Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Politik - Grundlagen und Allgemeines

Die Kernkategorien des regulationstheoretischen Ansatzes. Akkumulationsregime und Regulationsweise

Titel: Die Kernkategorien des regulationstheoretischen Ansatzes. Akkumulationsregime und Regulationsweise

Essay , 2020 , 11 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Malte Scholz (Autor:in)

Politik - Grundlagen und Allgemeines
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

In diesem Essay sollen die Kernkategorien des regulationstheoretischen Ansatzes, welche sich unter den Begriffen Akkumulationsregime und Regulationsweise zusammenfassen lassen, erklärt und die gesellschaftsanalytische Brauchbarkeit der Regulationstheorie dargestellt werden. In diesem Kontext soll zunächst der regulationstheoretische Ansatz vorgestellt werden, um dann näher auf diese Kernkategorien eingehen zu können. Im zweiten Teil dieser Arbeit soll die Theorie dann auf ihre Praktikabilität hin überprüft werden.

Die Regulationstheorie ist kein klar abgrenzbarer, monotheoretischer Ansatz, sondern stellt vielmehr ein empirisch und methodisch-theoretisch unabgeschlossenes Forschungsprogramm bzw. eine heuristische Konzeption dar. Dennoch lassen sich einige grundlegende Merkmale darstellen. Das Konzept dient der kritischen Hinterfragung kapitalistischer Strukturen und insbesondere der Beantwortung der Frage, wie es möglich ist, dass der Kapitalismus trotz seiner inhärenten Widersprüche bisher fortbestehen konnte.

Diese Widersprüche drücken sich vor allem in hegemonialen Strukturen aus. Also solchen Strukturen, in welchen eine Gruppe über andere Gruppen herrscht und somit die eigenen Rahmenbedingungen festlegt und festigt, unter welchen sie den eigenen Profit weiter steigern kann. Der Begriff der Regulation knüpft deshalb an folgende Frage an: Wie ist eine auf arbeitsteiliger Privatproduktion und Warentausch beruhende Gesellschaft überhaupt möglich und was gewährleistet ihre Reproduktions- und Bestandsfähigkeit trotz des im Lohnarbeitsverhältnis wurzelnden Antagonismus?

Der Begriff der Regulation verdeutlicht also vor allem das Überwinden der Vorstellung, der Markt sei einer Selbstregulation unterlegen, welche zu einem ökonomischen Gleichgewicht im Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage führe, wie es in neoklassischen Gleichgewichtstheorien gedacht wird.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der regulationstheoretische Ansatz

3. Das Akkumulationsregime

4. Die Regulationsweise

5. Kritik an der Regulationstheorie

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretischen Kernkategorien der Regulationstheorie, namentlich das Akkumulationsregime und die Regulationsweise, und bewertet deren analytische Brauchbarkeit für die Gesellschaftsanalyse unter Berücksichtigung aktueller Kritikpunkte.

  • Grundlagen und theoretische Einordnung der Regulationstheorie
  • Analyse der Funktionsweise und Bedeutung des Akkumulationsregimes
  • Untersuchung der Regulationsweise als stabilisierendes Element
  • Kritische Reflexion der theoretischen Schwachstellen, insbesondere in Bezug auf Staatstheorie und Globalisierung

Auszug aus dem Buch

Die Regulationsweise

Die Regulationsweise ist eine an das Akkumulationsregime angepasste, institutionelle Regulation, welche sich auf sozialer, ökonomischer und gesellschaftlicher Ebene vollzieht. Lipietz definiert die Regulationsweise als „[…] die Gesamtheit institutionalisierter Formen, Netze, expliziter oder implizierter Normen, die die Vereinbarkeit von Verhältnissen im Rahmen eines Akkumulationsregimes sichern, und zwar sowohl dem Zustand der gesellschaftlichen Verhältnisse als auch über deren konfliktuelle Eigenschaften hinaus“ (Lipietz 1985, 121). Regulation finde also nicht „[…] durch ein zentrales oder einheitliches Subjekt […]“ statt, sondern begreife sich als vielfältigen „[…] Prozess sozialer Auseinandersetzungen […]“, aus welchem sich spezifische institutionelle Formen und Werte entwickeln, deren Gesamtheit sich als Regulationsweise verstehen lässt (Sablowski 1998, 21).

Betrachtet man beispielsweise die kapitalistische Phase des Fordismus, welche auf Massenproduktion, Massenkonsum, somit der Bindung von Arbeit an Kapital und einer Ausweitung von Lohnverhältnissen beruhte, so forderte dieses Akkumulationsregime einen Ausgleich in Form von Regulation, um die daraus entstandenen gesellschaftlichen Widersprüche abfedern zu können. In der Folge bildeten sich also eine „[…] allgemeine Arbeitsdisziplin, stabile und stetig steigende Lohneinkommen und soziale Sicherungssysteme als Mittel der Konsumstabilisierung […] heraus (Hirsch 1996, 49–50). Die Regulationsweise im Fordismus beruhte somit auf Werten wie „Konsumismus, Wachstum und Fortschritt“, welche als Regulationsweise starke soziale Netze erforderten (Hirsch 1996, 50). Die Art und Weise, wie reguliert wird, orientiert sich folglich daran, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu sichern, und gleichzeitig die Kapitalakkumulation innerhalb eines Akkumulationsregimes unter Berücksichtigung der gesellschaftlichen Widersprüche zu maximieren (vgl. Hirsch 1996, 50).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Kernkategorien der Regulationstheorie ein und definiert das Ziel der Arbeit, die Theorie auf ihre gesellschaftsanalytische Brauchbarkeit zu prüfen.

2. Der regulationstheoretische Ansatz: Dieses Kapitel erläutert die Grundannahmen der Regulationstheorie als heuristisches Forschungsprogramm zur Untersuchung kapitalistischer Krisen und gesellschaftlicher Stabilität.

3. Das Akkumulationsregime: Hier wird das Konzept des Akkumulationsregimes als Verfahrensweise der Kapitalreproduktion und des Verhältnisses von Produktions- und Konsumnormen detailliert dargelegt.

4. Die Regulationsweise: Das Kapitel definiert die Regulationsweise als institutionelles Gefüge, das die Vereinbarkeit von gesellschaftlichen Verhältnissen innerhalb eines Akkumulationsregimes sichert.

5. Kritik an der Regulationstheorie: Dieser Abschnitt thematisiert zentrale Kritikpunkte, insbesondere den nationalstaatlichen Fokus, die Vernachlässigung politischer Akteure und das Problem der empirischen Operationalisierung.

6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Regulationstheorie trotz theoretischer Defizite ein wertvolles Instrument zur kritischen Analyse der Krisenanfälligkeit kapitalistischer Gesellschaften bleibt.

Schlüsselwörter

Regulationstheorie, Akkumulationsregime, Regulationsweise, Kapitalismus, Kapitalakkumulation, Lohnverhältnis, soziale Verhältnisse, Institutionen, Krisentheorie, Fordismus, Nationalstaat, Staatstheorie, ökonomische Reproduktion, gesellschaftlicher Zusammenhalt, Systemstabilität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Regulationstheorie und analysiert, wie diese Ansätze zur Erklärung gesellschaftlicher Strukturen und kapitalistischer Entwicklungen beitragen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf der Erläuterung der Begriffe Akkumulationsregime und Regulationsweise sowie der kritischen Auseinandersetzung mit der Anwendung dieser Theorie auf moderne Gesellschaften.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die Kernkategorien des Ansatzes zu erklären und deren gesellschaftsanalytische Brauchbarkeit sowie deren Grenzen kritisch zu bewerten.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte theoretische Analyse, um verschiedene regulationstheoretische Konzepte und ihre Kritikpunkte zu synthetisieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Theoriegrundlagen, die Definition von Akkumulationsregime und Regulationsweise sowie eine umfassende kritische Reflexion dieser Begriffe.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Regulationstheorie, Akkumulationsregime, Regulationsweise, Kapitalakkumulation und Krisenanfälligkeit.

Wie unterscheidet sich die Regulationstheorie von neoklassischen Modellen?

Im Gegensatz zur Neoklassik geht die Regulationstheorie nicht von einem historisch ungebundenen Markt aus, sondern begreift den Markt als dynamische, historisch und kulturell variierende Institution.

Welchen Stellenwert nimmt der Staat innerhalb der Theorie ein?

Der Staat ist laut der Regulationstheorie ein zentraler Akteur, dessen Rolle jedoch in der Theorie häufig als unterdeterminiert kritisiert wird, was Erweiterungen durch staatstheoretische Ansätze notwendig macht.

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Kernkategorien des regulationstheoretischen Ansatzes. Akkumulationsregime und Regulationsweise
Hochschule
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover  (Institut für Soziologie)
Veranstaltung
Zur Theorie der Regulation
Note
1,0
Autor
Malte Scholz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
11
Katalognummer
V974800
ISBN (eBook)
9783346323224
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Akkumulationsregime Regulationsweise Regulationstheorie Kritik Brauchbarkeit Marx Politische Ökonomie Lipietz
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Malte Scholz (Autor:in), 2020, Die Kernkategorien des regulationstheoretischen Ansatzes. Akkumulationsregime und Regulationsweise, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/974800
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  11  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum