Entstehung der Eugenik und ihre Radikalisierung im Nationalsozialismus


Referat (Ausarbeitung), 1999

10 Seiten, Note: sehr gut


Leseprobe

Das von mir übernommene Referat steht nicht nur ein einem geschichtlichen, sondern auch in einem ganz aktuellen Zusammenhang:

Denn Theorien und Praxisvorschläge für eine Art Menschenzüchtung reichen nicht nur weit zurück in die Geschichte, sondern sie sind im Zusammenhang mit der Entwicklung der Gentechnologie von großer aktueller Bedeutung.

Auch wenn heute die Basis für eine mögliche "Verbesserung" des Erbguts, („Genpools“) nicht mehr unbewiesene Theorien über Rasse und Vererbung sind, sondern offensichtlich reelle naturwissenschaftliche Erkenntnisse über die Gene des Menschen zur Grundlage haben, bleibt nach meiner Ansicht doch eine Nähe zur alten Zielsetzung, der Züchtung höherwertiger Menschen. Gerade in den letzten Wochen wurde in den Medien über die Hebung der Moral in der Gesellschaft durch Genveränderung spekuliert.

Was die geschichtliche Seite anbetrifft, so setzt das Thema eine Menge Wissen um den Nationalsozialismus voraus. Außerdem ist es schwierig, allein schon von den Begriffen und den Tatsachen her Klarheit in ein gewisses Durcheinander zu bringen.

Bei Wörtern wie Rassenlehre, Erbpflege, Euthanasie, ... geht sofort die Schublade "verabscheuenswerte Gräueltaten der Nazis" auf, was ja auch nicht falsch ist, was aber eine genauere und unvoreingenommene Beschäftigung zum Beispiel mit Fragen, wie sie zum Beispiel, die Eugenik betreffen, schwer macht.

Ein populäres Beispiel ist auch der Begriff der "Euthanasie", der heute fälschlicherweise wegen der Vernichtung von "lebensunwertem Leben" durch die Nazis, die ja überhaupt nichts mit Sterbehilfe zu tun hatte, mit dem Geruch dieser Massenmorde behaftet ist.

Aber auch unabhängig von dieser politischen Problematik ist die Beschäftigung mit den vielen bei diesem Thema vorkommenden Begriffen nicht leicht. Hier möchte ich einmal aufzählen, was dabei alles vorkommt: Sozialdarwinismus, Humangenetik, Hygiene, Eugenik, Rassenhygiene, Rassenanthropologie, Rassenlehre, Rassentheorie, Rassenbiologie, Vererbungslehre, Erb- und Rassenpflege, usw. Davon gibt es dann je nach Standpunkt von Wissenschaft und Politik noch die unterschiedlichen Spielarten und Ansichten.

Ich habe deshalb auch schon aus Gründen der mir zur Verfügung stehenden Zeit nur einen relativ kleinen Teil der Dinge, die zu diesem Thema gehören, berücksichtigen können.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Darstellungen zu diesem Thema wissenschaftlicher Art sind, die in der Fachsprache geschrieben wurden und schon vom normalen Verstehen her einiges abverlangen.

Im Mittelpunkt meiner Ausführungen steht die Eugenik, die Wissenschaft vom "guten Erbe".

Sie nahm von sich in Anspruch, sagen zu können, was gutes Erbgut ist und was schlechtes, welche körperlichen und seelisch-geistigen Merkmale eines bestimmten Menschen erblich sind und welche Maßnahmen zur Verbesserung des Erbguts eines Volkes angewandt werden sollen.

Die eine Richtung kann als "positive" Eugenik bezeichnet werden. Es ging um die Verbesserung des Erbguts durch züchterische Maßnahmen in Richtung höhere Intelligenz, bessere Körperlichkeit, Schönheit oder rassische Reinheit.

Die "negative" Eugenik strebte die Beseitigung schlechten Erbguts aus der Erbmasse (heute würden wir sagen aus dem Genpool) einer Bevölkerung an.

Die Eugenik war aber nicht nur eine Wissenschaft, sie stellte auch praktische Forschungen an, um Aussagen darüber machen zu können, wie Krankheiten, Missbildungen geistige Fähigkeiten vererbt werden und welche überhaupt.

Darüber hinaus war die Eugenik auch sozialpolitisch tätig und versuchte Einfluss auf die Politik zu nehmen, um ihre Vorstellungen, wie das Erbgut verbessert werden kann (England). anzuwenden. In Deutschland ging es dabei meistens um die Frage, wie die Weitergabe von "schlechtem" Erbgut verhindert werden kann (z.B. durch Heiratsverbote und Sterilisierung).

Begründer der Eugenik ist der Engländer Francis Galton (1822-1911), der in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts damit begann, die Vererbung geistiger Fähigkeiten des Menschen zu studieren.

Durch biographisch-genealogische Untersuchungen über herausragende Persönlichkeiten Englands wies er aus seiner Sicht nach, dass geistige Fähigkeiten, insbesondere Intelligenz, ebenso erblich seien, wie körperliche Eigenschaften.

"Mit Stammbaum- und Zwillingsforschung wird die Erblichkeit körperlicher und geistiger Fähigkeiten der Menschen nachgewiesen. Die Untauglichen vermehren sich zu stark, die menschliche Rasse sieht ihrem Untergang entgegen. wenn nicht durch ´züchterische´ Maßnahmen, die die Vernichtung der ´minderwertigen´ mit einschließen, in den Evolutionsprozess eingegriffen wird." (1875)

Allein an diesem Zitat wird bereits deutlich, dass die Bezeichnungen negativ und positiv als unterschiedliche Schwerpunktsetzungen zu verstehen sind, aber dieselbe Basis haben.

[...]

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Entstehung der Eugenik und ihre Radikalisierung im Nationalsozialismus
Note
sehr gut
Autor
Jahr
1999
Seiten
10
Katalognummer
V97438
ISBN (eBook)
9783638958905
ISBN (Buch)
9783640762613
Dateigröße
388 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Eugenik, Nationalsozialismus
Arbeit zitieren
Wolfram Böttcher (Autor), 1999, Entstehung der Eugenik und ihre Radikalisierung im Nationalsozialismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/97438

Kommentare

  • Gast am 22.10.2000

    Entstehung der Eugenik und ihre Radikalisierung im Nationalismus.

    Wer hat das Recht zu sagt was schlechte oder gut Gene sind? Nur weil wir in einer Leistungsgesellschaft leben, heisst das noch lange nicht, dass Gene die anderst oder nicht nach Wunsch funktionieren schlechte Gene sind! Mir kommt dies in Deiner Arbeit zu wenig klar heraus.

    Silvia

  • Gast am 4.12.2000

    Dr..

    Fehlende Gliederung, heilloses Durcheinander

  • Gast am 12.5.2001

    Eugenik.

    Kein Inhaltsverzeichnis,
    bei einem Teil der Literaturliste kein Erscheinungsjahr
    Mit ein wenig Nacharbeit wäre die Arbeit viel benutzerfreundlicher zu machen.

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