Die Heidengesetzgebung unter Konstantin der Große


Seminararbeit, 2000

8 Seiten


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Gliederung:

1 Einleitung

2 Die Heiden

3 Die Religion in Rom

4 Konstantin der Große
4.1 Das Leben Konstantin des Großen
4.2 Der Übergang in das Christentum
4.3 Drei Möglichkeiten der Anerkennung der Kirche

5 Die Gesetzgebung unter Konstantin
5.1 Die Veränderungen in der Gesetzgebung unter Konstantin der Große
5.2 Weiterentwicklung in der Gesetzgebung nach dem Tot Konstantins

1 Einleitung

In dem Proseminar „Die Entwicklung des Rechts von den Anfängen bis zum Codex Justinian" haben wir uns mit verschiedenen Themen in der Entwicklung des Rechts beschäftigt. Wir haben unter anderem über das Konzil von Chalcedon, die Entwicklung des Rechts in Griechenland, die Rechtsstellung der Frau, die Judengesetzgebung unter Konstantin und noch viel mehr gesprochen. Im Rahmen dieses Proseminars, habe ich mich mit dem Thema der Heidengesetzgebung um Konstantin den Großen befasst.

Im folgenden möchte ich mich nun noch einmal genauer mit diesem Thema befassen. Inhaltlich möchte ich mich mit den Heiden allgemein anfangen. Was sind die Heiden überhaupt? Was waren ihre Mythen? Wie lebten sie?

Weiter soll die Frage geklärt werden was Religion in Rom überhaupt war, wie wurde mit der Religion umgegangen und wie wurde sie aufgefasst?

Nach diesen einleitenden Fragen wird ein Kapitel über Konstantin der Große folgen. Sein Leben und sein Machtstreben sollen betrachtet werden. Das Thema über die Christianisierung wird folgen, wobei in diesem Thema auf die Gesetzgebung um Konstantin eingegangen werden wird und die darausfolgenten Veränderungen in Rom. Sein Verhältnis zu „Nichtchristen" wird untersucht. Wie wirkten sich die Gesetzesänderungen auf die Heiden aus? Wie wurden die Gesetzesveränderungen von den Heiden aufgenommen? In den letzten Kapiteln soll es nochmals um die Veränderungen in der Gesetzgebung gehen und welche Veränderungen, beziehungsweiße welche Weiterentwicklungen, nach Konstantins tot stattfanden.

Ich hoffe mit diesen Punkten einen Einblick in das Thema geben zu können und die Themen genauer zu behandeln als es (aus zeitlichen Gründen) in dem Referat möglich war.

2 Die Heiden

Als Heiden bezeichnet man im Allgemeinen Menschen die nicht Christlich sind.

„Begriff, der auf religiösem Gebiet in seiner exklusiven & ursprünglichen Anwendung alle Menschen bezeichnet, die nicht die christliche Taufe empfangen hatten & daher außerhalb der Kirche standen; seit Beginn der Neuzeit nur noch für Bekenner nichtmonotheistischer Religionen gebräuchlich (also nicht für Juden & Muslime angewandt), heute meist durch „Nichtchristen" ersetzt."(

3 Die Religion in Rom

In Rom hatte die Religion fast keine individuellen oder persönlichen Elemente. Das bedeutet, das die Religion nicht die Sache des Einzelnen war, sondern das sie eine Staatsfunktion erfüllte. Die Religion war also nicht das was wir heute darunter verstehen, sie war nicht für den Einzelnen, sondern für die Gemeinschaft.

Die innere Überzeugung in dieser Religion war völlig sekundär. Das hieß nun das die Religion in Rom kein Glaube war, sondern mehr eine Tat.

Die römische Religion hatte beinahe keine Mythen, das heißt die Religion ist nicht vergleichbar mit der griechischen Religion, die ja fast nur durch ihre Mythen und Legenden lebte. In der römischen Religion spielte der Kult eine große Rolle. Der Kult war alles. Der Kult lebte in Rom vor allem durch Opfer, das heißt der Kult war zur Hauptsache Opfer. Dadurch zeichnet sich deutlich ab, das es hier in Rom ein Handel gab, ein Handel zwischen Menschen und der Gottheit. Das Verhältnis der Menschen zur Gottheit war also von Handel und Unterhaltung gekennzeichnet.

Der Erwerb von: Erfolg, Wohlfahrt, Frieden und Macht war nicht Ziel des Einzelnen, sondern Ziel für die Gemeinschaft, es war also religiöse Staatssache, aber der Staat hatte auch kultische Staatspflichten. Durch die Ausübung dieser Staatspflichten sollte die Gunst der Götter erworben werden.

Durch die gemeinsamen Kulte bildete sich eine Einheit im Reich bzw. wurde dadurch eine Einheit erreicht. Dies führte zu einer engen Bindung der Bürger an Rom. Die Bürger waren nicht an die Kirche gebunden, aber doch wohl an den Staat.

4 Konstantin der Große

4.1 Das Leben des Konstantin des Großen

„Konstantin auch Konstantin der Große lateinisch Flavius Valerius Constantinus.

War römischer Kaiser von 306 bis 337. Konstantin wurde am 27.Februar 272 (oder um 280) in Naissus geboren, Konstantin verstarb bei Nikomedia am 22.Mai 337. Konstantin war der Sohn des Kaisers Constantinus I. Chlorus und von Helena.

Konstantin war Vater von Konstantin der II.

Konstantin wurde bei der Thronfolgeordnung von 305 übergangen. Nach dem Tod seines Vaters am 25.Juli 306 wurde er im britannischen Eburacum (York) von den römischen Truppen zum Augustus ausgerufen.

Da der ranghöchste Augustus Augustus, Galerius, stattdessen Servus und nach dessen Tod 308 Licinius zum Augustus im Westen ernannte und Konstantin nur als Caesar anerkannte, suchte Konstantin in vorübergehender Zusammenarbeit mit Maximian und dessen Sohn Maxentius zunächst seine Herrschaft in Britannien, Gallien und Spanien auszubauen. Nach der Beseitigung Maximians und dem Tod des Galerius wandte er sich im Einvernehmen mit Licinius gegen Maxentius, den er am 28.Oktober 312 an der Milvischen Brücke vernichtend schlug. Konstantin, zugleich durch Senatsbeschluss zum ranghöchsten Augustus erhoben, war damit Herr über den Westen gewunden, während Licinius nach der Niederwerfung des Maximinus Daia (313) im Osten herrschte. In der Folgezeit wurde der Gegensatz durch die religiösen Differenzen vertieft. Während Konstantin seit 312 das Christentum förderte, begünstigte Licinius die alte Religion.

Der Krieg von 324 brachte durch die Siege von Adrianopel und Chrysopolis über Licinius die Alleinherrschaft für Konstantin.

Er verlagerte den Schwerpunkt seiner Herrschaft auf den Osten. Das aus dem alten Byzanz gegründete und am 11.Mai 330 eingeweihte Konstantinopel wurde Resistenz und als „ Neues Rom" mit eigenem Senat zur zweiten Hauptstadt des Reiches ausgebaut.

Obwohl die Hinrichtung seines ältesten Sohnes Crispus und seiner Gattin Fausta einen Schatten auf Konstantin warf, feierte ihn die von dem Kirchenhistoriker Eusebios von Caesarea begründete christliche Überlieferung als Vorbild des wahren Herrschers. Auf ihn berief sich aber auch der byzantinische Cäsaropapismus. Durch die Beisetzung in der Apostelkirche zu Konstantinopel wurde Konstantin als 13.Apostel geehrt. Er zählt zu den Heiligen der armenischen, griechischen und russischen Kirche.

Nach seinem Tod wurde das Reich unter seinen Söhnen Konstantin II. , Constantius II. und Constans aufgeteilt."

4.2 Der Übergang in das Christentum

Seit der Schlacht an der Milvischen Brücke bekannte sich Konstantin offen zum Christentum. Erzählungen nach soll Konstantin dort eine christliche Erscheinung gehabt haben, die ihm zum Christentum führte, beziehungsweiße vom Christentum überzeugte.

Getauft wurde Konstantin jedoch erst kurz vor seinen Tod.

312 ließ er auf den Schilden der Soldaten das Christiegramm anbringen, später auch auf einer Standarte, dem Labarum. Mit dem 313 erlassenen Toleranzedikt verfügte Konstantin die Restitution des unter Diokletian enteigneten Kirchengutes und die Gleichstellung des Christentums mit der antiken Religion.

313 griff er in den Donatistenstreit ein. Er bemühte sich um die kirchliche Einheit, bei dem sich politische und religiöse Motive miteinander verbanden. 325 berief er zur Schlichtung des arain. Streites das Konzil von Niccäa ein, dessen Entscheidungen er wesentlich beeinflusste. Konstantin förderte das Christentum durch Steuerbefreiung der Kleriker, Sonntagsheiligung und Kirchenbauten, dies besonderst in Rom, Trier und Palästina.

4.3 Drei Möglichkeiten der Anerkennung der Kirche

Es gab drei Möglichkeiten der Anerkennung der Kirche. Die erste Möglichkeit war, das der Staat jede Ideologie fahren lässt, er gab alle Religionen frei und wird ein neutraler Staat. Die zweite Möglichkeit war, das der Staat dazu über geht, sich auf eine christliche Ideologie zu gründen, wobei die Kirche im öffentlichen Leben den Platz der römischen Staatsreligion eingenommen hat.

Die dritte und letzte Möglichkeit war, das die Kirche die Initiative an sich riss und dadurch versuchte das Staatsleben so zu gestalten, wie sie das vom Evangelium her für geboten erachtete.

Nun stellt sich die Frage welche von Konstantin verwirklicht wurden?

„Unter der Berufung seiner Taten und eigenen Worte könnte man sich für alle drei entscheiden. Es findet sich bei ihm Staatsneutralität wie die Versuche der Christianisierung des Staatslebens, sowohl die Respektierung der Freiheit der Kirche wie die Versuche sie mit Gewalt in seine Politik einzuschalten" (Kirche und Kaiser-Hendrik Berkhof Evangelischer Verlag AG. Zollikon- Zürich )

5. Die Gesetzgebung unter Konstantin der Große

Zitat : „Er erließ viele neue Gesetze, manche sinnvoll und angemessen, aber die meisten Überflüssig und einige von unbilliger Härte."( )

Konstantin gehörte nicht zu den großen Gesetzgebern des alten Roms, viele seiner Erlasse zeigen Tendenzen zu erbarmungsloser Strenge.

Unter seiner Regierung wurden viele Berufsstände zu einer Art Kaste gemacht, was wiederum den Söhnen die Freiheit nahm, in einen anderen Berufsstand zu gehen als ihre Väter, sie waren also an ihre Familie gebunden.

Korruption und Ämterkauf wurden gnadenlos bestraft.

Viele Gesetze die durch Konstantin beschlossen wurden, spiegeln unmittelbar christliche Denkweisen oder aber auch Gebräuche wider. So wurde es beispielsweiße Juden verboten sich christliche Sklaven zu halten.

Einige der drastischen Bestimmungen befassten sich mit sexuellen Verfehlungen jeglicher Art. So sollten zum Beispiel Vergewaltiger, denen ihre Schult nachgewiesen werden konnte, lebendig verbrannt werden.

Die christliche Kirche war eine Minderheit, wenn auch eine sehr starke.

Obwohl Konstantin seit 312 überzeugter Christ war, ging er bei der Einführung der neuen Staatsreligion recht zögerlich vor. So unternahm Konstantin erst mal keinerlei Versuche den Kult der alten Götter einzuschränken oder zu verbieten, aber nach der Niederlage des Licinius wurden heidnische Opfer verboten. Kaiserliche Beamte wurden in die Ostprovinzen entsandt, um die Schätze der heidnischen Tempel zu konfiszieren.

Konstantin schloss heidnische Beamte nicht von den Staatsämtern aus, doch in späteren Jahren spielten Bischöfe bei Hofe und in der Politik die Hauptrolle.

5.1 Die Veränderungen in der Gesetzgebung unter Konstantin der Große

Konstantin schaffte Missstände im Steuerwesen ab, egal was Konstantin auch tat; wenn es um die Steuern ging beschwerten sich Christen wie Heiden gleichermaßen. Konstantin war nie zum Zwang übergegangen. Er hatte nicht vor die Heiden gewaltsam zu zwingen zum Christentum über zu gehen. Er wollte sie langsam aber sicher gewinnen. Konstantin sah es als Berufung die Heiden in den „Schoß" der Kirche zu führen. So sagte er selbst: „Ihr seid Bischöfe über das Kirchenvolk; ich bin von Gott sozusagen eingesetzt als Bischof über die Heiden."

So kann man mit diesem Zitat erkennen das Konstantin sich als Missionar fühlte.

Die offiziellen staatlichen Verlautbarungen blieben aber noch lange in vieler Hinsicht, wenn nicht heidnisch, so doch neutral. Konstantin behielt den Titel „Oberpriester" (Pontifex Maximus) bei, aber dieser Titel verpflichtete ihn zu nichts, er war also ungebunden. Bis 317 zeigten Münzen weiter die Bilder von Jupiter und von Sol Invictus, später wurden mit unter christliche Darstellungen angebracht. Die alte Ideologie verschwand nach und nach. So wurden Kaiserverehrungen verboten. Es durften keine Opfer mehr bei offiziellen feierlichen Anlässen gebracht. Die alte Religion wurde ihren Schicksal überlassen, der Kaiser begünstigte die christliche Kirche. In Antiochien, Jerusalem, Konstantinopel, Rom und anderen Städten wurden prächtige Kirchen gebaut. Die Benachteiligung der Unverheirateten wurde aufgehoben. Der Klerus wurde von allen staatlichen Verpflichtungen befreit, das bedeutete das in bestimmten Fällen Bischöfe die richterlichen Befugnisse erhielten. Der Kirche wurde das Asylrecht und die Erbberechtigung geschenkt. In Byzanz durften keine Tempel mehr gebaut werden, aber dafür wurden Kirchen immer mehr. Christliche Darstellungen schmückten die Plätze und der Sonntag wurde als allgemeiner Ruhetag eingeführt.

Aber nach 324 verblasste das Bild der Neutralität zugunsten des Bildes der Bevorzugung der Kirche.

Aber, es ist nur ein einziges Gesetz gegen heidnische Kulte bekannt und dieses ist auch noch recht unbedeutend. Dieses heißt: „Opfer zum Zwecke von Wahrsagerei sind in Privathäusern verboten" Möglicherweise galt dies auch als allgemeines Opferverbot, es sollte also gegen Eingeweideschau, Zauberei und Weissagungen vorgegangen werden. Hier wird also die Aussage das Konstantin kein großer Gesetzgeber war deutlich. Mit der Zeit wurden Konsequenzen deutlich. Die Kehrseite war das es unmöglich schien das Heidentum weiterhin in seiner offiziellen und öffentlichen Position zu belassen. Die alte Götterwelt und ihr Kult waren im Bewusstsein der gebildeten Heiden schon seit längeren nicht mehr lebendig. Der Staat hielt diese Welt aber künstlich am leben, denn Altäre, Tempel und Götzenbilder waren mit dem Staatsleben offiziell verbunden. Konstantin beseitigte verschiedene unsittliche Kulte.

Der Codex Theodosianus wurde geschrieben, im 16. Gesetzbuch im 10.Kapitel gab es Gesetze gegen das Heidentum.

5.2. Weiterentwicklung in der Gesetzgebung nach dem Tot Konstantins

Den Gesetzen von Konstantin folgten die Gesetze seiner Söhne. Eines hieß „ Aberglaube hat zu verschwinden. Der Unsinn der Opfer ist abzuschaffen."

Die Tempel welche außerhalb der Stadtmauern standen durften stehen bleiben, aber in der Stadt selbst wurden keine mehr errichtet. Denn aller Aberglaube sollte gänzlich ausgerottet werden. Statt dessen wurden nun Kirchen errichtet.

Die Gesetze verboten aber nicht nur das Heidentum, sondern auch die Ketzerei.

Die Gesetze wurden aber meistens nur mangelhaft durchgesetzt beziehungsweise durchgeführt. Aber, die Gesetze wurden nach und nach immer schärfer. Jetzt wurde die Zerstörung der Tempel wird jetzt zum Gebot.

Im allgemeinen wurde die kaiserliche Intoleranz gegen die Heiden und die Ketzer in der Kirche dankbar hingenommen, ja sogar begrüßt und ermutigt.

Selbst die meisten Heiden hielten die Entscheidung des Staates für notwendig.

Literaturverzeichnis:

- „Kirchengeschichte als Missionsgeschichte"; Band I Die Alte Kirche; Chr. Kaiser Verlag
- „Die Römischen Kaiser-Herrscher von Augustus bis Konstantin"; Bechtermünz Verlag
- „Kirche und Kaiser" - Hendrik Berkhof Evangelischer Verlag AG. Zollikon- Zürich
- „Brock Haus" - Enzyklopädie Band 12 KIR-LAG

8 von 8 Seiten

Details

Titel
Die Heidengesetzgebung unter Konstantin der Große
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Veranstaltung
Proseminars: Die Entwicklung des Rechts von den Anfängen bis zum Codex Justinian
Autor
Jahr
2000
Seiten
8
Katalognummer
V97485
Dateigröße
390 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Heidengesetzgebung, Konstantin, Große, Proseminars, Entwicklung, Rechts, Anfängen, Codex, Justinian
Arbeit zitieren
Katharina Demuth (Autor), 2000, Die Heidengesetzgebung unter Konstantin der Große, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/97485

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