Ziel dieser Arbeit ist die Untersuchung der sogenannten Ottawa-Charter des Jahres 1986 aus kommunikationswissenschaftlicher Perspektive. Im Rahmen dieser Arbeit wird das Zustandekommen dieser Arbeit mittels verschiedener Theorem ausgiebiger analysiert.
Der erste Teil der Arbeit widmet sich dabei dem Begriff des Empowerment, bevor in einem zweiten Teil näher auf seine fünf Kriterien und einen Modellvergleich zwischen Paul Watzlawicks Modell und dem von Friedemann Schulz von Thun erfolgen soll. Nach einem Vergleich wird dann nochmals die Charter selbst, dieses Mal im Blickwinkel des Konzepts der niederlagenlosen Konfliktlösung nach Thomas Gordon untersucht.
Inhaltsverzeichnis
1 Ottawa-Charter der WHO zur Gesundheitsförderung
2 Definition: Empowerment
3 Fünf Kriterien des Empowerments
4 Modellvergleich Paul Watzlawick mit Friedemann Schulz von Thun
5 Interpretationsversuch der Bedürfnisse
6 Die niederlagenlose Konfliktlösung nach Thomas Gordon
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht theoretische Ansätze der Kommunikation und Gesundheitsförderung und wendet diese exemplarisch auf eine innerbetriebliche Konfliktsituation im Gesundheitswesen an.
- Grundlagen der Ottawa-Charter und das Konzept des Empowerments
- Vergleich der Kommunikationstheorien von Paul Watzlawick und Friedemann Schulz von Thun
- Psychologische Analyse von Bedürfnissen am Arbeitsplatz
- Anwendung der niederlagenlosen Konfliktlösung nach Thomas Gordon
Auszug aus dem Buch
Die Jeder-gewinnt-Methode
Nachdem die Techniken der Gesprächsführung und des Zuhörens skizziert wurden, ist es an der Zeit eine adäquate Lösung für Praxis-Leitung und Praxis-Team zu finden. In der Regel kennen viele Menschen nur eine Lösung, die aus einem Konflikt resultiert. Eine der streitenden Parteien gewinnt, die andere Partei verliert. So ist es oft auch in einem Vorgesetzten-Mitarbeiter-Verhältnis. Der Vorgesetzte reklamiert den Konfliktgewinn aufgrund seiner Machtbefugnis für sich und der Angestellte ist der Verlierer. Gordon beschreibt dieses Verhalten als Methode I (die Autorität gewinnt, der Untergebene verliert). Die Bedürfnisse des Vorgesetzten bleiben somit gewahrt, die des Angestellten sind unbefriedigt:
Person C: „Wir haben damit eine nie dagewesene Distanz zu unseren Klienten, das sind jetzt Prozesse wie in einer Bank. Das Menschliche geht doch verloren!“
Praxis-Leitung: „Damit müssen Sie jetzt wohl leben. Aus wirtschaftlicher Sicht war diese Entscheidung unabdingbar.“
Gibt der Vorgesetzte allerdings nach, um einem fortschreitenden Streit aus dem Wege zu gehen, gewinnt der Angestellte den Konflikt. Gordon bezeichnet dieses Szenario als Methode II (die Autorität gibt nach, der Untergebene gewinnt). Somit bleiben die Bedürfnisse des Vorgesetzten unbefriedigt und der Angestellte obsiegt:
Person C: „Wir haben damit eine nie dagewesene Distanz zu unseren Klienten, das sind jetzt Prozesse wie in einer Bank. Das Menschliche geht doch verloren!“
Praxis-Leitung: „Sie haben natürlich recht.“
Zusammenfassung der Kapitel
1 Ottawa-Charter der WHO zur Gesundheitsförderung: Dieses Kapitel erläutert die drei zentralen Handlungsstrategien der Ottawa-Charter zur Verbesserung der Gesundheitsstruktur.
2 Definition: Empowerment: Hier wird der Empowerment-Ansatz als Methode zur Steigerung der Selbstkompetenz und zur Gestaltung der eigenen Lebenswelt definiert.
3 Fünf Kriterien des Empowerments: Das Kapitel konkretisiert fünf grundlegende Voraussetzungen für Empowerment anhand praxisnaher Beispiele.
4 Modellvergleich Paul Watzlawick mit Friedemann Schulz von Thun: Es erfolgt eine theoretische Gegenüberstellung der fünf Axiome Watzlawicks mit dem Vier-Seiten-Modell von Schulz von Thun.
5 Interpretationsversuch der Bedürfnisse: Anhand einer Fallstudie eines Praxisteams werden die hinter Aussagen liegenden Bedürfnisse der Mitarbeiter analysiert.
6 Die niederlagenlose Konfliktlösung nach Thomas Gordon: Dieses Kapitel stellt Methoden zur gewaltfreien und kooperativen Konfliktlösung im beruflichen Kontext vor.
Schlüsselwörter
Kommunikation, Ottawa-Charter, Empowerment, Patient Empowerment, Paul Watzlawick, Schulz von Thun, Axiome, Vier-Seiten-Modell, Bedürfnisanalyse, Maslow, Konfliktlösung, Thomas Gordon, Jeder-gewinnt-Methode, Aktives Zuhören, Ich-Botschaften
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit verknüpft Konzepte der Gesundheitsförderung mit psychologischen Kommunikationstheorien, um praxisnahe Lösungen für Konflikte im Arbeitsalltag zu entwickeln.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf Empowerment, den Kommunikationstheorien von Watzlawick und Schulz von Thun sowie der Anwendung der Konfliktlösungsmodelle nach Thomas Gordon.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, theoretisches Wissen in praktische Kommunikationstechniken zu überführen, um ein konstruktives Arbeitsklima zu fördern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich primär um eine Literaturanalyse, kombiniert mit einem angewandten Interpretationsversuch anhand eines Fallbeispiels aus einer medizinischen Praxis.
Was steht im Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil widmet sich dem Vergleich kommunikationspsychologischer Modelle und deren konkreter Anwendung in einem Konfliktszenario zwischen Praxisleitung und Personal.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Empowerment, Metakommunikation, Symmetrie, Komplementarität, Ich-Botschaften und die niederlagenlose Methode.
Wie unterscheidet Watzlawick analoge und digitale Kommunikation?
Watzlawick beschreibt digitale Kommunikation als verbalsprachlich und logisch, während analoge Kommunikation auf nonverbalen Signalen wie Mimik und Gestik basiert.
Warum lehnt Gordon Machtausübung in Konflikten ab?
Nach Gordon führt Machtausübung zwangsläufig zu Feindseligkeit und Rebellion, während eine niederlagenlose Lösung die intrinsische Motivation aller Beteiligten erhält.
Welche Rolle spielt die "Ich-Botschaft" nach Gordon?
Sie dient der Deeskalation, indem sie persönliche Empfindungen subjektiv ausdrückt, statt den Gegenüber durch Du-Botschaften zu bewerten oder zu unterwerfen.
Was ist der Kern der "Jeder-gewinnt-Methode"?
Der Kern ist der Verzicht auf Macht und der gemeinsame Versuch, eine für beide Seiten akzeptable Win-Win-Lösung zu finden, die die Bedürfnisse aller Parteien berücksichtigt.
- Arbeit zitieren
- Nils Eberhardt (Autor:in), 2020, Die Ottawa-Charter der WHO und fünf Kriterien von Empowerment. Eine kommunikationswissenschaftliche Analyse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/974703