Kassel - eine wissenschaftsgeschichtliche Führung


Seminararbeit, 1999

34 Seiten


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Inhaltsverzeichnis

Einführung

Historischer Überblick Die Stationen

1. Holländischer Platz - GhK

2. Gießhaus

3. Martinsplatz - höhere Gewerbeschule

4. Renthof

5. Zwehrenturm

6. Fridericianum - documenta

7. Ottoneum - Naturkundemuseum

8. documenta-Halle

9. Orangerie - Museum für Astronomie und Technikgeschichte

10. Schöne Aussicht - Gebrüder Grimm

11. Weinberg - Reste der Henschelvilla

12. Murhardsche Bibliothek - Handschriftensammlung

13. Landesmuseum

14. Stadtmuseum

15. Hauptbahnhof - KulturBahnhof Die Touren

Zur eigenen Tour-Planung Stadtkarte

Literaturverzeichnis

Anhang - Prismaartikel von K.-J. Euler ´76

Einführung

Diese Arbeit ist als Anleitung zu einer Stadtführung gedacht und geplant. Sie stellt jedoch nur die Grundinformationen und Anregungen zur Verfügung und soll nicht das eigene Ideenschmieden und Nachdenken ersparen. Das Thema ist schwerpunktmäßig die Geschichte der Naturwissenschaft in Kassel. Diese wird anhand von Gebäuden und wichtigen Personen dargestellt. Die zu den Stationen zugehörigen Texte können prinzipiell vorgelesen werden - deshalb wurde auf lange Sätze und Einschübe zumeist verzichtet - sinnvoller ist es jedoch, frei vorzutragen. Um dafür die nötige Sicherheit zu gewinnen, ist eine ausführliche historische Übersicht vorangestellt, die in Stichworten Ereignisse Kassels in den zeitlichen Rahmen einordnet. Sollte nach praktischen Erfahrungen die Routenzusammenstellung unpassend sein, so kann und sollte sie verändert werden. Zur schnellen Lektüre seien die beiden Artikel von Euler in der Zeitschrift Prisma empfohlen (sie sind als Anhang beigefügt). Sonst steht im Stadtarchiv und der Bibliothek des Stadtmuseums viel sortiertes und nicht sortiertes Material zur Verfügung.

Leider sind nicht mehr viele historische Gebäude erhalten und nur mit viel Kartenmaterial sind die Stellen der zerstörten Gebäude mit historischem Leben zu füllen. Für eine Führung ist dies zu aufwendig, um sich selbst ein Bild zu verschaffen aber sehr aufschlußreich und empfehlenswert. Zudem soll diese Führung den Teilnehmer nicht mit zuviel Informationen überhäufen und nicht länger als eineinhalb, maximal zwei Stunden dauern. Es werden deswegen folgende Touren vorgeschlagen (weitere Informationen siehe auch Seite 17-19):

- Der schnelle Überblick: Eine Tour ist, von der GhK startend, mit dem Fahrrad über den Martinsplatz, den Renthof, die Orangerie, das Ottoneum, den Zwehrenturm, das Fridericianum, über die schöne Aussicht zum Weinberg, der Murhardschen Bibliothek, und vom Stadtmuseum schließlich zum Hauptbahnhof geplant. Dies ist die längste Stecke und erfordert sicherlich die meiste Vorbereitung und Reduzierung des dargebotenen Materials. Mehr als das nötigste an Information ist bei der Vielzahl der Stationen nicht zu empfehlen. Mit der Station GhK erschließt sich ein gut zu erreichender Ausgangspunkt.

- Der Gesamtüberblick in zwei Teilen: Die Tour wird an zwei Tagen stattfinden. Zuerst ist ein Rundkurs vom Ottoneum über die Orangerie, den Renthof, vom Martinsplatz zum Zwehrenturm, über das Fridericianum wieder zum Ottoneum geplant. Der zweite Tag wird ein Spaziergang von der schönen Aussicht über den Weinberg, die Murhardsche Bibliothek und das Stadtmuseum zum Hauptbahnhof. Auf der ersten Tour werden die zeitlich früheren Abschnitte der Wissenschaftsgeschichte Kassels erfaßt, auf der zweiten die geschichtlich späteren.

- Die frühe Wissenschaft: Eine kurze Tour führt zu Fuß von der Orangerie über das Ottoneum zum Fridericianum. Die Orangerie ist mit dem Auto, dem Fahrrad und öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen und den meisten bekannt. Die Tour kann um die Station Martinsplatz oder Renthof erweitert werden (für Teilnehmer mit viel Elan). Der Schwerpunkt der Gebäude legt die Auseinandersetzung mit der alten Wissenschaft in einem Zeitraum von 1550 bis 1780 nahe.

- Wissenschaft und Industrie: Diese Tour führt zu Fuß vom Hauptbahnhof über das Stadtmuseum zu den Resten der Henschelvilla. Der Hauptbahnhof ist mit allen Verkehrsmitteln gut erreichbar. Die Gebäude legen eher einen technischen und späteren Bereich der Wissenschaft, etwa im zeitlichen Rahmen von 1770 bis 1950 nahe. Zum Landesmuseum und zu den Gebrüder Grimm (die schöne Aussicht ist ja nicht weit vom Weinberg) sollte man einige Worte verlieren. Eine längere Erkundung der Parkanlage auf der Suche nach den Gebäuderesten wäre vielleicht eine spannende Herausforderung für die Teilnehmer.

Die Texte sind zwar Stationen zugeordnet - meist handeln sie von Personen und deren Orte des Wirkens - sie können aber von diesen gelöst und an anderer Stelle vorgetragen werden. Letztendlich ist die Zusammenstellung willkürlich und rearrangierbar. Ob und was an dieser Tour-Planung zuviel ist, wird die Praxis erweisen. Daran wird sich dieser Bericht messen müssen und angepaßt werden.

Die reinen Fußwege sind unten (S. 18) angegeben. Die Angaben zu der Gesamtdauer einer Führung beruhen auf reinen Schätzwerten, da keine Erfahrungswerte vorlagen. Den Artikeln zu den Stationen sind die Literaturhinweise aus der nachfolgenden Literaturliste angefügt. Die Bücher werden durch ihre Nummern repräsentiert. Nummern in einfachen Klammern geben Literatur an, die für den Inhalt des Artikels von zentraler Bedeutung nicht ist. Nummern in eckigen Klammern verweisen auf Texte, deren Inhalt kaum erwähnt wurde.

Historischer Überblick

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Stationen:

1. Holländischer Platz - GhK

Die heutige GhK wurde 1971 eröffnet. Sie entstand unter Integration verschiedener älterer Akademien. Als Vorläufer der GhK können das Collegium Carolinum (Ottoneum), das Collegium Adelphicum Mauritianum mit der Universität (Renthof) und die höhere Gewerbeschule (Martinsplatz) angesehen werden. In deren Tradition wurden Ende des 19. Jahrhunderts mehrere Akademien ins Leben gerufen. 1866 wurde die Gewerbliche Zeichenschule gegründet, 1881 wurde sie zur Zeichen- und Kunstgewerbeschule erweitert, 1903 in Königliche Kunstgewerbeschule umbenannt und 1933 zur Meisterschule des deutschen Handwerks. Im zweiten Weltkrieg wurde sie zerstört. 1947 wurde als Nachfolgerin die Staatliche Schule für Handwerk und Kunst eröffnet, die 1950 unter dem Namen Staatliche Werkkunstschule Kassel lief und 1970 in der Hochschule für bildende Künste aufging. 1895 wurde das städtische Konservatorium gegründet, 1939 mit einem Musikseminar verbunden und 1955 zur Musikakademie umgewandelt. 1896 wurde die Königliche Bauwerkschule eröffnet. 1918 wurde sie in Staatliche Bauwerkschule umbenannt und 1935 in Staatsbauschule. 1898 wurde die Deutsche Kolonialschule GmbH gegründet die ab 1919 ausbildete. Nach dem zweiten Weltkrieg gingen das Deutsche Institut für tropische und subtropische Landwirtschaft und die Deutsche Ingenieurschule für ausländische Landwirtschaft daraus hervor. 1912 wurde das Evangelische Fröbelseminar in Kassel eingerichtet, aus dem 1969 die Evangelische Höhere Fachschule für Sozialpädagogik hervorging. 1921 wurde die höhere Lehranstalt für praktische Landwirte gegründet, 1935 wurde sie zur höheren Landbauschule und 1966 zur Ingenieurschule für Landbau in Witzenhausen. 1947 wurde das pädagogische Institut gegründet, 1963 das Pädagogische Fachinstitut gebildet. 1948 wurde die Kunstakademie als Staatliche Werkakademie neu eröffnet. 1960 wurde sie zur Staatlichen Hochschule für bildenden Künste umgewandelt und 1968 zu Hochschule für bildende Künste. 1970 ging in ihr die Staatliche Werkkunstschule auf. 1955 wurde die Staatliche Ingenieurschule für Maschinenbau gegründet, die 1963 in Staatliche Ingenieurschule für Maschinenwesen Kassel umbenannt wurde. 1964 wurde die Höhere Wirtschaftsfachschule eröffnet. 1969 konstituiert sich der Arbeitskreis Universität Kassel, aus dem 1977 der Kasseler Hochschulbund e.V. hervorgeht. 1970 wurde für Kassel der Bau einer Integrierten Gesamthochschule beschlossen, 1971 öffnen sich die Tore des Lehrbetriebs. 1974 wurde der erste integrierte Diplomstudiengang nach dem Kasseler Modell in Sozialwesen eingerichtet. 1978 waren die ersten ehemaligen Henschelgebäude am Holländischen Platz von der GhK nutzbar. 1985 wurde der Hochschulstandort Holländischer Platz mit neuen Hörsaalzentren, Wohnheimen, Bibliothek und Wirtschafts- und Sozialwissenschafts-Gebäudekomplex bezogen. 1988 wurde die neue Mensa eröffnet. 1995 waren über 18000 Studenten eingeschrieben, mehr als das doppelte der vorgesehenen Studienplätze. Im gleichen Jahr wurde der letzte große Bau am Holländischen Platz beendet, der Technikneubau III/2. Die GhK profiliert sich mit der Einrichtung innovativer Professuren und Projekten, wie zum Beispiel der Professur für Kunststoff- und Recyclingtechnik oder dem Zusammenschluß der Witzenhäusener Fachbereiche zu einem neuen namens Landwirtschaft, Internationale Agrarwissenschaft und ökologische Umweltsicherung.

Vertiefende Literatur: 11, 14, 15

2. Gießhaus

1836 brannte das alte Gießhaus in der Weserstraße aus. Das neue Gebäude mit freitragender und feuersicherer Kuppel wurde vor der Stadt 1837 eingeweiht. Planer und Bauherr war Carl Anton Henschel. Der erste große Guß war das von Werner Henschel geschaffene Bonifatius- Denkmal in Fulda. Schon während der Bauarbeiten findet das Dach ob seiner Neuartigkeit große Aufmerksamkeit und Resonanz. 1935 wurde das Gießhaus zu einem Werksmuseum vor allem im Eingangsbereich umgebaut. 1976 - 77 wurde es restauriert und seitdem wird der Bau als Aula der GhK für Ausstellungen und Vorträge genutzt. Dabei wurde das Dach erneuert und aus Sicherheitsgründen die Kuppelaußenfläche um 30 cm aufgestockt. Die gegenüberliegende Halle K 13 wurde zur Panzerherstellung genutzt (K stand für Kasseler Werk, da noch zwei weitere Werke z.B. Werk Mittelfeld (M) in Kassel existierten). Bekannte Persönlichkeiten:

Christian Carl Henschel (1759 - 1835) kam 1777 nach Kassel. Er arbeitete in der Glocken- und Geschützgießerei Kassels, die er 1795 übernahm. 1780 heiratete er die Tochter des damaligen Leiters der Gießerei, Friedericke Storck. 1785 erhielt er zusammen mit seinem Schwiegervater das Monopol der Glocken-, Kanonen- und Feuerspritzenproduktion in Kassel. 1796 ergänzte er das Fertigungsprogramm der Gießerei durch Bau des ersten deutschen Bleiwalzwerks. 1810 mußte er unter Druck der Franzosen in das schon 1799 erworbene Nachbarhaus umziehen. Er wurde seines Postens als Stückgießer enthoben und gründete ein privates Unternehmen. 1813 wurde er von dem zurückgekehrten Kurfürsten wieder in sein Amt eingesetzt, löste aber seine Privatfirma nicht auf. Bis 1817 war nicht der älteste Sohn Carl Anton, sondern der jüngere Johann Werner (1782 - 1850) Mitinhaber der Firma. Erst dann wurde Carl Anton, der bis 1845 ehrenamtlich im Staatsdienst war, Teilhaber der Firma. In diese trat er erst nach Verlassen des Staatsdienstes ein. Die Einbindung Johann Werners in das Unternehmen, belastete deutlich seine künstlerische Arbeit als Bildhauer. Trotzdem errang er 1830 den Titel eines Professors.

Carl Anton Henschel (1780 - 1861) besuchte das Friedrichsgymnasium und die Kunstakademie, bevor 1797 als unbesoldeter Accessist beim Baudepartment in den Staatsdienst ging. 1800 richtete er in der Saline Sooden bei Allendorf eine neue Saug- und Druckpumpe nach eigenen Vorstellungen ein. 1803 wurde er Baumeister bei der Saline zu Schmalkalden. 1816 führte er dem Kurfürsten Wilhelm I. ein Modell seines ersten Dampfwagens vor. Trotz der Bestätigung 1817 als Teilhaber am väterlichen Unternehmen erfüllte er weiterhin seine Funktionen als Oberberginspektor und ab 1832 als Oberbergrat. 1819 entwirft er ein hydraulisches Kettengebläse für die hessische Eisenhütte Rommershausen. Im Jahre 1832 reiste Carl Anton nach England und sah sowohl die Überlegenheit der englischen Technik, als auch die Armut der Arbeiter. 1835 spielte er eine tragende Rolle bei der Gründung des Kurhessischen Vereins für Eisenbahnen. 1837 entwirft er die Henschel-Turbine, ein Patent darauf bleibt ihm jedoch versagt. Um die gleiche Zeit wurden verbesserte Dampfkessel entwickelt, die der Firma wirtschaftliche Erfolge brachten. 1843 baute Henschel in Zusammenarbeit mit einer Hann.-Mündener Firma das erste Dampfschiff in Hessen. Nach der zweiten Fahrt wurde dem Schiff das Anlegen am Kasseler

Pier amtlich aufgrund einer Beschwerde der Wäschereien verboten, und es mußte verkauft werden. 1845 trat er vollständig aus dem Staatsdienst und überließ zugleich die Geschäftsleitung seinem Sohn Georg Alexander Carl (1810 - 1860). Er gewann im gleichen Jahr den ersten Preis in einem Wettbewerb um die besten Sicherheitsvorkehrungen gegen das Explodieren von Dampfkesseln und stieg in den Lokomotivbau ein. Im Jahre 1848 verließ die erste Lokomotive die Henschelwerke. 1854 gründete er eine betriebseigene Krankenkasse. Bis 1861 wurden noch fünfzig Lokomotiven hergestellt.

Sophie Henschel (1841 - 1915) geborene Caesar, Frau von Oscar Henschel (1837 -1894) bekam als ,,Brautschmuck" 1862 ein gemeinsames Fest mit den Arbeitern der Henschelwerke geschenkt. Seit dem Tag ist sie in die Geschäfte ihres Mannes eingeweiht. 1866 gliederte Oscar eine Invaliden-, Witwen- und Waisenkasse an die Krankenkasse an. 1887 wurde der Henschelfond zur Unterstützung in Not geratener Arbeiter gegründet. 1894 übernahm sie die alleinige Führung über die Firma ihres Mannes - wie in dessen Testament vorgesehen - und gab sie erst 1900 nach einem Schlaganfall an ihren Sohn Karl (1873 - 1924) ab. 1898 wurde von Sophie ein Fond für rekonvaleszente Henschelarbeiter gegründet, die keinen Anspruch mehr auf die Krankenkasse hatten. 1905 wurde eine Schule zur Fortbildung und Aufnahme der eigenen Lehrlinge gegründet. Daran war auch eine Haushaltungsschule zur Ausbildung der Töchter und jungen Frauen der Arbeiter angegliedert. Sie führte als erste deutsche Geschäftsfrau ein Unternehmen dieser Größe zu noch größerem Erfolg, obwohl die Entwicklung der Elektrolok allein von Siemens & Halske in Berlin betrieben wurde. Aber ebenso groß wie ihr geschäftlicher Erfolg war ihr soziales Engagement. Vertiefende Literatur: 3, 36, 39

3. Martinsplatz - höhere Gewerbeschule

Die höhere Gewerbeschule wurde 1832 eröffnet. Sie stand unter der Leitung dreier Direktoren, v. Baumbach, Schwedes und Rudolph. Zunächst befand sie sich an der Karlstraße, wurde aber wenige Jahre später an die Martinskirche in das Dörnberg`sche Haus verlegt. 1839 übernahmen Hehl und Burhenne das Direktorium. 1848 kam Philippi hinzu, der 1849 alleiniger Direktor wurde. Von 1851 bis 1868 übernahm Hehl als alleiniger Direktor die Schule. Während dieser Zeit waren zum Beispiel Wöhler (1832 - 1836), Buff (1834 - 1838), Bunsen (1836 -1839, Burhenne und Philippi als Dozenten an der Schule. Ebenso wurde zum erstenmal in der Geschichte ein Dozent einer Universität an eine höhere Gewerbeschule versetzt. Carl Georg Winkelblech kam als Nachfolger Bunsens aus Marburg. Er wurde jedoch als Chemiker nicht bekannt. Unter dem Pseudonym Karl Malo verfaßte er aber ein anerkanntes wirtschafts-wissenschaftliches Werk: System der Welt-Ökonomie oder Organisation der Arbeit. Die höhere Gewerbeschule erlangte über die Region hinaus keinen besonderen Einfluß und wurde auch als Polytechnikum bezeichnet. Die Schule verlor ihren anfänglichen Standard, Wünsche nach einer höheren Handelsschule wurden laut. Nur wenig wurde für die Schule getan. 1866 wurde Kassel preußisch. 1865 wurde die alte Schule zu klein und zunächst ein Haus am Holländischen Tor zugemietet. 1868 stellte die Regierung 120000 Taler für den Neubau an der Ecke Kölnischen Straße / Kurfürstenstraße zur

Verfügung. 1870 wurde in Aachen eine weitere polytechnische Schule eröffnet und Preußen hatte plötzlich deren vier; aber nur Mittel für drei. Dennoch wurde die Kasseler Schule noch nicht geschlossen. 1873 wurde das neue Gebäude bezogen, 1881 die Handelsklasse angegliedert und die Schule in Gewerbe- und Handelsschule umbenannt. 1888 wurde schließlich die Schule endgültig geschlossen.

Bekannte Persönlichkeiten:

Friedrich Wöhler wurde am 18.07.1800 in Eschersheim geboren. Sein Vater war nach einem Verwürfnis mit Wilhelm II. als dessen Stallmeister aus Kassel geflohen. 1823 promovierte er in Heidelberg zum Doktor der Medizin. 1825 ging er an das Gewerbe-Institut in Berlin, wo er Chemie unterrichtete. Dort entstanden seine großen Arbeiten über Knall- und Cyansäure, die Synthesen der organischen Verbindungen Oxalsäure und Harnstoff und die Darstellung von Beryllium und Aluminium. Den Ruf 1832 nach Kassel an die höhere Gewerbeschule nahm er wohl aus familiären Gründen an. Seine erste Frau war seine Cousine Franziska aus Kassel, die er im Jahre 1830 geheiratet hatte. 1836 folgte er dem Ruf nach Göttingen um Strohmeyer nachzufolgen, während seine Stelle von dessen Schüler, Bunsen übernommen wurde. Er starb 1882.

Am 30.11.1811 wurde Wilhelm Eberhard Robert Bunsen in Göttingen geboren. Er studierte in Göttingen Chemie, Physik, Mathematik, Mineralogie, Geologie, Botanik und Anatomie und promovierte 1831 zum Dr. phil. bei Friedrich Strohmeyer. Für die Arbeit erhielt er ein Reisestipendium, das ihn durch Europa führte. 1833 habilitierte er in Göttingen über ,,... Verbindungen der Doppelcyanüre mit Ammoniak". Er fand mit dem Arzt Berthold in Göttingen 1834 das Antidotum Arsenici. 1836 kam er nach Kassel an die Gewerbeschule. Er forschte dort an Kakodylverbindungen in einem kleinen Labor ohne Gas- und Wasseranschluß oder Abzug. Diese sind sehr giftig, zum Teil explosiv, übelriechend und beinhalten die Gruppe -As(CH3)2. 1836 untersuchte Bunsen die Hochofenprozesse in der Eisenhütte Veckerhagen (20 km nördlich von Kassel) und entwarf das Prinzip der heutigen Hochöfen. Bunsen beschäftigte sich auch mit der Straßenbeleuchtung der Stadt. Im gleichen

Jahr explodierte eine Probe Kakodyloxids und er wurde schwer am Auge verletzt. Außerdem vergiftete er sich dabei mit Arsen. Kurze Zeit später starb sein Vater. 1839 ging er nach Marburg. Dort entstanden seine Arbeiten über das Bunsen-Element und das Fettfleck - Photometer. Der Bunsenbrenner, die Spektralanalyse und die Wasserstrahlpumpe entstanden später in Heidelberg. Dort starb er 1899.

Rudolph Amandus Philippi wurde 1808 geboren und promovierte 1830 zum Dr. med. Als Professor für Naturgeschichte kam er 1835 an die höhere Gewerbeschule. Sein Forschungsschwerpunkt lag bei fossilen und rezenten Mollusken. 1849 wurde er für ein Jahr alleiniger Direktor der höheren Gewerbeschule. 1850 mußte er Kassel aus politischen Gründen verlassen und wanderte 1851 nach Chile aus. Dort wurde er 1853 Professor für Zoologie und Botanik an der Universität Santiago, später Direktor des Naturhistorischen Museums und des botanischen Gartens. Diesen hatte er selbst ins Leben gerufen. Er beschrieb über noch 3000 neue Pflanzen bis er 1904 starb.

Vertiefende Literatur: 1, 11, 14, 15

4. Renthof

Der erste Bau, der nicht mehr vorhanden ist, entstand an derselben Stelle und ist 1501 zum ersten Mal belegt. In Rechnungen wurde die rentstobe, die szolstobe, die melchkammer, das bruwehaus und des schultheißen stall erwähnt. Der Gebäudekomplex wurde also noch wirtschaftlich genutzt. Der jetzige Gebäudekomplex entstand überwiegend durch größere Bautätigkeiten von 1579 - 1618. Wilhelm IV. ließ 1579 den Neubau errichten und das alte Gebäude abreißen, um darin eine Kanzlei, ein Münzlaboratorium und eine Bibliothek einzurichten. Die Bibliothek bildete den Grundstock der heutigen Landesbibliothek. Er ließ einen größtenteils unterirdischen Geheimgang zu seinem Schloß bauen, um jederzeit in die Sitzungen kommen zu können. 1587 wurde das Gebäude wegen Platzmangels erweitert. 1599 zog zusätzlich das von Moritz gegründete Collegium Mauritianum in das Gebäude. 1601 wohnten 8 Studenten im Renthof, 1602 sind Sprachkurse in italienisch und französisch nachgewiesen. Teile der Schule befanden sich jedoch im Stadtschloß. 1618 wurden die Kanzlei und die Schule zusammengelegt und in die Ritterschule, das Collegium Adelphicum Mauritianum umgewandelt. 1624 zog das Konsistorium aus Marburg in das Gebäude ein, wo es sich immer noch befindet. Die erste Universität Kassels, entstanden durch politische und konfessionelle Auseinandersetzungen, zog 1629 offiziell ein. Das Collegium wurde in die Universität integriert. Der Gründungsdirektor Johann Grocius erschlug mit seinem Amtshammer nachts den Kornett Canis, der bei Grocius Tochter fensterlte. Er wurde sofort beurlaubt, jedoch zwei Jahre später rehabilitiert. Seine Schuld stand nicht zweifelsfrei fest, zudem soll Canis ihn mit dem Degen bedroht haben. Während der ganzen Zeit des Bestehens herrschte an der Universität akute Geldnot. Die versprochenen Gelder und die Einnahmen aus Gütern und Gehöften flossen - wenn überhaupt - nur unregelmäßig in die Kassen. 1653 wurde die Schule mit dem Zerfall der Universität geschlossen und statt dessen hatten verschiedene Ämter zu verschiedenen Zeiten in dem Gebäude ihren Sitz. 1768 wurden die Befestigungsanlagen Kassels und des Schlosses aufgegeben, wodurch auch am Renthof Umbauten nötig werden. 1821 wird durch das Organisationsedikt die Rechtspflege von der Verwaltung unterschieden. 1830 tritt ein Zivilgericht und das höchste Landesgericht, das oberste Appellationsgericht im Renthof auf. 1882 werden letzte Umbauten vorgenommen, im Westen wird der Eingang verbreitert und die Ostverbindung zur Brüderkirche wird beim Umbau zu einem Polizeigefängnis geopfert. 1950 werden - bis auf das Konsistorium - alle Behörden in den Neubau Regierungspräsidium verlegt.

Bekannte Persönlichkeiten:

Landgraf Moritz der Gelehrte (1572 -1629, reg. 1592 - 1627) sprach mehrere und verstand elf Sprachen, darunter Persisch, Syrisch und Hebräisch. Er war wissensdurstig auf allen Gebieten der Kunst und Wissenschaft, schrieb Gedichte und komponierte. Er gründete das erste deutsche alchimistische Laboratorium mit einer bedeutenden wissenschaftlichen Büchersammlung und ließ 1604 bis 1606 als erstes deutsches festes Theater das Ottoneum erbauen. Dabei wurde er als ein oft herrischer und ungerechter Zeitgenosse geschildert. 1616 erließ er die erste Medizinalordnung, worin er Regeln für Ärzte, Apotheker und Hebammen festsetzte. Gleichzeitig war er davon überzeugt, man könne Gold künstlich herstellen. Er gründete auch das Collegium Adelphicum Mauritianum, eine Ritterschule. Vertiefende Literatur: 7, 8, 11, 13, 14, 15

5. Zwehrenturm

Der einzige erhaltene Turm der ursprünglichen Befestigungsanlage wurde um 1330 erbaut und 1343 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Seine Gelasse dienten als Gefängnis für Adelige, war aber ein stinkendes dunkles Loch. Von Anfang an besaß der Turm eine Glocke. 1616 wurde der Turm mit Schiefer gedeckt und hatte um diese Zeit herum noch vier Ecktürmchen. 1665 wurde der Turm erneuert und 1707 von Landgraf Karl umgebaut. Dabei soll er verschönert worden sein und die Kuppel wurde mit einem Drehwerk versehen. Damir sollte das gesamte Stockwerk um die eigene Achse gedreht werden, um den Himmel besser beobachten zu können. Aufgrund des Gewichts der Kuppel funktionierte es jedoch nicht besonders gut und wurde auf den Turm des Ottoneums umgesiedelt. Es existiert heute nicht mehr. 1767 wurde eine neue Glocke eingesetzt und nur ein Jahr später die Spitze des Turmes auf Veranlassung Friedrich II. abgetragen. Die Glocke und die Turmuhr kamen auf die Neue Garnisonskirche. 1779 wurde auch der Kuppelhelm entfernt und der Turm an das Fridericianum angebaut und baulich durch Simon du Ry angeglichen. Ein neues Observatoriumszimmer wurde von Breithaupt eingerichtet. 1913 wurden die astronomischen Gerätschaften dem neuen Landesmuseum überstellt. Im dritten Stock befindet sich ein Mauerquadrant und an der Südfront ist eine bemerkenswerte Sonnenuhr angebracht. Sie zeigt nicht nur die Stunden des Tages, sondern auch den Kurvenverlauf der Sternbilder und die Sonnenstände im Verlauf der Monate in Form einer Lemniskate - achtförmige Kurve - der Monate an.

Bekannte Persönlichkeiten:

Landgraf Wilhelm IV. (der Weise) (geb. 1534, reg. 1567 - 1592) war eine Autorität auf dem Gebiet der Mathematik und Astronomie. Er gründete vor seinem Regierungsantritt 1549 die erste Sternwarte auf dem Schloß, nur 78 Jahre nach der ersten deutschen Sternwarte Deutschlands. Er konstruierte mehrere Uhren und führte die Zeitbestimmung als wesentliches Beobachtungsmoment in die Astronomie ein. Er war auch an Biologie, Medizin und Technik interessiert. 1590 züchtete er Kartoffeln in dem 1568 angelegten botanischen Garten (einer der ersten Deutschlands). Er legte ebenso den Grundstock der Naturalien- und Raritätensammlung (der Sammlung im Ottoneum), der astronomischen Sammlung (in der Orangerie) und der Landesbibliothek.

Jost Bürgi wurde 1552 in Lichtensteig/ Toggenburg in der Schweiz geboren. 1579 kam er nach Kassel. Er war Hofuhrmacher und Astronom. Zwischen 1580 und 1600 stellte er mehrere Himmelsgloben mit Uhrwerk her. 1588 erfand er zeitgleich mit Napier die Logarithmen und nutzte sie in seinen Berechnungen. 1592 brachte er im Auftrag Wilhelm IV. einen silbernen Himmelsglobus zu dessen Neffen Kaiser Rudolph II. nach Prag. Er wurde als kaiserlicher Hofuhrmacher angestellt, blieb jedoch trotzdem größtenteils in Kassel wohnen. 1632 starb er in Kassel.

Vertiefende Literatur: 7, 8, 14, 15

6. Fridericianum - documenta

1769 wurde dieses Gebäude von dem Architekten Simon Louis du Ry unter Friedrich II. erbaut. Erst nach zehn Jahren konnten die Bauarbeiten beendet werden. Die gefundenen alten unterirdischen Gewölbe mußten aus statischen Gründen aufgefüllt werden. Die Geister schieden sich schon während der Arbeiten an diesem Bauwerk. Die einen fanden es mißlungen, es läge zu tief in der Erde - obwohl sogar der Friedrichsplatz zum Teil abgetragen wurde! Andere waren begeistert und verglichen es mit dem Britischen Museum in London. Sowohl die Gemälde-, Raritäten- und naturkundliche Sammlung aus dem Ottoneum als auch die Landesbibliothek aus dem Renthof wurden in dem neuen Bau untergebracht. Es wurde das erste öffentlich zugängliche Museum Deutschlands. Zugleich war es die Landesbibliothek. 1808 wurde es unter französischer Herrschaft zu einem Palais des Etats umgewandelt. Der Architekt Grandjean de Montigny nahm starke Veränderungen an dem Gebäude vor und schuf unter anderem einen großen Ständesaal. Nach unterschiedlichen Angaben wurde dieser nur 2 oder immerhin 12 mal benutzt. 1828 kam es zu kleineren Umbauten im Inneren des Gebäudes. 1888 wurde der Naturalienteil der Sammlung an das Ottoneum zurückgeführt. 1911 bis 1913 wurden große Teile der Sammlung an das neue Landesmuseum am Wilhelmshöher Platz (jetziger Brüder-Grimm-Platz 5) übergeben und das Fridericianum wurde nur noch als Landesbibliothek genutzt. Schon 1941, zwei Jahre vor dem alles vernichtenden Luftangriff wurde das Gebäude zerstört und brannte aus. 1953 gründete Arnold Bode die Gesellschaft Abendländische Kunst des 20. Jahrhunderts. Im gleichen Jahr wurde das Fridericianum notdürftig wieder in Stand gesetzt, bevor es 1955 für die documenta freigegeben wurde. Seit der ersten unter Arnold Bode entstandenen documenta findet hier alle 4-5 Jahre die zentrale Ausstellung der weltbekannten Kunstausstellung statt. Vertiefende Literatur: 4, 5, 7, 8

7. Ottoneum - Naturkundemuseum

Das Ottoneum wurde 1604 bis 1606 durch den Architekt Wilhelm Vernukken erbaut. Landgraf Moritz ließ es als erstes festes Theater Europas bauen. Zu der Zeit besaß das Gebäude einen zentralen Turm. Dort befand sich auch für kurze Zeit die Sternwarte. 1696 ließ Landgraf Karl das Gebäude zu einem Kunsthaus umbauen und es erhielt die fürstliche Gemälde-, Raritäten- und die naturkundliche und astronomische Sammlung. Der Grundstock der Sammlungen wurde von Wilhelm IV. 1568 gelegt und durch dessen Nachfolger Moritz ergänzt. 1709 gründete Karl das Collegium Carolinum an denen Forster, Soemmering und du Ry tätig waren. 1779 zog die Sammlung in das neu errichtete öffentliche Fridericianum um. Erst 1888 wurden die Naturobjekte der Sammlung wieder dem Ottoneum zurückgeführt, das nun Preußisches Naturalienmuseum hieß. 1928 ging das Gebäude in den Besitz der Stadt Kassel über und heißt seitdem Naturkundemuseum. Im Jahr 1943 wurde das Gebäude schwer beschädigt und über die Hälfte der Sammlung ging verloren. Von 1949 bis 1954 wurde das

Gebäude nach historischem Vorbild wieder aufgebaut. Die Sammlung konnte durch Aufkäufe und Forschungsarbeiten wieder vergrößert werden. Bekannte Ausstellungsstü>Goethe - Elefant, erstes lebendiges Herbar (Ratzenberger), Gehölzbibliothek (Schildbach) Bekannte Persönlichkeiten:

Landgraf Wilhelm IV. (der Weise) (geb. 1534, reg. 1567 - 1592) war eine Autorität auf dem Gebiet der Mathematik und Astronomie. Er gründete vor seinem Regierungsantritt 1549 die erste Sternwarte auf dem Schloß, nur 78 Jahre nach der ersten deutschen Sternwarte Deutschlands. Er konstruierte mehrere Uhren und führte die Zeitbestimmung als wesentliches Beobachtungsmoment in die Astronomie ein. Er war auch an Biologie, Medizin und Technik interessiert. 1590 züchtete er Kartoffeln in dem 1568 angelegten botanischen Garten (einer der ersten Deutschlands). Er legte ebenso den Grundstock der Naturaliensammlung und der Landesbibliothek.

Landgraf Moritz der Gelehrte (1572 -1629, reg. 1592 - 1627) sprach mehrere und verstand elf Sprachen, darunter Persisch, Syrisch und Hebräisch. Er war wissensdurstig auf allen Gebieten der Kunst und Wissenschaft, schrieb Gedichte und komponierte. Er gründete das erste deutsche alchimistische Laboratorium mit einer bedeutenden wissenschaftlichen Büchersammlung und ließ 1604 bis 1606 als erstes deutsches festes Theater das Ottoneum erbauen. Dabei wurde er als ein oft herrischer und ungerechter Zeitgenosse geschildert. 1616 erließ er die erste Medizinalordnung, worin er Regeln für Ärzte, Apotheker und Hebammen festsetzte. Gleichzeitig war er davon überzeugt, man könne Gold künstlich herstellen. Er gründete auch das Collegium Adelphicum Mauritianum, eine Ritterschule. Georg Forster nahm 1772 - 1775 an der zweiten Reise von James Cook teil. 1778 kam er als Professor der Naturgeschichte und Direktor des Naturalienkabinetts an das Collegium Carolinum nach Kassel. Er blieb nur sechs Jahre, da er sich hier nicht wohl fühlte. Er beklagte sich über die schlechten Vorkenntnisse der Studenten und über die Bibliothek. Forster verfaßte eine Reihe von Reisebeschreibungen und er gilt als der Schöpfer der vergleichenden Völkerkunde. 1784 verließ Forster Kassel um nach Wilna zu ziehen. Er gehörte den Rosenkreuzern an und verstarb verarmt 1795 in Paris. Seine Reisesammlung liegt in Göttingen. Zwischenzeitlich war er als Namenspatron für die GhK im Gespräch. 1989 wurde die Forstergesellschaft mit Sitz in Kassel gegründet.

1755 geboren, wird Samuel Thomas von Soemmering 1779 nach Kassel berufen. Erst ein Jahr zuvor hatte er in Göttingen seinen Doktor gemacht. Seine Forschungen reichten von alchimistischen Arbeiten über anatomische, anthropologische bis hin zum Gasglühlicht und

Ballonversuchen. 1784 schrieb er in einem Brief, er habe Bläschen aus Ziegenfruchtblasen steigen lassen und versuche sich an einem Kubus von 5/4 Ellen, bei dessen Füllen mit Gas auch Goethe geholfen habe, ,,allein die Übereilung machte den Versuch nicht gelingen"(Euler ´76, Teil 2, S. 48). Goethe bat Soemmering ihm den Schädel eines, bei einem Unfall ums Leben gekommenen Elefanten zu leihen. Er hatte an mehreren Säugerschädeln den Zwischenkieferknochen (Os intermaxillare) verglichen und ihn ebenfalls am menschlichen Schädel gefunden. Auch am Elefanten fand Goethe den Zwischenkieferknochen und konnte so die Evolutionstheorie stützen. Soemmering schrieb in Kassel seine Abhandlung über die Vereinigung der Sehnerven. 1784 verließ Soemmering Kassel um Professor in Mainz zu werden. 1809 erfand er den galvanischen Telegraphen, der 1812 eine Reichweite von etwas mehr als 3 Kilometer hat. Weitere Arbeiten veröffentlichte er in München über Sonnenflecken oder das Gasglühlicht. Er starb 1830 in Frankfurt.

Vertiefende Literatur: 1, 7, 8, 10, 14, 15

8. documenta-Halle

1992 wurde das Gebäude im Rahmen der documenta 10 als Ausstellungshalle erbaut. Es sollte die räumlichen Möglichkeiten des als documenta-Hauptgebäude genutzten Fridericianum erweitern. Es enthält auch aktuelle Ausstellungen. Vertiefende Literatur: 27

9. Orangerie - Museum für Astronomie und Technikgeschichte

Das Gebäude wurde von 1703 bis 1709 erbaut. Der Architekt ist nicht bekannt, aber wahrscheinlich war es eher der Italiener Francesco Guerniero als Paul du Ry. Es wurde als Nebengebäude eines viel größeren Schlosses am anderen Ende des Orangeriegartens geplant, welches jedoch nie gebaut wurde. Es wurde als Sommerresidenz und im Winter als Gewächshaus genutzt. 1761 wurde die Orangerie von den Franzosen als Lazarett benutzt. 1807 dient ein Teil des Gebäudes Geromes Unterrichtsminister als Wohnung. 1814 wurde ein gewaltiges Fest zu Ehren der siegreich heimkehrenden Truppen aus Frankreich gegeben. Das Gebäude wurde vernachlässigt und nur notdürftig unter größeren Verlusten der original Bausubstanz 1830 und 1872 instand gesetzt. In den Sommern wurde das Bauwerk als Ausstellungsort genutzt. 1870 fand die allgemeine Industrieausstellung hier statt, die Kassel den Anschluß an die industrielle Entwicklung sicherte. Zeitweilig wurde es als Ausstellungsfläche der documenta genutzt. Seit 1992 befindet sich das Museum für Astronomie und Technikgeschichte mit Planetarium hier.

Zu dem Gebäude gehört ein Garten und die Karlsaue. Der erste Teil des Gartens entstand schon unter Wilhelm IV. und Moritz auf dem heutigen Hessenkampfbahngelände, die 1924 erbaut und 1926 eingeweiht wurde. Während der zweiten Weltkrieges landeten 20 Bomben auf dem Gelände und erst 1948 konnte die Anlage wieder genutzt werden. Das erste große Stadion Kassels wurde erst 1953 mit dem Auesstadion errichtet. Erste Belege für die restliche Karlsaue finden sich 1701. Erst 1711 werden die letzten Landstücke am Ufer der kleinen Fulda zugekauft. Zu Landgraf Karls Zeiten befand sich auf dem Gelände eine Ansammlung von Tierhäusern. 1722 wurde der Garten erweitert, vergrößert und ausgebaut.. Dabei entstand auch unter Schwierigkeiten die Insel Siebenbergen. 1764 wird die große Rasenfläche vor der Orangerie geschaffen. 1765 - 66 entsteht unter Friedrich II nahe der kleinen Fulda ein botanischer Garten. Pflanzen, die nicht in der Orangerie Platz finden, werden in Gewächshäusern nahe der Fulda untergebracht. Zu der damaligen Zeit galt der Garten mit über 300 Bäumen als Attraktion. 1781 - 89 ließ Wilhelm IX. den Park in seine jetzige englische Form umgestalten. Um 1787 wird häufiger auch auf einer durch Hecken gebildete Bühne im Park Theater gespielt. 1798 taucht zum ersten Mal der Name Powlinggreen auf. 1822 - 64 wird die Karlsaue noch einmal zu einem der bedeutendsten Gärten Deutschlands. Besonders die Insel Siebenbergen beeindruckt durch ihre Natürlichkeit und Vielfalt : ,,der vollständigste Frühlingsgarten Deutschlands!". Kurzfristige Eingiffe wurden während der Bundesgartenschau 1955 in der Karlsaue vorgenommen. und 1981 kam die Bundesgartenschau noch einmal in die Karlsaaue, schloß aber auch die am anderen Ufer liegende Fuldaaue mit ein. Davon blieb noch lange der Name BuGa-See und BuGa-Gelände erhalten.

Bekannte Ausstellungsstü>ältester Dampfzylinder der Welt (von Papin), Foucault`sches Pendel, Rekonstruktion der ersten institutionellen Sternwarte (der Balkon des Stadtschlosses)

Bekannte Persönlichkeiten:

Landgraf Karl (geb. 1654, reg. 1677 - 1730) war vor allem an Malerei, Baukunst und Technik interessiert. Während seiner Italienreisen kaufte er Ausstellungsstücke wie Broschen, Gemmen und Meßgeräte für das Fridericianum. Er war der erste Fürst, der sich für die Wissenschaft und die Natur der Region interessierte. Er holte Hugenotten und reformierte Heidelberger nach Kassel und förderte intensiv die Industrie der Region. 1709 gründet er das Collegium Carolinum als Vorschule für die hessischen Universitäten.

Denis Papin wurde 1647 in Blois/ Loire in Frankreich geboren. Nach einem Medizinstudium wurde er in Versailles Assistent von Huygens, der 1673 den Schießpulvermotor erfand. Er arbeitete mit Boyle in England und erfand dort den Digestor, einen Druckdampfkochtopf mit Sicherheitsventil. Einige Zeit arbeitete er in Venedig und kehrte dann nach Frankreich zurück. Dort mußte der Calvinist 1685 fliehen, da Ludwig XIV. das Edikt von Nantes aufhob. Wiederum ging er nach London, folgte aber dann 1688 dem Ruf nach Marburg, später nach Kassel. Er verbesserte den Huygenschen Pulvermotor und erfand die Zentrifugalpumpe. Mit deren Hilfe sollte er fuldanah gelegene Teile der Karlsaue trockenlegen, was ihm aber mißlang. Er griff dann erfolgreich auf seine Erfahrungen mit Wasserdampf zurück. Er entwarf ein Tauchboot und eine Dampfwagen, ebenso eine Windbüchse. 1708 verließ er Kassel mit einem eigenen Boot mit Heckschaufelrad. In Hannoversch-Münden wird das Schiff zerstört, weil Papin die Durchfahrtgebühren nicht zahlen wollte. Das Schiff wurde vermutlich nicht mit Dampfkraft oder dem Pulvermotor angetrieben, sondern mit Treträdern. Über den Landweg gelangte er nach England. Dort fand er keine Aufnahme, da er als Konkurrent des Dampfpumpen-Erfinders Savery galt und mit dem Rivalen Newtons, Leibniz nämlich, befreundet war. Seit 1712 ist er in England verschollen.

Vertiefende Literatur: 7, 8, 10 (18, 22)

10. Schöne Aussicht - Gebrüder Grimm

Das Brüder Grimm Museum befindet sich im Schloß Bellevue, das 1714 von dem Architekt Paul du Ry erbaut wurde. Es wurde von Landgraf Karl als Sternwarte genutzt. Die neue Galerie wurde 1871 -74 erbaut und 1877 unbemerkt von den Kasseler Bürgern eröffnet. Das Gebäude entstand auf dem Platz des Bellevuer Marstall, der zusammen mit einem die Karlsaue verdeckenden Zaun abgerissen wurde. Die Preußen ließen es als Gemäldegalerie errichten. Hier wird die staatliche und städtische Kunstsammlung mit Gemälden und Plastiken von 1750 bis zur Gegenwart ausgestellt.

Bekannte Ausstellungsstü>Grimmsches Handexemplar der Kinder- und Hausmärchen in zwei Bänden, Installation von Beuys

Bekannte Persönlichkeiten:

Jacob Grimm (1785 - 1862) und Wilhelm Grimm (1786 - 1859) kamen 1806 mit ihrer Mutter und ihren vier Geschwistern zu ihrer Tante Henriette Zimmer nach Kassel. Sie lebten unter ärmlichen Verhältnissen. Beide studierten in Marburg Rechtswissenschaften (Jacob 1802 - 05, Wilhelm 1803 - 06). 1812 erschienen die ersten Kinder- und Hausmärchen, 1816 die deutschen Sagen und 1819 die deutsche Grammatik. Im gleichen Jahr erhielten beide Brüder eine Ehrendoktorwürde von der Universität Marburg. 1828 erschien in Kassel die Sammlung

Deutscher Rechtsaltertümer von Jacob Grimm. 1829 gingen die Brüder nach Göttingen und waren ab 1830 Bibliothekare und Professoren des Königreichs Hannover an der Universität

Göttingen.. Sie nahmen 1837 an der Resolution der Göttinger Sieben zur Wiederaufnahme der Staatsverfassung von 1833 teil und wurden entlassen. Jacob mußte das Königreich Hannover binnen Tagesfrist verlassen, Wilhelm durfte zunächst bleiben. 1838 begannen sie mit dem Deutschen Wörterbuch, an dem bis zum Buchstaben D beide arbeiteten, und Jacob den Buchstaben E ergänzte. Sie wurden 1840 nach Berlin berufen. 1843 hält Jacob seine Antrittsrede. 1848 sind an der Nationalversammlung der Frankfurter Paulskirche beteiligt. Im gleichen Jahr beendet Jacob seine Lehrtätigkeit, Wilhelm die seine nur kurze Zeit später 1852. Trotz verschiedener Einzelveröffentlichungen wie Wilhelms Deutsche Sagen oder Jacobs Deutsche Grammatik arbeiteten sie die meiste Zeit gemeinsam. Ihre politische Arbeit und ihr Handeln waren immer parteiunabhängig. Mit ihren Arbeiten begründeten sie die heutige Germanistik und hatten auf die europäische Sprachwissenschaft großen Einfluß. Weniger bekannt ist ihr Bruder, der Zeichner und Maler Ludwig Emil Grimm. Vertiefende Literatur: 7, 8, 10, 12, 21, 23

11. Weinberg - Reste der Henschelvilla

Villa Henschel wurde 1869 - 1871 für Oscar und Sophie Henschel am Weinberg von dem Architekten Richard Lucae erbaut. Sie wurde 1943 im Krieg zerstört. Haus Henschel ließ Karl Henschel 1904 neben der Villa Henschel von Anton Karst errichten. 1932 wurde es aus steuerlichen Gründen wieder abgerissen. Zu dem Gelände gehörten ein Garten mit Gewächshäusern, die jetzt noch als Ruinen zu sehen sind. Außerdem ist in den ehemaligen Gebäuden der Garagen und Werkstatt jetzt das Museum für Sepulkralkultur seit 1992 eingerichtet

Bekannte Persönlichkeiten:

Christian Carl Henschel (1759 - 1835) kam 1777 nach Kassel. Er arbeitete in der Glocken- und Geschützgießerei Kassels, die er 1795 übernahm. 1780 heiratete er die Tochter des damaligen Leiters der Gießerei, Friedericke Storck. 1785 erhielt er zusammen mit seinem Schwiegervater das Monopol der Glocken-, Kanonen- und Feuerspritzenproduktion in Kassel. 1796 ergänzte er das Fertigungsprogramm der Gießerei durch Bau des ersten deutschen Bleiwalzwerks. 1810 mußte er unter Druck der Franzosen in das schon 1799 erworbene Nachbarhaus umziehen. Er wurde seines Postens als Stückgießer enthoben und gründete ein privates Unternehmen. 1813 wurde er von dem zurückgekehrten Kurfürsten wieder in sein Amt eingesetzt, löste aber seine Privatfirma nicht auf. Bis 1817 war nicht der älteste Sohn

Carl Anton, sondern der jüngere Johann Werner (1782 - 1850) Mitinhaber der Firma. Erst dann wurde Carl Anton, der bis 1845 ehrenamtlich im Staatsdienst war, Teilhaber der Firma. In diese trat er erst nach Verlassen des Staatsdienstes ein. Die Einbindung Johann Werners in das Unternehmen, belastete deutlich seine künstlerische Arbeit als Bildhauer. Trotzdem errang er 1830 den Titel eines Professors.

Carl Anton Henschel (1780 - 1861) besuchte das Friedrichsgymnasium und die Kunstakademie, bevor 1797 als unbesoldeter Accessist beim Baudepartment in den Staatsdienst ging. 1800 richtete er in der Saline Sooden bei Allendorf eine neue Saug- und Druckpumpe nach eigenen Vorstellungen ein. 1803 wurde er Baumeister bei der Saline zu Schmalkalden. 1816 führte er dem Kurfürsten Wilhelm I. ein Modell seines ersten Dampfwagens vor. Trotz der Bestätigung 1817 als Teilhaber am väterlichen Unternehmen erfüllte er weiterhin seine Funktionen als Oberberginspektor und ab 1832 als Oberbergrat. 1819 entwirft er ein hydraulisches Kettengebläse für die hessische Eisenhütte Rommershausen. Im Jahre 1832 reiste Carl Anton nach England und sah sowohl die Überlegenheit der englischen Technik, als auch die Armut der Arbeiter. 1835 spielte er eine tragende Rolle bei der Gründung des Kurhessischen Vereins für Eisenbahnen. 1837 entwirft er die Henschel-Turbine, ein Patent darauf bleibt ihm jedoch versagt. Um die gleiche Zeit wurden verbesserte Dampfkessel entwickelt, die der Firma wirtschaftliche Erfolge brachten. 1843 baute Henschel in Zusammenarbeit mit einer Hann.-Mündener Firma das erste Dampfschiff in Hessen. Nach der zweiten Fahrt wurde dem Schiff das Anlegen am Kasseler Pier amtlich aufgrund einer Beschwerde der Wäschereien verboten, und es mußte verkauft werden. 1845 trat er vollständig aus dem Staatsdienst und überließ zugleich die Geschäftsleitung seinem Sohn Georg Alexander Carl (1810 - 1860). Er gewann im gleichen Jahr den ersten Preis in einem Wettbewerb um die besten Sicherheitsvorkehrungen gegen das Explodieren von Dampfkesseln und stieg in den Lokomotivbau ein. Im Jahre 1848 verließ die erste Lokomotive die Henschelwerke. 1854 gründete er eine betriebseigene Krankenkasse. Bis 1861 wurden noch fünfzig Lokomotiven hergestellt.

Sophie Henschel (1841 - 1915) geborene Caesar, Frau von Oscar Henschel (1837 -1894) bekam als ,,Brautschmuck" 1862 ein gemeinsames Fest mit den Arbeitern der Henschelwerke geschenkt. Seit dem Tag ist sie in die Geschäfte ihres Mannes eingeweiht. 1866 gliederte Oscar eine Invaliden-, Witwen- und Waisenkasse an die Krankenkasse an. 1887 wurde der Henschelfond zur Unterstützung in Not geratener Arbeiter gegründet. 1894 übernahm sie die alleinige Führung über die Firma ihres Mannes - wie in dessen Testament vorgesehen - und gab sie erst 1900 nach einem Schlaganfall an ihren Sohn Karl (1873 - 1924) ab. 1898 wurde von Sophie ein Fond für rekonvaleszente Henschelarbeiter gegründet, die keinen Anspruch mehr auf die Krankenkasse hatten. 1905 wurde eine Schule zur Fortbildung und Aufnahme der eigenen Lehrlinge gegründet. Daran war auch eine Haushaltungsschule zur Ausbildung der Töchter und jungen Frauen der Arbeiter angegliedert. Sie führte als erste deutsche Geschäftsfrau ein Unternehmen dieser Größe zu noch größerem Erfolg, obwohl die Entwicklung der Elektrolok allein von Siemens & Halske in Berlin betrieben wurde. Aber ebenso groß wie ihr geschäftlicher Erfolg war ihr soziales Engagement. Vertiefende Literatur: 311

12. Murhardsche Bibliothek - Handschriftensammlung

1845 hatten die Gelehrten Brüder Murhard ihr Gesamtvermögen von 300000 Talern der Stadt zur Gründung und Unterhaltung einer Bibliothek gestiftet. Diese sollte auf Ewigkeiten im Besitz der Stadt bleiben. 1864 - nach dem Tode der Brüder - wurde aus dem Nachlaß ihrer Bücher zunächst im Murhardschen Haus eine Bibbliothek gegründet. Diese wurde durch Schenkungen und Anschaffungen erweitert und fand 1872 in der Bibliothek der Villa Sambarth einen neuen Platz. Zwei Jahre später wurde sie für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Nach mehreren Umzügen und Provisorien wurde endlich ein neues Gebäude geplant. Baubeginn war unter dem Architekten Emil Hagberg 1902, Fertigstellung des Gebäudes und Eröffnung der Bibliothek 1905. 1909 wurde der Bücherwurmbrunnen enthüllt, der nicht mehr erhalten ist. 1941 wurden große Mengen Bücher durch den Brand nach Bombentreffern im Fridericianum und der Murhardschen Bibliothek zerstört. Aus diesem Grund sollte - dem Wunsch der Murhard-Brüder widersprechend - die Landesbibliothek mit der Murhardschen vereinigt werden. Durch die Besetzung des Gebäudes durch die Amerikaner wurden diese Pläne vereitelt. Die Bibliothek wurde durch unermüdliche Arbeit des damaligen Direktor als erste Hessens wieder eröffnet. 1956 kam es schließlich doch zu einer Zusammenschließung der Bibliotheken. 1976 wurde diese Murhardsche und Landesbibliothek mit der Bibliothek der Gesamthochschule vereinigt. 1978 wurden in diesem Bauwerk besondere gesicherte Ausstellungsräume geschaffen, um eine ständige repräsentative Ausstellung der Handschriften zu ermöglichen. Die Handschriften und seltenen Drucke stammen fast ausschließlich aus den Beständen der Landesbibliothek. Einige gelangten als Beute aus dem Dreißigjährigen Krieg nach Kassel, einige 1527 durch Aufhebung der hessischen Klöster, andere 1632 durch Übernahme (Raub) der Fuldaer Benediktiner-Bibliothek und wieder andere 1686 durch Erbschaft der Heidelberger Bibliothek.

Bekannte Ausstellungsstü>Hildebrandlied, Gebetbuch der Kaiserin Kunigunde, Gutenberg-Bibel, Original der Frankfurter Reichsverfassung

Vertiefende Literatur: 2, 5, 10, 17, 26, 37, 38

13. Landesmuseum

Das Gebäude wurde ab 1911 von Theodor Fischer erbaut und 1913 fertiggestellt. Im gleichen Jahr wurde es eröffnet und übernahm die Kunstsammlung aus dem Fridericianum. Die Baukosten wurden von dem damaligen Finanzminister nicht bewilligt, und so stellten Vereine, Privatpersonen und die Stadt Kassel mehrere großzügige Spenden zur Verfügung. Damit konnte der Bau dann endlich begonnen werden. So wurde es wenige Monate vor der 1000 Jahr-Feier der Stadt 1913 eingeweiht.

Bekannte Ausstellungsstü>Tapetenmuseum, frühzeitliche Geschichte der Region, Kunsthandwerk Vertiefende Literatur: 10, 16

14. Stadtmuseum

Das Gebäude wurde 1865 von mehreren Vereinen geplant, aber erst 1867 wurde das Grundstück für das neue Kunsthaus gekauft. Nur noch drei Vereine - unter anderem der Kunstverein - waren an dem 1871 fertig gestellten Bau beteiligt. Schon 1877 konnte der letzte Verein die Kosten des Gebäudes nicht mehr tragen, und die Stadt Kassel erwarb das Gebäude. Sie vermietete nun dem Kasseler Kunstverein einige Räume. 1878 wurde ein drittes Stockwerk für die städtische Vorschule aufgesetzt und 1935 gab der Kunstverein in mehr angemieteten Räumen eine neue Großausstellung. 1937 brachte man die städtische Galerie in allen drei Stockwerken unter. Im zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude sehr stark beschädigt und erst 1955 wieder in Stand gesetzt. Damals zogen z. B. der Kunstverein, die Volkshochschule und die Kreis- und Stadtbildungsstelle ein. Das Stadtmuseum wurde 1979 als Verein gegründet. Seit 1983 wurden Teile der Sammlung in dem Gebäude am Ständeplatz der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. 1984 wurde noch einmal die Fassade renoviert. Es wird die Stadtgeschichte in thematischen Zusammenhängen in verschiedenen Räumen ausgestellt, und es enthält umfangreiches Material über das tägliche Leben der Bewohner Kassels von 1750 bis heute.

Vertiefende Literatur: 10, 20, 31

15. Hauptbahnhof - KulturBahnhof

Das Gebäude wurde 1852 - 56 von Gottlob Engelhard als einer der größten Deutschlands erbaut. Er besaß drei Bahnsteige mit vier Gleisen. Der Hauptbahnhof wurde auch Oberstadtbahnhof genannt. Da das Rückwärtsfahren der Lokomotiven als zu gefährlich eingestuft wurde, waren Drehscheiben mit Handkurbel vorhanden. So konnten die Loks nach dem Halten ausgespannt, umgedreht und an das andere Ende des Zuges wieder angehängt werden. Nach Errichtung des Bahnhofs erfolgte in seiner näheren Umgebung ein wahrer - aber leider ungezügelter - Bauboom, der der Gegend den Namen Albernhausen einbrachte. Henschel besaß lange Zeit keinen Schienenanschluß, und die Lokomotiven mußten mit einem speziellen Pferdefuhrwerk durch die Stadt gezogen werden. 1893 wurde die mitteleuropäische Zeit eingeführt und Fahrtzeiten konnte innerhalb Deutschlands endlich genau angegeben werden. Im gleichen Jahr wurden die Perronsperren, Bahngleissperren errichtet, nachdem 15 Jahre zuvor ein solcher Antrag schon einmal gescheitert war. 1964 wurden sie in ganz Deutschland wieder beseitigt. Durch die Bombenangriffe wurde er im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt. Im Oktober 1995 wurde der Himmelsstürmer vor dem Hauptbahnhof errichtet. Vom 1. bis zum 5. November dauert das Eröffnungsfest des neuen - und ersten deutschen -KulturBahnhofs im alten Hauptbahnhof. Umfangreiche Restaurationen waren dazu notwendig, doch die Bali-Kinos und die Caricatura eröffnen ihre Tore in dem neuen Kulturzentrum. Kurz nach der Eröffnen etablierten sich der Offene Kanal Kassel, der Bürger- und Hochschulfernsehen ermöglicht, und das Stellwerk, eine kleine Galerie Kasseler Kunsthochschulstudenten. 1996 hält die 25-Jahr-Feier der Maus in Kassel einziger Station Hessens. Zur documenta 10 wurde der Bahnhof als Ausstellungsraum genutzt und Ausstellungen enthaltende Container vor dem Gebäude aufgestellt. Vertiefende Literatur: 19, 24, 25, 30, 33, 35

Die Touren

1. Der schnelle Überblick mit dem Fahrrad: 1-2-4-9-8-7-5-6-10-11-12-13

GhK - Gießhaus - Renthof - Orangerie (mit Karlsaue) - documenta-Halle - Ottoneum - Zwehrenturm - Fridericianum - Schöne Aussicht - Weinberg (mit Villenresten der Henschels und Sepulkralkulturmuseum) - Murhardsche Bibliothek - Landesmuseum

Das Kürzen der Informationen ist essentiell für diese Tour. Sie ist nicht mit längeren Aufenthalten an den Stationen gedacht. Der Kurzüberblick steht hier im Vordergrund. Nicht so sehr Informationen, als viel mehr visuelle Eindrücke sollten den Inhalt der

Tour bestimmen. Mit dem Fahrrad erschließen sich nämlich weitere Bereiche der

Karlsaue oder des Fuldaufers zur Besichtigung. Die höhere Gewerbeschule sollte an der GhK, als deren Vorläufer, Erwähnung finden, da der Martinsplatz nicht angesteuert wird. Das Stadtmuseum kann als Institution erwähnt werden, der KulturBahnhof ebenso. Die reine Fahrzeit beträgt etwa vierzig bis fünfundvierzig Minuten und die Gesamtdauer wird mit zweieinhalb Stunden veranschlagt. Dies ist eine sehr knappe Schätzung !

2. Der Gesamtüberblick per pedes Teil 1: 7-8-9-4-3-5-6

Ottoneum - documenta-Halle - Orangerie (mit Karlsaue) - Renthof - Martinsplatz - Zwehrenturm - Fridericianum

Der Gesamtüberblick per pedes Teil 2: 10-11-12-13-14-15

Schöne Aussicht - Weinberg - Murhardsche Bibliothek - Landesmuseum - Stadtmuseum - Hauptbahnhof

Für nicht ganz so Eilige ist diese Tour geplant. Sie muß aufgrund der Materialfülle auf zwei Tage aufgeteilt werden. Der erste Tag soll eine Einführung in die alte Wissenschaft geben, der zweite Tag den Bogen zu Industrie und neuer Wissenschaft schlagen. Beide Touren sind auf einen Fußweg von etwa einer halben Stunde ausgerichtet. Für beide ist eine (Mindest-)Gesamtdauer von etwa zwei bis zweieinviertel Stunden veranschlagt. In der zweiten Tour ist der Rückweg zum Bahnhof nicht enthalten. Da die GhK und das Gießhaus nicht zentral genug liegen, bietet die Murhardsche Bibliothek einen Anlaß auf die GhK zu verweisen, und der Weinberg einen Bezug zu Henschel. Damit ist auch ein aktueller Bezug hergestellt. Am Weinberg ist zu berücksichtigen das eine große Fläche zu besichtigen ist. Dadurch darf der Aufenthalt nicht zu kurz eingeplant sein. Der Schwerpunkt der Führung liegt auf allgemeiner Informationsvermittlung. Dazu gehört die gute Kenntnis des historischen Überblicks.

3. Die frühe Wissenschaft per pedes: 9-8-7-5-6

Orangerie (mit Karlsaue) - documenta-Halle - Ottoneum - Zwehrenturm - Fridericianum

Während des 16. und 17. Jahrhunderts zeichnet sich Kassel durch enorme

wissenschaftliche Leistungen aus. Viel Material wurde dokumentiert und ist noch erhalten, wenn auch mindestens ebenso viel vernichtet wurde. Diese Tour ist eine kürzere Wanderstrecke - etwa fünfzehn Fußminuten, bei der ausführlich auf die frühen Errungenschaften eingegangen werden kann. Die Gesamtdauer wird mit etwa eineinhalb Stunden veranschlagt (ohne Rückweg zur Orangerie).

4. Wissenschaft und Industrie per pedes: 15-14-13-12-11

Hauptbahnhof - Stadtmuseum - Landesmuseum - Murhardsche Bibliothek - Weinberg (mit Villenresten der Henschels und Sepulkralkulturmuseum)

Diese Strecke zeigt Kassel nicht nur von der schönen Seite. Mit der Verknüpfung von Wissenschaft und industriellem Fortschritt veränderte sich das Kasseler Stadtbild. Den modernen Gebäuden am Anfang der Strecke stehen die älteren herrschaftlicheren Gebäude am Weinberg gegenüber. Hier bieten sich mit den Resten der Henschelvillen und dem Bahnhof Anknüpfungspunkte zur Industrie, und mit der Murhardschen Bibliothek zur GhK und der neueren Forschung. Am Weinberg bietet sich aufgrund des Parkgeländes ein längerer Aufenthalt an. Hier können längere Strecken zwischen den einstigen Garagen und den Gewächshäusern eventuell durch Hinweise auf die ehemaligen Standorte der Villen überbrückt werden. Vielleicht kann man auch die Phantasie der Teilnehmer spielen lassen und von ihnen Vorschläge zur Lage oder dem Aussehen der Gebäude einfordern. Der Fußweg beträgt etwas über 20 Minuten, die Gesamtdauer wird mit etwa zwei Stunden veranschlagt.

Zur eigenen Tour-Planung

Wegzeiten:

Station Fußweg zur nächsten Station mit dem Fahrrad

1. GhK (Holl. Platz) 6 min. 3 min.
2. Gießhaus 15 min., 4. 16 min. 4. 8 min.
3. Martinsplatz 6 min., 5. 7 min.
4. Renthof 8 min., 7. 6 min., 9. 11 min. 5 min., 7. 3 min., 9. 6 min.
5. Zwehrenturm 2 min., 9. 12 min. 2 min.
6. Fridericianum 3 min., 10. Min. 3 min.,10. 5 min.
7. Ottoneum 3 min. 3 min.
8. documenta-Halle 7 min. 5 min.
9. Orangerie 15 min.
10. Schöne Aussicht 7 min. 5 min.
11. Weinberg 5 min. 3 min.
12. Murhardsche 1 min. 1 min. Bibliothek
13. Landesmuseum 9 min.
14. Stadtmuseum 7 min.
15. Hauptbahnhof

Es gilt zu bedenken, daß Gruppen langsamer sind als Einzelpersonen. Ein Fußweg muß zeitlich zusätzlich zur eigentlichen Wegzeit noch die Aufbruchsphase der Gruppe und den Halt beinhalten, bis alle Teilnehmer wieder ihre Aufmerksamkeit bereitstellen!

Legende:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Einander überlagernde Routen werden aufgrund der Übersichtlichkeit im Zweifel nicht mehrfach eingezeichnet.

Literaturverzeichnis Gebundene Bücher:

1. Balde, J. H./ Biermer, L.: Medizin in Kassel. Kassel: 1973, Verlag des Ärztevereins Kassel.

2. Broszinski, H.: Kasseler Handschriftenschätze. Kassel: 1985, Johannes Stauda Verlag. Kasseler Semesterbücher. Reihe Pretiosa Cassellana.

3. Carl Anton Henschel. Erfolgreicher Eisenbahnpionier und Fabrikant. hrsg. von: Stadtsparkasse Kassel. Stuttgart: 1984, Deutscher Sparkassen Verlag.

4. documenta. Idee und Institution. hrsg. von: Manfred Schneckenburger. München: 1983, Verlag F. Bruckmann.

5. EX BIBLIOTHECA CASSELLANA - 400 Jahre Landesbibliothek. hrsg. von: Hans-Jürgen Kahlfuß. Melsungen: 1980, Druckerei u. Verlag Gutenberg.

6. Handbuch der Bundesgartenschau 1981. Offizieller Ausstellungskatalog. hrsg. von Bundesgartenschau 1981 Kassel GmbH. Kassel: 1981.

7. Holtmeyer, A.: Die Bau- und Kunstdenkmäler im Regierungsbezirk Cassel. Band V. Kreis Cassel-Stadt. Text. Erster Teil. Marburg: 1923, N. G. Elwertsche Verlagsbuchhandlung.

8. Holtmeyer, A.: Die Bau- und Kunstdenkmäler im Regierungsbezirk Cassel. Band VI. Kreis Cassel-Stadt. Text. Zweiter Teil. Marburg: 1923, N. G. Elwertsche Verlagsbuchhandlung.

9. Kasseler Gartenbuch. Gleichzeitig der amtliche Ausstellungskatalog der

Bundesgartenschau 1955 in Kassel. o.O.: 1955, o.V.

10. Museen in Hessen. Ein Handbuch der öffentlich zugänglichen Museen und Sammlungen im Lande Hessen. hrsg. von: Hessischer Museumsverband. Kassel: 1994, 4., völlig neu überarbeitete und erweiterte Aufl., o.V.

11. ProfilBildung. Texte zu 25 Jahren Universität Gesamthochschule Kassel. hrsg. von: Annette Ulbricht - Hopf, Christoph Oehler, Jürgen Nautz. Zürich: 1996, vdf Hochschulverlag. Kasseler Semesterbücher. Reihe Studia Cassellana.

12. 200 Jahre Brüder Grimm. Ihre amtliche und politische Tätigkeit. hrsg. von: Hans - Bernd Harder und Ekkehard Kaufmann. Teil 1: Ausstellungskatalog. Kassel: 1985, Verlag Weber und Weidemeyer.

Zeitschriftenartikel:

13. Auerbach, Inge: Eine löbliche Hochschule, die gleich im Anfang wieder zergehen mußte. in: Prisma 32, Juni 1984, Die Zeitschrift der Gesamthochschule Kassel.

14. Euler, Karl-Joachim: Aus der Geschichte der Naturwissenschaften in Kassel. Teil I: 1549 - 1608. in: Prisma 11, Mai 76, Zeitschrift der GhK

15. Euler, Karl-Joachim: Aus der Geschichte der Naturwissenschaften in Kassel. Teil II: ab 1609. in: Prisma 12, Juni 76, Zeitschrift der GhK Zeitungsartikel:

16. Ein Blick zurück (68). Eröffnung des Landesmuseums 1913. in: Ein Blick zurück von Wolfgang Hermsdorf. HNA - Serie. Zusammengestellt mit Personen- und Sachregister von Hiltgunde Thiele. In zwei Bänden. Kassel: 1992, o.V., S. 68

17. Ein Blick zurück (146). Die Murhard-Bibliothek. in: ebd., S. 1141

18. Ein Blick zurück (201). Massenaufmarsch der Kasseler Sportler. in: ebd., S.201

19. Ein Blick zurück (313). Drehscheibe mit Handkurbel-Betrieb. in: ebd., S. 313

20. Ein Blick zurück (472). Vom Kunsthaus zum Kulturhaus. in: ebd., S. 472

21. Ein Blick zurück (580). Die Gemäldegalerie unter Georg Gronau. in: ebd., S. 580

22. Ein Blick zurück (682). Ein halbes Jahrhundert Hessenkampfbahn. in: ebd., S. 682

23. Ein Blick zurück (753). Rembrandt und Rubens an der Eingangsfront. in: ebd., S. 753

24. Ein Blick zurück (803). Bahnsteigsperre - eine Kasseler Erfindung. in: ebd., S. 803

25. Ein Blick zurück (1141). Bahnhof am Nordhang des Kratzenbergs. in: ebd., S. 1141

26. Ein Blick zurück (1277). Dem Buch und der Natur verschrieben. in: ebd., S. 1277

27. documenta-Halle. in: KASSEL KULTURELL vom Nov. 1989, Nr. 11

28. Forscher informieren Forscher. in: Hessische Allgemeine 25.05.1974

29. Goldmacher am Kasseler Hof. in: Kasseler Zeitung vom 15.03.1956

30. Hier paßt er hin, setzt er ein Zeichen. in: Hessische Allgemeine vom 28.10.1995

31. Land bewilligt 70000 Mark für Renovierung. in: Hessische Allgemeine vom 05.11.1984

32. Philippi-Preis an zwei junge Wissenschaftler. in: Hessische Allgemeine vom 15.10.1992

33. Prominente Gäste zum Bahnhofsfest. in: Hessische Allgemeine vom 14.10.1995

34. Zum Nutzen der Allgemeinheit. in: Hessische Allgemeine vom 15.06.1966

35. 20000 Menschen kamen zu Maus und Maulwurf. in Hessische Allgemeine vom 07.03.96 Sonstige Veröffentlichungen:

36. Körner, H.: Das Gießhaus in Kassel. Zur Baugeschichte des Gießhauses in Kassel. Veröffentlichung des Fachbereichs 14 der GhK. o.O.: o.J., o.V.

37. Neuner, N.: Die Ausstellung der Kasseler Handschriftensammlung. Pressemitteilung der GhK im Internet unter http://www.uni-kassel.de/presse/pm/

38. Neuner, N.: Original der Frankfurter Reichsverfassung von 1849 ausgestellt. Handschriftenausstellung der Gesamthochschul-Bibliothek. Pressemitteilung der GhK im Internet unter http://www.uni-kassel.de/presse/pm/

39. Tomlov, J.: Die Kuppel des Gießhauses der Firma Henschel in Kassel (1837); eine frühe Anwendung des Entwurfsverfahrens mit Hängemodellen. Veröffentlichung der Universität Stuttgart, Teilprojekt C 3, Sonderforschungsbereich 230. o.O.: 1994, o.V.

Informationsquellen und -stellen:

- Landesmuseum
- Museum für Astronomie und Technikgeschichte in der Orangerie
- Naturkundemuseum im Ottoneum
- Stadtarchiv
- Stadtmuseum

34 von 34 Seiten

Details

Titel
Kassel - eine wissenschaftsgeschichtliche Führung
Autor
Jahr
1999
Seiten
34
Katalognummer
V97521
Dateigröße
514 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Dies ist eine Anleitung zur Durchführung einer Stadtbesichtigung. Dementsprechend ist die Information zusammengefasst und auf die Literaturstellen wird verwiesen. Eine solche Stadtführung ist bislang noch nicht gehalten worden (nicht nach dieser Vorlage), daher ist die Brauchbarkeit noch nicht praktisch bestätigt.
Schlagworte
Kassel, Führung
Arbeit zitieren
Florian Armbruster (Autor), 1999, Kassel - eine wissenschaftsgeschichtliche Führung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/97521

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