Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Germanistik - Linguistik

Kooperative Dialogsysteme - Die Behandlung von Objektfehlern

Titel: Kooperative Dialogsysteme - Die Behandlung von Objektfehlern

Seminararbeit , 2005 , 17 Seiten , Note: 2-3

Autor:in: Berthold Metz (Autor:in)

Germanistik - Linguistik
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

In natürlichsprachlicher Kommunikation zwischen einem Menschen und einer elektronischen Datenverarbeitungsanlage könnte sich folgender Dialog ergeben:

U(ser): Wieviele Studenten haben 1996 in der Abschlußklausur Latein die Note "unbefriedigend" erhalten ?
S(ystem): Null.
U: Ist irgendjemand 1996 in der Abschlußklausur Latein durchgefallen ?
S: Nein.
U: Wieviele Studenten haben 1996 die Abschlußklausur Latein bestanden ?
S: Null.
U: Wurde 1996 eine Abschlußklausur Latein geschrieben ?
S: Nein.

Es liegt offensichtlich ein Problem oder Fehler vor. Die Antworten, die das System (S) dem fragenden Benutzer (U) gibt, sind formal durchaus korrekt. Doch auch wenn die Interaktion auf wörtlicher Ebene erfolgreich abgelaufen ist, wurden Us kommunikative Bedürfnisse nach Information erst nach mehrmaligem Nachhaken befriedigt. Denn U präsupponiert einen unrichtigen Sachverhalt ("1996 wurde eine Abschlußklausur Latein geschrieben."), den ein kooperativer Dialogpartner zu korrigieren hätte, um gemäß Grice eine möglichst effektive Kommunikation herbeizuführen. Eine Korrektur wurde jedoch nicht durchgeführt, da eine pragmatische Analyse ausblieb. Man nennt ein solches Verhalten "stonewalling".

Kooperative Dialogsysteme sollen dem Benutzer entgegenkommen, indem sie ihn in seinen Bemühungen unterstützen, d.h., die Anstrengungen, die er unternehmen muß, um das gewünschte Ziel zu erreichen, minimieren helfen. Kurz: sie müssen kooperativ agieren. Effekte wie das "Stonewalling" wirken gegenteilig. "′No matter how sophisticated [the] archival or reasoning capabilities [of future knowledge base systems], without development of their communicative powers, these systems will be less than fully useful.′"

Im obigen Beispiel manifestiert sich einer der Problemtypen, die bei der Programmierung kooperativer Dialogsysteme auftreten. Hier eine knappe Übersicht möglicher Problemtypen:

1) Kommunizieren ausschließlich auf Basis der wörtlichen Bedeutung führt zu Verletzungen der Griceschen Quantitätsmaxime (s.o.). Möglicher Unter- oder Überinformativität wird von Gal/Minker 1990 entgegenzuwirken versucht. Diese Arbeit befaßt sich mit der Auswahl der für eine kooperative Antwort wichtigen Informationen.
Oft beinhaltet der wörtliche Ausdruck auch eine tiefere, zu inferierende Bedeutung. Wird diese Bedeutung, das eigentlich Gemeinte, übersehen, ergeben sich ebenfalls mißverständliche und problematische Situationen (z.B. Metaphernerkennung).

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Probleme bei der Programmierung kooperativer Dialogsysteme

1.2 Der Ansatz von McCoy

2. Behandlung von Objektfehlern

2.1 Klassifizierung von Objektfehlern; Auswahl einer Antwortstrategie

2.2 Berechnung von Ähnlichkeitsbeziehungen

2.3 Die aktive Perspektive

2.4 Die Formel von Tversky

3. Anwendung an einem Beispiel

3.1 Die alte Dame und das Fahrrad

3.2 Kritik

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert Ansätze zur Gestaltung kooperativer Dialogsysteme, die in der Lage sind, Fehlannahmen von Benutzern über Objekte zu erkennen und durch gezielte, kontextabhängige Korrekturen zu berichtigen, um die Kommunikationseffizienz zu steigern.

  • Grundlagen der Mensch-Computer-Interaktion und kooperatives Dialogverhalten
  • Klassifikation und Behandlung spezifischer Fehlertypen (Präsuppositions-, Objekt- und Planungsfehler)
  • Anwendung der Tversky-Metrik zur Berechnung von Ähnlichkeitsbeziehungen zwischen Objekten
  • Implementierung einer "aktiven Perspektive" zur kontextuellen Gewichtung von Objektmerkmalen
  • Praktische Erprobung der Ansätze anhand eines domänenspezifischen Szenarios ("Fahrradkauf")

Auszug aus dem Buch

Die aktive Perspektive

Der Lösungsvorschlag von McCoy besteht darin, daß die maßgeblichen Merkmale des Objekts unabhängig von der Hierarchie bestimmt werden. Zu diesem Zwecke ist es erforderlich, eine aktive Perspektive zu errichten, die vom augenblicklichen Fokus des Diskurs bestimmt wird. Diese Perspektive wirkt als Filter, um den Wichtigkeitsgrad der einzelnen Merkmale des Objekts zu bestimmen. Die Markierung dieser Merkmale erfolgt durch Zuweisung von salience values20. Die Markierungsweise ist nun nicht mehr binär, sondern graduell. Je höher der salience value, desto wichtiger das entsprechende Merkmal. McCoy arbeitet mit Werten zwischen 0 und 1, wobei 1.0 höchste Markiertheit anzeigt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik unkooperativer Dialogsysteme ein, insbesondere das Phänomen des "Stonewalling", und stellt den Lösungsansatz von Kathleen McCoy vor.

2. Behandlung von Objektfehlern: Hier werden die Klassifizierung von Objektfehlern in "misclassifications" und "misattributions" sowie die entsprechenden Korrekturstrategien und mathematischen Berechnungsmodelle erläutert.

3. Anwendung an einem Beispiel: In diesem Kapitel wird das theoretische Modell von McCoy auf das anschauliche Beispiel eines Fahrradverkaufs übertragen, um die Anwendung in der Praxis zu demonstrieren und kritisch zu hinterfragen.

Schlüsselwörter

Kooperative Dialogsysteme, Objektfehler, Misclassification, Misattribution, Kathleen McCoy, Tversky-Formel, Salience Values, Aktive Perspektive, Benutzerwissen, Usermodel, Dialogführung, Mensch-Computer-Interaktion, Kommunikative Bedürfnisse, Stonewalling, Wissensbasis.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung kooperativer Dialogsysteme, die in der Lage sind, Fehlannahmen von Benutzern zu korrigieren, um eine effizientere Kommunikation zu ermöglichen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Erkennung und Korrektur von Benutzerfehlern, insbesondere bei der Zuordnung von Objekten zu Klassen oder Eigenschaften, sowie die mathematische Modellierung von Ähnlichkeit.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, den Ansatz von Kathleen McCoy zur Korrektur von Objektfehlern darzustellen, mathematisch zu erläutern und an einem praxisnahen Beispiel auf seine Anwendbarkeit und Nachvollziehbarkeit zu prüfen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse der Ansätze von McCoy, ergänzt durch eine formale Darstellung der Ähnlichkeitsberechnung mittels der Tversky-Formel und eine praktische Simulation anhand von Dialogbeispielen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Klassifizierung von Fehlern, die Strategien zur Widerlegung von Fehlannahmen durch Antwortschemata sowie die Berechnung von Ähnlichkeitsbeziehungen mittels salience values und Kontextfaktoren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Kooperative Dialogsysteme, Objektfehler, Misclassification, Misattribution und die Tversky-Formel charakterisiert.

Wie unterscheidet McCoy zwischen einer "misclassification" und einer "misattribution"?

Bei einer "misclassification" ordnet der Benutzer ein Objekt fälschlicherweise einer falschen Klasse zu, während er bei einer "misattribution" dem Objekt falsche Merkmale oder Eigenschaften zuschreibt.

Warum übt der Autor Kritik an der Anwendung der Tversky-Formel in den Arbeiten von McCoy?

Der Autor bemängelt, dass die konkrete Herleitung und Einsetzung der Werte in die Tversky-Formel bei McCoy nicht ausreichend transparent ist, wodurch die rechnerische Nachvollziehbarkeit des Ergebnisses erschwert wird.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Kooperative Dialogsysteme - Die Behandlung von Objektfehlern
Note
2-3
Autor
Berthold Metz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
17
Katalognummer
V97476
ISBN (eBook)
9783638959285
ISBN (Buch)
9783656068051
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kooperative Dialogsysteme Behandlung Objektfehlern
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Berthold Metz (Autor:in), 2005, Kooperative Dialogsysteme - Die Behandlung von Objektfehlern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/97476
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  17  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum