Zur Mechanisierung der Handschrift ­ Einzug der Serialisierung in intellektuelle Abläufe (Zur technischen Entwicklung und Sozialgeschichte der Schreibmaschine/Typewriter)


Facharbeit (Schule), 2000
8 Seiten

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Erasmus Walser

Gymnasaiellehrer Historiker Dozent für Technikgeschichte

Hochschule für Technik und Architektur Bern

Zur Mechanisierung der Handschrift Einzug der Serialisierung in intellektuelle Abläufe

( Zur technischen Entwicklung und Sozialgeschichte der Schreibmaschine/Typewriter) Autor: Erasmus Walser, Historiker

(©Ws u.a. mit Hilfe von: Kittler,Friedrich, Grammophon, Film, Typewriter,Berlin 1986)

Prolog - die Schritte zur systematischen Mechanisierung von Haushalt, Alltag und Büro

Der Übergang von solarer Energie zu fossiler Energie am Ende des 18.Jh. setze gleichzeitig einen beispiellosen Erfinder- und Mechanisierungsboom in Gang. Manuelle Arbeit in den Betrieben wurde bis ins 19.Jh. fortschreitend von Branche zu Branche mit mechanischen Apparaten und Maschinen erledigt, Antrieb war beileibe nicht in allen Fällen eine großvolumige "Kraftmaschine".

Die Elektrifizierung brachte an der Jahrhundertwende vom 19.zum 20.Jh. eine weitere Welle kleinerer, leichter Apparate, nicht jeder davon eine sinnvolle und bleibende oder perfektionierte Erfindung , mit deren Hilfe vormalige mit Muskelkraft angetriebene gewerbliche oder Haushalt-Handarbeit mechanisiert , also teilweise oder völlig mit Hilfe von mechanischen Apparaten, am Ende auch mit Stromantrieb aufgenommen wurde: der Weg geht von der Draisine zum Hochrad und zum "Velociped", vom kohlebeheizten zum Elektrobügeleisen, vom Handabwasch zur Geschirrspülmaschine (1865 in den USA erfunden), von Kartoffelmesser zur Kartoffelschälmaschine (1860)

Die Produktereihen aus ehemaligen mechanischer Werkstätten im Wandel zu Fabriken bis zum Automobil zeigen am Beispiel der Marken Wanderer/Horch/Audi, Peugeot, Opel, Brennabor und Rover, dass in diesen Werken in der Epoche vor den Autos bereits Nähmaschinen, Kinderwagen, Fahrräder oder Motorräder als Serienprodukte hergestellt worden waren.

Unter dem Aspekt "Mensch-Technik-zeitliche Dimension" interessieren den Technikhistoriker die Zwischenphasen, in denen man mit Mechanisierung erste Schritte vollzieht und wo ein anwendendes Publikum, Mechanisierungsbedarf und zu mechanisierende Tätigkeit mit ersten Apparaten erstmals aufeinandertreffen.

Es ist die besondere Einsetzung eines Geräts mit dem Zweck Vereinfachung der Arbeit, Einsparung an Handgriffen, Erhöhung der Durchlaufzahl von bearbeiteten Objekten: die Kartoffelschälmaschine z.B. war zuerst für gastronomische Zwecke, die halbautomatische Bügelpresse für Wäschereien entwickelt worden...Zudem sind hauswirtschaftliche und Nebenverdienst betreffende Faktoren wesentlich: der Fahrrad- und Nähmaschinenfabrikant Singer (Fussantrieb) kreierte Apparate, die für Massen von Uniformen und Fahnen im Amerikanischen Bürgerkrieg (1861-1865) benötigt worden waren, als er diese Produkte nach dem Krieg auch an ein ziviles Publikum verkaufen wollte, hatte er mit der für ein Laienpublikum neuen Marketingmassnahme Erfolg, die Geräte zu Bedingungen der Ratenzahlung zu liefern. Europäische Arbeiterfrauen konnten mit Hilfe von Singers Nähmaschinen in Heim- und Feierabend-/Nachtarbeit einen Zusatzverdienst des kargen Familienlohns "ernähen". Hemden und Unterwäsche des Kleinbürgertums waren neben der seriellen Fabrikware lange auf diesem Wege hergestellt und repariert worden. Auch Reparieren oder Ändern von Kleidern und Wäsche lohnte sich bis tief ins 20.Jh. noch.

Die "Handschriftproduktion" : zuerst die Schönschrift und das mündliche Diktat Kriterium allgemeine Lesbarkeit

In verschiedenen Berufsfeldern pflegte man bislang Texte vom Gedanken zum fertigen Schriftstück zu verarbeiten: die älteste Umsetzung ging seit Johannes Gutenberg im Spätmittelalter direkt vom handschriftlichen Manuskript des Autors zum Setzer und dann zum Drucker. Seit 1810 machte die Einführung des Rotationsdrucks und des Endlospapiers Setzmaschinen wünschenswert, die rascher zu setzen imstande waren ("Sprechgeschwindigkeit"). Die mächtigen Setzergewerkschaften waren im 19./20.Jh. zum gewerkschaftlichen Sprungbrett für Funktionäre der Arbeiterbewegung in die Politik und in die Redaktionsstuben geworden (Bsp. Robert Grimm in CH) .

Dichterfürsten und Chefbeamte wie Johann Wolfgang von Goethe und Militärs und Politiker wie Napoleon Bonaparte hatten meist eigene Sekretäre, eine gebildete intellektuelle Hilfskraft, als Adlati, welche das Diktat aufnahmen und die im Kopf vorformulierten und ausgesprochenen Sätze rasch handschriftlich oder in Kurzlautschrift (Entwicklung der Stenographie) mit- oder nachschrieben. Meist kontrollierte/revidierte der Autor nachher das Diktierte. Entscheidend für die Vorbildtreue und Garantie beim Setzen war jederzeitige Lesbarkeit.

Schon seit den mittelalterlichen Klöstern hatte es in steigendem Masse auch im Dienstleistungsgewerbe - die Schreiber und Kopisten gegeben, welche Handschrift ( Facsimilia, Kontorbücher, Handelsjournale, Geschäftskorrespondenz) abschrieben oder schönschrieben bis zum 19.Jh. war daraus ein "weisskragenproletarischer" Berufsstand geworden, auf Aufstieg hoffende Männer ohne Vermögen und höhere Bildung :Verbandsträchtig waren männliche Handlungsgehilfen und Schönschreiber fürs Kontor und Protokollführer/Stenographen für Gericht und Parlament geworden und sie verteidigten ihre enggewordene Sandwichposition gegenüber handwerklichen und Arbeiterpositionen und den Chefs und Bürochefs mit besonderer Vehemenz. Schließlich lehnten sie auch die weibliche Konkurrenz der Arbeitskräfte im Kontor (Diktat-, Tabellen- und Lochkartenschreiberinnen) ab.

Geschwindigkeit und menschliches Hirn/ Hand "Steno" und Telegraphie als Antreiber

Mit der Stahlfeder (Industrieprodukt, kontinuierlicher Schreibdruck, billige raschtrocknende Tinte) hatte man als Durchschnittsleistung höchstens 15 20 Worte per Minute schreiben können. Stenographen konnten ihr Notat zwar in Kurzschrift mit Sprechgeschwindigkeit (Stenographenwettbewerbe) zu Papier bringen, mussten aber nicht schneller als im Schneckentempo wieder zurücktranskribieren. Auch Telegraphisten konnten ihren Code rascher entziffern als sie ihn niederschreiben/zurückverwandeln konnten. Für einen fertigen Buchstaben brauchte die Feder im Schnitt 5 Striche, während der nachmalige Schreibmaschinen-Tastendruck zwei Anschläge und fertige Buchstaben lieferte. In derselben Zeit wie der handschriftliche i-Punkt oder das u-Zeichen geschrieben sind, gibt es sogar noch mehr Anschläge. Der Tipp-Ausbildner Schrey, (Stenosystem Stolze-Schrey) der Stenographie und Schreibmaschinenbedienung unterrichtete, brachte es im Selbstversuch 1889 auf einer Hammond-Schreibmaschine schon auf 125 Anschläge in der Minute.

Die ersten "Typewriter" USA mechanisch und Europa wissenschaftlich

Vom "Zwischending zwischen einem Werkzeug und einer Maschine" hatte man bereits untaugliche Vorgänger im 18.Jh. in England (1741 Henry Mill, ) und Deutschland, (Kempelen , Konstrukteur von Sprechmaschinen, 1823 C.L. Müller) gekannt.,.Diese waren meist als Blinden- oder Taubstummengeräte konzipiert und ohne mechanische Normierungen und ohne die harmonisierte Einheitstastatur von heute. Die Studien an hirnverwundeten Kriegsüberlebenden (Worttaubheit, Wortblindheit, Aphasie(= Unfähigkeit Buchstaben vom Auge über die Lese- und Schreibzentren zur Handmuskulatur zu führen), Agraphie...) von Solferino (1859) brachten den Rehabilisationsmechaniker Kussmaul zur einschlägigen Erkenntnis und zur Konstruktion einer "Lautclaviatur mit cortikalen Lauttasten", die Zerlegung des Schreibens im normierbare Einzelschritte war geboren.

1865 erhielt Malling Hansen in Dänemark ein Patent für eine igelförmige Schreibmaschine (Prinzpien Kugelkopf bzw. Typenzylinder/Typenrad ) , die auch in Deutschland angeboten wurde. Hansen war vergleichbar mit Graham Bell, dem Erfinder des Telephons- Taubstummenlehrer gewesen und auf der Suche nach einem Mitteilungssystem zwischen seinen Patienten und den Normalhörenden.

Ein erstes großserientaugliches Modell Schreibmaschine brachte William Jenne, Chef der Nähmaschinenabteilung der Waffenfabrik Remington 1874 auf den Markt. Entworfen hatte den Prototyp der Ingenieur William Shole. Der Amerikaner hatte ein Patent des österreichischen Erfinders Peter Mittenhofer vom k.u.k.Polytechnischen Institut Wien geklaut. Der hölzerne Prototyp aus Österreich hatte noch keine Typen und kein Farbband, perforierte aber als Blindenmaschine das Papier mit Nadelspitzen.

Remingtons Know-how war bereits der Bau normierter Einzelteile von Waffen gewesen (USA: Waffen und Schlösser als Baukastensysteme normierter Stanzteile). Der amerikanische Bürgerkrieg war die Chance Remingtons gewesen, ebenso , wie der junge Telegraphist Thomas A.Edison seinen Phonographen beim Versuch entwickelt hatte, die Arbeitsgeschwindigkeit des Morseschreibers über Menschenmaß zu steigern. Das Modell 1 Remingtons, das bloss in Majuskeln schreiben konnte, brachte kaum Absatz. Der Autor Mark Twain schrieb 1874 das erste Typoskript der Weltgeschichte mit seinem Roman Tom Sawyer. Das Remington- Modell 2 erlaubte 1878 die Umschaltung zwischen Groß- und Kleinbuchstaben und kostete 125 Dollar. Die anfänglichen 146 Verkäufe pro Jahr wurden wiederum durch eine Marketingmassnahme erhöht: Wyckoff, Semans und Benedict entdeckten die Frauen als potentielle Stenotypistinnen/Stenodactylos. Der christliche Verein junger Mädchen (CVJF) bot 1881 in New York jungen Frauen ohne Aussteuer Kurse im Maschinenschreiben an und bekam danach eine riesige Nachfrage der Industrie eine erste Rückkoppelungsschleife zwischen Rekrutierung, Ausbildung, Angebot, Nachfrage usf. war geschlossen. Zudem wurde das Problem des Tintenflusses bei den Handschreibern , diese blind für Konkurrenz und Innovation, durch ein neues mechanisches Ausbildungssystem ersetzt: Textherstellung mit Anschlag, Rückung, Automatik, Blockbuchstaben setze die Schönschreiberei mit Hilfe der Mechanik außer Kraft. . Das weibliche Klavierspiel als Einstiegsfertigkeit im Kleinbürgertum brachte nun bares Geld für jene Frauen, welche zu wohlerzogen und zu sittlich für die Fabrik oder den Kaufladen , aber nicht reich zu verheiraten waren: der Kern der weiblichen Büroangestellten entstand. Ein eigenständig weibliches Berufsfeld neben Lehrerin oder Gouvernante öffnete sich neu und ersparte Töchtern des ehrbaren Mittelstandes den Gang in die Fabrik oder in den Laden.

Europa: "Gentleman-Anwender" und "Serienschreiber" an der Schreibmaschine.

Als der Philosoph und Basler Professor Friedrich Nietzsche an den Spätfolgen einer verheimlichten Syphilis erkrankt, schubweise nicht mehr genügend sah und dennoch Genialitätsschübe des Niederschreibens von Text kannte, wandte er sich 1882 hilfesuchend um Erleichterung auch wegen Problemen, Federn zu halten an Pastor Rasmus Johann Malling Hansen (1835 - 1890) in Dänemark. Dieser hatte 1865 als Taubstummenlehrer ein Patent auf eine transportable "Schreibkugel" eingereicht und das Modell wurde seit 1867 unter seinem Namen verkauft. Auch wenn vor allem "die physiologischen Defizite" von Taubstummen und Blinden ausgewogen werden sollten, beschaffte die nordische Telegraphenanstalt die Schreibkugel bereits zur Umschrift von eingehenden Telegrammen. (Auch der Telegraphenerfinder Morse und der Telephonerfinder Bell hatten als Taubstummenlehrer begonnen und die ersten Experimente zu ihren Erfindungen waren der Handikapiertenhilfe gewidmet gewesen.) Der ruhelose Nietzsche bevorzugte die dänische Maschine wegen ihrer Qualität als Reiseschreibmaschine gegenüber der amerikanischen schweren Remington, freilich gab es noch keine offiziellen Schreibmaschinenvertretungen und die raren Modelle waren nur unter der Hand zu erstehen. Hansens Schreibkugel mit 54 konzentrischen Tastenstangen (noch keine Hebel) druckte Großbuchstaben, Zahlen und Zeichen auf ein zylindrisch eingespanntes relativ kleines Papier noch waren Normierungen nicht durchgesetzt. Von der Kugelform versprach man sich gegenüber der Telegraphentastatur der amerikanischen Maschine Vorteile für den Tastsinn der blinden Anwender. Die Kopenhagener Druckerei Ferslew setzte erstmals Setzerinnen an die Hansen-Schreibkugeln, um die schwer lesbaren Handmanuskripte in lese- und druckfertige umzuwandeln. Das Gesetz des Mediensoziologen McLuhan bewahrheitete sich, dass "eine neue Einstellung dem geschriebenen oder gedruckten Wort gegenüber" entstand, "weil das dichterische Schaffen und die Veröffentlichung mit der Schreibmaschine verbunden wurden."

"Unser Schreibzeug arbeitet mit an unseren Gedanken": Hansen/Remington/Underwood und weibliche Schreibkräfte

Das 375 Mark teure Stück Professor Nietzsches erlaubte dem Erblindenden , Schriftstücke nach einer Woche Training so schön und so regelmäßig wie Buchdruck zu liefern das Schreibzeug begann, mit an den Gedanken zu arbeiten: es entstanden Aphorismen, Wortspiele an der Stelle von Gedanken und anstelle von Rhetorik trat der Telegrammstil. Allerdings konnte man in der Schreibkugel den Prozess des Schreibens nicht verfolgen. Zudem machte feuchte Witterung das Schreibband klebrig und verdarb das Endprodukt.

Erst der Amerikaner Underwood brachte 1897 eine leichte Schreibmaschine mit Typenhebeln und direkter Sicht auf das Schreibfeld heraus. Remington war 1875 der Schöpfer der Einheitstastatur, welche dem Gesetz der Anordnung gehorchte, wonach die Typenhebel sich im Schreibprozess nicht verhaken sollten und eine Steigerung der Anschlaggeschwindigkeit gefahrlos möglich war. Das Maschinen-Schreiblernsystem musste sich daran ausrichten, nicht etwa nach der Häufigkeit von Silben und Typen in der Sprache. Der Maschinenschreiberkongress von Toronto 1888 standardisierte Abfolge und Zeichenvorrat.

Während der Handschreiber mit den Augen der Hand und der Schrift folgt, trennt das Maschinenschreiben Handwerk und Schriftsichtkontrolle Lesen und Schreiben fallen mechanisiert auseinander. Die "Ecriture automatique" mit womöglicher Arbeitsteilung machte für Sehende und Blinde gleichermaßen Blindschreiben zum seriellen Prozess. Der blinde Nietzsche konnte, auch wenn nicht mehr lesen, doch noch Verse schmiedend schreiben während die Schreibmaschinen nutzende Autoren wie Mark Twain vor allem das erhöhte Schreibtempo und die Textmassenproduktion der Typewriter also ein Pendant zur handwerklichen und industriellen Serienfertigung im Auge hatten. Der erblindete Professor Nietzsche holte sich mit der nachmaligen Skandalnudel Lou von Salomé dann doch wieder eine erste von vielen nachfolgenden weiblichen philosophischen Hilfskräften fürs Vorlesen und Diktat ins Haus, denn eine Vorlesermaschine war noch Utopie geblieben.(u.a. Resa von Schirnhofer, Meta von Salis, Helene Druskowitz...) In der Literaturgeschichte schöpfte Sir Conan Doyle 1889 den ersten Kriminalroman, wo anonyme Briefe mit Schreibmaschine ein Sujet waren("A case of Identity").

Nietzsche und seine akademischen Sekretärinnen waren die ersten Paare von Schriftsteller und Daktylo, es folgten beispielsweise Franz Kafka und Felice Bauer oder der Österreicher Hugo von Hoffmannsthal und seine Tochter Christiane, der britische Schriftsteller Henry James und Theodora Bonsaquet ("Ich schreibe remingtonesisch") oder in den Anfängen der Psychoanalytiker Sigmund Freud und seine Tochter und Interpretin Anna Freud als unentbehrliche Maschinenschreiberinnen. Etliche ehemalige akademische Sekretärinnen wurden selbst nach einiger Zeit Schriftstellerinnen oder Autorinnen - umgekehrt diktierte die amerikanische Schriftstellerin wie Edith Wharton jungen Männern ihre Typoskripte. Der amerikanische Autor Thomas Wolfe war der erste, welcher seine Romane grundsätzlich und hochindustriell nach Wörterzahlen verkaufte("Look Homeward, Angel" mit 350'000 Wörtern)

Kriegstechnik und Digitalisierung Wordprocessing und Computer

Die Dadaisten hatten nach 1910 begonnen, Gedichte typographisch fix darzustellen das Medium und der Inhalt waren verschmolzen. Der deutsche Dichter Gottfried Benn sah um 1940 seine literarischen Texte und Gedichte bereits in Typoskriptform als Ganzes und als Textstrom.

Die Technisierung von Akustik, Optik und Schrift (Film, Grammophon, Typewriter) entwickelte seit dem Ersten Weltkrieg für sämtliche Speicherinhalte sachgerechte elektrische Uebertragungstechniken ( Radio und Fernsehen) Giuglielmo Marconi bedauerte, dass verbreitetes Fremd- und Feindsenderhören wegen der potenten Empfangsanlagen bastelnder Laien nicht mehr effizient verbietbar war. Im Lauf des Zweiten Weltkriegs wurde das Blockschaltbild der Schreibmaschine in die Technik der Berechenbarkeit überführt (Alan Turing "On computing numbers" 1936) UKW-Panzerfunk und Radarbilder waren militarisierte Parallelentwicklung zum Fernsehen für die Mobilisation. Bits sollten künftig die scheinbare Stetigkeit optischer Medien und die reale Stetigkeit akustischer Medien in Buchstaben und diese Buchstaben in Zahlen umwandeln.

Vorfahren heutiger Computer berechneten Geschossflugbahnen und Atombombendruckwellen.

Entwicklungsglieder zum Textspeicher hin wurden z.B. Chiffrierapparate , welche scheinbar zufällig digital den eingetippten Buchstaben des Klartextes im codierten Zustand Zahlen- oder Buchstabenfolgen zuordneten (Enigma/ENIAC).

© Erasmus Walser Mai 2000

[mit Kittler, F: Grammophon Film Typewriter, Brinkmann & Bose Berlin 1986.]

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Details

Titel
Zur Mechanisierung der Handschrift ­ Einzug der Serialisierung in intellektuelle Abläufe (Zur technischen Entwicklung und Sozialgeschichte der Schreibmaschine/Typewriter)
Hochschule
Berner Fachhochschule
Autor
Jahr
2000
Seiten
8
Katalognummer
V97554
Dateigröße
399 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Der Autor ist Gymnasaiellehrer Historiker und Dozent für Technikgeschichte
Schlagworte
Mechanisierung, Handschrift, Einzug, Serialisierung, Abläufe, Entwicklung, Sozialgeschichte, Schreibmaschine/Typewriter)
Arbeit zitieren
Erasmus Walser (Autor), 2000, Zur Mechanisierung der Handschrift ­ Einzug der Serialisierung in intellektuelle Abläufe (Zur technischen Entwicklung und Sozialgeschichte der Schreibmaschine/Typewriter), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/97554

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