des Luftfrachttransports

Tab. 4.1 Spezifische Kapazitätswerte der Luftfrachtanlagen

Tab. 4.2 Bebauungsfaktor der Luftfrachtzentren

Tab. 4.3 Frachtaufkommen im Jahr 2007 und 2016

Tab. 4.4 Fracht pro Passagier

4.5 Nachtflugverbot

Tab. 4.6 Start- und Landebahnen

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1.1 Aufkommensentwicklung Luftfracht weltweit in Milliarden Tonnenkilometern

Abb. 1.2 Güterarten

Abb. 2.1 Hub Erklärung

Abb. 3.1 Die größten Frachtflughäfen in Europa 2014

Einleitung

Wenn es schnell gehen muss, ist die Luftfracht die erste Wahl. Ein Welthandel ohne Luftfracht ist mittlerweile nicht mehr vorstellbar. Heutzutage ist das schnelle Befördern von Gütern ein wesentlicher Bestandteil der Transportlogistik. Der Transport der Waren erfolgt entweder auf dem Landweg, über den Wasser- oder den Luftverkehr. Dabei sind Lkw, Bahn und Seeschiff als Konkurrenten des Flugzeugs zu nennen. Zudem ist Europa global ein wichtiges Drehkreuz im Luftfrachttransport. Die vorliegende Hausarbeit befasst sich mit einer vergleichenden Analyse der Luftfrachtanlagen an Europäischen Hub-Flughäfen. Dabei sind Frankfurt/Main und Paris/Charles de Gaulle sowie Leipzig/Halle und Luxemburg die ausgewählten Hub-Flughäfen. Mit unterschiedlicher Literatur, dem Studienheft und einigen Internetquellen werden zu Beginn der Hausarbeit die Bedeutsamkeit und das Wachstum des Luftfrachtmarktes aufgezeigt sowie die Güter und die Akteure im Luftfrachtmarkt vorgestellt. Es werden zudem die Verkehrsmittel im Luftverkehr näher erläutert und das Hub-and-Spoke-System beschrieben. Über zwei entscheidende Institutionen, die Infrastruktur eines Flughafens sowie den Luftfrachtumschlag führt diese Hausarbeit schlussendlich zum Vergleich der Luftfrachtanlagen an den vier ausgewählten Hub-Flughäfen.

1. Der Luftfrachtmarkt

1.1 Definition Luftfracht

„Im weitesten Sinne gehören zu Luftfracht (Ladegut für den Lufttransport) alle Güter, die im Fluglinienverkehr oder auf Charterflügen als Fracht, Expressgut oder Post transportiert werden. Im engeren Sinne wird unter Luftfracht nur die Fracht verstanden, die nach den IATA-Beförderungsbestimmungen als Frachtgut deklariert und transportiert wird. Davon abzugrenzen ist die Luftpost, die nach den Bestimmungen und internationalen Postregularien abgewickelt wird. Getrennt zu betrachten sind auch die Güter der Express- und Paketdienste, soweit sie unternehmensintern auf dem Luftwege befördert werden. Das vom Passagier aufgegebene Gepäck wird nicht zur Luftfracht gezählt.“ (Vgl. Mensen, 2013, S. 17)

1.2 Bedeutung und Wachstum des Luftfrachtmarktes

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1.1 Aufkommensentwicklung Luftfracht weltweit in Milliarden Tonnenkilometern (http://airnation.net/hangar/threads/boeing-forecasts-world-air-cargo-traffic-to-double-in-next-20-years.14976/, 2016)

Innerhalb der Transportkette des weltweiten Güteraustausches wird der Luftfrachttransport immer entscheidender. In Abbildung 1.1 ist ein Liniendiagramm zu sehen, welches die Entwicklung des Luftfrachtaufkommens weltweit über die Jahre darstellt. Es zeigt, dass die weltweite Luftfrachtmenge vom Jahr 2003 bis 2013 jährlich um durchschnittlich 2,6 Prozent gewachsen ist. Außerdem wird für die nächsten 20 Jahre, von 2013 bis 2033, ein jährliches Wachstum von 4,7 Prozent vorhergesagt. Zudem wird sich das Luftfrachtaufkommen mehr als verdoppeln. Im interkontinentalen Verkehr ist das Seeschiff als Konkurrent zum Flugzeug zu nennen und kontinental konkurriert das Flugzeug mit dem Lkw sowie der Bahn. Früher wurde der Luftverkehr nur für den Transport wertvoller Fracht genutzt und das auch nur in Sonderfällen um eine schnelle Beförderung der Güter zu erzielen. In der heutigen Zeit wird ein breites Sortiment von Gütern regelmäßig transportiert. Für viele Unternehmen ist der Transport per Luftfracht nicht mehr wegzudenken und nimmt dementsprechend einen hohen Stellenwert ein. Auch steigt die Nachfrage nach Luftfrachtbeförderung durch die Konjunkturschwankungen in den verschiedenen Industrieregionen der Welt an. Bei der Expressfracht wird dazu ein dreifach höheres Wachstum als für die übrige Luftfracht prognostiziert. Daraus folgt das sowohl die zeitlichen Erwartungen als auch die Mengenentwicklung weiter steigen werden. (Mensen, 2007, S. 39)

1.2.1 Notwendigkeit der Luftfracht für den deutschen Außenhandel

Die Luftfracht gewinnt für den deutschen Außenhandel immer mehr an Bedeutung. Im Jahr 2015 wurden Güter im Wert von 234 Milliarden Euro von und nach Deutschland mit Flugzeugen transportiert. Damit wuchs der Wert zu 2014 um mehr als zehn Prozent. Außerdem stieg seit 2007 der gesamte Außenhandel um 24 Prozent an, wobei der Wert der per Luftfracht beförderten Güter in der gleichen Periode um 44 Prozent zunahm. Insbesondere werden wertvolle Waren wie Elektronik, Maschinen, optische sowie medizinische Instrumente und Produkte aus dem Pharma- und Chemiebereich importiert oder exportiert. Die Bedeutsamkeit der Luftfracht für den Wirtschaftsstandort Deutschland wird weiter wachsen. (https://www.startfrei-online.de/reisewelt/luftfracht-neue-zahlen-belegen-den-wert-fur-den-ausenhandel/, 2016)

Die Relevanz der Luftfracht wird nachhaltig zunehmen. Die Luftfracht ist für den deutschen Außenhandel erforderlich und nicht mehr wegzudenken.

1.3 Ladeeinheiten und Lademittel

Die Ladeeinheiten und Lademittel für den Luftfrachttransport im Flugzeug werden als Unit Load Devices (ULD) bezeichnet. Der Flugzeugrumpf wird in erster Linie nach aerodynamischen Gesichtspunkten gestaltet. Die Form der Laderäume von Flugzeugen ist danach ausgerichtet. Bedingt durch die dynamischen Belastungen steigen auch die Anforderungen an die Ladesicherung. Die Lademittel werden nach den Maßen der Laderäume der Flugzeuge aufgebaut um eine optimale Auslastung und Ausnutzung zu erzielen. Weiterhin werden die Laderäume bestmöglich für das schnelle Be- und Entladen entworfen. Für sämtliche Flugzeugtypen sind verschiedene Container und Paletten vorhanden, die an die Geometrie des Flugzeugs ausgerichtet sind. Diese bestehen aus hochwertigen Aluminiumlegierungen um das Eigengewicht zu reduzieren. Außerdem sind bei der Flugzeugbeladung die Lastenverteilung und Ladungssicherung sowie der Ladeplan und die Ladereihenfolge zu berücksichtigen. (Frye, 2013, S. 226-227)

1.4 Güter der Luftfracht

Grundsätzlich sind alle Güter in der Luft transportierbar, falls sie in Flugzeuge verladbar sind. Wertvolle Waren des Maschinenbaus, der Elektro- und Chemieindustrie sowie der Automobilindustrie, wie beispielsweise Maschinenteile, Computer, Medikamente und Textilien, werden auf nahezu jedem Flughafen abgefertigt. Grund dafür ist die geringe Massenleistungsfähigkeit von Flugzeugen gegenüber bodengebundenen Verkehrsmitteln. Auch verderbliche Güter und lebende Tiere werden auf dem Luftwege befördert. (Mensen, 2007, S. 17)

Nachfolgend sind die Güterarten im Luftfrachtverkehr mit Beispielen in Klammern dargestellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1.2 Güterarten (Frye, 2013, S. 70)

1.5 Akteure im Luftfrachtmarkt

Der Transport einer Sendung fängt immer beim Versender an und endet beim Empfänger. Zwischen diesen beiden Parteien basiert der Transport auf einem Vertrag, der die Verantwortlichkeiten bestimmt. Der Versender ist dafür zuständig einen Spediteur für Organisation und Sendungsabwicklung zur Verfügung zu stellen. Er hat die wesentliche Aufgabe die Luftverkehrsgesellschaft für den Lufttransport zu beauftragen und den Transport zum Ausgangsflughafen sowie vom Zielflughafen zu organisieren. An den Flughäfen sind für die Flugvorbereitung der Fracht die Frachtabfertiger zuständig. Weiterhin sind für die Beförderung der Fracht vom Frachtabfertiger zum Flugzeug sowie für die Be- und Entladung des Flugzeugs Bodenverkehrsdienstleister verantwortlich. In der Tabelle 1.1 sind alle Beteiligten im Luftfrachtmarkt dargestellt. Die Mitwirkenden werden in fünf Kategorien des Luftfrachtmarktes veranschaulicht. Dabei gibt es verschiedene Formen dieser Akteure wie beispielsweise der Verkehrsträger (Carrier), also in der Luft oder am Boden. Auch können einzelne Aufgabenbereiche zusammengefasst werden, hier rot dargestellt. (Frye, 2013, S. 230-231)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 1.1 Akteure im Luftfrachtmarkt (Frye, 2013, S. 231)

2. Der Luftverkehr

2.1 Verkehrsmittel im Luftverkehr

Beim Transport von Luftfracht werden zwei verschiedene Methoden unterschieden. Je nach Transportanforderung wird die Fracht entweder als Beiladungsfracht in Passagierflugzeugen oder als Fracht in Frachtflugzeugen befördert.

Transport als Beiladefracht: Weltweit werden etwa 60 Prozent der Luftfracht als Beiladefracht in Passagierflugzeugen befördert. Die Fracht wird im unteren Deck (Lower deck) und die Passagiere im Oberdeck (Main deck) des Flugzeuges transportiert. Wegen der Streckenangebote und Zeitlagen sind der Transport sowie die Abfertigung von Passagieren und Luftfracht voneinander abhängig. (Buchholz, Clausen & Vastag, 1998, S. 141)

Beim Transport als Beiladungsfracht kann weniger transportiert werden als bei reinen Frachtflugzeugen. Jedoch wird der Beiladungstransport häufiger eingesetzt und es werden mehr Ziele angeflogen.

Transport mit Frachtflugzeugen: Frachtflugzeuge werden auf Verbindungen mit hohem Luftfrachtaufkommen verwendet. Sie sind an etwa 4% der Flugzeugbewegungen beteiligt. Weiterhin besteht die Möglichkeit, durch das Quick-Change-Verfahren, Passagierflugzeuge tagsüber zum Transport von Passagieren sowie Fracht einzusetzen und nachts, durch den Ausbau der Sitze, als reine Frachtflugzeuge zu nutzen. (Buchholz, Clausen & Vastag, 1998, S. 141-142)

Frachtflugzeuge verfügen über deutlich mehr Platz als beim Transport mit Beiladefracht. Der Bündelungsbedarf ist hier hoch. Dennoch werden sie nicht so oft eingesetzt wie Beiladetransporte, da weniger Ziele angeflogen werden.

2.1.1 Luftfrachtersatzverkehr

Der Luftfrachtersatzverkehr ist eine Sonderform des kombinierten Verkehrs. Anstelle des Flugzeuges erfolgt der Luftfrachtersatzverkehr mit Lkw oder Bahn im Auftrag der Luftverkehrsgesellschaften. Die Luftfracht wird dabei zwischen den Flughäfen als regelmäßiger Linienverkehr transportiert. Dieser Luftfrachtersatzverkehr wird als Road-Feeder-Service (RFS) oder Trucking bezeichnet. (Buchholz, Clausen & Vastag, 1998, S. 142)

2.2 Hub-and-Spoke-System

Vor dem Hintergrund des wachsenden Kostendrucks und der größeren Konkurrenz werden Streckennetze immer mehr als Hub-and-Spoke-Systeme aufgebaut. Das Flugnetz besteht dabei aus einer Nabe (Hub) und die darum angeordneten Speichen (Spokes). Auf den Hub-Flughäfen, auch Drehscheibe genannt, werden Passagiere und Fracht gebündelt und von dort auf Anschlussflüge verteilt. Der Verkehr von den kleineren Flughäfen zum Hub wird als Feeder-Verkehr (Zubringerverkehr) bezeichnet und die entsprechende Weiterverteilung vom Hub zu den einzelnen Flughäfen als Abbringerverkehr. Aufgrund dieser Bündelung von Passagier- und Frachtströmen können Flugzeuge effizient ausgelastet werden. Die gleiche Netzdichte wird also mit weniger Flügen erreicht. (Prinz, 2008, S. 26)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2.1 Hub Erklärung (http://www.fraport.de/content/fraport/de/konzern/flughafen-und-region/fra—hessens-tor-zur-welt/was-ist-eigentlich-ein-hub-.html, 2017)

In Abbildung 2.1 werden die Direktverbindung und das Hub-and-Spoke-System im Flugverkehr erläutert und gegenübergestellt. Ohne Hubverkehr sind zehn Flugpaare erforderlich um fünf Ziele zu verbinden. Jedoch sind im Hub-and-Spoke-System lediglich vier Flugpaare notwendig um alle fünf Ziele zu verknüpfen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 32 Seiten

Details

Titel
Vergleichende Analyse der Luftfrachtanlagen an Europäischen Hub-Flughäfen
Hochschule
Europäische Fernhochschule Hamburg
Note
2,0
Autor
Jahr
2017
Seiten
32
Katalognummer
V974377
ISBN (eBook)
9783346323491
ISBN (Buch)
9783346323507
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Luftfracht Flughafen Europa Analyse Luftfrachtanlage Logistik Transport Beschaffung Hub
Arbeit zitieren
Tom Schneider (Autor:in), 2017, Vergleichende Analyse der Luftfrachtanlagen an Europäischen Hub-Flughäfen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/974377

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